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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Drvck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei in Marburgs Verantwortlicher Redakteur: I. V.: Wilhelm Sell in Marburgs

Redaktion und Expedition: Markt 21. Redaktion und Expedition: Markt LU

M 211.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertageru Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (rxkl. Bestellgelds JnserationSgcbühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Freitag, 8. September 1893.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annorcen-Bureaux von Haascnstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Beilin, München u. Köln; G. Li Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, PariSi

XXVIII. Jahrg.

Trinksprüche des Kaisers in Metz.

Der Trirk'pruch, welchen der Kaiser bei der Fest täfel für die Zivilbehörden in Metz am Dienstag ausbrachte, lautet:Mein heutiger Trinkspruch gilt den Reichslauden und von den Reichslanden den Lothringern. Meinen wärmsten und herzlichsten Tauk sage 3ch den Lothringern für die warme und freund­liche Aufnahme, die fie Mir gewährt haben. Rauschender Jubel, freudige Gesichter, freudig bewegte Worte fiud M'r entgegen gebracht und zu herzlichem Danke verpflichte» Mich dieselben. Ich sehe aus den Ovationen, aus der Festesstimmung der Be­völkerung von Metz sowohl, wie auch aus der der Landbevölkerung, die Bestätigung, daß Lothringen sich wohl im Reiche fühlt. Vor dtn Augen der hiesigen Einwohner zieht ein Stück der deutschen Größe, der deutschen Einheit, vorbei. Das Haupt des Reiches und mit ihm vereint in Freundschaft und festem Bunde hohe durchlanchte Verwandte, Vettern und Regenten deutscher Länder. Mit Genugthuung ersehe Ich, daß Loth­ringen daS Verständnis für des Reiches Größe und für seine Stellung in dem Reiche gewonnen. Wir Lothringer sind loyal, durch und durch konservativ und erstirben, im Frieden unsere Arbeit zu thun, unser Feld zu bauen und ungestört zu genießen, was wir verdient haben. So klang eS mir beim Empfange in Kürzel entgegen. Nun, meine Herren, um Ihnen dies zu er­möglichen und Ihnen einen Beweis davon zu geben, daß es Mir am Herzm liegt, Ihre Gedanken kennen zu lernen, habe Ich Mir ein Heim unter Ihne» ge­gründet und wohl fühle Ich Mich unter Meinen Nachbarn in Urville. Sie wögen daraus die Ver­sicherung entnehmen, daß Sie ungesiört Ihre Wege gehen und Ihren Erwerbszweigen nachhängen können. Das geeinte Deutsche Reich sichert Ihnen den Frieden, Md deutsch sind Sie und werden Sie bleiben, dazu helfe UnS Gott und Unser deutsches Schwert. Ich trinke auf das Wohl der deutschen Reichslande, und der treuen Lothringer. Sie leben Hoch! und noch­mals Hoch! und zum dritten Male Hoch!" Der Statthalter Fürst Hohenlohe antwortete mit einem Hoch auf den Kaiser. Ter Trinkspruch, welchen der Kaiser am Montag bei der Par ade täfel im All­gemeinen Militärkasino in Metz ousbrachte, hat folgenden Wortlaut:Der gestrige Tag Meine Herren Generale, führte uns mit dem größten Teile Ihres Korps zunächst zu der ernsten Stunde des Feld- gottesdievstes, in welchem wir unseren Dank dem Lenker der Schlachten aussprachen, daß Er uns bis hierher geführt; den Dank, daß Er uns geholfen

Am Nettttste.

Roman von Hella ßimpurg.

(Nachdruck verboten.!

(Fortsetzung)

So, und ist das in Deinen Augen nichts, er­bärmliches Geschöpf, daß Du jenen Mann bethörtest und seinen Ring nahmst? Ich weiß es gar wohl, wie Tu ihn gleich das erste Mal in Kokettieren ein­hülltest, und heute ist Deine That gelungen: er nennt Dich seine Braut."

Nein," fuhr das Mädchen in die Höhe,ich wollte nicht sein Weib sein, nur getändelt habe ich mit ihm wie mit allen Männern, die mir begegneten kann ich dafür, wenn Herr von Thielen sein Herz an mich verlor?"

Die letzten Worte voll frivolsten Uebermutes schienen die große Frau aufs Aeußerste zu erregen; sie schüttelte zornbebend die Faust dicht vor Ines Und zischte halblaut, unheimlich:Hüte Dich, Du Schlange! Sprich nicht weiter, wenn Dein Leben Dir lieb ist ich bin seine Mutter!"

Jetzt prallte Fräulein de Felderop zurück vor der Freifrau; der Ausdruck des großen, blassen Ge­sichtes, die lodernden Augen und die drohenden Falten auf der Stirn flößten ihr eiskaltes Entsetzen ein, und plötzlich sank sie jammernd zu Boden.

Erbarmen, Erbarmen, gnädige Frau! Töten Sie mich nicht; ich bin unschuldig an Rudolfs Liebe."

Unschuldig," wiederholte Frau von Thielen starr, ,,id) hätte gedacht, mein Fräulein, Sie würden mir gegenüber doch nicht diese Falschheit festhalten. Oder sollten Sie nicht seit Wochen darauf hinge- aibeitet haben, Rudolf zu gewinnen?"

Er gefiel mir, und es machte mir Spaß, ihn »m den Finger zu wickeln"

Und heute werden Sie nicht eher vom Hexen-

und diests schöne Stück Erde, dereiust Deutschland gehörig, dem deutschen Reiche wieder eivverleibt hat. Sodann zogen wir hin zu dem Derkmal Kaiser Wilhelms. Die ernsten Blicke der Mannschaften zeigten, wie tief ergriffen fie von dem Momente wäre»: vor uns die alten Höhen mit ihren Vesten gen Himmel ragend und ringsherum ein blutgedüugter historischer Boten. Am heutigen Tage hat das XVI. Armeekorps seinen Ehrentag gefeiert, indem es auf die eifrige, unermüdliche Friedens­arbeit in der Parade seine Krone setzte. Ich wünsche Ihnen, Mein lieber Graf Häseler, Glück zu dem heutigen Tage und danke Ihnen und dem gesamten Armeekorps für den hingebenden Eifer und Fleiß, den Sie daran gewandt haben, um zu dem schönen Ergebnisse zu komme». Sie habe» die Ehre gehabt, nicht nur Meine Zusriedenhcit sich zu erwerben; das Korps hat vor den Augen durchlauchtigster Vetter» von Mir vorbeidefilieren dürfe», darunter zwei Heer­führer, denen es vergönnt war, unter dem Oberbe­fehle Meines hochseligen Herrn Großvaters den Feld Marschallstab vor dem Feinde sich zu erwerben, das Herrlichste, was einem Soldaten blühen kann. Indem Ich für die erfolgreiche Arbeit dem Korps Meine vollste Anerkennung und Meinen Kaiserlichen Dank ausspreche, ergreife Ich zu gleicher Zeit die Gelegen­heit, dem Korps Meine besondere Zuftiedenheit zu erkennen zu geben, und' um auch unter den Lothringern ein Regiment zu haben, welches in unmittelbarer Verbindung mit Meiner Person steht, erkläre Ich Mich hiermit zum Chef des allerjüngsteu Regiments Meiner Armee, des 145., welches am heutigen Tage besonders gut bestanden hat. Sie mögen daraus eikenuen, daß das XVI. Korps, welches die Ehre hat, die Wacht an der Grenze der Marken zu halten, Meinem Herzen nicht weiter steht, wie jedes andere. Ich erheLe Mein Glas und trinke auf das Wohl des Kommandierenden und der sämtliche» Truppen des XVI. Armeekorps. Hurrah! nochmals Hurrah! zum dritten Male Hurrah!" Graf Häseler dankte mit einem Hoch auf den Kaiser.

Die Regelung des Lehrlingswesens im Handwerk.

Mit dem Verfall des Handwerks hat auch die Qualität der Gesellen und Lehrlinge finke» müssen. Das Handwerk selbst heben, heißt also gleichzeitig auch, dessen Nachwuchs auf eine höhere Stufe bringen. Ist erst das Kleingewerbe wieder lebensfähig und steht es wie früher achturggebieteud da, so werden

see fortkommen, ehe Sie mir nicht geschworen haben, meinen Sohn nicht mehr wiederzusehen."

Die erste, lähmende Furcht vor der strengen Frau war in dem leichtblütigen Geschöpf verschwun­den und hatte unbezähmtem Trotz Platz gemacht Bei der peremptorischen Forderung der Freifrau er­wachten alle bösen Geister in ihr, sie kreuzte die Arme über der Brust und schaute fie höhnisch mit funkelnden Augen an.

Haha, und wenn ich es nicht thue, wenn ich kraft dieses Ringes mich als Rudolfs Braut betrachte, was wollen Sie dann thun, gnädige Frau?"

Ich erwürge Dich mit diesen meinen Händen!"

Langsam, schauerlich kamen diese Worte heraus, fie ertönten klar und deutlich durch die stille Luft, und Ines erschrak davor bis ins innerste Herz. Aber sie wollte cs nicht eingestehen, sie wollte nicht weichen vor dieser stolzen Frau, und wenn auch die Zähne ihr im Fieberfrost zusammenschlugen, so schrie sie doch gellend auf:Also eine Mörderin will die Freifrau von Thielen werden, und nur aus Eifersucht, weil ihr Cohn ein anderes Weib mehr liebt als seine Mutter? Wie groß und edel find doch diese Motive! Haha!"

Aber Frau von Thielen» schneidende Stimme unterbrach genau so kalt und ausdruckslos wie vor­hin da» boshafte Lachen der Spanierin.

Wenn Rudolfs Wahl auf eine Frau gefallen wäre, die ihm ebenbürtig an Familie und Edelsinn gewesen, so hätte sich mein Mutterherz wohl drein zu schicken gewußt. Die Abenteuerin jedoch, welche ihn, den ernsten, vornehmen Mann umgarnt ich hasse sie wie das giftige Reptil am Boden, und ich weide fie zertreten und vernichten wie jenes."

ZUnb woher wissen Sie, gnädige Frau, daß ich

auch solche Bevölkerungskreise ihm wieder ihre Söhne zuführen, die jetzt bedauerlicherweise in dem Eintreten in die Beamtevlaufbahn oder in die kaufmännische Saniere das beste Fortkommen der Ihrigen crblicken. Nicht in der mangelhafte» Ausbildung an sich, son­dern mehr noch an der gesunkenen Qualität der jungen Leute, auf die das Handwerk für seine Lehr­linge seit längerer Zeit angewiesen war, liegt die Ursache des schlechte» Zustandes des Handwerker- Nachwuchses.

Der Mangel nicht nur an geeigneten sondern an Lehrlingen überhaupt hat aber auch noch dazu ge­führt, daß die Lehrlingszucht von Seiten der Meister lauer und immer lauer gehandhabt worden ist, und daß die Autorität der Lehrherren im Allgemeinen arg gelitten hat. Das Weglaufeu der Lehrlinge ge­hört, auch bei dem Bestände wunderschöner Lehr­verträge, durchaus nicht zu den Seltenheiten; denn immer finden sich wieder andere Lehrmeister, die jene Kontraktbrüchigen aufnehmen. Das diese Mißstände verschwinden würden, wenn die ministeriellen Vor­schläge für die Regelung des Lehrlings wesens ver- wi k-icht werden sollten, möchten wir bezweifeln; dazu sind die vorgeschlageneu Maßregeln viel zu wenig energisch.

Was zunächst die Ausbildung der Handwerks­lehrlinge betrifft, so ist unseres Erachtens die Be­fugnis zum Halten von Lehrlingen nur solchen Per­sonen zu erteilen, die den regelrechten Befähigungs­nachweis als tüchtige Handwerksmeister erbracht haben. DieErfahrung", die sich irgend ein findiger Mann bei dem dreijährigenselbständigen" Betriebe eines Handwerks angeeignet hat, kann die in der regel­rechten Lehrlings- und Gesellenzeit erworbene Er­fahrung niemals ersetzen. Ebensowenig sindFort­bildungsschulen" geeignet, tüchtige Hilfskräfte für Handwerker zu erziehen. Die natürliche Schule für die Lehrlinge ist die Werkstatt und der geeignetste Lehrer derselben ist der tüchtige Meister, unterstützt von einer geschulten Gesellenschaft. Wir leugnen nicht, daß auch Fortbildungsschulen gutes wirke» können; allein, wir sind der Ansicht, daß diese In­stitute, wie cs schon in dem Name» liegt, mehr für strebsame Gesellen oder für Heinere Meister, die sich über die Fortschritte in ihrem Gewerbe unterrichten wollen, als für unausgebildete Lehrlinge Berechtigung haben.

Tie Fortbildungsschulen für Lehrlinge, wie sie jetzt bestehen, find thatsächlich nichts als Elementar­kurse, und derVorwärts" (Nr. 207) hat nicht so unrecht, wenn er schreibt, sie seiendas Eingeständnis,

daß die Volksschule ihren Zweck nicht erfülle, und daß der Versuch gemacht werden müsse, de» jungen Leuten das noch beizubringen, was sie in der Volks­schule hätten lernen sollen." Ist also der Hand­werksmeister erst in der Lage, bei der Einstellung neuer Lehrlinge wählerischer zu sein, vermag er die Annahme eines Lehrlings von der Bedingung einer guten Volksschulbildung abhängig zu mache», dann wird der Besuch einerFortbildungsschule" von selbst entbehrlich werden.

Taß eine Regelung deS Lehrlingswesens dringend nölig sei, wird garnicht bezweifelt werden können. Die beste Instanz dafür aber ist die Innung, oder wenn man diesen Namen nicht will, die nach dem Muster der Innung eingerichteteFachgenossenschast." Die Festsetzung der Lehrzeit wie die der Anzahl der Lehrlinge halten auch wir für notwendig; allein nur die engbegrenzte Innung oder Fachgenossenschast wird in dieser Beziehung das für ihren Bezirk Richtige zu treffen vermögen.

Mit der Regelung der Ausbildung der Lehrlinge ist es aber allein nicht gethan; auch die Zucht der Lehrlinge erfordert besondere Maßregeln; gerade die Zucht der jungen Leute hat ungemein gelitten und es ist hohe Zeit, hier Wandel zu schaffen. Allein eben deshalb ist es geboten, das Lehrlingsweseu in die Hand der Innungen zu legen. Man wftd darauf halten müssen, daß die Lehrlinge wieder mehr alS heute in den Meisterfamilien Aufnahme finden; die liberalerseits empfohlenen Sonvtagsabeud - Unter­haltungen ersetzen die Familie nicht, sondern sind weit eher geeignet, den Familienzusammenhalt da, wo er »och besteht, zu zerstören. Vor allen Dingen aber wird die Autorität der Meister und der ältere« Gesellen gehoben werden müssen.

Den Abschluß der Lehrzeit bildet naturgemäß die Gefeller Prüfung. Soll dieselbe überhaupt einen praktischen Zweck habe», so muß sie obligatorisch, und so müssen wie mit jeder anderen Prüfung greifbare Vorteile für die Zukunft mit ihr verknüpft sein. Mit der fakultativen Gesellen-Prüfung hat man dort, wo sie besteht beispielsweise in der Schweiz und in Württemberg nicht sonderlich gute Erfahrungen gemacht; sie wird als dekoratives Schaustück betrachtet, darum vermindern sich auch die steiwilligen Prüflinge von Jahr zu Jahr. Weshalb man also bei uns derartige Einrichtungen einführen möchte, ist uns nicht recht verständlich, und wir möchten da wieder denVorwärts" (Nr. 197) zitieren:Während Jedermann, so heißt es in dem sozialdemokratischen Zentralorgan hat er nur Geld im Beutel, Meister

eine Abenteuerin bin?" schrie Ines außer sich vor Wut,beweisen Sie es, oder *

Aber noch im selben Atemzuge stieß sie einen schrillen Schrei aus, die Finger ihrer Gegnerin klammerten sich fest an ihrer Kehle; sie rang nach Atem, es dunkelte vor ihren Augen, und sie meinte, der Tod sei herbeigekommen.

Elendes Geschöpf," sprach Frau von Thielen, leise, ausdrucksvoll, und der Wahnsinn schimmerte im Mondenschein aus ihrem sonst ausdruckslosen Gesicht,hätte ich darum meinen Sohn geboren, erzogen und behütet Jahr um Jahr, damit er in den Armen eines Wesens untergeht, das nicht wert ist, ihm das Wasser zu reichen? Nein, sage ich Dir; schwöre, daß Du ihm entsagst oder es ist aus mit Dir "

Lassen Sie mich los," stöhnte Ines, halb verzweifelt,ich will alles thun, was Sie wünschen nur lassen Sie mich frei"

Mit einem an Ekel grenzenden Empfinden ließ die Freifrau das schöne Mädchen los, doch kaum fühlte sich letztere frei, als fie wutschäumend beiseite sprang.Ich schwöre nicht," kreischte sie außer sich, und nun gerade soll er mein sein! Ich werde ihn suchen und finden und ihn mit diesem Ringe an sein Wort mahnen. Das schwöre ich Ihnen, weil Sie einen Schwur von mir forderten."

Grausam, höhnend klang ihr gellende» Lachen, tiefer sanken die Schatten des Wahnsinn» über die Dame, keuchend flog fie hinter Ines drein, jetzt erfaßte fie deren wehendes, mattblaues Gewand, ein Ruck, und die Spanierin lag bewußtlos ihr zu Füßen.

Fort mit ihr," flüsterte die Irrsinnige,sie hat den Tod verdient, denn wer mein Kind zu lieben

wagt, den verfluche ich; fahre hin zur Hölle in den Hexenfee!"

Und sie stieß mit dem Fuße nach der halb Ohnmächtigen, der Körper kam in» Fallen wie­der knisterten die Zweige, raschelten die Blätter, und Frau von Thielen floh wie verfolgt von Furien und Erinnyen.

Im See, im Hcxensee liegt sie," flüsterte sie mit trocknen Lippen vor sich hin,und ich bin eine Mörderin Aber nur fort, daß die Geister nicht kommen es ist gut so! Mein armer Ru­dolf ist frei!"

In ihren Schläfen brannte es wie Feuer, der Herzschlag stockte, die zitternden Füße drohten den Dienst zu versagen, und fie lehnte halb ohnmächtig an einer abseits stehenden Eiche; mit fieberhafter Spannung lauschte sie zurück, doch es blieb still, totenstill, und sie keuchte, beide Fäuste vor die Stirn pressend und leise, wahnwitzig lachend:Es ist ge­schehen sie liegt drunten, die bunte Schlange mit den Feueraugen tief drunten im See, und die Geister tanzen um sie her es ist ja ein neues Mitglied zu ihnen gekommen. Sie müssen es feierlich empfangenI Haha und diese Hände haben e» hinuntergestoßen! Aber still, man steht ja keine Flecken! Niemand soll e» erfahren, ich will die Schuld mit mit tragen bis ins Grab, denn er wird nun wieder glücklich. Rudolf, o mein Kind, was thut Deine Mutter nicht für Dich I Nein, nein, er darf nur mich lieben, nur mich allein und nie- mand sonst die andern find falsch. Aber fort nach Hause sie kommen ich höre die Weiden rauschen und die Erlen winken fort! Dort flieggt es durch die Lust!"

Und die Wahnsinnige flog in Sturmeseile da­hin, bis fie endlich im Schlosse und in ihrem