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Willigkeit besteht, auch andere Möglichkeiten zur Be­schaffung der erforderlichen Mittel zu erörtern, sofern solche von der Mehrheit des Reichstages vorgezogen würden, ist bei den Verhandlungen von der Ver­tretung des Bundesrats zu erkenne» gegeben. Bis jetzt mangelt es aber, auch abgesehen von der Unge­wißheit über die Mehrheitsbildung im nächsten Reichstage, an einigermaßen verläßlichen Anzeichen dafür, daß andere Steuerpläne größeres Entgegen­kommen finden würden. ES ist die Pflicht der Reichs-Finanzverwaltung, jede ihr gegebene Anregung zu prüfen; bis jetzt aber haben nur diejenigen Projekte, welche auf eine wirksamere Besteuerung des LuxuS abzielen, mit einiger Aussicht auf Erfolg näher in Betracht gezogen werden können."

Leipzig, 23. Mai. Die 30. Allgemeine deutsche Lehreroersammlung ist am Dienstag in Leipzig unter lebhafter Beteiligung zusammengetreten. Nachdem der Vorsitzende Oberlehrer Debbe-Bremen die Ver­sammlung begrüßt hatte, ergriff der sächsische Kultus­minister v. Seydewitz das Wort, um im Namen der sächsischen Staatsregiemng die Versammelten zu be­grüßen. Darauf erfolgte die Begrüßung der Stadt Leipzig und der dorfige» Schulverwaltung durch den Oberbürgermeister Dr. Georgi und Stadtrat Walter. Vorträge hielten Schuldirektor Sachse-Leipzig über Wesen und Bedeutung der Volksschule und Diakonus Dr. v. Criegern-Leipzig über das Verhältnis zwischen Kirche und Schule.

Aom Kermauusdenkmal. DasHermanns­fest", das die deutsch-sozialen Antisemiten am zweiten Pfingstfeiertage auf der Grotenburg am Fuße des Hermanns-Denkmals feierten, nahm, wie man aus Detmold meldet, einen durchaus würdigen Verlauf. Bom herrlichsten Wetter begünstigt, fanden sich im Laufe des Tages fünf bis sechstausend Festteil­nehmer, Männer und Frauen ein. Auch die konser­vative Partei des Fürstentums Lippe war vertreten. Zur Eröffnung der Feier begrüßte Herr Riepenberg- Elberfeld, der das Fest angeregt und vorbereitet hat, die Gäste und forderte sie zu einem Hoch auf den Kaiser, den Fürsten Woldemar und die übrigen Bundesfürsten auf. Der nächste Teil spielte sich unter zwei großen nach der Denkmalssette offenen Zelten ab. Mehr als 500 Personen vereinigten sich hier zu einem Festmahle, das vaterländische Gesänge und Reden würzten. Eine Abteilung der Musik des 55. Infanterie - Regiments begleitete die Lieder; dagegen war es untersagt worden, die in der Fest­ordnung vorgesehenen Konzertstücke zu spielen. Der Oberforstmeister, dem der Landesfürst auf Draht- anftage die Entscheidung überlassen hatte, hatte in der Musikfrage dem stürmischen Drängen von juden­freundlicher Seite soweit nachgegeben. Nach Auf­hebung der Tafel erging man sich eine Stunde im schattigen Walde, um sich dann abermals am Fuße des Denkmals zu versammeln, dieses Mal in einer Stärke von etwa 5000 Personen. Nach einer Rede des Herrn Liebermann v. Sonnenberg, die oft durch brausenden Beifall unterbrochen wurde, beschloß die Festversammlung durch einmütiges Handerheben folgendes Telegramm an den Kaiser abzusenden: Sr. Majestät dem Kaiser in Berlin. Von jener Stätte, die der Erinnerung an den ersten Steg ge­einigter Deutschen über den gemeinsamen Feind ge­weiht ist, vom Denkmal Hermanns des CheruskerS, senden Tausende deutscher aus allen Gauen des einigen Reiches zu vaterländischer Feier versammelte Männer Eurer Majestät ehrfurchtsvoll das Gelöbnis, zu werben und zu wirken, daß Alldeutschland wehr­haft bleibe gegen jeden Feind. Im Auftrage der Festversammlung gez. Dr. König, Liebermann von Sonnenberg, Prof. Förster." Die am Abend ab­reisenden Festteilnehmer, die so zahlreich waren, daß

m ganz außerordentlich langer Zug sie kaum zu 'affen vermochte, wurden von Hunderten von Ein­wohnern Detmolds zur Bahn geleitet und an allen Stationen des Landes lebhaft begrüßt.

Hessen-Nassau.

Mnrvnrg, 24. Mai. (Konservative 1 Kandidaturen im diesseitigen Re­gierungsbezirk.) Aus Cassel wird uns tele­graphiert, daß die Versammlung der konservativen 1 relegierten definitiv folgende konservative Kandidaturen ir den Regierungsbezirk Cassel aufgestellt hat: Für >en Wahlkreis Cassel-Melsungen Pfarrer Hüpeden, ür HofgeiSmar-Wolfhagen-Rinteln Landwirt Märtens, ür Witzenhausen - Eschwege - Schmalkalden Herr v. Christen, für Hanau Bürgermeister Stroh zu Marköbel, ur Waldeck Herr Quistorp. Sämtliche Kandidaten gehören dem Bunde der Landwirte an beziehungs­weise haben die Forderungen desselben anerfmtnt.

Marvnrg, 24. Mai. (Hessischer Geschtchts- verein.) Der gestern vom hiesigen Geschichtsvereiue eranstaltete Ausflug nach Kloster Haina gestaltete ich für die Teilnehmer zu einem äußerst genußreichen und belehrenden. Haina ist für uns immer noch sehr unbequem zu erreichen; um so willkommener war den Freunden vaterländischer Geschichte und Architektur die ihnen gebotene Gelegenheit die nächst der Elisabethktrche schönste und architektonisch bedeutendste Kirche Hessens kennen zu lernen. Ihren besonderen Reiz haben natürlich auch noch die älteren Klostergebäude. Es hat sich bekanntlich von keiner klösterlichen Anlage Hessens noch so vieles er­halten als von den Hainaischen Klostergebäuden. Alle architektonischen Sehenswürdigkeiten konnten unter der Führung des Herrn Obervorstehers a. D. Quentin, welcher seine jetzige Muße ungestört seinen Lieblingsstudien, der Geschichte des Klosters Haina widmen kann, und des Herrn Dr. Scheel, des jetzigen Anstaltsdirektors, eingehend besichtigt werden, und fühlt sich der hiesige Geschichtsverein dazu verpflichtet, diesen beiden Herrn für die große Liebenswürdigkeit, welche sie den Besuchern ange» deihen ließen, auch hierdurch nochmals herzlich zu danken.

Warburg, 24. Mai. (Schneeglöckchen- B u u d.) Zu allen den vielen Vereinen, Gesell­schaften und Bünden, welche in hiesiger Stadt bereits bestehen, hat sich nunmehr noch ein neuer gesellt, der Schneeglöckchenbund", der, nur aus Damen bestehend, in seinen Satzungen folgenden § enthält: Wir Mitglieder des Bundes versprechen, mit Gottes Hülfe ernste Anstrengungen zu machen, um uns allen leichtfertigen Unterhaltungen fern zu halten, allem Lefen schlechter Schriften, allem Auffallenden im Anzug und Kopfputz, sowie jedem Vergnügen, das schädlich für unsere Einbildungskraft und unser Herz wäre, zu entsagen."

Warburg, 24. Mai. (Witterung.) Recht heiß war es auch gestem wieder (23,75 Grad C. Wärme). Wolken stiegen in Südwesten auf, es blitzte und donnerte bereits, doch zum Segen spendende» Rege» kam es wieder nicht. Vergangene Nacht blieben 18,75 Grad C. und heute morgen 8 Uhr find 20 Grad C. Wärme bei bedecktem Himmel und Nordwestwind. Barometerstand 741 mm.

Sonnen-Aufgang 3,53 Mond-Untrrgaug 1,55 V.

Sonnrn-Untcrgang 8, 1 Mond-Aufgang 1,20

Aürgelu, 22. Mai. Heute ertrank beim Bade» in der Ohm der 15 jährige Johs. Henkel, Sohn des Ackermanns Heinrich Henkel Hierselbst.

* Iraukenverg, 23. Mai. Die Wahlversamm­lung der konservativen Partei, in welcher Herr Reichs­tagskandidat Lucke sich den Wählern vorstellte, »ahm

einmal einen letzten Blick auf mein altes Heim zu werfen, Frau von Dürrenstein "

Sie schauderte bei dem Namen und sah ihn mit einem flehenden Blick des Vorwurfes und der An- klage- an.

Wie konnten Sie es wagen?"

Das Blut schoß ihm in das Gesicht, feine Augen blitzten und zornige Worte stiegen auf seine Lippen, allein er hielt sie zurück

Wagen?" keuchte er.Nun, es war ja zum letzten Male"

Zum letzten Male!" wiederholte sie.Ich glaubte, Sie hätten Europa verlassen "

Er schüttelte den Kopf, wahrend sie vergeblich trachtete, ihren Blick von ihm abzuwenden, den seine Augen mit magnetischer Gewalt anzuziehen schienen.

Sie find also nicht nach Amerika gegangen? Wie konnten Sie sich einer so großen Gefahr aus- setzen? Um ihretwillen schon hätten Sie den Ocean zwischen sich und diesen Ort bringen müssen'"

Um ihretwillen wen meinen Sie damit?" fragte er

Die Farbe stieg in ihr bleiches Gesicht, um gleich wieder zu schwinden, und ein Schauder durch­rieselte ihre zarte Gestalt.

Um Ihrer Mitschuldigen willen," sagte sie mit schwacher Stimme,um jenes Mädchens willen, welches Sie in das Verderben gelockt haben."

Tas Mädchen, welches ich verlockte?" fragt er mit vor Wut erstickter Stimme

Sind Sie mit ihr verheiratet?" fragte Eva nach einer Pause.

Er schwieg. Alles drehte sich vor ihm im Kreise herum.

(Fortsetzung folgt.)

Bitte um Kegen.

Die Tiere und die Pflanzen schmachten Nach Tropfen eines küblen Thau's, Doch ob es blitzt, ob Donner krachten, Es blieb ein guter Regen au8.

Ob siebenfarbig stand der Bogen Verheißungsvoll am Himmelszelt, Bald hat sich das Gewölk verzogen, Und selbst der graue Nebel fällt.

Ob wir mit heißer Sehnsucht harrten, Mt Blicken aufwärts sprachen: Komm, O Regen, tränke Flur und Garten, Ein eitler Wunsch toat'S, ob auch fromm.

DaS Auge sieht Gebüsche sterben. Du schwindest hin, du frisches Grün! ES sieht der Wiese Gras verderben, Erhofften Lohn für LandmannS Müh'm

Was giebt's mit unfern Wasserquelleu, Sic trockene» allmählich aus, ES höret auf der Strom zu schwellen. Nirgends vernehmbar tönt Gebraus.

ES kann ein kleiner Knabe waten Ganz ungefährdet durch die Lahn, ES nimmt kein Roß, kein Wagen Schade» Auf der jetzt seichten Wafferbahm

We kannst du noch, o Müller mahlen? Hier drehet um kein Strom dein Rad, Dort kaarrt eins langsam, wie in Qualen, Wo's lustig sonst gerauschet hat.

Einst kam ein strömend reiches Fließen Des Geistes auf die Jüngcrfchan O schöner Tag, laß sich ergießen Jetzt einen Strom, der fehlend war.

Mt Sonne wechsle nun der Rege», Er triefe aui Gewölk herab!

Dem Schmachtenden zu Lab' und Segen, Wie Pfingsten ost Erfrischung gab! -r.

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Börsens: euer, Luxussteuer u. f. w.

Erhöhung der

zu habe» sein. Redner kommt nun auf den Bund

sowie die Interessen der deutschen

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überhaupt zu sprechen. Er sei stolz

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Vermischtes.

Karlsruhe, 19. Mai. (Raienloosschwindel.)

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darauf, ein Bauer zu heißen und ein solcher zu sein. I Bekanntlich tritt die großherzogliche Regierung mit Man sage oft, der Bauernstand befinde sich in Not,I gebotener Schärfe den Auswüchse» des Ratenloos- eitens der Freisinnigen, den grimmigsten und ver-I Handels entgegen. Trotz der den unreellen Vertrieb chlagendsten Feinde» der Landwirtschaft, werde dies von Ratenloosen stark einschränkende» Verordnungen zwar mit Hohn geleugnet, es lasse sich diese Be-I scheinen aber noch immer gewisse Ratenlooshändler hauptung auch leichthin aufstellen, allein er sei Baden zum Versuchsfeld ihrer Manipulationen zu imstande dieselbe auch zu beweisen. Redner gibt machen. Neuerdings sind der großherzogliche Ober- nun einen ausführlichen zahlenmäßigen Nachweis I staatsanwalt, sowie die großherzogliche» staats an­darüber, daß die Löhne der 16 Millionen landwirt- waltschasten Freiburg und Waldshut gegen die Jn- schaftlicher Arbeiter und Arbetterinnen in den letzten I Haber von zwei Loosgeschäften (Müllendorf in Brüssel 20 Jahren eine derartige Steigerung erfahren hätten, I und Grün in Amsterdam) wegen Betruges bezw. Ver­büß mit Hinzurechnung der neuerdings eingeführten I gehens 'gegen § 286 R.-Str.-G.-B. eingeschritten; Alters- und Invaliden-Versicherungs-Beiträge die es ist gegen Beide bereits Haftbefehl erwirtt und es selbständigen Landwirte heute eine Mehrausgabe von wird, falls dieselben nicht Holländer oder Belgier 1 Milliarde Mark zu bestresten hätten, das mache sind, die Beantragung ihrer Auslieferung erwogen. 32 Mark pro Hektar. Der Verdienst der Landwirte Die über die genannten Loosgeschäste durch Ver- bagegen habe sich keineswegs in gleicher Weise ge-1 mittelung des badischen Ministeriums der auswärtige» hoben. Hierzu komme noch, daß sich seit dem Jahre 1886 Angelegenheiten veranlaßten Erhebungen habe» er­bte Grundbuchschulden der Landwirtschaft um 800 geben, daß die Firma Grün & Co. in Amsterdam Millionen Mark erhöht hätten. Das sei kein Fortschritt, zu denjenigen Firmen gehört, vor welchen als Loos- Inden Städten lägen die Verhältnisse nicht so ungünstig schwindler» in Nr. 3 desReichsanzeigers" vom wie auf dem Lande. Landwirtschaft und Industrie seien 4. Januar 1888 gewarnt wurde, und daß dieselbe solidarisch. Wenn die Landwirte keine Kaufkraft besäßen, ihre Betrügereien in Deutschland anch seitdem fort« mangele es der Industrie an Beschäftigung, man setzt. DieBrüsseler Volksbank", welche seit Juni müsse also Hand in Hand eine Besserung der jetzigen! 1891 in Brüssel besteht und zuerst unter Leitung Verhältnisse erstreben. Auch das Verhältnis der! eines gewisse» Georg Robert Walter Svmke von Arbeitgeber zum Arbeitnehmer müsse und könne bei! Eichwalde stand, im vorigen Sommer von diesem richtiger Erkenntnis der wirklichen Sachlage ein gutes an seinen ersten Geschäftsführer Adolf Pair von fein, denn gehe es den beiden ersten Faktoren gut,! Zellerfeld verkauft wurde, mußte nach Mitteilung so habe auch der Arbeiter seine» Verdienst, sein der kaiserlichen Gesandtschaft in Brüssel auf Ver- Brod, seine Zufriedenheit, nicht nur der industrielle, langen der Staatspolizeibehörde Anfang Januar sonder» auch der landwirtschaftliche Arbeiter. Da- liquidiere» und wurde die Direktion hierbei zu einem gegen habe der Arbeiter fein Recht, sich allein alsI beschleunigten Verfahren aufgefordert.

Arbeiter zu bezeichne», es arbeite der Ba»er, der! Wien, 8. Mai. Hier verhaftete man ben Mittelstand, das gesamte Volk. In diesem Sinneijetzigen Hausherrn und früheren Postamtsdiener Huber werde er auch die Interessen der Arbeiterschaft im I und dessen Fran, die »ach längerem Leugnen gestand, Reichstage »ach heften Kräften zu vertrete» suchen.!daß Huber im Juli 1884 auf der Hauptpost ein Redner wendet sich nunmehr nochmals an die Land-1 Kistchen mit 30 000 Guldennoten gestohlen habe, toirte, die er zur Einigkeit und zur Förderung ihrer I Der Umstand, daß sich Huber ein Haus bauen ließ, Interesse» ermahnt, indem er ihnen zum Schluß I hatte die Polizei veranlaßt, ihn zu beobachten. Ber zurief:Landwirte haltet zusammen, denn geeint I bem Postbiebstahl im ^ahre 1884 waren siebe» werben wir ein Riese sein an Kraft und Macht, Kisten mit 640 000 Gulbe» Papiergeld von ber ungeeint ein Sandkorn, das jedermann unter seine Wiener Reichszentralkasse an die ungarische Staats- Füße tritt" Er rufe ihnen deshalb nochmals zu: zentralkasse gesandt worden. Dori stellte sich heraus, Seid einig, einig, einig!" Man müsse dahin streben, daß eine der Kisten drei Ziegelsteine statt der 30 000 daß die Landwirtschaft wieder kräftig nub gesund sGnlden enthielt. Die Kiste schien unterwegs beraubt

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inen äußerst günstigen Verlauf. Trotz der Herr-Iwerde, da»» werde auch das gesamte Voll gesunde» senden unerträgliche» Hitze hatte» sich namentlich! und seine Wehrkraft nicht erlahmen." (Lebhafter fiele Landwirte aus ber Umgegend eingefunden, sodaß I Beifall.) Hiernach nahm Herr Justizrat Dr. Grimm, >er Saal im GasthausZum goldenen Engel" dicht «Marburg das Wort, um bem Herrn Vorredner feine» besetzt war. Den Vorsitz der Versammlung über-1 Dank für den kernigen Vortrag abzustatten und eine» nahm Herr Bürgermeister Rohrmann - Frankenberg, Iwarmen Appell an den nieversagendeu Patriotismus der der dieselbe kurz nach 1 Uhr eröffnete und zunächst I hessischen Bauer» zu richten. Es werde heute viel gehan- Herr» Lucke das Wort erteilte. Derselbe wies zunächst! beit und geschachert, selbst in parlamentarischen Dingen, darauf hi», daß er eine Reichstagskandidatur nicht I aber mit seiner Ehre habe Deutschland bisher eine» gesucht habe, daß ihn »icht Ehrgeiz an diese Stelle! Schacher nicht treiben lassen. Dies habe der letzte ühre, sonder» er sei lediglich ben Bitte» seiner I Reichstag gethan. Man habe bie Ehre Deutschlands siefigen Berufsgenossen gefolgt, welche glaubten, baß I zu einem Handelsgeschäft gemacht, daS sei eine er da, wo es sich um die Vertretung und Förderung I Schmach für unser Vaterland, und in der Hand non Landwirsschaft und Industrie, von Kunst und! der Wähler liege es nun, 'diesen Fehler wieder gut Wissenschaft handle, sein Bestes thun werde, um Lu machen. Es sei frivol, wenn Dr. Böcke! leicht­em Wahlkreise Marburg-Kirchhain-Frankenberg-Böhl I hi» behaupte, es gäbe keinen Krieg, wer könne das in würdiger Vertreter zu sein. Im Vordergründe wissen, und Dr. Böcke! werde der letzte sein, der nferer heutigen Verhältnisse stehe die Sicherung Idem deutschen Volke die Shäde» eines verlorene» es Vaterlandes gegen auswärtige Feinde, die Be-IKrieges ersetzen werde. Frankreich habe der letzte lätigung der Vaterlandsliebe. Schon in seinen! Krieg insgesamt 15 Milliarden gekostet. Die Lage

Jugendjahren habe er mit Begeisterung gesungen: I sei ernst, und es sei Pflicht eines jeden patriotischen Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen I Mannes, für die Sicherung unseres Vaterlandes, Rhein!" Mächtig hätten auf ihn die Ereignisse von! für die Erhaltung des Friedens voll und ganz ein- 1870 eingewirkt, wo die Deutschen die Franzosen I zutreten. (Die Ausführungen des letzten Redners nach Paris hineinschlugen und von dort die deutsche I wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen.) Kaiserkrone mit heimbrachten, und nach Errichtung I Der Gesamteinbruck der Versammlung war ein es Niederwald-Denkmals habe er in sein Tagebuch! vorzüglicher und unterschied sich ganz gewaltig von vermerkt:Vom Mederwald, gefügt aus Erz auf I ben bekannten Radau-Versammlungen ber Anhänger Stein, schaut heut' Germania mahnenb ins Fran-1 Böckels unb «oberer volkstümlich sein wollenber zosenland hinein, so fest gefügt wie ich ist auch mein I Männer, die ba glauben, durch allerlei Phrasen, deutsches Land, den Frieden halten wir mit starker I Späßchen und gemeine Schimpfereien gegen die Gegner Hand, und keiner wage ftech ihn zu vernichten, wir Iden richtigen Weg gefunden zu haben, umdas werden ihn mit ganzer Strenge richten." Auf diesem I Volk" für ihre selbstsüchtigen Zwecke auszubeuten. Es «tanbpunkt stehe er auch noch heute. Leider aber I waren gereifte Männer, welche eine ernste Sache ver­hübe ber verflossene deutsche Reichstag in seiner I handelten und daher war auch der Eindruck der ge» Sitzung am 6. Mai d. I. vergessen, daß Deutsch-1 haltenen Reden ein tiefer unb nachhaltiger. Am lonb jeder Zeit ein Richteramt auszuüben habe für «Abend sprach Herr Lucke in Vöhl.

die Erhaltung des europäischen Friedens; hierzu ge-1 Aulda, 23. Mai. Ein hiesiger bedeutender höre eine große gewaltige Macht unseres Vater-1 Imker erhielt dieser Tage ein Bienenvolk aus dem Landes, sie liege in unserer Volkswehr. Daß die.Kaukasus. Die Jmmchen legten die 5000 Kilometer Majorität des Reichstags dies vergessen, zeige der! weite Reise ziemlich wohlbehalten ttotz ber großen

Jubel der Franzosen über die reichsfeindliche Ab-1 Hitze zurück. Der betreffende Herr will den Versuch immung der elsässischen Abgeordneten. Er werde I machen, ob sich die kaukasische Biene hier akklimatisieren als deutscher Patriot für die Stärkung unserer Wehr-1 wird und wäre dieses für unsere Bienenzucht ein traft, für die Militärvorlage, eintreten. Wenn die l großer Gewinn, da die Zucht dieser Rasse bedeutend ersten Auwritäten auf militärischem Gebiete, deren Vater-1 lohnender ist als die der hier eingeführten Krainer landsliebe doch gewiß nicht bestritten werden könne, und! und Italiener.

die im Falle eines Krieges ihr Leben zuerst für dasselbe I

in die Schanze schlagen müßten, sagten, die! Hießen, 23. Mai. Der Oberhessische Geschichts- Vorlage sei notwendig, wenn Deutschland seinen I verein beabsichtigt, am 28. Mai, nächsten Sonntag, Feinden gewachsen bleiben wolle, dann könne er leinen Geschichtsausflug mit Damen nach Kirchberg dieses Urteil nicht in Zweifel ziehen. Seitens! und Staufenberg zu unternehmen. Das malerisch der Gegner ber Militärvorlage werbe hauptsäch-1 gelegene Kirchlein in Kirchberg ist sehr alt (1497) lich bie geplante Deckung der Mehrkosten, soweit! und enthält eine größere Anzahl von höchst inter- ste sich auf die vom Reichskanzler jetzt schon fallen I essanten Grabsteinen der alten Adelsgeschlechter der gelassene Bier- und Branntweinsteuer bezieht, zu! Umgegend. Herr Professor Dr. Matthäi hat die Agitationszwecken weidlich ausgebeutet. Auch ihm I Güte gehabt, die bau- und kunstgeschichtliche Führung konveniere diese Steuer nicht und er werde sich gegen I zu übernehmen. Sehr wahrscheinlich wird auch ber alle Vorschläge wenden, welche eine weitere Be-1 Marburger Geschichtsverein an bem Ausflug teil» lastung bet breiten Schichten des Volkes be-Inehmen. Ebenso willkommen sind Geschichtsfreunde zweckten, dafür aber für andere Steuerprojekte, I aus ber Umgegenb.