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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
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Marburg,
Dienstag 5. September 1893.
Luzeiße» nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, i»»ie die Annoncen-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in Frrockfxrt «. St, Gaffel, Magdeburg und Men; Rudolf Msffe in Frankfurt a. M., Berlm, München u. Köln; G. L. Daube x. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.
Zum deutsch-russischen Zollkrieg.
Die »Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt einen anscheinend offiziösen Artikel, dem wir folgendes entnehmen:
„@ine in jüngster Zeit in Petersburg veröffentlichte Broschüre — „Die russische Getreideproduktion und ihre Exportchancen. Ein Beitrag zur Beurteilung in russisch-deutschen Zollkonventiousunterhandlungen" — stellt sich die Aufgaben, nachzuweisen, daß Rußland für den Absatz seines Getretdeüberschusses den deutschen Markt entbehren könne, während Deutschland zur Deckung seines die eigene Produktion erheblich übersteigenden Mehrbedarfs an Getreide, insbesondere an Roggen, auf die Einfuhr aus Rußland angewiesen sei. Zur Begründung der Abhängigkeit Deutschlands von der russischen Getreideproduktion wird auf den hohen prozentuellen Anteil verwiesen, mit dem Rußland in den Jahren 1883—1887 bei der Versorgung Deutschlands mit Getreide aller Art und in den Jahren 1889—1891 speziell bei der Roggeneinfuhr beteiligt gewesen sei, Derselbe habe in einzelnen Jahren beim Roggen 87 Proz. und beim Hafer 90 Proz. der Gesamteinfuhr betragen, sei aber auch beim Weizen durchschnittlich nicht unter 50 Proz. zurück geblieben.
Es ist bekannt, daß die russischen Getreidelieferungeu »ach Deutschland in dem gedachten Zeitraum einen sehr großen Umfang angenommen und die früher bedeutenden Zufuhren aus den Vereinigten Staate» von Amerika und aus Oesterreich-Ungarn stark zurück- gedrängt habe». Die Ursache d'eser Erscheinung liegt teils in der Entwickelung des russischen Eisenbahn- uud Straßennetzes, teils in den billigen Preisangeboten, welche den Handel mit russischem Getreide gewinnbringender, als jenen mit Getreide anderer Provenienz machten. Angesichts der thatsächlichen Gestaltung des Getreideverkehrs konnte deshalb beim Leginn des jetzigen Dezenniums Rußland tu der That für die Getreideversorguvg Deutschlands uh» entbehrlich scheinen. Diese Meinung erfuhr aber eine überraschende Berichtigung, als im Jahre 1891 eine Mißernte weite Teile des russischen Reiches heim- svchte, und infolge deffen ein Getreideausfuhrverbot Klaffen wurde. Zu der dadurch bewirkten Schwächung md zeitweisen Unterbindung des russischen Getreide- expertes kam am 1. Februar 1892 die höhere Zollbelastung der russischen gegenüber den meistbegünstigten Provenienzen, wodurch die Mitbewerbunxsfähigkeit der ersteren auf dem deutschen Markte außerordentlich blliuträchtigt wurde. Die Einfuhr von russischem
Getreide erreichte im Jahre 1892 nicht annähernd die frühere Bedeutung und erfolgte überdies zum weitaus überwiegenden Teil unter Benutzung der Begünstigurg des Gesetzes vom 30. Januar 1892, welches bis zum 30. April desselben Jahres die Einfuhr von Getreide ohne Rücksicht auf die Abstammung zu den ermäßigten Zollsätzen gestattete. SeÜ Ablauf dieser Frist gelangten — abgesehen von der Gerste — nur geringe Mengen russischen Getreides zur Verzollung. An Stelle Rußlands übernahmen in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika die Versorgung Deutschlands mit Getreide, außerdem beteiligten sich hieran Oesterreich-Ungarn, die Balkanstaate», Argeufiuien und Britisch-Ostindien mit erheblichen Quoten.
(Eine, die Jahre 1888—1892 und das erste Halbjahr 1893 umfassende Uebersicht der Einfuhr der wichtigsten Getreidearten in das deutsche Zollgebiet giebt ein Bild von der früheren und gegenwärtigen Beteiligung Rußlands und der übrigen genannten Länder bei der Deckung deS deutschen Getreidebedarfs in dem gedachten Zeitraum. Hierbei ist zu bemerken, daß in den Einfuhrziffern für Weizen und Roggen auch die auf Mühlenlager etngegangenen Mengen enthalten find, welche sich auf durchschnittlich 30 Proz. belaufen und zum größten Teil in Form von Mühleufabrikaten wieder in das Ausland aus- geführt wurden; in geringerem Maße gilt das auch von der Gerste.)
Tie Nachweisung ergiebt, daß die russische Getreideeinfuhr nach Deutschland im Jahre 1892 ganz bedeutend zurückgegangen und im ersten Semester des laufenden JahreS, abgesehen von der Gerste, auf ein Minimum reduziert ist. Sie ist um so mehr geeignet, die Illusion von der Unentbehrlichkeit des russischen Getreides für die deutsche Volkswirtschaft zu zerstören, als der Ausfall der russischen Zufuhr keineswegs blos durch die Rückwirkung des unbefriedigenden bez. nur mittelmäßigen Ergebniffes der beiden letzten russischen Ernten sich erklärt. Aus früheren reichen Ernten standen noch Vorräte für den Export zur Verfügung, und auch die vorjährige Ernte überstieg erheblich den eigenen Bedarf Rußlands, wie die russischen Ausfuhr-Listen für 1892 und für 1893 beweisen. Rußland mußte vielmehr, hauptsächlich infolge der differentiellen Zollbehandlung seiner Provenienzen, den deutschen Markt an die konkurrierenden Getreideproduktionsländer Überlassen. Gerste, bei welcher der Unterschied zwischen dem tarif- nvd vertragsmäßigen Zollsatz nur 25 Pfg. für 100 Kilogramm beträgt, geht auch jetzt noch in erheblichen
Mengen aus Rußland ein; im übrigen aber war die Zolldifferenz zu groß, um Rußland die Mitbc- werbuug mit den meistbegünstigten Ländern im nennenswerten Umfang zu gestatten. Hierzu hätte es einer Preisherabsetzung um den ganzen Betrag der Zolldifferenz bedurft, zu welcher sich Rußland mit Rücksicht auf seine nicht allzu großen Exportvorräte nicht verstehen wollte. Ohne dieses Zugeständnis wird aber Rußland voraussichtlich auf die Dauer der differentiellen Behandlung vom deutschen Markte ausgeschlossen bleiben und sein überschüssiges Getreide anderweit unterbringen müssen. Wird letzteres schon für die großen Mengen von Weizen, Hafer und Mais, deren ständiger Abnehmer Deutschland war, nicht leicht und nnr unter Opfern möglich sein, so erscheint es nahezu ausgeschloffeu, daß Rußland für das gewaltige Quantum Roggen, welches ftühcr nach Deutschland abgesetzt wurde, eine andere Absatzgelegenheit findet. Abgesehen von Deutschland und von Rußland selbst besteht nur in wenigen Säubern ein beträchtlicher Roggenkonsum. Soweit diese Länder ihren Roggenbedarf nicht selbst erzeugen, ergänzen sie denselben schon jetzt aus Rußland; es ist nicht anzunehmen, daß daselbst plötzlich eine Steigerung des Konsums oder ein verminderter Anbau von Roggen eintritt, welcher dem russischen Roggen zu gute käme. Andererseits vermag Rußland die Roggenproduktion nicht wesentlich einzuschränken, da es, wie in der Eingangs erwähnten Broschüre zutreffend bemerkt wird, „Roggen nach einem Gebot der Notwendigkeit, d. h. kraft der klimatischen Ver- hältviffe des größten Teiles des Reiches" produziert.
Trotz des Ausfalls der gewohnten russischen Zufuhren war die Beschaffung des für Deutschland benötigten Getreides leicht und zu billigen Preisen zu bewerkstelligen; andere Produktionsländer beeilten sich, die Lücke anszusüllen. Die Annahme, daß außerhalb Rußlands erhebliche Roggenmengen nicht verfügbar seien, erwies sich als unrichtig; von den int Jahre 1891 eingeführten 548599 Tonnen Roggen waren nur 123 387 russischen, dagegen 425211 anderen Ursprungs, und von der Einfuhr des elften Semesters 1893 zu 91533 Tonnen stammten 22161 Tonnen aus Rußland und 69 392 Tonnen ans anderen Ländern. Es erscheint nicht zweifelhaft, daß die letzteren schon jetzt 500000 Tonnen Roggen liefern können, und daß sie sich noch auf eine weitere Steigerung ihrer Produktion einrichten werden, falls ihnen Deutschland einen sicheren und vor der russischen Konkurrenz geschützten Markt bietet. Ebenso läßt sich mit Sicherheit eine beträchtliche Ausdehnung
der heimischen Roggenerzeugung erwarten, wenn der Ausschluß des russischen Produktes ein dauernder werden sollte. Uebrigens haben die hohen Roggen» preise des Jahres 1891 eine auch jetzt noch bemerkbare Verschiebung deS Konsums von Roggen und Weizen zu Gunsten der letzteren Frucht bewirkt, so daß auch bei einer ungünstigen heimischen Roggeu- erntc mit den Zufuhren aus meistbegünstigten Ländern ohne die Inanspruchnahme russischer Waare daS Auskommen zu finden sein wird.
Hiernach liegt für Deutschland keineswegs die Notwendigkeit vor, int Interesse feiner Konsumenten Rußland die Meistbegünstigung einzuräumen; andererseits übt die Zulassung des russischen Getreides zu den vertragsmäßigen Zollsätzen auf die Preisgestaltung in Deutschland voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluß auS; es kommt daher für die Frage der Einräumung der Meistbegünstigung an Rußland hauptsächlich das Interesse der deutschen Exportindustrie in Betracht, und dieses bedingt, daß Rußland für das ihm wertvolle deutsche Zugeständnis entsprechende Gegenleistungen auf dem Gebiete der Jndustriezölle gewährt."
Wir können die in dem letzten Satze ausgestellte Vermutung, daß die Zulaffung des russischen Getreides zu den vertragsmäßigen Zollsätzen auf die Preisgestaltung voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluß ausübe, nicht als richtig anerkennen. Die vermehrte Konkurrenz ausländischen Roggens auf dem deutschen Markte muß notwendig einen Preisdruck Hervorrufen; denn der Roggenpreis wird eben in Deutschland gemacht.
Der Sedantag
ist auch in diesem Jahre aller Orten int Allgemeinen, wie in den früheren Jahren begangen worden, wenngleich das Wetter nicht überall günstig war. In Berlin besonders ist der Tag gänzlich verregnet, es herrschte empfindlich kühles Herbstwetter. Die zahlreichen Fahnen und Flaggen auf den Häusern find vom Regen arg mitgenommen und die vielfach geplanten Ausflüge der Schulen und Turnvereine mit Musik und fliegenden Fahnen find zu Waffer geworden. Abends fanden viele Vereinsfeierlichkeiten in geschloffenen Räumen statt. — Kaiser Wilhelm beging den großen Ehrentag deutscher Nation durch Abnahme der Parade über das rheinische Armeekorps. Am Sonnabend Vormittag trafen die kaiserlichen Majestäten mit dem italienischen Kronprinzen und den übrigen fürstliche« Gästen in Euren bei Trier ein und wurden
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sowie alle hoch- (680 er,
Am Hererrsrr.
Roman von Hella Limpurg
(Nachdruck verboten.) (Fortfitzungi)
Thielens scharfer Blick sah in ein übermütig funkelndes, dunkles Augenpaar, zwischen den halb- offenen Lippen blitzten weiße Zähne und ein filber- snsches Lachen schlug an sein Ohr.
L „Nun denn, Ihr Name?"
„Ines de Felderop; mein Vater war Spanier, »eine Mutter eine Deutsche. Papa bekleidete einen Posten bei der Gesandtschaft in Stuttgart. Und »eiter; Ihr Examen kann doch nicht zu Ende sein?"
„Mit nichten. Wie kommen Sie hierher an den untzimlichen Hexensee?"
„Eigentlich habe ich keine Veranlassung, diese ffrage zu beantworten, denn es liegt darin eine Art von Mißbilligung meines Hierseins."
„Allerdings! Junge Damen sollten nicht allein » der Dämmerung im Walde umherstreifen."
„Nun, ich will nicht bramarbasieren. Sie haben M gemerkt, daß ich wirklich ängstlich vorhin war. *ber, was wollen Sie? Ich finde es eben hoch- vmantisch, diesen düstern Ort zu besuchen und hier »m allerlei Spuk zu träumen Sagen Sie nur uftichtig, daß Sie zu demselben Zwecke hierher Mien."
Aber Thielen gab sich nicht gefangen. „So ist $nen meine Gegenwart hinderlich am Träumen?"
„Nein, im Gegenteil, die eigentümliche Scenerie pachtet sich doch bester, wenn man ein Gefühl der Sicherheit empfindet — und — und —"
Sie wandte sich unruhig ab, Thielen jedoch tagte von neuem: „Sie wollten mir noch antworten, »we Gnädigste, weshalb Sie so allein nach dem fkxensee ritten!"
„Weshalb? Nun, Mama hatte wieder Kopfschmerzen, und ich saß ganz allein — da dachte ich, bester in Gesellschaft böser Geister, als ganz allein sein, ließ den Pony satteln und ritt hierher. Kurz vor unserer Begegnung stieg ich ab."
„Wo, wo wohnen Sie, mein gnädiges Fräulein?"
„Hu, das Examen dauert lange; nehmen Sie sich in acht, sonst antworte ich gar nicht mehr. Also, wir leben für einige Wochen in dem Badeort H."
„Darf ich Sie vielleicht dorthin zurückbegleiten?" „Schon jetzt? Ich bin doch eben erst hier angekommen und wollte eigentlich erst einige Hexen sehen."
„Das dürfte spät, wenn nicht etwa gar nicht der Fall sein, meine Gnädigste, und inzwischen könnte sich Ihre Frau Mutter doch ängstigen. Nehmen Sie meine Begleitung immerhin an."
Unmutig fuchtelte Ines mit der kleinen Reitgerte durch die Lust, hörbar grollte der Unmut in ihrer Stimme, als sie nun schmollend meinte:
„Ich glaube, ein wirklicher Wegelagerer hätte nicht unbequemer sein können, Herr von Thielen, al» Sie. Doch, meinetwegen ja, ich will zurück- kehren."
Und so schritten sie hin im kühlen Abendlichte, Ines plauderte unaufhörlich, übermütig wie ein Kind, und Rudolf von Thielen hörte ihr zu, nur hin und wieder ein Wort, eine Frage dazwischen werfend; er hatte den Zügel des Ponys genommen, ihm roar’8 noch immer, als schreite das Märchen selbst neben ihm, als müsse es davonschweben, wie der berauschende Traum bei Nacht.
Der Hexensee lag hinter den beiden, sie wanderten über einen Feldweg dem kleinen Badeörtchen zu, dessen Lichter bereits vor ihnen emportauchten. Aber das dunkle Gewässer rauschte leise, die Zweige
der Weiden bewegten sich, und ein Kopf mit flackernden Augen tauchte aus der Dunkelheit auf. War's ein Weib, war's wirklich ein Gespenst? Wer hätte es zu sagen vermocht? Das Lachen, welches jetzt grell, kurz und schauerlich durch die Stille drang, klang allerdings beinahe dämonisch; eine magere Hand ballte sich zur Faust, eine keuchende Stimme flüsterte:
„Was war das? War es denn wirklich ein Wesen von Fleisch und Bein, welches dort gestanden? Dann — wehe ihr, sie darf ihn nicht verführen, ich leide es nicht! Er ist mein, ganz mein und — noch giebt cs einen verschwiegenen Hexensee, aus dessen Grunde — haha, keine Stimme herausdringt!"
Drüben herüber flog ein schwaches Wetterleuchten, die großen irrflimmernden Augen wandten sich ab, es rauschte noch einmal im Gebüsch, dann war's still, totenstill.
Tie Fledermäuse und Käuzchen begannen zu flattern, ein Irrlicht hüpfte zwischen moosigen Felsstücken und Quarzsteinchen, sonst war nichts zu entdecken am stillen Hexensee. —
War der Zwischenfall vorhin Anfang eines Lustoder Trauerspieles gewesen? Wer kann es wissen? die schwarzen Schleier der Nacht finken darüber; vielleicht find's gar nur Spukgestalten gewesen, Schemen, welche in kühler Erde keine Ruhe finden und deshalb hinaufkommen in den Dämmerschein am Hexensee.
* *
Die Hängelampe über dem Theetische warf ihre ruhig gleichmäßigen Strahlen durch das große Eßzimmer, dessen auf einen Balkon führende Thüren weit geöffnet standen, um die würzige Maienlust einzulaffen. lieber die flackernde Lampe der Thee-
maschine beugte sich ein fast ganz ergrauter Frauenkopf; weiße Finger hoben den Deckel, daß der Dampf zischend aufstieg, dann löschte die Freifrau von Thielen das Spiritusflämmchen aus und richtete sich empor. Es war ein seltsam ausdrucksloses Gesicht, groß und breit, glatte, graublonde Scheitel umrahmten es, die fast glanzlosen, stahlfarbenen Augen schienen an allen Gegenständen vorbeizusehen, als seien sie ohne jegliches Interesse für die Dame; im allgemeinen machte die Freifrau einen langweiligen, gleichgiltigen Eindruck.
„Lieber Mann und Rudolf, der Thee ist fertig," rief sie ins Nebenzimmer, und auch die Stimme klang müde und einförmig. Wie alt die Dame sei, ließ sich schwer bestimmen; das Gesicht hatte wohl nie sehr jung ausgesehen und würde sich vielleicht noch Jahrzehnte so erhalten, wie eben jetzt.
Ob wohl je eine Zeit gewesen war, in der die Freifrau anders als gleichgiltig gewesen? Ob diese ausdruckslosen Augen in Freude erglänzt hatten, dieser große Mund sich schmerzlich verzogen?
Aus dem anstoßenden Wohnzimmer traten soeben Vater und Sohn heraus, um zum Thee zu kommen.
Der Freiherr, ein noch immer sehr elegant und gut aussehender Mann, Ende der Fünfziger, mittelgroß, zum Embonpoint neigend, sprach lebhaft zu dem nachfolgenden Sohne, nut Lebhaftigkeit bald den kurzen, graumelierten Vollbart streichend, bald jden Schnurrbart zwischen den Fingern drehend.
„Der Wildstand scheint mir recht im stände zu sein; mein Vorgänger war wohl kein Jäger, um so besser für mich. Uebrigens wechseln meine Rehböcke bis zu jenem berüchtigten Hexensee."
(Fortsetzung folgt.) 1