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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. — Quartal-Monnements-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ej*EL Bestellgeld)^ JnserationSgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag 5. November 1893

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. Mi, Beilin, München u. Köln; G. L. Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVIII. Jahrg.

Erstes Blatt.

-e. Ein deutsch-französisches Bündnis.

Von Zeit zu Zeit trete», allerdings mit dem Tove der Hoffnuvgslofigkeit, die Stimmen ernster Männer hervor, welche dem französischen Volke sagen, daß es einen falsche», verderblichen Weg geht. Vor Jahr und Tag hat der edle Barthelemy St. Hilaire sich in dieser Weise ausgesprochen und in diesen Tagen veröffentlicht der elsässische Reichstagsabgeordnet eDr. Hoesfel einen Brief über das Thema: „Ein deutsch- ftauzösisches Bündnis". „Die gegenseitige Verstän­digung zwischen Frankreich und Deutschland", meint er, „davon hängt die Zukunft dieser Länder, aber «ch die Europa's ab".

Man hegte die Hoffanng, und durfte sie hege», daß während der seit dem großen Kriege verflossenen »ehr als 20 Jahre die Gegensätze zwischen den beide» mächtigsten Kulturvölkern des Kontinents durch die llles ausgleichende Zeit sich versöhnt hätten. Die ranzöfische Regierung hatte trotz der Angriffe der Chauvinisten keine» Augenblick gezögert, die von Kaiser öilhelm angeregte Arbeiterschutzkonferevz in Berlin Ml beschicken und bei dem internationalen Aerztekongreß ■ Berlin beeilten sich die deutschen Aerzte, die er- stieneuen franzöfischeu Kollegen mit demonstrativem kifall zu begrüßen. Der berühmte Helmholtz ging zur Jubiläumsfeier der Hochschule nach Paris und die französischen Künstler erschienen in Scharen in München, sm Lorbeeren zu pflücken, und gleichsam um den Schlußstein der Annäherung beider Völker einzusetzen, Wurde deutscherseits die Grenzsperre aufgehobeu.

Wie sich die Zeiten ändern! durfte der Optimist sage», und: wie sich die Menschen gleich bleiben, tarn der Pessimist hinzufügen.

Alle diese Arbeit einzelner Männer und der Re ^erunge» ist vergeblich, so lange diesen Bemühungen ^chmütige Abweisung begegnet — und das ist bei «S so gut, wie bei den Franzosen der Fall. In allen Vorschläge» die zu einer dauernde» Aussöhnung mische» beiden Ländern gemacht worden, sieht die kiderseitige Presse nur die bald so, bald so gestellte tmnutuvg einer Beeinträchtigung des nationalen kchtes. Was brauchen wir gleich immer zu rufen, sie der Geizhals im Lustspiel: Ich gebe nichts! luf diesen Ruf antwortet natürlich gleich das Echo er Revanchards: Da habt Ihrs, Ihr Ranen, die

Irrtümer.

Erzählung von F. A r n e f e l d.

(Nachdruck verboten)

I.

Auf dem in der Mark unweit der Stadt Nauen rlegenen Gute des Barons von Letten herrschte ne sehr lebhafte Geschäftigkeit.

Der Mai hatte die Wiesen, die wohlbestellten elder und den nahen Forst mit frischem Grün ld süß duftenden bunten Blumen geschmückt; im arten und innerhalb de» Herrenhauses regten sich iet die fleißigen Hände der Diener und der noch nzugezogenen Hilfsarbeiter, um jedem Fleck ein fälliges, festliches Ansehen zu geben.

Man traf auf Lettenhofen die Vorbereitungen t Hochzeitsfeier der ältesten Tochter des Barons it dem Rittmeister von Warnbeck, deffen sehr schöne, ütliche Besitzung nur wenige Meilen von dem nie seines Schwiegervater» entfernt lag.

! Es war ein lachender, taufrischer Morgen. Herr in Letten, eine markige, mittelgroße Gestalt, noch den besten Jahren, mit blondem Haar, hellen, mgrauen Augen und einem sonnverbrannten Ge­st mit starken, aber wohlgeformten Zügen, stand >f der Rampe des zwischen Hof und Garten ge- lenen, sich sehr lang hinstreckenden Wohngebäudes ib sah mit vergnüglichem Schmunzeln dem Kutscher , der soeben zwei prächtige braune Pferde an einen ttfitzigen Wagen, dessen Verdeck zurückgeschlagen ir, gespannt hatte.

„Hast recht, Jochem, daß Du den großen Wagen mmst, der Herr Rittmeister wird wohl eine Menge Idereien mitbringen!" rief er dem Kutscher gut aunt zu.

| „Das soll wohl fein, gnädiger Herr," erwiderte tzchem, sich die Stirn reibend, in seinem behäbigen

Ihr von Aussöhnung mit Deutschland träumt; gegen Deutschland hilft nur das Bündnis mit Rußland. Ja, dieses Bündnis! — Wen» sein Traum die Franzosen nicht berauschte, da»» wäre die Aussöhnung längst vollbracht.

Die Zeit einer Annäherung ist noch nicht ge­kommen ; wir müssen »och warten. Wir dürfen aber nicht die hoffnungsvolle» Ansätze verachten, die für eine Versöhnung vorhanden find. Es handelt sich heute um die Rettung der mitteleuropäischen Kultur, sowohl um die Rettung ihres Länderbestandes, als um die Oeffnung ihrer Wege nach Westen uud Oste», um die Abwehr, daß nicht die Vereinigten Staaten im Westen und Rußland im Oste», die einen uns die Thore der ozeanischen Welt, das andere uns die Thore Asiens zumacht. Welche eine erhabene Auf­gabe für ein verbündetes Deutschland und Frankreich

-e. Wochenschau.

Die Wahlen zum Abgeordnetenhause haben am Dienstag stattgefunden, und soweit sich das Ergebnis bis jetzt übersehen läßt, erscheinen die Konservativen als der gewinnende Teil. Der Ver- lufkbei Liberalen beträgt fünf Sitze. Das Zentrum scheint unversehrt auS dem Kample hervorgegangen zu sein. Die Konservattven (124) und die Frei­konservativen (64) hatte» bisher zusammen schon 188 Mandate, während zur Mehrheit bei 433 Ab­geordneten die Zahl von 217 erforderlich ist. Zuzu­zählen find ihnen schon jetzt außer den fünf ei ob eiten noch acht Mandate, bereit Inhaber bisher keiner Partei angehörte». Es waren bas bie vier Minister v. Boetticher, Herrfurth, v. Lucius unb v. Maybach unb bie Herren Cremer, v. Eckarbstei», Graf Gers- borff unb von Köller. Herr Herrfurth wirb wahr scheinlich burch beit antisemitischen Pastor Schall ersetzt; an bie Stelle bes Herrn v. Boetticher tritt ber Agrarier von Riepenhauseu. Herrn Böckel ist es nicht gelungen, im Regierungsbezirk Cassel ein Mandat zu erwerbe». Die „Freis. Zig." meint: „Soweit sich der Ausfall der Wahlen übersehen läßt, tritt noch eine weitere Rechtsverschiebung im Abgeordneten­hause ein, so daß die Bildung einer konservativ- sreikonservative» Mehrhett mit Ausschluß der Rational- liberalen nicht außer dem Bereich der Möglich­keit liegt."

Betreffs der Reichsfiuanzreform meint die offiziöse „Bad. Korr.", daß mit bloßer Negation nichts getha» sei, die Verneinung der Steuervorlagen würde die Fortdauer eines unleidliche» Zustandes der

märkischen Platt, „und was ber Herr Bodmer ist, der wird ja auch unfern Junker ein Stück Wegs entgegen gegangen fein unb mit zurückfahren wollen."

Herr von Letten nickte. „Konnt's bequemer haben und gleich mit nach der Station fahren. Aber jeder nach seinem Geschmack; dem Menschen ist ein­mal nicht wohl, wenn er-nicht morgens vor dem Frühstück eine Meile Wegs gelaufen ist."

Er wartete, bis der Wagen, welcher den Ritt­meister von Warnbeck von der Eisenbahnstation Nauen abholen sollte, vom Hofe gerollt war, dann drehte er sich um, trat in das Haus und schritt durch einen breiten, mit hohen, dunklen, eichenen Schränken besetzten Flur, an dessen freien Wänden Hirschgeweihe und allerlei ausgestopfte Vögel zu ehe» waren, zu einem auf der Rückseite des Hauses nach dem Garten zu gelegenen, einfach, aber wohn­lich eingerichteten Zimmer, in welchem die Familie gewöhnlich ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegte Auch jetzt war daselbst der Frühstückstisch gedeckt, und zwei Damen in Hellen Morgenkleidern befanden ich in dem Raume.

.Guten Morgen, liebe Sophie, guten Morgen, Hildegard!" begrüßte sie der Baron, indem er die ältere, zart, aber noch sehr hübsch aussehende Dame auf die Stirn küßte und der jüngeren liebkosend iber bas reiche, in prächtigen Zöpfen über ihre Schultern fallende aschblonde Haar strich. „O, Ihr habt mit dem Frühstück auf mich gewartet," fügte er mit einem Blick auf die noch unberührten Taffen und den summenden Wasserkessel hinzu; „ich habe mich auf dem Hofe aufgehalten, es war mir, als müsse ich mit eigenen Augen die Abfahrt des Wagens überwachen."

„Ter Wogen fährt aber wöchenttich ein paarmal "ach der Eifenbahnstation, Papa," scherzte Hildegard

Abhängigkeit ber einzelstaatliche» Finanzen von ber Reichsfinanzgebahrung auf unbestimmte Zeit bedeuten. Aus einer Ablehnung ber Steuervorlagen würde sich für bie Eivzelstaalen bie Notwendigkeit einer be- ttächtlichen Erhöhung der direkten Steuern ergeben und folgerichtig auch eine stärkere Belastung der Volksmasse, als bei den Reichssteuerprojekte». Der Reichstag werde nicht umhin könne», zur Regelung des finanziellen Verhältnisses des Reiches den Eiuzel- staaten die Hand zu biete».

In Oesterreich dürste die Ministerkrisis nicht so schnell beendet werde», als anfänglich an­genommen wurde. Nachdem Fürst Windisch-Grätz für, die künftige Ministerpräsidentschaft außer Kombi­nation gelangt ist, treten jetzt wieder die Statthalter Graf Thun und Graf Badeni i« de» Vordergrund und dürfte dieser oder jener Staatsmann ehestens die Berufung an das kaiserliche Hoflager erhalten. Außer den beiden Genannten taucht in ernsten Kreisen ein neuer Name auf, dessen Träger Anwartschaft au: die Berufung zur Kabinettsbildung habe» soll. Es ist dies der Botschafter in London, Graf Franz Deym, ber von 1879 bis 1885 bem Abgeorbneteu- hause als Vertteter bes böhmische» Großgrunbbesitzes angehört hat unb 1887 als lebenslängliches Mit glied ins Herrenhaus berufen würbe. — Wahrscheinlich Dienstag ober Mittwoch nächster Woche tritt das ungarische Abgeordnetenhaus wieder zusammen und weht aus dem Blätterwalde der Parteien jetzt bereits eine recht scharfe Brise. Die Opposition bläst zum Sturm und man macht sich auf sehr erbitterte Kämpfe für die Budgetdebatte gefaßt. Die Organe der Majorität ziehen in der Hoffnung, noch vor Begin» der Budgetdebatte das Gesetz über bie Regelung des Eherechtes auf de» Tisch des Hauses niederlegen zu könne», ftohgemut in de» Kampf.

Die von den Festen in Paris und Toulon heimkehrenden russischen Seeleute haben in Ajaccio die letzten Abschiedsgrüße mit den Franzosen ge­tauscht. Tie russische Presse beginnt bereits über die mutmaßlichen Ergebnisse ber Verbrüberungsfeste Betrachtungen anzustellen. Die „Rowoje Wremja" meinen, bie Frage über ein formelles Bünbnis zwischen Frankreich unb Rußland sei feit den Tagen von Kronstadt seitens der ftanzösischen Parteien wiederholt aufgeworfen worden, das Ministerium Dupuy werde diese Frage jedoch auch heute mit Schweigeu beantworten müssen, den» es habe nicht das Recht, das Publikum über die ganze Bedeutung der Vereinbarung zwischen der ftanzösischen und der russischen Regierung anfznkläre», solange die schrift­

„Das thut er, Jungfer Naseweis," gab der Baron lachend zurück, „aber so viel ich weiß, hat er noch nie den Bräutigam abgeholt, welcher kommt, um mit einer meiner Töchter Hochzeit zu halten."

„Und sie uns dann zu entführen," setzte Frau von Letten hinzu, während es wie ein Hauch der Wehmut über ihr blasses, feines Gesicht zu fliegen chien.

„Der Lauf der Welt, Sophie, entführte ich Dich nicht Deinen Eltern?" erwiderte der Baron zärtlich, indem er den Arm um feine Gattin legte, „unb ich weiß, Du hast es nie bereut, mir gefolgt zu fein."

„Nie, nie, mein guter Erich," versicherte sie, und die blauen Augen sahen mit einem so warmen Blick zu ihm auf, daß sie ganz jugendlich erschienen.

„Nun aber an die Gewehre!" rief der Baron wieder im munteren Tone. „Schnell eine Tasse i kaffte, Mutter, und Du, Hildegard, streiche mir ein Butterbrot, und frühstückt selber ordentlich und flink, wir haben nicht viel Zeit zu verlieren, in spätestens anderthalb Stunden ist Warnbeck hier, und bis dahin giebt es noch alle Hände voll zu thun."

Er ließ den Worten die That folgen, nahm die Tasse, welche ihm seine Gemahlin reichte, leerte sie chnell, verzehrte bas von Hildegard gestrichene Butter- »rot mit einem ansehnlichen Zubehör von Ei, Schin­ken und kaltem Braten und ließ der ersten Auflage eine zweite folgen. Auch die beiden Damen hatten sich mit Trank und Speise versehen, und mehrere Minuten herrschte im Zimmer Schweigen, so daß man das durch die geöffneten Fenster hereindringende Zwitschern der Vögel deutlich vernahm. Der Baron ' >etrachtete als Landbewohner vom echten Schrot und körn das Essen als eine gar ernste, wichtige Thätig- eit der Menschen und liebte es nicht, dieselbe viel

liche Unterzeichnung eines formellen Verttages fehle. Das russische Blatt rechnet auf den gesunden Ver­stand unb beit nüchternen Patriotismus ber Franzose», welche begreifen werben, baß zwischen zwei mächttge» Staaten, Sie zur Erhaltung bes Friedens sich einander freundschaftlich näherten, inbetreff ber Mittel zur Erreichung dieses Zieles, welches sie ber ganzen Welt verkündete», keine Mißverstänbviffe obwalte» könnten.

In E u g l a h b ist bas Parlament am Donnerstag wieder zusammevgetrete», um eine Session zu Ende zu bringen, die wegen ihrer Länge denkwürdig ist. In diesem Jahrhundert war bie längste Session 1838, wo bas Parlament 176 Tage tagte, bau» kommt bie Session von 1831, die 173, unb die von 1848, bie 170 Tage bauerte. Bis jetzt hat baS Parlament in biesem Jahre 165 Mal getagt. Die Möglichkeit, daß es bis Weihnachten noch 37 Mal zusammenkommt, ist vorhanden. Das Haus ber Lords wird sich nach ber Eröffnung des Parlaments auf 14 Tage oder 3 Wochen Verlagen, da augen­blicklich keine dringenden Geschäfte vorliegen.

In Spanien würden es die polittsche» Heiß­sporne — und die Mehrzahl der Bevölkerung be­steht aus solchen — nicht ungerne sehen, wenn die Kämpfe um Melilla in einen förmlichen Krieg mit Marokko ausarten würden: die feurigen Polittker Madrids erhoffe» davon einen längst ersehnten Land­erwerb. Die leitende» Staatsmänner des König­reichs beurteilen die Lage indessen weit kühler; sie find überaus vorsichtig und mit vollem Recht. Die letzte „Rordd. Allg. Ztg." erkennt dies ausdrücklich an, indem sie sagt, die spanische Regierung habe sich mit dem Bemühen, die Melilla Affaire im Geleise korrekter völkerrechtlicher Erledigung zu erhalten, Verdienste um den Völkerftieden erworben. Marokko sei ber Brennpunkt vielfach Mcergierenber Interessen. Man brauche nur an Tuat uud Tanger zu erinnern, um daran gemahnt zu werden und Genugtuung dar­über zu empfinden, daß nicht eine augenblickliche Erregung und selbstsüchtige Interessen in ber Frage waßgebenb seien, bie nur besonnenste Erwägung ohne Gefahr vor Konflikten bannen könne.

Die Aufhebung bes ShermaugesetzeS in beu Vereinigten Staaten von Amerika ist nun» mehr enbgiltig erfolgt. Präflbent Cleveland hat be» vom Senate angenommenen Antrag Vorhees, »achbem er auch bie Zustimmung beS Repräsentantenhauses erhalte» hatte, am Dienstag unterzeichnet. Ohne Frage wirb dieser Sieg das Ansehen Clevelands be» beutend steigern und ihm die Durchführung ber Tarif-

dmch reden zu unterbrechen, dennoch war er es, welcher zuerst wieder sprach.

„Boerner ist natürlich wieder vor Tau und Tag davongegangen," sagte er, „wo ber Mensch nur all bas Unkraut läßt, was er auf feinen Spaziergängen zusammenschleppt!"

„Er wird nicht viel mehr sammeln," antwortete Frau von Letten, „fein Aufenthalt bei uns naht sich einem Ende."

„Hat Mühe genug gekostet, ihn bis über die Hochzeit hier fest zu halten," bemerke ber Baron; „wäre es nicht um Fritzens willen gewesen, so wäre er doch kaum geblieben. Ich bin überzeugt, er ist ihm jetzt entgegengelaufen und kommt mit Warnbeck und ihm zurückgefahren, Jochem hat schon vorsorg, ich den großen Wagen genommen."

„Er hängt sehr an Fritz," versetzte Frau von Letten.

„Und Fritz nicht minder an ihm," fügte der Baron mit einem ganz leichten Anflug von Unmut hinzu, „zuweilen will mir'» scheinen, als käme bei ihm zuerst Herr Bodmer und dann erst feine Eltern."

„Bedenke, was ihm Fritz zu danken hat, was wir ihm zu danken haben!" mahnte die Baronin-

„Das tijue ich; er wird ja auch mir sehr fehlen", gab der Baron zu. „Nur will es mich bedünken, ass verzögert Ihr ihn etwas, Du, Sophie, und auch die Mädchen; ist's nicht so, Hildegard?"

Das junge Mädchen ward bei der Anrede dunkel- rot verteidigte sich in sichtlicher Verwirrung, die Bemerkung des Vaters schien ihr sehr peinlich und ihr besonders darum zu thun zu sein, den sinnend auf sie gerichteten Blicken der Mutter sich schnell zu entziehen. Sie stand auf und sagte zu dieser gewendet: