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auferlegt wird. Wie hat Sie alle Phasen des

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giments verfolgt! Ich erinnere vor Allem an den

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Tag des AuSmarfches, als Sie das Regiment feuchten Augen mit Ihrem Segen entließ und

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Und wie ernst auffaßte, das Augenblicke, wo war, iu Ihrer dieses Saales

und militärisch Sie Ihre Pflichten bewiesen namentlich die herrlichen es dm jungen Rekruten vergönnt Gegenwart in dem Treppenhause vor ihren Fahnm, einmal sogar

dem Kaiser Wilhelm persönlich, den Eid zu schwören. Einen wie hohen Wert Ihre Majestät auf diesen Eid legte, bekundete Sie dadurch, daß Sie Mir per­sönlich sagte, man könne dem jungen Soldaten nie früh genug die ganze Schwere seiner Verantwortung klar machen und die Größe seiner Pflicht, die ihm

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Hüsermanöver hatte. Der Kaiser Wilhelm nahm die Parade ab, Ihre Majestät die Kaiserin Augusta führte Ihr Regiment vorbei; Mein Vater und Feld- marschall Graf Moltke waren unter den Zuschauern. Seitdem find alle diese hohen Persönlichkeiten dahin­gegangen und mit der Würde der Krone ist zu gleicher Zeit der Feldherrnstab über das preußische Heer, über die deutsche Armee in Meine Hände überge- gavgm. Am heutigen Tage spreche Ich Ihnen von ganzem Herzen Meine volle Befriedigung und Meinen Königlichen Dank aus für die Art und Weise, wie Sie Mein VIIL Korps aukgebildet haben. Sie haben eS verstanden, der alten preußischen Tradition entsprechend, einer Tradition, die auf jahrhunderte­langen Traditio»« beruht, dem Lobe, welches Mein Hochseliger Herr Großvater Seinem Korps spendete gerecht zu werden und das Korps auf der Höhe zu erhaltm, wie es Ihre Monarchen von Ihnen er­wart«. Ich spreche den Glückwunsch für den heutigen Tag au Sie und das gesamte Korps von einer Stelle, wo schon so manches Wort zu Ihnen ge­sprochen wurde. Sind Wir doch in dem Hause, in dem vor Seinem Regierungsantritt in ernster, hin­gehender, stiller Arbeit Kaiser Wilhelm Seine Pläne schmiedete und Seine Vorbereitungen traf, um die preußische Armee zu dem Instrument zu schaffen, das dereinst im Verbände mit den deutschen Brüdern Unser Reich einigen und herzlich wiederherftellen sollte. Und zu Ihnen, Meine Herren vom Königin Augusta- Regiment, spreche Ich hier Worte des Abschiedes. Sie scheide« von der Stelle, wo das Regiment 33 Jahre lang gestand« hat, in herzlicher und inniger Bereinigung mit der Bürgerschaft, ausgewachsen und entwickelt unter den Augen eines Chefs, der, wie es beffer kaum möglich ist, für Sein Regiment gesorgt hat. Die Ang« der Höchstseligeu Kaiserin haben auf dem Regiment geruht zu jeder Stunde und die ernste Friedensarbeit, sowie die Lorbeeren, die Sie nm Ihre Fahn« geschlungen, haben stets die Krönung gefunden in der Gnade des Chefs zu Seinem Regiment. Wer von Ihnen noch daran teilgenommen hat, der entfinnt fich mit dankbarem Herzen sein ganzes Leben hindurch der schönen Momente, die die Kaiserin Ihrem Regiment allezeit zu bereiten wußte.

Offizieren zurief, daß, was auch komm« möge, fie sich stets als Söhne ihrer Mutter fühlen und führen möchten. Und als das Regiment am Abend des blutigen Tages von St. Privat nach schwer er­kämpft« Siege zu drei Vierteln seiner Offiziere auf dem Schlachtfelde lass« mußte, erging von den Uebrigbleibcnden, zugleich im Geiste der im Kampfe Dahingesunkenen, an Ihre Majestät die Meldung, fie wäre» ihrem Schwur und ihrem Versprechen als Söhne ihrer Mutter treu geblieben und hätten ihre Pflicht gethan. Nun, meine Herren, Sie scheiden von hier! Möge das Andenken an Ihren hohen Chef stets dem Regiment ein Ansporn sein, auf der Höhe seiner Thatkrast zu bleiben. Wir alle aber rufen Ihn« hier aus dem Korps ein Lebewohl zu zu, und Ich rufe Ihnen aus Ihrer neuen Heimat ein Willkommen zu. Mögen Sie fich auf dem mär­kischen Boden heimisch fühlen und dieselbe Thatkrast entwickeln, wie Sie fie hier mtwickelt haben. Ich bin der festen Ueberzeugung, Mein lieber Los, daß, obwohl von den hohen Herr«, vor denen Sie vor neun Jahren daS Korps kommandierten, Niemand mehr unter uns weilt, diese doch im Geist auch am heutigen Taxe bei uns war« und zufrieden gewesen find, wie Ich es mtt dem VIII. Armeekorps bin. Ich ttinke auf daS Wohl des Korps. Hurrah! Nochmals Hurrah! Zum dritt«mal Hurrah!"

un­ser

Kaisertage im Westen.

Der Empfang des Kaisers in Metz von Seiten der Bevölkemng ist nach übereiustimmeuden Berichten ein denkbar herzlicher gewesen; auch in der Nähe deS kaiserlichen Gutes Urville hatten fich Tausende von Landleuten eingefuuden, die dm Monarchen sympathisch begrüßten. Besondere Beachtung hab« die Worte

:r kurii ben. ; Volbed Dau!

gefunden, welche der Kaiser auf die Begrüßung des Bürgermeisters Halm von Metz erwiderte, und worin er äußerte, Metz und sein Armeekorps sei ein Eckpfeiler n der militärisch« Macht Deutschlands, dazu be­stimmt, den Frieden Deutschlands, ja ganz Europas, ressen Erhaltung sein fester Wille sei, zu schützen. Am Montag fand die Parade deS Metzer Armee­korps statt, welche bei prächttgem Wetter glänzend verlief. Der König von Sachsen, der Kronprinz von Italien und die kaiserlich« Gäste nahm« daran teil. Nach beendeter Parade kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahuenkompagnie, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt, nach Metz zurück, woselbst im Be­zirks Präsidium eine Frühstücks täfel abgehalteu wurde. Nachmittags besuchte der Kaiser Fort AlveuSlebeu. Abends 6 Uhr war im Allgemeinen Militärkasino das herkömmliche Paradediuer, woran sich ein großer Zapfenstreich auf dem Kaiser-WUHelmsplatz anschloß. Abends fuhr der Kaiser nach seinem Schlosse Urville. Während der nächsten Tage wird der Monarch den Manöver» um Metz beiwohnen. Die Kaiserin Auguste Viktoria ist am Montag Vormsttag von Koblenz in Köln eingettoffm, und von den Spitzen der Militär- uud Zivilbehörden feierlich empfangen. Die Kaiserin besichtigte d« Dom, wo sie vom Kardinal-Erzbischof Dr. Krementz empfangen wurde, eingehend und besuchte dann noch die GereonSkirche, sowie andere Sehenswürdigkeiten. Alsdann empfing die Kaiserin verschiedene Deputattouen, besuchte noch Wohlthätigkeitsaustalt« und setzte hierauf die Weiter­reise zu ihr« Kindern nach Wilhelmshöhe bei Caffel fort, wo Abends die Ankunft erfolgte. Die Kaiserin wurde allenthalben von der Bevölkemng begeistert begrüßt. Bei der Galatafel in Koblenz hat der Kaiser, wie nachträglich mitgeteilt wird, folgenden Trinkspruch ausgebracht:Se. Majestät der König von Italien haben in alter Waffenbrüderschaft die Gnade gehabt, sein« Sohn, Se. königliche Hoheit den Kronprinz« von Jtalim zu uns zu senden, damit er einige Zeit unter uns weile. Indem ich meine lebhafte Freude hierüber, sowie mein« innigsten Dank ausspreche, trinke ich auf das Wohl Sr. Majestät des Königs von Italien, Se. königl. Hoheit des Kronprinzen und der un» befteundeten italienischen Armee. Hurrah! Hurrah! Hurrah 1" Der Kron­prinz dankte für die fr«ndlichen Worten und für die liebenswürdigen Auszeichnungen, mit d«« er empfangen sei. Er trank auf daS Wohl des Kaisers, der Kaiserin, der kaiserlichen Familie uud der Armee.

mehr.

Das Gut ward verkauft, Herr von Thielen tauschte N«mdorf ein, und bereits nach einigen Wochen hatten fich alle sehr .behaglich eingelebt. Eines Morgens, als die Freifrau allein in ben Park

Deutsches Reich.

W. Berkin, 5. Septbr. Jnbetreff der Be­ratungen der Reichskommission für die Reform des Börsenwesens verlautet, daß in dies« Tag« eine Subkommisfio« zusammentreten wird, üesteheud aus dem Vorsitzenden Dr. Koch, dem Geh. Ober-Reg.-Rat Dr. Hoffmann vom Reichs-Justizamt uud deu Refereute«, welche fich mit dem bereits ausgearbeitet« Generalbericht für deu Reichskanzler beschäftigen, beziehungsweise etwaige redaktionelle ileuderuug« vornehmen soll. Nachdem dies gescheh«, öll die Gesamtkommisflon erst noch zur mdgiltig« G«ehmignug des Generalberichts zusammenberufe« werden. Die in die Welt gesetzte Behauptung, eS sei in Sachen deS Xantener Knabenmords eine ueue Untersuchung gegen Buschoff eingelettet Word«, wird von maßgeb«der Seite entschieden be­stritten. ES seien allerdings zwei Berliner Kriminal- Kommiffarien nach Xanten abgesandt Word«, die jedoch nur die Aufgabe hätten, an der Hand v« hervorgetreteuer Momente Erhebung« avzustell«, um den Mörder zu eutdecken. Buschoff habe die Sache nicht das Mindeste zu thuu. Heber den Aufenthalt der in Kiel unter dem Verdacht der Spionage verhafteten beide» Franzose» in Wilhelms- hav« find in den letzt« Tagen noch einige recht bemerkenswerte Einzelheit« bekannt gewordm. I« Begleitung der Franzosen befand fich während ihres dreitägig« dortigen Aufenthalts, der sonderbarer Weise g«au mit dem drei Tage während« Schützen­fest zusammenfiel, welches die Aufmerksamkeit der Polizei in hohem Maße in Anspruch nimmt, eine ältere, vornehm gekleidete Dame, welche französisch mit ihren Begleite« sprach. Da die Dame in Kiel nicht mehr gesehen wurde, vermutet man, daß fie die bis dahin gemachten Aufzeichnung« an sich ge­nommen und sich damtt auf dem schnellsten Wege nach Frankreich zurückbegeben habe. In den letzten Tagen find aus Paris mehrfach Gerüchte über dm Abschluß einer n«en großen russischen An­leihe nach Berlin gelangt, es scheint jedoch, so schreibt dieN. A. Z.", daß dieselben jeder Be­gründung entbehren; fie find wahrscheinlicher Weffe darauf zurückzuführen, daß bet einer vorausfichtlich demnächst erfolgenden Kündigung der russischen 6prozenttgen Goldrente vom Jahre 1883 den Be­sitzern der Umtausch in niedriger verzinsliche Werte fteigestellt werden dürfte. Eine Mitwirkung des Berliner Platzes ist aber auch bei dieser Umtausch- Operation in keiner Form in Aussicht genommen.

ein« unheimlich« Eindruck."

»Bist Du einem Gespenste begegnet?" fragte bie Freifrau eintönig, während sie Thee eingoß.

Am Herensee. .

Roman von Hella Limpurg

(Nachdruck verboten, j (Fortsetzung)

Ueber Rudolfs Gesicht glitt es wie ein leises Aufstrahlen; die Freifrau beobachtete jede Miene, doch ohne daß er es merfte. Er war ein stattlicher Mann mit ernstem Auge, regelmäßigen Zügen und üegantem Benehmen, dem sein dunkelblonder Voll­bart sehr gut stand.

Ich habe soeben einen Spaziergang nach jenem spukhaft« See gemacht," lächette er, sich zur Mutter «endend,unb allerdings macht derselbe entschieden

Eine Kaiserrede.

TerReichsanzeiger" veröffentlicht den Wottlaut der bisher nicht bekannt gewordene» Rede des Kaisers heim Paradediner iu Koblenz. Der Kaiser führte aus:Meine verehrt« Herren Generale! Neu» Jahre find eS her, als daS Korps zum letzten Mal feine

Und nun zum Thee," meinte der Freiherr fich tm Tisch niederlaffend,liebe Frau, ich habe be- beutenben Appetit mitgebracht und hoffe denselben befriedigen zu fömt«. Rudolf, wie wär«,, wenn «ir einmal zusammen pirschen ging«? Jetzt ist gerade die beste Zeit"

Gewiß, Vater, ich habe vorhin an der Wald­lichtung einige stattliche Böcke gesehen, welche sehr «nbefang« umheräugt«. Uebrigm» müffm wir borgen einmal in die Kiefernschonung geh«; dort

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Urt­en

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leck, yfd., 1.25, ivssen- r' ix urgent 'emeut r ma­lischen uesten tiefem und ltniß- i eine hneter ganz kau».

lich einmal dazu komm« sollte, so hoffe ich, daß Deine Liebe mein Glück nicht hindern wird."

Ich kann und werde nie mein Wort zurück- nehmen," erwiderte die Freifrau eisig; wie Dolch­stiche grub fich jede Silbe in die Brust des Sohnes. Wer mir das Herz daraus verdräng« will, den trifft mein*

Nicht weiter, Mutter," rief der Sohn außer fich,das wirst Du nie vollenden, wenn Du mich liebst I Und Du darfst es nicht ausfprechen, es wäre ein Verbrechen an mir, ben Du doch liebst."

Laß die Mutter," fiel der alte Freiherr sehr ernst Rudolf in die Rede,kommt Zeit, kommt Rat. Wer wird um Sachen streiten, die vorläufig noch ganz entfernt und fraglich find. Laßt uns nach dem Thee eine Partie Whist auf dem Balkon spiel« zur Abkühlung Eurer erhitzten Phantasie."

Unter ben herabgeschlagenen Wimpern ber Frei­frau schoß ein seltsam lauernder Blick auf ben jungen Mann so flamm«b unb unheimlich brohenb, wie man ihn btefen müden Augen nie zugetraut hätte. Er sah er nicht, doch nickte er dem Vater ernst, verständnisvoll zu und «tgegnete dann leicht­hin:Ach ja, da» ist ein vortrefflicher Gedanke Siebe Mutter, vergieb mir, daß ich solche Thorheiten auf» Tapet brachte; heute und morg« heirate ich noch nicht "

Gut. Wenn Du e» einst thun willst, dann kennst Du meine unveränderliche Ansicht darüber und kannst Deine Braut auf dieselbe vorbereiten. Unb nun bitte, schelle dem Dimer."

Abermals wechselten die Herren ein« bedeutungs­vollen Blick; über Rudolfs ©tim jedoch legte sich eine Wolke, welche dm ganzen Abend nicht wich.

sieht es ziemlich böse aus Meinst Du überhaupt, daß wir den Inspektor behalten können?"

Beide Herren vertieften fich nun eine Zeitlang in wirtschaftliche Themas, unb bie Freifrau schien währenddem sich sichtlich von einer unerklärlichen Angst zu erholen; sie sah nur auf ihr« Teller und schnitt wie int Traum das Fleisch und die Eier, daß es zuletzt überhaupt nur noch wie Krümchen aussah.

Ein Scherzwort ihres Sohnes ließ sie aufsehen sie lachte mit ihm, und bald war man im allge­meinen Gespräch begriffen.

Ob drüben im Bade schon viel Gäste find?" meinte der Freiherr beiläufig,ich muß doch dieser Tage einmal hinfahren, denn es ist ganz amüsant."

Dann begleite ich Dich, Vater," fiel Rudolf ein,ich bin mit einer Familie drüben bekannt."

Ei, fieh doch," nickte der ältere Herr heiter,da wirst Du un« wohl bald ein Bräutchm zuführen? Nun, mir wäre e« recht, Du bist ja im besten Alter zum Heirat« "

Frau von Thielen wurde plötzlich sehr bleich; mit einem jäh« Ruck legte fie Messer und Gabel beifeite und blickte ihren Sohn an. Er erinnerte fich nicht, fie je zuvor so blaß und unnahbar starr, fast feindselig gesehm zu haben.

So lange ich lebe, Rudolf," sagte fie mit klang­loser Stimme,wirst Du das nicht thun, denn Du weißt, daß ich e» nie überleben könnte, Dich an ber Seite einer jungen Frau zu sehen."

Der junge Freiherr hatte seit einig« Moment« mit einem Dessertmesser gespielt, jetzt blickte er bie Mutter groß und ftagenb an und «tgegnete:Nun, Mama, bi« jetzt habe ich Dich noch nie vor die Alternative einer Heirat gestellt, aber wenn esrvirk-

Die Dame warb plötzlich bunteirot unb fuhr beinahe entsetzt zurück.Ich?" stotterte fie unge­wiß,nein, Rudolf, ich war ja nicht am Hexen- nut im Garten, vorhin, ein paar Augen­blick!"

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Die Familie de« Kammerherrn von Thielen war <----------- - ------------

nicht immer so klein gewesen; fünf Kinder starben ^gegangen, war ihr ein zerlumptes Zigeunerweib ent#

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nach und nach, bis nur der eine Sohn Rudolf übrig blieb. Frau von Thielen, eine gescheite, geistreiche Frau mit durch und durch edlen, hochherzigen An­sichten hatte au« Liebe einzig und allein geheiratet; die Vermögensverhältniffe stimmten, Thielen führte seine schöne Braut bald heim, unb ba« erste Jahr lebten beide seht glücklich. Als das erste Kind, ein Knabe» geboren wurde, war die Freude unendlich groß, aber fast noch größer ber Jammer, als es nach Jahresfrist starb.

Die junge Freifrau blieb beinah rasend zurück; mit Gewalt mußte man sie festhalten, daß fie fich nicht unter die Räder des Leichenwagens warf, unb nachdem ber erste Paroxismu» vorüber war, würbe fie stumpffinnig gegen alle äußeren Eindrücke. Der zweite Sohn war Rudolf; er blieb am Leben, wäh­rend die vier nachgebormm Geschwister gleichfalls starben.

Der zum Tiefsinn neigende Charakter ber Frau von Thielen wurde immer düsterer, bis es «dlich den Ihrigen als durchaus notwendig erschim, sie in einer Anstalt für Gemütskranke unterzubringen. Jahrelang lebte fie hier: erst als Rudolf mit fünf­undzwanzig Jahren ben Dienst quittierte, um ein Gut zu übernehmen, holten bie Angehörig« fie heim.

Fünf Jahre lebten fie beisammen, still unb ein­förmig ; bie Gesunbheit ber Dame schien sich ge­kräftigt zu haben, bmn wenn auch meistens sehr still, hatte fie doch keine Rervmkrämpfe und Vision«

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.

fc-' "tacw Jllnstrirtes Sonntagsblatt. SHa»h

Uryeige» nimmt entgegen die Expedition dieses Blatt«, sowie die Snuoncen-Bureanx von Haasenstein tu Vogler in Srankfmi <u M., Kassel, '

Motze in Frankfurt a. M.,_______ ___ö. «.

Daube k. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Erscheint täglich außer an Werktag« «ach Ko». as> £1» **!*<*

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Mittwoch 6. September 1893

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n i [Nein Mama," eiwiberte er zögernd,ich liari meine, dazu gehör« nur wirkliche Sonntagskinder ----Aber sieh doch," unterbrach er sich, rasch ablenkend, Du hast ja ein Weidenblatt im Haar. Wie a V kommt ba» dorthin? Bist Du au» gewesen?" c - - ' ------ ' ' ' *