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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Dnttk md Verl««: J,h. «U^ «och, UoiversttLtt-Bilchdnlckrrri t» R«bur^ A****4a aÄM Brrantwortlichrr Redakteur: Christoph Rautenhau» tn M-rbur,.
Rrdecktion und Expedition: Statt 2L ^Ull HlUfl V VlUVU Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Erscheint täglich außer an Werktagen aach 6t an- und Feiertagen.—Quartal-Lbonneurentr-Prei» bei der Expe- dstiou 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Rk. 25Pig. (exll. Bestellgeld). Jnserationggebühr für die gespaltene Zeile •btt deren Raum 10 Pfg., Reklame« für die Zeile Äi Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 1. Juni 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, gie die Annoacen-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in nkfurt a. M., Caflel, Magdeburg und Mm; Rudolf ffe in Frankfurt a. M., Berlin, Munchm u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.
Zu den Wahlen.
In unserem hessischen Lande stehen die Wahl- gnSsichten für die Konservativen gut. Aus Cassel kommt der Wahlauftuf für Oberlehrer Prof. D. Hüpede«, einen feste« touservativenMann, derselbe ist unterzeichnet von den deutschen Konser- pativeu, dem deutsch-sozialen Wahlkomitö Md den Vertreter« des Bundes der Landwirte, eine nicht zu verachtende Coalition. Der einzige beachtenswerte Gegner ist der Sozialdemokrat Pfannkuch. Die Nationalliberalen haben sich zwischen zwei Stühle gesetzt, ihr Vertreter Dr. Endemann hat bei der letzten Wahl die Stimmen der Frei sinnigen durch die Zusicherung, gegen die landwirtschaftlichen Zölle stimme» zu wollen, erhalten, er hat sein Versprechen gehalten — aber Mt vier Wochen sich in den Bund der Landwirte aufnehme« laffen. Das war denn doch zu viel — die Freisinnigen sind ihm abgefallen und damit jede Aussicht, auch nur in die Stichwahl z« kommen. ___________
Herr Prof. Dr. Paasche kandidiert mit guter Aussicht auf Erfolg in Magdeburg, Herr Geheimer Jußizrat Prof. Dr. Enneccerus in Oldenburg — beide gegen Sozialdemokraten und Freisinn. Möchte Wc Stteben von Erfolg fein.
, Die gestrige Wahl - Versammlung in Wetter »ar trotz der ungünstige« Mitiagstuode stark besucht anS allen Teilen des Amtes. Es war ein warmer Ton der durch die Versammlung ging, die anwesenden Männer wollten Klarheit und Wahrheit und bei Besprechung der Militärvorlage wurden die abenteuerlichen Behauptungen, die bewußten Lügen der Gegner als solche dargelegt. Das Hauptinteresse beanspruchte natürlich die Rede des Herrn C. Lucke, dem der Dank der Versammlung durch einmütiges Hoch auf „unserenKandidaten" ausgebracht wurde. Einige Stunden nach der Versammlung vergingen im lebhasten Zwiegespräch mit dm Gruppen der Wähler, in welchen Herr Lucke Gelegenheit hatte, nicht allein persönliche Bekanut- schasten zu machen, sondern auch manches beherzigenswerte Wort zu seinen Freunden zu reden.
Aus Frankenau schreibt die „Cord. Ztg.:"
Eine heitere Wahlgeschichte erzählt man sich hier. Der wild-liberale Reichstagskandidat Schott fragte au maßgebender Stelle an, ob ihm die Abhaltung einer Versammlung im hiesigen Rathaussaal gestattet
sei. Er erhielt auch die prompte Zusage, aber unter der bescheidenen Bedingung, daß er „für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, Herrn Lucke, zu reden habe". Das war für unseren Fortschrittsmann doch etwas starker Tabak.
(Berichtigung.) Inder „KirchhainerZeitung" finden wir bezüglich unserer Notiz aus derselben heute folgende Berichtigung: „In Nr. 42 unserer Zeitung brachten wir in dem Bericht über die Wahl-Versammlung Schott irrtümlich, daß Herr Schott für den Huene'schen Antrag stimmen werde, während Herr Schott dagegen ist und nur eveut. 30000 Mann bewilligen wird, wenn die 2jährige Dienstzeit gesetzlich festgelegt würde." Wir freuen uns, daß das Vaterland durch Herrn Schott gerettet ist.
Zur Börsenreform.
„Das Geheimnis der Börsenkurse und die Volksausraubung durch die internationale Börsen-Zuuft"*) lautet der Titel einer soeben ausgegebenen Schrift von Dr. F. Kolk. Der sensationellen Ueberschrift der Broschüre entspricht ihr Inhalt. Der Verfasser in zweifellos ein in die „Geheirnniffe" der Börse tie: eingeweihter Sachkenner und feine Angaben verdienen in jedem Falle die höchste Aufmerksamkeit. Insbesondere wird die Börsen-Enquete-Kornrnisfion es gewiß nicht umgehen können, fich mit der Schrift zu befassen; denn in ihr wird der Nachweis versucht, daß die Kurse thatsächlich „gemacht" werden.
„Ich gedenke — so heißt es im Vorwort — mit Hilfe von gewissenhaft nach offiziellen Kurszetteln aufgestellteu Tabellen den Beweis dafür anzutreten, daß das Börseuspiel durchaus nicht so unberechenbar ist, wie es zu sein scheint, sondern daß es durch geheime Verständigungen von Angehörigen einer Börsengruppe zu ihrem eigenen Vorteil nach bestimmten Regeln geleitet wird, und bezwecke bamti, auch anderen Leuten die Anregung zu geben, sich eingehender mit dem Studium der Kursberichte nach der von mir eingeschlagenen Richtung hin zu befassen. Zunächst will ich mich nun näher mit den Papieren des Bankenmarktes und im speziellen mit den hervorragendsten derselben, der Kreditaktie, der Diskonto- und der Handelsgesellschaft beschäftigen und durch Zahlenbeispiele aus dem Jahre 1887 will ich dem Leser ein klares Bild von den geheimen Umtrieben der erwähnten Börsengruppe zu entwerfen versuchen."
Man muß gestehen, daß Herr Dr. Kolk seinen
*) Leipzig, Verlag von Hermann Beyer.
Versuch mit großer Sachkenntnis und Logik durchgeführt hat, und jeder Leser wird von dem Resultat überrascht sein. Es ist kein geringes Unternehmen, an das der Versaffer hier seine Kräfte gesetzt hat, und der Wahrscheinlichkeit entbehren seine Schlüsse tn keinem Falle.
Verhält fich das „Geheimnis des Kurszettels" so, wie es Kolk in Bezug auf die obenerwähnten Bankpapiere überzeugend uachweist, in der That auch hinsichtlich der übrigen Effetten, dann allerdings wird nicht daran gezweifelt werden dürfen, daß hier ein großartiges Ausplünderungssyste« enthüllt ist, das auf die Börse als „Spielhölle" ein besonders grelles Licht wirft.
Wir wünschen der Kolkschen Broschüre eine möglichst weite Verbreitung; denn die Börsenpreise wird sich mit Widerlegungen nicht weiter aufhalten, sondern die Schrift einfach totzuschweigeu suchen. Einem solchen Versuche aber muß vorgebeugt werden, und darum ist es notwendig, daß die Schrift in die Hände möglichst vieler Leser gelange, damit eine unbefangene Prüfung gewährleistet werde. Wir möchten kaum daran zweifeln, daß man die Kolkschen Ausführungen als begründet wird anerkennen müssen. Die Bevölkerung steht ohnedies unter dem dunklen Gefühle, daß irgendwelche Geheimnisfe oder Systeme, die der „Gruppe Rothschild" die enormen Vermögensansammlungen aus Kosten der Produftivstünde verdankt, bei dem Börsentreiben obwalten. Bewahrheiten sich also die Kolkschen Behauptungen, so wird je eher je besser der Sache energisch auf den Grund zu gehen notwendig sein.
In erster Linie fteilich ist dies Sache der Börsen- Enqußte; es ist darum zu erwarten, daß von dieser die Kolksche Schrift gehörig geprüft und — gewürdigt werde. „Ich habe — so schreibt der Ver- faffer u. a. — die Fäden in der Hand, um den Vorhang emporzuheben, und so die Tragödie, welche fich auf dem Theater der Börse abspielt und die bisher nur von den „Coultsflers" beobachtet werden konnte, auch dem großen Publikum im Zuschauerraum sichtbar zu machen." Man wird erwarten dürfen, daß Dr. Kolk der Börsen-Enquöte Gelegenheit geben werde, einen Blick hinter diesen Vorhang zu ihn«.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 31. Mai. Unser Kaiser dürfte, wie verlautet, von feiner Reife nach Pröckelwitz und begto. von dort nach Danzig, wo derselbe bekanntlich Ijeute, Mittwoch, dem Stapellaufe und der Taufe
der Kreuzerkorvette „J“ beizuwohnen gedenkt, am Donnerstag wieder im Neuen Palais bei Potsdam eintreffen. — Am 2. Juni findet dann auf dem Tempelhofer Felde vor dem Kaiser die große Frühjahrsparade des Gardekorps aus Berlin und Spandau statt, welcher auch die Kaiserin, die Miglieder der kgl. Familie und die eingetroffenen Fürstlichkeiten beiwohnen werden. Hieran schließt sich sodann im Berliner Schlöffe ein größeres Paradediner. Am folgenden Tage hält Se. Majestät im Potsdamer Lustgarten über die Regimenter der Potsdamer Garnison gleichfalls die diesjährige Frühjahrsparade ab. — Durch kaiserliche Ordre ist der Major v. Bötticher, bisher Bataillonskommandeur int 3n» fanterie-Regiment Nr. 143, bei der Marineinfanterie, und zwar mit seinem Patent als Major und Kommandeur des 2. Seebataillons, angestellt. Die Grundsteinlegung zum Kaiser Wilhelm-Denkmal hat am Sonntag auf Hohensyburg stattgefunde«. Der Vorsitzende des Denkmalkomitees, Gutsbesitzer Overweg, brachte bei dieser Gelegenheit ein mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den Kaiser anS. An dem darauf folgenden Festmahl nahmen 400 Personen teil. Oberpräfident Studt gedachte hierbei des Kaisers. — Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht daS Gesetz bett, die Ersatzverteilung. — DaS „Reichs-Gesetzblatt" enthält die Bekanntmachung bett. Ergänzung und Berichtigung der dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahn- ftachtverkehr beigefügten Liste, sowie die Bekanntmachung bett, die Anwendung der verttagsmäßig bestehenden Zollbeftetungen und Zollermäßigungen auf die spanischen Boden- und Jndusttieerzeugnisfe. — Der preußische Unterrtchtsminister ist mit dem Kriegsminister auf den Antrag eines Provinzial- SchulkollegiumS, für die Einberufung der dem Beurlaubtenstande angehörenden Lehrer an höhere« Schulen zu militärischen Uebungen allgemein künfttg die Ferienzeit in Aussicht zu nehmen, in Verbindung getreten. Der Kriegsminister hat rrklätt, daß dem nur insoweit entsprochen werden kann, als die dienstlichen Jntereffen und die Bestimmungen der Heeresordnung es zulassen, daß aber Anlaß genommen sei, bett obersten Militärbehörden von dem Anträge Kenntnis zu geben. — Graf Herbert Bismark hat am Sonntag in Schönhausen als delegierter des Bundes der Land- Witte eine Wahlrede gehalten, fit der er ausfühtte, daß die Soften für eine zweckmäßige Heeresverstärckung vorhanden fein würden, wenn die unseligen Handelsverträge die Zuschüsse der Reichskasse nicht so arg
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Per Sieg -er Liebe.
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; Nachdruck berbotau]
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Adalbert sank in einen Stuhl, während große Schweißtropfen fich auf seiner Stirn sammelten.
„Sind Sie ein Teufel?" stieß er hervor. „Dies P alles Ihr Werk!"
„Kein Teufel," erwiderte fie lachend, „nur ein ehrgeiziges Weib. Mein Werk — Sie meinen Eva's Heirat? Nun ja; denn selbstverständlich »ünschte ich, fie zu befestigen."
„Möge der Himmel Ihnen vergeben!" stöhnte Kdalbert, das Haupt senkend, „ich kann es nicht."
„Warten Sie, bis man Sie darum bittet," ver- setzte fie- „Und doch sehe ich nicht ein, warum Eie mir nicht verzeihen sollten, wenn Sie erfahren, was ich jetzt zu thun beabsichtige, setzte fie hinzu, sich nach der Thür wendend.
„Wohin wollen Sie?" fragte Adalbett auf- spttngend. „Was beabfichtigen Sie zu thun?"
„Ich gehe zu Eva," sagte sie. „Nicht um mich lei ihr z» rechtfertigen — fo etwas überlasse ich ben Narren; aber ich will zu ihr, um ihr ausein- «nderzufetzen, daß unter ben obwaltenden Umständen Eie nichts anderes thun konnten als mich zu hei- raten. Meine Herren, ich empfehle mich Ihnen. Herr Günther von Dürrenstein, Sie haben unser beider Glück vernichtet, und Ihnen kann ich nicht »erzeihen! Ein gefälschter Check! Es war die That eines Blödsinnigen!" und nut einem wütenden Blick «uf ihn verließ fie das Zimmer.
Die Zurückbleibenden hörten, wie fie mit leichten, firglofen Schritten die Treppe hinaufstieg.
Herr König nähette fich jetzt Adalbett und legte seine Hand auf dessen Schulter.
„Dies ist eine seltsame, überraschende Kunde," sagte er feierlich. „Ich hatte zwar seit langer Zeit meine Vermutungen, daß in dem Leben Ihres Vaters irgend ein Geheimnis verborgen läge; allein Sie müssen zugeben, daß es nicht an mir war —"
Adalbert schüttelte wie ermüdet ben Kopf.
„Was soll jetzt geschehen?" sagte er bumpf.
Herr König sah Günther von Dürrenstein an.
„Ich glaube nicht, baß man gegen Ihre An- spräche Widerspruch erheben wird," sagte er mit Nachdruck. „Jedenfalls würde ich zu einem Vergleiche raten."
Dürrenstein lachte spöttisch auf und warf fich in seinen Stuhl zurück.
„Vergleich!" höhnte er. „Ich werde jene Ansprüche bis zum Aeußersten anfechten! Ich werde niemals nachgeben — nie."
„Um Ihrer selbst willen verhalten Sie fich ruhig," sagte Herr König, welcher zu ihm heran- getreten war. „Reizen Sie ihn nicht, er ist schon grausam genug behandelt worden. Blicken Sie auf die Jahre zurück, Herr, wo er Schande und Schmähungen hat ertragen müssen Was feine An- prüche anbetrifft, wenn dies hier echt ist — und ch sehe, Sie wissen, daß dem fo ist — nun, so önnen dieselben leicht bewiesen »erben und Sie tnb verloren."
Der Kriminalbeamte, welcher schweigend, aber aufmerksam alles, was um ihn vorging, beobachtet >atte und dem nichts entgangen war, trat jetzt vor.
„Ich muß meine Pflicht thun," sagte er. „Ich arretiere Sie, Herr, als einer Fälschung verdächtig."
Dürrenstein sprang aus und klammerte sich an den Tisch.
„Da» — da» können Sie nicht," erwiderte er heiser.
Der Detektiv schüttelte den Kopf.
„Es ist der klarste und hübscheste Fall, der mir je in meinem Leben vorgekommen ist," bemerfte er mit einer gewissen Befriedigung „Die Beweise lassen nicht» zu wünschen übrig Jener Mensch dort, Martini, hätte die That nie begehen können, selbst wenn er es versucht hätte. Er ist zu dumm dazu. Kommen Sie, Herr, benehmen Sie fich wie ein Mann."
„Halt," rief Adalbett, „wollen Sie mir einige Minuten mit ihm allein gestatten?"
Langsam und fast mechanisch kamen die Worte über seine Lippen. Der Detektiv sah Herrn König an.
„Zehn Minuten, Herr," sagte er mit Nachdruck und bann ging er und Herr König hinaus.
Abalbert verschloß bie Thür hinter ihnen; während er dies that, bemerfte er, wie Martini sich an das Fenster stahl und hinausschlüpfte, aber er suchte weder ihn zurückzuhalten, noch eine Verfolgung zu veranlassen
Blaß und mit finsteren Zügen trat Adalbert jetzt an ben Tisch
„Sie haben zehn Minuten Zeit," sagte er und eine Stimme zitterte, als er in das feige Antlitz >e« Mannes blickte, der fein Verderben geplant und jetzt feiner Gnade anheimgegeben war. „Schreiben Sie schnell! Geben Sie Eva ihre Freiheit zurück und —"er zeigte auf das halb geöffnete Fenster.
„Und überlasse Ihnen auch noch das ganze Be- itztum?" hohnlachte Dürrenstein.
„Nein," erwiderte er. „Behalten Sie alles, fo ange Sie leben, nur geben Sie Eva frei. Sehen Sie her," und er schrieb ein paar Zeilen auf ein Stück Papier.
Dürrenstein ergttff dasselbe und sprang auf.
„Ist da» Ihr Ernst?" rief er, ihn anstarrend.
„Rasch!" erwiderte Adalbert, auf das Papier deutend. „Ich denke nur an fie, Sie freilich müssen an sich denken. Ich will sie nicht Ihrer Gnade anvettrauen. Weigern Sie fich, zu untergebnen, so rettet Sie nichts vor dem Schicksale, welche» Sie mir zu bereiten gedachten. Rasch, ich höre fie braußen."
Dürrenstein nahm hastig die Feder auf und schrieb, daraus schob er ihm das Papier z«, welche» Adalbert nahm und sorgfältig in seine Brieftasche steckte. Dann deutete er auf Dürrensteins Hut und Ueberzieher.
Es bedurfte keiner Worte. In höchster Eile zog Dürrenstein ben Oberrock an und die Hand schon an dem Fenster, sah er sich noch einmal um.
„Sie ist dennoch mein Weib," sagte er voll Hohn.
„Ich weiß es I" ernriberte Adalbett. „Ich »erbe es nicht vergessen! Jetzt aber fort!"
Geräuschlos schloß fich bas Fenster, während Abalbert in der Mitte des Zimmers wartete. Die zehn Minuten verflossen, und man klopfte an die Thür. Er öffnete und ließ den Detektiv und Herrn König ein. Der Erstere sich sich suchend in dem Zimmer um.
„Entwischt!" rief er.
Adalbert neigte ernst den Kopf, «ährend der Detektiv uneistschloffen an feinen Lippen nagte.
„Nun, Sie müssen am besten roiffen, wa« Sie zu thun haben," sagte er. „Aber es war ein famoser Fall."
33.
Eine halbe Stunde später stand Adalbett auf der Terrasse und schaute über den Rasenplatz hinau» nach dem Parke und ben weit fich hinstreckende« Ländereie« der Befitzung.