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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Veraiü wörtlicher Redaktmr: D r. H. SB. Kühne in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 81.

Erscheint täglich außer an Werktagm nach Sonn« und O11> ,<♦♦♦'(** **^* Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte»,

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ditto« 2 Mk., bei allen Postämter« 2 Mk. 26 Psg. (exkl. _ Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf AA-V111. rtfluTQ.

Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespattme Zelle Mittwoch, 8. November 1893. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm u. Köln; @. L. °

oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg. * Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Parisi

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,± Das Kommunalabgabengesetz vp« 14. Juki 1893.

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I.

Mit dem 1. April des nächsten Jahres tritt das neue Kowmunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 tafcoft. Es ist daher notwendig, daß die Gemeinden sowie die kommunalen und staatlichen Auffichtsbe- hörde» sich schon jetzt mit dem Inhalt des Gesetzes verstaut machen und sich über ihre Aufgaben bet der Vorbereituug der Ausführung des Gesetzes klar werde». Zur Ausführung des Gesetzes wstd eine ministerielle Anweisung ergehen. Inzwischen ist bereits eine von berufener Seite ausgearbeitete Dar­legung erschiene», welche die Grundzüge des Gesetzes zusammenfaßt und geeignet ist, den beteiligten Be­amte» und Behörden darüber Klarheit zu verschaffe«,

Uhr. * worauf sie ihr Augenmerk bei der im Sinne des

.» t>| Gesetzes notwendigen Umgestaltung der kommunalen 1 Einrichtungen zu lenken haben. An der Hand dieser durch die Minister des Innern und der Finanzen liano dm beteiligten Behörden zur Anschaffung empfohlenen

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Darlegung wollen wir die Hauptpuutte des Gesetzes uuserm Leser» vor Augen führen.

Da die Umgestaltung der Kommunalsteuerver­hältnisse am 1. April 1895 eintreten soll, sind schon bei Aufstellung des Haushaltsplans für 1895/96 bestimmte Vorschriften zu beachten. Die Gemeinden muffen die Aufbringung der Gebühren, Betstäge, indirekten und direkten Steuer» schon vor dem 1. April 1895 dem neuen Gesetze entsprechend regeln n»d haben deshalb das Recht, schon vom 1. April 1894 ab die nötigen Beschlüsse zu fassen; da, wo das Gesetz Erteilung einer Genehmigung vorschreibt, muß die Genehmigung so rechtzeitig uachgesucht werden, daß die Entscheidung der zuständigen Stelle schon vor der Feststellung des Haushaltsplans erfolgen kann; die VerwaltuugS- und Verwaltungsgerichts- behördeu können dementsprechend ihre Anordnungen und Entscheidungen gleichfalls schon vom 1. April 1894 ab treffen, so daß in formeller Hinsicht alles geschehen kann, damit die neue Ordnung der Dinge am 1. April 1895 ohne Störung eintreten kann. 5hm sollen freilich die alten Ordnungen nicht ohne Weiteres außer Kraft gesetzt werde», we»n die Neu­ordnung nicht bis zu dem bezeichneten Zeitpunkt bat bewirkt werden können. Es liegt im eigene» Interesse der Gemeinden, von der ihnen erteilten Ermächtigung, die zur Ausführung des Gesetzes erforderlichen Be- schlüffe bereits vom 1. April 1894 ab zu fassen, thunlichst zeitig und in umfassender Weise Gebrauch

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Irrtümer«

Erzählung von F. Arnefeld.

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Frau gehenden Kraft die robuste Dorothee beiseite und flog in« Zimmer; Herr von Letten und die Haushälterin folgten ihr, und letztere, versuchte es jetzt, sich zwischen sie und das Bett zu schieben, so daß wirklich der erste Blick der armen Mutter nicht auf die leblose, sondern auf die lebendige Tochter siel, doch auch diese sah totenbleich aus und ver­mochte sich kaum aufrecht zu halten. Sie um- klammerte die Baronin mit beiden Armen, und

(Nachdruck ticiboteit]

(Fortsetzung.)

Jetzt ließ die Alte aber den noch immer jteif

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Madige Frau, nur eine Minute.*

Frau von Letten suchte sie wegzudrängen. »Laß _________ «ich hinein! Was ist geschehen? Warum schrie owie h< Hildegard so?* u un'u »Sie hat sich gestoßen,* stammelte die in verkauf der Verstellung wenig geübte Alte, während sie dem Baron verstohlen Zeichen zu geben versuchte, er möge seine Gemahlin entfernen. Er verstand sie auch und ergriff deren Arm, aber sie riß sich los. »Ihr sollt mich nicht zurückhalten!* schrie sie, schob mit einer weit über das Vermögen der zarten

' j. und bewegungslos verharrenden Körper des jungen l, (gl Mädchens finken und eilte nach der Thür. Die Schritte der bedauernswerten Eltern wurden auf i tbLll te* Tr eppe hörbar Mit ihrer breiten Gestalt ver- TiMii sperrte sie den Zugang zur Thür.

Warten Sie, Herr Baron, warten Sie, liebe

Derbb 8astwb -W.-S lohnu»

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Vehr schreiend als schluchzend stieß sie die Worte hervor:

.Mutter, Mutter, ich ich fürchte, Adel- Heid ist tot!*

Mit einem jähen Ruck schleuderte Frau svon

zu machen. Auch da, wo bisher dergleichen Ordnungen überhaupt nicht bestanden habe», müssen bei Zeiten Vorbereitungen getroffen werden, nm die rechtzeitige Einführung der neuen dem Gesetz entsprechenden Ordnung bewirken zu können.

Was die von dem Gesetz vorgeschriebenen materiellen Einrichtungen betrifft so beruhen sie an erster Stelle auf dem Grundsatz, daß diejenigen Ausgaben, welche in erkennbarer Weise zum Vorteil einzelner Gemeinde- angehörigen oder einzelner Klassen von solchen auf­gewendet oder von tönen verursacht werden, insoweit »ach dem Maßstab von Leistung und Gegenleistung, sonstige Ausgaben aber vorzugsweise nach dem Maß­stab der Leistungsfähigkeit aufzubringen find. Dem­entsprechend sollen Ausgaben der ersteren Art haupt­sächlich durch Gebühren, Beiträge sowie durch Real­steuern oder durch entsprechende steuerliche Vor- und Mehrbelastung gedeckt werden. Denn es würde ungerecht sein, die Bestreitung der wesentlich zum Vorteile Einzelner aufgewendcte» oder von ihnen verursachten Ausgaben aus allgemeinen Gemeinde­mitteln zu bewirken; es würde hiermit die Gesamt­heit der Gemeindeangehörigen zum Vorteil jener Einzelnen in ungerechter Wette belastet werden. Steuern sollen aber überhaupt nur in so weit er­hoben werden, als die sonstigen Einnahmen (aus Gemeindevermögen, aus gewerbliche» Unternehmungen, aus Gebühren, Beittägen und anderen den Gemeinden überwiesenen Mitteln) zur Deckung ihrer Ausgaben nicht ausreicheu; nur bei Einführung von Hunde- unb Lustbarkeits- sowie ähnlicher Steuern, die durch besondere Gründe geboten sind, bedarf es keiner Rück­sicht auf vorhandene genügende Einnahmen. Direkte Steuern sollen hinwiederum nur in so weit erhoben werden, als nach Abzug des AnskommmS an indirekten Steuern ei» Steuerbedarf vorhaudeu ist.

Was weiter die verschiedenen Arten der direkten Steuern anlangt, so hat der Staat bekanntlich die Realsteuern ben Kommunalverbänben überlassen, da­mit die Einkommensteuer vor übermäßigen kommunalen Zuschlägen, an denen es bisher nicht gefehlt hat, in Zukunft geschützt ist. Die Realsteuern (Grund- und Gebäudesteuer, Gewerbesteuer vom stehenden Betriebe) sollen von den Gemeinden nach dem Maßstabe von Leistung und Gegenleistung in dem Bettage erhoben werden, welcher den besonderen Aufwendungen für Grundbesitz und Gewerbebetrieb entspricht. Dies ist »icht nur eine Forderung gerechter Steuerverteilung, fonbern liegt auch im eigenen Interesse ber Gemeinden, welche durch übermäßige Belastung der Einkommen­steuer wohlhabende Steuerzahler verdrängen oder vom

Letten Hildegard von sich, so daß diese zu Boden gefallen wäre, hätte Dorothee sie nicht aufgefangen und in einen Lehnstuhl gesetzt.

Der Baron war bereits an das Bett getreten, hatte die leblose Tochter in die Arme genommen und gab sich, erschreckt durch die Kälte und Starr­heit ihrer Glieder, den bangsten Befürchtungen hin, verschloß sie jedoch aus Rücksicht auf feine Gemahlin in seine Brust und sagte scheinbar ruhig:

Aengstige Dich nicht, Sophie, wir haben es hier mit einer sehr starken Ohnmacht ober mit einem Starrkrampf zu thun.*

Dr Eller, schickt nach Dr. Eller!* stieß Fr u von Letten mühsam hervor.O Gott, sie ist eis­kalt ! Dorothee, Hanne, so helft doch, bringt warme Tücher und Flaschen, helft mir sie reiben I"

Ich habe schon nach dem Arzt geschickt, gnädige Frau," sagte die Haushälterin,warme Tücher und Flaschen müssen auch bereit sein, hole sie, Hanne!* gebot sie dem Mädchen, das rührte sich aber nicht von ber Stelle, sondern schrie händeringend:

Ach, das Hilst ja alles nichts, ich wußte es ja, sie würde sich eines Tages damit umbringen!*

Die Baronin schrie entsetzt auf, ihr Gatte er­griff aber bas Mädchen bei beiden Schultern und rief, sie schüttelnd:Was redest Du da, Dirne? Was hat meine Tochter genommen ? Womit soll sie sich umgebracht haben?*

Gnade! Gnade, Herr Baron!* stöhnte das Mädchen, sich unter den Griffen des heftig erregten Mannes windend,ich bin unschuldig daran; ich bat sie ja jeden Abend, sie möge es nicht nehmen, ich sagte ihr immer, es würde ein Unglück daraus entstehen, aber bas gnädige Fräulein wollte nicht hören, wenn sie einmal auf etwas bestand, so ließ sie sich nicht davon abbringen.*

Zuzuge abhalteu würde». Die staatlichen Aufsichts­behörden werden jeden Anlaß benutze», um auf die Gemeinde» behufs richtiger Anwendung des Maß­stabes von Leistung und Gegenleistung im Abgaben­wesen einzuwirken.

Deutsches Reich.

Aerli«, 6. Novr. Der Kaiser nahm im Laufe des heutigen Vormsttags die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts Wir«, «eh. Rates Dr. v. Lucauus, des Staatssekretärs beS Reichsmariueamts Vizeadmiral Hollman» unb des Chefs des Marine- kabiuetts Abmttal ä la suite Freiherr» v. Senben- Btbran entgegen. Mittags empfing er ben General­leutnant unb kommandierenden General beS III. Armeekorps Prinzen Friedrich von Hohenzollern zur Meldung, welcher darauf zur Frühstückstafel ver­blieb. DerReichsanz.* berichtet: Prinz Albrecht von Preußen, Regent des Herzogthmns Braunschweig, ist zu Camenz in Schlesien seit dem 3. November an Influenza erkiankt Das Fieber ist von mäßiger Höhe. Bullettns werden nicht ausgegeben. Der Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein-Glücks­burg-Augustenburg, ber Stuber unserer Kaiserin, wirb sich, nach einer Nachricht desNiederschles. Anz.*, mit der Tochter des Fürsten Karl zu Carolath- Beuthen verloben. Der Herzog steht jetzt im 31. Lebensjahre. Die Prinzessin Sibylla von Carolath ist am 17. Mai 1867 geboren.

Nach der hiesigenPost' verlautet zuverlässig, daß eine Reihe von Offizieren infolgedes tzannover- 1 eben Spieler-Prozesses ihren Abschied er­halte» wird. Der Kommandierung des Leutnants v. Schierstädt zur Führung eines Zuges bei ber Hubertusjagb lag, wie verlautet, keine Absicht unter. Der genannte Offizier hat biefe Mission einfach erfüllt, weil er an ber Reihe war. Ferner berichtet bie Voss. Ztg.*: Der Kaiser hat aus Anlaß bes Hannoverschen Prozesses eine Kabinettsorbre an bie Osfiziere ber Armee erlassen, bie in ben unzwei­deutigsten Ausdrücken bas Hazarbspiel verurteilt unb im Fall ber Ueberttetung strenge Strafen androht. Die Orbre ist ht ben letzten Tagen ben Offizieren zur Kenntnis gebracht worbe».

DieNordb. Allg. Ztg.* wenbet sich gegen einen drittel betKreuzzeitnng* über Sureau» Iratie nnb meint, wenn sie recht verstehe, gleiten bie Pfeile vornehmlich gegen bie höheren Verwaltungs­kreise, welche bie Politik des Königs unter ber Leitung ber verantwortlichen Minister vorzubereiten unb bnrch-

Was, was hat sie genommen ? Wirst Du endlich reden!* schrie der Baron, mit dem Fuße stampfend.

Chloral!* schluchzte Hanne.Ich mußte ihr die Flasche jeden Abend vors Bett setzen, da steht sie auch noch,' sagte sie, auf den Nachttisch den tenb.Sie hat oft zweimal in ber Nacht davon genommen.*

Der Baron ließ das Mädchen los unb wandte sich zu feiner Frau.Da hörst Du es, Sophie, sie hat zu viel Chloral genommen, das bringt, wie ich mir habe sagen lassen, zuweilen für viele Stun­den eine totenähnliche Betäubung hervor ; es wirb uns nichts übrig bleiben, als ruhig abzuwarten bis Eller kommt*

Darüber können noch Stunden vergehm und inzwischen entflieht vielleicht ber letzte Lebensfunke meines Kindes wenn ein solcher überhaupt noch vorhanden ist!' stöhnte Frau von Letten unb rang in namenlosem Jammer bie Hände.

Herr Baron, Herr Baron Dr. Eller fährt so- eben auf den Hof!* rief, den Kopf zur Thür herein­steckend, eine Magd.

O, ben sendet Gott!' seufzte Frau von Letten inbrünstig die Hände zum Himmel erhebend; der Baron verließ schnell bas Zimmer unb ging dem alten, langjährigen Hausarzt der Familie entgegen. Er traf ihn schon auf ber Treppe.

Lieber Doktor, wo kommen Sie so schnell her?* redete er ihn an.

Ich habe einen Patienten in Markau, und da ich einmal so weit war, dachte ich, ich wollte Her­kommen und zusehen, ob die Frau Baronin sich auch bei den Zurüstungen zur Hochzeit nicht zu viel zumute; Ihr Wagen ttaf mich keine zwanzig Schritte von Lettenhofen," berichtete ber kleine, etwas kor-

zuführe« haben. DieNordd. Allg. Ztg.* ftagt, ob bieKreuzzeituug* nicht wisse, aus welchen Kreise» bie Bureaukratie hervorzugehen pflege, welche «ach berKreuzzeitung" mir bas Kapital unb bie 3ubex schützte». Es seien überwiegenb Sprossen vo» Familie», beren Häupter unb «lieber seit Generationen bet» Throne in Ehren gebient haben. Bezeichnend sei, baß bieKreuzztg.* für bie Angriffe bas ganze konservative Lager engagiert habe, ohne daß bagegen Wiberspruch erhoben werbe. DieNorbb. Allg. Ztg.* leugnet «icht, baß in ber Staatsverwaltung mancherlei zur organisatorischen Verbefferuv g aufforbere. Vielleicht lasse sich bieKreuzztg.* herbei, klar unb deutlich z» sagen, was sie in der Staatsverwaltung gebessert zu sehen wünsche, anstatt alle Einrichtunge« des preußischm Staates leichten Herzens in den Staub zu ziehen.

DemReichsanzeiger' zufolge find feit ge» raumer Zeit bezüglich der zu Parfümerieen und ähnlichen Zwecken bestimmten Branntweine, für welche Steuerfreiheit gewährt ist, behufs Verwendung als Genußmittel sehr umfassende Defraudationen be­gangen wordeu. Die betreffende Steuerfteiheit ist infolge dessen für die Zukunft an die Bedingung ge- knüpft, daß ber Fabrikant in Zukunft fei» Erzeugnis nur in Flaschen vo» bestimmter Größe (etwa */4 Liter) zum Verkaufe bringt.

Der Entwurf bet Tabaksabrikaisteuer ist dem BunbeSrate zugegaugen; er berechnet be» Mehrerttag nur auf etwa 45 Millionen Mark. Nach bem Entwurf wird als Zoll erhoben für Tabakblätter, unbearbeitet, sowie Stengel unb Tabak- saucen 40 Mk., für Zigarren 400 Mk., für Zigarette» 500 Mk., für anbeien fabrizierten Tabak 250 Mk. Pn 100 Kilogramm. Der Zoll für Rohtabak kann bis neun Monat gestundet werde». Die Steuer für im Jnlaude hergestellte Zigarren und Zigaretten be­trägt 331/3 Proz., für Rauchtabak 662/3 Proz., für Kau- und Schnupftabak 50 Proz. des Faktura­preises, z» welchem die Fabrikate ausschließlich der Steuer vom Fabrikanten verkauft werden. Das Gesetz enthält in 78 Paragraphen Aufsichts-, Kontrolle unb Strafbestimmungen.

Die Blätter veröffentliche» bie bem Bundes­rat zugegangene Novelle zum Reichsstempel- gefetz. Darnach sollen vo» inländische» Wien und Anteilscheinen ein Prozent, von ausländischen l1/, Prozent erhoben werden. Befreit sind vor bem 1. Oktober 1881 ausgegebene inländische, sowie nur Zwecks Umtauschs ausgestellte Aftien. Inländische für ben Hanbelsverkehr bestimmte Renten unb Schuld« Verschreibungen sollen vier, anslänbische sechs vom

pulente Mann, noch atemlos vom schnellen Laufen unb Steigen.Run sagen Sie mir aber was eigent­lich geschehen ist, aus den konfusen Berichten der Leute konnte ich nicht klug werden.*

Meine Tochter Hildegard hat ihre Schwester, die sehr lange schlief, wecken wollen und sie leb­los im Bette gesunden.

Leblos?* wiederholle Eller, auf bem Treppen­absatz stehen bleibend,aber sie ist doch inzwischen wieder zu sich gekommen?"

Nein,* antwortete ber Baron, und es kostete ihn die größte Anstrengung, die Worte hervorzu­bringen,sie ist noch nicht wieder erwacht, und Doktor sie hat das Ansehen, als werbe sie auch nicht wieder erwachen.*

Ei, da will ich doch sogleich" versetzte der Doktor und wollte die Treppe hinaufstürzen. Der Baron hielt ihn beim Arm zurück.

Noch ein Wort, lieber Eller; was Sie auch finden mögen, sagen Sie meiner armen Frau nicht sogleich die volle Wahrheit, ich sürchte, der Schreck war mehr als sie »ertragen kann.'

Verlassen Sie sich aus mich,' versicherte der Doktor und fügte, während er mit dem Baron die Treppe vollmds hinaufstieg und dm Gang entlang ging, fragend hinzu:Habm Sie denn gar keine Vermutung, wodurch der Zustand hervorgerufen sein könnte?*

Hanne hat uns soeben gestanden, Adelheid habe jede Nacht Chloral genommen; sollte die Dosis zn stark gewesen fein?"

Dr. Eller gab auf diese Frage keine Antwort, sondern murmelte vor sich hin:Verdammtes Gift- schwelgen, das ist die neue Mode. Von mir hat sie kein Chloral bekommen, wird wohl noch von der Berliner Kur herrühren.*