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1680

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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. » audersetzungcn zwischen dem Reichskanzler Grafen llliCl Caprivi und dem Grafen Herbert Bismarck, dem , ältesten Sohne des Fürsten. Graf Bismarck hat

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schließlich für die Heeresreform gestimmt, aber seine

derselben war doch eine recht scharfe, und in den Widerreden kam mancher persönliche Gegensatz

'nnerung an den Bastillensturm im Jahre 1789 ist

zum Ausdruck. Allgemein geht die Ansicht dahin,

^ürch ein neues Reklameubild die alten Streitig-

ge^« zu manchen E^rtev^gen hüben .betrefieudcn

t Reichstagssaal verlegt hat. Daß dies auch an maß- T|n|l gebender Stelle erkannt worden ist, beweist der über- ms herzliche Ton der kaiserlichen Kabinettsordre,

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Heiß.

worin dem leitenden Staatsmann der Dank des Reichsoberhauptes für die schließlich erfolgreiche Ver­tretung der Milüärvorlage ausgesprochen ist. Es hieß, der Kaiser habe dem Reichskanzler noch eine außerordentliche Auszeichnung an geboten, doch habe Letzterer sie abgelehnt. Viel Aufsehen im Reichstags-

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Die infolge von Doppelwahlen nötig gewordenen ohne nennenswerte Störungen vergangen, nnd die Ersatzwahlen zum Reichstage finden jetzt statt und V^riser Regierung cracktet d-shalh die Zeit gekommen,

leiten vergessen zu mache». Das ist ihm auch so ziemlich gelungen. Frankreich hat bekanntlich einen Zwist mit dem Königreich Siam, von welchem es aus irgend einem, aber alles Andere eher als ge­rechten Grunde die Abtretung eines sehr bedeutenden Grenzgebietes fordert. Die Siamesen haben sich ge­weigert und sich natürlich gewehrt, als die Franzosen sich eine günstige Position durch Einlaufen zweier Kriegsschiffe in den Hafen von Bangkogk zu ge­winnen suchten. Das rechnet man aber von Paris aus den Siamesen als ein schreckliches Verbrechen au und verlangt kategorisch Genuglhuung, Erfüllung der berechtigten Forderungen 2c. In der Deputierten­kammer, wo die Sache ebenfalls zur Sprache gebracht ward, ward die Ankündigung der Regierung, mit aller Energie vorzugehen, mit lautem Jubel begrüßt. Hier geniert man sich gar nicht, einem schwachen

und Kokzielski durch Ordensverleihungen ausge­zeichnet.

Dem Reichstagsschluß folgt die Meldung von einem Wechsel in hochstehenden Beamtenstellen. Der Reichsschatzsekretär Freiherr von Maltzahn-Gültz wird in naher Zeit aus seinem Amte scheiden, das sich in der Reichsfinavzverwaltung schon seit Jahren nicht mehr recht hat geltend machen können. Der eigent­liche Leiter der Finanzpolitik des Reiches wird der preußische Firanzminister Miquel werden, welcher auch schon für die erste Augusthälfte die deutschen Finanzminister nach Frankfurt a. M. berufen hat. Es soll dort über die bevorstehenden Dcckungsvor- lagen für die Militärvorloge, sowie über eine Reichs- finanzresorm verhandelt werden. Daß in dieser Be­ziehung wirklich Manches geschehen kann, ist ganz außer Frage, und je eher etwas geschieht, um so besser ist eS. Weiter wird vom Rücktritt des preußischen KriegsministerS von Kaltenborn-Stachau gesprochen, die auch wohl nur eine Frage der Zeit ist. General von Kaltenborn ist ein tüchtiger Militär, aber ein wenig gewandter Parlamentsredner, so daß bekanntlich der Reichskanzler schon die ganze Ver- ttetung der Mtlitärvorlage hat führen müssen. Viel Aufsehen haben Veiändcrungen im Leben zweier deutscher Prinzen gemacht. Der Erbprinz Bernhard von Sachser-Meiningen, bisher Divisionsgeneral in Berlin, ist aus dem aktiven Dienst geschieden, und der 23jähr^ge Prinz Max von Sachsen, der jüngste Neffe des Königs Albert, ist in Eichstätt in Bayern in ein Kloster getreten.

Bezirken Anlaß. Die freifinnige Volkspartei hat in Beilin ihren recht gut besuchten Parteitag abge- haltrn und auf demselben die Beibehaltung des bis­herigen Parteinamens beschlossen. Die innere Partei­organisation ist festgestellt, über ein spezielles Partei­programm soll später Beschluß gefaßt werden. An­erkannter Führer der Partei bleibt Eugen Richter, doch haben sich bezüglich der Behandlung von sozialen und wirtschaftlichen Streitfragen auch einzelne, nicht zu unterschätzende Meinungsverschiedenheiten gezeigt. Aus unseren überseeischen Schutzgebieten find wieder neuere Nachrichten eingegangen. Emin Pascha ist im Gegensatz zu früher mit einem Male wieder lebendig gesagt, doch weiß man nichts wirklich Bestimmtes. In Ostafrika ist die britische ostafrikanische Kompagnie total mit ihren Mitteln zu Ende und hat nun auch auf das früher deutsche Sultanat Witu verzichtet, in

eine Thatsache, die Freunden wie Gegnern der Mili- täroorlage wirklich als eine Erlösung, als eine Be- frtiurg aus langer Ungewißheit galt. Diese Ansicht spiegelt sich auch in allen Betrachtungen über Verlauf und Schluß der Reichstagssesston wieder, es ist eine Erleichterung, daß endlich dieser lange Streit in bin­dender Weise geschlichtet worden ist. Die neue Heeresorganisation wird schon am 1. Oktober in Kraft treten, da alle erforderlichen Vorbereitungen hierfür bereits getroffen waren. Viel besprochen aus de» letzten Tagen der verstrichenen Reichstags- sesfion wird immer noch die Episode der Ausein-

Staate Land abzuzwacken und findet das nur in der Ordnung, während die gerechte deutsche Zurück­nahme von Elsaß-Lothringen als ein schweres Ver­brechen hingkstellt wird. Den Siamesen bleibt natür­lich nichts übrig, als auf die französischen Forder­ungen einzugehen, z« welchen auch die Engländer schweigen, da fie es mit Frankreich wegen der ägyp­tischen Frage nicht verderben wollen. Ter junge Khedive AbbaS von Aegypten hat sich wieder ein­mal nach Kräften bemüht, den Engländern durch Vorschieben des Sultans Verlegenheiten zu bereiten. Gelungen ist ihm das noch nicht, aber es könnte ihm gelingen, wenn auch Frankreich offen seine Partei ergreift, und darum läßt man in London Frankreich Siam verzehren, damit man selbst Aegypten behalten kann. Das nennt man diplomatische Arbeitsteilung. Die Verhandlungen über die irische Homerulebill dauern im Londoner Parlament immer noch fort.

Im Uebrigen ist es in den europäischen Staaten recht still, fast überall sind die politischen Ferien ein­getreten. Oesterreich-Ungarn hat nun ebenfalls ein Futterausfuhrverbot erlassen, und die Moskowiter liebäugeln mit dem Projekt des deutsch - russischen Handelsvertrages, das sie trotz aller Feindschaft gegen Deutschland doch so unendlich gern verwirklicht sehen möchten. Vorläufig hängen aber doch die Trauben noch etwas zu hoch. In Amerika wird lustig Bürgerkrieg weiter gespielt. Der brastlianischen Re­gierung hat der Aufstand in der Provinz Rio Grande do Sul doch sehr schwere Verlegenheiten bereitet und sie ist desselben bisher noch nicht Herr geworden. Ein Glücksfall ist es für sie gewesen, daß fie einen hervonagenden Führer der Aufstövdischen vcn Admiral van der Kolk gefangen hat, der nun auch schleunigst durch den Strick unschädlich gemacht werden soll. Auch in Zentralamerika, namentlich in Nicaragua, dauern die inneren Kämpfe fort und leider find hier Massacres zu verzeichnen, deren sich die Wilden nicht zu schämen brauchten.

welchem jetzt von deutscher Seite eine größere wirt­schaftliche Thätigkeit entwickelt werden soll. Der Plantagevbau in Ostafrika schreitet langsam vor­wärts. Recht ungemütlich sieht es immer noch im Hinterlande von Kamerun aus, wo die starken und kriegerischen Eingeborenen - Stämme sehr schwer iw Zaum zu halten sein werden. In Deutschsüdwest­afrika hat eS noch einige kleinere Zusammenstöße mit den Banden des Räuberhavptmanns Hendrik Witboi gegeben, aber es scheint fich doch herauszu- stellen, daß die deutsche Schutztruppe noch nicht ge­nügt, das weit ausgedehnte Gebiet im Zaum zu halten. Wenigstens ist jetzt eine weitere Verstärkung von 130 Mann nach Afrika abgegavgen. Von der ftüher geplanten Ansiedlung von Boern im südwest­afrikanischen Schutzgebiet hat die Reichsregierung ab" gesehen. Die Boern find tüchtige Kolonisten, aber cs ist bekannt, daß sie nicht mehr große Umstände wachen, wenn fie fich gehörig stark fühlen. Es könnte also dem Deutschen Reiche dort zu Lande sehr wohl passieren, in dem eigenen Schutzgebiet von den Boern an die Luft gesetzt zu werden. Auf Samoa, wo wir doch lebhaft interessiert sind, werden in aller­nächster Zeit harte Kämpfe zwischen dem König Malietoa und dem ehrgeizigen Häuptling Mataaafa erwartet.

Tie Franzosen haben im Auslande es wieder einmal am besten verstanden, die allgemeire Auf­merksamkeit auf sich zu lenken. Die Pariser Krawall- ;gge sind vorüber, auch die Nationalfeier zur Er-

Deutsches Reich.

W. Aerktrr, 22. Juli. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen am Donnerstag in Tullgarn den Besuch des Königs Oskar von Schweden, welcher an Bord desDrott" eingetroffen war. Die gegen­seitige Begrüßung der Majestäten war eine überaus herzliche, und waren die fürstlichen Herrschaften so­dann zur Familientafel vereint. Am Freitag fand die Rückreise des Kaisers und der Kaiserin nach Kiel statt, welches in 62 stündiger Fahrt erreicht wird.

Marburg,

Sonntag, 23. IM 1893.

e_ - gebaute erregte das Erscheinen des Kaisers während letzten Sitzung; die Gegenwart galt aber iit der Hauptsache nur der Verabschiedung von dem Reichs-

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daß Graf Bismarck in seiner Reichstagsrcde die An- llee i jchammgen seines Vaters wic^e^chenjnt« ^.aS Specht zwischen dem alten und m»>en Kurs in den

Vr Pi kavzlers, da der Monarch noch am selben Abend mk. via Kiel seine Ostsekreise angetreten hat. Von de» Abgeordneten, welche für die Militärvorlage <inhaten, hat der Kaiser die Herren von Stumm

Die stillen Sowmerwochen haben ihren Anfang genommen, und mit Schluß des Reichstages haben Mitglieder der Volksvertretung Berlin schleunigst ver­lassen. DaS Bestreben, mit der Session trotz der .Wichtigkeit des Beratungsgegenstandes so bald wie

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte»,

sowie die «mwncm-Bureanr von Haasenstein m Vogler in tzv-ttttt , Zrankfnrt <u M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII. fcQPtfl Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. / o

Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

möglich zn Ende zu kommen, war so offenkundig, _ paß auch in den letzten Sitzungen keinerlei ernsthafter i , 1.1 Versuch mehr unternommen wurde, die Verhand- , i braßen roch auf diese Woche herüberzuziehen. Und "in so erfolgte denn die definitive Annahme des seit mehr als drei viertel Jahren hart umstrittenen Gesetzes,

m Pflicht.

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Roman von C. Zoeller-Lionheart.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

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»Sonst wäre Viktoria wohl in Deiner Be- gleituno, lieber Bruder!"

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Er schlug den Blick zu Boden und drehte ner­vös den Ring an seiner Linken. Sein vornehm "^»Kschnittenes Gesicht hatte den vorherrschend hoch- wütigen Ausdruck fahren lassen und sah hier im Kreise der nächsten Angehörigen gedrückt und abge- __spannt aus Die durchsichtige, um Augen und Nase 1,19» herum von bläulichen Tönen angehauchte Blässe . I * Nb dem schmalen Oval das Gepräge erschöpfter Kig_®| Lebenskräfte oder aufreibenden geheimen Kummers Die Augen, schöne sprechende Augen mit dem rüh­renden Blick sein« Schwester, sahen durchgeistigt vid in diesem Augenblick auch lebensmüde und za "reiancholisch aus.

»Viky hat ihre Grundsätze nicht immer (44# ^che, die ich gutheißen kann, aber Du weißt ja, pH sie ist in diesen unerschütterlich und unbieg- wie Eisen. Sie bietet Dir übrigens durch ^ich ihr Haus an."

.Ihr Haus?" wiederholte der Oberst etwas Attisch.Junge, hast Du ihr in den Jahren Eurer Ehe noch immer nicht die falsche Vorstellung Hmen können, daß es ihr Haus ist und ihr Wille ihre Meinung, die allein die maßgebenden sind?" »Wir haben uns zehn Jahre zu spät kennen (Weint," entgegnete Prust von Brandenstein lakoni'ch Ter Oberst griff nach seinem Helm.

e , »Für mich ist'S die höchste Zeit Habe mich bei seiner Majestät für den roten Adler-Orden zu be- Nnken.

»Sprecht Euch unter der Zeit aus, ich bin

morgen in aller Frühe wieder bei Dir, Ada! Deiner Frau leg' ich meine Huldigung zu Füßen, Pruß!"

Und Du fährst gar nicht zu uns herüber?" Bedauere, mein Urlaub ist kurz bemessen." Pruß von Brandenstein preßte die Lippen un­mutig zusammen, während er dem Schwager warm die Hand zum Abschied schüttelte. Er konnte den Seinen unmöglich einen Vorwurf daraus machen, daß sie sich in seinem Hause nicht wohl fühlten, in dem schön geheizt wurde, ohne daß man dort jemals auftaute.

Die warmherzige Ange hatte sich damals nicht geniert, ihm das offen zu erklären, und der wackere Oberst war dem Verkehr stets so viel wie möglich aus dem Wege gegangen, während Ada in ihrer ruhig vornehmen Art und Brünken in seiner ge­räuschvollen Heiterkeit mit seiner Frau gut ausge­kommen: die erstere, indem sie nicht mehr an ver­wandtschaftlicher Herzlichkeit verlangte, als fie bot, der letztere, indem er, ihrer Eitelkeit und Herrsch­sucht schmeichelnd, sich in jeder Weise ihr lachend unterordnete. Zudem hatte der doch immerhin äußerlichen Natur seiner Frau das glänzende Auf treten des Bankiers bis vor kurzem imponiert, wenn sie auch die erste war, die ihn nun fallen ließ und verdammte.

Mit einem respektvollen Handkuß hatte sich der Oberst ron Ada empfohlen.

Ada ging schnell ins Kinderzimmer und holte Margot herein.

Sag' Onkel Pruß Guten Tag und Gute Nacht!" Mamachen, es ist erst sieben, darf ich nicht noch aufbleiben?"

Die so traurig veränderten Lebensverhältniffe machten sich peinlich geltend. Ada hatte notwendig

mit Pruß zu reden; Ernstes und Trübes, das nicht für Kinderohren paßte, kam ohne Zweifel dabei zur Sprache.

Margot war bisher nicht gewohnt gewesen, auch nur einen Augenblick allein zn sein. Als Herbert da war, hatte Ada sie schon hinausschicken müssen, und jetzt schien's ihr gebotener denn je, das altkluge Kind den traurigen Eindrücken zu entziehen.

Geh' ein bischen in die Küche ober bitte Marie, daß sie zu Dir in die Kinderstube kommt und mit Dir spielt," sagte fie verwirrt.

Ich werde mäuschenstill die Bilder hier besehen, Mamachen," sagte sie bittend, und dann die klugen Augen zur Mutter erhebend, um ihre RatlosigLit sofort darin zu erkennen:Ich nehme das Photo- graphie-Album mit, darf ich, Mamy? In die Küche mag ich nicht, Marie ist jetzt garstig."

Ada seufzte tief auf.Geh', Liebling, geh'!"

Nun waren die Geschwister allein. Als sie so, dicht die Köpfe zu einander geneigt, beisammen saßen, konnte man sehen, wie groß die Aehnlichkeit der Züge war; aber der geistige Ausdruck mußte stets grundverschieden gewesen sein.

Um Adas Lippen lag ein Zug von Festigkeit und Willenskraft, die durch nichts zu beirren waren. Um seinen weichen Mund lagerte jener Ausdruck der Willenlosigkeit, die fich dem festeren Charakter, wenn auch grollend, unterordnet und seine Grund­sätze leicht erschüttern läßt. Selbst in dem leicht nach vorn übergebeugten, schlanken Oberkörper, der schlaffen Haltung, wenn er sich nicht beobachtet wußte und zur Straffheit ausraffte, lagen diese Kenn­zeichen eines zwar liebenswürdigen, aber schwachen Charakters.

Adas Augen ruhten trübe beobachtend auf ihm Du siehst nicht gut aus, Pruß," sagte sie un­

willkürlich.Ich fürchte, Du bist zu Deinen Jung- gesellengewohnheiten wieder zurückgekehrt."

Nun, der Mensch muß doch etwas haben," stieß er kurz austachcnd hervor.Aber laß mich nur. Ich bin ein unverbesserlicher Sünder. Nun zum Glück wird das Wrack nicht allzu lange mehr treiben können. Wir haben Nötigeres jetzt zu be­sprechen als meine moralische Wiedergeburt, an der selbst solche Anhäufung von Vollkommenheit wie Viky vergeblich arbeitet. Leg' mir die Verhältnisse einmal klar vor, damit ich beurteilen kann, was und ob etwas zu thun ist und wie man Dir helfen kann."

Ich weiß gar nichts, rein gar nichts. Vorige Woche, letzten Sonnabend war's, holten sie ihn ab, Du weißt schon. Unsere Koffer standen ge­packt. Wir wollten mit dem Abendzug abreisen, Du weißt ja."

Freilich, ich glaubte Euch auf dem Wege nach Madeira. Der Doktor hatte den Winteraufenthalt, denke ich, Brünken verordnet?"

So sagte er mir," entgegnete fie stockend. Heute bin ich anderer Meinung. Ich bin über­zeugt, es bedeutete Flucht vor seinen Gläubigern. Unterwegs würde ich unter irgend einem Vor­wand erfahren haben, daß es keine Rückkehr hier­her mehr gab."

Und dann? Bitte, fahr' fort."

Dann kam das Entsetzliche, Unfaßbare, bei dem man fich nur fragt, wie man es bis zu Ende er­tragen konnte, ohne wahnsinnig zu werden, wie man's überleben konnte.

Man mußte aber wohl, wollte man sich das unschuldige Geschöpf, das Fleisch vom eigenen Fleisch ist, nicht um die Brust schnüren und ins Wasser springen, wo's am tiefsten ist. Und siehst Tu,