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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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»r^chemt täglich «rtzer tn Berttegtn noch E«m» xnb Friertige».—Quartal-Ab»imemmt»-Prett bei bei Expe» bitten 2 DL, bei allen P-ftLmtern 2 Mk. 25 Pf,, (exll. vetzellgeld). Jnserationigebühr für die «fpoltme Aelle »der deren Raum 10 Pfg., Rellomen für die Zelle L5 Pf,.
Marburg,
Donnerstag, 18. Mai 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München iu Köln; Gr L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.
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**3ur hiesigen Wahlbewegung.
Ein kleines hiesiges Blättchen, welches sich nun wirklich bereit gefunden hat die von dem gehesinnis- vollen Wahlkomitee aufgestellte, hier in der Stadt
noch von Memand ernst genommene Kandidatur des .berühmten" Bäckermeisters Schott zu empfehlen, wttft dem RetchstagSkandidaten Lucke vor, daß „man bisher nie etwas von ihm gehört habe". Herrn Schott kann man, was unsere Stadt anlangt, diesen Vorwurf allerdings nicht machen; ob ihn daS aber gerade empfiehlt?! Wir erblicken im Gegenteil gerade dattn eine» Vorteil, daß Herr Lucke als prakttscher
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Landwirt sich vor Allem um seine Landwirtschaft be- kümmfit und in seinem Beruf Tüchtiges geleistet hat, daß er bisher in die Oeffentlichkeit nicht bei allen möglichen Gelegenheiten, sondern nur dann getreten ist iienn es sich um die Förderung der Jnteresieu
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feinem Berufsgenossen handelte. Damit ist aber keineswegs gesagt, daß er, jetzt als Reichs- Kandidat aufgestellt, etwa nur einseitig die Interessen der Landwtttschast vertreten werde. Der Aufruf der Landwitte unseres Wahlkreises, welchem Lucke zugestimmt hat, läßt darüber keinen Zweifel. Lucke will auch nicht lediglich der Kandidat des Mittelstandes sein. Als ausübender Landwirt kommt er mit allen Teilen der Bevölkerung, welche in der Landwirtschaft, im Handwerk und verwandten Berufsarten, sei es als Arbettgeber oder Arbettnehmer, thättg sind, fort« während in Berührung. Er kennt das prattisch arbeitende Volk aus eigener täglicher Erfahrung und das macht ihn zu einem Vertteter desselben gewiß nicht ungeeignet. Zudem aber, und das wollen wir hier ganz besonders hervorheben, ist Lucke der Kandidat aller wahren Vaterlandsfreunde, welche für die Heeres- vorlage in der Form des AnttagS Huene sind, welche unser ruhmvolles Heer stark erhalten und, wie es
die Notwendigkeit gebietet, kräftigen wollen, welche in der Bewahrung des Friedens die erste und letzte Voraussetzung des Gedeihens jeder ehrlichen Arbeit
>8in unserem Vaterland erblicken.
der „Freisinnigen Vereinigung" für die Bewilligung
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»SUS. i Die dauernde Festlegung der zwei- TZT. jährigen Dienstzeit
i wird in möglichst harmloser Weise als Grundbedingung
' einer Heeresverstärkung gefordert. Auf diese Forderung f f einzugehen, wird keinem Reichskanzler, keiner Pattei, v f ! der die Erhaltung der deutschen Wehrkraft am Herzen
; liegt, in den Sinn kommen. Die Regierungsvorlage
B Der Sieg der Liebe.
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l Nachdruck verboten.!
(Fortsetzung.)
Erbleichend legte Adalbett seine Hand auf ihren Arm.
.Fräulein Braun, um de» Himmels willen!"
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(32? murmelte er.
L ' „Verzeihen Sie mir," schluchzte sie, „verzeihen ItRfl mir. Es ist schlecht — und thörichtl Aber । | der Augenblick überwältigte mich."
Sie stand auf und die Hände fallend, sah sie ihn mll flehenden Blick« an.
„Oh, Adalbert, schicken Sie mich nicht fort. Lasten Sie mich noch bei Ihnen bleiben! Sie find noch nicht wohl genug. Sagen Sie, ich soll bleiben! Ich kann es nicht ertragen, daß eine Andere meinen Platz hier einnimmt, wo ich gesessen und Ihr liebes Gesicht Stunde auf Stunde vor Augen gehabt habe. Adalbert, verachten Eie mich nicht; aber ich kann
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Hand und fühtte sie an seine Lippen."
• „Armes Mädchen'" murmelte er. »Ich sollte IrflUX Sie verachten, Sie bemitleiden? Wofür haltm Sie
nicht anders, ich muß Ihnen die Wahrheit gestehen: , Mk. ü ich liebe Sie, Adalbett, ich liebe Sie! Haben Sie Mt die Mitleid mit mir "
Tief bewegt sah er sie an; dann ergriff er ihre
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mich? Bin ich denn ein undankbare«, gefühllose» SBefen? Fräulein Braun — Adelheid — wenn ich glauben dürfte, daß Sie mehr für einen Mann, dem Sie das fielen gerettet haben, fühlen könnten, al» Mitleid —"
„Mitleid!" hauchte sie. „Oh, die Scham wird «ich noch töten, aber, AdaLett, es ist mehr, ich liebe Sie —"
„Rein Wort mehr!" unterbrach er sie schnell.
Deutsches Reich.
W. NerNn, I?. Mat. Unser Kaiser ist in der Nacht zum Dienstag aus Bückeburg, wo derselbe den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Fürsten von Schaumburg-Lippe beigewohnt hatte, wieder in Berlin eingettoffen, wo der Monarch im Schlosse übernachtete. Am Dienstag Morgen begab sich der Kaiser zu Wagen nach der Kaserne deS 1. Garde-Dragonerregiments, stieg dort zu Pferde und wohnte sodann auf dem Tempelhofer Felde im Beisein der resp. Vorgesetzten, zahlreicher Generale und höherer Offiziere, der Militärbevollmächtigten rc. der Besichttgung der Bataillone deS Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments bei. Nach Beendigung der Exerzitien kehrte Se. Majestät an der Spitze des Regiments zur Stadt zurück und entsprach einer Einladung des Offizierkorps zur Tafel. Der Kaiser hat an geordnet, daß zu Ehren des verewigten Fürsten zu Schaumburg-Lippe die Offiziere des Westfälischen Jägerbataillons, dessen Chef der Fürst war, drei Tage Trauer anzulegen haben. — Das „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht eine Anzahl kaiserlicher Kabinettsordres, die sich mit den letzten mili-
„Es ist jetzt an mir zu sprechen. Fräulein Braun, Adelheid, wollen Sie meine Gattin werden?"
Sie schien so von Scham überwältigt zu sein, daß sie keine» Worte» fähig war.
„Wollen Sie meine Gattin wer dm? Ich will suchen, mich Ihrer Liebe würdig zu zeigen. Sie wissen, wie ich gelitten habe, wie wund und zerrissm das Herz ist, welches ich Ihnen anbiete. Aber ich will die Vergangenhell vergessen. Bleibm Sie," denn ihre Finger hatten sich bebend um seine Hand geschloffen. „Ich bin ein armer Mann, mehr als das: ich kann Ihnen nicht einmal einen rechtlichen Namen bieten," seine Stimme wurde unsicher und die Röte stieg ihm in das Gesicht, „es ruht ein Schatten auf meinem Leben "
Sie erhob sich und beugte sich über ihn.
„Jetzt ist es an mir, zu sprechen," sagte sie. „Rein Schatten, welcher Art er auch sei, kann meine Liebe zu Ihnen verdunkeln. Ihre Gattin! Ach, Adalbert, wenn Sie wüßten, welche Wonne diese Wotte in meinem Herzen erwecken," und sich tiefer über ihn herrabbeugend, küßte sie ihn und glitt aus dem Zimmer.
Kaum hatte sich die Thür zwischm ihnen ge- schloffen, als sie auch die Maske abwarf.
Ein wilder Blick de» Triumphes funkelte in ihren Augen und ihre Wangen glühten.
„Ich habe gesiegt!" flüstetten ihre heißen Lippm. „Ich werde Frau von Dürrenstein, die Herrin auf Dürrmstein und Schloß Bärenfelde!"
30.
Am folgenden Tage stand Adalbett auf. Er war zwar noch schwach, aber doch im stände, sich bi» in den Hof hinunter zu schleppen, wo er von dm Stallleutm herzlich willkommen geheißm wurde.
„Wahrhaftig, jetzt scheint die alte Zett wieder
fordert die notwendigen Verstärkungen auf fünf Jahre; wäre diese Zeit um, so läge, im Falle eine liberal® demokratische Mehrheit im Reichstage herrschte, es in deren Hand, unser Heer zu reduzierm, die Friedens- Präsenz zurückzuschraubm. Ei» „Kompensationsobjell", wie es leider diesmal geboten worden ist, wäre dann nicht vorhandm, sofern die zweijährige Dienstzeit verfassungsmäßig festgelegt wäre. Der Freisinn aber würde nme Kowpmsationm fordern, und maßgebende Stimmen der Linken haben heut schon durchblicken lassen, welcher Art diese Kompeusationsforderuvg sein würde: Noch weitere Verkürzung der Dienstzeit! Es handelt sich demnach bei dem gegenwärtigen „harmlosen" Verlangen, die zweijährige Dienstzeit — die ja doch nun einmal „zugestanden" sei — auch wirklich gesetzlich (durch Verfassungsänderung!) festzulegen, um ein prinzipielles Vorgehen gegen den „Militarismus". Diejenigen Wähler also, den« die Erhaltung der vollen vaterländischen Wehrkraft am Herzen liegt, werden solchen Kandidaten, welche die Bewilligung der Heeresverstärkungen von der erwähnten „Garantte" abhängig machen, in keinem Falle ihre Stimmen geben dürfen. Es ist immer besser, ehrliche Milttär- gegner vor sich zu haben, als angebliche Freunde, die auf Schleichwegen zur „Volkswehr" gelangen möchten.
tärischen Expeditionen in unseren afrikanischen Kolonie« beschäftigen und bestimmen, daß dieselben dm Teilnehmern als ein Feldzug in Anrechnung zu bringen find. — An der Berliner Börse ist am Dienstag zu gleicher Zeit ein erhebliches Emporschnellm der Getteidepreise und ein nicht unbeträchtliches Sinken der Kurse der Wertpapiere eingetteten. Zu besonderer Beunruhigung braucht Letzteres keinen Anlaß zu geben, w«ngleich sich wiedermal zeigt, wie thöricht es ist, Geld in fremden, zweifelhaften Wett« anzu- leg«, die alle Augenblicke von einer erheblichenKurs- schwankung bettoffen werden könn«. — Der Zenttal- auSschuß der vereinigten Jnuungsverbände Deutschlands hat kürzlich in Berlin eine Versammlung abgehalten, um zur Frage der Einführung von Handwerkerkammern Stellung zu nehmen. Der Ausschuß will dieselben nur als Auffichtsbe- hörde gelten lassen und sieht das Heil des Hand- wetts nach wie vor einzig und allein in dem Befähigungsnachweis und obligatorischen Innungen. ES wurde ein Rundschreiben an die JnmmgSver- bände gerichtet, in dem dieser Standpunkt festgehalten wird. — Zur Neuorganisation der preußischen Staatslotterie berichtet der „Staatsanzeiger": Die auf Grund des Etats pro 1893/94 durchzu- führeude Vermehrung der Lose der Staatslotterie ist nunmehr zum Abschluß gebracht, so daß mit dem Beginn der nächsten (189.) Lotterie der Vertrieb der neuen Lose (30 000) ins Werk gesetzt wird. Von denselben find 10 665 zur Verstärkung des Debits der besteh«dm Lotterie - Einnahmen, 19 335 zur Ausstattung neuer Lotterie-Kollekten verwendet. — Zu dem siegreichen Kampfe der deutsch« s ü d w e st - afrikanischen Schutztruppe gegen Hendrik Witboi bringen englische Zeitungen noch Meldungen, die nicht frei vo» Gehäsfigkell« sind. So behauptet die „Times", bei der Erstürmung von Hornttanz durch die deutschen Truppen sei« 70 Frauen, zehn Männer und einige Kinder getötet. Die Tötung der Frauen und Kinder sei nach dem amtlich« Berichte bedauerlich, aber der sehr starke Platz hätte nur durch einen plötzlichen Angriff und rücksichtsloses Feuern eingenommen werden können. Witboi sei noch nicht vemichter, sondern mache schon wieder Einfälle auf deutsches Gebiet. Letzteres ist gewiß nur ein Wunsch der Engländer, auch von einer Erschießung der Frauen und Kinder ist in Berlin nichts bekannt.
— (Die Mobilmachung der Berliner Börse.) Zu b« am meisten besprochenen Ereignissen der geg«wättigen Wahlbewegung gehört die
gekommen zu sein," sagte Herr Geßler, auf dessen Arm Adalbert sich stützte. „Ich versichere Ihnen, die Ställe waren nicht dieselben, während Sie da oben eingesperrt waren und was das Geschäft art- betrifft, so — na da» kommt davon, wenn man einem Andern so viel eingeräumt hat. Sehen Sie, ich habe mich so daran gewöhnt, Sie in allen Dingen um Ihre Meinung zu befragen, daß ich, weiß Gott, ganz ratlos war, wenn ich nicht hingehen konnte und sagen: „Hier, Adalbert, wie -sollen wir »n» dabei benehmen?"
„Ich hoffe, daß ich mich Ihnen bald wieder nützlich machen kann," erwidette Adalbert
„Nützlich! Da» will ich meinen! Ein Mann von Ihrem A«ßern macht meinem Etablissement Ehre! Ich sage Ihnen, e» find so viele Nachfragen nach Ihnen gewesen, al» wären Sie ein Minister Sechst die Hunde schienen Sie zu vermissen, und ich habe zwei oder drei von ihnen tüchtig durchprügeln müssen, weil sie unter Ihrem Fenster heulten."
„Wo ist Fräulein Braun?" fragte Adalbett, den Redestrom seine» wohlwollenden Prinzipals plötzlich unterbrechend. „Ist sie heute nicht gekommen?"
„O ja, sie war hier," versetzte Herr Geßler schmunzelnd. „Sie hat sich beim Doktor nach Ihrem Befinden erkundigt und ist dann wieder zurück nach ihrer Wohnung gegangen. Ich hoffe, daß Sie sich durch bas, was ich gestern sagte, nicht beleidigt gefüllt haben?"
„Nein," entgegnete Adalbett, während fein bleiche» Gesicht sich leicht färbte. „Nein. Sie hatten ganz recht. Fräulein Braun und ich hab« uns mitein» ander verlobt."
Herr Geßler blieb stehen xnb ließ einen triumphierenden Pfiff erschallen.
Mobilmachung der Berliner Börse zu Gunsten der Militärvorlage. Siebzehn der bekanntest« hiefigen Bankbirektoren unb Bankherren forberu ihre Berufs- unb Gesinnungsgenossen auf, Beiträge zu zeichnen, welche zur Unterstützung ber Wahl „liberaler (!) Kandidaten aller Schattierungen" verwenbet werden, die mit ihnen von der gebieterischen Notwendigkeit überzeugt find, die Vorlage anzunehmeu. Es kau» nicht ausbleiben, daß dieser Vorgang allerhand Auslegungen erfährt. — Von nationalliberaler Seite erklätt man die Sache beispielsweise so, daß jene meist freisinnigen Herr« sich öffentlich in Gegensatz zu Eugen Richter und Genoffen setzen wollen. Die „Freis. Ztg." leugnet dagegen, daß die Herren Freisinnige seien, denn — sie hätten noch niemals ein« Pfennig für bereit Patteikasse bezahlt. Die freisinnige Volkspattei aber könne nur dankbar dafür fein, w«n durch das Vorgehen jener Herren bekundet werde, „daß die Pattei mit solchen spezifischen Bank- und Börseninteress«, wie sie sich schon aus dem Cha- ratter eines solchen besonderen Aufrufs ergeb«, nichts gemein hat". Was hier die „Freis. Ztg." sagt, findet ebenfalls schwerlich irgendwo Glauben. Um so mehr Gewicht hat vielleicht die Ansicht der „Franks. Ztg.", da fie die Börsenleute genau kennt. Sie schreibt von den Berliner Finanzgrößen: „Wenn nur reiner Patriotismus ihre Aktion veranlaßt hat, warum dann nicht auch gleich ettlären, daß ihnen kein Opfer zu groß sei für „die gebieterische unabweisbare Notwendigkeit der Verstärkung der Wehrttast Deutschlands", warum nicht sofort dem Verdacht, als sei es ihnen darum zu thnn, die Lasten auf die Schultern der unbemittelten Masse gelegt zu sehen, jeden Bod« entziehen? Das wäre wttklich mehr als eine That in Worten, das müßte ber Regiernng imponier« unb bie bös« Zungen zum Schweigen bring«. Aber was sehen wir in Wirklichkeit? Desinit in piscem. Die patriotische Mobilmachung will eine liberale Bewilligungsmehrheit für bie Militärvorlage auf bie Beine bring«, eine Mehrheit, zu ber bie Börse vertrauensvoll beten bars: Heiliger St. Florian, verschon' mein Haus, zünb' anbere an! Die börsen- feindlichen Parteien müßten wirklich Ausbünde von Blindheit sein, wenn fie hier nicht ein mammonistisch- jüdisches Spiel witterten, und fie verhöhnen bemt auch bereits in ihrer urbanen Weise bie Jobber, bie ber Regierung ihre Dienste für bie Militärvorlage um beit Preis ber Aufgabe ber Börsensteuer unb ber Verstärkung des Judenschutzes anbieten."
— (Regelung des preußischen Wasserrechts.) Eine der wichtigsten Ausgaben, welche die gesetzgebend«
„Wirklich? Run auf mein Wort, das macht mir ebensoviel Freude, als hätte ich ein spathlahmes Pferd für tausend Thaler verkauft und das Geld schon in der Tasche —"
„Was Sie gewiß sehr unglücklich machen würde," unterbrach ihn Adalbett lächelnd.
„Also heiraten wollen Sie!" fuhr Herr Geßler fort. „Nichts könnte mir lieber fein. Aber barum werde ich Sie doch nicht etwa verlieren? Das wäre etwas hart für mich," und dabei sah er Adalbert ganz wehmütig an.
„Warum sollten Sie mich deshalb uerlieren?" fragte Adalbert gerührt. „Ich denke nicht daran, Sie zu verlassen, wenn Sie mich zu behatteu wünschen, so —"
„So ist es recht!" rief der gute Mann be» geistert aus. „Warum sollten wir uns trenn«, wo wir uns so gut miteinander verstehen? Mancher Vater und Sohn werden nicht halb so gut miteinander fertig! Wissen Sie was, Adalbett, wenn Sie verheiratet find, müssen Sie mit Ihrer Fra» zu mir ins Haus ziehen, es ist groß genug für uns drei, und sollte es zu klein werden, nun, dann ziehe ich aus! Ich brauche nicht zu fragen, ob Sie etwas dagegen haben werden, wenn ich mich dann und wann bei Ihn« einfinde, um mein Pfeifchen zu rauchen."
„Unter einer Bedingung nehme ich und meine Frau Ihr Anerbieten an," sagte Adalbett, „nämlich wenn Sie sich uns anschließen und wir eine gemeinschaftliche Haushaltung führen."
„Jetzt," rief Herr Geßler entzückt aus, „habe ich kein Wort mehr gegen die Heirat einzuwenden und wünsche Ihnen alles erd«kliche Glück."
„Ich danke Ihn«," erwiderte Adalbett in seiner ernsten Weise. „Ich weiß, daß ich in