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Bei diesen Worten schluchzte Eva laut auf und

4* I 4 wankte in die Vorhalle.

H.M Adelheid wich überrascht zurück

und Adalbert

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Branntwein- und Biersteuer zur Aufbringung der Mehrkosten aufgegeben zu sein scheint, und die Lasten auf kräftigere Schultern gelegt werden solle», so kann auch der ärmste Mann für die Heeres- verstärkung und die zweijährige Dienstzeit mit ihren großen Vorteilen stimmen.

Die letztere wird u. A. auch daS Einjährigen- Unwesen vermindern, vielen kleineren und mittleren Leuten die damit verbundenen großen Koste» abuehmen und dem Handwerkerstände wieder tüchtigere Kräfte zuführen; von der allgemeinen Dienstpflicht aber wird >er Bauer sagen: wenn mein Junge Soldat werden muß, kanns deiner auch. Und da hat er vollkommen Recht!

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Wie vom Donner gerührt standen die Anwesen- dm da bei dieser neuen Verwirrung.

Adelheid gewann zuerst ihre Fassung wieder.

*3V sagte sie, sich ruhig umsehrnd,dieser Herr, Herr Walter, ist mein zukünftiger Gatte.

Grundsätzen, warum habt ihr euch die schlechten Papiere aufschwätzen lassm!

Ganz anders verhält es sich mit den 53 Millionen, welche die »me Militärvorlage fordert; sie gehen zum größten Teil durch ungefähr eine halbe Million Hände wieder ins Volk zurück. Und wenn es auch, wie man oft sagen hört, in erster Reihe die Bäcker, Metzger und Gastwirte find, welche davon Nutzen haben, so wird von diesen die Einnahme ja anch wieder zur Ausgabe gebracht. Also an der Milttärvorlage wird Deutsch­land so leicht nicht verarmen. Es ist sogar Hoffnung vorhandm, daß wenigstens ein Teil der vielen au die vorgenannten Staaten verlorenen Millionen ge­rettet werden kann, wenn Dmtschland in seiner Machtstellung noch mehr gestärkt wird und wenn sich die politische Lage einmal zu Deutschlands Gunsten gebessert hat. Denn offmbar trägt die letztere mit dazu bei, daß eS z. B. Portugal an dem nötigen guten Willen fehlen läßt, seinen Gläubigern mehr entgegen zu kommm. Wie sich aber auch die Diuge in der Zukunft gestalten möge», daS eine scheint sicher: Derjenige Staat, welcher militärisch am tüchtigsten und stärkstm ist, wird sich sowohl wirt­schaftlich wie politisch am längsten behaupten.

Es kann nicht ausbleiben, daß bei der heutigen maschinenmäßigen Massen - Produktionsweise, die, nebenbei bemerkt, den Landwftt durch Entziehung billiger Arbeitskräfte und den Handwerker durch Zu­führung billiger Fabrikate gleichmäßig schädigt, der Wettbewerb im Welthaudel immer heftiger werden muß und der Stärkere schließlich den Schwächeren verdrängen wird. Wer also Deutschlands hervor­ragende Stellung auf dem Weltmärkte erhalten und weiter ausgedehnt haben will, der muß auch für die Militärvorlage stimmen; im anderen Falle schädigt

er indirekt unseren zukünftigen Außenhandel und mit zugleich Deutschlands Wohlstand. Da

DieTägl. Rundschau" schreibt zur Wahlbe­wegung folgende beherzigenswerte Worte:

Mitteilungen aus verschiedenen Gegenden Deutsch­lands stellen übereinstimmend die Thatsache fest, daß der bisherige Verlauf der Wahlbewegung hinter den Hoffnungen und Wünschen der nationalen Politiker recht erheblich zurückbleibt. Ungeachtet der tiefen Verstimmung, welche das Gebühren des Bundes Lieber - Richter - Bebel in den weitesten Kreisen des deutschen Erwerbslebens hervorgerufen hat, herrscht doch gerade in diesen Kreisen vielfach eine Art von sicherer Ruhe gegenüber der brennenden Tagesftage, welche von dem auf Seite der Opposition entwickelten fieberhaften Eifer gar merkwürdig absticht. Während die Wortführer und Verkündiger der Lieber-Richter- Bebelschen Anschauungen- in der Ausfindigmachung von Mitteln und Kunstgriffen, der Wählerschaft er­folgreich beizukommen, eine erstaunliche Vielseitigkei entwickeln und eine Findigkeit bethätigen, welche sich durch die tausendfältig verzweigten Kanäle des Vvlks- lebens ihren Weg bis in den Bereich der Häus­lichkeit, der Werkstatt, des Stammtisches, der Her­berge bahnt und jeden einzelnen Wähler so zu sagen persönlich in die Mache nimmt, glauben viele national gesinnte Männer schon genug gethan zu habe», wenn sie gelegentlich in einer Wahlversammlung erscheinen, und verlassen sich im Uebrigcn, die Einen auf den Landrat", die Anderen auf dengesunden Sinn des Volkes", wieder Andere auf diezwingende Logik der Verhältnisse", indessen einem persönlichen Eingreifen dieVornehmheit" ihrer Denkweise entgegensteht. Das ist aber nicht die Bahn, auf welcher man den nationalen Gedanken zur Erringung wahlpolitischer Lorbeeren führen wird. Unerläßliche Vorbedingung hierfür ist ernste, angestrengte, ins Einzelne gehende persönliche Wahlarbeit, nach dem Beispiele der Oppositionsparteien. Von diesen können die wohl­gesinnten Kreise Vieles lernen, die Agitation von Haus zu Haus, von Mund zu Mund, von Person zu Person. Sie müssen es lernen, wenn die gute Sache bei dem Wahlkampfe mit Ehre» bestehen soll.

Wahlschwindel. In dem Berichte der Kirchhamer Zeitung" über die von Herrn Schott dort abgehaltene Wahlversammlung befindet sich u. a. folgender Satz:

Der Redner erläuterte hauptsächlich feine Stellung zur Militärvorlage, daß er für ben Hueneschen Antrag stimme» werde, jedoch auch zu wettere» Konzessionen bereit sei, falls die 2jährige Dienstzeit gesetzlich festgelegt werde, sowie,

Per Sieg -er Liebe.

von I. ». Böttcher.

! Nachdruck verbotenes (Fvrtsehnnge)

Adalbert sah sie an und löste dann langsam ihre Hände von seinem Arm.

Was bedeutet dies?" fragte er finster.Spricht dieser Mensch die Wahrheit? Hast Du ihm wirk­lich versprochen, ihn zu heiraten?"

Ja, ja, ja," wimmerte Herr Martini.Schon vor Jahren und erst vor einem Monat noch. Ich habe ihre Briefe bei mir, hier, hier, hier," dabei zog er mit zitternden Händen ein Paket Briefe aus der Tasche.Antworte ihm, Adelheid. Sage ihm, daß Du mich liebst, daß Du mein Weib werden willst."

Marburg,

Mittwoch, 31. Mai 1893

en Futti zur Veri tilchmeng!

3 sich i ichen Red )ungen a Ichen Pi« it. I

betrogen hat! Glauben Sie, daß ihr etwas an Ihnen gelegen ist? Nein! Mich liebt sie, mich allein, aber sie wird Sie heirate», weil Sie der wahre Erbe von Dürrenstein sind!" und er brach in ein schallendes Gelächter aus.

Günther von Dürrenstein sprang erschrocken vor.

Führt ihn hinweg," sagte Dürrenstein mit heiserer Stimme,der Mensch ist verrückt! Hinweg mit ihm doch nein, er ist ein alter Freund von mir, lassen Sie ihn hier, aber Sie, meine Herren, bitte ich, sich zu entfernen"

Verrückt bin ich?" gellte Martini.Verrückt' Ich bin nicht so verrückt, daß ich Ihnen nicht Trotz bieten könnte, Ihnen, und Ihnen auch, meine schöne Dame," dabei schüttelte er gegen Adelheid die Faust. Sie sind hinter das Geheimnis gekommen, nicht wahr? und hofften, daraus Seide zu spinnen! Und Sie dachten, ich würde ruhig zusehen und mich noch chönstens bedanken! Aber Sie irren sich! Meine Herren, sehen Sie sich jenen Mann dort an," und er wies auf Dürrenstein.Sehen Sie ihn an! Er gab mir den Check und er hat ihn gefälscht! Er muß es gethan haben! Ich that er nicht! Warum gab er ihn mir? Ich frage warum?"

Ruhe!" schrie Dürrenstein und wollte sich auf >en Elenden stürzen, allein Adalbert's eiserne Faust sielt ihn zurück.

Warum?" brüllte Martini.Um mir den Mund zu verschließen! Ja, sehen Sie mich nur so grimmig an, wie Sie wollen, ich muß meinem Herzen Lust machen! Warum sollte ich auch nicht? Tas Geld kann mir jetzt nichts mehr nützen!" dabei tonte er Adelheid an.Jener Check sollte mich bestechen, den Mund zu halten und das Geheimnis ; u bewahren, welches mir der alte Sturm anvertraut ! atte Meine Herren, ich wiederhole es, jener Mann

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie dieAmwncen-Bureaux von Haasenstein ».Vogler in ,

Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Men; Rudolf XXV111. Stafira. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G; L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.

»Nck «Ola«. 3^^* Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Redaktion und^ @$peb?timu äRcatt«. * 2atinre'

wenn das öffentliche Gerichtsverfahren auch beim Militär eingeführt werde".

: Das wäre also das gerade Gegenteil vou dem, was i Herr Schott im hiesige» Saalbau ben Wählern i Dortrug. Herr Schott sagte hier ausbrücklich, daß - er gegen den Hueneschen Antrag stimmen l werde und da die Bundesregierungen bereits erklärt 1 haben, der Antrag Huene sei das Aeußerste, was fie 1 zugesteheu könnten, so find auch alle wetteren Redereien : des Herrn Schott eitel Flunkereien, lediglich darauf : berechnet, die minder gut unterrichteten Wähler in den Glauben zu versetzen, daß er, der liberale Volks- mann, schließlich doch noch für die Militärvorlage zu haben sei.

In Wahrheit liegen die Dinge so: Dem neuen Reichstage wird als erste Vorlage der Antrag Huene zur Abstimmung vorgelegt werden. Herr Schott wird und muß als fteifinuig-jüdischer Kandidat gegen denselben stimmen und Herr Schott wird (ganz gleichgültig wie diese Abstimmung aus­fällt) dann nicht weiter ht die Lage kommen, mit der Militärvorlage ein Handelsgeschäft treiben zu können.

Herr Schott scheint diese Kniffe übttgens vou seinem Kollegen Dr. Böckel abgelernt zu habe». In einer am 17. Januar d. I. im Queutinschen Saale abgehaltenen antisemitischen Volksversammlung, in welcher Dr. Böckel in längerer Rede seine Stellung zur Milttärvorlage zu rechtfertigen versuchte, sagte derselbe wörtlich:

Dieser Regierung keinen Man« und keinen Groschen!" und weiter:Die Militärvorlage darf kommen in welcher Gestalt sie will, bei uns giebt es nur ein: Niemals, niemals, niemals!"

Wenige Stunden vor Auflösung des Reichstags gab Dr. Böckel ferner die Erklärung ab:Daß es nur die mißliche wirtschaftliche Lage Deutschlands fei, welche ihn zur Ablehnung der Mülitärvorlage veranlasfe!" Und was sagt Dr. Böckel feinen Wählern jetzt?Wenn die Kosten der Vorlage auf die Schultern der reichen Deutschen abgewälzt werde, bann könne auch er für ben Antrag Huene stimmen." Mein Liebchen was willst bu noch mehr? Das ist boch wohl bas Tollste was ein Wahl-Kanbidat je zutage förberte. Glaubt benn wirklich im Ernst ein vernünftiger Wähler, baß Dr. Böckel 5 Wochen «ach feiner vorerwähnten Erklärung sich im Reichs­tage hinstellen werde und sagenMeine Herren die wirtschaftliche Lage hat sich jetzt gebeffert, ich stimme

ist nicht der rechtmäßige Erbe, der rechtmäßige Erbe steht da!" und er zeigte mit dem Finger auf Adalbert. '

ES ist das Gefafele eines Verrückten!" sagte Baron Dürrenstein, 'seine ttockenen Lippen an­feuchtend.

Gefafele sagen Sie? Nein, es ist die Wahr­heit! Dieses Herrn Mutter" aus Walter zeigend wurde in der Kirche von H. unweit Hamburg mit Herrn von Dürrenstein's Vater getraut! Hier ist die Abschrift des Trauscheines und die Eintragung werden Sie in dem Register des dortigen Kirchen- buche« finden. Die Zeugen werden unschwer herbei­zuschaffen sein! .Der wahre Erbe ist Adalbert Walter!" und nach Atem ringend, sank er aus einen Stuhl, bett stieren Blick auf Abelheid geheftet.

Rechtsanwalt König nahm den Trauschein au» seiner kraftlosen Hand und las ihn flüchtig durch.

Ist dies wahr?" sagte er in ernstem Ton zu Dürrenstein.Ich habe lange ein Geheimnis ge- ahnt"

Wahr!" lachte Dürrenstein.Klingt e» auch nur wahrscheinlich? Der Mensch gehört in da» Irrenhaus."

Bleich wie der Tod, doch ein Lächeln auf den Lippen, trat jetzt Adelheid vor.

Es ist wahr!" sagte fie und ihre Stimme klang in dem Sturme hell und klar wie der Ton einer Glocke.E» ist wahr, und er weiß es. Ich ge» langte in Besitz des Geheimnisses und" fuhr fie achselzuckend fort,würde morgen Mittag nach 12 Uhr es aller Welt verkündet haben. Dann wäre ich Adalbert Wafters Gattin gewesen! Aber Ihre Thorheit, Herr welchen Namen werben Sie jetzt ühren? hat meinen hübschen Keinen Plan ver­eitelt. Folgen Sie meinem Rate," dabei lächelte sie.

stürzte vor, aber mit einer zurückweisenden Hand- Bewegung ging Eva an ihm vorüber und stieg die

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Unsere Hochzeit ist auf morgen festgesetzt und das, meine Herren, mag als Entschuldigung dafür dienen, daß ich ihm hierher gefolgt bin."

Herr Martini wartete kaum, bis Adelheid ge­endet, laut aufschreiend stufte er sich ihr zu Füßen.

Adelheid, Adelheid, habe Erbarmen mit mir!" winselte er.Mache mich nicht wahnsinnig! Ich that es ja nur für Dich! Ich bin jetzt reich! Ein Mann von hunderttausend Thalern! Hörst Du es, einmalhunderttausend Thaler I Sie können mir die- selben nicht vorenthalten! Sieh, Adelheid, hier ist der Check wo ist er zeigen Sie ihn ihr! Verlaß mich nicht verstoße mich nicht, Adelheid, ich habe lange Jahre auf Dich gewartet und Dich geliebt!"

Mit einem bezaubernden Blicke des Schmerzes und des Erstaunens wendete sich Fräulein Braun von ihm ab.

Dies ist unerhört," sagte sie.Ich kenne diesen Menschen, habe ihn sogar längere Zeit gekannt, aber es ist nicht» in unserer Bekanntschaft, was daraus"

Er unterbrach fie mit wildem Lachen.

Sie hören, was fie sagt. Nichts in unserer Bekanntschaft! Herr von Dürrenstein und Sie meine Herren, nicht einmal, nein tausendmal hat fie mir geschworen, daß fie mein Weib werden wolle! Ich habe für nicht», al» für diese eine Hoffnung c;ele6t! Für nichts anderes gearbeitet und gewartet! Und jetzt bin ich reich hörst Du es, Adelheid? reich!"

Führe mich fort!" flüsterte fie Adalbert zu.

Sie sollen fie fortführen!' kreischte Martini. O, jetzt verstehe ich alle»! Nehmen Sie sie und Giraten sie! Nur immer zu. Sie werden bald finden, daß fie Sie ebenso betrügt, wie fie mich

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Erscheint täglich sicher en Werktagen aach San», nnd X» gor Feiertagen.Qnartal-Ab»nnement»-Pret« bei der «rpe- J1S, ditto» L Mr., bei allen Postämtern L Mki tik Pfg. (exll.

Bestellzeld). JnseratiourgeLühr für die gespaltene Zelle »der deren Raum 10 Psg., Reklame» für die Zeile L» Pfg.

Abelheid Braun war kein gewöhnliche» Weib. Ein Weib von gewöhnlichem Schlage würde geleugnet haben oder höchst wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen sein Aber sie that keins von beiden. Ruhig und getrost gelassen heftete sie ihre Augen auf den Elenden und (34 lächelte ein Lächeln voll Verachtung und Abscheu iSie heiraten," sagte fie.Lieber sterben. lUUlC r tiefer," dabei berührte fie Adalbert'» Arm,ist 2 «ein Verlobter."

Zur Wahlbewegung.

Weiteres aus dem Kreise unserer Leser:

Gewisse Blätter untergeordneter Bedeutung mtt mehr ober weniger bemokratischer Richtung, bte ihren gegen bie Milttärvorlage unb folglich auch gegen bie lang ersehnte zweijährige Dienstzeit gettchteten Artikel- chen allerlei Kraftausbrücke einverleiben unb in benen ein Teil bes Inhalts burchGänsefüßchen" ersetzt wird, suche» fast jeden, der bie Notwendigkeit ber Milttärvorlage anerkennt, ober bie lügenhaften lieber« tteibungen hinsichtlich des Steuerdrucks auf ihre Richtigkeit prüft, als einen mehr ober weniger gut situierten Mann hinzustellen, bem es auf einige Mark Steuern mehr nicht auzukommen brauche.

Diese Artikelschreiber können ober wollen nicht begreifen, baß es auch Leute mit geringem Ein­kommen giebt, bereu Denken unb Fühlen nicht fort­gesetzt burch ben Mammon beherrscht wirb, bie bereit find, wenn es fein muß, von bem Wenigen was sie haben, noch beizusteuern nach Kräften zur Sicherheit des VaterlemdeS, iubeffen die Börse unb ihr Anhang natürlich ein groß Geschrei anstimmt, wenn ihr einige Lasten, bie fie leicht tragen tonn, ober wohl gar wieher auf andere Schultern abwälzt, mehr auferlegt werben sollen. In tiefen Blättern, meistens SamMel- stellen für alle Unzufriedenheit unb Bosheit, begegnet man beftänbig Klagen über schlechten Geschäftsgang, Währenb sie für bie notleibenbe Landwirtschaft wohl Hohn aber kein Verständnis haben. Es wirb niemanb leugnen wollen, daß Handel unb Wandel zur Zeit stocken unb viele Gewerbetteibenbe dadurch geschädigt werden ; auch wirb sich manche Famllie Einschränkungen auferlegen müssen, aber baran trägt weder bie Militär­vorlage, noch ber Militarismus im allgemeinen die Hauptschuld. Erfteueu sich etwa Länber wie Portugal, Griechenland, Spanien u. a. m., in denen ber Militarismus fast unbekannt ist, eines befonberen Wohlstandes? Sind es nicht gerabe tiefe Länder mit ihren relativ kleinen Armee», welche dem Staats­bankerott verfallen oder nicht weit davon entfernt find, unb baburdj Millionen unb aber Millionen Deutschen Kapitals verschlungen unb taufenbe von Familien dadurch schwer geschädigt haben? Ist es nicht ganz natürlich, baß sich bie Einnahmen vieler Geschäfte verminbert haben, wenn z. B. in Marburg allein wohl mehr als eine Million Mark Kapital verloren gegangen ist unb vou bem Rest bie Zinsen ausbleiben ober nur teilweise unb unsicher zufließen? Davon aber lieft man in ber jütisch-freisinnigen Presse nur feiten. Natürlich, fie sagt »ach ihren