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Deutsches Reich.
W. Aerki«, 3. Juli. Unser Kaiser, welcher mn Freitag Nachmittag von Kiel wieder in Potsdam eingetroffen war, hörte dort Sonnabend Vormittag die Vorträge des Zivil- und Militärkabinetts und hatte dann längere Konferenzen mit dem Reichskanzler Grafen Caprivi, dem Premierminister Grafen Eulenburg und dem Kultusminister Dr. Bosse. Am Sonntag Mittag fand im Neuen Palais größere Tafel zu Ehren des zum Besuch eingetroffenen Fürsten von Schaumburg-Lippe statt, zu welcher der Reichskanzler, Graf Eulenburg und andere hochstehende Personen geladen waren. — Die „Post" schreibt: Lerschiedere Blätter bringen die Nachricht, der Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, Schwager des Kaisers, beabsichtige, die Herrschaft Primkenau zu verkaufen. Von kompetenter Seite wird uns
Durch Wolke«.
Erzählung von M. W i d d e r n.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
mitgeteilt, daß Seine Hoheit gar nicht daran denke, seine Güter zu veräußern. Es liegt auch nicht der - geringste Grund hierfür vor. — Daß das Vorgehen
der Bergakademiker in Freiberg i. S., welche vom Senat den Ausschluß derjenigen Studierenden, die stch an der sozialdemokratischen Wahlhetze beteiligt hoben, gefordert und durchgesetzt haben, von der sozialdemokratischen Presse verurteilt werden würde, war vorauszusehen und ist begreiflich. Aber! auch der Freifinn ist empört über die national ge- smnten Akademiker. Tas „Berl. Tagebl." spricht von „Hurrahpatriotismus", „Denunzianten" und „jnngendlicheu Strebern." Zur Erklärung dieser Stellungnahme genügt der kurze Hinweis auf die Thatsache, daß die sozialdemokratischen Akademiker rusfische Juden find und daß der Freisinn eine Judenschutztruppe ist. — Die schlimmen Nachrichten aus Kamerun werde« jetzt bestätigt. Am 27. September hat im Hinterlaude ein für die neue! dortige Schutztrvppe ungünstiges Gefecht stattge-I funden. Der Leutnant v. Volckamer, Stationschef! von Balinga, hatte sich, so meldet die „Köln. Ztg.", I «Bf dringendes Bitten des Häuptlings von Balinga! einem Kriegszuge gegen die Bakongos angeschloffen. I Zuerst verlief das Gefecht günstig, dann aber trat! Patronenmangel ein und Volckamer mußte den Befehl I «m Rückzug geben. Hierbei wurden die Zurück-! Reichenden von den Bakongos ereilt, umzingelt und! uiedergemacht. Unter den Gefallenen befindet sich! »ußcr Volckamer auch der Expeditionsmeister Feld-! Rebel Ccadock und der Häuptling der Balingas und! lk Leute der Station. Aus den vorliegenden Be1 Hie» ist nicht recht ersichtlich, warum Soltfamei |;
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Muftrirtes S-nntagsblatt. —*ss»'Ä«aL»m-—*
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d'- -»- »ta t««,* e.».ta 3S SZ"“ÄSÄ * * 'ad SÄ' .'"’S ”b d°dm«ftsi,te-- vorher zu benachrichtigen. Auf die Nachricht von! München 1 Juli ^AnläLlial b-« -mff>br^pn ^r/"^p^lkeffel und Menagengeichirre der Mann- BolckamrrS T-d- »Ul. 'ta Srotoant m Sotte'WtaÄ' ?“»'S »» SÄ Ä'Ä M »ta rete MW«», Stetten sogleich eine Straf-Expedition. Die Bakongos brachten in demsckönaesckmiMenP^ ! atif ba8 3rfanterie-Leib-Regiment
wurden vollständig geschlagen und ihr Hauptort ver- deutschen Universitäten^und ärztlickeKörvmchasten t^°^t geb eben und auf keinen anderen Truppen- brannt. Stetten erhielt dabei eine ungefährliche sowi die 6ahetif(fi n Mßr^n . f d'r Garnison ubergegangen ist. Bei dieser Ge-
Fleischwunde am Arm. I relv er'' w- mündliche I legenheit wurde aufgrund amtlicher Aufzeichnungen
-(Vom deutsch-russischen Handels- Darunttrbch^denfichDepM daß zur Zeit der Gesundheitszustand der
vertrag.) Gegenüber der Menge von irrigen Mel- Viktoria des Herzogs KaA Theodor8 hJs Stadt München in bezug auf
du»«-» tech- In d-r M< Sb-, d-» Stund »nd «althuite ft- Rrichsl-te^d,? SteL« >"°» d°» »°N»-I-» «--hM»ft« nicht »bwricht. Verlauf der handelspolitischen Verhandlungen zwischen! von Bötticher, des Kultusministers Dr Bosse des
bkUtKb Alla ^06I“nfbnr ^?ml°ufe findstellt ftüheren Kultusministers Oberpräfideuten Dr'. von HeffeN-Nüffav.
b^/divrbd. Allg. Ztg. folgende Thatsachen richtig: Goßler, der Universitäten Edinburg, Kasan, Kiew Marvil q J ...... . _
-Die deutsche Regierung hat auf die russische An- Utrecht, der Akademie zu Vetersbma re Die । (Besichtigung des
regung einer handelspolitischen Verständigung hin von München widmete eine gold ne Bürgermedaille@b ißt triff °! J n81) ^9^, Dienstag tn der I Anfang an den Standpunkt vertreten haft — wie! 9 <wi9 m « u t | xrU9e ber kommandierende General des 11.
Idi-s auch von d-m Stuaiss-kretör d-S AnkwSrtlgenlbelm boverisch-'n I e~-®iieCeni üon Wittich, hier ei»,
I Amtes ÜN Reichstag-wiederholt dargeleat würde —I Teile der smL*,„L (/ be I um das hiesige Jägerbataillo» z» bcfichligeir. Morgens
rin- Herabsetznug d?S w,»irllg^ fcafta.« L™ * Hftt »-'°«-°--'r---I"-» -»'d-m
Ibie notwendige Voraussetzung für Gewährung des!folgende Erklärung• Die zweite Beratuna übe/die!anöver.) Das hiesige deutschen Konventionaltarifs an Rußland bilde; sie! hinsichtlich der beim Kal Jniant^ie ^br^-n!- Jagerbakaillon wird am 30. August zu den Manöver« L.n«n»,ch'L'L. M*Ä»**“ iÄ-Xta.- am 23- ®'We"b“ "
im April d. I. ergangenen russischen Antwort wurden gegenstand diese^mehrstündiam Konferen^bild^te d e ^ , Bürger-Ausschusses am
! einzelne dieser Forderungen bewilligt, andere abge- Festst llu»a d UrfaTuurÄ ™ 3«ni l893 imRathaussaal: 1. Erneuerung der
lehnt und bezüglich einer größeren Reihe von Pofi- dieser schweren Evidemie “”fl bur* bic ß°bn nacb Weidenhausen.
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Kamknrg, 2. Juli. In Hamburg I hat Bebel befindlichen Spülwaff unte? dem »Ä h6»!' ^itgNeder des Liedervereins, des älteste« nun abg-l-hnt, du ,-in- d-,tl--n Paririg.nosi-n chn mLl.,^
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sie müffe ja hinuntergehen, um sich in ibr i r ? ' ®ÖS , n ist? Empfinden, dem sie Worte lieh: „Es ist so fürchter-
- - - einfefcen &u laffen, fäüttelte Seatri? ben Äopf mU^e I Ä IÄ" Zeit zu vergeuden und das Pein-
Sie wollte den Oberkörper erheben, aber mit mich heute nur in meinem Bette, Kind," sagte fie, ef?e ®ar’ bte P?pe' bafur no(?,@e^ ?u beziehen. Je mehr ich
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B ' - - P8' 1 3 9 i ne.n* war gekommen, wo Margot sich erlauben durste,!Gras das Anerbieten machte, hier in die Stelluna
nur das mcht! rref Beatrix entsetzt I um Emlaß zu bitten, so klopfte sie denn auch und I der Kastellanin zu treten, war ich Modistin in einem
- r.x n - "7- s:h:r.!' schon eine Sekunde später in dem hohen, an-1 bedeutenden Konfektionsgeschäft in Berlin und batte
rottt Eewen Arzt! Nein und I spruchslosen Gemach. Die beiden Inhaberinnen »soviel zu thun, daß ich oft bis zum spätesten Abend tausendmal nein!" saßen auf dem mächtigen Kanapee, httiter dem im Geschäft bleiben mußte."
Das junge Mädchen hatte viel zu thun, um die scheren, eichenen Tisch auf dem noch das Kaffee- „Mit so großen Anstrengungen ist Ihr nun- «Arme zu beruhigen und es verging eine geraume!geschnr stand, Handarbeiten und em GebetbuchImehriges Amt freilich nicht verbunden" sagte die Zett, ehe es ihr möglich wurde, wirklich hinabzu- lag-n. Beim Eintritt Margots erhoben sich beide Pastorin freundlich. „Im Gegenteil, die Stellung gehen. Dann aber trug sie ein so schweres Herz Frai-en a^r wahrend Elise nur mit einer tiefen, der Kastellanin auf Netterburg bleibt ein reS sich und .schon auf der Treppe sagte sie mit Unsäglich steifen Verneigung für dm Gruß ihrer Ruheposten für eine Person, die auch einmal ^ach «halblauter Stimme: I lungen H«usgenossin dankte, ging die alte Frau ihr «langem mühseligen Lebenswege aufatmen möchte."
I "®6 wäre das Beste, wir stürben beide, das I ^^rttte entgegen und reichte ihr, wie ab-l Margot seufzte, aber fie sagte nichts wobl aber
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»Stow Du, Allgütiger, Allerbarmer stehst inI „Ach ja, trinken Sie noch eine Taffe mit uni'" Sjofeen ©anjen im Schloß gegenüber. Sie »Mer Herz Tu, nur Du weißt, wie wir zu Cuü -k • , t ’ l^en ffir Drbnung in den Gemächern zu sorgen,
tragen buben an unserem Leid und wirst un»HilfeIjh„- Kommms über"^ @ dmüffen baran denken, daß, kommt Besuchte»
fenben!" * 1 ppre« Kommen« über. „Sie wollten so gtihg sem, auch an nichts fehlt, was berfelbe je nach feinem
«- »»h-w-g, te gl-ichwürig da, H,„gl Und S si-ft T re!» 'SÄr* h“*»*« W '
Ä 9, bi'Ä “?• M S«-i»,si- ihr »»d dm B-id-n rorgt (8«tfe6ung folgt.)
werten, ob Elise benn auch das richtige Verständnis! fallen. Und dann fetzte sie lebhaft hinzu, in einer | -------------
iütte^chen^ D„ "snllff S 5 nnn "Nein - nur das nicht I" rief Beatrix entsetzt um Einlaß ffen m tr. ‘V?t °llem .Nur nicht noch mehr frembe Menschen sehen! stand schon
?eubt bnfi^ii$Cto ÄL? ? so wenig!Margot, hörst Du, ich will keinen Arrt! Nein und svruchslosen ceuve hat! flüsterte Margot, die, schnell an das «tt zurückgekehrt, sich nun zu der Mutter beugte, K Augen voll inniger, treuer Kindesliebe . . .
Minutenlang war es bann ganz still in bem «Mn Gemach mit seinen altertümlichen, kunstvoll M.itztm Mobilien, bann aber erhob sich Margot wtziich, unb ein heiteres Lächeln auf die ippen! vmgend, meinte sie:
»Wie sorglos ich bin! Es ist lange Frühstücks- k und Mütterchen hat noch immer nicht ihrm Me Aber nun will ich sofort klingeln. Es ist >w,e im Märchen hier, nur eine Handbewegung
das Tischlein ist gedeckt l"
Beatrix am «rettete nicht Ihre Gedanken waren i B nicht bei dem Frühstück und noch weniger dem Märchm vom „Tischlein deck dich!" Mar- ‘ “^r eilte ihrer Pflicht nachzukommen und keine | "'Minuten später dampfte der Kaffee auf dem! >ch in einer hübschen, wenn auch altmodischen! wve und daneben stand ein Teller mit frisch ge-1 ^?em Zwieback, Taffen und Zucker.
Margot servierte der Mutter, und fie ließ e«| '1)mmer gefallen, gleichgiltig, ohne Dank Als!
beide dann ihr Frühstück eingenommen und!
Wrscheiut täglich «ßer «u ikerktsge« n-ch Senn» »ud fvwi _
M 154. Marburg, „„
_______ÄJÄSÄStet Dienstag, 4. Juli 1893.
Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover' Paris.