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sönlichen oder polüischen Gegner durch Verunglimpfung seiner intimsten Familienbeziehungeu oder Schmähung seines Geschäftsbetriebes faktisch auf die Anklagebank zu setzen. Vielmehr bestimmt der österreichische Gesetzentwurf, daß „mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 1000 Gulden bestraft werden soll, wer öffenllich über das Privatleben eines anderen eine verletzende Mitteilung macht oder verbreitet", und es soll „der Beweis der Wahrheit bei off ent lichen Beleidigungen ausgeschlossen sein, wenn es sich um Thatsacheu handelt, die lediglich das Pttvat- u»d Familienleben betreffen."
Die Tagespreffe soll ein Spiegel und Leiter der öffentlichen Meinung sein, und es giebt noch Zeitungen, welche diese hohe Aufgabe mit Ernst und Freimut zu erfüllen suchen. Es hat sich aber eine illoyale Konkurrenz aufgcthau, und die ehrliche Arbeit versucht man zu verdrängen durch modernen Jn- dustrualismus, wenn man sich kurz so ausdrücken darf. Man will rasch zu Abonnenten und Reichtum kommen, und dazu führt erfahrungsmäßig ein Zettungs- unteruehmen um so sicherer, je skrupelloser man auf die Unwissenheit, auf die Schwächen und Leidenschaften der Menschen spekuliert.
Herzog Ernst war der Ansicht, die Presse müsse insofern ihr besonderes gerichtliches Verfahren haben, daß die Rechtsprechung unter Hinzuziehung ange- scherer und ehrenwerter Journalisten erfolge. Eine solche Einrichtung würde eine weit subtilere Abwägung von Preßvergehen ermöglichen, als gegenwärtig geschehen kann. Vor Allem: sie vollzöge eine Säuberung der Presse. Hoffentlich wird ein Antrag, den verschiedene Abgeordnete im Reichstage einzubringeu beabsichtigen, um wirksameren Schutz gegen Preß-Verunglimpfungen zu schaffen, eine Revision der Preßgesetzgebung in diesem Sinne in die Wege leiten.
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stehen, daß solche vielmehr nur von einer Seite konstruiert werden, welche reils versteckt, teils offen auf Eulenburgs Entfernung hinarbeitet. Anscheinend dürfte dieser Wunsch vorläufig ein „frommet" bleiben.
— Arn 26. November tritt hier der Kongreß der Tabakarbeiter zusammen behufs Stellungnahme zum Projekt der höheren Belastung des Tabaks. Vertteter der verbündeten Regierungen und parlamentarische Vertreter solle eingeladen werden.
— Stöcker ist aus Amerika zurückgekehrt und hat im Stadtmissionssaal wieder gepredigt. — Der Herbstkongreß der Deutschen Landwirtschaftsgesellschast ist heute hier zusammengetreteu.
— Der Reichskanzler Graf v. Caprivi hat unter dem 30. Sept, von Karlsbad aus bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt gegen Maximilian Harden» den Herausgeber der „Zukunft", wegen Beleidigung in bezug auf feine Amtsthätigkeit, begangen durch die Artikel „Das Caprivi-Denkmal" in Nr. 41 und „Die Bilanz des neuen Kurses" in Nr. 45 des ersten Jahrganges. Das Vorverfahren ist bereits eingeleitet.
— Nach dem „Reichsanzeiger" beträgt die Einnahme aus der Wechselstempelsteuer vorn 1. April bis 30. Sept. 1893 4058150 M. gegen 3 901590 M. im Vorjahre
— Als eine der ersten Vorlagen wird dem Reichstage nach Berliner Berichten in der nächsten Session die Novelle zn dem Gesetz über den Unterstützungswohnsitz zugehen. Das vom 6. Juni 1870 stammende Gesetz war schon seit längerer Zeit den Landgemeinden und Gutsbezirken des Osten» ein Dorn im Auge. Besonders gegen die Bestimmung, daß der Unterstützungswohusttz erst vom 24. Lebensjahre an erworben werden kann, richteten sich die Angriffe. Mau führte aus, wie ungerecht e8 sei, daß ein junger Mann, der etwa mir 18 Jahren in eine größere Stadt einwandert und mit 24 Jahren unterstützungsbedürftig wird, seiner Heimatgemeinde zur Last fällt. Denn nach den jetzt gültigen Bestimmungen muß jemand nach zurückgelegtcm 24. Lebensjahre an einem Orte zwei Jahre zugebracht haben, um hier neuerdings unterstützungsberechtigt zu werden. Die Regierung kam den Wünschen der Konservativen in der letzten Session des vorigen Reichstags so weit entgegen, daß sie eine Novelle etnbrachte, in der der Zeitpunkt des Unterstützungsauspruchs vom 24. auf das 18. Lebensjahr herabgesetzt ist. Die Novelle beschäftigte die Kommission, gelangte ober nicht mehr an das Plenum. Vermutlich dürste fie diesmal trotz der Bedenken, die
liche Schulmeisterin werde? Versetze Dich doch nur an meine Stelle. Das Glück winkt mir von allen Seiten — soll ich es mit Füßen fortstoßen?"
Sie lachte zornig auf.
„Ach Rosel," erwiderte er, sich gleichfalls erhebend, „wenn Du so denkst, machst Du mich namenlos unglücklich. Ich kann nun einmal nicht ohne Dich leben."
Demütig blickte er aus sie nieder, und gerade das verdroß fie erst recht. Ein Mann, der ihr Liebe einflößen wollte, mußte ganz anders fein. Er durfte sich nicht von widerlichen Verhältniffen in den Staub ziehen lassen, er mußte den Mut besitzen, den Kampf um die Existenz aufzunehmen, ohne dabei auf fremder Leute Hilfe zu rechnen. Das aber that Christel, und immer mehr festigte sich in Rosel die Ueberzeugung, daß der junge Philologe auf die Unterstützung chres Vaters zähle.
Es war daher nicht günstig für ihn, als er jetzt äußerte, daß er, ehe er alle Hoffnung auf Rosel aufgäbe, noch mit Papa Weber Rücksprache nehmen wolle.
Rosel verschränkte die Arme und blickte ihn verächtlich an.
„Sprich mit ihm, so viel Du willst," äußerte ie. „Das aber sage ich Dir: eine Frau Schul- Meisterin werde ich nicht, und wenn Dir mein Vater auch tausendmal beisteht. Ja, ich mürbe mich jetzt ogar noch sehr besinnen, wenn Du als ein Doktor der Philologie um meine Hand nachsuchen wolltest, ob ich Dir Gehör schenken würde."
„Mein Gott, Rosel," rief Christel thränenseuchten Inges, „ich erkenne Dich ja gar nicht wieder! Wie lieb sprachst Du zu mir in Deinen Briesen, in welch' verlockenden Farbm maltest Du unsere Zukunst! Ich kann jeden dieser herzigen Briese aus-
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nein! Im Vertrauen auf die Schwäche seiner Leser brachte es ganz vergnügt einen Leitartikel „Der Staat im Staat", der beklagt, daß der General der Militär- gkrichtsbarkeit unterliegt und nicht dem gemeinen Recht. War etwa jene schamlose Beleidigung deS Generals im „Interesse des Ansehens der Armee" veröffentlicht worden? Sehr richtig sagen dazu die „Münchener N. Nachr.": „Das Verfahren eines Blattes, das in dieser Weise der niedrigsten Sensationslust dient, ist nicht Preßfreiheit, sondern Preß- srechheit."
Alle Berufungen auf den Takt und Anstand, welche die Presse hiervon abhalte» sollten, werde» erfolglos sei», so lange wir Blätter besitzen, welche ausschließlich auf die niederen Jnstintte der Masse spekulieren, und Journalisten, welche ihnen zu Diensten find. Letzteren geht es wie den bekannten Gigerln, welche durch ihre auffallende Kleidung, ihr läppisches Gebühren, in Ermangelung besserer Eigenschaften, die Aufmerksamkeit und Heiterkeit ihrer Mitmenschen erregen, denen fie mit ihren Narrheiten alles Andere, aber nur keinen Respekt einflößen. Nicht am wenigsten find diese Vorkommnisse darauf zurückzuführen, daß der gesetzliche Schutz des Einzelnen gegen Ehrenkränkungen durch die Presse ein ungenügender ist. Infolge dessen ist es dem Erwerbssinn und der Geschäftsroutine rücksichtsloser Zeitungsunternehmer möglich gewesen, im Konkurrenzkämpfe dann am weitesten zu kommen, wenn fie nichts unbenutzt ließen, was dem Publikum an Sensationellem und Pikantem nur geboten werden kann. ^Derartige Unternehmungen find nicht nur in allen größeren Städten Deutschlands wie Pilze aus der Erde gewachsen, sondern eine große Gesellschaft, die über ein nach Millionen zählendes Grundkapital verfügt, und deren Geschäftsführer vielfach als „Verleger" der neuen Blätter fungiere», haben seit Jahr und Tag bereits angefangen auch kleinere Otte, besonders in industriellen Gegenden, mit ihren „Generalanzeigern" zu überschwemmen.
Unter diesen Umständen scheint cs geboten, zu erwägen, ob nicht auf dem Wege der Gesetzgebung fich Handhaben gewinnen lasse», um diesem notorische» Unwesen bis zu einem gewissen Grade zu steuer». 3m Entwürfe eines österreichischen Strafgesetzbuches, n dessen Beratung man gegenwärtig noch begriffen ist, trägt man diesen Forderungen hinsichtlich des Schutzes des Privatlebens in befriedigender Weise Rechnung. Man denkt dort ebensowenig, wie in England daran, dem Wahrheitsbeweis eine so chrankenlose Ausdehnung zu geben, daß es ein taktloser Zeitungsschreiber in der Hand hat, einen per-
Derttsches Reich.
Aerkir», 16. Oktbr. Unser Kaiser nahm gestern im Jagdschloß Hubertusstock die Vorttäge des Staatssettetärs des Reichs-Marinearnts, des Chefs des Marine-Kabinets, sowie des Chefs des Ciöil-Kabinets entgegen.
— Reichskanzler Graf Caprivi ist gestern Abend von Karlsbad zurückgekehtt und hat heute Früh die Arntsgeschäste in vollem Umfange wieder übernommen. An maßgebenden Stelle» betont man, daß zwischen dem Reichskanzler und dem preußischen Ministerpräsidenten durchaus keinerlei Gegensätze be-
-e. Preß-Gigerl und Radaupresse.
Der Fall Kirchhoff - Harich wird in der Presse zum Anlaß verschiedenartiger Forderungen genommen. Die Eine» verlange», daß die Abänderuag der Bestimmung, daß ein zur Disposition gestellter Offizier im Falle eines Verstoßes gegen die Gesetze der Mili- tärgettchtsbarkeit nicht dem bürgerlichen Recht unterliegt. Die Anderen erklären Maßregeln für notwendig, welche das Hereinzerren familiärer Angelegenheiten in die Presse verhüte». Der letztere Vorschlag ist »»bedingt von größerer Dringlichkeit. DaS Ereignis, daß ein Offizier schwere gesetzwidrige Handlungen begeht, ist ebenso selten, als es leider häufig vorkommt, daß durch Veröffentlichung intimer Angelegenheiten durch unsere Radaupresse schweres Unrecht hervorgerufen wird. Demgegenüber muß immer wieder auf die schon oft betonte Unzulänglichkeit unseres Sttafgesetzbnches hingewiesen werden, welches jedem Preß - Gigerl gestattet, Vorkommnisse anS dem Privatleben jedes ehrenhaften Mannes nicht nur, sondern jeder Fran und jedes Mädchens öffentlich z» besprechen und event. durch Antrete» des sog. Wahrheitsbeweises de» Skandal noch z» vergrößern.
Herzog Ernst von Sachsen Koburg sagte einmal: „Der Journalist soll das unbedingte Recht haben, einen Minister, einen Oberpräsidenten oder meinetwegen einen Feldjäger und Exekutor als unfähig, gewissenlos, kurzsichtig, ungeeignet zu bezeichnen. Daß aber der Journalist es in die Zeitungen bringt, wenn der Sohn eines Oberpräsidenten im Klub Spiel- stuldeu macht und nach Amerika geschickt werden «uß, oder daß die Frau des Exekutors mit dem Tischler Soundso liebäugelt.... Das gehört nicht in die Presse — und das darf nicht einmal berichtet werden, auch wenn es wahr ist" — mit anderen Worten: Der Journalist muß die Wahrheit sagen, aber nicht Alles, was wahr ist.
Von Enttüstnng und Widerwillen wird man ergriffen, wenn man die Auswüchse unserer Radaupresse beobachtet. Es ist unmöglich, gleichgültig dagegen zu bleiben, weil diese Auswüchse immer größeren Anklang finden. Das Schlimmste aber ist, daß dieses Treiben im Großen und Ganzen unbehelligt bleibt — deshalb wagt es fich immer kecker auch en das Höchste und Heiligste heran. Um Belege dafür braucht man nicht verlegen zu feilt. So hätte man z. B. meinen sollen, das „Beil. Tagebl." würde sich über den Fall Kirchhoff - Hattch möglichst ausschweigen, weil es ja selbst jene schamlose Beleidigung der Generals Kirchhoff veröffentlicht hatte. Aber
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstciu u. Vogler in ■vvttttt a. <_
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AaVIH. fcQDTfl.
Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
M'.tteilung machen," fuhr Christel fort, „und da hat es denn eine recht erregte Scene gegeben. Der Alte ist ja ein herzensguter Mann, steht aber unter Dem Einfluß der Stiefmutter. Die fing dann gleich zu barmen an, sprach davon, daß fie genugsam für ihre unerwachsenen Kinder zu sorgen hätten und nicht auch noch mich ernähren könnten, ich wäre jetzt alt genug, um selbst durchs Leben zu kommen — und der Vater pflichtete ihr bei. Na, und da kannst Du Dir denken, wie entsetzlich meine gegenwärtige Sage ist."
Er hielt inne und blickte erwartungsvoll auf Rosel Diese zuckte die Achseln und meinte, wie man sich bette, so schliefe man eben.
»Ich kann mir wirklich keinen Vorwurf machen," sagte Christel zu seiner Entschuldigung. „Ich habe zu meinem Studium redlich die Zeit benutzt und mich nahezu überarbeitet. Sieh, Rosel, man kann ja doch nichts dafür, wenn man weniger Talent hat, als andere Menschen."
„Gewiß nicht," pflichtete Rosel bei, „da muß man sich aber auch hübsch bescheiden und keinen unvernünftigen hohen Flug nehmen wollen "
„Das hab' ich mir ja auch schon selbst gesagt," meinte Christel. „Hat Dir Konrad nicht meine Ab- icht mitgeteilt, Volksschullehrer werden zu wollen?"
„Dann thue es doch."
„Ja," seufzte Christel, während er innig bewegt uf die Geliebte blickte, „ich weiß ja nicht, ob es Dir recht sein würde."
„Auf mich kommt es doch nicht an."
„Gewiß, Rosel, wie wir beide mit einander ie^en — *
Die Miene de» jungen Mädchens versinsterte ich. Trotzig stand fie auf und sagte: „Du kannst doch nicht von mir verlangen, daß ich eine gewöhn
Gesicht am Fenster erschien, „wollen Sie nicht nach Dem Uebungsplatze gehen? Sie markieren beute Gioßfeuer. Mit Eintritt der Dämmerung wird alles bengalisch beleuchttt."
„I ja," gab Rosel mit einem ärgerlichen Blick auf den so bescheiden dastehenden Kantorsohn zurück, „vielleicht komme ich nach. Mit der Volksmenge ziehe ich ja doch nicht "
Sie beugte sich jetzt zum Fenster hinaus, um die in die Marktgaffe einbiegenden Kolonnen bis zuletzt verfolgen zu können. Die Volksmenge draußen hatte sich bereits verlaufen, al» Rosel endlich das Fenster schloß und sich Christel mit der kurzen Frage zuwandte:
„Run, was giebts?"
„Ach Rosel, warum bist Du denn so unfteund- lich?" sagte er seufzend. „Da habe ich gar keinen Mut, Dir mein Leid zu erzählen."
„Sei doch nicht so umständlich," versetzte die kleine Ungeduld, kokett an der Marechal Niel-Rose riechend, die sie sich angesteckt hatte.
„Könnte ich nicht ein paar Worte mit Dir unter vier Augen sprechen?" fragte Christel eindringlich.
Sie seufzte ärgerlich auf, bann bedeutete fie ihm, >r nach dem Garten zu folgen.
In derselben Jelängerjelieberlaube, in der kurz »vor zwei glücklich Liebende verweilten, ließ fich Rosel nieder. Christel setzte fich ihr gegenüber, wchte den Hut verlegen zwischen den Fingern und begann nach kurzem Räuspern:
„Konrad wird Dir wohl von meinem Mißge- chick bereits erzählt haben."
Er schielte nach ihr hinüber. Sie riß ein Blatt von Jelängerjelieber ab, rollte es zusammen und blies hinein.
„Ich mußte natürlich auch meinem Vater davon
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain. ^Redaktton^ünd Expedition^Mcn!^21.^^^ Jllnstrirtes Sonntagsblatt. * ^Redaktion und Expeditton: Markt$21.
Der gnle Ruf.
Erzählung von Oskar Höcker.
^Nachdruck verboten^ (Fortsetzung)
IV
Eine Hebung der freiwilligen Feuerwehr bildete Atürlich für die Einwohner des Städtchens einEr- kignis, weshalb denn nicht nur der Marktplatz mit Menschen dicht besetzt war, sondern auch die geöfjüeten Fenster der umstehenden Häuser die Köpfe zahlreicher Neugieriger zeigten.
Christel, der Kantorsohn, befand fich nicht in der Stimmung, dem seltenen Schauspiel beizuwohnen; gleichwohl atmete er erleichtert auf, als er an einem tet Fenster der großen Wirtsstube Rosel stehen sah. 6r trat auf fie zu und reichte ihr die Hand. Sie tot hatte nur Augen für die Feuerwehr, die jetzt Front bildete.
„Ich möchte gern ein paar Worte mit Dir Archen," begann Christel schüchtern.
„Kalhanek," rief Rosel dem am nächsten Fenster Gehenden Oberkellner zu, „heute Abend giebts viel ft thun, fast die gesamte Feuerwehr kehrt bei uns ein."
.Weiß," tönte es zurück, „der Herr Papa hat *it es bereits gesagt. Ist schon für alles gesorgt "
.Ich störe Dich doch nicht?" fragte Christel noch Nüchterner.
.Aha," rief Rosel, die kein Auge von dem Marktplatz oerroanbte, „jetzt formieren fie fich zu Aih' und Glied ... Hurra, nun kommt die Musik! Müürlich der Feuerwehrmarsch," fügte fie kops- ftckend hinzu, als die Trommeln zu raffeln und die trompeten zu schmettern begannen.
k .Fräulein Rosel," ertönte jetzt von draußen her Stimme des alten Hausknechts, dessen gutmütiges
Erscheint tagltch außer an Werktagen nach Sonn- und an .
JZ» 61A X Feiertagen, — Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe- IVtflTDllTfl«
’O dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespaltene Zeile MittttMkÜ 18 Oktllber 1893
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