DechM ZMng y Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Redakteur: Christoph Rautenhau» tu Marburg. Redaktion und Expedition : Markt 81«
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wurde, wie erinnerlich, von Berlin aus steckbrieflich verfolgt. 3n der sächsischen Schweiz hatte er sich unter dem Namen Müller als Sommerfrischler aufgehalten. Bor seiner Flucht aus Berlin hatte er sich durch Abrasiereu des Bartes unkenntlich zu machen versucht. — Aus Kreisen der Kleinindustrie ist darüber geklagt worden, daß bei dem Abschluß von Lieferungsverträgen von feiten der Staatsverwaltungen häufig die Lieferfristen zu knapp bemessen würden. Meist sei dies die Folge einer verspäteten Bestellung der Lieferung, welche dann in gedrängter Zeit bewerkstelligt werden solle, während welcher die Arbeitskräfte unter Zuhilfenahme von Ueberschichten und Sonntagsarbeit übermäßig angestrengt werden müßten. Nach Fertigstellung des Auftrags pflege später häufig in dem betressenden Betriebe ein Mangel an Beschäftigung einzutreten, der den Betriebsiuhaber zwinge, einen Teil seiner Leute zu entlassen. Um diesen Uebclständen abzuhelfeu, hat der Minister des Innern die Regierungs-Präsidenten ersucht, auf die zur Verwaltung des Innern gehörigen Behörden in dem Sinne einzuwirken, daß die Lieferungen, die von den Behörden zu vergeben find, soweit dies angeht, gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt werden. Dies wird fich besonders bei der Vergebung der Herstellung von Bekleidungsstücke» durchführen lassen, damit dadurch in dem betreffenden Betriebe eine gewisse Stetigkeit erzielt wird, die nicht nur dem Betriebsiuhaber allein, sondern auch seinen Arbeitern zu gute kommt. Vor allem soll darauf gehalten werden, daß alle Vergebungen von Lieferungsarbeiten möglichst ftühzeitig -erfolgen und daß ausreichende Lieferungsftisten gewährt werden, die ein ruhiges und gleichmäßiges Fertigstellen der Arbeiten gestatten.
— Das Reichs-Versicherungsamt hat den Vorständen der Juvaliditäts- und Altersver- sicheiungsanstalte» die Ergebnifie der Rentenverteilung für das Jahr 1892 mitgeteilt. Danach sind int genannten Jahre an Altersrenten 21,1 und an Invalidenrenten 1,3 Millionen, zusammen 22,4 Millionen gezahlt worden. Auf Preußen kamen von den Altersrenten 14,6 von den Invalidenrenten 0,7 Millionen. Während im ganzen Reiche die Jnva- lideurevtenzahlungen 6 v. H. der Rentenzahlungen überhaupt betrugen, machten sie in Preußen 5 v. H., in Bayern dagegen 10 v. H. aus. Bei den als besonderen Kasseneinrichtungcn zugelassenen Knapp- schaftspeufionskassen hat der Anteil der Invalidenrenten fast durchweg schon den Anteil der Altersrenten überstiegen. Bei der Knappschaftspeufions- kasse für das Königreich Sachsen betrug er 77
und bei der Saarbrücker Knappschaftspenfionskasse sogar 79 vom Hundert der gesamten Rentenzahlung. Bon den Altersrentenzahlungeu im ganzen Reiche entfielen 8,4 Millionen auf das Reich, 12,7 Millionen auf die Verficheiungsanstalten, von de» Invalidenrente« 0,5 auf das Reich und 0,8 auf die Versicherungsanstalten. In Prozente» des Anteils der Verficherungsanstalten betrug der Anteil des Reichs bei der Altersrente 66, bei der Invalidenrente 71. Auf den Kopf der Bevölkerung des ganzen Reiches entfielen von den Altersrentenzahlungen 42,6 Pfennige, von den Jnvalidenrentenzahlungen 2,7 Pfennige, zusammen 45,3 Pfennige. Der Reichszuschuß bezifferte fich auf 18,1 Pfennige. Für Preuße» stellte fich das Verhältnis auf 48,9 und 2,8 zusammen auf 51,7 Pfennige. Auf den Kopf der Versicherungs- Pflichtigen Bevölkerung allerdings nach der jetzt wohl wenig zutreffenden Berufsstatistik von 1882 gerechnet, entfielen von den Altersrentenzahlungen 186,7 Pfg., von den Jnvalidenratenzahlungen 12,0 Pfennige, zusammen 198,7 Pfennige. Für Preußen stellte fich das Verhältnis auf 211,5 und 12,1, zusammen 223,6 Pfennige.
— Mit dem Reichskriegsschatze, der bekanntlich im Betrage von 120 Millionen wohl verwahrt im JuliuSturm in Spandau ruht, beschäftigt fich au hervorragender Stelle das „Sozialpolitische Zenttalblatt". Es wird darau erinnert, daß alle bedeutenden Finanztheoretiker in dem Kriegsschatze ein unvollkommenes Deckungsmittel sehen, das zudem nur anwendbar sei für ein Volk mit kriegstüchtigen Nachbarn, offenen Grenzen und einem System der allgemeinen Wehrpflicht, das jedoch in diesem Fall den Vorteil habe, den Staat bei der Kontrahierung der auf die Dauer zur Kriegsführung erforderlichen Anleihe unabhängiger zu machen von dem Kapitalmärkte, der sich gerade in den Tagen der Mobilmachung in kopfloser Deroute befindet. Es handelt sich somit nur um eine kurze Zeit und um einen Nutzen für die Steuerzahler, der selbst einen bedeutenden Zinsverlust aufzuwiegen vermag. Daneben trägt die Ausschüttung des BaarvorratS zur Beilegung der Panik wenigstens in etwas bei und ermöglicht kurze schnelle Schläge, die oft das Schicksal des Krieges entscheiden. Es wird nun ausgeführt, daß, um diesen Zweck zu erreichen, die aufgespeicherte Summe natürlich groß genug sein müsse, um auch wirklich die Mobilmachuugskosten voll und die Kriegskosten einige Zeit decken zu können. Das sei aber nicht mehr der Fall. Die Mobilmachuugskosten hätten im Jahre 1870 für das preußische Kriegs-
nieren?" fragte Herbert, halb zu Ada, halb zu Lilly gewandt, die sich von einem martialisch strammen Major mit riesigem Schnurrbart» den er geschäftig drehte, lebhaft den Hof machen ließ.
Sie schlug den schwarzen Straußenfächer mit einer unnachahmlichen Grazie auseinander und sah Herbert mit einem Ausdruck lächelnden Triumphes an.
Sollte er eifersüchtig sein? War dies das Mittel, um ihn aus seinem kühlen Gleichmut hervorzulocken? „Ich fühle mich sehr gut hier," sagte sie, das goldige Köpfchen an die grün überrankte Rückwand lehnend und eine voll erblühte Rose mit lächelndem Dank entgegennehmend, die ihr der galante Offizier von einem nahen Rosenstrauch brach.
„Und Sie?"
Ada stand nur zu bereitwillig auf. Die oberflächliche Tischunterhaliung hatte sie lange schon ermüdet, die faden Speisegerüche, die abgegessenen Teller sie gelangweilt. Die verwöhnte Lilly schien alles das in ihrem Eitelkeitrtriumph heute nicht zu bemerken. Sie saß unter den rauchenden, Bier trinkenden Herren, den Kaffee aus Riesentaffen schlürfenden Damen, als hätte sie Zeit ihres Lebens keinen höheren Genuß gekannt, als in einem gewöhnlichen Gasthause gewärmten Kalbsbraten mit grünem Salat zu effen. Sie ließ sich anbeten, anstaunen wie ein Wesen aus einer höheren Welt und genoß ohne einen ernsten Gedanken diese Abwechselung ihres einförmigen Lebens mit der ernsten Frau und dem ewig schulmeisternden Beschützer.
Herbert und Ada hatten den Kindern nachziehen wollen, die tief im Walde alle möglichen Spiele jetzt aufführen mußten, denn man hörte von allen Seiten ihre hellen Stimmen, ihr vergnügtes Lachen
Langsam wandelten sie Sefte an Seite unter den Bäumen über elastischem Waldesboden hin.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 21. August. Zu Ehren des Ge- iortstages Kaiser Fra«z Josephs von Oesterreich sa»d am Freitag Nachmittag im Neuen Palais bei Potsdam eine Festtafel statt, an welcher außer ten z. Z. daselbst anwesenden Mitgliedern des Hofes der österreichische Botschafter v. Szögyevyi mit den Mitgliedern der österreichischen Botschaft, der Reichs- hwzler Graf Caprivi, der kommandierende Admiral Frhr. v. d. Goltz, die Chefs des Zivil- und Militär- kaidietts, sowie der Unterstaatssekretär v. Rotenhan triluahmen. Der Kaiser brachte ei» Hoch auf „Se. Majestät den Kaiser Franz Joseph, Meine» nächsten Letter und treuen Alliierten", aus, worauf die Marine- lapelle, welche die Tafelmusik lieferte, die österreichische Lolkshymne intonierte. Später fand Cercle statt, vorauf der Kaiser de» Grafen Szögyevyi in eine längere Unterredung zog. Nach dem Festmahl begaben fich die kaiserlichen Majestäten nach dem Rarmorpalais, wo Lawn-Tennis-Spiele und nachher die Abevdtafel stattfavden. Am Sonnabend früh unternähme» der Kaiser und die Kaiserin einen Spazierritt in die Umgebung von Potsdam. — Tie kaiserlichen Majestäten wohnten am Sonntag Vor- »ittag dem Gottesdienst in der Garvisonkirche in Potsdam bei. — Aus Neapel wird berichtet: König Humbert, Prinz Heinrich von Preußen und der Prinz von Neapel, sowie der Marineminister Rocchia trafen am Freitag ftüh an Bord der Jacht „Savoia" zwischen Kap Misevuum und Capri auf das in Toppel- linie aufgestellte permanente Geschwader und das Manövergeschwader. Während die „Savoia" jenseits der Eeschwaderlinie Aufstellung nahm, um von dort aus den Evolutionen der Flotte beizuwohnen und die Flotte Revue passieren zu lassen, salutierten die Schiffe die italienische und deutsche Flagge. — Das „Armee - Verordnungsblatt" veröffentlicht folgende kaiserliche Kabine ttsordre betr. die größeren Truppenübungen int Jahre 1893: „Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich in Abänderung der durch Meine Ordre vom 14. Februar d. Js. getroffene» Anordnungen hierdurch: Tas 8., 14., 15. und 16. Armeekorps halten Manöver vor Mr rifc. Jedes Armeekorps hat für sich große Parade, a) Bei dem 8. Armeekorps fällt das in der Feld- dienst-Ordnung 2. Teil Ziffer 12 vorgesehene Korps- «anöver gegen markierten Feind aus. Bei dem 16. Armeekorps findet an Stelle des Korpsmanövers gegen markierten Feind ein Korpsmanöver in zwei Parteien gegeneinander statt. Demnächst haben die
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wachgerufen. Margot, die eben herbeigestürzt war, um, trunken von Lust, Sonnenschein, Keiheit, ihre Lieben stürmisch zu begrüßen und wieder zu den Spielgefährten fortzuschießen, wurde an allen Tischen festgehalten und flüsternd ausgefragt. Man ließ sich von der Schulvorsteherin vorstellcn mit etwas Zurückhaltung gegen die verfehmte Frau van der Brünken und vielem Entgegenkommen für die interessante Fremde. Die Herren, es waren hochgestellte Beamte, ein paar Offiziere, auch ein paar Börsen- matadore dabei, fanden Lillys impertinente Art, die Männerwelt als ihre gehorsamen Sklaven zu behandeln, sehr originell und pikant. Den Damen imponierte die Kostbarkeit ihrer Toilette, die unbekümmerte Art, mit der sie Geld und GeldeSwert behandelte. Ehe noch die Tischzeit verronnen, war sie der Mittelpunkt der ganzen Gesellschaft, die sich in dieser ländlichen Einsamkeit schon zu langweilen begann. Man ließ sie schwatzen und hörte mit staunender Bewunderung ihren Mitteilungen über das indische Leben, die Großartigkeit der Verhältnisse zu, und Ada und Herbert waren fast ganz dabei vergeffm.
Die Kinder hatten fich inzwischen von den langen Tafeln erhoben und waren zu den Schaukeln, Wippen, Würfelbuden und Schießständen umhergeflattert. Aja mit Archie saß in einer riesigen Bootschaukel. Sie Rogen lustig auf und nieder durch die Lust, und Archie kreischte vor Vergnügen.
Die Mittagsschwüle, die summende, alltägliche Unterhaltung wirkten ermüdend , und lähmend auf )ie schweigsamen beiden, die sich in den letzten zehn Minuten damit beschäftigt hatten, die Wespen fern- zuhaltcn, die Obst und Kuchen auf der Tafel lüstern umsummten.
„Wollen wir ausstehen, ein bißchen prome-
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Hier und da bückte sich Ada, um ihre Lieblingsblume, die Glockenblume, zu brechen.
Und Herbert?
Der warme, duftige Sommernachmittag, die reife, ernste Schönheit der Frau, die da an seiner Seite in dem graublauen Sommerkleid in rhythmischer Bewegung dahin ging, es schien ihm alles in bester Harmonie zu sein.
So im ruhigen Gleichmaß hinfließend hatte er sich stets das Glück geträumt.
Und das Glück wandelte neben ihm, erreichbar, greifbar, aber die heilige Scheu, die ihm die Unnahbarkeit dieser Frau immer eingeflößt, hielt das Wort noch immer auf die Lippen gebannt — das Wort, das über ihrer beider Zukunft entscheiden mußte.
Ahnte sie nicht, wie begehrenswert sie war, wie gefährlich die Vertraulichkeit des täglichen Zusammensein» ?
Jetzt standm sie oben. Jenseits flachte sich da» Erdreich ganz allmählich bis zum breiten Landsee im weiten Rundbild hin. Weite Felder breiteten sich vor ihnen aus, reifendes Korn, goldgelbe Lupinen, saftige Wiesen und rotbraune Rübenfelder. Ueber der reglosen Fläche des Sees lag ein Silberschimmer, den dann und wann nur der Schatten eines Wölkchens verdunkeste.
Wie eine Coulissenwand schoben sich im Rundbogen malerische Baumgruppen fast in die silberhelle Flut mit überhängenden Espen- und Birkenzweigen hinein.
Ein malerisches Landschastsbild, an dem sich ihre Augen ein paar Minuten weideten, dann zeigte Herbert auf eine kleine Erhöhung am jenseitigen Ufer, über dem graziöser Hängegezweig, das i^t
Marburg,
Dienstag, 22. August 1893.
beiden Armeekorps dreitägige Manöver gegeneinander, b) Bei dem 14. und 15. Armeekorps fällt das in der Felddienst - Ordnung 2. Teil Ziffer 12 vorgesehene Korpsmanöver gegen markierte» Feind ebenfalls aus. Demnächst haben die beiden Armeekorps dreitägige Manöver gegeneinander, c) Das 15. Armeekorps hat — mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit — seine sonstigen Herbstübungen, abweichend von den Bestimmungen der Felddienst-Ordnung, zu beschränken. Alle weiteren Anordnungen Meiner Ordre vrm 14. Februar d. I. bleiben in Kraft. Kiel, an Bord M. I. „Hohenzollern", den 11. August 1893. Wilhelm. An das Kriegsministerium. v. Kaltenborn." — Ueber Soldatenmißhandlung en soll, wie den „M. N. N." aus Berlin gemeldet wird, Prinz Heinrich kürzlich folgenden Ausspruch gethan haben: „In manchen Unteroffiziere» steckt ein Gift, das verdirbt urS die Mannschaften. Doch ich werde es austreiben. Meine Macht reicht weit." — Ter „Reichsanzeiger" meldet amtlich die Ernennung des bisherigen Gesandten in Washington, v. Ho lieb en, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am württembergischen Hofe. — Wie die „Natlib.Korr." hört, ist begründete Aussicht vorhanden, daß ein Schuldotationsgesetz bereits in der kommenden Wintersession deS neuzuwöhlenden preußischen Landtag! s borgt legt werden kann. Die hiermit beabsichtigte organische Regelung der Schul- unterhaltungspflicht dürfte mittelbar im Zusammenhang mit der Reichsfinanzreform zu bringe» sein. — Auf eine Eingabe des rheinische» Bauernvereins betr. berussgenossenschaftliche Organisation des Standes der Landwirte hat, wie verschiedene Blätter melden, der preußische Landwirtschaftsminister geantwortet, daß die Erwaguxgeu wegen der Einrichtung von Landwirtschafiskammein noch nicht abgeschlossen sind. — Ueber die Vorbereitung und Ausführung der ganz oder teilweise auf Kosten des Staats zu beschaffende» Hochbauten, deren Herstellung der allgemeinen Staatsverwaltung obliegt, hat der preußische Eisenbahnminister neue Vorschriften erlassen, welche im „Min.-Bl. f. d. innere Verw." bekannt gemacht werden. — Der antisemitische Schriftsteller Plack-Podgorski der Verfasser der aufgrund des Ahlwardtschen „Aktenmaterials" herauSgegebenen Schmähschrift „Pharisäer und Heuchler oder die Leuchten des deutschen Parlaments und die Stützen des Staates" ist nunmehr, der „Voss. Ztg." zufolge, von einem Kriminalbeamten aus Dresden in einem Orte der sächsischen Schweiz ermittelt und verhaftet worden. Plack-Podgorski
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes,
(»wie die Armoncen-Bureanr von Haasenstein tu Vogler in wttiii rx.
Srankfntt «. M«, Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XXVIII. 5c(lDTfl.
Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, Mmtchen u. Köln; G« L«
Daube tu Co. in Frankfurt a. M«, Berlin, Hannover, Pari».
Pflicht.
Roma» von C« Zoeller-Liouheart.
(Nachdruck verboten.!
(Fortsetzung.)
Ada und Herbert lehnten in ruhigem Genießen mit glücklichem Lächeln zurück und ließen alles still wf sich einwirken. Nur dann und wann begegneten sich blitzschnell, angezogen im gleichen Erfassen . des Eindrucks, ihre Augen, und schwer ward's ihm jches Mal, den Blick von dem holden Frauenbilde dszureißen.
Nach köstlicher Fahrt, zu kurz für die beiden iffchaulichen Menschen, viel zu lang für Lillys Ungeduld und nach Abwechselung dürstende Ober- ßächlichkeit, langte man endlich am Bestimmungs «te an.
„Ist das alles?" fragte Lilly enttäuscht und Nlangweilt. „Bäume und wieder Bäume, und Safier und wieder Wasser, und nur diese schrecklich lärmenden Kinder mit ihren schlecht angezogenen Lehrern und Lehrerinnen I Ach, da hinten scheint Stte Gesellschaft zu sitzen, elegante Damen und Herren. Laßt uns da unter die Veranda gehen, nvzu isoliert Ihr Euch immer?" schmollte sie.
Man gab ihr gutmütig nach, obgleich es mehr »bas und Herberts Neigung entsprach, da unter weitschattenden Linde, fern dem Geräusch und gut rote allein in dem weitläufigen, schattigen Sirtshausgarten ihr frugales Mahl einzunehmen.
Lilly hatte aber so reizende Toilette gemacht, chr schmelzübersäetes, schwarzes Spitzenkleid, der Pariser Hut, der wie im Heiligenschein ihr blondes Köpfchen umschloß, mußten Bewunderer haben, und « fand sie in Menge Ihr fremdländisches Auf. toten in Begleitung der braunen Aja hatte die tokddeutsche Neugierde für alles Ausländische mächtig
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