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XXVIII. Jahrg.
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Ockershausen: Lucke
Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch in Marburg.
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Kandidaten Herrn 6. Lucke hat gezeigt, datz wir für ihn allezeit am Platze find,
Ans Holzhausen erzählt man, daß gestern die dorügen Juden, die bekanntlich sehr zahlreich find, Stimmzettel für Dr. Böcke! im Orte verbreüet haben. Auch ein Stimmungsbild! Wie sagte unser jüdischer Mitbürger in voriger Woche? ,9hm", sagte er, „was kann mir der Doktor Böcke! schaden — der ist mir ein guter Mann! Macht mir keinen Sommer und keinen Winter!"
überwacht aus, als sie am Kaffeetisch der Rätin erschien Die alte Dame begrüßte ste mit der gewohnten Herzlichkeit, aber sie schüttelte doch den weißen Kopf, als ste das Gesicht ihres Lieblings sah
„Margot, Herzchen," sagte sie, liebkosend die feinen, jugendlichen Wangen streichelnd, „ich glaube wahrhaftig. Sie haben aus Angst vor dem spukhaften alten Weibe die ganze Nacht nicht geschlafen!
17, Böckel 62, Schott 24, John 15, Kaiser 7,
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---y —. ,-----I* *•* Vlv noch in wirrem Durcheinander auf der Tischplatte ruhten. Und als Minuten vergangen waren, griff sie plötzlich mit nervöser Hast nach diesem und jenem und gierigen Auges beinahe verschlang sie die Zeilen auf den vergilbten Blättern.
„Ich habe die Briefe in ihrem Nachlaß gefun- den," flüsterte sie dann; „sie hat sie heilig gehalten, renn sie waren von ihm, den sie mehr geliebt wohl als ihr Leben. O, daß sie von ihm lassen mußte, kessen Namen ich crst hier erfahren — und ge.
Griechischer Schwindel und Staatsbankerott.
Tie Berliner „Post" schreibt: „Wie mitgeteilt, ist der neue griechische Anleihevertrag bestättgt worden. Bekanntlich werden durch diesen Vertrag sämtliche Anlehenskoupons, ausgenommen die der Monopol- Anleihe, für die Zeit vom 15. Juni 1893 bis 1. Juni 1895 nicht in Baar bezahlt, sondern durch Skrips auf die neue 5proz. Geldanleihe. Wir haben unsere Ansicht über diese Finanzmanipulation bereits dargelegt und wollen nachstehend noch anführen, was die „Münch. N. N." in Uebereivstimmung mit unseren Angaben über dieses Vorkommnis sagen. Das genannte Blatt bemerkt: Allem Anschein nach hat das Londoner Haus Hambro durchaus nicht eine neue griechische Anleihe, um welche Griechenland sich so lange vergeblich bemühte, fest übernommen, sondern vermittelt nur die Bondszahlung für die alten Anleihen und die ev. Verwertung der Bonds. S*rtn" wenn sich auch schließlich die auswärtigen Gläubiger der Prozedur fügen — das deutsche Emisflonsinstitut hat einstweilen, wahrscheinlich zu spät, einen Vertreter nach Athen gesandt — so werden, mit welcher das Moratorium nicht, wie es Recht und Billigkeit erfordert hätte,' ev. durch gütliches Uebereinkommen mit den Gläubigern vereinbart, sondern einfach seitens der Athener Regierung dekrettert wurde. Es ist die reine Ironie, die jetzt getroffenen Bestimmungen ein „Abkommen" oder dgl. zu nennen, und meist wird es denn ailch in der deutschen Presse offen ausgesprochen, daß wir nun nach dem Vorgänge Portugals und Argentiniens auch den unverhüllten und unentschuldbaren Staatsbankerott Griechenlands vor uns haben. — Ein Gleiches wird auch von der „Frankfurter Ztg." begauptet.
Ich bin ja schuld daran, weshalb sprach ich Ihnen denn von der unheimlichen Person! Es wäre klüger gewesen, ich hätte stillschweigend selbst ringsherum alle Thüren verschloffen und verriegelt, anstatt Ihnen nach den Strapazen des Tages noch eine schlaflose Nacht zu bereiten."
Margot hatte die Erzählung der alten Dame über ihren Kummer und die Erinnerungen, welchen sie stundenlang nur allein gelebt, vollständig ver- geffen, jetzt erst fiel ihr alles wieder ein und mit ihrem eigenartig traurigen Lächeln den Kopf schüttelnd, erwiderte sie:
„Sie dürfen sich keine Vorwürfe machen, Frau Rätin, durchaus keine! Wenn ich diese Nacht wenig geschlafen, so war gewiß nicht die Angst vor einem etwaigen Einbruch daran schuld."
„Aber was denn sonst?" hätte die alte Dame gar zu gern gefragt, aber sie drängte das Wort gewaltsam zurück, war sie doch überzeugt, wenn nicht die Angst vor der Diebsaspirantin, so hatte nur jenes Leid das arme liebe Wesen wachgehalten, das ihm die Jugend zerstörte und ihm den Frohsinn vernichtete. Schweigend blickte sie in die Taffe, welche ihr von Margot gefüllt worden und da auch das junge Mädchen ganz verloren in feine Gedanken schien, so wurde die Stille im Gemach nur von dem Klappern der Taffen und Löffel darin unterbrochen.
Das sonst so beliebte Kaffeestündchen mußte i ibrigens heute bedeutend verkürzt werden Die ölte Kuckuckuhr, die die Rättn noch von ihren Eltern geerbt, verriet nur zu bald, daß es die höchste Zeit ür Margot geworden, sich auf den Weg zu machen, und die Rätin selbst mußte heute ihren Schützling an seine Pflicht mahnen — zum erstenmal!
(Fortsetzung folgt.)
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rttrcher ifabafteur: Christoph Rautenhaus in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 8L
itn die Expedition dieses Blatte», raux von Haasenstein u. Vogler in !, Magdeburg und Wien; Rudolf ., Berlin, München u. Köln; G. L. irt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
We schwere Last mit sich weiter — auch jetzt noch ging sie zu einem niederen Schränkchen, dessen 4 Schlüssel sie stets an ihrem Halse trug, einen Mo- nur besann ste sich. Dann öffnete sie das be* kleine, zierlich gearbeitete Möbel und entnahm ihm t em ebenfalls verschlossenes Mahagonikästchen. Ein l«S | Druck und der Deckel hob sich und mit zitternden --- Händen konnte sie nach seinem Jnhatt fassen Aber sie ging erst wied.r bis zu dem Sofa und nachdem ste sich in eine Ecke gedrückt, breitete sie allerlei
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'). Juni
1893.
Wahlbezirk:
I.
II.
III.
IV.
V
zusammen
Lucke
94
59
67
74
58
352
Kaiser
113
60
99
89
68
429
Böckel
74
121
173
109
140 '
617
Schott
76
75
. 40
24
38
253
Müller
9
1
2
9
5
26
Marti«
8
6
1
13
29
John
20
51
47
24
37
179
Zersplittert
—
—
—
—
—
—
Ungültig
—
1
—
—
2
3