WeWW ZÄmu
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Lonntagsblatt. Rrdaktion und Exped!tü>n: Markt^Lh *’ d
M 137
Tie mit Verteilung der Wahlaufrufe 2 . betrauten Ortsdiener sind von Anbeginn der Wahlen für ihre Bemühung, wie es seit 20 Jahren bei den Konservativen üblich ist, reichlich vom Wahlkomitee bezahlt worden, es ist kein Fall bekannt geworden, daß sich einer derselben die Vernichtung der ihm anvertrauten Sache schuldig gemacht.
Beamten! Warum werden keine Namen genannt? Auch diese Behauptung trägt den Stempel der Lüge an der Stirn. Und so geht es fort. Wir verdenken es den Gegnern gewiß nicht, wenn sie Alles aufbieten um ihrer Sache zu dienen. Es gibt aber eine Grenze für anständige Menschen, die auch in einem noch so heftigen Wahlkampf einzuhalten ist. Hiergegen verstößt der Generalanzeiger in eklatantester Weise und kompromittiert damit selbst seine eigene Sache bei dem, Gott sei Dank, noch gesunden Sinn unserer Bevölkerung so tötlich, daß wir, da wir seine Sache für keine gute halten, uns darüber nicht weiter zu beschweren brauchen.
Die unwahre Erfindung des „ Juden blättchens" daß eine „Branntwein Monopol Vorlage" von Herrn C. Lucke dem Reichskanzler vorgelegt wird jetzt auch offiziell von Berlin aus richfig gestellt. Der Reichskanzler hat eine Monopolvorlage weder erhalten noch genehmigt. Der Gesetzesvorschlag der von Herrn C. Lucke eingereicht ist, richtet sich gegen den unreellen meist jüdischen Schnapshandel und die gesundheitsschädliche Verfälschung des Brannt Weins, er trifft von § 16 aus Maßregeln gegen die Verteuerung des Branntweins. Die Sache scheint den jüdischen Händlern sehr unbequem, daher die Schmerzen.
Auch der Jntendanturrätin, der liebenswürdige: Matrone daheim, fiel es abends auf, daß Marge ganz veränderten Wesen» war: aber die Dam
ließe, daß die äußere Sicherheit des Reiches bedroht erschiene. Die Wähler selbst haben es also in ihrer Hand, alles derartige von sich fern zu hallen, sie brauchen nur am 15. Juni zu zeigen, daß ihnen die Wehrhaftigkeit des deutschen Volks über Allem steht, über ihren Privat- und Parteimeinungen, wie hoch sie diese auch immer schätzen.
Und dann! werden unsere feindlichen Nachbarn die nochmalige Entscheidung des Reichstags gegen die Wehrvorlage ruhig hiunehmcn. Frankreich ist uns zur Zeit um 27 000 Mann überlegen, es hat den letzten Mann unter der Fahne, es lebt in dem angespanntesten Zustande, den eine europäische Nation bis jetzt durchgemacht hat. Genügt da nicht ein Funke, um das Pulverfaß zur Explosion zu bringen? Giebt es einen verständigen Mann, der die Kriegsgefahr von der Hand weisen will? Also der Sieg ist zweifellos, wenn alle verständigen Wähler sich heute nur die Gründe klar machen, die sie zwingen, ihr Wahlrecht — und im Jntereffe des Vaterlandes auszuüben. Die Parole heißt: C. Lucke!
Anrch Wolken.
Erzählung von M. Widdern.
fRachdiuck verboten.!
(Forts, tzung.)
„Anna, um Gotteswillen, was ist denn mit der Kleinen?"
Sie waren beide h'.nzugeeilt, Guido und die Gräfin: Da lag Margot marmorblaß mit ge- schlossenen Augen auf dem Boden, das Gesicht von Thränen genäßt, die kleinen Hände auf der Brust gefaltet
Aber die hochgeborene Gräfin kniete schon neben der Modistin und sah erschrocken in das feine, schmale Antlitz, dann blickte sie zu dem Bruder auf, der, in jedem Zug Erregung und Angst, auf die Ohnmächtige niederschaute.
„Sie ist so zart, Guido, der traurige Inhalt des Briefes erschreckte sie. Aber bitte, klingle, oder nein, gehe selbst in mein Toilettenzimmer und hole mir aus dem Eckschrank Essenzen, damit wir mein liebliche» Modell wieder zur Besinnung bringen'
Was würde nur Margot gedacht haben, wenn sie den Grafen jetzt hätte beobachten können?
Beinahe zitternd gehorchte der sonst so feste, starke Mann dem Gebot der edlen Schwester, und al» er da» Verlangte brachte, bebte auch seine Stimme, al« er fragte:
„Anna, sollen wir doch nicht lieber einen Arzt holen lasten?"
Es mußte etwas seltsam Befremdendes für die Gräfin in den Worten ihre» Bruders oder doch in dem Ton dieser Worte gelegen haben, denn sie sah einen Moment lang mit undefinierbarem Blick in sein Gesicht, dann schüttelte fie den Kopf und mit der schönen Hand liebevoll über seine heiße Stirn streichelnd, erwiderte fie:
Erscheint täglich anßrr in Werktagen nach Senn- xhB £!!>.***<•<**♦.*
Aeittülgeu.—Ouartil-AbountnrenU-Pre!» bei der e$pe* «vCilT VllTd»
ditio» 2 Mk., bei allen Postämtern L Rk. NPfz. (A _
E ÄTÄ Mittwoch 14 Juni 1893.
•ocr Data Raum 10 Psg., Rtü««tv rm du >5du rfn Psg. ' v
gewesen, daß auf den Ruf des Königs von Pre>II die ganze Nation wie ein Mann aufstand und btJ“ Rufe folgte. Das Resultat der Heimzahlung allen Lebenden bekannt, und das ehemals zerrisse, Vaterland ist zu dem einigen, machtgebietend Deutschen Reich zusammengeschmiedet worden. V: den Alten lebt Niemand mehr und von den Tausend sind nur noch wenige vorhanden. Diese Wenig verhüllen ihr Antlitz aus Scham über die eingerisse Verblendung ihrer Mitlebenden, die ihr so teuer e. kauftes geeintes Vaterland lieber wieder in Stm gehen lassen möchten, um nur das Partei-Jnteres hochzuhalten! O wie traurig ist das! — Es mi wahr sein, daß wo zwei Deutsche sich zusammc finde», fie drei Meinungen vertreten, das sehen w deutlich am heutigen Wahlkampf und in einem Wah kreise, welcher de» anderen in Wiffeuschaft ui Intelligenz voranmarschiert. Sind doch sieben Kand baten darin aufgestellt, und mit welchen Waffi kämpfen die Parteien? Wir Alten habe» ob bkfi traurigen Vorkommnisses kein anberes Wort, a' das: O! Ihr Verblendeten, irret Euch nicht, Gee läßt sich nicht spotten. Da seht Euch unsere Nachbai! im Westen an: wenn es sich bei denen um bc Ansehen unb bie Größe des Vaterlandes bandel so stehen sie wie ein Mann zusammen; haben s doch seit 1870 die unendliche Summe von 1 Milliarden auf die Vervollkommnung ihrer Arm verwendei, nachdem sie kurz vorher die nach vielt Milliarden zählenden Verluste, die ihnen der Kru brachte, erlitten haben. Und heute noch bewillig man dem Kriegsminister alles das, was er für d Armee fordert mit Stimmeneinhelligkeit. Was würde die Franzosen aber mit einem der ihrigen anfangs bet ba bas Parteiintereste über bas Jutereste V Vaterlandes stellt? Sie würben ihn ein' lynchen! — Unser Vaterland bildet das H.. Europas, wir Deutschen werden von allen unsere Nachbarn tief gehaßt, am meisten um deswillen, we unsere Nation als weltgebietende dasteht und nie. mehr bie zerrissene ist, mit welcher ehemals ber Z. unb anbere Fürsten ihr Spiel trieben. Wir Alte rufen Euch Mitlebenben zu: Erhaltet Euch bieft machtgebietende Vaterland, diesen Hort des Friedens den es aber nicht sein kann, wenn es nicht ge fürchtet dasteht! Unser Kaiser und seine hohe Verbündeten halte» eine Vermehrung unserer Arm, zwecks Hochhaltung der Fahne notwendig, lastet de ergangenen Ruf keine» vergeblichen sein, sondern zest Euch am 15. b. Mts. als ehrliche Deutsche, inb,. Ihr Männer wählt, welche wie bie Franzosen all
Firma „Arner unb Setten", urteilen möch:>, wc.r sie, bie arme Modistin, in ber goldstrotzenden Equ page eines Grafen Treuden, vor dem Geschäft halte
würde. So ersuchte sie den eleganten Roffelenke nach einer entlegenen Straße zu fahren, wo sie niemand gekannt war.
Dort aber gebot Margot zu halten und war ii Nu aus der vornehmen Equipage, auf berc schwellenden Polstern sie sich mehr als unbehaglu gefühlt hatte. . —-
Mit einem tief empfundenen „Gott sei Dank! verlor sie sich nun in dem Gewoge ber Passante unb erreichte noch zur rechten Zeit ba« Geschäft« lokal. Aber die Arbeit wollte ihr heute gar nick von der Hand gehen und zum erstenmal, so lanc Margot nun für die Firma schaffte, hatte Mi Planters thstsächlich Ursache, auf ihre beneidet Untergebene zu schelten:
„Fräulein Gregoroff, ich glaube wirklich, Ihr Besuche im Palais Treuden verrücken Ihnen de Kopf," keifte sie. „Was fällt Ihnen nur ein, ein schleife von so unerhörten Dimensionen an be Ueberwurf da zu setzen? Sie kennen ja das ;iei iche Figürchen Baroneß Wirkheims! ihr muß bei Rechnung getragen werben und eines paßt nicht fi| alle!" |
Mit heißem Erröten machte Margot ihr Bei ehe» wieder gut, aber Zwang kostete es fie J heilig und auch augenfällig genug, hier bei be Lache zu fein und einem langen erleichternde Atemzug vermochte fie nicht zu wehren, als cm ;eute endlich ber Feierabend schlug.
Marburg, 13. Mai. Von einem unserer Leser geht uns folgende beherzigenswerte Mahnung an die Wähler zu: „In diesen Tagen der Wahlkämpfe trat dem Einsender dieses wieder das Bild vor die Seele, welches sein seel. Vater, der in den Freiheitskriegen mitgefochten hat, ihm s. Z. entrollte. Auch bie baron geknüpfte ernste Mahnung, den Erobrer bas hetmzuzahlen, was sie in Uebermut, Unersättlichkeit 2c. an den Deutschen damals gefrevelt haben, kam ihm in Erinnerung. In 1870, in welchem Jahre noch Tausende von Männern lebten, denen eine gleiche Mahnung zuteil geworden war, wurde sie in denselben wieder lebendig; zu denen traten alle die Alten hinzu, welche die Erniedrigung Deutschlands mit angesehen hatten; wie wäre sonst zu erwarten
Schreckliches höre, geht es mir immer wie heute!"
Sich bann gewaltsam ausrichtend, setzte Margot bittenb hinzu: „Aber ich habe Sie gewiß gestört, Frau Gräfin und Herr Graf! Doch nicht wahr, Sie verzeihen mir!" —
Die schöne vornehme Frau schüttelte den Kopf, es befremdete sie wieder etwas in dem Wesen des Mädchens: Sie wußte selbst nicht, wie es kam, aber plötzlich tauchte ber Gedanke in ihr auf: Es ist mehr als Nervosität, was die Ohnmacht verursachte — bann aber sagte sie sich: Doch was — was? —
Die Stunde war nicht dazu angethan, in Margot zu bringen — freilich Graf Guido entfernte sich, in richtigem Zartgefühl, bald — als sich bann aber bas Mädchen vom Sofa erhob, beinahe vollkommen wohl, war aber auch die höchste Zeit für ie ba, nach dem Geschäft zu gehen. Die Gräfin reilich wollte nichts davon wissen, daß sie auch heute hier Berusspflickt nachkomme, aber al« Margot Jittenb erklärte, fie müsse entschieden noch in ihre Arbeitsstube, fügte fie sich, davon aber ließ sie nicht ab, daß die Angegriffene den kurzen Weg per Wagen jurüdtegen müsse, und eine gräfliche Equipage mit sem stolzen Wappen der Treuden daran fuhr vor >a« Palais, um — eine junge Modistin ihrer Miet ingsarbeit entgegenzuführen.
Margot konnte nicht ander«, al« wenigstens cheinbar zu gehorchen, aber um die Welt nicht wäre ie wirtlich in dem prachtvollen Wagen bis vor das Geschäft gefahren: Wie unbekannt sie mit den Ge- innungen bet Großstädter nach ter Residenz gekommen, so lebte sie jetzt doch schon lange genug auf ihrem Boden, um zu wissen, in welcher Weise ihre Kolleginnen, da« ganze große Personal ber
Au Verhetzen, Verläumben unb Lüge» leistet ber hiesige Generalanzeiger jetzt als würbiger Ableger der Berliner Jubenpresse nach beiem bekanntem Vor- bilb gerabezu bas Unglaubliche. Je näher ber Tag ber Wahl rückt, um so dicker wird aufgetragen. Glauben kann das Zeug aber doch unmöglich finden. Neuerdings bilden Wahlbeeinfluffungen ein beliebtes Thema. Zunächst wurde eine gegen die Wahlagitation der Lehrer gerichtete Regieruugsverfügung mitgeteilt und so verdreht, als ob dieselbe nur gegen die Agitation für den freisinnigen Kandidato« gerichtet sei. Wir kennen die Verfügung nur aus der Mitteilung des Generalanzeigers. Nehmen wir aber den mitgeteilten Erlaß auch als wortgetreu wiedergegeben an, so kann aus demselben doch eine einseitige Parteinahme der Regierung nicht entnommen werden. Daß einige Lehrer sich an der Agitation für Schott beteiligt habe», ist nach dem vom Generalanzeiger mitgeteilten Wortlaut der Verfügung nur die Veranlassung, um eine ältere Bestimmung in Erinnerung zu bringen, wonach die Beteiligung der Lehrer an jeder Wahlagitation für welche Partei auch immer untersagt ist. Wie kann man hieraus eine einseitige Wahlbeeinflussung herletten; Jetzt soll „ein Laudrat" Gemeinden Vorteile versprochen haben, wenn fie für Lucke stimmten. Was find das für heimtückische Verdächtigungen unserer
„Nein, Guido, es ist gewiß nichts weiter, als eine leichte Ohnmacht. Nur ein paar Minuten Ge- ould und die Kleine schlägt wieder bie Augen auf. Aber den Brief stecke nur in bie Tasche, Lieber, damit sie nicht wieder an die traurige Geschichte erinnert wird, die ja auch mich so ergriffen hat "
Ja, gewiß, es war nur eine leichte Ohnmacht, bie Minuten hindurch Körper und Geist de» jungen Mädchens gefangen genommen und bald öffneten sich unter den Bemühungen der Gräfin wieder die glänzenden Sterne und mit großen verwunderten Blicken sah Margot im Gemache umher. Es schien, daß sie sich momentan nicht in die Situation fand.
Der Graf hatte bie leichte Gestalt vorher noch auf bie weichen Polster des bequemen Sofas geleitet und jetzt senkte sich wieder fein dunkles Ge- icht über das ihre. Nur einen Moment lang trafen sich die Blicke der beiden, dann legten sich die langen seidenen Wimpern erneuert über die traumsüßen Mädchenaugen unb blieben auch gesenkt, »iS Annas Stimme an das Ohr des armen Wesens tönte, für da« jetzt das Kostüm der entsagenden Himmelsbraut so trefflich paßte.
„Kind, liebes Kind, Sie werden mir doch nicht von neuem ohnmächtig?"
„Gewiß nicht, Fra» Gräfin!"
Mit einem tiefen Atemzug machte sich Margot bie Brust frei. Nun aber kam ihr auch bie Erinnerung, sie wußte was einen Moment lang ihren Geist umnachtet und wieder rollte eine heiße Thräne über bie bleiche Wange. Aber jetzt konnte sie sich beherrscben und als die Gräfin ängstlich fragte: »Was ist Ihnen nur?" erwiderte fie ganz ruhig:
»Die traurige Geschichte, welche ber Herr Gras vorgelesen, bewegte mich so! Ich habe sehr schwache Nerven unb — und — wenn ich etwa« derartig
Bnidgen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, *
sowie die «mioncen-Bmeanx von Haasenstein u. Vogler in ,
Maukfirrt a. M., Caffel, Magdeburg und Men; Rudolf XXVIII. Iahra. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München ».Köln; Gi L. *7 u
Daube u. Co. in Frankfurt a. M>, Berlin, Hannover, Paris.
Zur Wahlbewegung.
Die letzte» Tage des Wahlkampfes find wie das Finale einer Oper, mit Pauken und Trompete» wird von allen Sette» die Schlußscene iu Effekt gesetzt, »m daS Publikum in Erregung zu versetzen unb ihm bie nötige „Anleitung" zu geben. Solch ein Durcheinander wie bei bieser Wahlbewegung hat der Wahlkreis noch nicht erlebt. Zu deu früher verbetenen politischen Richtungen kommt heute noch ber „jüdische Fortschritt" iu der Persou des Herrn Schott; wir werben zum Schluß noch mit bem Berliner Fabrikate ber Mischen freifinnigen Presse in Gestalt von Flugblätter» überschüttet, bereu Inhalt auf unsere Verhältnisse eigentlich nicht paßt. Was thut baS? Nur bie Lärmtrommel gerührt! Herr Schott will be» Reichstag, bcssen Mitglieder seither aus lauter Leuten bestanden haben soll, „bie nicht zum Volke gehören", burch seine Wahl unb Leute ähnlichen Kalibers erneuern. Er wirft in seinem Flugblatte alle Vertreter beS Grundbesitzes, bie Beamten, Industrielle und die „Reichen" einfach hinaus. Er fragt: „Hat ein Bauer je im Reichstage gesessen?" Diese Berliner Weisheit ist hier in Hessen recht naiv, wo von sieben Abgeordneten zwei Bauern, der Bürgermeister Knobel auS Ehlen, und Seiffarth auS Friedrichs- Hausen jahrelang als konservative Abgeordnete im Reichstage thütig waren! Die Wählerschaft steht allen diesen Scenen, wie es scheint, ziemlich kühl gegenüber, der verständige Teil läßt Sonne — Sonne sein und sagt sich: Die Hauptsache bei dieser Wahl ist dieErhöhung der Wehrkraft des deutschen Volkes, im nächsten Reichstag muß die Gesetzesvorlage angenommen werden — von den aufgettetenen Kandidaten ist C. Lucke der einzige, der Erfolg hat und für die Erhöhung offen ein tritt — der ist unser Mann! Und möchten sich unsere Wähler des Ernstes ber Sache in letzter Stunde eingedenk sein! W a s s o l l denn werben? fragen wir, wenn ber jetzt zu wühlenbe Reichstag nochmals bie Vorlage ablehnt? Man hört oft von ber „Gefährbung bes allgemeinen Stimmrechts" namentlich in fortschrittlichen Organen ber „volkstümlichen" Kandidaten- reben, bis jetzt liegt nicht bas Minbeste vor, was in bieser Richtung als Thatsache verwertet werben könnte, an beruhigen Einrichtungen rüttelt es sich nicht so leicht. Das allgemeine Stimmrecht könnte nur bann gefährbet fein, wenn bk Mehrheit bet deutschen Wähler es dahin kommen