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-« Der Krach des Freisinns.

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Bon uennundzwavzig freisinnigen Abgeordneten, »eiche das frühere Abgeordnetenhaus auswies, find nicht mehr als zwanzig übrig gebliebe», welche obendrein in zwei Fraktionen, die sreis. Volkspartei, 14 Köpfe, und die freis. Bereinigung, welche aus ganze» sechs Männern besteht, zerfallen. Bezeich­nend für die Stellung der steif. Volkspartei ist das Verschwinden Richter HagenS und sein Ersatz durch Richter-Berli». Aus der Provinz ist seine Partei so gut wie beseitigt: neun Mandate in Berlin, zwei i» Breslau uud zwar mit Hülfe des vielge­schmähten Dreiklaffenwahlsystems bilden zwei Drittel der Partei. Bei dem auch für den Landtag ersehnten gleichen Wahlrecht des Reichstages wären selbst diese Erfolge wohl nicht erzielt worden.

Avgefichts dieses Resultates, welches übrigens schon nach der förmlichen Zertrümmerung der stei- finnigcn Partei vor den letzte» Reichstagswahlen voranSzusehen war, kann man wohl von einew Krach des Freisinns sprechen. Tie Ursachen für den Nieder- ga»g der fortschrittliche» Parteieu sind dieselben, welche den Rückgang der liberalen Parteien über- havpt bewirkt haben. Das immer stärkere Hervor­treten der wirtschaftlichen Jntereffen, welche vrm Liberalismus, speziell vom Freisinn vollständig ignoriert werde», bilden die Wurzel der Erscheinung, »nd es ist ein trauriger Trost, wen» demgegenüber erllärt wird, daß der Freisinn die einzige rein Politische Partei darstclle, eine Partei, die sich von den sozialen Strömungen nicht beeinflusse» lasse. 3» einer Zeit, die von den sozialen Aufgaben erfüllt ist, sagt selbst dieVoss. Ztg.", das vornehmste Organ der freisinnigen Partei, wstd jede Partei wie Mischen zwei Mühlsteine» geriebe», die nicht feste wd sichere Stellung zu diesen Aufgaben zu nehmen weiß. Sie kann nicht einmal in sich einig fein, sie in der Sozialpolitik nicht zur Klarheit kommt. Soll eine Partei werbende Kraft entwickeln, so muß sie de» Ereignissen nicht nachhinken, sondern Vorarbeiten. DieFreisinnige Zeitung" Richters oennt bk wirtschaftlichen und sozialpoliiischen Inter­essen kurzwegSonderintereffeu einzelner Bevölkerungs- llaffen und Bevölkeruvgsgiuppen, welche sich jetzt mit machen und das Staatswesen ausznbeuten trachte»" und nimmt dagegen für die freisinnige Partei den Standpunkt in Anspruch, ste seieine Pmtei, welche einzig und allein die allgemeinen Mereffen des Volkes vertritt". Darin ist der tiefere dNwd für den Krach des Freisinns zu suchen.

Irrtümer.

Grzählmig von Fi Arnefeld.

(Nachdruck Bet Boten.] (Fortsetzung.)

»Was müssen wir thun?"

.Das Gericht muß schleunigst benachrichtigt und « möglichst kürzester Zeit die Obduktion vorae- "«nmen werden."

Entsetzlich! entsetzlich I" stöhnte Herr von Letten: Mich fühlte er seine beiden Hände erfaßt:Papa, Papa!" baten Hildegard und Fritz, die herbeige- Rmmen waren.Dulde nicht, daß man eine solche «klage gegen Herrn Bodmer erhebt, er ist un- Mlvig."

» »Womit wollen Sie das beweisen?" fragte der Mweister, der ebenfalls hinzugetreten war.

Mit seiner ganzen Vergangenheit, mit seinem Mn, selbstlosen Wesen, mit seinem ide len Sinn'" M Hildegard, während ihre blaffen Wangen sich iuLten in ihren blauen Augen ein warmes, Wies Licht aufleuchtete. Aber schnell senkte sie die

aus den dunklen Augen des Rittmeisters Me sie ein Blick getroffen, vor dem sie bis ins Mrfie Herz erbebte, fo viel Spott, Haß und Grau« "vkeit lag darin.

mehr Einhalt gebieten; das Verhängnis muß seinen Lauf haben; wer vermag zu sagen, wen e» noch zermalmen wird."

Ein elastischer, sporenklirrender Tritt ertönte auf der Treppe, die schlanke Gestalt eines jungen Hu­sarenleutnants tauchte auf. Bodo von Letten war angekommen und hatte bereits von den Leuten er­fahren, in welche Trauer das zum Feste gerüstete Haus gestürzt war. Nun hörte er aus dem Munde des Schwager«, der sich feiner sofort bemächtigt, die furchtbare Anklage gegen Bodmer und schenkte der­selben ohne Anstand Glauben.

3<5 wußte es ja immer, daß Ihr eine Schlange am Busen nährtet, jedoch niemand wollte auf mich hören," sagte er zu dem Vater und den Geschwistern. Aber nun kein Zaudern mehr, ich reite sofort nach Nauen, mache Anzeige und lenke die Verfolger auf seine Spur.

Er wandte sich um, eilte nach dem Hofe, und wemge Minuten später ertönte der Hufschlag seines Pferde« auf dem Pflaster-

V. I

®ie Obduktion, welche Dr. Eller unter dem »etponbe de« m Begleitung der Gerichtskommisfion I erschienenen Gerichtsarztes vornahm, bestätigte voll-! auf feme Vermutung; man fand bei der chemischen! "Ersuchung de« Mageninhalt« de« Opfer« noch! reichlich fo viel Cyankalium wie hinreichend war,! emen sehr schnellen Tod herbeizuführen. Ferner! wurde Cyankalium in dem im Glase befindlichen I k in Wasser aufgelösten Chloral« entdeckt! und auch die Flecken auf dem Tablett und auf dem l! Papier al» von jenem Gifte herrührend erkannt.! Dagegen wurde da« in der Flasche befindliche Chlo-1 - ral als frei von jeder Beimischung gesunden. I,

SM der Gerichttarzt eine vorläufige chemische 11

de« konsequente» Beharre» in dieser Richtungslinie immer zahlreichere Bestrebungen uud Juteressenkreise zurückgesetzt und geschädigt fühlen mußte», und ebenso natürlich war es, daß der Widerstand gegen die angeblich nur das Gesamtwohl ins Auge fassende, die wirt­schaftlichen Interessen der Einzelnen sowohl, als ganzen Stände und Berufsarten außer Acht lassende liberale Gesetzgebung und Verwaltung wuchsen. Das Endergebnis war hier wie dort die naturgemäße Abwendung vom Liberalismus uud vom Freisinn, eine Reaktion gegen Parteien, die sich den speziellen, sehr materiellen und wohlbegrüudeten Jutereffen so vieler BevölkeruugSkreise gegenüber absprechevd und ablehnend oder auch nur nicht genügend fördernd erwiesen haben. Die Gewerbetreibenden reagierten gegen die von der Gewerbesreiheit entftffelre Konkurrenz, die Landwirtschaft gegen de» Freihandel und die sich ihm nähernde» Handelsverttäge, und die große Maffe der knapp Ham haltenden Angestellten und der Arbeiter erhob sich gegen die Großindustriellen u»d Kapitalisten, deren reichliche Lebensführung ihren ins Auge stach. Der Hinweis auf die Fabel des Meunnius Agrippa vom Magen und den Gliedern, der hier gemacht werde» könnte, ist nicht zutreffend. Es strebe» nicht die Glieder des sozialen Organismus gegeneinander, um jede ans Unkosten der andere» zu prosperieren, sonder» sie widersetzen sich, weil der Magen ihnen nicht bietet, was zu ihrem Notbedarf! und zu ihrem Gedeihen erforderlich ist. I

Nach bett bisherige» Mißerfolgen ist avzuuehmen,! daß sowohl bie Freisinnigen, als auch die National-1 liberalen wen» diese es auch nicht offen zuge­stehe» einsehev, daß mit den bloßen Manchester-! lichen Freiheitsphraseu, mit dem Schimpfen auf! Dunkelmänner" undJunker", mit dem Graulich­machen vor einer fürchterliche»Reaktton" im Volke! nichts auszurichteu ist. Positives verlavgt man! heutzutage und ist einer gesunden Sozialpolitik im! Sinne des konservativen Programm» im Lande! keineswegs abgeneigt. Trotzdem daß eS noch gar! nicht so lauge her ist, daß mau in der liberalen Presse von einem wahrnehmbaren Ruck nach links glaubte spreche« zu dürfe», betont jetzt ebe» diese liberale Preffe, daß eine wenn auch geringe Verschiebung nach rechts" eingetreten ist. Die

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1L .6« ist doch sehr weise, daß man da« schöne T^ccht nicht zum Amte des Richters, Geschworenen Anwalts zuläßt," sagte er;die Urteile, welche gefSDt würden, dürften auf wenig stichhaltige Mnde zurückzusühren fein."

.Es fragt sich, ob die Motive der Männer mer der lautersten Quelle entspringen," erwiderte Wegard. Ihr Vater gebot ihr mit ernstem Ton wnlh__.1 . jr i » v , ,

"! Untersuchung unverzüglich vorgenommen hatte, konnte auch ihm als excentrisch bekannte iutw sD?ühA,n I fange Unklarheit herrschen. Sie war einer Ver-! jedoch zu einem Verhör mit den Hausgenossen kam. ! gistung durch Cyankalmm erlegen, welches letztere I machten ihn doch schon einige Punkte in feiner vor«

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I Trotzdem der durch Bodo von Letten herbei. Ireid)Un3 .®° Elften an dm betreffenden Stellen geholte Amtsrichter »on jenem auf ein an Eei SJ »u ffierfe gegangen

Schwester begangene« Verbrechen vorbereitet worden Kn f^mußt^ da?Bekält^^^ Q *

| mar, neigte er, wie feine Bealeiter den MtsJ t' i.". Behältnis, m welchem sie es arzt mit eingeschloffen, doch wett mehr der Ansicht EÄckfu^e ^ndwoin der Nähe finden, zu, daß hier ein Selbstmord vorliege Wer hätte ^n auSb LklLn^fi ei

| wie dies doch bei einem Verbrechen aefdbeBen kin I « ^keryald desselben befindlichen Gang, das sich k* 3imT« Äy x S Ätt SÄÄ" hr da« Gift in den Schlaftrunk gießen sollen? I»

lUnb wer, die« vorausgesetzt, hatte ein Interesse I2/2 au$ rQS Schlafzimmer,

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per die Vermutung nahe, sie habe sich einem ihr I Danach gewann es bmn flS t ft .finbe!u Ä »TÄÄCÄ ftSÜmSä 6-stoßen. Seine Schwester sei eine strahlend glück- gliche Entfernung

liche Braut gewesen, versicherte dieser, e« sei von hatte. 10 °Wn "^dächttg gemacht

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l!eui? Und welche Beweggründe konnte er für ein

Der Amtsrichter nahm sich trotzdem vor, auf Iso abscheuliche« Verbrechen gehabt haben?

seiner Hut zu fein und, so delikat der Punkt auch! Ueber den ersten ___ . ~

war, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, ob nicht kunst, welche die AusfAnung^er lha? für kmoÜh*

fr ?ei9'n- »Dringt nicht in mich, Kinder," sagte La V °en ihm noch immer am Arme hängenden Fritz w» Ehrend,ich kann der rollenden Kugel nicht

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annovcen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in roaffIk.rt<i:a* 5°^' Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII; IahlS. Moste in Frankfurt a. M., Beilin, München u. Köln; G. L.

Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari«,

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirckbni« z-*8L__ Sonntagsblatt. -

Zrscheint täglich außer au Werktagen »ach Samt« und «w»

jk 269. Marburg,

Mittwoch 15. November 1893

Sntaffra der dwl««sfcer,beiaih*I'tam'bgmViMt ffri?' auf Brstchtrpunlt aufmntfom gt.

rufsarte» zu diene» sich nur um das theoretische I aramm ium -m^ S. Pro macht werden, der sich uns aus dem Studium all'

, ' 50811 HaBnten- setzen; denn darüber kann ein Zweifel nicht bestehe»,

; daß der Beschluß des Reichstages nicht in ein Vakuum

1 Deutsches Reich iK ber Steuerftage aus laufen kann. So sehr sich

I Ä f. in m t. mi , , , Iober die Interessenten bemüht habe», die gemachte»

Lein taS' n 2 8tmra ^- Vorschläge als «achteilige und verwerfliche erschien

»°lf 1 Aftern Vormittag um zu lasse», ebensowenig haben sie selbige durch bessere 1nach^Kuch0el^ "in^?n"'" ^choo'vsky zu ersetzen gewußt. Bei bett Interessenten, die sich . WäbrN der? ,f5°faeni9b ,an W Segen steuerfiskalische Absichten verteidigen wollen,

des Lbefs diese Unterlassung begreiflich, die Erörterung in

Inn S? 4 Milstarkabinetts Generaladjutanten der parlamenttnischen Instanz aber muß auf einem m Är 50 Minute?^^d « höhere» Niveau als demjenigen des Einzelintereffe«

| " v, "0 Minuten ans dem Zentralbahuhose I stehen; wer also dort nnb kick adel her Kritik i«

Kremwort^fmt^^Me" Rückr nach Einzelnen - zu den Vorschlägen der verbündeten

I n U 8 "folgt Dienstag l Regierungen Nein sagt, kann sich der Pflicht nicht

f^? b7 Uhr<> di- Ankunft in Berlin Mittwoch I entziehen, bester begründete selbst zu machen."

Iftuh 7 Uhr. Die Kaiserin traf heute Nachmittag! Die Börsen en aueteknmmlssinn

Uhr in Begleitung ber Prinzessin Amalie von wie berReichsanzeiger" berichtet am 11 ds Mts' Sch eSwig-Holstein auf bem Böhmischen Bahnhof in in ^rer" 93. ©£»g »a? 5eßf2u»g deS b « Dr-sde" ein und wurde von ihrer Mutter, der Reichskanzler zu erstatteudln gutachtlichen BerichtS Herzogin von Schleswig-Holsteio herzlich begrüßt, ihre Verhandlungen beendet. Diese hatten am^6.

L °er am 11. b. M. abgehaltene» Plenar- April 1892 begonnen, haben also länaer als ei» Ifltzung des Bundesrats wurde der Entwurf einesIund ein halbes Jahr in Anspruch aenommen Der I Invalide«^«»' h^'0^"0 Uvterstützungen an Vorsitzende, Rcichsbankpräsident Wirkt. Geh. Rat Dr. I L frie0ts S,Dr 1®70 5 dm Aus- Koch, schloß die Verhandlungen, indem er den Mit. He Sflnnaen*n«b^h«a e Landheer und gliedern der Kommission de» Dank der Reichsregierung hipm fcÄra »»h «Sc'?eeit überwiesen, für ihre mühevolle Thätigkett und die Hoffnung aus. äto We de" sprach, daß ihre Arbeiten ausklärend wttken und dem Reiche und Spanien wurde die Zustimmung erteilt. Vaterlande dauernd zum Nutzen gereichen würde» Herrenhaus hat abermals ein Mitglied Das älteste Mitglied dankte dem Vorsitzende» und in*etr*en; evtschlies!dessen Stellvertreter, Geh. Oberregierungsrat Gamp

I in Rosenftlde nach schwerem Leiden im 85. Lebens-1 für die anßrenaenbe nnh erfnTnrptrfi# v' jahre der Freiherr Karl von Steinäcker, Ritter Verhandlungen & lieber bie VeÄntliLnn^ he« be« Johanniter-Ordens, berufen auf Präsentatton des Berichts und der sonstigen umfangreichen Matettalien Verbandes des alten und des befestigten Grundbesitz.sIwelche sich zum Teil noch im Druck btstuh.» mlrh ^laß"vom^ll^^Auaust^ l^^"a^s E durch kövigl. der Reichskanzler seinerzeit Entscheidung treffen.

\ 19>D?bb9 Äfrl86«trt hS,2niftet ~ Gegenüber der Mitteilung einzelner Blätter,

L ,, Die »drordb. Allg. Ztg. verweist in ihrem|wonach bie Hierherkunft mehrerer süddeutscher ReichsfhSm '!,b<n daß die Minister mit de» in Bezug auf die Weinsteuer

wvst!n w"!' - undSteuerproiekte bereits im I noch schwebenden Meinungsverschiedenheiten zusammen, weiten Umfange bekannt und erörtert worden sind,!hänge, darf so bemerkt die 9Jnrhh ginn qm" der Reichstag zusammentreten, und I Tage» die Bundesratsverhandlungen über die Steuer, vor desieu Forum wird auch dieser Jntereffenstreit, I gesetzentwürfe stattfinden.

wie schon so mancher andere, zn schlichten sein. Für! Laaau 13 Novbr Der bie Fruchtbarkeit der dort zu erwartenden Debatten ^Landrat Cttutz ist gestern gestorben. Der^Versto>