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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

D«ck Mb O4pebti»n^®Mtt2L t<Iei *"*"* Jllustrirtes Sonntagsblatt. ^Redaktion und ©spebi^on: Markt^21. *

M 271.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-Prei« bei der Expe­dition 2 ML, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfgi, Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 17. November 1893

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Men; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L Daube u, Eo. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVIII. Jahrg.

Erstes Blatt.

± England und die deutsch-russischen Verhandlungen.

Nicht nur bei uns, sondern auch in England verfolgt man den Fortgang der deutsche russischen Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit. Mau kann aber wohl kaum behaupten, daß diese Teil­nahme dem Wohlwollen entspricht, dem aufrichtigen Wunsche, daß die Beratungen zu einem gedeihlichen Ende führen möchten. Die englische Presse darin wunderbar einig vermerkt mit aller Gewissen­haftigkeit jegliche Schwierigkeit, die sich dem Vertrags­abschlüsse entgegenstellt, und wenn die Verhandlungen zum Scheitern kommen sollten, wäre das Beileid Englands jedenfalls kein echtes. Offenbar befürchtet nämlich England, es werde seinerseits die Kosten eines deutsch-russischen Einvernehmens zu bezahlen haben, d. h. Deutschland werde den russischen Plänen, soweit diese Ziele nicht in der Sphäre des Dreibundes liegen, mehr Spielraum als bisher gewähren. Das Auftreten der russischen Flotte im Mittelmeer hat neben der politischen eben auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Für Rußland handelt es sich bei der Gewinnung eines südlichen Hafens, der im Winter eisfrei bleibt, um Erschließung eines beträchtlichen Absatzgebietes. Zugleich ist natürlich politisch Ruß­lands Bestreben, im Mittelmeer sich festzusetzen und im geeigneten Zeitpunkt die Barriere nach Konstan­tinopel zu durchbrechen. Englands Mittelmeerstellung würde, sobald Frankreich mit Rußland gemeinsame Sache macht, geradezu unhaltbar.

Nun hat ja auch Italien Mittelmeer-Jntesfen, aber dieses Land ist an und für sich nicht so leicht einem russischen oder französischen Angriff ausgesetzt wie England. Nur wer besitzt, steht in Gefahr, beraubt zu werden. Auf Aegypten richtet sich die Begehrlichkeit Frankreichs: Indien reizt Rußland zu Unternehmungen. Kein Wunder, daß England seine sonst an den Tag gelegte vornehme Zurückhaltung gegenüber dem Dreibunde aufgiebt und in dem Maße engeren Anschluß sucht, als Rußland und Frankreich verdächtig näher kommen. Der Flottenbesuch in Tarent erfolgte mehr der Not gehorchend, als dem eigenen Trieb. Vordem abhold allenDemon­strationen", mußte England diesmal Wert darauf legen, zu zeigen, daß es doch nicht so ganz verlassen sei. Imponiert hat dieser Hinweis auf eine» hilfs-

Irrtümer.

Erzählung von F. Arnefeld.

^Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung)

Wurde von Hildegard und von Fritz Bodmers Unschuld in leidenschaftlicher Weise beteuert, konnte der Baron sich nicht entschließen, den Hauslehrer für einen Verbrecher zu halten, und lautete das Zeugnis der Leute im allgemeinen günstig für ihn, so traten Bodo von Letten und der Rittmeister von Warnbeck als seine entschiedenen Ankläger auf. Ter erstere erklärte, er habe stets ein Mißtrauen gegen Bodmer gehabt, der sich durch allerlei Künste in die Gunst seiner Eltern zu schmeicheln gewußt und auch Adelheü, zu umgarnen gesucht habe; er hätte es darauf abgesehen gehabt, der Schwiegersohn des Barons zu werden, und seine Bemühungen wären auch nicht erfolglos gewesen. Seine Schwester habe « sich in den Kopf gesetzt gehabt, den Hauslehrer iu heiraten, deshalb hätte sie den Rtttmeister zwei­mal abgewiesen.

Der Amtsttchter machte dem Leutnant den Ein- »urf, daß der Baron davon nichts erwähnt habe.

Bodo lachte.Als ob mein Vater das gewußt oder geglaubt hätte, wenn es ihm jemand gesagt hÄte; der war ja blind eingenommen feinen Herrn Dr. Bodmer und ist es heute noch. Ich hab's ver­sieht und bin übel angelaufen."

Aber die Frau Baronin; eine Mutter ficht in solchen Dingen doch scharf."

Auch sie war durch den Heuchler verblendet, »ld als ihr die Augen aufgingen, da schickte sie lieber die Schwester fort, um Fritz seinen unersetz- sichen Lehrer nicht zu entziehen. Adelheids Krank- heft im vorigen Herbst gab den besten Vorwand «zu; als Adelheid zurückkehrte, erschien Bodmer

bereiten Freund Rußland und Frankreich nur in geringem Grade. Der Freund würde das weiß man in Petersburg so gut wie in Paris es zwar beklagen, aber desungeachtet keinen Finger rühren, wenn etwa Rußland in Indien zu Thaten schritte. So weit geht eben die Freundschaft nicht, und es ist einzig und allein Englands Schuld, daß es so ist. Es stand immer mitzugeknöpften Taschen" da, und nun thnt dem Egoisten in Nöten keiner was zu lieb'".

Auch Deutschland gelangte zu der nüchternen Einsicht, daß edle Uneigennützigkeit Eugland gegen­über nicht am Platze ist. Wenn daher Rußland ge­legentlich der Vertragsverhavdluvgen wünschen oder nahelegen sollte, daß unsere auswärttge Politik den Grundsatz des Fürsten Bismarck:sich nicht in Fragen zu mischen, die andere angehen," in Bezug auf Eng­land in gewissen Grenzen anerkenne, so wäre ein solches Zugeständnis gerade im Interesse des Friedens nur beifallswert. Es entstünde in Deutschland kein Alarm und keine Bestürzung, wenn einmal, was ja doch auf die Länge unvermeidlich sein dürfte, ein ernsterer russisch-englischer Kolonial-Konflikt sich enr- spänne. Englands Freundschaft in Ehren, aber für jetzt namentlich hat es größere» Wert, mit Ruß land in bessere Beziehung zu kommen. Die britische Politik schlug jederzeit de» Weg ein, ohne Rücksicht de» Vorteil zu ergreife», wo er nur zu finden. Es geschah so ost, daß endlich auch andere das System haben erlernen müssen. Zum mindesten brauchte England nicht zu erstaunen oder sich zu entrüste», falls die Lehren nicht ganz ungenutzt blieben.

Deutsches Reich.

Aerli«, 15. Novbr. Unser Kaiser er­ledigte im Lause des heuttgen Vormittags Regierungs­angelegenheiten, arbeitete mit dem Chef des Zivtl- kabiuetts, Wirkt. Geh. Rat Dr. v. Lucauus, und begrüßte auch die Großfürstin Wladimir. Später fand bei den Majestäten im Neuen Palais die Früh- stücketafel statt. Zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Friedrich werden sämtliche Kinder der hohen Frau um diese in Berlin versammelt sei», mtt Aus­nahme der Frau Kronprst zesst» von Griechenland, deren Rekonvalescenz eine so weite Reise von Athen bis Berlin noch nicht gestattet. Der Großfürst Wladimir von Rußland und die Großfürstin gedenken heute Abend Potsdam wieder zu verlassen, um 10 Uhr in Berlin einzutteffen und gleich nach 11 Uhr uach Petersburg weiterzureisen. In dem Befinden

unschädlich, denn fie hatte sich mit Warnbeck ver­lobt.'

Wie erklären Sie sich das aber?'

Sehr einfach; sie war, entrückt dem Einfluß des Heuchlers, zur besseren Einsicht gekommen."

Und Sie meinen, er habe nun versucht, sie wieder für sich zu gewinnen?" fragte der Amts­richter zweifelnd.

Davon bin ich überzeugt; er hat sie bedrängt, er hat sie bedroht, und als sie fest blieb, hat er sich in dieser furchtbaren Weise gerächt."

Die Beschuldigung klang haarsträubend, un» glaublich; fie wurde aber vom Rittmeister von Warnbeck wiederholt, der mit sichtlichem Widerstreben, denn sein Stolz fühlte sich empfindlich dadurch ge- demütigt, ebenfalls einräumte, Adelheid habe ihn anfänglich Bodmers halber verschmäht. An die Stelle der Zuneigung sei dann aber bei seiner Braut eine Abneigung gegen jenen getreten, die sie nur schwer zu verbergen vermocht; sie habe ihn häufig gebeten, mit ihr Bodmers Nähe zu meiden, ihm aber auf seine Fragen, was ihr der Doktor ge than, geantwortet, das könnte fie ihm jetzt noch nicht sagen, später solle er da» erfahren. Seine Braut sei im übrigen so liebevoll und so beglückend und beglückt gewesen, daß er auf diese Grille kein allzu großes Gewicht gelegt; jetzt aber sei es ihm, leider zu spät, wie Schuppen von den Augen gefallen. Das unglückliche Mädchen hätte in beständiger Furcht vor dem Menschen gelebt, das habe ihre Nächte be­unruhigt, deshalb hätte fie zum Chloral gegriffen, und diese Gewohnheit habe wiederum Bodmer ge­rade die Gelegenheft zur Ausführung seiner Rache gegeben.

gönnte fie keinem andern, lieber vernichtete er fie," schloß er seine Auseinandersetzung.

der Erbgroßherzogi» von Oldenburg, welche schwer «fr an ft ist, ist, wie derOldenburger Generalan­zeiger" meldet, seit gestern eine Besserung eingetreten.

Die Ausschüsse des Bundesrats beraten heute unter dem Vorsitz des Schatzsekretärs Posadowsk die Tabaksteuer. Der Gesetzentwurf über die Finauzreform ist einstimmig, die grundlegenden Be stimmungen des Tabaksteuergesetzes beinahe einstimmig angenommen worden. Die Weinsteuer wird erst morgen von den Ausschüsse» beraten werden.

Der Etat wird morgen Vormittag dem Reichstage zugehen und auch sofort zur Verteilung gelangen. Die erste Plenarsitzung ist auf 2 Uhr Nachmittags anberaumt worden und wird nur kurze Zeit währen, da nur die Beschlußfähigkeit festgefiellt werden wird. Die Präsidentenwahl, die zur Er­neuerung des ftühere» Präsidiums führen dürfte, soll am Freitag in der zweite» Sitzung vollzogen werden Die erste Beratung der Handelsverträge wftd sich t» den nächsten Tagen anschließen.

Aus Wien wird der hiesigenPost" an­scheinend offiziös geschrieben: Der Besuch, den der österreichische Minister des Aeußeru, Graf Kal- nocky, am italienischen Hoflager zu Monza abstattet, wird in hiesigen maßgegendm Kreisen wohl als ein Symptom der unerschüttert fortdauernden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich- Ungarn und Italien frevdig begrüßt, im klebrigen aber nicht als ein hervorragend politisches Ereignis betrachtet. Es sei, so sagt man, absolut nichts Ueberraschendes und nichts Ungewöhnliches darin, daß König Humbert auf die Kunde, daß GrafKal- noky sich »ach Mailand begebe, ihn einladen ließ, bei ihm in Monza zu erscheinen. In ähnlicher Weise sei ja auch Herr von Giers, als er sich vor zwei Jahren in Oberitalie» aufgehalte», vom Könige in Monza empfangen worden. Und so wie damals dieser Empfang keinerlei politische Veränderungen im Gefolge hatte, so werde es auch diesmal mit dem Besuche des Grafen Kalnoky der Fall fein. Glück­licherweise seien die buudesfteundltchen Beziehungen Italiens zu Oesterreich-Ungarn und zu Deutschland so gefestigt, daß ehre Aenderung dieses Verhältnisses ganz außerhalb des Bereiches der österreichisch-un­garischen und deutschen Politik liege.

Presderr, 15. Nov. Der König ist, demDres­dener Journal" zufolge, unter mäßigen Fieber- erscheinungen an einem Bronchialkatarrh erkrankt, der ihn nötigt, das Bett zu hüten. Der Landtag wurde deshalb heute Mittag durch den Prinzen Georg mit einer Thronrede eröffnet. In derselben heißt es:

Aber er vernichtete sich mit!" wandte der Amts­richter ein

O, er kannte seine Leute hier gut genug, um annehmen zu dürfen, man werde das tiefste Still­schweigen über den traurigen Vorfall beobachten, wie es ja auch geschehen wäre, wenn ich nicht zu den Beteiligten gehörte. Er hat auch wohl gehofft, der Arzt würde gar nicht an eine Vergiftung denken, und hätte er nicht einen Tropfen des Cyankaliums vergossen, hätte er nicht das Papier, welches er um die Flasche geschlagen, am Orte der That liegen lassen, so hätte Eller auch wahrscheinlich einfach auf eine Herzlähmung et Rinnt. Es ist das Werk der ausgleichenden göttlichen Gerechtigkeit, daß der Misse- thater in feiner Hast und Leidenschaft gewöhnlich eine Spur zurückläßt, die zu seiner Entdeckung fuhrt," fuhr er in hoher Erregung fort.Ich bitte, ich beschwöre Sie, verfolgen Sie dieselbe; lassen Sie dem Bösewicht nicht Zeit zu entfliehen; ich fürchte, er hat schon einen bedeutenden Vorsprung"

Ich habe in dieser Beziehung bereits gethan, was, ehe ich greifbare Beweise für die Schuld des Verdächtigen hatte, zu thun möglich war," erwiderte )er Amtsrichter.Ich habe festgestellt, daß er heute in Nauen zum Frühzuge ein Billet nach Berlin ge­nommen hat."

Von dort kann er längst wieder abgereist sein."

So wird der Telegraph sein Signalement nach allen Himmelsgegenden tragen, sobald es festgestellt ist, daß zu seiner Verhaftung geschritten werden muß"

Sie neunten noch immer Anstand?"

Ich möchte doch erst eine Durchsuchung seiner zurückgelassenen Sachen vornehmen."

In Begleitung des Baron» von Letten, seines Sohne» Bodo und des Rittmeisters begaben sich die

Die Lage des wirtschaftlichen Leben» des Landes lasse erkenne», daß der auf bemfelbcn lastende Druck im Weichen begriffen fei. ES stehe zu hoffen, daß der Druck vorübergeheu und, insbesondere bei be» sich bietenden Bürgschaften für die Erhaltung deS Friedens, die Besserung nachhaltig sein werde. Die ungünstige Finanzlage fei wesentlich durch die Ver­kettung der Reichsfinanzen mit den Finanzen der Eiuzelstaaten verursacht Da eine längere Beibe­haltung dieses Verhältnisses von de» Bnndesregie- ruugeu allseitig als unhaltbar erkannt und eine baldige Reform der Reichsfinanzverwaltung für dringend nötig erachtet worden fei, so lasse sich hoffen, daß die darauf gerichtete» gemeinsame» Bestrebunge» in nicht zn langer Zeit von Erfolg sein würden. Die Krankheit der Prinzessin von Flandern besteht in Typhus. Der Geheimrat Dr. Fiedler und Dr. Jacobi, sowie die Leibärzte des Königs behandel» die Prinzessin.

München, 15. Nov. Die Vermählungsfeier der Prinzessin Auguste von Bayern mit dem Erz­herzog Joses August verlief programmmäßig. Die Zioiltrauung wurde von dem Minister Freiherrn v. Crailsheim unter kurzer Ansprache im Thronsaale vollzogen. Hierauf fand iu der Allerheiligenhofktrche die kirchliche Trauung durch den Erzbischof Thoma statt. Nach beendigter Feier wurde eine kurze Gratn- lationskar abgehalten, später fand im PalaiS deS Prinzen Leopold ei« Familienftühstück statt.

Ausland.

Hesterreich - Ilngarn. Während offiziös der Besuch Kalnoky's in Monza als Höflichkeitsaft be­zeichnet wird, kann andererseits auf den diplomatische« Apparat, der zum Empfange Kalnoky's aufgebote» wird, hingewiesen werden. DieNeue Freie Presse" hält die Frage für diskutabel, ob Italien nicht auch in dem gegenwärtigen Maße als bündnisfähig zu erachte» fei, wenn es durch die wirtschaftliche Lage gezwungen werde, de» Heeresaufwand zu reduziere». Der Besuch Kalnoky's bei König Humbert besitzt durch sich selbst politische Bedeutung, da der Bund zwischen Oesterreich und Italien so sympathisch und eindringlich vergegenwärtigt wird.

Wien, 15. November. DieWiener Zeitung" meldet, daß der Kaiser den früheren Unterrichts­minister Dr. v. Gautsch zum Kurator der Therefiauische» Akademie ernannt habe.

Italien. Gras Kalnoky besichtigte in Begleitung deS Grafen Nigra die Sehenswürdigketten der Stadt

Herren der Gerichtskommission in das Zimmer de» Doktors. Die darin befindlichen Schränke, sowie die Schiebfächer des Schreibtisches standen leer, auch das Bücherregal war abgeräumt, jedoch berichtete der Baron, daß Bodmer die Bücher schon früher verpackt und fortgeschickt habe, da er ja in wenigen Tagen Lettenhofen verlassen wollte.

Da zu den beiden Kofftrn, welche gepackt im Zimmer standen, die Schlüssel nicht vorhanden waren, so wurden fie gewaltsam geöffnet- Der erste ent­hielt Kleidungsstücke und Wäsche, der andere war mit Büchern und Instrumenten gefüllt, die der Doktor bis zum letzten Augenblick zu seinem Ge­brauch zurückbehalten haben mochte. Alles hatte den Anschein, als sei es in großer Eile in die Koffer geworfen. Ein sehr eleganter Kasten aus poliertem Kupier, m welchem sich das bekannte Giftzeichen, der Totenkopf schwarz auf weißem Grunde befand, erregte die Aufmerksamkeit der Untersuchenden. Der Amtsrichter ließ ibn ebenfalls gewattsam öffnen und vie Aerzte herbeirufen. Es befanden sich nur wenige Fläschchen darin, eine davon war in Papier ge­wickelt. Dr. Eller griff danach, und hielt mit einem lautenAtz'" dem Amtsrichter das Papier, das er entfernt hatte, hin. Dieser verstand ihn augenblick­lich. Es war ein Teil des Blattes, von welchem das in Adelheids Zimmer gefundene Stück Papier abgerissen war; eine Vergleichung der beiden Hälften ergab, daß sie genau zu einander paßte«.

Die Flasche enthielt Cyankalium, aber sie war ;anz voll; es konnte kein Tropfen davon genommen fein, und ein zweites Behältnis mit demselben Gift war nicht vorhanden. Der Gerichtsarzt klärte bald auch diesen anscheinenden Widerspruch auf. Die Flasche war am oberen Rande mit Wasser voll- gegoffen. (Fortsetzung folgt.)