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Erstes Blatt
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6$entum an?
Deutsch: Preußen.
Orleans
24. Nov. 93.
Die Erfahrung lehrt, daß jeder Versuch, die I gekommen. ' „ uw „„
mopäischen Staaten zu einer gemeinsamen, den Nichtswürdigkeit des Anschlages. Wir hoffen und
Herrn General v. Caprivi. Großkanzler des Deutschen Kaiserreichs Kanzler von Deutschland.
Berlin.
Wortlaut:
Orleans, den 23. November 1893. Au den Herrn General v. Caprivi Kanzler deS Dentschen Kaiserreichs.
X | I I IV M
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «ud Kirchkai«.
Jllnstrirtes Sonntagsblatt. “m”‘-»
ÄÄÄ WÄS ®fl« Attentat °uf d-n Kaiser und handelte es fich um Fragen, welche mit der Politik! ÖCtl NkllhsllUlAlLr.
«hfohtt nichts zu schaffen hatten, dagegen das Leben, | Gleichzeitig mit dem Mordversuch auf den Grafen tte Gesundheit und die materiellen Interessen aller Caprivi ist am Sonntag, wie wir gestern Abend noch »ltioneu so sehr berühren. Die anarchistische durch Extrablatt mittheilten, auch auf dm Kaiser Propaganda stellt aber eine wenn auch nicht größere, ein solcher begangen wordm. Der Telegraph meldete Kenfalls nicht minder große Gefahr dar Allein gestern: Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, auch an ?, ?°bett°cht der internattonaleu Vereinbarungen den Kaiser sei die ganz gleiche Sendung einer Aufs gemeinschaftlicher Abwehr spielen anch polittsche I maschine wie an den Reichskanzler, ebenfallsaus Eeresseu hindernd mit. Der Egoismus der Eng-1 Orleans, mit dem gleichen Begleitschreiben am Sonntags lieht r «nut t no»lTo I , < » . ■ «. °
Ers^int täglich außer au Werktagen nach Soun, nud rm -========= . »
M 281 teHÄÄi'ÄS Marburg, äääsä Donnerstag, 30. November 1893. M¥I,L 2«hrg.
-----g—_—_22r__ Daube n, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
Irrtümer» Ibrenzliche Geschmack des Chlorals die giftige Bei-1daß der Amtsrichter triumphierend vor fich hinIrum viele ril knmmvrr k,, a
Erzählung von F. Arnefeld. Mischung verdecken würde, und Sie träufelten das lächelte; er glaubte ihn völlig erdrückt zu Habern ZJtnnr’tinVm ® bekam großen
Nachdruck verbog Cyankalium in das Glas. Aber Ihre Hand war „Es ist von den Dienstleuten zu verschißen I Talent und empfand eme Art
(Fortsetzung.) ! unsicher; Sie ließen einige Tropfen auf das Tablett, Zeiten ein leises Schleichen und Huschen auf dem l ß^rn ^n ro^er ba6 ^erk-
iü^tant ean?"nen ®" blCfe6 Si/"di/Msche" g?E "hatten, ^obmTmTnTn Z^u^er ^"ttnb bet Sg •»«««« &
-WVrrriM-MMMMM Z Me® Blatt lag auf dem Teppich in Fräulein von! das wäre aber sehr unvorsichttg gewesen,"Idacht auf Sie lenken mußte" I Was soll das heißen?" subr der Amtsritbt^-
«ms Schlafzimmer; Ihr Zögling, Fritz von Setten, sagte Bodmer, welcher während der Auseinander- .Wenn es fich so verhielte wie Sie sagen, so auf. jäh aus feinen stolzen Träumen geweckt ^ ? 68 bort aufgefunden und sofort ^hre Handschrift I sttzung des Untersuchungsrichters immer ruhiger ge-1 würde ich doch meine Flucht weiter fortgesetzt haben I .Meine Hand hat Fräulein von Letten hnsßuif tont. Dre Aerze stellten aber unschwer fest, daß worden war und derselben zuletzt zugehört hatte, als Zeit blieb mir ja genug dazu," mkttb?fit niit SÄ
. darauf befindlichen Flecke ebenso von Cyan- werde ihm da eine Geschichte erzählt, die ihn gar nach einigem Stillschweigen rin. esßrhßrn könnenbaßsieban'ackariff W
bnm herührten, wie em auf dem Tablett befind- nichts angehe. I .Sieflohen vor derThat, nicht vor den Folgen La A-
^aemackt"^ *** Dr- eCeiL ööfSU®8 Ä^b'.ngs; 06 ^ al8 Walten I die Ihnen drohten; das ©rauen, nicht die Furcht!brandmarken?" rief der Amtsrichter empört,
»gemacht. der göttlichen Gerechtigkeit zu betrachten, daß solche vor Entdeckung hat Sie fortgetrieben. Sie ahnten, „Sie ist es; aber ich nehme meinen Teil der
Am“ ^selhaft, ob Bodmer die letzten Worte Unvorsichtigkeiten von den verschlagensten, kaltblütigsten nicht, daß Sie Spuren zurückgelaffen, die zur ^Ent- Schuld auf mich." (Fortsetzuna folgt)
$ hörte. Wie von einem Schtttge getroffen, war Verbrechern begangen werden." deckung führten; Sie hofften, man werde an einen C WJ
m einen nahe stehenden Stuhl gesunken; sein! .Und für einen Verbrecher dieser Sorte halten natürlichen Tod, schlimmstenfalls an einen Selbst-1 An LiLnkri« 3.M.
E von emem Krampf geschüttelt. ,e>ie mich, Herr Amtsrichter? Rach Ihrer Dar-, mord glauben und rechneten auf die in solchen, grr, «?• m 9*%*'
Äflen Ste tun nun sagen, wie dieses Blattlegung gerate ich in Gefahr, mich selbst dafür zu Men übliche Scheu der Familie vor der Oeffent-^^? ^avon Barnhelm Duzogestvon bannen, Ja in As Schlafzimmer ^r Ermordeten ge- haltm," versetzte Bodmer mit einem schneidenden lichkett Sie sehen, ich und auch andere find Ihrem K..^ ^'nnerung bliebst m uns rer Näh', Aren rst?" fragte der Untersuchungsrichter nach Lachen. Gedankengange völlig gefolgt. Wagen Sie esnoch, ?^ie, die Kunst geistreich ersannen
| .Nein, für einen solchen halte ich Sie nicht.,Ihre Unschuld an dem Tode Adelheid von Setten« pu Est dar als eine Zauberfee.
AUrmr?l f' I Sier im Taumel der Leidenschaft gehandelt; M beteuern?" Wenn fern auch Beifallstürme mächtig schwellen
^etncr ?u’h8 stud sogar Anzeichen dafür vorhanden, daß Sie, Flörecke warf die letzte Frage hin, wie ein I Tir Deines Ruhmes Fluten mehr und mehr, haben Kd,Ibereut haben und IhreThat ungeschehen zu machen,Spieler den Tmmpf, den er bis zum geeigneten,®0 möge sich der eine Wunsch erhellen, it h^°ctinf8^n' Äfr*! Sie find ein zweites Mal in das Schlaf-,Augenblick in der Hand behalten, und erfuhr dennIDaß baldigst wieder zögest zu uns her.
1 Chlorals noch fest schlief. Sie wußten, daß fie sandln fie tot." gemmren, Sie senkend, mit leiser, gebrochener Stimme antwortete: Der schön erglänzt im Sonnen-, Mondenschein,
61 Erwachen die schon bereitstehende gweite Dosis! .Woher wissen Sie da«?" fronte «nbmer mit ' mit . „ . ,_x ,Selbst tn der Tracht des winterlich Gewandes,
Erde; Sie wußten auch, daß der scharfe,,einem solchen Ausdruck schreckensvoller Betroffenheit,,einen Ausruf der Freude; so schnell Hattern?icht, °M. “ 2Sun^ ei^ÖD[et fein! ß
Ettkiien ymoerno mn. »er Egoismus Der Eug-1 Orleans, mit dem aleiiien Bealeitswrkiben o« Knnmaa I Fck habe M, rebr, ffi,Mer„r an«« vrflimmeu, wenye tu jetnem
aö^ ks Asylrechts eingettoffen und im glheimm 1 Ä Ari Lua i? krwenbuug kommen sollen. Die Unter-
^Schweiz und der in Frankreich das große Wort worden. Auch hier erregte ein glücklicher Zufall zu schicken, welche ma™im"DeAibe"" sät" um,Ad7nt'Ve°ih°m vo^Mchth^ftu°"hÄ^selbst°"das
nnH™”)” rel'0? da« intet-1 lieber den Vorgang bdm Rdchgkanzl« Srafeal Genehmigen Sie Herr General Me Bef
cm s r v-r>. I^°^^"ung des Anarchismus jedoch er-,Caprivi wird aus zuverlässiger Quelle Folgendes,sicherung rc. ' '
-e. 9J?DrI)(inf(^IägC. ,b . ba^ die einzelnen Staaten, berichtet: „Unter beu täglichen für den Reichrkanzler, Der Begleitbrief des kleinen Vackets ift in aroften
Verbrecherische Hände haben gewagt, von jensett gebucht'^würÄ u"erk"nn^u wa?°S/^ wo Ye SiSi™ 1e8 ab”?? 7? ?“Ä6}en todtIäufi9 geschrieben^ und umfaßt etwa
der Vogesen sich nach dem geheiligten Haupte unseres, auzufassen hätten. ^Besonders ri"t'das vS Frank-l des AdMianteu, Wichelmstraße 7711^ Setten. Das Schreiben ist nach dem Post.
Laisers auszustrecken und einen scheußlichen Mord- reich, welches unwidersprochen der Mittelpunkt aller 26^ d M ”2 Rrk-i Sonntag, den stempel in Orleans aufgegeben. Das Packet, daS
»ersuch auf denselben, wie auf seinen Kanzler zu anarchisttsch n Bestrebungen ist Heute verwünsch ?893 Sbft vom 23 Nov. d e Höllenmaschine enthielt, ist nicht ganz guadrat-
iwternehmen. Die Entrüstung, mit der in allen mau iu F anttl ch die sträfl che Sab äift fTbe sn - L b?U ^a^e“ in ?er onn 9 “”b etwa 14 cm lang. Die Sendungen
Schichte» der Bevölkerung die Kunde von dieser verschiedenen^Regierungen ^welche ÄTä KJ SÄT« ««»« von der Post ab-
ncntn Bethättgung fanatischen Hasses aufgenommen zugesehen haben so daß sich die Anarchie schrankenlos beauftraat ist Sendungen I geholt, die für den Reichskanzler persönlich bestimmten
«ird, wird hoffentlich auch in den besseren Kreisen Frank-, in^allen"großen Städttn ftstwuMln und fiSaüs^ I maßen "lauttt'"^"^ ^ den Brief, der folgender- Sachen auf d°n Schreibtisch niedergelegt, der in dem reichs geteilt. Aber bei den eigenartigen Verhält-, breiten konnte Aber nicht Frankreich allein träat, 5». „ . , „ , | Arbeitszimmer des Majors Ebmeyer im ersten Stock
Men in unserem westlichen Nachbarland? ist es nicht die Schuld! 3n aße» eLSe« @taSn - 6 treffe auf dem Kouvert: des Unten Flügels steht. Lei dem weitere» Versuch
schr wahrscheinlich, daß man die Urheber dieser ver-,jede einzelne Nummer unserer Hebvresse! prnsqp Orleans ,des Maiors Ebmeyer, das Kästchen mittels eine»
brecherischen Pläne dingfest machen wird. Man geht beweist das in der unzweideutigsten Weise 24 ^lov. Taschenmessers zu öffne» hatte derselbe das Glück,
Ätigeus sicher nicht fehl, wenn man diese Attentats-, — wird straflos der Umstur; aevrediat und daher, Monsipnr 1« r ■ ■ 93' Iba) a“8 be» Fugen des zunächst nur leicht an-
»ersuche in einen inneren Zusammenhang bringt mit| darf man sich nicht wundern wenn die ausaestreutel Grand ChanepHpr Hp fi? ■ ^aT1' , gehobenen Holzdeckels von dem angeblichen Radieschen-
ben anarchistischen Attentaten, über die in der ley-en gifttge Saa auch gWge F^ °usg-str-«te Grand Chanceher de 1 Empire d’Allemagne Samen einige Körner in die Hand fielen. Der Ad- 3dl w,-d«h°ll 6«w aartta a,a6te. *a g-m,Io, MSMch« »q. Mam Äeabtar s-, Chanceher «lAHemagne hataat I* di- «aS d-m Pack-, h«aa«--sall-a-a
iM-i Borg-h-a d« ,IaIIist-tI-a etaatta -dch-Iat aagihaaag auf da« Miiiag-a btr ,a»loi-a"»ord.I Soiilaal- Berlin. Isora« ia -ia-a Asch-ab-ch« wid -atjaad-i- fi,.
diesen Eretgniffeu gegenüber ein Gebot der Not- anschläge blicken. Nur ein mit den Verhältniffen, Grlpsm« 1p 93 ü 1BQQ ^{e ^plofive Wttknng festgestellt war,
Wendigkeit, um den gemeinsame» Fei»d, der aller ga»z unbekannter Franzo e tonnte auf bte 3bee A m , 2 18.93- Hef Major Ebmeyer durch eine elektrische Klingel
staatliche» Ordnung im Anarchismus erwächst, rück- kommen, daß unser Kaiser oder sein Kanzler Sen ! A Monsieur le General de Caprivi. , einen im Reichskanzlerpalais postierten Schutzmann fichtslos zu zertreten. Doch ist die Aussicht, daß | düngen von Unbekannten wie die fragliche selbst Ohancelier de 1 Empire dAllemagne. herbei, der sofort den Reviervorstand, Polizeileutnant eine solche Vereinigung thatsächlich zu Stande kommt,! öffne, und durch eine glückliche Füouna ist auck 5 ai 1 honneur de vous envoyer Monsieur | Gadamer, benachrichtigen mußte. Dieser traf so- leider in hohem Grade zweifelhaft. ! sonst Niemand durch die Höllen maickine in Schaden General, un echantillon de Graines de Radis 10Iei$ ei» und nahm das verdächtige Packet in seinen
Die Erfahrung lehrt, daß jeder Versuch, die, gekommen. Das mindert jedoch nichts an betM uneespece e tonn ante, que l’on seme au rnois I Gewahrsam mit. Auf der Wache des 37. Polizei- «ropäischeu Staaten zu einer gemeinsame», den!Nichtswürdigkeit des Anschlages Wir hoffen nnh|de Decembre pour en avoir le produit au!Reviers wurde die Sendung zunächst in Wasser ge- Wohlfahrtsinteressen der Völker dienenden Aktton! wünschen nur dost es rnnächtt reckt bald oelinot Me Imois de F6vrier> cette espece ne Craind pas | "gt und später unter Hinzuziehung eines Büchsen- r-sammenzubringeu in der Verschiedenheit dieser nichtswürdigen Verbrecher ans Licht z» ziehen und la ^el6e’ . F*8 vorfichttg^ geöffnet. Man brachte eine Höllen-
Zuteressen, noch mehr aber in der Verschiedenheit der! den Aposteln der Propaganda der Tbat" die! Recevez Monsieur le General l’assurance | m°Wne hervor, die fast ebenso zusammengesetzt war, iiechtsauffassungen und der Gesellschaftsverhältnisse | gebührende Strafe zuzuerkennen und andererseits ,de ma Parfaite Consid6ration l wie diejenige, die im letzten Sommer auf der Polizei-
80»j ungeahnten, mitunter völlig unüberwindlichen daß unser Vaterland von solchen Uuthaten in stukunkt Orleans Rue du Boutlong No. 17. Pa<te “ Spandau erplodierte. Durch Gummibänder Cchwierigketten begegnet. Wir haben es im vorigen! verschont bleibe. | G. Dechanteau. | ®Br^ cin bolzen zumckgehalten, welcher beim voll-
Frühjahr erlebt, mit welcher Mühe die internattnna le 1 — ——————=—-1 Deutsch: I ständigen De ff ne» auf eine Kapsel geschlagen hätte.
' Unter dieser Kapsel lag eine Pattone von Fingerlänge mit Explosivstoff (Nitroglyzerin?) gefüllt, welche durch den Schlag wahrscheinlich zur Explosion gekommen wäre. — Soweit die Konstruktion dieses Apparates, der wirklich „rationell" auf eine „Höllenmaschine" eingerichtet war. Als Absender des „Radieschen- sameus" ist wohl eine Person anzusehen, die von den Gewohnheiten des Grafen Caprivi Kenntnis hat und über besten .kleine Liebhabereien untenichtet ist. Graf Caprivi ist ein großer Gartenfreund; er pflegt selbst die Sämereien zu bestimmen, welche in seinem