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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

** - tf Illnstrirtcs Sonntagsblatt.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes,

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JIk 1VU« r* t. s. i ar^T-r Frankfurt o. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII. Illhra.

Sonnabend, 29. April 1893. & ht Frankfurt a. M., Berlm, Machen u. Köln; G. L. b

»der deren Raum 10 Pfg-, Reklamen für die Zeile Lk tzfg.'y Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari«.

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Neubestellungen auf dieOberhessische Zeitung" für den Monat Mai werdm von allen Poftanstaltm, Landbriefträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial - Expeditionen in Kirchhain, Neustadt, Wetter und Gladenbach entgegengenommen. Reuzugehende Abonnenten erhalten dieOber- hesfische Zeitung" bis zum 1. Mai unent­geltlich uni) ebenso wird allen neuzugehenden Abonnenten der vom 1. Mai ab gültige Sommerfahrplan nachgeliefert.

Die Exped. derOberhess. Ztg."

Neapolitanische Kaisertage.

Kaiser Wilhelm II., die Kaiserin Auguste Viktoria und der König und die Königin von Italien mit ihrem Gefolge sind nunmehr am Donnerstag Nach­mittag in der schönen Stadt am blauen Golf ange­kommen und mit Jubelstürmen empfangen, welche die von Rom fast noch übertrafen. Hunderttausende drängten sich in den festlich geschmückten Straßen, die Landbevölkerung auS dem ganzen Süden und auch ans Sizilien, war besonders stark vertreten. Der Empfang war so urwüchsig und herzlich zugleich, daß er kaum zu beschreiben ist. Wie bei allen öffentlichen Festlichkeiten in Neapel fehlte die Polizei so gut wie ganz und es herrschte nicht die geringste Störung. Auf dem alten Bahnhofe, den man thunlichst heraus­geputzt hatte, und auf dessen Perron eine Ehren­kompagnie aufgestellt war, wurden die Majestäten von den Spitzen der Zivll- und Militärbehörden, sowie von einer Abordnung der in der Vesuvstadt ansässigen Deutschen begrüßt. Alsdann folgte die Einfahrt in die Stadt in Hofequipagen mit Spitz- rritern: Der Weg ist ziemlich lang, die Straßen, eine Seltenheit in Neapel, geräumig, und so hatten sich denn die Zuschauer in Massen aufstellen können. Aber auch alle Balkons, Hausdächer, Bäume waren besetzt; alle Schiffe im Hafen hatten geflaggt, beim Einlaufen des Extrazuges wurde ein Salut abge- fenert Eine Abordnung der Stadt begrüßte die Majestäten noch besonders. Die ganze Bevölkerung war im Festputz und pausierte kaum in dem endlosen Evviva-Rufen. Vordem königlichen Schlosse an der großen Piazza Plebisctto, von wo sich ein schöner Ausblick auf das Meer und dm Vesuv bietet, standen die Volksmassen wie eingekeilt und brachten den augekommeneu Herrschaften so Mimische Ovattonen

Der Sieg der Liebe.

Roman von I. o. Böttcher,

l Nachdruck verboten,!

(Fortsetzung,)

Nur zwei Personen fühlten während der allge- meinen Aufregung ein immer mehr wachsendes Un­behagen, und das waren Frau von Raabe und Frau Merlin. Beide hatten in der letzten Zeit enge Freundschaft geschlossen und beide beobachtetm Eva aufmerksam und keine von ihnen fühlte sich be­friedigt.

Die Zeit des Brautstandes wird gewöhnlich für die glücklichste Epoche im Leben eines Mädchens angesehen. Sie ist dann eitel Lächeln und Seligkeit, tob ihre Schönheit, wenn sie damit begabt ist, von einem idealen Glanze der Freude und des inneren Glückes verklärt.

Aber bei Eva war nichts von diesem beseligen- dm Zustande wahrzunehmen. Es schien, als sei an dem Abende ihrer Verlobung ein Reif auf sie ge fallen, der gleich einem Schleier ihr inneres Selbst sogar vor denen verhüllte, welche sie umgaben, ^bchig, mit gemessenem Anstande und einem stereotypen Lächeln nahm sie die Glückwünsche ihrer Bekannten entgegen und beantwortete dieselben mit sorgfältig gewählten Worten, welche wie eingelernt von den Lippen, aber keineswegs aus dem Herzen kamen. _ Für Frau von Raabe war sie ein beständiges Assel.

»Fühlen Sie sich auch wirklich glücklich, ganz glücklich durch diese Verlobung, Kind!" fragte die Ee Dame Eva eines Tages, "als Beide auf dem Rasen vor dem Schlosse spazieren gingen.

Eva hatte am Morgen jenes Tages darein ge- ^llligt, daß die Hochzeit in acht Tagen ftattsinden wüte und hatte dies Frau von Raabe eben mitgeteilt.

dar, bis diese erschienen und sich dankend verneigten. Im Schlosse fand alsdann die Vorstellung der neapolitanischen Aristokratie, der Behörden und an­gesehener Personen statt; die Majestäten sprachen ihren wiederholten Dank aus. Dor der Tafel wurde noch eine Fahrt nach den prachtvollen Anlagen der Villa Realer bis zum Monte Posilippo unternommen, fortgesetzt von enthusiastischen Begrüßungen begleitet. Am Abend soll die ganze Stadt illuminiert werden, zugleich findet eine Serenade vor dem Schlosse statt, bei welcher ein neues Volkslied auf den deutschen Kaiser vorgetragen werden soll. Der Aufenthalt in Neapel, der auch zu einem Ausflug nach dem nahen Pompeji Anlaß geben wird, dauert bis Sonntag Abend. Dann erfolgt die Reise nach Spezzia; ein neuer längerer Aufenthalt in Rom wird nicht mehr genommen. Die Ankunft in dem italienischen Haupt- kriegshafen Spezzia (bei Genua) erfolgt Montag Mittag. Der römische» Bevölkerung haben die Majestäten durch Erlaß des Bürgermeisters ihren verbindlichsten Dank sage» lassen. Noch bei der Ab­reise von Rom nach Neapel wurden den Fürstlichkeiten enthusiastische Ovatioueu dargebracht.

Die deutsche Landwirtschaft

ist int Moment nicht ohne Sorgen, Sorgen, die so recht kennzeichnen, daß es beim Betriebe der Land­wirtschaft nicht mit Klugheit und Fleiß allein gethan ist. An Vorschlägen zur Wahl von geeigneten Kulturen und zur zweckmäßigen Bestellung des Bodens fehlt es heute ja nicht, eS hat auch noch nie dem deutschen Landmann au dem Fleiß gefehlt, ohne welchen au Landwirtschaftlichen Betrieb überhaupt nicht gedacht werden kann, aber es will doch nicht stimmen: DaS schöne, aber schon so lange Tage andauernd ttockene Frühlingswetter ist ein Feind des Lavdmannes, die Aussichten für mancherlei Feld- und Baumftüchte, sowie für das GedeihenbeS Vieh­futters leiden darunter ganz außerordentlich. Der Boden ist ja nun freilich sehr verschieden, und nicht in jedem Gebiete ist der Wunsch nach Regen, tüchtigem strömenden Regen, ein gleich dringender, aber im Allgemeinen ist die Sorge doch recht deutlich schon zu Tage getreten. Seit dem bösen Sommer 1891 ist der Landmann recht mißtrauisch und auch etwas furchssam geworden, und es wäre allerdings eine mehr als ttübe Geschichte, wenn 1893 wieder durch ein gutes Stück Erntehoffnungen einen dicken Strich machte. 1891 hatten wir einen sehr starken Ernte­ausfall, eine teilweise Mißernte, 1892 im Durch­

Glücklich?" erwiderte sie, das Auge in die Ferne schweifen lassend.Ja, ich glaube, daß ich es bin Kann wohl ein Mensch vollkommen glück­lich sein?" fragte sie mit trübem Lächeln.

Ja, Kind, einmal im Leben! Und das sollte jetzt bei Ihnen der Fall fein."

Meinen Sie? Run, dann bin ich so glücklich, wie ich es verdiene."

Das freut mich," antwortete die alte Dame, obgleich durchaus nicht beruhigt.Ich dachte, wir das heißt Frau Merlin und ich dachten, daß Sie nicht so vergnügt aussehen, wie man es er­warten sollte."

Sie und Frau Merlin sind zu anspruchsvoll," entgegnete Eva noch mit demselben Lächeln.Man kann nicht immer vergnügt aussehen. Was ver­langen Sie eigentlich von mir?" setzte sie mit einem Anfluge von Gereiztheit hinzu.Soll ich etwa im Schlosse herumtanzen und fingen wie ein Schul­mädchen, weil ich mich verheiraten werde? Das ist doch nicht zu verlangen! Mir ist weder tanz- noch gesanglustig zu Mute! Das Leben ist viel zu ernst dazu."

Was sollte Frau von Raabe darauf erwidern?

Sie preßte die Lippen zusammen, und indem sie unruhig an den Fransen ihres Shawls zerrte, sagte ie zärtlich besorgt:

»Wenn Sie nicht ganz glücklich sein sollten, mein Kind, wenn wenn etwas an dieser Heirat Ihnen zuwider wäre, so wissen Sie ja, daß es noch nicht zu spät ist."

Zu spät!" wiederholte Eva mit kurzem, bitterem Lachen.Nein, es ist nicht zu spät. Aber es wird bald zu spät sein. Noch acht Tage, und dann"

Sie brach plötzlich ab; denn Adelheid kam über den Grasplatz auf sie zu.

schnitt eine erträgliche Mittelernte, aber hierzu außer­ordentlich tief herabgegangene Preise, und unter solchen Umständen kann man eben nicht wünschen, daß das dritte Jahr wiederum Ernteausfälle für die Bevölkerung, schwere Eiunahmeausfälle für die Landwirtschaft, und, was aus Seibern mit Natur­notwendigkeit folgen muß, erneute Stockungen im Verkehr und Geschäft mit sich bringt. Mit allen diesen unerfteulichen Erscheinungen sind wir in den letzten Jahren in so reichem Maße bedacht gewesen, daß die Äteressen der Landwirtschaft heute gleich­bedeutend find mft denen der gesamten Bevölkerung, ja mehr als das, daß fie ausschlaggebend find für die Bevölkerung. Wir wollen hoffen, daß sich die herrschenden Sorgen und Befürchtungen bald wieder verstreuen.

Deutsches Reich.

W. Zterti«, 28. April. Das preußische Staatsministerium wurde am Donnerstag un­erwartet durch de» Ministerpräfidenten Grafen Eulen­burg zusammenberufen. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, soll der Mnisterrat durch aus Rom eiugetroffeue Telegramme veranlaßt worden sein; nach einer anderen Meldung soll eS sich nur um das neue Wahlgesetz gehandelt haben. Der Reichsauzeiger" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß weder in der Unterhaltung Seiner Majestät des Kaisers mit Seiner Heiligkeit dem Papst, noch in der Audienz, welche Letzterer dem Staatssekretär Freiherrn von Marschall gewährte, der Militärvorlage irgend eine Erwähnung geschehen ist." Ferner schreibt das amtliche Blatt:Oeffentliche Blätter stellen Be­trachtungen an, die davon ausgehen, daß zwischen der Regierung und dem Zentrum ein Verkehr bestehe, welcher darauf abziele, für die Unterstützung der Mi- litärvolage Konzessionen auf kirchlichem Boden einzu- tauscheu. In den Besprechungen, welche zwischen dem Reichskanzler und hervorragenden Mitgliedern des Zentrums über die Militärvorlage stattgefunden haben, ist niemals weder von der einen noch von der andere» Seite von solchem Handel die Rede ge­wesen." Mit Bezug auf die vielbesprochene an­gebliche Aeußerung des Kaisers gegen de» Kardinal Ledochowski wird derT. R." von gut unterrichteter Seite geschrieben: Die Bemerkung an den Kardinal besagte dem Sinne nach, daß seiner Rückkehr nach Deutschland nichts im Wege stehe, daß er für die noch nicht verbüßten Strafen begnadigt und damit das früher Geschehene abgethan sei. DasMil.

Finden Sie creme» oder pfirsichfarbig hübscher für die Brautführerinnen, Eva?" fragte sie, ein Paket mit Proben zeigend, welches eben aus der Residenz angekommen war.Hier, sehen Sie, alle Farben des Regenbogens sind vertreten, einem bleibt nur die Qual der Wahl. Gott fei Dank, daß über die Wahl der Farbe des Brautkleides kein Zweifel ist. Weiß ist die einzige Tracht der Bräute, meine Damen."

Der Bräute und der Toten!" sagte Eva mit düsterem Lächeln.

Aber Kind, welche Zusammenstellung' Ent- etzlich!" rief Frau von Raabe schaudernd.

Adelheid lachte.

Geben Sie nicht Acht darauf, gnädigste Frau, Bräute sind immer ernst und feierlich, so kurz vor der verhängnisvollen Stunde. Nun, für welche Farbe stimmen Sie, Eva?"

Wählen Sie, was Sie wollen," antwortete diese, indem sie sich entfernte.

Fräulein Braun," sagte Frau von Raabe,wir inb zwar nie besondere Freunde gewesen, aber ich möchte Sie doch fragen, ob Sie glauben, daß Fräu­lein von Bärenfeld sich ganz glücklich fühlt?"

Glücklich? Natürlich ist sie glücklich!" er­widerte sie mit sorglosem Lachen.Warum sollte ie auch nicht? Eva ist so glücklich, wie sie es über- jaupt fein kann, daraus können Sie sich verlassen."

Nun," meinte die alte Dame,sie zeigt es aber in einer etwas ungewöhnlichen Weise, Fräulein Braun"

Ja, das ist so ihre Art! Sie war als Kind chon eigentümlich in ihrem Wesen. Nun, ich denke, ) ich die Pfirsichfarbe wählen werde," und damit trippelte sie, ein munteres Liedchen trällernd, davon.

Die Hochzeit sollte möglichst still gefeiert werden.

Wochenbl." stellt in einem ArtikelZur Abwehr" ft", daß angesichts der Militärvorlage beim Ver­gleiche der Wehrmacht Deutschlands und anderer Staaten vielfach in einer Art und Weise unsachlich und unzutreffend geurteilt werde, welcher unter allen Umständen entgegengetreten werden müsse. Als Beispiel dessen wird auf einen Artikel derFreis. Ztg." Bezug genommen, der die lieber» schrist trägt:Offiziöse Kampfweise" und dabei selber den Thatbestand absichtlich entstellt. SieFress. Ztg." will mit ihrer Auslassung de» Glaube» er­wecken, daß das neue französische Kadresgesetz im Vergleiche zu der deusschen Militärvorlage ein harm­loses Ding sei. Das wftd nun vomMil. Wochenbl." Punkt für Punkt wiederlegt. Der frühere preu­ßische Minister des Innern, Herrfurth, veröffent­licht eine längere Arbeit über das neue preußische Wahlgesetz, worin er sich im Wesentlichen gegen das­selbe ertlärt. Den gleichen Standpunkt hat der Abg. Herrfurth schon im preußischen Abgeordneteuhause vertreten.

(Ahlwardt-Kommission.) Die vom Reichstage zur Prüfung der vom Abg. Ahlwardt überreichtenAtten" gewählte Kommission trat gestern unter dem Vorsitze des Grafen Ballestrem zusammen. Der Vorsitzende verlas zunächst die bekannten, von dem Abg. Ahlwardt in der 72. und 73. Sitzung des Reichstages erhobenen Beschuldigungen, wonach bei der Gründung des Juvalideusonds Verhandlungen hinter den Kulissen zwischen Vertretern der Regierung und Börseuleute» ftattgefunben hätten, unb bezeichnete biejenigen Punkte, bereu aktenmäßige» Beweis durch Ahlwardt die Kommission lediglich zu prüfen die Aufgabe habe. Der vorgeladene Abg. Ahlwardt er­klär:, daß er für seine Beschuldigung bezüglich des Jn- valideufouds keinen anderen Beweis vorzubringen habe, als zwei von M. Anton Niendorf verfaßte Broschüren. Aus wiederholte Anfragen, wo denn die im Aussicht gestellten Akten bezüglich des Jnvalidensonds feien, erklärt Abg. Ahlwardt auf das Bestimmteste, daß er keinerlei Aktm in dieser Beziehung besitze, noch je­mals besessen habe. Die übergebenen Akten in Original ober Abschrift beziehen sich ausschließlich auf Ange­legenheiten der rumänischen Eisenbahn. Ahlwarbt über­reicht noch ein Heft weiterer Akten, die er am Schlüsse der vorgestrigen Sitzung zugesagt, mit dem Bemerken, daß er zwar noch mehr Sitten bezüglich der rumänischen Bahn besitze, daß diese aber keinen Bezug auf seine Beschuldigungen haben. Auf Auftage des Vorsitzenden erklärt Ahlwardt ferner, daß er außer den Herren Dr. Miquel, v. Bennigsen, Horwitz und Munckel,

Eva hatte sich bei Erörterung dieser Frage gänzlich passiv verhalten, ihr war es vollständig gleichgiltig, wie und wo sie Dürrenstein angetraut würde, und sie hatte sich ruhig in dessen Wunsch gefügt, daß die Trauung in der kleinen Dorskirche, anstatt im Schlosse selbst vollzogen werden sollte.

Wenn auch im Schlosse keine großen Feierlich­keiten stattfinden sollten, so wurde doch darauf Be­dacht genommen, daß die Gulsangehörigen und kleinen Pächter den Tag festlich begingen Große Zelte wurden auf dem Rasen errichtet, wo die Leute mit einem Mittag- und Abendessen bewirtet werden sollten und am Abend sollte ein Tanzvergnügen folgen. Dürrenstein war nie beliebt gewesen, aber jetzt ent­deckten die Leute plötzlich, daß er ein prächtiger Mensch fei, den man bisher verkannt habe.

Er bewegte sich zwar auch jetzt in feiner ruhigen, gleichförmigen Weife, allein in feinen Augen und um seine Mundwinkel lauerte ein verstohlenes Lächeln, welches seine innere Befriedigung verriet.

Jeden Tag erschien er im Schlosse, sich in Auf­merksamkeiten gegen Eva erschöpfend, aber nur selten waren fie allein zusammen. Schlug er vor, einen Spaziergang zu machen, so forderte Eva entweder Adelheid oder Frau Merlin auf, sie zu begleiten. Seins jener kleinen Briefchen, mit denen Liebende o verschwenderisch sind, wurde zwischen ihnen ge- wechselt, und obgleich er binnen einer Woche ihr angetrauter Gatte fein sollte, hatte er sich noch keine andere Liebkosung gegen sie erlaubt, als einen Kuß auf ihre Hand. Wenn er sie anredete, nannte er ie Eva, während sie ihn nie anders als Herr Dürrensiein anredete. Zuweilen, wenn sie allein salbe Stunden lang im Wagen oder auf dem Rasen­plätze neben einander gesessen, ohne auch nur ein Wort zu sprechen, knirschte er vor Wut Über ihre