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Erscheint täglich außer au Werktagen nach Soun- und rww» 7 -----

Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PretS bei der Erve- yjLÄfbltfd

dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg (exkl.

Dounerstag. 19. Ottober 1893.

tsber: Geld. »e e aller

-e. Meminisse juvabit. fej Un0unft ^seligen Geschicks verfolgt zulstorbe», an der Panama-Seuche oder am Boulanger-1 Gelegenheit, Ihnen Alle» auszusprechen, wie dankbar

Ein Jahrhundert ist verfloffen, seit unter dem, Troß der aeraderu wunderbare Erb-b..«aa m S?* 0eflai,$eiL ®le tran$!S 9ta = Vd) 6in' einer Feier an wohnen zu kSuneu, welche Beil der revolutionäre» Guillotine das Haupt der l jammervollem Verfalle, welche Frankreich unter ^repu-I die franxöfttoe Sonnen! bestimmt ist, die großen Ereignisse der Vergangen-

kSuiglicken Märtyrerin Marie Antoinette fiel. Da I blikanischem System zum Staunen der Welt durch-1 Hefen eil tut b?" Gedächtnis künftiger Geschlechter einzuprägen,

ist es nicht unersprießlich, eine» Blick zu werfen auf gemachßscheintes"alswaltete e?. uSta«ta X Ä Ä S Denkmal ist ein würdiger Aus.

die Entwicklung des ftanzöfischen Staatswesens seit! Republik, welcher mit mysteriösem Zauber störend in entrissen 8 H Utt0lflcf8 thatsächlich druck der Ehrfurcht, welche wir de» tapfere» Krieger» diesem grausamsten Verbrechen, dessen sich der revo-!den Prozeß ihrer inneren Politik einareiit ibrel Der' Kefcklcktatimiti«. st» o t . a|^ö1en,r bie af bem Felde der Ehre ihr Lebe» für» luttonäre Terrorismus in Fraukreich schuldig machte.! Lebensfähigkeit immer wieder von Neuem aar fehl I Jahrhunderts^ m ^afUIe ,£<ne81 ?at^, anb "Uferten. Es ist aber auch ein Ausdruck

Wir wissen heute genau, was die große Revolution!harten Proben unterwirft Mcht aenua daß in den!Urfvrnna an« w^Ltitti^T'r0«' toeI<^ Dankbarkeit für die erkämpfte Freiheit und Größe

wollte, was fie erreichte, wie fie irrte und wo fie ewigen Kämpfetber Parteien bte bX» MfteJS SmHJS fiS JSW?' D-utsch-n Reiches. Diese Dankbarkeit zu pflege»,

fehlte; wir kenue» ihre Tendenz, bewundern ihreILebenssäfte der Nation sich aufzehre» daß biJfür ein weltaefckicktlickes Vnbrecken^wle mehr zurErkenntnis der Heranwachsende»

Kraft, wir erkenne» ihre Schöpfungen an, wie wir! Republik selber viele ihrer besten Kinder'verfcklinat Däfern smnrie J! b Generationen zu bringen, ist für uns Alle eine werte

ihre Verbrechen verdamme». Es ist etwas Geheim- greift dasFatum v?n Außen zu und holt sich lick al« bkXr T* 7'^wort- und wichtige Aufgabe, ja, es ist eine Pflicht, i» uisvolles i» diesem Trauerspiel der Weltgeschichte;Itückisch seine Opfer ouS den Kreisen der Allerbesten larckifcke ®efüfir tif fJrMtti'-tf 28 °° b @ine 3 Wirke», die immer dringender wird,

-I- W d-- Obern j-»-, g-oßm 3* feie Th<!,- -»dS,dmch fe P-"2ft S.Lan'I« b«6 »Klf-ch

in den Ereignissen, die fie hervorgerufen, in den! zu den Todten geworfen, lange bevor dieselben ibrel,» erinnern I vergefle» wird, welche Vorzüge der deutschen Nation

Leidenschaften, die fie geweckt, in de» Gegensätze»,!patriotische Mission zum Heile deS LaudeS ,u er-1unalücklicke'KKniain dm Erfolgen der Jahre 1870/71 zuteil werden,

die fie geschaffen, i» dem Kampfe sozialer Probleme füllen vermochte» D« T taue Gambetta wurbjSät X < E A «ew-iht-s Vielfach wird die erlangte Macht und Größe nur

der uns heißer, denn je umtobt. jählings durch den Todhinweaaeraffta!« er X »ISS SjÄ 5, darbieten mußte, gering auf ihren wahren Wert geschätzt, weil die

Die Sansculotten, welche die unglückliche Marie l i« voller Mannesrüstigkeit die Führung seines Volkes die rübrende Verkörvernna ehSS Ss ! 3°bl derjenigen, welche die frühere Ohnmacht und Antoinette folterte» und mitSchmutz bewarfen, waren auzutr-t-n im Begriffestand uibeinaraufamg Sninh.S S5 ®»Je fl^enbe» heniffe^eit durchlebt, immer kleiner wird. Daher

sich doch bewußt, daß hier im Bilde einer tapferen Geschick hat auch Ls Ferry in dem MM S Jf ifeH ,um ? 68 ^°b«8 °«f btn B-sttz s° schätz-

hoheitsvollen Frau ihnen eine ideale Macht gegen- für immer ins Grab gebettet da derselbe kaum eist der von tonioliier 0 barer Guter hinzuweisen, und den Dank dafür, wie

überstand, dasKönigthum, welches ttotz mancher I vom 'politischen Tode auferstanden in den Augen! die Würde aebtteben «e hS iSnb | l£Ute geschehen, öffentlich zu bekunden. DaS, meine Flecken und Mängel Jahrhunderte hindurch den! von Millionen und Abermillionen seines Volkes als! dulden müssen und ift wVfft b°8 ^^wwste er-1 Freunde, find Thaten, die von dem Willen zeugen, «* S-W-.3ch, felM HM-. »«Wiukru« I-d», °,L. M2 SXwÄi'Ä- !' *?* erhallL, ja,

konnte, trotz des organifierte» Schreckens, in der! der Zukunft, welcher die Nation aus allem SßhrfalJfn fmnt Ke?n. vonjemandl sie mehr und mehr zu entwickeln, damit neben der

Nation das Gefühl emporloder», welches die Rettung u»d Ungemach der heillosen Parteizerklüftuna zu er-Ü 00 werden: wewmisstz Mvubit. Kraft die Fähigkeit, fie anzuwenden, uns die Berett-

der Königin und mit der Erhaltung des geheiligten! lösen berufen war. H 4 I IW* verleiht, jederzeit für den Bestand des Reiches

Hauptes die Rettung des königlichen Frankreich! Die VolkSmeinuvg, welche in Ferry den Mann! Deutsches Reich. I n ganzer Stärke einzustehe». Was dazu erforderlich

forderte. ES geschah nicht, die erste Republik wurde der Zukunft sah, den Mann, der Frankreichs Geschicke Aerlin 17 ntihr rinfalle in der Schule des Heeres proklamiert aber fie brachte das erhoffte goldene zum Besseren zu wenden im Stande sei, war keine am künftigen SonMaa be? 22 !> ^ta M ^^»Sen dürfen, daß nur eine

Zeitalter mcht, fie fiel dem laudergierigen Cäsar zum irrige. Sie entsprach de» hohen Fähigkeiten Ferrys aleitnna d,« V »^'b- ^s. i» Be-I feste Glieberung, ein unbedingter Gehorsam, eine

Opfer. Die zweite Republik folgte bald nach seinem der vom Pöbel in Seidenhüten als ^Freund Bis- zum sünfziaiähiiaen^MÜitöSSSm ^a © J0i"0eBun® bem Erfolge führen, der

Sturze fie wurde die Beute des epigonenhaften marcks", alsToukinese", verlästert, mtt wütendem Sachsen eintreffen ^er^SSfffhS r?"S Ä 0Wfee Aufgabe« gelingen

Neffen des großen Schlachtenlenkers. Hasse verfolgt wurde. Als Gambetta i bas G^ °°m BabnbS i7das ReübS slsD^S Mittelbar können. Nicht knechtischer Gehorsam, sondern der

Die dritte ftanzöfische Republik verdankt ihr Ent- steigen mußte, befand sich die französische Republik grobe Galatafel ftSfinTS gS SX S 0ute Wille, sich unterzuordnen, nm in großer

Sehen einer Reihe von Schicksalsschlägen, die das i» der ersten Blüte ihrer jungfräulichen Kraft, und 2 dabei al» iflnafteSSSn flonprinz Gemeinschaft wirksam zu fein, das zeichnet den

Land an den Rand des Abgrundes hingestreckt zahlreiche Säulen standen aufrecht zur Stütze beJSi Auch eine Anlabl ^0e£enD.Ibate °8, ber brtb gründliche Erziehung die

hatten. Ohne die schreckliche» Niederlagen von! republikanischen Systems Die Nation fühlte ück müh S0ieienb^r deutscher Fürsten I Ueberzeugung erlangt hat, daß die Discipli» die

Gravelütte und Sedan, welche die französische Nation von ibetlen unr^Sngen 6efed? Oef^S» von Grundlage aller Ordnung ist. Im Laufe dieses

bis auf den Tod erschöpfte», ohne die verabscheuens- Der Stern des Freistaates war im Aufstieg be- Albrecht ^ertrew» ^erSkSmM. ^^zherzog Jahres habe ich Veranlassung genommen, den Militär- würdige» Greuel der Kommune, welche sich an-!griffen. Seitdem hat die Nation das Bonlanaer-ae-S»"/»V 6c,r^a vor Kurzem zum«vereine» zu empfehle», mit Wort und That für die schickte», der staatlichen Existenz Frankreichs mittels Fieber durchwachen müssen und laborierte monatelang Fernn heißt eS^dSb aS^kolmavdSSbSS^ S SVS ?a^?c8 8tei^c8 einzustehe». Wie sehr Mord und Bra-d de» letzten Rest zu geben, wäre an der Panama - Seuche. Von jenen Säulen der ber beXS SlrwSnS Z ? ®£neraIe das befolgt würbe, war erfteulich wahrzunehmen, es Jules Favre, Gambetta unb Thiers nie und! Republik, auf welche bie Nation beim Ableben Kam-1 Gaste bes Königs von Auch heute, meine Freunbe, ermahne ich Sie zu

-immer gelungen, benFreistaateinzmichten, geschweige bettas ihre Hoffnungen setze» burfte, finb einige ge- - Bei @eIeTenbettStt @i«2tBS?ha SIei^er Thatkraft; es gilt bie vaterländische Ge- demselbe» die Bürgschaften des Bestandes zu sichern! borsten, andere völlig zu Schutt geworden. VonIdenkmals nnb heTSSSaMnS h S1»8 ^^er-1sinnung sowohl fürs Reich als für die Heimat mit Ein Äinb des nationalen Unglücks ber Geburt nach, den Palabiuen ber Republik sind viele bereits wirk t» Neckarau hielt8hS ßirifeS,bCI Kriegervereine ganzer Liebe zu bekunben unb für bie Ordnung in

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstem u. Vogler in ,

Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII.

Mofle m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. "O v »

Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

Wl'Wilitjl ZÄW

, fce, Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg «nd Kirchhain.

^Redaktion^ünd ^pedition^M«^2lS^"^ Sonntagsblatt. Redaktion und Expedittön^M^rV Ä? ®Zor6ure*

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* (Fortfevuua & ffa ... 7* .. L kT n? einem ^^tner tm Klavierspiel gesuchl Mann als Oberkellner im Nachbarstädtchm anqe-

I Es war em sehr bescheidenes Stübchen, nach habe. Ob er geneigt sei, gegen angemessene Ver-, stellt sei unb zwar beim Sternwirt Weber? rhflnn

6r wollte rasch über den Hof eilen, als er sich Idem Hof hmaus, nur mit ben nötigsten Möbeln ver-19utun9 zweimal in ber Woche mit ihr einige Stun-1Christel bie ihm von Rosel zuteil aewordene D- »n Konrad aufgehalten sah. Derselbe hatte auf sehen. Der junge Mann, ber erst seit kurzem ge- den vierhändig zu spielen. Selbstverständlich nahm mütigung nicht vergeffen konnte so intmfRerte^r

chu gewartet. Selma war nämlich etne unsrer- mietet, blickte recht melancholisch durch die Fenster- Christel das Anerbieten mit Freuden an. Auf die sich dock noch immer wr all-a L

Otlnbff2ntnie voraussichtlich erst gegen geforscht und die Antwort erhalten habe, daß e^I derselben zu gratulieret? Ja, wäre des bjunam

£ hätte mit ihm doch mcht Abend nach Hause.' tüchtiger Klavierlehrer daselbst ein gutes Aus- Franks Verlobte nicht das ältere Sternprinzeßchen

m m c.,r| Christel blickte auf schwere Zeiten zurück. Ver-1 kommen haben könne. In der That erhielt Christel!gewesen! 4 $$

Kristels Lage aber fühlten sie Mitleid, I gebens hatte er sich nach einer Lehrerstelle umge-! durch Frau Franks warme Empfehlung sofort eine | Dazu kam noch dasi Cbristel üb-r m

-nd Weber war damit einverstanden, daß man chml sehen, und da die Vorwürfe seiner Stiesmntt-i-! wenn auch ßefAeibenp arnmM^nnn irm«/ vJe* n öaH Chrrstel über bie jüngere

M einige hundert Mark die Mittel an die Hand Immer ^unb^ uimtÄrELlS'tt doch S "icht er&u.

&/l?Snbm°^ne @te a nSrthanfiÄm ? W°6 ?ch, Privatunterricht zu erteilen. Das Mtzen. Ueberglücklich verließ ber vom Schickst der^bSittÄÄ b^SteSTSS

We suchen zu können. Konrad übernahm es, I war aber em äußerst kümmerliches Brod, denn in! so hart verfolgte Christel das LeimaOtädtchen »nblben fSnf des Sterns gehörte, fleißig

Thristel davon zu verständigen. seinem Heimatsstädtchen mußte man die Schüle? so- siebte »ach&**£ tel&eS

Als er jetzt aber, nach vorausgegangener Aus-1 zusagen mit ber Laterne suchen. Nachhilfestunden! Rechtsanwalts mietete er ein bescheidenes Stübchen I nefnrnA»n n^e, bevorstehenden Verlobung

rmandersetzung, die Geldrolle in des jungen Phi^-1 erteilten die an der Stadtschule angestellten Lehrer! und schränkte sich nach Möglichkeit ein. Er bedurfte! es rnmiSSS b^, Referendar sollte es so hieß kvgen Hände gleiten lassen wollte, trat dieser hoch-!sechst, und so blieb Christel nur das Feld des!ja an und für sich nicht viel und das Bewußtsein !baden Sir L VerheiraNmg sehr eilig

vifgerichtet zurück und rief dem Ueberraschten zu:! Klavierunterrichts übrig. Da aber kam er seinem! nicht mehr die Vorwürfe feiner Stiefmutter I »i LWetI b^^ ^me nicht eben geordneten

»Behalten Sie Ihr armseliges Geld Ich bin Vater ins Sege ber aus diesen NSenverd^ zu müffen setzte ibn üb» * hoffte. Was

ft stolz, um von dm Bewohnem dieses Hauses ein angewiesen war; und als die StichnÄtn«-!« S '«ZL « ? Ehrungen hmweg. Christel bei dieser Mitteilung empfand, konnte Frau Almosen zu nehmen. Ich fühle die Kraft in mir, I Absicht merkte, begann sie erst recht zu zetern und! Bewobner dS fS« ES I.ernt rTn 60 0 fa?e mJr ^nen' ste würde ihm sonst

^>lch selbst durchs Leben zu bringen, denn in diesem | zu schreien. Hätte glücklicherweise nickt Frau | ^wohner bes Hauses^ kennen, in welchem man fern! wohl schwerlich noch weiter erzählt haben, daß sich ^»mpfe fragt man nicht danach, ob man häßlich ist! durch ihren Sohn von der hilflosen Lage des Kmltor-! ^uim> Vaa? $at* Christel verweilte erst! das jüngste Sternprinzeßchen in ausgelassenster Weife Jtt ein hübsckes Gesicht ff Sagen Sie das sohns gehört so wäre Christel^ »» L?m-r neuen Wohnung als er auf über emm früheren Freier, mit dem sie ins Gerede

Ärer kleinen Schwester, der hochmütigen Rosel!' ländere» übrig geblieben, al» zu hungern denn von faub^^ i^t-» freundlichen, ärmlich aber!der Leute gekommen, lustig mache und aller Welt .Konrads Verwunderung über die schroffe Ver- den wenigen Bissen, welche sein^SttlfmuL chm bren tolbe' eWe, wie fie ihm ben Laufpaß gegeben.

^berung seines ehemaligen Schulgenoffen war so zukommen ließ, vermochte er nicht satt zu »eiben iL ate^ftfc^X^0 /unehatte und sich Wta vermochte nur schwer feine Thränen M W -- --m -u- Erwid-«« f* M|». toe dE Mn* N^IfU

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