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Wöchentliche Beilage«: Kreisblati fit die Kreise Marburg ««- Kirchhain.

Jllustrirtcs S-nntagsblatt. tem"6"*

XXVIII; Jahrg.

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Sfirforfl6 ru treffe», daß für die weuig bemittelten der Mottvirung, daß mau eben nichts anderes finden Levölkerungsklasseu Labak und Zigarren nicht ver-lwerde.

v. , - . - ----- --------- °:Am 5. Oktober brach Major von

weist nach, daß der Einfluß des Beamtentums im Francois mit sämtlicher verfügbarer Macht au» Laufe der Zeit ständig zurückgegaugeu sei; aber die Windhoek auf, um Witboi tot oder lebendig zu fange». Bureaukratie sei ehreuwert, keuutnisreich und arbest In einem Gefecht mit Witboi wurden mehrere Deutsche sam gebliebe» und werde darum von den Parteien, getötet. Witboi stand noch einmal, floh daun aber denen die großen politischen Ziele entschwunden seien, auf einen Berg nabe Hornkrantz. Der Berg wnrde als ein starkes Hindernis empfunden, wenn es fich bombardiert, aber Witboi entkam.' Hier ist bisher darum handele, einseitige» Interessen im staatlichen von einem Gefecht des Majors von Francois mtt Lebe» ein Uebergewicht zu verschaffen. AudererseitS Witboi nichts bekannt.

stehe unleugbar die Bureaukratie de» großen und Mönche«, 11. Novbr. Prinz Ludwig vo» neuen Aufgaben oft ratloS gegenüber; fie sei für die Bayern reist, einer Einladung der Kaisers folgend, ueuen Ideen nicht leicht zu gewinnen. Darum könne am 15. d. Mts. nach Berlin, wo er der Eröffnung fie trotz ihrer großen Tugenden von kraftvolle» und deS Reichstages beiwohnen wird. Dan» nimmt er genialen Staatsmännern wie Fürst BiSmarck getadelt am 17. und 18. d. Mts. au den Letzlinger Hof, werden. Trotz seiner langjährigen Machtvollkommen jagdeu teil. Der Ftnanzmiuister ist heute Bor- heit wurde aber die Bureaukratie nicht zerstört, mittag nach Berlin abgereist. Den M N N.' Wenn der große Staatsmann fich zuweilen hart über zufolge eruaunte der Priuzregeut den Prinzen Leopold die Bureaukratie auSgelasien habe, so sei das keine zum Generaltuspektor der bayerischen Armee.

demagogische Thätigkeü gewesen, dazu sei fein Ge-1

1 Serben. Die Zusammensetzung des Reichstages ist aller-

Das Arbeitspensum des Reichstages wird auch dings kaum jemals so bunt gewesen, wie gegeu- abgeseheu von den Steuer- und Finanzangelegeuheiten wärtig. Wie haben au Parteien: 1. TeutsLkonservative ein reckt großes fein. Der neue Reichshaushalt für Partei, 2. Freikonservative Partei, 3. Notional- 1894/95 dürfte freilich nicht viele und noch weniger liberale Partei, 4. Zentrum, 5. Polen, 6 Welfen beträchtliche Aenderunge« aufweisen aber an manche 7. Elsoffer, 8. Freistnnige Volkspartei, S. Freisinnige Einzelheiten, namentlich beim Militaretat, werden sich Vereinigung, 10. Süddeutsche Volkspartei 11 und doch recht umfangreiche Erörterungen knüpfen. Des 12. zwei antisemitische Gruppen, 13 Bayerische Weiteren werden den Reichstag die drei neue» Bauernpartei, 14. Sozialdemokraten. Daß das nun Handelsverträge mtt Spanien, Serbien und Rumänien gerate genug ist, kann mau wohl sagen. Und neben ^schaftigeu, die zu einer^aLgemettenwsttschaftlichen dieser Zersplitterung ist d°S kennzeichnendste Moment Debatte und der Möglichkeit.rineS deutsch-russischen des gegenwärtige» Reichstages, daß die Partei, welche Handelsvertrages hiuleiten weü>en ES folgen dann in allen Finanzfachen die schärfste Kritik der Projekte die Gesetzentwürfe über die Abzahlnngsgefchaste, die der Reichsregierung lieferte, die freisinnige, heute ziem- Aenderung des Unterstützungswohnfitzes und den lich machtlos geworden ist. Ein gemeinsames Binde- Cchutz der Waarenbezeichnungen, die Bekämpfung dersmittel zur Bildung einer Regierungsmehrheit wäre

Irrtümer. leignis nicht doch lieber mit dem tiefsten Schweigen

Erzählung von Fi A r n r-f e l di «umhüllen

[R<u6bni< »erbäte«.] |Nein!' schrie der Rittmeister,nimmermehr (Forffetzungi) IZch will nicht, daß man fich zuraune, meine Braut

Herr von Letten fuhr entsetzt auf.Warnbeck, I M am Tage vor der Hochzeit umgebracht, um »as sprechen Sie da au»!' I der Heirat mit mir zu entgehen; denn bilden wir

Was ich, was Sie selbst denke«, was §ier I u,n6 doch nicht ein, wir könnten einen Menschen an Herr Doktor Eller denkt!' rief der Rittmeister, I enm natürlichen Tod glauben machen. Ich will vrmer leidenschaftlicher werdend.Paßt nicht Adel-1daß der Mörder ungestraft davonkomme, und Heids rätselhafter Tod und die geheimnisvolle Flucht I Adelheid da« Brandmal der Selbstmörderin mit in ber Hauslehrer« zusammen, wie die beiden Hälften «das Grab nehme" eine« Ringe« ?' I »Aber es ist doch gar zu undenkbar, daß Bodmer

Doch nicht, Herr Rittmeister,' sagte der alter?, ^?der fein soll,' wandte Herr von Letten ilrzt, bedächtig dm Kopf wiegend,er fehlt uns I E

lebe Vermutung über die Veranlaffung einer foL.,.*®£.tL e*an?\. aner.er». ,(& ruhe und raste Stufigen Thal ' A bi« der Mörder gefunden ist. Thun Sie

Di- mirh m» f*nn in Tnn#, |yre Schuldigkeit, Herr Doktor, vor allen Dingen

fA/tt wtxo uic UnterfUcbutiQ *cpon |u «vGße für* I Sie mich m s*» ix

Wtnl* entgegnete der Rittmeister mit düster g-- will meine Bra»t schen ' ^terbezimmer, ich

Ärchter ©tim. ,E« muß sogleich ein Steckbrief! - ... ' .

hinter dem Flüchtigen erlassen werdm.' I. energische, völlig zielbewußte Rittmeister

So schnell geht da« nicht,' mahnte der fcottor, IÜbe» ^iben äna'fein1'1 ^chllrchen Unter- widerstreitenden Empfindungen bm^Ttraren" Sie

. .Xi . r.. , Achten keine Einwendungen weiter, führten ihn die

So zögern wir mcht, eine solche her^lzuftihrm I Treppe hinauf nach dem Zimmer der Verstorbenen «ollen wir de» Mörder entkommen lassen? knirschte und kamen hier zu einem herzzerreißenden Auftritt Herr von Warnbeck und stampfte vor Ungeduld mit I _ n E , ..

d«n Fuß, al« er den Baron unschlüssig, offenbar RittEer di^Wmte ^au«k,2 Ä?

emmal nahm der Doktor da« Wort.Herr halte, al« er sich, von Furcht und Entsetzen gepackt Jfeum, Herr Rittmeister, bedenken Sie wohl wa« unbemerkt au« dem Zimm» entfernt hatte und er Ae thun. Ich kann mich getäuscht haben, volle« war noch Kind genug? um da« zu thun,wa« Kinder Acht wird un« erst eine Obduktion verschaffen, und m ihrer Bedrängnis immer zu thun pflegen er rief Jenn fie selbst meine Annahme bestächt, so steht nach seiner Mutter. Wie vom Justins griettet £ Verdacht, daß hier ein Mord verübt, doch auf schlug er den Weg nachdemSchimmer seLer schwachen Füßen. Wollen wir da« krauche Sr-lSchwester ein, öMetTdie^^ stA? auf Ü!

gleich einer Bilosäule auf einem Sessel sitzende toten- und Abmahnen der alten Dorothee zu achten. Ich bleiche Frau von Letten und rief, fie mit beiden wußte e« ja, daß Du nicht mehr lebtest, die Thränen Armen umklammernd: und Küsse Deiner Mutter hätten Dich sonst zum

/Mutter, Mutter, sage Du, daß e» nicht wahr Bewußtsein zurückrufen müssen I Adelheid! Adelheid!

ist, daß Warnbeck abscheulich lügt!' >WaS ist mit Dir geschehen!'

P L rnnt Wk fi.rr wagte sie nicht zu stören, und Hildegard stand ab-

ibr sSLjW abe^eti> ^ei tot ttnb Bodmer I seit- mtt gerungenen Händen, starrte thränenlo« vor

L Doppelschrei ertönte. Frau von Settenatte^ sprang in die Höhe, aber die Füße versagten ihrIbeiden rätselhaften Erchniffe d^Taq?«'anrinander ^" Dienst, mit einem dumpfen Stöhnen sank füLu reihen wie Warnbeck, wenn fie auch dabei nicht m den Stuhl zurück; Hildegard dagegen griffnach der furchtbaren Anklage gegen Bodmer zu kommm dem Arm ihre« Bruder« und sagte, ihn so heftig I vermochte a

pressend, daß Fritz vor Schmerz auffchrie: Nur wenige Minuten befand fich Frau von

Wie kommt Warnbeck z» einer so ungeheuren I L-tten mit chren Kindern im Zimmer, al« ihr Gatte Beschuldigung gegen Herrn Bodmer?' I mtt Herrn von Warnbeck und dem Doktor eintrat.

Weil er heute Nacht heimlich fortgegangm ist;!Alle drei stutzten bei dem unerwarteten Anblick und Mama, Mama, gieb nicht zu, daß sie Herrn Bodmer I verhielten fich eine kleine Weile schweigend angesichts etwas thun," antwortete der Knabe. Ides Schmerze« einer Mutter. Endlich trat Herr

»Was kümmert mich Herr Bodmer!' schrie diel von Letten hinzu, schlang seinen Arm um ihren Baronin, in welcher in diesem Augenblick der Schmerz! Nacken und sagte, indem er sie sanft von dem Lager der Mutter jede andere Empfindung in den Hinter-! hinwegzuziehen suchte:Sophie, Du weißt nunbafc gründ drängte.Warnbeck weiß bereits daß Adel- wir fie verloren haben!' ' 9

? -»«-» -- «---i». daß fU nt« miet« Ät* Ä ÄEÄ'ÄKKT' Rir.be rar? Adelheid, meine Ad-lh-id, Deine Muli« I ' S

rmtb Si4 wr ft* «--«nm- IW I' >°m, --- @ra*M »m mich meinem

Sie schien neue Kraft gewonnen zu haben, toten Kinde zu entfernen,' entgegnete fie, die Leiche sprang auf und eilte nach dem Zimmer ihrer Tochter;! fester an fich drückend,was habt Ihr mtt ihm Hildegard und Fritz folgten ihr. vor? Was bedeutet das alles? Doktor, sagen Sie

Mein Kind, mein Kind!' Mit diesen Worten I mir, woran ist Adelheid gestorben?' warf fie fich über die Tote, ohne auf das Zureden I Bei dieser Frage wandte fie sich nach Eller um,

unter solchen Umstände» sckwer zu finden, wen» nicht 1 fichtskreis zu weit und fein Ziel zu hoch gewese». im Reichstage ganz auffällig und immer stärker die Anders aber sei es, wenn ei» Parteiblatt ohne solche» Neigung hervoriräte, thunlichst fich ohne Konflikt mit Gesichtskreis sein Ziel darin suche, die Bureaukratie dec Reichsregierung auseinanderzusetzen. Bei der als Gegner der Mittelstände, als Gegner des Kapitals Militarvorlage gelang das nicht, aber das war eine und der Inden, als Feind der Landwirtschaft und Ausnahme. Daß die Finanzreform i» dieser Reichs- als Unglück des Landes mtt allgemeinen dunkel» tagssesfion zustande komme» wird, bezweifelt prinzipiell I Behauptungen hinzustellen.

ü^ch°upt faum Jemand. Das .Wie' wttd die Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung Zeit lehren. Jedenfalls giebt es wegen Dr. Miquels I den Ausschußberichten über die Entwürfe der Etats neuer Steuerpläue keine neue Reichstagsauflösung, für 1894/95, und zwar der Marineverwaltuug, der I Schutzgebiete, der Reichseifenbahnverwaltung, bei ShPHffrfipÄ SOptrh I Auswärtigen Amts, des Reichseisenbahnamts, bei

I Rechnungshofes, desgleichen des BesoldungS- und Merkt«, 11. Novbr. Der Kaiser traf gestern PenfionSetatS der Retchsbeamten für 1894/95 zuge- ENd 7 Uhr 55 Minuten in Belleben ein und stimmt. Dem Ausschußberichte über den Entwurf wurde bet der Ankunft vom Minister des Königlichen beS Etats bes Reichsamts beS Innern für 1894/95 Hauses, v. Wedel-Piesdors, empfangen unb zu Wagen I würbe mit Modifikationen zugestimmt.

durch das festlich geschmückte unb prachtvollerleuchtete Dem Vernehmen berB. B.-Ztg.' nach be» Belleben nach PieSdorf geleitet, wo alsbald nach steht die Absicht, im Reichsamt des Innern eine be» bem Eintreffen die Abendtafel stattfaud. Heute frühlsandere Abteilung für das Zollwesen nm 9 Uhr erfolgte der Aufbruch zur Jagd. einzurichten und dieser Abteilung denZollbeirat'

DieNordd. Allgem. Ztg.' weist nochmals der sich jetzt den Kopf des Bundesrats zerbricht, nm we Angriffe derKreuzzeitung' gegen die über- einen annehmbaren russisch-deutschen Handelsvertrag wiegende Mehrhett deS preußische» Beamten- zu entwerfen, als ständige Einrichtung an die Sette tum8 zurück. Heute noch gälten die Grund- z» stellen. Der Abteilung soll ei» eigener Direktor fafce bes Königs Friedrich Wilhelm I., welcher für vorstehen und ihre Aufgabe würde es auch sein, über

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fA Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes,

sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in 1 A Iona Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf

DieNStllg 14. Stüüetlluer 1893. Moffe in Frankftirt a. M., Beilin, München u. Köln; G. L.

_______________________________ Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

4- Die neue SReitfiäfrtftäMtftnn gemeingefährlichen Krankheiten, eine Novelle zum o , mJ Reichs-Juvalidenfouds, ferner eine solche zum Unfall-

^?use dieser Woche tritt der im Juni d. I. I Versicherungsgesetz, wahrscheinlich eine Handwerker- gewählt-Reichstag zu seiner zweite» Session zusammen. Vorlage u. s. to. n»d die lange Reihe der Anträge Die kurze erste Session galt bekanntlich nur der aus der Mitte des Reichstages wttd auch in diesem Snuahme der Militärvorlage. In der bevorstehenden l Jahre nicht kleiner fein, wie sonst. Das ist ein zweüen Session handelt es sich nun um die Auf- Arbeitspensum, welches ei» Zusammenhalten des bringnng ber aus ber neue» Heeresorgauisation er-1 Reichsparlamentes bis über bas Osterfest hinaus, bas wachsten Kosten unb im Anschluß barau um eine im nächsten Jahre noch boM sehr -früh fällt, al« neue Gestaltung ber unhaltbar geworbene» fiuauzielleu I gewiß erscheinen läßt. Das beutsche Publikum hat Leziehungen zwischen bem deutschen Reiche und den I zudem »och manche Wünsche und Schmerze» unb bem bentschenBunbesstaaten, Alles in Allem eine Aufgabe Reichstag wird sicher wieberum eine bedeuienbe Zahl unb eine Arbeit, bte nicht viel weniger Schwierigkeiten von Petitionen zngehen, bie nicht so ohne Wetteres machen wirb, wie s. Z. bie Militärvorlage selbst, bet Seite gelegt werbe» könne», sonder» einer ein- Mr die wetten fireife der Bevölkerung wird fich das I gehenden Verhandlung bedürfen. - Hauptinteresse darauf konzentrieren, ob die geplante Im Reichstage ist bekanntlich feine feste Mehrhett die Tabakfabrikatsteuer angenommen wird oder nicht.!zu Gunsten der Reichsregttrmig vorhanden. Die Der Tabak nnd die Zigarre fpielt eine fo .große Militärvorlage ist s. Z. angenommen von be» beiden Rolle bet uns, daß die neue Sttuer schon lange konservative» Parteien, Nationalliberale», Polen, Tabak - Interessenten, vom Prodvzenten bis zum Antisemiten und andere» verein zellen Abgeordneten, fionsumenten, beschäftigt. ES wird für daS Publikum und besoudeis noch bat Mitgliedern der nach der nützlich fein, bie ReichStagsverhanblungen über diesen Reichstagsauflösung neu gebilbeten freisinnigen Ler- Gegenstanb besonberS aufmerksam zu verfolge», bamit einigung. Diese Mehrheit wird für die neue« Steuer» es später beurteile» kau», ob im Falle einer Annahme Vorlage» schon nicht mehr Stand hatten, Freisinnige der Fabrikatsteuer TabakpreiS nnd neue Steuer mit- Vereinigung wie Antisemiten und ein Teil der Rational­einander tt» -Einklang stehen. Ob diese von bei I liberalen wollen von der Tabakfabrikatsteuer nickt?! rane ves trüMtns striehrf* gmih.Tm t tn»rA»r für i <> «.

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