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dann für das Berlinische Publikum, besonders aber für die Jugend, ein herrliches Schauspiel. Beim Rückmarsch nach der Stadt hielt die Königin mit ihren Prinzesfinuen am Thore. Der Marsch ging sodann nach dem Schlöffe zu, um welches die gesamte Infanterie in Parade vorbeizog und der auch hier sich gegenwärtig befindenden Königin salutierten. Das ganze Schauspiel endigte Abends gegen 5 Uhr, nachdem vorher die Parole auSgegeben worden, wozu sich sämtliche Offiziere beim Schlöffe in der Gegend der Zimmer des Königs versammelten, wo für sie Bänke zum Ausruhen hingesetzt waren."
— (Saatenfeind.) In den oberschlestschen Kreisen Großstrehlitz und Lubliuitz tritt seit einigen Tagen ein kleiner unbekannter Käfer in Massen auf, der die Getteidefelder verwüstet und allein in der Herrschaft Cziasnau über 70 Hektar Sommersaat vernichtet hat.
— (Wassersnot in Schneidemühl.) In der großen Kirchenstraße in Schneidemühl sind eine Anzahl Häuser durch die Bohrung eines attestschen Brunnens stark gefährdet. Das Wasser ist in die Häuser eingedrungen, die Wohnungen mußten geräumt werden, die durch die Sturmglocke alarmierte Feuerwehr nahm Räumungsarbeiten vor.
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Diebe mit Wasser und Orangen gelabt. Zwei Wachleute schützten ihn vor Belästigung durch Neu serige. Elsässer traf um 5 Uhr 53 Minuten in «ster Verfassung an, die Einladung zum Sitzen ehnte er mit dem Bemerken ab, daß er nicht müde ei. Peitz verlor während seines Marsches sieben,
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Marburg, den 6. Juni 1893.
Jbel»HL«fer,
Gerichtsvollzieher.
Mag's Euch in Städten Wohlgefallen, Wo's immer rastlos drängt und wühlt, Wo mancher in den golduen Hallen Sich doch nicht wahrhaft glücklich fühlt — Ich laß Euch all' den Scherz und Tand; Ein andrer Hort ist mir bekannt, In dessen Schoße klar und rein Erglänzt ein heller Edelstein: Er ist's, der treu dem Vaterland, Der freie deutsche Bauernstand.
Zwar liebt er picht die glatten Worte, Nicht goldnen Flttterputz und Glanz; Doch flechtet man an jedem Orte Ihm einen and'ren Ehrenkranz: Von Morgens früh bis Abends spät Er hinter« Pfluge emsig geht, Er schafft mit unverdrossner Hand Die Frucht dem deutschen Vaterland; Ja stets war treu dem Vaterland Der freie, deutsche Bauernstand.
Hier sind des Vaterlandes Stützen, Die starken Wurzeln seiner Kraft, Könnt' Wissenschaft und Handel nützen, Wenn nicht der Bauer für sie schafft? Und wie ein festes, starkes Band, So fesselt ihn an's Vaterland Der heil'ge Boden, lieb und wert, Wo einst schon stand der Väter Herd; Denn stets war treu dem Vaterland Der freie, deutsche Bauernstand.
Wo ist die Ruh' noch nicht entschwunden? Wo beut' sich noch ein sichrer Hort? Wo pflegt man frei und ungebunden Noch deutscher Rede Sinn und Wort? Wo keimt in kindlichem Gemüte Die Demut noch und Herzensgute? Wo lebet noch in Leid und Schmerz Die Gottesfurcht in gläub'gem Herz? Bei ihm, der treu zum Reich stets stand. Dem frommen, deutschen Bauernstand.
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Doch gilt's das Vaterland zu retten. Und ruft es: .Auf zum heil'gen Krieg"! So bricht er durch der Feinde Ketten Und bringt die Freiheit, bringt den Sieg. Doch dann bescheiden, ruhig den Blick, Kehtt er zu seinem Pflug zurück. Wo solche Söhne Dtt gedeihn. Lieb Vaterland, kannst ruhig Du sein! Zu Dir hält treu und unverwandt Der freie, deutsche Bauernstand.
Geb' Sott, daß nie in Fesseln schlage Mau Dich, Du freier Bauernstand; Daß kein Vern offner je dies wage: Reicht alle Euch die Bruderhand, Und fester wie das Erdeumnd, Das Ihr bebaut, sei Euer Bund! Wie Elchenstämme fest und stark Sei Euer Kern und Euer Mark! Stets bleibe freu dem Vaterland, Du freier, deutscher Bauernstand!
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— Im Distanzmarsch Berlin-Wien
morgens aufgebrochen sein soll. Ist der Protest begründet, so wird Elsäffer Erster.
— (Frühjahrsparade vor 150 Jahren.) Man schreibt der „Schles. Ztg.": Die beiden großen Frühjahrsparaden finden bekanntlich am 2. und 3. Juni statt. In früheren Zeiten nahm eine Parade viel längere Zeit in Anspruch als jetzt. Von einer solchen Spezial-Revue, die am 27. Juni 1733 abgehalten worden ist, macht die „Chronica Berolino- Marckiea* unter den Manuskripten der königlichen Bibliothek zur preußischen Geschichte folgende Mitteilung: „Die höchsten Herrschaften fuhren von Charlottenburg heute früh 5 Uhr ab und wurden mit 59 Kutschen zu sechs Pferden und vielen Kavaliers zu Pferde nach dem Lager auf dem großen Exerzierplatz bei Tempelhof begleitet, woselbst die 20 Bataillons und 20 Eskadrons ihre Exerzieticn nach Kanonenschüssen machten, worauf um 1 Uhr der Einzug in Berlin erfolgte und das Einmarschieren der Regimenter und der Marsch um das Schloß bis 4 Uhr Nachmittags dauerte. Ueber die jährlichen Spezial- und Hauptrevuen unter König Friedrich Wilhelm I. heißt es: „Der König hielt gewöhnlich im Mai oder im JuniuS die Musterungen über die Berlinische Garnison, welche damals nur aus sechs Infanterie-Regimentern bestand. Jeden Tag nahm der König ein Regiment im Tiergarten besonders vor und hielt darüber mit unglaublicher Geduld die Spezialmusterung. Jedes Regiment bestand aus zehn Kompagnien und jede Kompagnie hatte 21 Grenadiere. Ein Regiment stand 4 Glied hoch. Die Gemeinen hatten keine Bajonnetts auf den Gewehren und beim Chargieren nur das vorderste Glied, welche aber klein waren und Schweinsfedern genannt wurden. Die Handgriffe wurden nach keinem besonderen Kommando, sondern nach den Bewegungen des Regimentstambours gemacht, der stets neben dem Kommandeur hielt. Die Rekruten wurden dem Könige besonders vorgeführt und machten sich dadurch kennbar, daß sie Eichenlaub auf den Hüten trugen, das alte brandenburgische FeldzeichNl welches von der Schlacht bei Warschau hergeleitet wird, nw die Brandenburger von den Schweden fich dadurch unterschieden, daß die ersteren Eichenlaub, die letzteren Strohwische auf den Hüten trugen. Die Gnade und Zuftiedenheit des Monarchen zu erwerben, mußten sich die Kompagniechefs Mühe geben und große Kosten darauf verwenden, um schöne Rekruten vorzustellen. Fand sich dies nicht, so war er sicher, daß der höchste Unwille erfolgte und man hat ein Beispiel, daß der König bei dem Glasenappschen Regimente einen Major vor der Front kassierte, der gar keine Rekruten aufweisen konnte. Nach der Spezialrevue gab jedes Regiment die allgemeine Wacht der Stadt. Am Tage der Hauptrevue saß der König schon Morgens um 2 Uhr zu Pferde und sodann defilierten die Regimenter durch das Kottbusser Thor nach dem Tempelhoser Berg, wo dec König Alles an sich vorbeimarschieren ließ. Wenn darauf die Linie der Infanterie gerichet war, ritt her König die Front hinauf, wobei das Saitenspiel gerührt und mit der Fahne salutiert wurde. Sodann begab er sich nach dem Zentrum der Linie, wo die Signalkanone stand. Hier wurden Feldstühle hingesetzt. Die kleinen Pttnzen erhielten von einem Pagen, der zwei Schachteln in der Tasche trug, Butterschnitten, welche sie sich recht wohl schmecken ließen. Nach dem Frühstück machten die Regimenter ihre Schwenkungen. Wenn zuletzt die Carr^s gemacht wurden, warfen die Grenadiere auf den Flügel hölzerne Granaten, um die Kavallerie scheu zu machen und das war
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Berlin, 5. Juni. Die „Nationalztg." bringt V einen Auszug aus den neuen Publikationen Robert Kochs über Wasserfiltrationen und die Cholera, welcher die Bedeutung richtig geleiteter Filtrationen des Trinkwaffers im Choleragebiet bespricht.
Aerki», 5. Juni, Das „Tageblatt" meldet aus Hamburg: Eine Anzahl der wegen Fahrkartenschwindels verhafteten Viehhändler ist gegen Kautionen von 3000 bis 15000 Mk. aus der Hast entlassen worden.
Aerki», 6. Juni. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat die Staatsregierung infolge eines im Abgeordnetenhause gestellten Antrages eine statistische Erhebung angeordnet über den finanziellen Effekt des Antrages über eine anderweitige Berechnung der Dienstzeit der Geistlichen und beabsichtigt die Angelegenheit im nächsten Etat zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen.
Henna, 5. Juni. Auf dem festgerannlen Dampfer „Kaiser Wilhelm II." ist das eingedruugene Wasser wieder herausgepumpt; derselbe ist wieder flott.
Belgrad, 5. Juni. Nach einer bisher nicht näher beglaubigten Meldung aus Pozanevac wurde an Milija Petrovic, einem angesehenen MitgUede der Fortschrittspartei, nach vorangegangener furchtbarer Verstümmelung, ein Mord verübt, der auf polstische Beweggründe zurückgeführt wird.
ßhicago, 5. Juni. Jnbetreff der Preisoerteilung wurde nunmehr beschlossen, 13 Jury's zu bilden, je eine für jede Hauptsektion. Ein Experte prüft in jeder Sektion die Ansstellungs - Objekte. Falls Widerspruch erhoben wird, tritt eine Spezial- Kommission hinzu.
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Frankfurt a. M., 5. Juni. (Biehmarkt.) Auf dem heutigen Markte waren zugefühtt: 450 Ochsen, 36 Bullen, 612 Sähe, Stiere und Rinder, 316 Kälber, 118 Häwmel, — Schafe, — Schaflämmer, 689 Schweine. Die Preise stellten fich wie folgt: Ochsen 1. Qual, pro 100 Pfd. Schlachtgewicht 60 bis 62 Mk., 2. Qual. 50 bis 55 Mk. Bullen 1. Qual. 44 bis 46 Mk., 2. Qual. 40 bis 42 Mk. Kühe 1. Qual. 50 bis 53 Mk., 2; Qual. 38 bis 42 Mk. Kälber 1. Qual, pro Pfd. 54 bis 60 Pfg., 2i Qual. 43 bis 48 Pfg. Hammel 1. Qual. 56 bis 58 Pfa., 2. Qual. 48 bis 52 Pfg. Schweine 1. Qualität 59 bis 60 Pfg., 2. Qual. 57 bis 58 Pfg.
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emeine Aufopferung der Truppen und hierdurch Ber- s We, die nahezu doppelt so groß waren, als die der -Franzosen, denn während der der Deuffchen be Eolombey - Nouillh 222 Offiziere mit 4550 Mann ss 7,6 pCt. der an der Schlacht beteiligt gewesenen xmppen betragen hat, war der der Franzose» nur «700 Mann — 3,79 pCt., bei Mars-la-Tour aber gaioten wir 7200 Offiziere, 15 000 Mann — 22,3 pEt., die Franzose» nm 13 pCt. ihrer Stärke. Bei gl. Privat war die Ueberlegenheit an Zahl auf geilen der Deutschen, denn es fochten am 18. August die Deutschen mit 166 600 Gewehren, 21000 Säbeln
732 Geschützen gegen 19 500 Franzosen mit 1300 Reitern und 520 Geschützen. Wenn später ia Kriege gegen die ftanzöfische Republik die ftanzöst scheu Heere an der Loire, im Norden Frankreichs 68b in den Ausfallschlachten vor Paris den Deutschen Vstder an Zahl überlegen waren, dennoch nicht den Sieg flringen konnten, so ist dies nur ein Beweis gegen bie Milizheere, denn die von Gambetta ans den Soden gestampften Heere bestanden zum größten Teil M frisch gebildeten Truppen, denen eS an tüchtigen Offizieren und Unteroffizieren fehlte. Daß man solche junge Truppen in den Krieg sandte, hat sich für Frankreich schon durch die schweren Verluste bitter gerächt, denn es verloren die Franzosen mehr als 140 000 Todte, mithin dreimal soviel, als wir, Während die Zahl der Verwundeten auch heute noch nicht angegeben werden kann. Bet diesem Gam- benaschen Heere konnte es auch vorkommen, daß bis cif ben heutigen Tag noch ein Divisionsgeneral, mehrere Oberste und zahlreiche andere Offiziere vermißt sind, d. h., daß man nicht weiß, wo ihre Leichen begraben sind. Auf dem Schlachtfelde gefallen, von ihrer zahlreichen Umgebung schmählich im Stiche ge- laffen, wurden sie von den Hyänen des Schlachtfeldes geplündert.
Rad- und wurde dort von Peitz überholt, der am Ziel in staun- Floridsdorf vor Wien von einer großen Menschen- eßener menge mit lebhaften Zurufen begrüßt wurde, als ilhelm er Sonntag Nachmittag 4 Uhr 40 Minuten eintraf.
(dem ßeitz ist ein erst zwanzigjähriger, bartloser Mann, esmal der den ganzen Weg fast barfuß zurückgelegt hat.
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