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steht es aber mit den Wahlerlebniffen, mit dem recht heftig geführten Kampf zu den Stichwahlen, mit dem Gewinn und Verlust der einzelnen Parteien. Ta läßt sich manches Wort sprechen und die Sieger werden es ebensowenig daran fehlen lasseu, wie die, welche die Zeche des Wahlkampfes bezahlen. Es wstd sich wohl schon in der bevorstehenden Reichs­tagsdebatte zeigen, daß die Neuwahlen mehr im Reichstage geändert haben, als es äußerlich scheinen will. Man prophezeit auS der Zusammensetzung des neue» Reichstages erhöhte Schwierigkeiten für das Zusammenarbeiten der Volksvertretung mit der Re gierung; was will das aber bedeuten? Vor den letzten Neuwahlen ist auch recht viel prophezeit, wovon aber unendlich wenig eingetroffen ist; es ist darum wohl besser, man läßt nunmehr das Weissagen sein und überläßt den neuen Reichstage seinem Geschick. Wie die Hauptwahlen sind auch, abgesehen von einigen bald unterdrückten Tumulten, die Stichwahlen ruhig verlaufen. Die beiden Häuser des preußischen Landtages haben nach den Stichwahlen ebenfalls ihre Arbeiten wieder begonnen, die dem Abschluß der umfangreichen Steuerreform gelten. Die zwischen dem Herrenhause und dem Abgeordnetenhause über

schon, sie wolle ebenfalls mit der Silberwährung brechen, und mit den Finanzverhältnisien in Mexiko steht es sehr traurig. Die Angelegenheit fällt um deshalb für Deutschland so erheblich ins Gewicht, weil bei uns Millionen von mexikanischen Staats» papieren verbreitet find, die, weil fie sechs Prozent Zinsen geben, besonders von mäßig bemittelte» Leuten stark gekauft worden find. Man hat leider sehr viel Grund zu der Befürchtung, daß auch der mexika­nische Staatsbankerott nur eine Frage der Zeit noch ist.

Aus dem Orient ist wenig Neues mitzuteileu. In Armenien scheint der Zwiespalt zwischen Christen und Türken, der so oft fich in blutiger Weise äußert, wieder einmal recht groß geworden zu sein, denn nur zu häufig komme» Meldungen über Ausschreitungen. Die Christen ziehe» dabei stets die Kürzeren, und so find jetzt erst wieder eine Anzahl angesehener Armenier wegen Auflehnung zum Tode verurteilt. Man hofft aber auf Begnadigung.

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Die Zeit floß dahin, ruhig und beglückend, bis Mütterchen mir eine Schwester schenkte. Der Vater hatte uns bald nach ihrer Geburt verlaffen und ich «innere mich der Kleinen kaum, deren auch ich mich nur sehr kurze Zeit erfreuen sollte. Das liebliche Kindchen war vielleicht acht Wochen alt und noch nicht getauft, al» an einem Novembertage ein frenv der Gast bei uns anlangte Er hatte Papiere unter dem Arm und sprach lange und aufgeregt mit mei­ner Mutter. Ich hörte sie schluchzen, jammern und auch die Worte sagen: »Also er verstößt mich und nh bin doch sein rechtmäßiges Weib, wenn ich auch keine Beweise dafür in Händen habe: Alexander nahm den Trauschein und er hat auch den Tauf- ichein meines Sohnes.*

»Ein Märchen!* rief der Fremde da, und meine Mutter weinte noch heftiger. Endlich entfernte sich der Herr: „Ich lasse Ihnen vierzehn Tage Zett

Bedenken,* sagte er im Fortgehen — „und Me, in der Zwischenzeit werden Sie fich entschlossen Men, über den Ocean zu gehen — berücksichtigen E« auch, es sind Hunderttausmd Rubel, die Ihnen geboten werdmi*

Da lachte fie schneidend auf, — „Hunderttausend Aubel! Und dafür brauche ich mich und meine Kmder nur — ehrlos — namenlos machen zu «ffen, nichts weiter!!*

Die Thür war hinter dem Fremdm ins Schloß Nsallen, meine Mutter aber hatte mich laut auf­

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Marburg, Sonntag, 2. Juli 1893.

Wochenschau.

Der Wahlkampf ist zu Ende, nachdem nun auch die Stichwahlen definitiv ihren Abschluß erreicht haben, den» die für fünf doppelt gewählte Volksvertreter erforderliche» Ersatzwahlen werde» für die erste Session des neuen Reichstages schwerlich noch in Bettacht kommen. Im Sitzungssaale des Reichstages wird fich aber von nächster Woche ab das Nachspiel zu den stattgehabten Wahlen entwickeln und in den sich dann anspinnenden Erörterungen dürfte vorerst nicht allzuviel von der Militär Vorlage und der Heeres- organisation nm so mehr aber von Wahlerlebnissen, von der Parteien Aufstieg und Niedergang die Rede sein. Eine Mehrhest von etwa 15 Stimmen zu Gunsten der neuen Militärvorlage habe» die Reichs­tagswahlen ergeben; fie ist keine feste Mehrheit, wie 1887 bei de» Septennatswahle», für die gesamte Politik der Reichsregierung, sondern nur für die große Streitfrage, welche die Wahlen beherrscht hat, aber das genügt für den Moment und so werden weder Freunde, noch Feinde des großen Gesetzes um dasselbe allzuviel Worte verlieren. Ma» hat genug gesprochen und hmte steht die definitive Annahme fest; das find zwei Thatsachen, gegen welche sich absolut nichts weiter einwenden läßt und darum wird

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Deutsches Reich.

W. Nerlitt, 1. Juli. Unser Kaiser verließ am Freitag Vormittag in Kiel die Jacht „Hoheu- zolleru*, begab fich, während die Flotte salutterie, im Standartenboot nach der Jansenbrücke und von dort zu Fuß nach dem Bahnhofe. Nach herzlicher Verabschiedung von dem Prinzen und der Priuzesfi» Heinrich, sowie von dem Erbgroßherzog von Olden­burg erfolgte die Abfahrt. Am Nachmittag traf bet Kaiser wohlbehalten im Neuen Palais bei Potsdam ei». — Die deutsche Manöverflotte wird nach neuester Bestimmung am 16. Juli von der Insel Helgoland nach Bergen in Norwegen in See gehen und an der dortige» Küste mit der Kaiseryacht „Hohen- zollern", an bereu Borb sich ber Kaiser und die Kaiserin befinde», zusammentreffen. Am 22. Juli tritt die Flotte bann bie Rückreise nach Kiel an. — Bei bm letzten» Wahle» flnb fünf Abgeordnete doppelt gewählt worden: Bebel in Hamburg und Straß­burg ; Ahlwardt in Arnswalde und Neustettin; Zimmermann in Dresden und Lauterbach; Werner in Rinteln und Hersfeld; Träger in Bingen und Varel. Bebel wird vermutlich endgilttg in Straß­burg annehmen, Ahlwardt in Arnswalde, Zimmer- mann in Lauterbach, Werner in Hersfeld, Träger in Varel. Es würden bann Nachwahlen in Hamburg I, Neustettiu, Dresden links der Elbe, Rinteln und Bingen stattzufinden habe». — Im „Deutschen Reichsanzeiger* wird eine amtliche Bekannt-

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«Also doch? Ich ahnte es! Und sie sahen fich auch so ähnlich, als wären fie für einander be­stimmt !*

Die Mutter schlief noch immer, al» Margot ihr trauliches Heim betrat. Und mit inniger Teilnahme stand das Mädchen nun an dem Lager der Unglück­lichen und betrachtete die verfallenen Züge, suchte auch wohl in ihnen nach jener hinreißenden Schön­heit, die Graf Guido beinahe dazu vermocht hätte, der armen Choristin, die schon lange über die erste Jugendblüte hinaus war und ein sechsjährige» Töchterchen besaß, zu seinem Weibe zu machen. Sie fand kaum eine Spur mehr. Da ober öffneten fich die Lippen der Schlafendm plötzlich und im Traume flüsterten fie:

„Louison, warum nahmst Du mir den unseligen Schwur ab — e» wäre so viel besser, ich könnte reden — *

Wa» bedeutet das — ? Schon einmal hatte fie die Mutter, Verzweiflung in der Stimme, eine» Schwures erwähnen hören, ohne daß fie geahnt,

was es mit diesem Schwur für ein Bewandtnis ! satte. Sollte fie jetzt danach forschen, die Mutter zu überreden suchen, endlich diesen Schleier zu heben? !lber nein, nein, da» hätte die Arme nur geängstigt, erregt — einmal würde sie ja wohl von selbst sprechen — also Geduld!

Mit ein paar Schritten trat fie vom Lager i urück, gerade aber, als fie sich in das Nebenzimmer >egab, um nach dem Frühstück zu klingeln, erwachte Frau Beatrix. Mit einem leisen Schrei blickte fie um fich, bann hob sie wankend die Hände: „Es war nur ein Traum!* sagte fie und atmete ttef auf.

(Forts, folgt.)

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Durch Wolken.

Erzählung von M. Widdern.

^Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

„Meine Mutter war sehr liebevoll mit mir, ebenso der stattliche Herr, der mit uns gekommen «tzd welchen ich Papa nennen durste

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*«r.b Jllustrirtes Sonntagsblatt. »ä* * ” ”"i"-

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und ein dunkler Biedermann hatte auch die Fälschung ! bereits eingeftanben. Hinterher besann er fich aber l eines Andere» und behauptete frischweg, die Schrift­stücke seien doch echt. Die ganze Angelegenheit wird nun dem Untersuchungsrichter übergeben werden. Die : Deputiertenkammer hat das neue Kadresgesetz, welches bekanntlich eine bessere Organisation ber französischen 1 Armee bezweckt, in einer einzigen Sitzung ohne alle : weiteren Erörterungen einstimmig angenommen. Aus l Astika und Ostafien, wo die Franzosen sich noch immer 1 mit dem Könige von Dahomey resp. Annamiten 1 herumschlagen, find wieder schlechte Nachrichten ein- 1 gegangen. Die Geschichte erfordert kolossale Summen,

zu welchen die Vorteile, die im allergünstigsten Falle errungen werden könne», in gar keinem Verhältnis stehen. England war durch den Untergang eines seiner schönste» Panzerschiffe in große Trauer versetzt. Infolge eine» fehlerhaften Schwenkungsmanövers wurde an der afrikanischen Küste unweit Tripolis das Admiralschiff „Victoria* von dem Panzer „Cawperdown* in den Grund gerannt und mit dem Admiral Tryon gingen mehrere Hundert braver See­leute zugrunde. Sehr erfreut hat in London ei« herzliches Beileidstelegramm des deutschen Kaisers, der Admttal der britischen Marine ist, aus Anlaß dieses traurigen Falles. Die Parlamentsdebatten über Gladstones Homerulebill werden nachgerade den eifrigsten Parlamentarier» schrecklich. Nahezu ein halbes Jahr dauern fie schon an, ohne daß int Ge­ringsten Neues gesagt werden könnte. In der kommen­den Woche findet die Vermählung des Thronfolgers, des Herzogs von Jork, mit seiner Koustne, ber Prinzessin Mary von Teck statt. Da bas Brautpaar ebenso wenig bemittelt ist, wie seine Eltern, überbieten sich die loyalen Engländer in der Darbietung von Hochzeits- geschevken. Sogar ein fcaarer Wirtschaftsfond wird gesammelt.

Mn Staatsstreich auf finanziellem Gebiete hat stattgefunden. Englisch-Indien hat die Silberwährung, doch war der Wert der Münzen dermaßen gesunken, daß ein unhaltbarer Zustand zu kommen drohte. Mit einem Schlage ist nunmehr die weitere Silber- prägnng eingestellt, und zu gleicher Zeit sollen alle Anstalten zur Einführung der Goldwährung getroffen werden. Diese Kunde ist ein außerordentlich harter Schlag für die Silber produzierenden Länder, be­sonders für die Vereinigten Staate» von Nordamerika und Mexiko, und es kommt schon die Meldung, daß nicht wenige Silbergruben ihren Betrieb entweder sehr erheblich einschränken ober gar einstellen werden müssen. Von der nordamerikanischen Union heißt es her, ein so ungleiches Paar! und doch — war es nur Täuschung ober bestand wirklich auch zwischen ihnen eine gewisse Aehnlichkeit? Nicht eigentlich in den Gesichtszügen, aber doch im Ausdruck derselben, die ebenso befremdlich sein mußte, wie jene Gleich­heit, die Leopold Gerhard zwischen dem schönen Antlitz seiner Begleiterin und dem der eigenen Mutter herausgefunden haben wollte. . .

„Und das Ende der traurigen Geschichte?' flüsterte das junge Mädchen dann.

Der Administrator zuckte mit ber Achsel:

»Das Ende! Erzählte ich es Ihnen bemt nicht chon? Ich weiß kein anderes, mein Fräulein, wenn ich nicht hinzusetzen wollte, daß ich trotz des Ausbleibens aller Zahlungen an dem Pastor einen treuen Vater, an Elise eine gütige Schwester ge« unden habe.*

Unsere beiden Wanderer waren lange schon wieder im Garten angelangt und standen nun vor dem Hinteren Portal de» Schlosses. E» hatte in­zwischen aufgehört zu regnen und die Sonne war euchtend durch das dunkle Gewölk gebrochen.

„Leben Sie wohl, Fräulein,* sagte der Ad- ! rninistrator jetzt und lüstete seinen Hut. ;

Sie verbeugte sich leicht vor ihm, dann eilte sie lüchtig die Treppe hinauf, während fich Gerhard 1 rasch wandte, um auf den Feldern nach feinen 1 Leuten zu sehen Aber schon im Gehen blickte er ich noch einmal nach ber zierlichen Mädchengestalt im und ein freundliche» Lächeln glitt dabei um einen Mund, ahnungslos, daß man ihn beobachtete, ; am Fenster eines der Parterrezimmer des Schlosses, 1 wo hinter der sauberen Gardine eine hohe dunkle ’ Frauengestalt stand, die, wie fie den Blick sah, der Margots reizender Gestalt galt, die Hand auf das <)eri legte und aufstöhnend hauchte:

einige Punkte noch obwaltenden Meinungsverschieden­heiten sind getilgt, so daß nun ber Sesfionsschluß i so zeitig herbeigeführt werben kann, baß ein erneutes ' und zeitraubendes Zusammentagen mit dem Reichs- • Parlament ausgeschlossen ist.

1 3« den politischen Tagesstreit ist eine neue hoch-

t wichtige Frage geworfen, in welcher zum Glück für 1 Deutschlands Ansehen nach Außen hin und für eine i zielbewußte Politik keine Wesentlichen Meinungsver- i schtedenheiteu bestehen. Es ist bekannt, wie seit etwa ■ dreiviertel Jahren Deutschland und Rußland wegen eines beiderseitigen Handelsverttages Erörterungen pflegen, in welche» die Reichsregierung recht viel, das

; heilige Rußland recht wenig guten Willen zeigte. Die Petersburger Bockbeinigkeit wurde immer größer, und am Ende ist man in Petersburg so weit ge-

' kommen, von uns eine» saftigen Braten zu verlangen, : als Gegenleistung aber einen trockenen Knochen zu bieten. Die deutsche Reichsregierung hat sofort die bestimmte Antwort gegeben: Ist nicht! und in Peters­burg droht man nun mit einem Zollkriege, wenn Deutschland nicht thut, was die Herren Moskowiter wollen. Die Drohung hat aber genau baS Gegen­teil von dem, waS man erreichen wollte, bewirkt, und einstimmig wird jetzt betont, daß Deutschland Besseres thun könne, als nach russischer Pfeife zu tanzen. Letzteres besorgen ja bie Franzosen schon nett genug, unb wir können uns davon fern halten. Machen aber die Russen ihre Drohung war und sperren durch eine neue Zellerhöhung unsere Produtte von ihrem Lande aus, nun, so vergelten wtt Gleiches mitGleichem, unb es wttb fich ja zeigen, wer bann den Kürzere» zieht. Zur Abhilfe ber in weiten Gebieten Deutschlanbs so grell hervorgetteteneu Futter­not geschieht schon Manches und wird sicher noch mehr geschehen. Verschiedentlich haben deutsche Einzel- laudtage schon recht erhebliche Summen bewilligt, und dem Reichstage wird sofort nach seinem Zu­sammentritt noch eine Gesetzesvorlage zugehen, welche die Ausfuhr von Futterstoffen aus dem deutschen Reiche ganz verbietet. Es liegt sonst sehr nahe, daß Frankreich und Belgien, wo die Kalamität »och größer als bei uns ist, im Reichsgebiet auskaufen, was sich nur fortschaffen läßt. Und in solchen Tagen ist jeder Wirt und jedes Land sich selbst der Nächste!

Einigen Trubel hat eS in Frankreich gegeben. Bekanntlich wollten einige boulangisttsche Abgeordnete geheime Papiere darüber Vorbringen, baß ihnen miß­liebige Abgeorbnete vom Auslanbe, hier war Englanb, nicht Deutschlanb, gemeint, große Gelbsummeu be­zogen hätten. Tie Papiere erwiesen sich als gesälscht,

schreiend an ihre Brust gerissen. „Nein, nein, meine Kinder, lieber noch folge ich den Spuren Deine» Vater» und sollen sie mich auch bis an das Ende der Welt führen!*

Noch an demselben Tage aber packte die alte Matuschka große Koffer mit allen möglichen Gegen­ständen, dann aber führte fie mich hinab in da» Dorf zum Pfarrhaus. Ich mußte dort wohl er­wartet werben, denn der Pastor und seine ernste Mutter, die ihm die Wirtschaft führte, seitdem er verwitwet, kamen uns schon entgegen und geleiteten mich liebevoll in das Zimmer. Später, viel später habe ich erfahren, daß meine Mutter an den Pastor, den sie persönlich garnidjt kannte, geschrieben und ihn gebeten hatte, mich auf einige Zeit als Pensionär in sein Haus zu nehmen; fie hatte mich Leopold genannt unb Gerhard dazu, unter welchem Namen ch auf Netterbmg gelebt, und eine bedeutende Summe gesandt zur Bestreitung meines Unterhaltes ür das kommende Jahr; länger würde ich wohl 1 nicht auf dem Pfarrhofe belassen werden, so meinte fie

Sollte dennoch aber ein solcher Fall eintreten, I >er einen weiteren Aufenthalt meinerseits auf d« Pfarrei bedingte, so würden neue Zahlungen ein- : gehen. Das schrieb meine Mutter, aber nie wieder ist auch nur ein Psinnig weiter von ihr gesandt worden — nie wieder erhielten wir auch nur das jeringfte Lebenszeichen von den Geflüchteten. Seit ■ enem Nachmittag, an dem die unglückliche Frau mit ihrer alten Matuschka und mit meinem Keinen Schwesterchen Netterburg verließ, war fie verloren, verschollen für mich, ihre Spur, wie viele Mühe ich auch meine Pflegeeltern gaben, ihren Aufenthalt • ausfindig zu machen, nicht zu entdecken.* -

Hier verstummte der Administrator plötzlich und ' chweigend gingen die beiden wieder nebeneuumder ,

Erscheint täglich «Ulster es öerttegen nach 6nm> rmv j -n Feiertagen. — Quartal-Abounnuentr-Prei» bei der Erpe-

Jli, IdO» bitt»» 2 Mk„ bei allen Paflämtern 2 WL 25 Pf,, (etfl. Bestellgeld). Jnser«tiou»gebützr für die aefvalte-ie Zelle __»der deren Raum W ffig, Rrvamen ffit dü Zeile 25 Vfg.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in ,

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf ääVIII. Hahra. Moffe in Frankfurt tu M., Berlin, München u. Köln; G. L. "0 *1 ö

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

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