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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

~ b- Jllustrirtes Lonntagsblatt. "-*ä h

M 275.

Erseh«tut täglich cmßer an Werktagen nach Sonn- xnb Feiertagen. Quartal-Abonnements-Prei« bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltme Zeile «der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Mittwoch 22. November 1893.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bnreanx von Haasmstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube n, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari».

XXVIII. Jahrg.

Erstes Blatt.

-e. Ein Gedenktag.

Am letztm Donnerstag waren 12 Jahre ver­flossen, seit die weltberühmte kaiserliche Botschaft ver­öffentlicht wurde, mit welcher die Arbeiten au der Reichs-Arbeiter-Versicherung in Deutschland eingeleitet wurden. Zwölf Jahre angestrengter Thätigkeit au sozialpolitischem Gebiete liegen hinter uns oud m dem Abschluß des zehuteu Jahres fiel bereit» die praktische Durchführung der letzten der in jener Bot­schaft gemachten Bersprechnugen zusammen. Der 22. November 1891 war der Tag, von welchem ab Ansprüche auf Invalidenrente erhoben werden dursten. ES ist ein stattliches Gebäude, das mit der Arbeiter- verficherung inzwischen aufgeführt worden ist, und in ganz Deutschland, namentlich aber in den Arbetter- kreiseu, denen das Gebäude eine sichere Unterkunft gewährt, wird man gern nnd dankbar der Baumeister und Werkleute gedenken, welche an diesem Bau mit­gewirkt haben und noch Mitwirken. Kaiser Wilhelm I. und Fürst Bismarck haben die Grnudriffe und Fundamente für den Bau geliefert. Ihnen ist eS zu danken, daß die staatliche Arbeiterverficherung überhaupt iu'S Leben gerufen ist. Die Mühen der Aufrichtung des Gebäudes läge» in erster Reihe au den Schultern des Staatssekretär de» Reichsamtes des Innern von Bötticher, dem Fürst Bismarck selber vor versammeltem Reichstage das Zeugnis ausstellte, daß er ohne ihn die Arbeit nicht hätte fertigstellen können. Und wie des Fürste» Bismarck Beistand Herr von Bötticher war, so war des letztere» rechte Hand der Uvterstaatssekretär im Reichsamt des Innern, jetzige Staatssekretär des ReichS-Justiz- amtes Herr Dr. Bosse. Sie alle wirkten in gemein­samer Thätigkeit zusammen, um das große und er­habene Testament, das der erste deutsche Kaiser im viedererrichteten Reiche seinem Volke hinterlasse», zur Vollstreckung zu bri» gen. Dauebeu aber arbeitete» «ttt »»verdrossenem Fleiße »»d »immer rastendem Eifer ewte große Anzahl von Behörden, darunter in erster Reihe das ReichsverficherungSamt mit seinem Präsidenten Dr. Bödiker an der Spitze, sowie Tausende do» Arbeitgebern und Arbetteru, die sich die Pflichte» von ehrenamtlichen Stellungen aufgebürdet habe». Die deutsche Nation hat am Gedenktage der kaiser­lichen Botschaft vom 17. November 1881 die größte Lrraulassung, ihnen allen ihren Da»k auszusprechen. Denn in der That, eS ist Großes geleistet worden.

Irrtümer.

Erzählung von F. Arnefeld.

Machdruck bet boten.]

(Fortsetzmig.)

Der Kommissar trat dicht an ihn heran.Weil »an Fräulein Adelheid von Letten heute morgen tot in ihrem Bett gefunden hat.*

Dr Bodmer knickte zusammen.

Man hat da» Gift entdeckt *

Dr. Bodmer schrie heftig auf.Also dennoch!' »urmelte er.

Der Polizei-KommissariuS schmunzelte.Sie haben dar nicht erwartet; es ist alles entdeckt. Sie haben ihr das Gift in den Schlaftrunk gegossm und ßnd dann entflohen.'

Bodmer griff sich mit der Hand an die Stirn. »Ich, ich soll das gethan haben? Wie kommt man «tauf?'

Das Nähere werden Sie auf der Kriminal- wlhei erfahren; machen Sie jetzt keine Umstande dld folgen Sie mir.'

Sah der Doktor ein, daß jede Weigerung ver- Mich sei, hatte ihn die erhaltene Kunde nieder- »schmettert, oder war es das vernichtende Bewußt­sein der Schuld, er machte keine Einwendungen mehr. -Gehen wir denn," sagte er.Darf ich meiner butter ein Wort sagen?"

Sagen Sie ihr, Sie hätten einen Geschästs- tmg mit mir,' erwiderte der Kommissar milleidiger, tii man es seinem steinernm Aeußeru zuttauen Mochte, während er den Rock wieder zuknöpfte. vvdmer öffnete die Thür zum Nebenzimmer und ballte vor dem sich ihm bietenden Anblick zurück, gleich, regungslos, wie erstarrt, mit beiden Händen H an den Tisch klammernd, stand Frau Bodmer *n> ihm.

Die Krankenversicherung, mit welcher die Reihe der Arbeiterverficheruugsgesetze eingeleitet wurde, hat sich uaturgemäß auch schon am beste» eingelebt. Der KretS dieses Verficheru»gSzweiges, der schon durch die laudwirtschaftliche Krankeuverficherung erweitert wurde, hat durch Nubeziehung der Angestellten im Handelsgewerbe einen noch größeren Umfang erhalte». Die Unfallversicherung, deren finanzielle Last auf den Schultern der Arbeitgeber allein ruht, hat fort­laufend Ergänzungen und Erweiterungen erfahre». ES giebt ein halbes Dutzend Gesetze, die sich auf sie beziehen, und wenn man bedenkt, daß an Unfallevt- schädigungen im Jahre 1890 schon 20 Millionen gezahlt worden find, so wttd man anerkennen muffen, daß der Segen, den die Kaiserliche Botschaft für die Arbeiter auszustreue» begonnen hat, ein sehr reich, licher geworden ist. Am jüngsten ist die Alters­und JnvaliditätSversicherung, sie aber ist die nm» fassendste, sie dürfte auch im Laufe der Zeit die größten Kosten verlangen. Der Reichszuschuß für sie betrug auf das Jahr 1892 schon eine Summe von über 9 Millionen Mark. Reich, Arbeitgeber und Arbeiter nehmen an der Aufbringung der Ver­sicherungskosten teil, die Arbeitgeber allerdings in erhöhtem Maße. So konnte es komme», doß wir in einem Zeiträume von verhältnismäßig wenigen Jahren Gesetze zu schaffen uud zur Durchführung zu bringen vermochten, die sich andere Nationen zum Muster genommen haben und immer mehr nachzu- btldeu bestrebt find. Deutschland ist auf dem Ge­biete der staatlichen Arbeiterverficherung der bahn­brechende Pionier gewesen. Uud was »och erfteu- licher ist, als diese Anerkennung des Auslandes, ist der Umstand, daß auch die früheren Gegner der staatliche» Arbeiterverficherung innerhalb der deutschen Grenzen fast ihrer Gesamtzahl nach fich mit derselben befreundet haben. So sehen wir, daß die Idee der staatlichen Arbeiterverficherung sich in raschem Fluge die zivilffierte Welt erobert hat. Nicht bloß für die deutsche, sonder» auch für die gesamten anderen Nationen hat die Kaiserliche Botschaft vom 17. Novbr. 1881 die herrlichsten Früchte gezeitigt.

Deutsches Reich.

Iierkin, 20. Novbr. Unser Kaiser empfing gestern Mittag im Neuen Palais, int Beisein des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes Freiherrn Marschall von Bieberstein, den bisherigen königlich wrtugiefischen außerordeutlichen Gesandten am hiesigen Hofe de Carvalho Vasco« er llos in besonderer Ab­

Sie haben alles gehört?' fragte der Kommissar, der sich dicht neben seinem Gefangenen hielt.

Sie nickte nur; dann aber kam Bewegung in )ie leblose Gestalt. Beide Arme um den Nacken ihres Sohnes schlingend, schrie sie:Gotthold, schwöre mir, daß Du unschuldig an dem Tode des Fräuleins bist!'

Er machte sich los.Ich bin kein Mörder, Mutter!'

Schwöre mir"

Der Polizeikommiffar legte fich in» Mittel. Lassen Sie uns jetzt gehen, Frau Bodmer; die Untersuchung wird hoffentlich die Unschuld Ihres S hnes an den Tag bringen," sagte er gegen seine bessere Ueberzeugung. Es war ihm nicht entgangen, daß der eigenen Mutter ein Verdacht aufzusteigen schien, und daß Bodmer davor zurückgeschreckt war, denselben durch einen Schwur zu entkräften.

Am Arme de» Kommissars verließ Bodmer, das Zimmer; ein herzzerreißender Schrei der beklagens- werten Frau, dann fiel die Thür hinter ihm ins Schloß. Draußen auf dem Vorplatz schloß fich ihnen ein Kriminalschutzmann in bürgerli^r Klei- düng, der daselbst Wache gehalten, an; ein zweiter stand neben einer von ihm herbeigewinkten Droschke und öffnete dienstbeflissen den Schlag. Der Kriminal­kommissar nötigte Bodmer zum Einsteigen und folgte hm; ein Schutzmann nahm auf dem Rücksitz Platz, 3er andere schwang fich zum Kutscher auf den Bock, und im schnellen Trabe fuhr der Wagen davon.

So unauffällig die Verhaftung vollzogen worden, var sie doch den Nachbaren nicht entgangen, denn »r Mrliner besitzt für fensallonelle Vorgänge eine e?5 lkme Witterung. Eine Anzahl Neugieriger »atte fich schnell gesammelt, die da» Ereignis be- prachen »nd allerlei Mutmaßungen daran knüpften.

schiedsaudienz und nahm aus dessen Hände» ein Schreiben entgegen, wodurch er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am hiesigen Hofe abberufen wttd. Am heuttge» Vormittage arbeitete der Kaiser zunächst von 9 Uhr ab mit dem Chef des Zivilkabinetts, Wttkl. Geheime» Rat Dr. v. Lucanus, und »ahm vo» 10% Uhr ab die regel­mäßigen Marinevorttäge entgegen. Das Präsidium des Reichstags wurde heute Mttag 12 Uhr von der Kaiserin Friedrich empfangen. Die erbetene Audienz bei dem Kaiser ist für morgen Mittag 1 Uhr ge­währt worde».

Das Plenum des Bundesrat» hielt heute eine Sitzung ab, auf deren Tagesordnung sämtliche Steuergesetze standen. Dasselbe hat die Gesetzent­würfe, bett, die Tabaksteuer und die Reichsstempel- steuer, gemäß de» Anttägen der Ausschüsse ange- nomme».

DerReichsanzeiger" veröffentlicht ein von dem Staatssekretär v. Marschall einerseits und dem großbritanischeu Geschäftsträger Gosselin andererseits unterzeichnetes Abkomme» dl Betteff der Abgrenzung der Interessensphäre» beider Staaten in den von dem Golf von Guinea nach dem Innern fich er­streckende» Gebieten; eine teilweise Erledigung der Frage ist berests durch ein früheres Abkommen er­folgt. E» handelt fich hierbei um das Hinterland von Kamern«.

6t» deutsch-englisches Abkomme» wurde unter» zeichnet, wonach das südliche Ufer des Tsad-Sees an Deutschland abgetreten wird. Die Mitteilung hiervon erscheint imReichsanzeiger" in den nächsten Tagen.

Der deutsche Gesandte tu Lissabon, der einen kurzen Urlaub angetreten hat, trifft in diesen Tagen in Berlin ein, um über Maßregeln, welche die portugiefische Regierung neuerdings in der Deutschland nahe berührende» Eisenbahnfrage ge­troffen hat, mündlich Bericht zu erstatten und In­struktionen entgegeuznnehrne».

Der frühere Reichstagsabgeordnete Graf Bethusy-Hue ist gestern gestorben.

-7- Aus dem Kongreß der Tabakarbetter kam es zu heftigen Angriffen aus die geplante Tabak­fabrikatsteuer.

Nach demRetchsanzeiger' darf «an, da in Hamburg und Altona feit mehreren Tagen kein neuer Cholerafall vorgekommen ist, annehmen, daß die Cholera in diesen Städten erloschen ist.

Kiek, 20. Novbr. Auf der Pettoleumbarkafle der kaiserlichen DachtHohenzollern" fand eine

Auch Lieschen hatte sich zu ihnen gesellt und kam nun schluchzend und händeringend in das Zimmer ihrer Herrin gestürzt.

O Gott, o Gott! Frau Bodmer, die Leute sagen, die Kriminalpolizei hätte den Herrn Doktor'

Sie verstummte plötzlich. Frau Bodmer lag au dem Teppich auf den Knien, den Kops in den Sis eines Lehnstuhls gedrückt; das krampfartige Zucken ihrer Schultern zeigte, daß ein heftiges Schluchzen sie schüttele.

Er hat nicht schwören wollen! Er hat nicht schwören wollen!" stöhnte sie.Und dennoch, derm- noch kann ich es nicht glauben!"

Leise schlich fich das Mädchen aus dem Zimmer; das Feingefühl des guten Herzens belehrte fie, daß dieser Schmerz einer Mutter keinen Zeugen haben dürfe.

VII.

Die sterblichen Ueberreste Adelheids von Letten waren in der Familiengruft auf dem Kirchhofe des Dorfes, dem Lettenhofen zugehörte, beigesetzt worden, an dem Tage und beinahe zu derselben Stunde, zu welcher die Eltern gehofft hatten, fie bräutlich ge» chmückt vor den Altar der Kirche treten zu sehen, n der nun die Totenfeier für fie abgehalten ward. Bald nach Beendigung der düsteren Ceremonie zer­streute fich die Trauerversammlung nach allen Rich­tungen, denn man empfand, daß hier ein Fall vor­liege, bei welchem man der Familie durch Schweigen und Zurückhaltung die größte Wohlthat erweise, was reilich nicht ausschloß, daß man ihn um so lebhafter erörterte, sobald man fich unbeobachtet von einem der Angehörigen glaubte. Die Angabe der Todes­ursache der schönen jugendlichen Braut stieß doch auf argen Zweifel, und selbst die sich in der Umgegend verbreitende Nachricht, Dr. Bodmer sei gefänglich

Explofiou statt. Die Mannschaft sprang über Bord und wurde gerettet.

Hppek», 20. Novbr. Der Reichstagsabgeordnete Pfarrer Cyttonowsky (Zeuttum) hat sei» Mandat »tedergelegt.

München, 20. Novbr. Saatenstand in Bayer». Die Wintersaate» wurde» gut vollendet; Kartoffel» viel und gut, nur in Unterfranken teilweise ungenügend nnd faulend. Die Viehweide ist beendet, Spätfutter in vielen Bezirken ziemlich gut, in anderen schlecht. Hafer ungenügend. In Tölz, Miesbach und Tegernsee fortdauernder Henversandt vo» allen Stationen. I» Passau, Vilshofen und Griesbach herrscht wegen des ungeheuren Heu- und Sttohversandts Sorge für da» Frühjahr. Die Note für das Königreich ist für Winterweizen 1.65, Winterroggen 1.56, Klee 3.58. Der unterfränkische Wein blieb qualitativ, wie quantitativ mit wenig Ausnahmen hinter den Er­wartungen zurück. Junge Weinberge haben schon gereistes Holz; viele alte find auszuhaue».

Ausland.

Hesterreich-Ilngarn. Vom Tode Ladislaus v. Szoegyeny-Mnrich's, des Vaters des österreichisch­ungarischen Botschafters in Berlin, ist auch der deutsche Kaiser telegraphisch verständigt worden. Von Kaiser Franz Josef erhielt die Familie ein Kondolenz» telegramm,

Graz, 20. Nov. Die Königin Viktoria von England und Kaiserin Friedrich ließen einen gemein­schaftlichen Kranz mit der AufschriftViktoria und Kaiserin Friedrich" am Sarg des Grafen v. Hartenan »iederlegen.

Italien. Die offiziöseGazetta Piemontese" enthält wichtige Mitteilungen über de» Zweck der Reise Kalnoky's nach Mouza. Durch die bisherige Tripelallianz sei Italien nur verpflichtet gewesen, Deutschland mit einem Landheer zu unterstütze»; nunmehr sei der Vertrag auch auf Italien und Oesterreich ausgedehnt; dafür erhalte Italien im Ernstfälle eine territoriale Belohnung.

Florenz, 20. Nov. Graf Kalnoky ist heute zu mehrtägigem Aufenthaite hier estigettoffen.

Spanien. Die Kabyle» griffen am 17. Nov. ein starkes Detachement an, welches eine Rekognos­zierung in der Umgebung der Forts von Melilla ausführte. Ein lebhaftes Scharmützel entstand, in dem die Kabylen zurückgeworfen und 4 Spanier ver­wundet wurden.

Bulgarien. Fürst Ferdinand spendete 10000 Fr. zur Errichtung eines Nationaldenkmals für ben

eingezogen und solle sogar schon geständig sein, ver­mochte nicht die Ungläubigen zu bekehren. Hatte man doch sehr wohl bemerk, daß in der Famllie >es Barons selbst fich zwei oder eigentlich drei Par- eien gebildet hatten; Ankläger, Verteidiger und Schwankende.

Der Rittmeister von Warnbeck, der mit gespitzten Ohren und forschenden Blicken die Meinung jede» einzelnen zu erkunden bemüht gewesen war, hatte temt auch manches Wort und manchen Blick aufge- angen, die seinem Stolz eine empfindliche Wunde (klugen, ohne daß er fich dagegen aufzulehnen ver­mochte. Einen um so grimmigeren Haß empfand er gegen Bodmer, den er als den Urheber der über thn hereingebrochenen Schmach betrachtete, und feit* amerweise fühlte er in seinem Herzen auch einen Groll gegen die tote Braut aufsteigen. Es war thm nicht möglich, noch länger mtt der Familie zu lagen und den zu Tode betrübten Bräutigam zu pieken. Die Art, wie Hildegard jeder Berührung mit ihm auswich, und die kindischen Ausfälle, mtt enen Fritz ihn verfolgte, verdrossen und reizten ihn lber alle Maßen, und so verabschiedete auch er fich urz nach der Beerdigung von der Familie und ehrte ttotz der dringenden Einladung des Barons von Letten, doch noch länger sein Gast zu sein, nach Falkenyorst zurück.

Die Fenster des aus einer kleinen Anhöhe ge­legenen und wett in das von Feldern, dunklen Kiefer- Wäldern und blinkenden blauen Seen bedeckte Land hineinschauenden stattlichen Schlosse» glänzten im Abendsonnenschein wie flüsfige» Gold, als der Wagen des Barons sich feiner Besitzung näherte, die er so Mr anders wieder zu betteten gehofft hatte. Statt >er Ehrenpforten, durch welche er die junge Ge- bteterin zu führen gedacht, sah er die Flagge auf