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Wochenschau.

Zeitung" für das dritte Vierteljahr 1893

rief in dm Sommer hinein ausgedehnt worden.

führen mb ihnen zuzurufen: .Respektiert sie von nun an die stellvertretende Herrin des Schlöffe« I"

I waltiger Futtermangel und endlich eine allgemeine Kalamität geworden ist. In weiten Bezirken sind zahlreiche Landleute gezwungen, ihr hungerndes Vieh bem Fleischer für Spottpreise zu überantworte», es erwachst also in den betreffenden Gebieten eine fast völlige Vernichtung deS Biehstandes, die naturgemäß von schwerwiegenden Folgen begleitet sein muß. Nicht nur, daß die Landwirte große Einbuße haben, st °uch eine allgemeine Erhöhung der Fleischpreise zu erwarten und den vernichteten Viehstand dann ^ederzuersetzeN' ist unendlich schwer. Unter solchen Verhältnissen erscheint es dringend erforderlich, daß schleunigst alle Maßnahmen ergriffen werden, die geeignet sind, einigermaßen die weitere Ausbreitung dieser Kalamität zu vereiteln.

Auch wird den Neubestellern des 3. Quar­tals unentgeltlich ein in handlichem Formate hergestellter Sommerfahrplan der Eisenbahn- strecken Frankfurt-Caffel, Marburg-Laasphe u. Rarburg-Frankenberg nachgeliefert werden.

Vorgänge von allgemeiner Bedeutung auf dem Laufenden erhalten. Den Vorgängen in unserer Stadt wie in der Provinz und den angrenzenden LandeSteilen widmet die

.Gewiß, kenne ich Dich yu|1u ' nur so wenig verändert,' sagte sie gleichgiltig.

ricbfi Du mich denn nicht mehr mein gute« Mütterchen?' metn

lungen von guten Autoren und dasIllu­strierte Sonntagsblatt" wird wie bisher den Lesern eine angenehme Unterhaltung bieten.

werden von allen Postanstalten, den Land­briefträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Neustadt, Wetter und Gladenbach entgegengenommen.

Neu eintretende hiesige Bezieher erhalten bat Blatt bis zum Schluffe des laufenden Monats unentgeltlich.

Großen Lärm Hot es in der Pariser Deputierten- lrammer gegeben, eine Nachlese zum Paoamaskandal hat stattgefunden. Diesmal galt der Tanz dem be- kannte» Führer der radikalen Partei, dem Abg. Clemerceau, dessen Ruf allerdings schon seit der Panamageschichte etwas sengerig geworden ist. Nun­mehr wurde ihm von zwei bekannten Skandalhelden der Deputiertenkammer direkt ins Gesicht gesagt, er habe sich von der englischen Regierung bestechen lassen, damit s. Z. England in der Besetzung von Aegypten nicht durch Frankreich gestört werde. An ! diesen Hauptvorwurf knüpften sich andere, nicht viel weniger liebliche Bemerkungen, gegen welche den Ge­schmähten in Schutz zu nehmen, die Kammer keinerlei Veranlassung fand. Die Zeitungen konstatieren denn auch einmütig, daß diese Kammerscene einer moralischen Hinrichtung des Herrn Clemeuceau gleichkam. Die Personen, welche diese neueste Attacke ausführten, drohen schon mit weiteren Enthüllungen, für welche Ist- angeblich die Beweise in der Tasche haben wollen. Es können also wieder recht nette Tinge in der Kammer zur Sprache kommen. Mit dem alten Gladstone in London steht eS nicht zum Besten. Er hat sich redlich bemüht, die irische Homerulebill durch- zubringen, aber die Mehrheit dafür schmilzt ihm unter den Fingern zusammen, und eines schönen Tages wird er Premierminister von England gewesen sein. Ein Ministerwechsel hat in Serbien stattgefunden, wo nach der Eröffnung der große» Nationalversammlung durch den König Alexander das Ministerium Dokisch, welches s. Z. den Staatsstreich gegen die Regenten vollfuhrte, völlig umgebildet worden ist. Ob zu seinem

Stunde, in der ein fürchterliches Ungefähr ihren Gatten getötet.

Zlttrd) Wolken.

Erzählung von M. Widdern.

sRachdruck verboten^

(Fortsetzung.)

sich auf die Bedeutung dieses Wortes besinnen wollte Dann nickte sie leicht mit dem Kopf und wieder zuckte es blitzartig auf in den erloschenen Sternen

Zch habe Dich auch noch liebt' hauchte sie dann.

Und nun, int Wagen, auf dem Wege zur Eisenbahnstation auf dem Wege zur neuen! Helmat.

Vierteljahr 1893 der ,Obe»hesstchen Zeitung" nebst ihren BeilagenIllu­striertes Sonwtagsblatt" undKreis- dlatt" für di« Kreise Marburg und Kirchhain" bitten wir auswärts sofort erneuern zu wollen, damit sämtliche Nummern rechtzeitig geliefert werden können Der Abonnementspreis beträgt bei allen Postan­stalten Deutschlands 2 Mk. 65 Pfg., in Marburg bei der Expedition 2 Mk.

Gediegene Leitartikel und politische Korrc-j

Nach kaum zwei Stunden hatte man die Netter- bürg, das Stammschloß der Treuden, erreicht. Grau, duster, beinahe ruinenhast lag es, wie Dornröschen« schloß unter gewaltigen Bäumen und mächtigem ! Buschwerk fast verborgen, so recht dazu angethan, eine unglückliche Menschenseele darin austunehmen und zu verbergen.

Die vornehm elegante Equipage, welche die Frauen vom Bahnhof geholt, hielt vor dem riesigen Portals Leon, der greife Reisemarschall, sprang vom Marao7b^'R ^^"rb'urg gemacht,!Tochter beim Ausste^m°bebilflich.^^

»schien, wie der Don, in dem sie die Frage gethan.

fpondenzen werden die Leser der ^Ober- hessischen Zeitung" über alle Fragen und

.Auf der nächsten Station steigen die Domen aus,' sagte der Alte am Morgen des dritten Reise- ^ges, als er beim Halten des Zuges, wie jedes Mal, seinen Platz in einem Waggon dritter Klaffe verlaffen nm die seltsamen Schützlinge, für die er auf Befehl feine« Herrn ein ganzes Koupee zweiter Klaffe genommen, nach ihren Wünschen zu fragen

.. »Vergessen ich jene Stunde?! Kind, alles, alles ist wie ausgelöscht in meinem Erinnern, pur nicht jener fürchterliche Augenblick, und selbst un Traum zermartere ich mir da- Hirn mit der

Wie konnte -- nur geschehen - wie kam, es überhaupt?'

Langsam, in jeder Bewegung da« tiefe, grenzet »le Weh, welches jahrelang ihre Seele erschütterte, Me die unglückliche Frau, hinter den dunklen Vor-j langen der Mietskutsche geborgen, den schwarzen I

Lieden?' E» war, al« wenn die Unglückliche

1t, i ° t |v wuu cs auch wohl

Die bei uns nicht ebeu anders komme».

Aus unseren kolonialen Schutzgebiete» sind wieder I mehrere längere Berichte eingegangen, von welchen Inders die über die Züchtigung des räuberischen Hottentottenhauptlings Hendrik Witbot in Deutsch- Südwestafrika interessiere». Unsere Schutztruppe hat e S Qu! Darstellung des Hauptmanns IDD Francois ergiebt, wirklich ganze Arbeit gemacht, Iund mit der Herrlichkeit des Herrn Hendrik Witboi I wird es wohl für immer vorbei sein.

. , größere Zahl von Sttaßevtumulten hat die letzte Woche gebracht; bet uns ist es in Breslau zu wiederholten und ziemlich erheblichen Tumulten ge- ! kommen, die mit den Reichstagswahlen und der Politik nicht in unmittelbarem Zusammenhang standen. | !,7 es noch in Oesterreich aus, wo am! ! 18. Juni große Demonstrationen zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts, das in der habsburgischen Monarchie bisher nicht eingeführt ist, stattfanden,! Re nach uvd nach in Straßenkämpfe ausarteten.! Besonders _ernft gestalteten sich die Diuge in Prag und in Brun», wo am Ende Kavallerie zur Wieder-1

G au« der Hand riß, um Dich schworen!'

Mir einem Seufzer unterbrach sie sich. .Daß! , .Mutter, Mutter, erkennst Du mich nicht? ick kommen mußte!' hauchte sie. .Aber ich binlbm ja Deine kleine Margot! Ach und näcbtlana ^los, Margot, das beteuere ich Dir!' !habe ich schon kein Auge zugethan in der Freuds schlangen sich schon zwei weiche Arme! Dich endlich wieder in meinen Armen halten zu »'hren Hals.Ich weiß es ja, liebes Mütter- dürfen' 9iren ?ui

>1* flüsterte das Mädchen zurückUnd laß h vergessen fein, was damals geschah!' Die Unglückliche fuhr mit der Hand über die Üfurchte Stirn, unter der die Augen glanzlos, -zwei längst erloschene Sterne blickten, dann er- «rte sie, immer in dieser matten, klanglosen Weise, Mem seltsamen, ängstlichen Ton, den ihr der

Unser Kaiser verweilt in der laufenden Woche in Kiel und besichtigt die Fahrzeuge des im dortigen ujafen zusammcngezogenen großen deutschen Ge­schwaders. Die übrige« Reisen deS Monarchen sind so lange verschoben worden, bis die Entscheidung

die zweite, die Stichwahlen, folgt mit Ende biefedmJ^ 7 3 ^^ßen, nach welchen in einigen Woche, und erst dann'kann'genaubie befinitSe mH be^e,Untergang

Zusammensetzung des Parlamentes festgestellt werden aber 3)0 nun

Fast die Hälfte aller Reichstagsmandate witt>" erst! reckr rann?' r ? ^J8 toi 0effl0t werde», noch in der Stichwahl definitiv vergehnWerdern fo tohb wohl!

^""hkwahlen vom 15. Juni haben ein Wachstum ber Stimmzahl ber Sozialdemokraten und eine Nieder läge ber freifinnigen Parteien von solchem Umfange ergebe», baß selbst bie Gegner biefer Parteien ver- blufft toaren. Wäre ber freisinnigen Pattei nur ein bolb so großer Zuwachs zuteil geworden, wie den

n . . . . Sozialdemokraten, oder hätten diese Letzteren ihre!

Oberhcsfilche Zeitung" eine besondere Auf-!Gewinne von den Anhängern der neuen Militär-j merksamkeit. Der feuilletonistische Teil der, erlöge gemacht, so würde der neue Reichstag eine Oberhefs. Zig." bringt intereffante Erzäh- Mehrheit gegen die Militärvorlage

~ ° aufgewiesen habe», wie der alte. So sind die Chancen

der neuen Heeresorganisation günstiger gestaltet, als vor den Wahlen erwartet ist, und man nimmt im Allgemeinen an, daß die Stichwahlen eine, wen»! auch vielleicht nicht große Mehrheit für das neue ^litärgesetz ergeben werden. Der Zusammentritt des Reichstages wird am 4. Juli erfolgen; an längeren Erörterungen wird es nicht fehlen, die Er­gebnisse der Wahlen Bitten ja Stoff genug. Der! Umstand auch, daß recht viele bisherige Abgeordnete nicht wieder auf dem Plan erscheinen werden, wird!

KE »,rd,bin.

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Marburg, --

Sonntag, 25. Juni 1893. mm. J-Hrg.

Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover' Patts.

Mütterchen!' Eine namenlose Angst faßte die

. ., , ...., Seele des Mädchens. O Gott fo batte Re Rck bi»

Rietet zurückgeschlagen und Margot konnte nun! Mutter nicht vorgestellt. Wie'träumte sie sich nock i u eine itowere «e

Reber m das jetzt so verfallene Gesicht der Mutter! vor Stunden das Wiedersehen. Und nun hörte sie! eine neue Lebensevocke»'Whh»7'« lunjngen -oeoiensteten ge

PWen. Aber sie vermochte den Anblick dieses asch. noch kein liebendes Wort. Gleichgiltig hatte Beatrixlibrer fiumnfen Erharrte in!und dieser noch dazu - befleißigen mußte.'

hauen Antlitzes, um das sich kein Härchen rahmte, als man sie zu der Tochter gesthrt, welcheder hingenommm e? tuM Ein tiefer Atemzug hob die Brust des iunaen

.Wan alt ta btiimtn,- faste jetzt etaeheÄtm mit S Mm fie^Ler»'* tuTr b hÄe^"Ä"Ät,""" Att"Ät

rgangen fett der Stunde, in ber ich Dimittt dir Arme schlaff herniederhängend/ Und als ^ärfl^t Ueber[eQun^ 2^renbe ^"e jede ist w» ich es endlich in der ganzen Verzweiflung ihrer S» riÄJ Ä Jebe ^mnerung in der Unglück-

düng auf jammerte: 3 V «mpstn- sichen verwischt, bi« die eine an die entsetzliche

weidlich mitgenommen worden wir könne» uns I s 01 mw untcr großen und andauernden Dürre auch mit dem Umstande toßen' daß Leblich gelitten hat und immer

Staat,-am ftt, lt«8m W, XIS? » °?-»"°"-,dab itmau, d, bat Avlatz, auf das andere einen Stein zu werfen. Am Allerwenigsten find hierfür die Franzosen privi- I PAtevi »9 ____f tri »ZI V . 1

eo oerging bie Reise gar traurig für unsere «eine Heldin, die e« jetzt förmlich für einen Trost empfand, daß der alte Diener, den Graf Guido ihr ®a leuchtete e« flüchtig auf in dem Gesickt Frau Ibei ihnen war und für jede Beatrix'- nur wie-ein Blitz, dann war wieder IS ?1' trU9, irotzdem sie es anderer-

alles beim alten. ro,toei feit« wieder bedrückte, wenn sie bemerkte, mit wie

Du hast 2)idj 'jaem99Iuf® der Alte immer wieder die Mutter ie gleichailtia^ pachtete - -S befremdete ihn, daß fein Gebieter!

Inserate finden in keinem anderen täglich,^.. ba,u - ' -'»1»«° m «run», wo am Ende Kavallerie zur Wieder'

erscheinenden Blatte Oberhefsens eine so große I beratuna^ der^ Militäroo!l^7 ^ < nt Kommisfions-! Herstellung der Ordnung aufgeboten werden ^mußte Verbreitung wie durch dieOberhefs. Ztg". Es würde dann Mch hinlÄiglich Zeü^wichtige wtederbol? ^a6t" M. *rc Tage nach einander Neubestellungen auf dieOberhessische Gesetzentwürfe, bte ht de/ l°tztm Re^ Böhme» wo die Braun-

ituna" für hnS hritfp 91tprtplinlir i«at> Raben zurückgestellt werden müssen in den Taaen!beiter streikten, kam eS gleichfalls zu sehr der Kommissionserörterungen Ü erlediam S ? tttbe bort fr* fWi

preußische Landtag, welcher für Re Zeit der Wabl- 0cItaItete ein Krawall

betoegung zum Reichstage feine Arbeiten einaefteöt I iK*w1.;S^^ lCrJ1®ltnbc§^at,t^abt 58ern' toD streikende! ! hatte, wird dieselbe» unmittelbar nach dem Absckluü l oro Arbeiter mit thatigen italienischen Kollegen der Stichwahlen vou Neuem ^wilder^^aufue?men Die L.7 Die Zahl der Verwundeten

Landtagssesfion, welche, wie bekannt in ersser Reibe gegen hundert, zur Wiederherstellung der dem Abschlüsse der Steuergesetze gilt wird Mitte!, mlta.r£i^c Intervention angerufen Juli zu Ende kommen. Seit^^Jahrenbie Lu ± 1Srbfr»fre{« und Belgien ist es Handlungen des preußischm Parlammtes nickt in 15 E tumultuarische» Szenen gekommen. | n»f i« k.- - - I Waren schon diese Erscheinungen nicht eben sehr!

~ ' -------' «erfreulich, so find andere wirtschaftlicher Natur noch