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Sedarf, alle
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annovcen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in wrnr« - , Frankfurt a. M., Cassel. Magdeburg und Men; Rudolf XXVIII.
Müsse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L "X> M o
Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Parisi
Am Zerensre.
Roman von Hella Limpurg,
^Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung)
Marburg,
Sonnabend, 7. Oktober 1893
Zrrr Abwehr.
Sehr gegen unser:« Wunsch find wir wieder gezwungen, vns gegen i Angriffe d:S nationalliberalen, hiesigen ^Tageblatts", enthalte» in einem . „der Wahlaufruf der Konservativen" überschriebenen Artikel, . zu wenden.
Als von nationalWeraler Sette eine Verständigung ! über ein gemeinsames Vergehen bei den bevorstehenden I Wahlen in Anregung gebracht wurde und dieser i Schritt bei den hiesige«iKonservativen die beste Auf- uahme fand, galt als das von Leide» anerkannte Ziel, zu verhindern, daß Dr. Böckel, der hierfür zumrrstenMal auftretende antisemitische Kandidat, wch ter Vertreter unseres Kreises im Abgeordnetenhaus werde. Das war ein praktischer, den hiesigen Verhältnissen Rechnung tragender Gesichtspunkt. Wir haben bereits früher ausgeführt, daß zur Erreichung dieses Zieles Alles auf die Persönlichkeit, weniger auf die.Parteisteüung des zu uominierenden Kandidaten ««kommt. Wenn aber ein Kandidat gegenüber dem nicht zu unterschätzendem, Einfluß dss Dr. Böcke! im Kreis Aussicht auf Erfolg chat, so ist es unzweifelhaft der rasch beliebt gewordene, sich besonders auch auf dem Land allgemeiner Anerkennung erfreuende Herr Landrat. Darüber sstrd alle, dis hiesige» Verhältnisse überblickenden Personen einer Ansicht. Diese Erwägung bestimmte auch die mittsn in der Bevölkerung lebmdeu uationalliberclen Parteimitglieder auf dem Land sich von vornherein für diese Kandidatur aus- zujpreche», ehe sie noch von konservativer Sette end- giltig beschlossen und von dem Heern Landrat angenommen worden war. Glauben nun wirklich die natioLalliberalev Henn des „Tageblattes" ihrer Parteisache zu dienen, wenn sie — im Gegensatz zu ihren ^Parteifreunden auf dem Land und, wie wir wissen auch zu einem Teil, derselben in der Stadt — nicht nm eine besondere Kandidatur proklamieren, sondern auch besonders gegen den von ihren Freunden unter- ftützten Kandidaten polemisiere»? Warum vergessen sie in ihrer Polemil den gemeinsamen Gegner? Ihm sollten sie vor Allem versuchen Abbruch zu th-m, nicht aber dem Kaudidaten, der vor jenem doch auch in ihren Augen den Vorzug verdient. Daran können wir doch nicht zweifeln. i
Im ganzen Kreis hält kein Mensch den Herrn Landrat für einen dmikel» Reaktionär, der u. A. die Schule „.unter die Herrschaft der kirchlichen Hierarchie beugen" will. Davon steht.auch nicht ein Wort . in dem Wahlaufruf der Konservativen und selbst eine । wch so künstliche Auslegung kann das nicht heraus- ।
»Aber Annemarie, was ist Dir begegnet?" ^ragte er erschrocken, „Du siehst aus, als wärst Du dem Unheil begegnet."
„Das bin ich auch," nickte sie düster, „wollte rott, der Donnerkeil, welcher über uns hängt, Ärzte auf mein lebensmüder Haupt und verschonte Euch andern."
i I Morgen noch vor dem Rennen wollte sie mit Znes reden, ihr vorstellen, wie erbärmlich es fei, dm Mann zu betrügen, welcher ihr Name, Stand tob Reichtümer gegeben.
Wohl eine Stunde dauerte es, ehe Annemarie ihre Fassung wiedergewann. Als sie ihr Zimmer «erließ, um die Freifrau aufzusuchen, trat ihr Ines !chr heiter, elegant und unbefangen entgegen.
N „Ah, Frau Gräfin, Sie haben geruht? Nun, hoffentlich ist Mama nun auch besser; es thäle *it zu leid, wenn sie das Rennen nicht mitansehen ernte."
„Ich glaube, es ist besser, wir fahren alle nicht."
Verwundert sah Ines in das ttefernste Antlitz to Gräfin, welches auf sie niederblickte.
„Ah, das sehe ich nun eigentlich nicht ein, bin dich aar nicht gewillt, diesem eigentümlichen Rat l folgen."
, „Wenn Sie mich fünf Minuten anhören wollten, ■irb es Ihnen wohl klar sein, weshalb ich den- ®>en gab."
Ine» Augen sahen noch verwunberter drein, ton aber verfärbte sie sich plötzlich und trat ohne Eiderspruch in Annemaries Zimmer, welches diese toter ihr schloß.
„Ich wiederhole Ihnen, Frau von Thielen, daß ne nicht zum Wettrennen fahren werden, denn ich Mt Ihr Gespräch mit Marquis de la Tour soeben Hört und gebe Ihnen hiermit mein Ehrenwort, doch in dieser Stunde Ihrem Gatten alles über hr Verhältnis zu jenem Manne mitzuteilen, wenn w nicht da» Rennen aufgeben."
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„Nein, gab sie kalt zurück, das thut eine Frau I zum'Renne/zu^fahren°" 6e^Ü3^en' mor9en Run begannen die Vorbereitungen zu dem meines Standes nicht, doch war jener öffentliche! °"m der Tbat" lackte er b-rb „„uh1?6'11 Gartenfest, bte Ines in Atem hielten. Sie Ort für Ihre Zwecke nicht geeignet, und jeder Vor- Entschluß zu L meine Bitte fie Ve aeS Ct¥e mit ^ent Feuereifer und be-
beikommenbe hätte genau so viel gehört als ich." I hätte." ” me öebrachtl muhte sich, selbst gegen Gräfin Annemarie von der
„Erbarmen, Annemarie," flehte die Kunstreiterin, „Gehe nun, Rudolf; wie es scheint, schläft 1§in- 3hr. Lachen noch immer blaß vor Schreck, „rechnen Sie mir Mama gut, und da wird es bis morgen wieder Kj t roaro^lin än'
jene Verirrung nicht so hoch an. Es ist — er I besser sein. Auf Wiedersehen!" I »Sn 9r Zusammen-
war - der Marquis befindet sich auf der Durch- Er gehorchte dem leichten Drucke ihrer lieben I £au”e?m?ae^?ana^r?nte mxt ber
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Sie bleibe ich stets die Gräfin Rotenau. Was einer Flut von Worten, diealleb«rK nur Annemarie sah
aber jenen durchreisenden Freund anbetrifft, so mag die Erlaubnis zu jenem Gartenfest zu erlangen? lgedrucki und traurig aus.
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dessen sich Graf Rotenau vor einigen Jahren erschoß, ments treffen, damit Du keine Umstände Lst L muß wL weit ^e von hier " f **' ”* * ■ H? ?e Unterredung beendigt war, schlich Ines man nicht ein Feuerwerk abbrennen? Ach das Kummervoll küßte Frau von Thielen die weiße ziemlich herabgestimmt m chr Zimmer, und Anne- wäre so wundervoll! Bitte, lieber Rudolf, sei doch Stirne der jungen Witwe ein tiefer Atem-ua bob marre trat bleich und still an das Lager der Frei- so gut." - keuchend ibre Brufi und eXi* ffftSrÄ „7
Sn"Ä be™ 9?Uh0lf unermüdlich Wache gd Am folgenden Tage flog ein Briefchen nach H. heimnisvoll: „Bleche nur hier^ mein Kind! ver-
-- te' > an den Marquis be la Tour: I lasse mich nicht, es soll anders werden, denn ich
„Ich kann nicht kommen, liebster Freund l! Haffe sie, ich werde sie zertreten, wie ich geschworen habe." Ihr Frauenideal, Gräfin Rotenau, hat unsere Annemarie erschrak bis ins tieffie Herz; sie Zusammenkunft belauscht und mir gedroht, meinem ahnte, daß abermals ein Wahnfinnsanfall bevorstehe. Manne alles zu sagen. Einem solchen Krach „Nicht so, Mütterchen, es war schwach von mir, ledoch möchte ,ch mich nicht aussetzen und ver. daß ich nicht aushalten wollte. Wir müssen mutig zrchte daher auf das Rennen. Sonnabend komme sein und dürfen nicht vergeffen, daß das Leben kein ich nach H ... . und können wir uns in der!Kinderspiel ist."
Zrmüich mache» gilt nicht, meine Herren, damttl Geschäftsleben verharrt »och immer auf einem nicht «daß auch eutsprecheude Bestelluuqe» einaehen uud daß . ^rarttge» Schlagworten beftiedigenden Niveau. In einzelne» Zweige», 3. $. e8 ber WexunTfleHn”?? ®rlw nmr
de: Widerhall. Wird aber gar der Widerspruch! in der Texttliudustrie und der chemischen Industrie IZollkonzessionen namentlich de» Vereinigten Staate» . o“ SßH,;t*’atit,en im Abgeordnetenhaus gegen die!haben sich allerdings günstigere Ergebnisse gezeigt;!gegenüber, de» Weg dafür zu ebnen
Landgemeindeordnung von dem „Tageblatt" in das in Folge der Kohlenstrikes in England und Kank- Seit drei Zhren leidm wtt an einer UeBer- J so paV d^ doch wahrhaftig für unsere! reich wurde auch der Kohleuabsatz lebhafter; im I Produktion in der Gesetzgebung ftdaß selbst der Be- Verhaltnif.e ganz und gar nicht. Jene Landgemeinde-1 Uebrigen find aber unerfteuliche Abschlüsse vorwaltend. I rufspolittker den Erscheinungen auf diesem Gebiete 1 ?nbr?““9 ^ bekanntlich ausschließlich in den sechs! Die Landwirtschaft vollends klagt über schlechte Be-lkaum zu folge» vermag. Es ist, als ob eine lange : Bl°Ä 01 Erzeugnisse; besonders Rogge» steht aufgestaute Flut fteigeworde« wäre, und fast unab-
M wahrhaftig nicht de» Kopf zu zerbrechen, bedeutend unter dem Durchschnittspreis. sehbar ergießen sich die Wasser Früher ssand da
» iis/11 : °n Vne Gemeindeordnung, I Der deutsche Arbeitsmarkt ist im Verlauf weniger I ein Damm und wehrte dem allzüschnellen Fluß Es
was bisher im Osten gänzlich fehlte. Wenn dieselbe! Monate durch starke Erschütterungen mitgenommen I genügte, daß Fürst Bismarck nicht wollte — dann W einer Revision unterworfen werden soll, so ist worden. Die Fiuanzkrisen in Australien, der weitlblieben die feinst a-^gearbeiteten Entwürfe in de» ba$ ei» ganz anderer Vorgang als der Erlaß jener! nm fich greifende Silberkrach in den Vereinigten! Pulten — zum Wohl der Oeffentlichkeit die jetzt Gemeindeordnung für de» Osten- Es handelt sich Staate», die rusfisch-deutsche» Beziehungen äußetten vor der „Fülle der Gesetze" mehr Beklemmuna nur darum, den veränderten Zeitverhaltnissen I eine tief schädigende Wirkung auf unser Erwerbs-l empfindet, als Freude darüber daß wieder ein Fott- und den »E den alten Bestimmungen nicht mehr!lebe». Was den Zollkrieg mit Rußland angeht, so!schritt" fich vollziehe» soll. Reformen überall "Man
in Gd-klaug zu bringenden neueren Gesetzen! wird fich erst später die Größe der Verluste unserer hat das Gefühl, in einem Hause zu wohne» wo die
Rechnung zu ttage». Den Wünsche» unserer Be- Ausfuhr in vollem Umfange ermesse» lasse». Ob Reparatur» teta
volkerung wird es aber eutsprecheu, wenn die Revifiou der Zollkrieg fich hätte vermeide» laffe», das mag Schreiner, morge« ÜBermoraen
r^ei“^1^lflUII9/c?CT^Cr Gigen-1 ununtersucht bleiben. Es herrscht darüber durchaus! trägt man gar das Dach ab. Quieta non movere t^mlichkeiteu -md lieb gewordener Einrichtungen vor-«keine Uebereinstimmung der Meinungen. Man kau»!— was ruht nicht beweaen' Aber die Kck„kd n« genommen und nur da eine Aeuderung herbeigeführt im Gegenteil von durchaus loyal« Seite manch biefe“ MaffwaefeSXXt to^Ser Me «KL?
^»e ftlche durchaus notwendig ist. In anders lautendes Urteil hören, nnd bei de« eben b? als^de7°WeÄn"der Pattei?«
d.esem Sinne hat fich aber gerade der Herr Landrat gonnenen neue» Verhandlungen wird hoffentlich bald! Willen zu fein Ei» Glück nur hnfe 9 h?,AU beDber konservative» Versammlung am 29. Septbr. eine angemeffene Einigungslinie gefm.be!. 2* WM btö fum @ef^?em S d. Zs. ausgesproi^n, und er, ber täglich die Be ! Was unserer Erwerbsthätigkeit die Signatur I mehr als ein Schritt ist. 3» Regierunaskreifen iss ^^^^ndegesetzes anzuwenden bat, Igibt, das ist der fich immer mehr geltend machendelman zu der Ueberzengung gekommen daß ein Fott^ scheint zu einn Mitwirkung bei der Revision desselben Mangel an Unternehmungsgeist, als dessen Haupt- fahren in dies m Schnelltempo aüf Han el und 9°nÄ”b*8 ®eÄ?- f _ gründ Ueberproduftio« in der Gesetzgebung und im Wandel schädigend wirken muß. Sonst würde die
Wir brechen ab unserer Entgegnung, um nicht I Anschluß daran eine gewisse Unbeständigkeit in der I Nordd Alla Zia " nickt soeben i„ ibr-,, iShnn«.
'»dm.von unsgerügtm Fehler z« verfallen und Leitung unserer wirtschaftlichen Angelegenheiten £ S Ätt
heaa ^ur to e toJ den Stolz! Mangel an bestimmten, feste» Grundsätzen, auf deren! „Bitte um Schonzeit" ausspricht
des „Tageblatts darüber, daß der aus der national- Befolgung hin man sich einrichttn könnte, on-„s-ben !__________ P '
liberale» Partei hervorgegangene Minister der Vater ist. Das bekannte Wort „Alles fließt" trifft i»| ‘
ber besonders von den Konservativen unterstützten mancher Beziehung auf unsere Verhältnisse zu. Dieser! Deutsches Reich.
Steuerreform ist, voll verstehe»; wenn sich das Blatt I Zustand hochgradig gestttgetter Nervosität muß bald! 28 et litt 5 Oktbr Ueber den Taa der Rück- aber gerade hierauf in einem Artikel bezieht, welcher ein Ende nehme». In Italien und England pflegen reife des Kaisers von »LSS „«a k, '
Me Untersch-ift lenes Ministers trug. , d^em Die Befolgung dieses Brauches wäre vou Preußen ist gcher» Abend aus Keruhof i« Wim
—— - - ---------I auch bei uns wünschenswert — namentl.ch im gegen-1 eingetroffen.
-e. Neoerproomtlon m der wärttge« Zeitpunkt, weil es bis zur Etatsverhand- - Ueber das Befinden des Fürüe« Gesetzgebung. k» krr 9iei?,Sf“n/er W Auf- Bismarck bringt das „B. T." folgende Nachttcht,
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