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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kretfe Marburg nnd Kirchhain.
StMtf «rt Batet. Jllnftrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlicher @y^>ltion: Martti" ’ K **
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Erscheint täglich außer en Werktagen nach Saun- and —— Qnartal-Abonuementr-Prei» bei der 8xpe» Mtten 8 Ml., bei allen Postämtern L Ml. «i Pfg. sexv. Brstalgeld). Juserationkgebsthr für die »espaltrne Zeile «der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für btt Zeile 95 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 3. Mai 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein il Vogler in Kfurt o. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf ch Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
XXVIII. Jahrg.
Die italienischen Kaisertage
find nun zu Ende, sie sind vom elften bis zum letzten ungestört verlaufen und werben für alle Beteiligten eine angenehme Erinnerung bleiben. Am Sonntag Abenb verließen bie Majestäten Neapel, und das Kaiserpaar traf Montag Mittag in Spezzia, dem italienischen Hauptkriegshafen ein, wo eine Besichtigung der dortigen Marinetruppeu stattfand. Alsdann erfolgte Montag Abend über Genua, Mailand, Como, Bellinzona, den Gotthardtunnel, Flüeleu die Reise nach Luzern, wo die Begrüßung mit den Spitzen der Schweizer Eidgenossenschaft stattfand. Nach zweistündigem Anseuthalt wurde über Basel die Weiterreise nach Karlsruhe fortgesetzt. Der Aufenthalt tu Neapel war nicht so vom Wetter begünstigt, wie der von Rom, immerhin haben die Majestäten die Hauptsehenswürdigkeitm in Augenschein nehmen können. Die am Freitag vollzogene Rundfahrt auf dem Golfe von Neapel war wenigstens zum Teil vom klaren, blauen Himmel begünstigt, und hat den fürstlichen Herrschaften unzählige Ovationen der Uferbewohner bargebracht. Die italienischen Kriegsschiffe, welche an bei Fahrt teilnahmen, bewährten sich vorzüglich. Abends war Galavorstellung im Carlotheater. Am Sonnabend erfolgte der Besuch der am Fuß des Vesuv gelegenen Ruinm von Pompeji. Längs der ganzen Eisenbahnstrecke und auf allen Bahnhöfen bereitete die zahlreich zusammeu- geströmte Bevölkerung den Majestäten enrhusiastische Ovationen. Dieselbe Begeisterung zeigte sich bei bet Ankunft in Pompeji, wo sich sämtliche Sereine und eine große Menschenmenge aus bet Umgebung einge funben hatten. Die Majestäten besichtigten eingehend die Ruinen bei alten Stabt. Die Kaiserin unb bie Königin benutzten hierbei zierliche Sänften antiken Sftls. Bei einem neu entbeckten, vornehmen Hause In der fünften Region bei Stabt ward eine Ausgrabung vorgenommen. Die Kaiserin und die Königin nahmen mit den Hofdamen auf Stiohstühlen int Schatten einer bemalten Mauer des Peristyls Platz, während der Kaiser, der König, der Kronprinz und der Herzog bet Abruzzen auf die dreiviertcl Meter hohe Bimsteinschicht traten, welche noch den Fußboden des anstoßenden, weit offenen Tricliniums bedeckte. Hier und an drei anderen benachbarten Stellen kamen in bet Zeit einer Stunde eine größere Anzahl von Amphoren, Küchengerät unb schön geformte Krüge ans Terracotta, mehrere große Bronzegefäße, ein eisernes Thürschloß, Nabeln, Mosaikfragmente, ein Glasgefäß, ein Marmortisch nnb anberes zum Vor-
Aer Sieg -er Liebe.
Stenum von I. v. Böttcher.
I Nachdruck Derbsten.) (Fortsetzung.)
Noch ehe die erste Woche vergangen war, flüsterte man sich in der Gesellschaft zu, daß er den größten Teil seiner Zeit im Club zubringe und große Summen dort verliere; aber Eva hörte nichts davon. Zuweilen fuhr er mit ihr im Parke spazieren, wo die schöne Frau, welche so ganz von der Gesellschaft abgeschloflen lebte, allgemeine Bewunderung erregte; aber meistenteils brachte sie chre Tage allein zu und wenn sie ausfuhr, sah sie mit traurigen, leeren Blicken auf die , sie umgebende Welt
Eines Nachmittags wurde Dürrenstein von einem der Aufwärter des Klubs eine Karte übergeben.
«Der Herr erwartet den Herrn Baron im Sprechzimmer," sagte der Mann.
Dürrenstein nickte und ließ den Besucher warten, bis er sein Spiel beendet hatte, dann ging er hinunter. Es war Herr Scharff, nicht mehr so familiär und zutraulich, wie er einst in Dürrenstein aufgetreten, sondern äußerst zuvorkommend und achtungsvoll.
.Bedauere, stören zu müssen," Herr Baron, aber die Not drängt mich —*
„Schon gut, schon gut!" nickte Dürrenstein mit seinem kalten Lächeln, .ich hatte Sie schon ftüher erwartet."
.Aber, Herr Baron, ich würbe nicht daran gedacht haben, Sie jetzt schon zu belästigen, wenn ich nicht selbst gedrängt würbe," protestierte Herr Scharff unterthänigst. „Die Zeiten find schlecht, ich habe schwere Verluste erlitten "
Dürrenstein nahm an einem Tisch Platz-, WJ fein Checkbuch heraus und schlug dabei unwillkürlich
schein. Die meisten Fundstücke wanderten dmch die Hände der sämtlichen hohen Gäste, bie sichtlich an bem interessanten Vorgänge einen ebenso lebhaften Anteil nahmen, wie das deutsche Gefolge und bie Zuschauer. Kaiser Wilhelm, wieber in bester Laune, war bestänbig den mit Hacke und Schaufel thätigen Arbeitern ganz nahe, stöberte mit dem Fuß in der losen Asche und holte mehrere Gegenstände eigenhändig heraus. Er scherzte über bie reichlichen, wenn auch bescheibenen Topfwaren unb brücke seine Ver- wunbernng über bie Ergebnisse ber Ausgrabung aus, währenb baS weniger archäologische Begeisterung besitzende Gefolge in den lustigeren Straßen, in den kühleren Zimmerwinkeln und im Mauerschatten Schutz vor ber Sonne unb dem Staube suchte. Nach dem Frühstücke in dem zeltbedeckten Palästrahofe der Bäder wurde Nachmittags nm Vs4 Uhr unter gleich lebhaften Kundgebungen ber Bevölkerung bie Rückfahrt an getreten. Der Kaiser hat erklärt, daß bie Golffahrt unb ber Besuch von Pompeji zu ben für ihn unvergeßlichen Erlebnissen biefer Jtaliensahrt zählen werden. Der Sonntag wurde der Stadt Neapel selbst und ihren Sehenswürdigkeiten gewidmet, nachdem Abends zuvor ein Ball im Schlosse stattgefunden hatte. Am Sonntag Abend erfolgte, wie schon Eingangs erwähnt, die Abreise nach Spezzia.
Neue Wendungen in der Militärvorlage.
In der Militärftage ist eine Wendung eingetreten, welche möglicherweise eine Verständigung herbeiführen wirb. Herr von Hnene hat einen neuen Kompromißvorschlag formuliert, welcher bie Zustimmung bes Reichskanzlers erhalten hat; es Wirb dafür auf die Stimmen der Nationalliberalen, der Konservativen und mit größerer Bestimmtheit, als für stühere Ausgleichsoorschläge, auf die Stimmen eines Teils des Zentrums und der freisinnigen Fraktion (?) gerechnet. — Ueber ben Inhalt des v. Hueneschen Antrages berichtet bie „Kreuzztg.": „Es bestättgt sich, baß Herr v. Hnene für seine Person einen Antrag zur Militärvorlage einbringen wird, welcher eine das Angebot des Abg. v. Bennigsen erheblich übersteigende Bewilligung ausspricht. Es sollen bewilligt werden 53 500 Rekruten statt 60 000 der Vorlage und für 14 Artillerieabteilungen zu 3 fahrenden Batterien je 4 Geschütze statt 6 bei Vorlage. Die gesetzliche Festlegung bet zweijährigen Dienstzeit will Herr v. Huene im Wesentlichen nach bem von Dr. Lieber in ber Kommission eiugebrachten
einige Seiten zurück, auf denen die Bilanz gezogen war, dann rechnete er die Wechsel hinzu, welche er nachdem noch ausgestellt hatte, zählte ben ganzen Betrag zusammen und fand, daß er sein Konto schon überschritten hatte. Einen Augenblick starrte er erschrocken die Berechnung an. Hatte er wirklich schon so viel verspielt?
.Kommen Sie morgen früh zu mir in das Hotel, Scharff," sagte er gelassen. „Bis dahin werde haben, was ich brauche."
Herr Scharff verbeugte sich verbindlich. Er hatte vollkommen verstanden
„Ich werde nicht ermangeln, Herr Baron," sagte er respektvoll und fügte, seinen Hut nehmend, hinzu: „Ich habe noch keine Gelegenheit gehabt, Ihnen zu gratulieren."
Dürrenstein lächelte wohlwollend.
„Ich danke, Scharff, ich danke! Wollen Sie nicht ein Glas Wein trinken?"
Herr Scharff trank seinen Wein und empfahl sich und Dürrenstein kehrte an den Spieltisch zurück
Am Tage seiner Heirat war ihm eine große Summe Geldes zur Verfügung gestellt worden, eine ungeheure Summe; sie war verschwunden, und bis morgen Vormittag mußte er fünfzehntausend Thaler für Herrn Scharff bereit haben.
Als er an jenem Abend, ober vielmehr am nächsten Morgen in seinem Hotel ankam, war er noch ärmer; denn er hatte während des Abends stark verloren.
Er erschien beim Frühstück zwar etwas bleicher als gewöhnlich, jedoch mit einem Lächeln auf den falschen Lippen.
Während der ganzen Dauer des Frühstücks ver- folgte ihn der Gedanke an die fünfzehntausend
Anträge regeln. Erspart sollen ferner werden die sonstigen Forderungen' für bie Spezialwaffen, bie EtatSethöhungen für bie Grenzregimenter unb 2300 Oekonomiehanbwerker. An jährlichen Ausgaben bürste sich bie Ersparnis auf ca. 9 Millionen belaufen. Wie es heißt, hielt ber Reichskanzler dieses Angebot für annehmbar, obgleich bie von der Militärverwaltung in ber Kommission als unumgänglich notwendigen Kompensationen für bie Einführung ber zweijährigen Dienstzeit sich auf 53 285 unb 8356 Unteroffiziere beziffern. Die Konservativen konnten heute biefer neuen Situation gegenüber selbstver- ständlich eine endgiltige Stellung noch nicht nehmen, nur das eine dürfte außer Zweifel stehen, daß bie Fraktion unter keinen Umständen für eine weitere Abschwächung ber Vorlage nicht zu haben sein würbe".
Deutsches Reich.
W. Zterttn, 2. Mai. Der „Reichsauzeiger" schreibt: Der Kaiser beabsichtigt, seine Reise abzukürzen unb schon am 4. Mai vormittags in Berlin, bezw. im Neuen Palais eingutreffen. — Der erste Mai ist in Deutschland ruhig verlaufen. In größeren Städten fanden wohl zahlreichere Arbeiterversammlungen statt, man hat sich auch vielfach das Vergnügen gemacht, rote Fahne» und Fähnchen an geeigneten Stellen auszuhängeu, aber dabei ist es auch geblieben. Ein Demoustrationszug ber sogenannten Unabhängigen unb der Anarchisten hat Montag Nachmittag in Berlin stattgefunden. Vormittags hatten sich etwa 600 Unabhängige in Joels Salon in bet Anbreasstraße eingefunden, Wo der Tapezierer Feder über die Bedeutung des Tages sprach. Er, wie verschiedene andere Redner ergingen sich in scharfen Angriffen gegen die sozialdemokrattsche Parteileitung, als die Anarchisten, deren Versammlung ün alten Schützen- Hause polizeilich aufgelöst Worben war, in geschlossenem Zuge bas Lokal betraten. Es entftanben halb Reibereien zwischen ihnen unb den Unabhängigen. Gegen 2 Uhr wurde der Antrag auf Schluß ber Diskussion einstimmig angenommen, unb ein Vorschlag gemacht, in geschlossenem Zuge nach dem Zelt 7 im Tiergarten zu ziehen. Etwa 700 Personen setzten sich gegen 2 Uhr nachmittags in Bewegung und zogen bem Tiergarten zu. Starke polizeiliche Posten waren überall zur Stelle, so daß bie Demonstration über einigen Skaubal nicht hinauskam. Mehrere Schreier würben verhaftet. Am Abend fanden wieder Versammlungen statt. Das Wetter war unfreundlich. Wiederholte Regenschauer und ein kalter Wind machten
Thaler und er stierte auf seine Zeitung, ohne auch nur ein Wort zu sehen.
Eva beschäftigte sich währenddessen mit der Lektüre eines Briefes von Adelheid, worin ihr dieselbe mitteilte, daß in Bätenselde Alle» wohlauf sei, nachdem sie den Brief gelesen, stand sie auf, um da» Zimmer zu verlassen.
„A propos, Eva," sagte er, als sei ihm der Gedanke eben erst gekommen, „ich habe in Geldangelegenheiten mit Dir zu sprechen "
Sie blieb stehen und sah ihn befremdet an.
„Es sind einige Rechnungen eingelaufen," sagte er, „und ich denke, es wäre gut, sie gleich zu berichtigen."
„Das denke ich auch," meinte sie gleichgiltig.
Er lachte leise.
„Herr König hat alle Geldangelegenheiten Deinen Händen überlassen," sagte er.
„Gieb mir die Rechnungen, ich werbe sie bezahlen," antwortete sie, die Hand auf der Thürklinke.
Er murmelte einen leisen Fluch zwischen ben Zähnen
„Glaubst Du, ich mürbe Dich mit solchen Dingen belästigen?" sagte et. „Wie wenig Du mich doch kennst! Es würbe Dich zu Tode langweilen, alle diese Rechnungen im Betrage von fünszehntausend Thalern durchsehen zu müssen."
„Was für Rechnungen sind es denn?" fragte Eva.
„Von verschiedenen Handwerkern," erwiderte er. „Rechnungen laufen bald auf, wie Du weißt."
Eva neigte beistimmend den Kopf. Allein in unbestimmter Weise siel es ihr dennoch als etwas seltsam auf, daß er Einkäufe bi» zum Betrage von fünfzehntausend Thalern gemacht haben sollte, ohne zu zahlen, da er doch Geld hatte, aber was lag ihr daran.
ben Aufenthalt im Freien sehr wenig angenehm. — Vom deutschen Hanbel geben bievomkaiserl. Statistischen Amt veröffentlichten Zahlen über ben Wert ber Ein- unb Ausfuhr im ersten Vierteljahr 1893 seit länger Zeit wieber einmal ein erfreuliches Bild: Die Gesamteinfuhr wirb auf 1043 996 000 Mk. berechnet gegen 1062 619 000 Mk. im ersten Vierteljahr 1892, bie Gesamtausfuhr auf 839 792 000 Mk. gegen 774131000 Mk. Der Ueberschnß ber Einfuhr über die Ausfuhr betrug hn 1. Quartal 1892 rund 288 Mill. Mk., in 1893 nur 204 Mill. Mk. Die sog. Handelsbilanz hat fich also um 84 Mill. Mk. gebessert. — Dem Bundesrat des Deutschen Reichs ist ein Gesetzentwurf betr. bie Gewährung von Unterstützungen an Jnvaliben aus den Kriegen vor 1870 und an bereit Hinterbliebene behufs ber Gleichstellung mit denen des Krieges von 1870/71 zugegangen. Der Entwurf bestimmt im Wesentlichen folgendes: Denjenigen Personen des Solbatenstandes unb Beamten des Heeres nnb ber Marine, bie infolge ihrer Teilnahme an ben von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen invalide unb zur Fortsetzung des aftiven Militärdienstes ober zur Erfüllung ihrer Amtspflichten unfähig geworben find im Falle und für bie Dauer ber Bedürftigkeit und Würdigkeit zu den zuständigen Gebührnissen fortlaufende Zuschüsse zur Erreichung derjenigen Beftäge zu gewähren, bie ihnen nach bem Gesetze vom 27. Juni 1871 unb nach bem Gesetz vom 31. März 1893 nebst Abänderungen unb Ergänzungen zustehen würben. Die Zuschüsse stehen ben Pensionen gleich, bie bie soeben angeführten Gesetze nebst Abänderungen nnb Ergänzungen gewährt, unb unterliegen benfelben gesetzlichen Bestimmungen. Eine Nachzahlung für die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes liegende Zeit ist ausgeschlossen. — In neuerer Zeit sind bei einzelnen Oberlandes- aerickteu, LaKdge.richten unb Amtsgerichten befonbere Hebungen ins Leben getreten, bie den Zweck verfolgen, außeramtlich bie Ausbildung ber Referenbare zu förbern, namentlich ihnen behilflich zu sein, bie in ihrer amtlichen Thätigkeit ihnen gebotene Ausbilduugsmittel nutzbarer zu machen, als es ohne solche Anleitung geschehen kann. In einer an bie Oberlanbesgerichtspräflbenten gerichteten allgemeinen Verfügung spricht ber preußische Justizminister denjenigen Präsidenten, die persönlich bie Leitung ober Einrichtung von Hebungen biefer Art in die Hanb genommen haben, seine befonbere Anerkennung aus unb ersucht, bie Anerkennung auch ben Beamten zu übermitteln, bie fich haben bereit finden lassen, ihrerseits bie gebuchten Bestrebungen zu unterstützen,
„Also Du wünschest — ?" fragte sie.
„Einen Check auf fünfzehntausend — ober sagen wir lieber zwanzigtausend Thaler," erwiderte er unbefangen.
Sie trat an einen Tisch, zog ihr Checkbuch heraus und übergab ihm das Papier, nachdem sie es unterzeichnet hatte.
„Danke," sagte er, es neben seinen Teller legend. „Solche Kleinigkeiten sollten immer gleich bezahlt werden."
„Ja," antwortete sie zerstreut und verließ das Zimmer.
Tief aufatmend ergriff er den Check und steckte ihn in die Tasche. Eine halbe Stunde später wurde Herr Scharff gemeldet, welcher mit respektvollem Dank einen Wechsel von Dürrenstein entgegennahm.
„Wenn Sie je in Verlegenheit sein sollten, Herr Bacon," begann er, aber Dürrenstein winkte lächelnd mit ber Hand.
„Danke, danke, Scharff, aber ich hoffe, daß ich Ihres Beistandes in dieser Beziehung nicht mehr bedürfen werde."
„Nein, gewiß nicht, Herr Baron," pflichtete Scharff unterwürfig bei. „Die Besitzung und das Vermögen sind enorm, wie mir bekannt, aber manchmal — nun, man kann niemals wissen. Das Geld fliegt — Sie könnten einer kleinen Anleihe für frühere Verbindlichkeiten bedürfen, die Leute drängen gewöhnlich im unrechten Moment. Draußen wartet ein Mann, ber, wie ich glaube, einer ist, der auch etwas von Ihnen will."
Dürrenstein runzelte die Stirn.
„Ein Mann draußen?" sagte er kalt. „Sie irren sich, Herr Scharff, ich schulde keinem Menschen außer Ihnen etwas, was der Rede wert wäre."
(Fortsetzung folgt)