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langt. Zugleich spreche ich im Namen der hier vereinigten hohen Gäste den innigsten Dank auS für Eurer Majestäten warme Begrüßung. AuS de« begeisterten Huldigungen, die Euren Majestäten in diesen Tagen dargebracht werden, klingt Uns der schöne Ton aus der goldenen Saite der Liebe zum Herrscherpaar entgegen. Wir sehen gerührten Herzens ein ganzes Volk das schöne Fest seiner Königsfamilie mitfeiern: ein Wahrzeichen der innigen Wechselbeziehungen zwischen dem Königshaus von Savoyen und dem italienischen Volk. Wir Alle vereinigen Uns in dem Wunsche, daß des Himmels Schutz und Segen auch ferner walten mögen über Euren Majestäten und dem gesamten Königshaus zum Heil Italiens uud Europas. (Zum Schluß in italienischer Sprache:) Ich trinke auf das Wohl Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Italien!"
übrigen können, den zahlreichen SeheuSwürdigkeiten der ewige» Stadt, und so oft sie uur in der Oeffeut- lichkeit sich zeigen, find fie der Gegenstand der herzlichsten und glänzendsten Volkskuudgebungen. Der leidenschaftliche und überschwängliche Charakter der südlichen Bevölkerung bereitet dem Kaiser Wilhelm II. und der Kaiserin Viktoria Auguste Huldigungen, wie dieselben bisher keine erlebt haben. So war es vom ersten Tage nach der Ankunst au, Vormittags beim Besuch der großartigen Trümmerreste des Forum Romanum und Nachmittags beim Wettrennen, der Zehntausende und Aberzehntausende nach dem Renu- platz geführt hatte. Abends nach der Tafel wohnten alle fürstliche» Herrschaften der Aufführung von Verdis Oper .Falstaff" im Argentina - Theater bei, die einen glänzenden Eindruck machte und den italienische» uud deutschen Majestäten rauschende Ovationen brachte. Im dichten Gedränge hatte die Königin Margherita das Malheur, über ihre Schleppe zu stolpern uud einen Teil ihres berühmten Perlenschmuckes zu verlieren. Kaiser Wilhelm bot der Wankenden rechtzeitig seinen Arm uud auch die Perlen wurden unversehrt wiedergefundeu. Am Sonnabend war der eigentliche Silberne Hochzeitstag des italienischen Königspaares, an welchem 101 Kanonenschüsse abgefeuert wurden. Die ganze Stadt war festlich geschmückt, das Gedränge in den Straßen zeitweise geradezu lebensgefährlich. Der König Humbert
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Die Exped. der „Oberhess. Ztq."
Römische Kaisertage.
Der Aufenthalt des deutschen Kaiserpaares Rom verläuft in der denkbar schönste» Weise; deutschen Majestäten widmen alle Zeit, die fie
ebenso prächtiges Wetter, wie an den vorangegangenen Festtagen. Um zehn Uhr Vormittags begaben sich der Kaiser uud die Kaiserin nach der Kapelle der deutsche« Botschaft im Palazzo Caffarelli dicht beim Kapttol und wohnten dort dem Gottesdienste bei. Nachdem noch mehrere Besuche abgestattet waren, erfolgte die Rückkehr zum Quirinal. Am stühen Nachmittag fuhr der Kaiser zum Freiherr» v. Bülow, dem preußische» Gesandten beim Vatikan und nahm dort in Gesellschaft mehrerer Kardinäle das Frühstück ein. Die Kaiserin erscheint erst später, worauf die Vorstellung der geistlichen Herren erfolgt. Um L^/z Uhr wird im eigenen kaiserliche» ä la Daumont bespannten vierspännigen Wagen mit Spitzreitern die Fahrt zum Vattkan angetreten. Der Weg geht über die Bia Nazionale, den weit ausgedehnten Corso Vittorio Emanuele, bei der Engelsburg über den Tiber und dann die enge Borgostraße zum Petersplatze, um de» Petersdom herum zum Eingangsthor des vatikanische» Palastes. In den Straßen, welche der kaiserliche Wagen passiert, bildet italienisches Militär Spalter. Dieselbe Vorsichtsmaßregel ist auch 1888 angewendet. Der kaiserliche Wagen fährt auf den von den Loggie» Rafaels umgrenzten, berühmten Damasushof, auf welchem eine Kompagnie der päpstlichen Leibgarde in ihrer altertümlichen Tracht (schwarz und gelb) mit Fahne und Trommel aufgestellt ist. Nach Abschreiten der Front bezieht fich das Kaiserpaar mtt Gefolge unter Voranttitt päpstlicher Kämmerer über die große Treppe in die Residenz des Papstes und wird von Würdenträgern in den Throniaal geführt, wo der Papst vor seinem Throne siebend die Majestäten empfängt. Nach der Vorstellung des Gefolges findet eine viertelstündige Unterhaltung statt, worauf die Kaiserin die Sixttnische Kapelle und die Peterskirche besichtigt, wohin ihr der Kaiser nach einer halbstündigen Privatunterreduug mit dem Papste folgt. Alsdann erfolgt die gemeinsame Rückkehr auf gleichem Wege zur preußischen Gesandtschaft und hierauf Fahrt zum Quirinal. Heute Montag ist große Parade. — Zum Empfange des deutschen Kaiserpaares in Luzern in der Schweiz wftd von dort berichtet, daß eine Kompagnie Infanterie, eine Kompagnie Sappeme und eine Schwadron Kavallerie den Ehrendienst erweisen werde». Drei hohe Offiziere begleiten de» Kaiser durch das ganze schweizer Gebiet. Beim Empfange der Majestäten wird auch der Höchst, kommandierende der Schweizer Armee, General Herzog- Arrans zugegen fein. — Die römischen Zeitungen besprechen den Trinkspruch des deutschen Kaisers im Ouirinal sehr beifällig; waS den Besuch imVatika»
Trinksprüche in Rom.
Eine Extraausgabe des Reichsanzeigers veröffentlicht die beim Galadiner im Quirinal zu Rom von dem König Humbert und dem Kaiser Wilhelm aus- gebrachteu Trinksprüche. Der in ftanzöfischer Sprache gehaltene Toast des Königs kantet deutsch: „Das Herz erfüllt von Freude, danke Ich, zugleich im Namen der Königin, Meinem teuren Bruder, dem Kaiser Wilhelm uud seiner erhabenen Gemahlin, der Kaiserin Auguste Viktoria, sowie allen verwandten, befteundeten und verbündeten Prinzen und Prinzessinnen, welche hierher gekommen find, um die Freuden dieser Tage mit Uns zu teilen. Ihre Anwesenheit ist Mtt, Meinem Hause und Meinem Volke ein Unterpfand des Glücks! Ick trinke auch im Namen der Königin auf Se. Majestät, den Deutschen Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, auf alle fürstlichen Gäste, die an diesem Tische fitzen, sowie auf die Souveräne und Staatsoberhäupter, die heute durch ihre Verwandte» oder durch Repräsentanten hier vertreten sind." — Hierauf erwiderte Kaiser Wilhelm: „Eure Majestäten wollen mir gestatten, zunächst in unserer Beider Namen gerührten Dank zu sagen für den herzlichen Empfang, den Eure Majestäten und die Einwohner Roms und ganz Italien Uns bereitet haben. Ich erblicke in dieser Thatsache den erneuten Beweis Eurer Majestät persönlicher Freundschaft, welche Sie von Meinem Großvater und Meinem Vater auf Mich übertragen haben. 3n Beider Siune habe Ich gehandelt, als Ich hierhereilte, Meine Glückwünsche zum heutigen Feste darzu- bringen. Hand in Hand mit Unserer persönlichen Freundschaft geht die warme Sympathie, welche die Völker Deutschlands und Italiens verbindet und die in diese» Tagen mit neuer Kraft znm Ausdruck gr
ünd seine Gemahlin empfingen am Vormittage zahlreiche Deputattonen von Gratulanten. Beim Empfange des Präsidiums der Volksvertretung bemerkte der König: „Mein Herz ftohlockt, da ich mich von so viel Liebe und Anhänglichkeit nmgeben sehe; mit gerechtem patriotischem Stolze sehe ich am heutigen Tage als Zeugen dieser Anhänglichkeit in Rom meinen erhabenen Bundesgenossen und Freund den deutschen Kaiser und seine erlauchte Gemahlin, sowie die ftemden Fürstlichkeiten und Verttetungen aller Mächte, welche Italien uud mir die Beweise ihrer Sympathie und Achtung geben". Das Königspaar wohnte dann einem Festgottesdienste bei. Während dieser Zeit besuchten die deutschen Majestäten mehrere Kirchen und Villen und kehrte» dann über den Volksplatz und den Monte Pivcio nach dem Quirinal zurück. Fast unaufhörlich waren die hohen Gäste der Gegenstand von Bolkskundgebungen, an welchen fich auch die Zöglinge von Priesterseminaren, die dem Kaiserpaare begegneten, lebhaft beteiligten. Nach- mtttags fuhren der Kaiser und die Kaiserin die Via Appia hinaus zu den Bädern deS Caravalla, zur Paulsttrche rc. Eine wahrhaft grandiose Bolks- kundgebuug fand Nachmittags vor dem Qutrinalpalast statt. Um 5 Uhr erfolgte die Auffahrt der römischen Gemeindebehörden in Galawageu zur Gratulation. Den Zug eröffneten berittene Gendarmen, den Schluß bildeten 500 Vereine aus der Stadt und Provinz Rom, mit Fahnen und Musik. Als der Zug vor dem Palast anlaugte, kam es zu wahrhaft begeisterten Kundgebungen, die ihren Höhepunkt erreichten, als die Fürstlichkeiten mit dem Bürgermeister auf den Balkon herausttaten. In diesem Augenblick ließ man auf dem Quirinalplatze Brieftauben aufsteigen, welche anch den Provinzen die Kunde von der Feier bringen sollten. Die enthustastischen Ovationen dauerten volle zwei Stunden, während welcher Zeit die Majestäten ununterbrochen auf dem Balkon verblieben. Abends war die gavze Stadt festlich illuminiert, während im Quirinal große Galatafel statt- fand, an welcher der deutsche Kaiser das Hoch auf das italienische Köuigspaar ausbrachte. BtS in die tiefe Nacht hinein wogten endlose Menschenmengen durch die Straßen. Wie in Rom haben auch in den Provinzen bei der Festfeier vielfach lebhafte Kundgebungen für das deutsche Kaiserpaar uud das deutsche Reich stattgefundeo. So brachte beispielsweise in Turin eine nach Tausenden zählende Volksmenge wiederholt Hochrufe auf den Kaiser, dieKaiseriu und auf Deutschland. Am Sonntag, an welchem Tage der Besuch des Katser- paares beim Papst im Vattkan stattfinden sollte, herrschte
Begegnung mit ihm nicht zu fürchten. Aber es wimmelt hier von Dienerschaft und Du mußt gehen, Schatz."
„Gut denn," sagte er, fie küssend; dann schien er fich plötzlich seines Gefährten zu erinnern.
„Ich kam nicht allein," sagte er.
„Nicht allein?" und ihre Augen blitzten zornig auf. „Hast Du etwa Jemandem gesagt, daß — daß Du und ich —"
„Mann und Frau werden wollen? Nein," erwiderte er mißmutig, „das habe ich nicht "
„Wer ist es denn?" fragte fie.
„O, nur ein alter Mann," antwortete er mit angenommener Gleichgiltigkeit, was ihr jedoch nicht entging. „Er wohnt in demselben Hause mit mir — und —"
Sie lächelte ihn an, während sie ihn scharf ins Auge faßte.
„Und Du nahmst ihn der Gesellschaft wegen mit? Das sieht Dir ähnlich. Du denkst immer an andere. Aber ich muß wirklich gehen, nrir haben Gesellschaft und ich habe mich mit Kopfschmerz ent- chuldigt, aber einer von der Dienerschaft könnte nich sehen. So," und sie litt es, daß er sie in eine Arme schloß und seinen fettigen Schnurrbart auf ihre Lippen preßte. „Vergiß nicht, daß Du noch ein wenig länger Geduld haben mußt, und—" ihm fteundlich zunickend, verschwand fie.
Allein als fie das Gesträuch erreicht hatte, wartete fie bis er ging und folgte ihm bann aus icherer Entfernung.
Die Art und Weise, wie er ihre Fragen hin- ichtlich seines Gefährten beantwortete, hatte sie arg- vöhnisch gemacht, und einen Argwohn zu hegen, ohne ich von der Begründetheit desselben zu überzeugen, war ihr unmöglich, darum beschloß fie auch, fich
Marburg,
Dienstag, 25. April 1893.
den Freund ihres unbequemen Liebhabers etwas genauer anzusehen.
Hätte sie in demselben eine Frau' gesunden, so wäre sie entzückt gewesen, da ihr dies einen Vor- «and gegeben hätte, mit Martini zu brechen, aber der Anblick des Greises mit dem hohlen Gesichte und dem weißen Haar setzte sie in Erstaunen.
Es mußte doch wohl noch ein ganz besonderer Grund vorhanden fein, der Martini bewogen haben mochte, den alten Mann mitzunehmen, und begierig, diesen Grund zu erfahren, schlich Adelheid sich so dicht wie möglich hinter die Bank, auf welcher der- selbe Platz genommen, und lauschte.
„Nun," sagte Martini, zu ihm tretend, „find Sie fertig? Ich habe die Person getroffen, welche ich sprechen wollte, und wir thäten am besten, wie- der abzuziehen."
Der alte Mann rührte fich nicht.
„Der alte Narr ist eingeschlafen!" brummte er. „Hallohl" Dabei schüttelte er Sturm's Arm.
Der alte Mann richtete sich auf und wandte ihm sein bleiches Gesicht zu.
„Ich schlafe nicht," erwiderte er langsam. „Ich dachte nur nach"
„Sie thun ja nie etwas anderes," schalt Martini, als sei es ein Verbrechen, nachzudenken. „Aber nichts scheint dabei herauszukommen! Ich stürze mich in Unkosten und bringe Sie hierher, in der Hoffnung, daß der Anblick der Oertlichkeiten Ihr altes Gedächtnis aufrütteln werde und Sie sitzen auf der Bank und wissen mir weiter nichts zu sage», als daß Sie nachdenken. Das ist stark!" dabei eichte er mit ungeduldiger Geringschätzung.
Der alte Mann blickte schweigend vor fich hin.
„Lassen Sie uns noch etwas länger bleiben," agte er endlich langsam „Ich entfinne mich des
Der Sieg -er Liebe.
Stenum von A b. Böttcher-
! Nachdruck verboten^
(Fortsetzung,)
„Wo mag nur Fräulein Braun fein?" fragte Frau Merlin, fich nach Adelheid umsehend, als der Thre serviert werden sollte und einer der Diener trat an sie heran und flüsterte ihr zu, daß Fräulein Braun sich hrsttgen Kopfschmerzes wegen entschuldigen lasse.
Jedoch in demselben Augenblicke stand Fräulein Brau» im Boskett in eifriger Unterhaltung mit Herrn Martini.
„Wie kannst Du nur so rücksichtslos und thö- richt sein?" flüsterte fie, auf seinen Arm gelehnt »nd mit verzücktem Blick zu seinem schwarzen Schnurrbart aufsehend. „Kannst Du denn nicht Geduld haben, Schatz?"
„Geduld!" wiederholte er, sie mit den Augen verschlingend. „Habe ich nicht Geduld genug gehabt? Habe ich nicht gethan, was Du gewünscht? Bin ich nicht fortgeblieben und habe ich mich nicht enthalten, Dir zu schreiben, weil Du mich darum batest?"
„Ja, ja, Du bist ein lieber, guter Junge!" sagte sie besänftigend. „Aber warum bist Du trotz alledem gekommen? Konntest Du nicht »och acht dis vierzehn Tage warten? Wir — Fräulein von Bärenfeld und ihr ganzer Anhang fiedeln bald nach der Residenz über und dann werden wir uns ja sehen."
Ich konnte nicht länger warten," entgegnete er fieberhaft. „Ich verging fast vor Sehnsucht, Dich in sehen, Dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Ach, Adelheid, wenn Du mich sehen könntest, wie lch ganze Stunden in meiner einsamen Stube vor
Deinem Bilde stehe und es betrachte! Adelheid, ich kann nicht länger warten, ich bin gekommen, Dir dies zu sagen! Du mußt mein Weib werden! Es geht mir jetzt sehr gut, man hat mein Gehalt erhöht und ich bin auf dem Wege, berühmt zu werden! Adelheid, ich kann und will nicht länger warten! Bestimme endlich den Tag unserer Hochzeit!"
Blaß bis zu den Lippen, allem immer noch heuchlerisch lächelnd, zog Adelheid sich von chm zurück.
„Welch' ein stürmischer feuriger Mensch er doch ist," murmelte sie zärtlich. „Ich glaube fast, er würde mich entführen und gewaltsam heiraten, wenn ich es zuließe. Sei ruhig," dabei streichelte sie mit katzenartiger Freundlichkeit seine Wangen, „Hobe nur noch einige wenige Wochen lang Geduld, Du mein liebster, bester Joses, und dann — nun dann — ich will nur nicht sagen, was dann geschehen wird. Aber Du darfst nicht länger bleiben — das Haus ist voll Menschen."
„Ich weiß es," sagte er verdrießlich. „Alles aufgeblasene Lasten, die sich an Deine Fersen hängen. O Adelheid, wie kannst Du nur so herzlos sein!"
„Unsinn, kein Mensch denkt an die arme Gesellschafterin. Aller Augen sind nur auf Fräulein von Bärenfeld gerichtet. Aber jetzt geh, Schatz, es wird spät und man könnte Dich sehen."
„Mögen fie mich sehen, was liegt mir daran! Es giebt hier nur einen Mann, den ich fürchte," agte er mürrisch. „Ein ungeschlachter- Bursche. Als ich das letzte Mal hier war, hatten wir einen Streit miteinander und ich möchte ihm nicht gern jegcgnen."
„Das war Adalbert Walter," erwiderte sie ruhig. „Er ist nicht mehr hier. Du brauchst eine
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