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falls bei dem Herablassen mit der Rettungs-
4 (betMünmisston beurteilt wird und das Resultat bekannt
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Unfällen, die bei Uebungeu mit der Rettung S- entstanden sind, dahin abgeäudert werde, ä das Unterstützuagsgeld auch dann auSgezahlt
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von Schenck die Festrede, die tu tief empfundenen Worten zu der zahlreichen Menschenmenge ausklaug. „Einigkeit macht stark" mit diesem Motto sei der Feuerwehr-Verband damals gegründet worden und wirke er heute noch zum Wohle der Gesamtheit fort. Schönes und Großes sei schon durch die gemeinsame Thätigkett erreicht, indessen noch große Aufgaben harren ihrer Lösung, insbesondere die Heranziehung der noch fernstehenden Wehren und die Verbesserung der Feuerlöschgeräte. Nachdem Redner noch darauf hiagewteseu, daß der Verband ftet sei von irgend welcher Jnteressenpolitik, erinnerte er an die durch blutige Kämpfe errungene Einigung Deutschlands und brachte zum Schluffe ein begeistertes Hoch auf dm Kaiser aus, in welches die Festmeuge dreimal jubelnd einstimmte und unter Musikbegleitung die Nationalhymne anstimmte. Nunmehr erfolgten die Hebungen der freiwilligen, sowie eines Teiles der städtischen Feuerwehr Witzenhausens auf dem Marktplatze. Dieselben verliefen äußerst glatt und präzis und fanden allseitige Anerkennung. Auch für eine Anzahl komischer Zwischenfälle war gesorgt, was allseitige Heiterkeit fand. Namentlich ließen sich mehrere als Frauen rc. verkleidete Männer an der Rettungsleine, Rettungsleiter rc. vom obersten Stock verk auf die Straße herab. Dann ging der Zug nach dem Festplatz „Johannisberg", woselbst Konzert und Volksfest bis tief in die Nacht hinein stattfand.
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gib.n". ES handelt sich hierbei um die Hebungen f Feuerwehrtagen. In der sich entsptnnenden leben Debatte sprechen sich die Herren Schäfer-Cassel d Senkelbach - Wannfried gegen den Antrag aus, eine Kritik der Hebung am selben Tage in der ebenden Stadt sehr leicht zu Hnannehmltchkeiien en könnte. Herr Schaaf-Marburg spricht sich für Antrag aus; die Kritik brauche ja nicht immer schroff auszufallen. Herr Landrat von Schenck- tzenhausen befürwortet ebenfalls den Antrag, da e Kritik sehr zweckmäßig sei. Herr Stahl-Cassel cht sich gegen die beantragte Prämiierung von neu Feuerwehrleuten aus, es handele sich um infame Leistung, nm gemeinsame Arbeit, da sei Prämiierung des Einzelnen absolut ausgeschloffen, avo.) Eine Besprechung der Hebung seitens einer mmisston mit dem Kommando halte er für sehr lkmäßig. Auch die Herren Ohl Hanau, Landes- Knorz-Cassel und Schaaf-Marburg sprechen sich den Antrag aus. Derselbe wird mit großer jorität angenommen, jedoch tritt er erst mit dem ften Feuerwehrtage in Kraft. Darauf wird die ahl der Mitglieder des Zentralvorstandes genommen und auf Antrag des Herrn -lmus - Cassel die sämtlichen Herren wieder- ählt. Nur an Stelle der ausgeschtedenen beiden
Jänicke-Fulda und Müller-Hersfeld wurden Herren Kramer-Fulda und Anel-Hersfeld in den alvorstand gewählt. Ans Antrag des Herrn mberger-Hofgeismar wurde darauf einstimmig be- loffen, daß der nächste Feuerwehrtag in Hofgeisabgehalten wird. Nachdem man Herrn Bürger- von Lorentz für die ftenndliche Begrüßung fettigen Dank ausgesprochen, auch auf die gastfreie bt Witzenhausen ein dreifaches Hoch ausgebracht , erhob man sich zum Zeichen der Anerkennung bie geleistete tüchtige Geschäftsführung des Zentral- andes von den Plätzen, worauf die Delegierteu- ndlungen geschlossen wurde. Nach gemeinsamem ihschoppen und Konzert auf dem Festplatze, fand 1 Hhr gemeinsames Mittagsmahl im Hotel zum en Löwen statt, das einen höchst gemütlichen lauf nahm, um so mehr als über die Speisen Getränke des Herrn 3ba nur eine Stimme des herrschte. Um 21/s Uhr erfolgte bann die ellung des Festzuges vor dem Walburger Thore um 3 Uhr setzte sich der Festzug durch die en der Stadt in Bewegung. An demselben en außer den Feuerwehren Heffens auch die Häuser Vereine (Liedertafel, Liederkranz, Tnrn- , Schützenverein) mit Fahnen und Musik teil. Ganzen beteiligten sich 500—600 Mann am e. Nachdem derselbe auf dem Marktplätze ange- war, hielt der Ehrenpräsident Herr Landrat
KeuB wrt lterte bürg lchsen , daß
! 1. Oktober
! 1 August fofort ob. spät.
Irr eigner Zacke
Zu unserer in der Samstag-Nr. gebrachten Notiz mit gleichlautender Ueberschrift sendet uns Herr Schott folgende Berichtigung:
Die in der Nr. 159 Ihrer Zeitung enthaltene Erwiderung meines „Eingesandt" im hies. „General-Anzeiger" Realschule betreffend enthält folgende Sätze:
1) „Sie haben schon am Mittwoch Mittag gewußt, was Ihnen in der Nachmittagssitzung des B.-AusschusseS bevorstand."
2) „Sie sind kurz vor dieser Sitzuug in dem Restaurant Schäfer auf dem Markte gewesen."
Beide Sätze enthalten kein wahres Wort und sind deßhalb alle aus diesen unrichtigen Behauptungen gezogenen Schlußfolgerungen hinfällig. G g. Schott jun.
Wir erwidern demgegenüber, daß uns beide Behauptungen von glaubwürdigen Personen mitgeteilt worden sind, um letzteren jedoch ettvaige Unannehmlichkeiten zu ersparen, verzichten wir vorerst auf ein weiteres Eingehen in dieser Angelegenheit. Die Red. d. Oberh. Ztg.
Vermischtes.
— Nach einer Drahtnachricht aus Konstantinopel wurden die armenisch - protestantischen Professoren Thumajan und Kadschadschau, deren vom Gericht in Angora gefälltes Todesurteil der Kassationshof bestätigt hatte, vom Sultan begnadigt, unter der Bedingung, daß sie das türkische Gebiet sofort verlassen.
— In Galweston (Nordamerika) kam es zu einem verzweifelten Kampfe zwischen Bürgern und Strolchen. Beiderseits wurden viele Personen getötet. Mehrere Verhaftungen erfolgten.
zu verkaufen.
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utzleine angewendet worden ist. Nachdem die ien Gold-Marburg, Schaaf-Marburg, Ohl- , Schäfer-Cassel noch zur Sache gesprochen, der Antrag mit großer Majorität angenommen. Schaaf-Marburg regte eine bessere Verbreitung Sitzungsberichte des Zentralvorstandes durch das blatt „Die Feuerspritze" an, worauf der Antrag Freiwilligen Feuerwehr zu Marburg: „Der hrtag wolle beschließen, den I. Teil des § bet Satzungen dahin zu erweitern, daß hinter Worte „abzuhalten" eingeschaltet wird: welche einer von dem Feuerwehrtage zu wählenden
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/Ls wird auf sogleich ein jüngerer Äs' zuverlässiger ordentl. Hans- bnrfche gesucht. Wo? sagt die
Lelegrapyrsche Depesche« der Oberhemschen Zeit«««.
Starnöerg, 9. Juli. Der pensionierte General- leutnaut von Lutz, welcher 1866 das Portefeuille des Kciegsmintsters inne hatte, ist gestorben.
Wie», 9. Juli. Das „Wiener Tagebl." erfährt, die Regierung bereite für die Herbstsessiou des Reichsrats einen Gesetzentwurf vor, welcher eine Interessenvertretung der Arbeiter durch Arbeiterkammern mit dem Rechte der Wahl in den ReichS- rat entführen wolle.
Aaris, 9. Juli. Der Rücktritt des Finanz- mlnisters Peytral wird von einzelnen Blättern wegen der schwebenden Budgetberatung als ein sehr ernster Zwischenfall angesehen. — Der Polizeipräfekt Loze ersuchte den Seinepräfekten, den Fackelzug am Vorabend des Rationalfestes in diesem Jahre zu untersagen.
Zkaris, 9. Juli. Nach Schluß der gestrigen Kammersitzung begab sich der Finanzminister Peytral zu dem Ministerpräsidenten Dupuy und überreichte demselben seine Demission.
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il Schi-Li.- aus größerer Höhe als 6 Meier auch die
und weil man dort gar nicht wagt, solche Vorlagen einzn-» bringen, ohne vorher der Zustimmung des Parlamente» sicher zu sein. Thun Sie was Sie wollen, unsere Partei wird, sei sie groß oder klein, an ihrer Tradition festhalren. (Beifall). Abg. von Jagdzewski (Pole): Wir werden für die Borlage der verbündeten Regierungen eintreten, wir thun das in der Ueberzeugung, daß wir damit die Interessen, mit deren Vertretung wir von unseren Wählern beauftragt sind, am richtigsten vertreten. Wir hoffen, daß dem die Regierung Rechnung tragen wird. (Beifall). Abg. Rickert (freif. Vereing.): Militärfragen sind für mich keine Patteifragen, sie muffen rein sachlich behandelt werden und ich bedauere tief, daß militärische Angelegenheiten, welche nur der Sicherheit und Verteidigung des Reiches gelten, im Pattei- interesse ausgebeutet werden konnten. Wenn ich für diese Vorlage stimme, befinde ich mich auch keineswegs im Widerspruch mit dem Programm der bisherigen freisinnigen Partei, welches in klaren Motten die Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht fordett. Aber Zug um Zug! Wenn wir die Kompensation für die Einführung der ziveijährigen Dienstzeit gewähren, mnß auch die letztere gesetzlich feftgelcgt werden. Was die Kostendeckungsfrage betrifft, so werde ich einer Börsensteuer zusttmmen, durch welche der Verkehr nicht gehemmt wird und wir dem Auslande gegenüber nicht konkurrenzunfähig werden. Notwendig ist auch noch eine Erklärung des Herrn Reichskanzlers, daß die Kostendeckung nicht durch Steuern erfolgt, welche die ärmeren Leute tragen müssen. Ich halte fest an beit Grundsätzen des Liberalismus, aber ich würde ans der liberalen Pattei austreten, wenn sie mich hindern wollte, für die Sicherheit und Existenz des Vaterlandes einzutreten. Wir hoffen, mit der Reichsregierung zu einer Verständigung zu kommen und dadurch dem Vaterlande zu dienen. (Beifall). Die Debatte wird geschlossen. Persönlich weist Abg. von Blume (sreikous.) einen in den Worten des Abg. Gröber liegenden Vorwurf zurück, daß er im speziellen Interesse der Großindustrie für die Militärvorlage gesprochen. Abg. Gröber (Ctr.) erklärt, es sei nicht seine Absicht gewesen, einen solchen Vorwurf zu erheben. Eingegangen ist noch eine Interpellation des Abg. Bebel (Soz.) betr. den Empfang von Mitgliedern des aufgelösten Vereins „Fedelta" durch den Polizeipräsidenten Feichter in Straßburg i. E. Nächste Sitzung Donnerstag den 13. Juli Mittags 12 Uhr (Anträge und Interpellationen, zweite Berathung der Militärvorlage).
stebimgszwecken vollauf genüge. Herr Ohl-Hanau Breitet, daß eine Höhe von 6 m zur Ausbildung ' Feststellung der Schwindelfreiheit genüge. Herr e,gaffe! befürwortet den Antrag dahin abzu- . daß die fraglichen Hebungen unter allen tblage Xj^änben stets nur unter Benutzung der Rettungs- " c* stattsinden dürfen. Herr LandeSrat Knorz-Cassel tragt den Antrag Hanau folgendermaßen zu formu- , den Zentralvorstand zu ermächtigen, dahin zu daß der Beschluß der VersicherungSkasse zu iebutg, betreffend die Versagung der Hnterstützuug
nur her Unterstützung durch andere Parteien, und jedenfalls ist die Sozialdemokratte als solche bereits auf ihrem Höhepunkt angekommen. (Widerspruch bei den Sozialisten.) Ja, weshalb treten Sie denn dann mit Ihrem Programm mehr und mehr zurück? Wenn Sie die Arbeiter wegen des Zakunfsstaates interpellieren, dann lautet die Antwort einfach: Wir vertreten Eure Interessen und damit Basta! Glauben Sie denn, daß das auf die Dauer genügen wird! Wenn auch der Parttkulnrismus gewachsen sein mag, so äußern sich doch partikulattstische Tendenzen innerhalb -der regierenden Streife heute weniger, als in früheren I ihren, und darauf kommt es doch an. Wenn der Reichstag seine volle Bedeutung wiedergewinnen soll, so muß er da wo e8 sich um Existenzfragen des Reiches handelt, zu einer festen, entschlossenen Haltung bereit sein; sonst wird er tief in seinem Ansehen herabsinken. Hier, wo die Regierung ihre Pflicht thut, ist es Aufgabe der Vertretung der Nation, sie zu unterstützen, und Harum stim neu wir für die Militär- Vorlage. — Reichskanzler Graf Caprivi: Auf die Ausführungen des Abg. Groeber habe ich wenig zu erwidern, auch eine Rede im demokratischen Tone aus den Reihen des Zenttums war ich von vornherein gefaßt, nachdem die Partei sich entschloffen hat, von ihrem kirchlichen Standpunkt auf den demokratischen zu treten; Die Gröber'schen Ausführungen entsprechen völlig den früheren Lieber'schen Aussprüchen: „Je weniger wir Offiziere und Soldaten haben, desto mehr werden diese ihre Schuldigkeit ihnen", nutz „Je mehr Soldaten wir haben, destomehr werden tot geschossen". Damit kommen wir aber nicht von der Stelle, und die vom Abg. Liebknecht angeführten Bei'piele von der Trefflichkeit des Volksheeres beweisen das Gegenteil. Was es, um das angeführte B.ispiel zu beurteilen, den Vendenern ermöglichte, h:n Kampf gegen die R.publick so lange zu führen, waren der Royalismus und der Katholizismus. Solche Volkskriege sind aber länger und blutiger, als die Kriege von geschulten Armeen. Das Urteil aller militärischer Antotttäten geht dahin, daß unsere Zahl nicht ausreicht, um uns den Sieg in einem Kriege mit Frankreich von vornherein unbedingt zu sichern. Die verbündeten Regierungen müssen deshalb an ihrer Forderung festhalteu. (Beifall.) — Abg. Preiß (Els.): Wir stimmen ans volkswirtschasllichen Gründen gegen die Vorlage und werden uns durch keinerlei Drohung einschüchtern lassen. Auch wir Elsässer fürchten Gott und sonst nichts in der Welt. — Abg. Böckel (Antisemit): Wir sind geneigt, für die Militärvorlage zu stimmen, wenn der Herr Reichskanzler eine bestimmte Erklärung dahin abgiebt, daß die Kostendeckung nicht durch neue Konsumsteuern, welche die Massen treffen, ober durch eine Erhöhung der Reichsschuld oder durch eine Erhöhung der Mairiknlarbeiträge erfolgen soll. Wir wünschen, daß das Geld zu diesen neuen Ausgaben von bett Reichen genommen werde. Die Börseusteuer darf nicht einfach erhöht, sondern muß völlig umgestaltet werden, und insbesondere bedürfen wir einer Emissionssteuer. Notwendig ist auch eine progressive Reichs-Einkommensteuer, damit endlich dem Anwachsen der großen Vermögen ein Ziel gesetzt werde. Dem Herrn Reichskanzler lege ich noch den Wunsch aus Herz, daß sich die Militärverwaltung, wie dies in Sachsen mit Erfolg geschieht, bei Lieferungen direkt mit den Produzenten in Verbindung setzen möge, ferner müßten die kleineren Städte bei den Garnisonen mehr als dies bisher geschehen ist, berücksichtigt werden. Ich wünsche endlich, daß dies die letzte Militärvorlage sein möge, welche dem Reichstage zugeht. Denn wenn unsere wirtschaftliche Kraft weiter erlahmt, >vo sollen bann bie Geldmittel und immer neue Soldaten Herkommen? Wenn Frankreich nicht mehr Soldaten aufbringen kann, wie gegenwärtig, so kann diese Vorlage wohl die letzte fein, welche uns zugeht. Denn Rußland müssen wir qualitativ überlegen fein, da wir inbezug auf die Quantität nicht mit diesem Staate konkurrieren können. Hoffentlich wird auch bald Klarheit über den russischen Handelsvertrag geschaffen. Mit einem Feinde schließt mau doch keine Handelsverträge. Eine Ruhepause ist nötig, damit wir uns mit voller Kraft der Erhaltung des Mittelstandes widmen können. (Beifall.) — Reichskanzler Graf Caprivi: Mit meiner gestrigen Erklärung bezüglich der Deckungskosten hätte sich der Herr Vorredner wohl zufrieden geben können. Ich bin mit ihm darin einverstanden, daß unsere Reichsschuld nicht weiter zu erhöhen, vielmehr zu amortisieren ist, ebenso daß die Matrikular- beiträge nicht dauernd erhöht werden dürfen. Im übrigen mag der Reichstag das Vertrauen hegen, daß die verbündeten Regierungen nach den von mir bar gelegten Gruud- sätzen die Kostendecknngsfrage zu einer gedeihlichen Entwicklung führen werden. (Beifall.) — Abg. Richter (freif. Volksp.): Wir nehmen der Militärvorlage gegenüber heute dieselbe ablehnende Haltung ein, wie in der vorigen Session. Auch die Rede des Abg. v. Bennigsen, der uns unsere Wahlniederlage vorhielt, hat uns eines Besseren nicht zu belehren vermocht. Grund zum Stolz haben die Nationalliberalen am wenigsten; wo wären sie denn geblieben, wenn sie auf ihre eigene Kraft angewiesen gewesen wären? Wir geben uns noch lange nicht verloren und sind auch nicht verloren. Wenn die Regierungsstatistik über die Wahlen herauskommt, werden wir ja sehen, daß die Wahlen ein Plebiszit gegen die Vorlage waren. Von einem unverfälschten Ausdruck des Volkswilleus kann im Wahlresultat keine Rede fein, der ganze Negierungsapparat hat dabei mitgewirkt, schlimmer wie unter dem Fürsten Bismarck. Die Kostendeckungsfrage hätte sofort erledigt werden müssen: das Finanzprogramm des Herrn Reichskanzlers war doch mehr ein negatives, sicher ist nur eine neue Börsensteuer. Dagegen ließe sich ja nichts sagen, wenn nur nicht die Bankiers wieder diese Steuer auf das Publikum abwälzten. Das französische Kadresgesetz, welches ebenfalls zugunsten der Militärvorlage erwähnt wurde, ist lediglich der Schlußstein einer schon lange eingeführten Organisation unb bietet nichts neues. In Frankreich träten in militärischen Dingen nicht so scharfe Gegensätze auf wie bei uns, weil bort das parlamentarische Regime hettscht
Deutscher Ueichstag.
Berlin, de« 8. Juli 1893,
Am Bundesrats tische: Graf Caprivi, von Kaltenborn- Stachau, von Bötticher, von Marschall rc. Haus unb Tribünen sind gut besetzt, aber doch viel weniger stark, als TagS zuvor. Eingegangen ist der Bericht der Reichsschnlden- kommisston; Die erste Beratung der neuen Militärvorlage wird fortgesetzt. Abg. Grober (Ztr.): Im Namen der Zentrumspartei habe ich zu erklären, daß wir beschlossen haben, der wiedereingebrachten Militärvorlage gegenüber dieselbe ablehnende Haltung zu bewahren, wie früher. Dieser Ansicht sind auch die neugewählten Mitglieder meiner Partei. Wir vermögen auch nach den gestrigen Darlegungen des Herrn Reichskanzlers das Bedürfnis für eine Erhöhung der Friedensstärke unserer Armee nicht anznerkennen, wir erkennen weder ein militärisches, noch ein wirtschaftliches Bedürfnis dafür an, halten eine solche, mit schweren Lasten verbundene Erhöhung im Gegenteil für wirtschaftlich schädlich. Es ist nicht erwiesen, daß das für die neue Vorlage besonders geltend gemachte numerische Uebergewicht der französischen HeereSstärke für uns so beunruhigend ist. Der Herr Reichskanzler hat früher ja selbst über die in dieser Hinsicht gehegten Befürchtungen gespottet. Wenn Rußland mit in eine Aktion eintreten sollte, so kommen doch auch unsere Bündnisse in Betracht. Allerdings ist ja die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß die bestehenden Bündnisse einmal gelost w-rden konnten. Das sollte uns aber gerade veranlassen, auf eine festere Verbindung mit Oesterreich, auf ein organisches Verhältnis hivzuwirken, welches dieses Bündnis für immer sichert. Ich wünsche auch Ruhe, aber nicht eine Kirchshofsruhe, wie sie fortgesetzte Rüstungen ergeben, sondern die Ruhe der friedlichen Entwicklung deS Erwerbslebens. Wir lehnen beshalb diese Vorlage rundweg ab. (Veifall und Zischen.) — Aba. Bennigsen (natlib.): Wir werden geschloffen für die Vorlage stimmen. Die verbündeten Regierungen müssen zu den Rüstungen greifen im Hinblick auf bie bedrohte Stellung und bie geographische Lage unseres Nationalstaates, die uns einen Krieg nach zwei Fronten aufzwingen kann. ES ist sehr thottcht. hierüber sich mit einigen Worten Hinwegsetzen zu wollen. Der Herr Vorredner hat gemeint, unsere Truppen brauchten, wenn wir von Westen her angegriffen würden, Frankreich nicht zu überfluten, eS genüge schon ein entschiedener Schlag in den Grenzbezirken. Hat der Herr Vorrebner denn vergessen, wie lange 1870 sich der Krieg noch hinschleppte, nachdem Metz bereits gefallen war? Wenn die Regierung in Frankreich wirklich schwach ist, wie der Abg. Groeber ausführte, so wird in Patts früher ober später boch ein militärischer Abenteurer an die Spitze gelangen, unb ein solcher könnte sich nur durch Krieg halten. Militärische Talente hat Frankreich nach wie vor, und wenn uns die Ereigniffe ge zeigt haben, daß in Frankreich weite Kreise korrumpiert sind, muß denn auch die Armee schon korrumpiert sein? Es ist nachgewiesen worden, daß nnS Frankreich auf militärischem Gebiete heute numettsch und auch in der Ausrüstung überlegen ist. Bei der heiklen Situation, in der wir uns befinden, kann wohl verlangt werden, daß wir wenigstens Frankrttch milstättsch gewachsen sind, zumal wir 11 Millionen Einwohner mehr haben; Es handelt sich für uns bei der Ausgestaltung unserer Waffenrüstung doch nicht bloS um die Beibehaltung Elsaß-LothttngenS, fonbem auch um die Erhaltung unseres jungen Nationalstaates. In Frankreich überwiegt der Revanchegedanke alles andere, darüber mag sich nur Memand täuschen. Dem bekannten französischen Staatsmann Jules Feny wurde seine politische Laufbahn abgeschnstten, nur weil er im Verdacht stand, den Revanchegedanken verdrängen zu wollen. Der Revanchegedanke wird in Frankrttch bis in die Schulbücher hinein gepflegt. (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Den größten Zuwachs bei den letzten Wahlen haben absolut und relativ die Mttelparteien erfahren, das zeigt, wohin die Strömung gehe; Die Sozialdemokraten verdanken ihre Serftärtung
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