Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion >md Markt"sii
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Donnerstag, 10. August 1893. M°fl-ta^anfftirta.M Berlsn, Machenu.Köln; G. L. ;
oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen Nir dir Zeile 85 Kfz. ° ' Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
Wer trägt den Schaden von ungünstigen Konjunkturen?
Nach soz aldemokratischer Darstellung nur der Arbeiter, während der Arbeitgeber einfach die Löhne reduziert, nach wie vor den reichen Gewinn einstreicht sud herrlich und in Freuden lebt. Diese Behauptung der Sozialdemokraten, die trotz aller Widerlegungen immer wieder keck verkündet und leider immer noch von viele» geglaubt wird, hat richt zum geringsten Teil die Erfolge der Sozialdemokraten bewirkt. Da ist es denn nicht ohne Jutereffe, zu hören, was ein gewiß nicht arbeiterfeindlicher Schriftsteller Werner Sombart, in dem der Sozialdemokratie ebenfalls durchaus nicht feindlich gegenüberstehenden „Sozialpolitischen Zentralblatt" nach der Statistik der Arbeitslöhne in der oberschlesischcn Montanindustrie schreibt:
„An dem gewaltigen Aufschwung hat auch die Arbeiterschaft Anteil genommen; auch die Arbeits- löhue find in dem Jahrfünft 1887 — 91 gestiegen, mb zwar sowohl in ihrem absoluten Betrage, wie im Durchschnitt für den Arbeiter .... Es ist den Arbeitern in dem hinter uns liegenden Jahrfünft sogar gelungen, n'cht nur Schritt mit der Steigerung des Produktionswertes zu halten, sondern in ihren Löhne» dieser sogar um eine Kleinigkeit vorauszu- ellen. Während nämlich der Anteil der Arbeitslöhne am Gesamtwerte der Produktion im Jahre 1886 nur 23 pCt. betrug, ist er 1891 auf 25 pCt. gestiegen ; etwa et» Viertel des Gesamtcrlöses floß also 1891 schon in die Tasche der Arbeiter. Nun kommt das Jahr 1892, das erste der Einschränkung der Produktion. Es ward eia Teil der langsam ange- zogenen Arbeiter wieder abgcstoßen, einstweilen freilich erst die verhältuismößig geringe Anzahl von 1952. Dadurch schon verringert fich die Summe der Löhne; eine weitere Verringerung wird durch Lohnherab- setzungen vollzogen, so daß im Jahre 1892 nur roch 72,3 Millionen Mk. insgesamt an Löhnen bezahlt werden. Diese reduzierte Summe macht nun aber immer noch einen größeren Teil vom Produktionswert aus, als es vorher der Fall gewesen war, nämlich 28 pCt. gegen 25 pCt. im Vorjahre. Arbeitsent- laffungen und Lohnherabsetzungen find also in langsamerem Tempo erfolgt als die Verminderung des Produktionswertes, mit a»deren Worten: dank der gedrückten Geschäftslage ist der Anteil der Arbeiter am Produkt gestiegen". Was werden die Sozialdemokraten hierzu sagen? Vermutlich werden sie die ihnen unbequeme Thatsache einfach totschweigen und bei erster Gelegeuheit ihre alte Behauptung mit derselben Keckheit wiederholen.
pflicht.
Roma» von Ei Zoeller-Lionheart.
sRachdruck verboten.^
(Fortsetzung.)
„Und wenn ich dennoch Sie zur Schiedsrichterin wache?"
„So lehne ich die schwere Verantwortung un bedingt von mir ab. Sie dürfen mir das nicht aufbürden!" rief sie fast erzürnt. „Sie kennen wich und meine krankhafte Gewiffenhaftigkeit. Sie wissen, wie schwer ich daran tragen würde, erwüchse Ihnen Leid daraus. Sie, der Sie mich von Jugend auf durch und durch verstehen lernten, dürften mir am wenigsten noch mehr zu tragen geben, worunter ich später in Selbflvorwürfen zu leiden hatte."
„Wie tragisch Sie das nehmen, wenn ich einen Teil meines Vermögens in neuen Bauten anlege, die ich als eine Jdealkolonie dem kleinen Manne Nach lang gehegten Plänen errichten möchte", sagte rr etwas spöttisch — und Ada mit herbem Ausdruck:
„Wenn die Entschlüsse in Ihnen schon fest aus Kreist find, was wollen Sie mir die Verantwortung Ur dieselben ausbürdcn?"
Mit nicht mehr zu bezwingender Leidenschaft bemächtigte er sich ihrer beiden Hände und blickte ihr tief in die Augen.
„Wollen Sie mich nicht verstehen, Ada?"
Ein Schwindel erfaßte sie, ein namenloses ^lücksgefühl. Tann kam die Rückwirkung.
„Ich darf es nicht Lassen Sie einen einzigen hören, was — was — Sie mir nicht aussprechen Men — dürfen — und ich wär' in Acht und «ann gethan."
„Wie die große Menge empfindet, kann nicht maß- fcbenb sein für höher geartet, feiner besaitete Menschen.'
Deutsches Reich.
W. Aerki«, 9. August. Unser Kaiser ist am Dienstag Morgen an Bord der „Hohenzollern" vor Helgoland eingetroffen. Alsbald darauf betrat der Kaiser die Landungsbrücke und wurde daselbst von dem Kommandanten und den Behörden der Insel empfanden und von den Bewohnern, sowie de» zahlreich versammelten Badegästen enthusiastisch begrüßt. Nach kurzem Aufenthalt begab fich der Monarch mit Gefolge zu Fuß nach dem Tunneleingang und von da zu Wagen nach dem Oberlande, woselbst Schießübungen mit 21- cm- und mit Revolverkanonen stalt- faudeu. Sämtliche Straßen, die meisten Häuser und Boote waren mit Flaggen uud Guirlanden geschmückt. Kaiser Wilhelm wird, wie verlautet, Anfang der zweiten Hälfte des September deu ungarischen Manövern bei Gunz beiwohne» und auch mit dem Kaiser Franz Joseph Budapest besuchen. Von dort fahren beide Monarchen etwa am 26. September nach Schönbrunn zu mehrtägigem Aufenthalte. — Prinz Heinrich von Preußen tritt seine Reise nach Italien am 12. d. M. an. — Die Lefferung im Befinden des Herzogs Ernst von Sachsen- Koburg-Gotha schreitet, nach dem neuesten Bulletin, langsam fort. — Ter Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Frhr. v. Marschall, hat einen Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit ist mit seiner Vertretung der Unter-Staatssekretär Frhr. v. Rotenhau betraut. — Ter „Reichsanz." publiziert das Gesetz betr. die Friedenspräsenz- stärke des Deutschen Heere?. Danach werden vom 1. Oktober 1893 ab die Infanterie in 538 Bataillone und 173 Halbbataillone, die Kavallerie in 465 EskadronS, die Feldartillerie in 494 Batterie», die Fußartillirte in 37 Bataillore, die Pioniere in 23 Bataillone, die Eisenbahntrvppen in 7 Bataillone, der Train in 21 Bataillone formiert. Fe rin r veröffentlicht der „Reichsavzeiger" die Verordnung betr. die Einführung von Reichsgesetzen in Helgoland. — Auf einen Bericht der preußischen Minister des Innern und des Krieges ist vom Kaiser genehmigt worden, daß für einen Zeitraum von anderthalb Jahren bei der Besetzung bei Stellen von Schutzmännern der königl. Polizeiverwaltungen von der Bestimmung, wonach nur Unteroffiziere mit mindestens neunjähriger Dienstzeit angenommen werden, abgewicheu werden darf, sofern diese Stellen ordnungsmäßig ousge- sch rieben find und sich Unterosfiziere mit einer mindestens neunjährigen Militärdienstzeit um dieselben nicht beworben haben. Die aufgrund dieser Ermächtigung Angenommenea dürfen nicht de» Militäipersonen des
„Doch", sagte sie. „Ich lasse keine Ausnahme gelten, fordere keine für mich. Je höher beanlagt der Mensch ist, je feiner entwickelt sein Seelenleben, um so tadelfteier müßte sein Wandel sein, um so ausgeprägter in ihm sein Pflichtgefühl. Mein Pflichtgefühl verbietet mir jede Beeinflussung Ihrer Lebensentschlüsse, weil ich kein Anrecht an diese haben darf."
Tief seufzend gab er mit einem leisen Druck ihre Hände frei. „So kann ich nur von der Zu- kunft eine Milderung Ihrer Ansichten erhoffen," sprach er ernst und beachtete nicht Adas energisches Kopfschütteln.
Der peinlichen Scene machte ein ganz unerwarteter Ueberfall ein Ende.
Unangemeldet wie eine Bombe flog Ange gerade in diesem Augenblick ins Haus und ließ fich von der freudig überraschten Ada aus einem Biertel- dutzend Tücher, Jacken und Pelzen ausschälen.
Dann wollte die temperamentvolle kleine Frau sich der Schwester schluchzend an den Hals werfen. Da sie Ada aber so gefaßt, so seelenruhig fand, wandelten fich die Thränen schnell in die gewohnte, strahlende Heiterkeit, und sie klopfte mit einem beifälligen : „Prachtexemplar Du, immer über der Situation stehend, Dich kriegt nichts unter," die schmal gewordenen Wangen. Herbert hatte fich bescheiden nach der ersten herzlichen Begrüßung zurückgezogen, und die Schwestern saßen in Adas traulichem Zimmer hinter den schnell bereiteten Er- ftischungen.
Die Unterhaltung flog, wie das zu geschehen pflegt, wenn jahrelange Trennung den Herzensergüssen Fessel auferlegte, kraus und bunt hin und her.
Fried ensstaudes angehören. Die Erwerbung der Zivil- versorgungsberechügung ist den solchergestalt Angenommenen versagt, sofern auf fie nicht § 1 Abs. 3 und 4 der Anstellungsgrundsätze Anwendung findet. — Auf Grund der Berichte, welche dem preußische» Fiuanzminister infolge seiner Verfügung vom 8. Januar d. I. erstattet sind, hat derselbe unter dem 14. Juli bestimmt, daß die Zeit, für welche in der Verwaltung der indirekten Steuern die Militäranwärter in den ihnen verliehenen Grenzaufseher- Stellen zunächst auf Probe anzustellen sind, bei der Einberufung der Anwärter gleichmäßig auf sechs Monate festzusetzen ist. Eine längere Probezeit bis zu der für die Stellenbesetzung mit Militäranwärtern zulässigen Dauer von einem Jahre ist nur dann anzuordnen, wenn gegen die Brauchbarkeit eines Anwärters Bedenken bestehen, welche zwar begründet, aber nicht so gewichtig find, um die Annahme des Betreffenden unbedingt auszuschließen. Die zur Zeit auf Probe angestellteu Grenzaufseher, bei deren Einberufung eine Probezeit von mehr als sechs Monaten bestimmt war, find nach Zurücklegung einer Dienstzeit von dieser Dauer mit Bestallung zu versehen, soweit die Voraussetzungen, unter denen fortan die Beschränkung der Probezeit allgemein einzutreten hat, auf sie zutreffen und sofern fich nicht etwa inzwischen Anstände ergeben haben, die ihre Wiederentlassung oder eine längere Ausdehnung der Probezeit geboten erscheinen lassen. — Deutschland, England und die Vereinigten Staaten haben fich angesichts der neuesten Vorgänge auf Samoa zusammengethan, um die Ordnung auf dieser Insel wieder herzustellen. Da die Eifersucht zwischen Maliatoa und Mataafa die Hauptsache der Wirren ist, wird wahrscheinlich Mataafa von Samoa verbannt werden. — Nach einem im „Ev. Arbeiterb." veröffentlichten Verzeichnisse der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands umfaßt der Gesamtverbaud 44911 Mitglieder. Die örtlichen Verbände sind daran folgende: maßen beteiligt: Rheinland-Westfalen mit 24930, Mitteldeutschland mit 5528, Baden 2127, Rheinpfalz 2434, Württemberg 1728, der Mittelrhein 1440, Kurhessen 1007 und 19 Einzelvereine mit 5867 Mitgliedern. Außerhalb des GesamtverbandeS bestehen in Rheinland-Westfalen noch 49 Vereine mit zusammen 12 274 Mitgliedern und im übrigen Deutschland außer Boyern noch 42 mit etwa 10000 Mitgliedern. — Zum Zollkriege wird aus Petersburg gemeldet: Amtlich wird den Zollämtern bekannt gegeben, daß dasjenige Quantum zollpflichtiger Gegenstände, welches von Passagieren laut Art. 904 der Zollordnung ohne schriftliche Angabe mitgeführt
Ange hatte von den „guten Jungen" erzählt- vom noch ungetauften letzten Sprößling, während sie mit den blitzenden Zähnen Kaviarbrötchen kaute und heiße Bouillon mit einem jedesmaligen erschreckten Ausruf immerfort sprechend hinuntergoß
„Ich habe mir nur einen Tag Urlaub gegeben, sie können da unten ohne mich gar nicht fertig werden Ich habe die beschwerliche Reise gemacht, um ein bißchen Ordnung Überall zu schaffen und Euch allen den Kopf zu waschen. — Kind, was sind das für Geschichten I Wölfchen sagt mir, Du bleibst halsstarrig bei Deinem ersten Entschluß. Wie kannst Du solchen Unsinn nur ausdenken mit dem — na, erlaß mir das Eigenschaftswort — nachher — wenn er aus dem..."
Der Zartsinn hielt die schreckliche Ortsnennung ihr auf der Lippe fest. Wie ein junges Mädchen errötend, sah fie angelegentlich zum Vogelbauer hinauf und zirpte ein ausmunterndes: „Na, Mätzchen," nach dem andern, bis sie ihrer Verlegenheit Herr geworden.
„Du liebe» Kind," sprach fie dann mit der alt- mütterlichen Überlegenheit ihrer zwei Jahre mehr, „Du mußt schon Besonnenere, die sich nicht im Aufopferungsrausch wie Du befinden, für Dich aussorgen lassen. Alle Welt wundert sich schon, daß Du noch immer keine Schritte thust, von van der Brunken loszukornmen. Das ist Dein Recht und Deine Pflicht, und Du solltest Dir bald die Wege zur Freiheit wieder ebnen, um . . ."
Tie beiden Schwestern, so grundverschieden im Temperament und Aeußern, begegneten sich in flüchtigem Blick, dann wichen die Augen in heftigem Erröten fich wieder aus.
„Was mein Recht ist, weiß ich nicht, will ich
werden darf, nach dem allgemeinen Tarif vom 11. Juni 1891 ohne den im Gesetz vom 16. Juli 1893 vorgesehenen Zuschlag und ohne die iu der russisch- französische» Konvention vom 17. Juli 1893 festgesetzte Ermäßigung zu verzollen ist. Die Gegenstände über dieses Quantum hinaus müssen, • unter Vorweisung von Zertifikaten über die nichtdeutsche Provenienz, nach dem allgemeinen, resp. nach dem Konventionaltarif verzollt werden. Die Strafen für das heimliche Einführen von Waaren, deren Konfiskation an der preußischen oder baltischen Grenze erfolgt, sind nach besonders erhöhten Sätzen zu berechnen. — Ter Verband deutscher Post- und Telegraphen-Assistenten hielt am Montag in Berlin seine 3. Jahresversammlung ab. Es waren Delegierte aus 40 Bezirken erschienen. Es wurde u. A. die Gründung einer Krankenkasse am 1. Januar 1894 beschlossen. Mr die Hinter- bliebeveu von Kollegen soll mehr, als bisher gesorgt werden, die Schaffung eines Familienrats hält man als ein sehr geeignetes Mittel hierfür. Der Rechenschaftsbericht bemerkte, daß im vorigen Jahre das Verhältnis des Verbandes zur vorgesetzten Behörde sich etwas besser gestaltet habe.
— Ein schwerer Schlag steht den deutschen Kleivkapitaliste», welche mexikanische Siaatspapiere besitzen — und das sind namentlich in den Provinz- städten ihrer sehr viele — bevor. Wie verlautet, beabsichtigt die mexikanische Regierung eine Zins- verkürzung ihrer Anleihen vorzunehmen, um sich dadurch das Erfordernis in Gold zu erleichtern, da» durch den Rückgang des Silberpreises und die Steigerung deS Aufgeldes auf Gold recht empfindlich erhöht worden ist. Für die drei mexikanischen Staatsanleihen, welche sämtlich in Deutschland aufgelegt sind, hat die mexikanische Regierung s. Z. als Pfand für die richtige Verzinsung der Anleihen 35 Proz. der Zölle und Steuern bestellt. Tie Zölle weisen nun einen ganz erheblichen Rückgang auf, die Steuern sind geringer ausgefallen und der Fehlbetrag in dem Staatshaushalt hat sich erhöht, unter diesen Verhältnissen scheint die Regierung den Weg beschreiten zu wollen, der in Portugal, Argentinien u. s. w. beliebt geworden ist, den einer Zinsverkürzung der Gläubiger. An der Berliner Börse ist gestern ein bedeutender KmSfall dieser Anleihe eingetreten; die 1890 6 proz. Anleihe fiel auf 53*/2 Proz. Der deutsche Kapitalist ist wieder um eine Erfahrung reicher, hoffentlich hält er sich zukünftig zurückhaltender den schwindelhaften Anpreisungen auswärtiger Staaten und — leider — deutscher gewiffenloser Bankiers.
nicht wiffen; meine Pflicht kenne ich," sagte Ada mit ruhiger Klarheit.
„Nun, wem nicht zu raten, dem ist nicht zu helfen," rief Ange ungeduldig „Mein einziger Trost ist dabei, daß Du noch zur Vernunft kommen wirst."
Zum zweiten Mal an diesem Tage trat ihr ähnliches entgegen. War sie, waren die anderen im Recht? Trug fie fich vielleicht nur mit einer Chimäre übertriebenen Pflichtgefühls, und durfte fie von Gottes und Rechts wegen doch am Ende dem übermächtigen Zuge in sich Folge leisten?
Anges plauderhafteS Mäulchen arbeitete unterdessen immer weiter: „Wer war die weiße Schmeichelkatze, die blitzschnell verschwand, als wir durch den Korridor kamen? Mich dünkt, sie hatte sich an Herberts Arm mit beiden Pfötchen angeklammert. Ist das die famose Mrs. Fitz Lee? Aha! Nimm Dich vor ihr in acht, die schleicht auf krummen Wegen zum Ziel, wenn fie auf geraden nicht weiter kommt; sie hat 'was im Ange wie die Raubtiere. Hüte Dich vor ihr!"
Dann sprang sie auf, als die Uhr schlug. „Die Züge nach Altdamm gehen wohl noch alle zwei Stunden? In zehn Minuten geht man von Dir zur Bahn. Kommst Du mit zu Pruß?"
Ada schüttelte den Kopf.
„Unserer tugendstolzen Schwägerin bin ich jetzt ein Gegenstand großen Aergerniffes, ja höchster sittlicher Entrüstung. Ich will ihr den Anblick ersparen."
„Dacht' ich mir," nickte Ange lebhaft, und bann rief fie energisch: „Um so besser, wenn ich allein fahre. Deine mildversöhnliche Art würbe mir bei dem, was ich vorhabe, nur im Wege stehen. Thu>