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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
ftn. H» e”tM- **'am JMMrtes Sonntagsblatt. Nrdoktvn imd Mllrkk^Ll! ° *” Stn6n*‘
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«ndKhtt täglich achrr «n Werktagen aach 6«m» xnb Feiertagen. — Quartal-Lboummmtr-Prei» bei der Erve- Mtien 8 M., bei allen PostLmtem 2 3RL 26 Psg. (erfL Bestellgeld). JnserationSgebühr für dir «spaltrne Zeile »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für d« Zeile L6Pfg.
Marburg,
Freitag, 5. Mai 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annoncen-Bnreanx von Haasenstem u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Men; Rudolf Mofie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari«.
XXVIII. Jahrg.
Der neue Antrag von Huene zur Militärvorlage
lautet in seinen Hanptparagraphen wie folgt: „Art. 1. § 1. Die Friedenspräsenzstärke deS Deutschen Heeres an Gemeinen, Gefreiten und Obergeftetten wird für die Zeit vom 1. Oktober 1893 bis 31. März 1899 auf 479 229 Mann als Jahresdurchschnittsfiärke fest- gestellt. Au derselben find die Bundesstaaten mü eigener Militärverwaltung nach Maßgabe der Be- vSlkerungsziffer beteiligt. Die Einjährig- Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke nicht in Anrechnung. Die Stellen der Unteroffiziere unterliegen in gleicher Weise wie die der Offiziere, Aerzte und Beamten der Feststellung durch den Reichshaushaltsetat. In offenen Uuteroffizierstellen dürfen Gemeine nicht verpflegt werden. § 2. Vom 1. Oktober 1893 ab werden die Infanterie in 538 Bataillone und 113 Halbbataillone, die Kavallerie in 465 Eskadrons, die Feldartillerie in 494 Batterien, die Fußartillerie in 37 Bataillone, die Pioniere ht 24 Bataillone, die Eiseubahntruppe» in 7 Bataillone, der Train in 21 Bataillone formiert".
In dem Anträge beigefügten Bemerkungen wird deffen Bedeutung gegenüber der Regierungsvorlage dahin präzifiert: 1. Eine dauernde Herabminderung der Präsenz von rund 13 800 Mann einschließlich 1098 Unteroffiziere. Darunter befindet sich eine Herabminderung der Oekonomiehandwcrker um rund 2300 Mann, so daß die Armeeverstärkung nicht nur keine Erhöhung, sondern eine Herabsetzung des jetzigen Zustandes um ca. 800 Köpfe herbeiMrt. Ferner findet durch Richteiustellung von rund 11000 Gemeinen für Uuteroffiziermanquements für die ersten Jahre eine entsprechende Herabminderung statt, welche frühestens im Laufe von fünf Jahren nach und nach verschwinden wird. Endlich wird im ersten Jahre durch Entlassung der Dispofitionsurlauber im bisherigen Umfange eine Minderpräsenz von 5000 Mann erfolgen. Also im ersten Jahre eine Gesamtherabmtnderung von 29 800 Mann. 2. Dauernd Rekruten weniger 6500, vorübergehend 11000, zusammen 17 500. 3. Minderkosten dauernd rund 9 Millionen, außerdem für das erste Jahr runb 4 Mill., welche in den folgenden Jahren in ihrem Betrag entsprechend herabgemindert werden. Endlich werden nicht unerhebliche Ersparuiffe an den einmaligen Ausgaben eintreten.
Deutsches Reich.
W. Aerkin, 4. Mai. Der Kaiser und die
-er Sieg der Liebe.
Roman von I. v. Böttcher;
iNachdruck verboten;) (Fortsetzung;)
Der Kellner nahm zögernd die Karte und sah ben Portier zweifelnd an
„Vielleicht ist es einer von der Rennbahn," «einte ein anderer Kellner. „Nehmm Sie die Karte mit hinauf. Wenn die Sache nicht richtig ist, wird Herr von Dürrenstein ihn schon Hinauswersen lassen."
„Er wird mich schon nicht hinauswerfen lassen, lieber Freund," sagte Martini. „Bringen Sie ihm «eine Karte und dann werde ich er Ihnen bei- bringen, war es heißt, einem Freunde des Herrn Baron von Dürrenstein unverschämt zu begegnen."
Ganz verblüfft stieg der Kellner langsam mit der Karte die Treppe hinauf.
Dürrenstein saß in einem Keinen Zimmer. In seinem eleganten Anzuge, mit seinem vornehm blaffen Gesicht, erschien er der Typus eines echten Aristokraten.
Keine Linie in seinem Gesicht, kein Zucken seiner Lippen verriet, daß, seit er am Morgen jenen Mann verlaffen, er mit fieberhafter Spannung dieser Unterredung entgegengesehen, um zu erfahren, welches Unheil ihm dieselbe bringen könne.
Er nahm die Karte, sah darauf und nickte Sleichgittig.
„Führen Sie den Mann herauf."
Der Kellner entfernte sich grinsend.
„Der Herr Baron will sie empfangen, lieber Rann," sagte er herablaffend.
„Nennen Sie mich nicht Lieber Mann!'" versetzte Martini, rot vor Wut. „Ich werde Sie schon
Kaiserin treffen heute Donnerstag Nachmittag von ihrer Fahrt nach dem Süden wieder in Berlin resp. Potsdam ein. Gue» schönen Abschluß hat die Reise durch ben kurzen Aufenthalt in der Schweiz unb burch die herzliche unb fteunbschaftliche Begrüßung mit ben Spitzen ber Regierung bet Etbgenoffeuschast in Luzern gefunden. — Der Dank bes Kaisers an bte Schweiz. Der Kaiser hat an ben Schweizer BunbeSprästbenten Schenk folgenbeS Telegramm gerichtet: „ES liegt mir am Herzen, Ihnen beim Verlasse» bes Schweizer BobenS Meinen unb der Kaiserin aufrichtigsten Dank für bie ftemrdliche Begrüßung Seitens bes Bundesrats und für ben sympathischen Empfang, ber Uns Seitens deS Schweizer Volkes zuteil geworden, zu wieberholen unb Ihnen als Repräsentanten ber Schweiz unb ihrer Bürger Meine besten Wünsche zur Gegenwart unb Zukunft bes Landes auszusprechen. Wilhelm". — Der kurze Aufenthalt des Kaiser Paares bet seinem Oheim, dem Großherzog von Baden, in Karlsruhe hat nur ben Charakter eines Familieubesuches. Bemerkenswert ist, baß auch ber Kaiser bei ber Begrüßung burch ben Oberbürgermeister ber badischen Hauptstab seine Zuversicht auf ein Zustandekommen der Militärvorlage aussprach. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt zu dem Anträge von Huene: „Alles in Allem zeigt ber Antrag des Frhrn. v. Huene einen Weg, eveut. gangbar für bie verbünbeten Regierungen, ganz gewiß aber gangbar für alle biejenigen Reichsboten, welche gewillt finb, selbst unter Preisgeben lieb geworbener Grunbsätze unb Anschauungen, ber Sorge für bie Sicherheit bes Vaterlandes unter allen Umstänben ben ersten Platz einzuräumen in ihren Entschließungen. DerAntragHuenebebeutetinbiesemSinne nach jeher Richtung hin eine „Verstänbigung in Ehren". — Roch ein britter Antrag ist zur neuen Militärvorlage im Reichstage eingegangen, ein solcher beS Abg. Grase» Preysing (Ztr.), welcher bie Friedens- präsenzstarke ber Armee nur auf 420 031 Mann feftfteHen, also bie heutige Friedensstärke an Mannschaften im Wesentlichen beibehalte» will. — Die Zentrumspartei hat in Folge des Antrags Hüne zur Militärvorlage ihren bisherigen Vorsitzenben ber Reichstagsftaktio», Grafen Ballestrem, verloren. Derselbe hat ben Vorsitz niedergelegt, weil er für das Kompromiß eintreten will, dem die Mehrheit der Fraktion abgeneigt ist. Die polnische ReichstagS- ftaktion, die Freikonservativen und Natioualliberalen haben fich bereits für den Antrag Hüne erklärt, die Deutschkonservativen werden folgen, und auch einige Elsaß-Lothringer und Antisemiten. Die Entscheidung
lehren. Warten Sie nur, warten Sie!" und damit erstieg er bie Treppe.
Dürrenstein las in der Zeitung, welche er auf seine Knie legte, als Martini eintrat. Ein leichtes Lächeln der Belustigung und der Geringschätzung spielte in seinen Augen, als sie auf dem seltsamen Aufputze seines Besuchers ruhten. Mit fast gut mütigem Spotte, wenn man ihm Gutmütigkeit zugestehen konnte, sagte er:
„Nun, lieber Freund, ich habe mein Versprechen gehalten. Ich gebe Ihnen zehn Minuten, ich denke, da werden Sie hinreichend Zeit haben, mir eine gehörige Anzahl anständiger Lügen vorzutragen — fad die zehn Minuten abgelaufen, werde ich die Klingel ziehen und Sie der Polizei überantworten."
Er forderte Herrn Martini nicht auf Platz zu nehmen, darum stellte dieser seinen Hut auf den Boden, nahm einen Stuhl und trocknete sich die ©tim. Dürrenstein lehnte sich nachlässig zurück und betrachtete ihn mit lächelnder Geringschätzung
„Nun, bitte anzufangen," sagte er.
Herr Martini fuhr sich nochmals mit seinem Tuche über das Gesicht und zupfte an seinen Stulpen.
„Ich habe Ihnen eine Geschichte zu erzählen, über die Sie erstaunen werden," begann er.
„Daran zweifle ich nicht," versetzte Dürrenstein, „doch bitte ich, nicht zu vergeffen, daß ich Ihnen nur zehn Minuten Zeit geben kann, um mich in Erstaunen zu setzm. Um halb neun muß ich fort."
„Sehr gut," sagte Marttni, mit dem Kopfe nickend. „Zehn Minuten, vielleicht auch etwas weniger, würben genügen, allein ich habe durchaus 'eine Eile. Vielleicht würden Sie mich dadurch verbinden, wenn Sie mir Ihren Namen mitteilen."
Dürrenstein war jetzt überzeugt, daß er es mit
wird also von dem zu erwartenden Zuzuge aus den Reihen der Zentrumspartei und der Freisinnigen abhängen. — Hoffentlich bleibt nun auch ber praktische Erfolg nicht aus: Alle Berichte über bie am ersten Mai erfolgte Eröffnung ber Weltausstellung in Chicago, offizielle sowohl, wie private, sage» über» einftimmenb, daß bie deutsche Abteilung nicht blos deshalb, weil fie am meisten vorgerückt in der Vollendung sei, sondern auch wegen ihrer vorzüglichen Stiftungen zu dem Besten gehöre, was bie Ausstellung biete. Präsident Cleveland bezeichnete auf dem Ruud- gange durch dir Ausstellung die deutsche Abteilung sogar als einzig in ihrer Art und als ben Glanzpunkt der ganze» Ausstellung 1 Das klingt sehr erfteulich und bedeutet für u»8 eine brillante Reklame. Aber hoffentlich bleibt nun auch ber fltngenbe Lohn nicht aus unb vergüten zahlreiche Aufträge aus Amerika ber beutschen Jnbustrie bie aufgetoenbeten, nicht geringen Kosten reichlich.
— Unter großer Bewegung unb gespannter Aufmerksamkeit hat ber Reichstag am Mittwoch bie zweite Lesung ber Militärvorlage begonnen, zu welcher bie Ititenben Minister ber sämtlichen deutschen Bundesstaaten nach Berlin gekommen sind. Die ruhigen, aber sehr entschiedenen Ausführungen des Reichskanzlers Grafen Caprivi, ans dessen Worten bie Auflösung des Reichstages deutlich hervorleuchtete, falls der Antrag Hüne, um welche» sich jetzt Alles dreht, nicht angenommen wird, wurden mit der gespanntesten Aufmerksamkeit verfolgt. I» ben bet Militärvorlage geneigten Teilen bes Hauses fehlte es nicht an Beifall, Zeichen bes Mißfallens würben nicht laut. Der Abg. Hüne hat, wie er selbst sagt, nur einen Keinen Teil feiner politischen Freunde hinter fich, unb daß die noch zu haltenden Reden die Gestnnung ber Abgeordneten änbern werben, ist wohl kaum zu erwarten; wer heute noch nicht für die Vorlage stimmen will, wirb es auch nach Debatteschluß nicht ihun. Daß bie Annahme ber Vorlage wahrscheinlich bleibt, ist noch immer bie überwiegende Ansicht, ein Zufall kann aber auch bei ber zweiten Lesung einen Querstrich mache», so baß entwendet die Ablehnung ober eine Vertagung ber Entscheidung bis zur dritten Lesung herauskommt. Da die große Rede des Reichskanzlers eine ausführliche Beantwortung durch die Redner der verschiedenen Parteien finden wird, ist vor Freitag ober Sonnabenb kaum auf bie Abstimmung zu rechnen. Da bie folgenden Sitzungen auch wieder erst nach 1 Uhr beginnen werden, und drei Anträge zur Abstimmung stehen, wird das ent-
einem Irrsinnigen zu thun hatte unb sah nach ber Klingel. Herr Martini verriet seinen Blick und nickte beruhigend.
„Seien Sie unbesorgt. Ich bin vollständig bei Verstand, wie ich Ihnen sogleich beweisen werde. Aber wollen Sie nicht bitte, meine Frage beantworten?"
„Sie sind ein unverschämter Schurke, mein Freund," sagte er. „Aber man nennt mich Günther von Dürrenstein."
„Ah so!" sagte Herr Martini. „Man nennt Sie Günther von Dütrmstein. Sehr hübsch gesagt —"
Dürrenstein erhob sich halb von seinem Stuhl, ehnte fich jedoch mit ergebener Miene wieder in »enselben zurück. Et hatte fich dies selbst zuzu- chreiben. Warum hatte er den Menschen am Morgen nicht festnehmen lassen. Jetzt blieb ihm nichts übrig, als ihn geduldig anzuhören.
„Und als Günther von Dürrenstein erbten Sie Dürrenstein und das Vermögen des verstorbenen Herrn von Dürrenstein, obgleich von letzterem nicht mehr viel vorhanden war."
Dürren stein warf ihm unter feinen halb ge- chloffenen Lidern einen vernichtenden Blick zu.
„Ihr Vater war von derselben Leidenschaft be- eflen wie Sie, nicht wahr? Der Leidenschaft für die Karte! He?"
„Ich sage nur die reine Wahrhett," fahr er ort, als Dürrenstein nicht antwortete, „wenn ich »ehaupte, daß er ruiniert gewesm wäre, noch ehe Sie gebeten waren, wenn Ihre Mutter, das Fräulein von Gülden, nicht eine reiche Erbin gewesen wäre"
Dürrenstein erhob fich und legte die Hand an den Klingeling.
scheidende Wort erst in sehr vorgerückter Nachmittagsstunde fallen können. — Der Reichskanzler Graf Caprivi wird noch vor Beginn ber DonnerstagS- sitzung des Reichstages eine Audienz bei dem Kaiser habe».
Hessen-Nassau.
Marönrg, 4. Mai. (V. Konzert des Akad. Konzertvereins.) Das unter der Ditevio» des Herrn Musikbirettor Professor Barth am Mittwoch Abenb im Saalbau aufgeführte V. Konzert erfreute fich eines regen Besuches. Das sehr gewählte Programm verzeichnete im Eingang „MenbelssohnS A-moll-etjmpbouie". Diese herrliche Komposition, welche zum Unterschiede zu bet gleichfalls berühmten Symphonie in A-Dur, bet Italienischen, bie Schottische genannt wirb, zeichnet sich burch große musikalische Schönheiten aus. Der Charakter bes ganzen Werkes ist ein burchweg schwetmütiger unb ernster, welcher sich sowohl tat Scherzo mit seiner zu Grunde liegenden schwetmüttgen schottischen Volksrnelodie wie auch in ben mit harttnatkigen Piccicato-Akkorben begleiteten Melobien bet Adagios, kennzeichnet. Die Aufführung war eine vollständig entsprechende unb kamen in allen 4 Sätzen Einsätze wie Nüamienmg in Vollenbeter Weise zur Geltung. In Fräulein Charlotte Huhn, Opernsängerin vom Stadttheattr in Cöln, lernten wir eine Altistin von ganz eminentem Stimmenumfange kennen. Der Klang ist ein in allen Lagen sehr gleichmäßiger, unb sowohl in ber Tiefe kräftig unb ebel, wie in ber Höhe klangvoll unb rein. Die Künstlerin fang bie Scene ber Andromache aus Max Bruchs „Achilleus", wo biefelbe nm den gefallenen Helden ihren Gatte» Ragt, mit vielem Verständnisse unb ber erforderliche» dramatischen Begeisterung. Auch bet dem Vortrage ber Sieber „Die Allmacht" von Schubert, „Im Herbst" von Franz unb „Glockenblumen" von Sommer traf bie Künstlerin ben richtigen Ton unb wußte bas Publikum in bie animirteste Stimmung zu versetzen. Ein reichet Beifall belohnte Ftl. Huh» bei allen ihren Vorträgen berart, daß fich bie Künstlerin noch freundlichst zu einer Zugabe verstand. Als weiteres Otchesterwetk ging „Ballettmufik" aus ber Oper Fetamots von Rubinstein in Scene. Dieses hier am Orte zum etstenmale aufgefühtte Werk mit höchst originellen und zuweilen kornisch wirkenden Klangfarbe» und Einsätzen in ben Blasinstrumenten, scheint für bas Orchester keine leichte Aufgabe zu sein unb muß gut einftubiert sein um eine exakte Durchführung
„Bitte, noch einen Augenblick zu warten," erklärte Martini gelassen, obschon ihm bte dicken Schweißtropfen auf ber Stirn standen „Sie dürfen es nicht übel nehmen, wenn ich genötigt bin, Familienangelegenheitm zu berühren. Geben Sie mir den Rest der versprochenen zehn Minuten, Herr, Sie werden es später nicht bereuen."
Dürrenstein sank auf seinen Stuhl zurück und zog seine Uhr heraus.
„Stellen Sie meine Geduld nicht zu lange auf die Probe," sagte er.
„Fräulein von Gülden war, wie getagt, reich, und ihr Geld hielt Ihren Vater ein oder zwei Jahre lang über Wasser, aber dann ging es wieder bergab mit ihm unb er verkaufte das Schloß. Ist es nicht so?"
Natürlich antwortete Dürrenstein nicht.
„Dann starb er und Sie erbten, was er Hinteraffen hatte, und dann htiratetm Sie Fräulein von Bärrnftld und gelangten wieder in Besitz des Schlosses und der Güter und erhieltm noch unzählige Tausende dazu; das ist Alles sehr hübsch."
Dürrenstein sah auf die Uhr, allein Marttni ließ fich nicht stören.
„Jetzt, Herr, nehmen wir an, daß ich ein Geheimnis besitze, welches jeden Pfennig wert ist, den Sie haben, war würden Sie mir für dasselbe geben?"
„Das hängt von der Art des Geheimnisses ab," ägte Dürrenstein.
„Richtig," pflichtete Martini bei. „'tzs hängt Alles von dem Geheimnis ab. Nun, setzen wir ben Fall, es wäre ein Geheimnis, welches Ihnen nicht allein all Ihr Gelb, sonbern auch Ihren Namm nähme, was bann?"