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WW für die gespaltene Mit SoNNllbeNd, 22. ApNl 1893.

»der deren Raum 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg. ' T

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte»,

sowie die Annoncen-Bureal« von Haasenstein u. Vogler in v_nnt _ , Frankfurt a. M., Caflel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII. SctthTQ. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. •) a

Daube u. Co. in Frankfmt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

utk Serin. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion und ExpedMm: aBartur#*

Nenbestellungm auf die „Oberhefsische Zeitung" für den Monat Mai werben von allen Postanstalten, Landbriefträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial • Expeditionen in Kirchhain, Neustadt, Wetter und Gladenbach entgegengenommen. Neuzugehende Abonnenten erhalten die „Ober­hessische Zeitung" bis zum 1. Mai unent­geltlich und ebenso wird allen neuzugehenden Abonnenten der vom 1. Mai ab gültige Sommerfahrplan nachgeliefert.

Die Exped. der „Oberhess. Ztg."

Aus Rom.

Tausende und Abertausende haben dem deutschen Kaiserpaare ihren herzlichen Gruß entgegengerufen, als es am Donnerstag Mittag seinen Einzug in die ewige Stadt hielt. Der Bahnhof, der weite Ver- fafiungsplatz vor demselben, die Via Nazionale bis zum Qutrinalpalaste, waren über und über mit Menschen gefüllt. Die Tribünen waren so besetzt, daß kein Apfel zur Erde fallen konnte, ebenso war es auf den Balkons, an den Fenstern, Hunderte hatten auf den Dächern Platz gefunden. Die Aus­schmückung des Bahnhofes und der Feststraße war einfacher, als 1888, aber doch recht geschmackvoll durch Bannermasten, Flaggen, Guirlanden, Ehren­pforten, Teppiche:c. Auf dem Bahnbofe war eine Ehrenwache aufgestellt und die gesamte italienische königsfamtlie harrte der kaiserlichen Gäste. König Humbert und Kronprinz Viktor Emanuel trugen die Uniform der Bockenheimer Husaren, deren Chef der König ist. Die Einfahrt des kaiserlichen Extrazuges wurde von stürmischen Evviva- und Hochrufen 6e- gleitet, während die Militärkapelle die deutsche National- hya ne intonierte. Die Begrüßung war eine außer­ordentlich herzliche, die Majestäten küßten und um­armten sich wiederholt. Nach der Abschreitung und dem Vorbeimarsch der Ehrenwache folgte die Vor­stellung der Gefolge nnd der zum Empfange An­wesenden, darunter der Premierminister Giolitti, Minister des Auswärtigen, Brin, der Bürgermeister von Rom 2c. Der Kaiser unterhielt sich namentlich mit dem Minister Brin, der im hörigen Jahre in Potsdam war, sehr fteundschaftlich. Der Einzug i der Majestäten durch die Via Nazionale, in welcher "''Militär Spalier bildete, erfolgte unter geradezu be­täubenden Zurufen, Unmassen von Blumen wurden

Aer Sieg -er Diebe.

Roman von I. v. vStich en

sRachdruck herboten.] (Fortsetzung.)

„Sie könnten Einladungen zur Jagd ergehen Wen."

.Ja, ja," stimmte Eva bei, die Augen einen Augenblick schließend, als Walter's Name genannt wurde. „Wir wollen die Vorhalle mit Gewehren spicken," setzte sie mit trockenem Lachen hinzu. „Was nützt es, Wild zu haben, wenn man es nicht schießt."

„Der arme Adalbert," murmelte Frau von Raabe, „er hätte bleiben sollen."

„Sprechen Sie nicht von ihm!" rief Eva aus, hielt einen Moment inne und setzte dann, indem sie rasch im Zimmer auf und ab zu gehen begann, hinzu: „Sie waren es ja, die mir ganz besonders riet, mich seiner zu entledigen. Aber reden wir nicht weiter von ihm, wir haben jetzt an wichtigere Sachen zu denken. Wir muffen das Haus mit Gästen füllen. Sie sollen unter den Bekannten die­jenigen wählen, an die wir Einladungen ergehen lassen werden."

„Fühlen Sie sich aber auch wirklich wohl genug, Kind?" fragte Frau von Raabe. „Sie sehen noch gar nicht kräftig aus, Eva. Cs ist etwas in Ihrem ganzen Wesen, was mir durchaus nicht gefällt"

„Wirklich sehr schmeichelhaft! Indessen, ich fühle mich ganz wohl und stark wie eine junge Löwin. Was nützt mir diese große Besitzung und all mein Geld, wenn ich mich nicht amüsieren kann? Ich brenne vor Begierde, mich zu zerstreuen! Ich will eine Menge Menschen um mich sehen und tanzen und fingen und — und mich meines Lebens

geworfen, die Kaiserin und der Kaiser kamen nicht aus dem fortgesetzten Danken heraus. Die Equipagen waren vierspännig, mit Lakaien. Bei der Anfahrt in den Quirinal wurde das Menscheugewoge so ge­waltig, daß man kaum noch vorwärts konnte. Die fürstlichen Herrschaften traten wiederholt auf den Balkon, um für die dargebrachten stürmischen Kund­gebungen ihren Tank auszusprechen. Nachdem noch die im Schlosse anwesenden Großwürdeuträgcr und Hofstaaten vorgestellt waren, zogen sich die Majestäten kurze Zeit zurück. In den nächsten Stunden wurden alsdann Besuche abgestattet bei den bereits an­wesenden fürstlichen Gästen 2c. Die Volksmenge tn den Straßen und in der Umgebung des Schlosses hielt inzwischen ununterbrochen Stand und brachte bei jeder Gelegenheit lebhafte Ovationen dar. Am späteren Nachmittage waren alle fürstlichen Herrschaften zur Tafel vereint. Das äußere Gepräge der Be­grüßung des deutschen Kaisers und seiner Gemahlin durch die römische Bevölkerung war ein noch herz­licheres als im Jahre 1888, irgend welche Störungs­versuche sind nicht vorgekommen oder wenigstens bis­her nicht bekannt geworden. Selten ist wohl eine Stadt so mit Menschen überfüllt gewesen, wie dies­mal Rom, in dessen meist engen Straßen kaum ein Durchkommen war. Ganz ohne leichte Verletzungen ist es in dem Trubel nicht abgegangen.

Die zweite Lesung des Wucher­gesetzentwurfs

hat weder in der Montag- noch in der Dienstag- Sitzung des Reichstages erledigt werden können. Am Montag war es der freisinnige Abgeordnete Dohm, der die Beschlußfähigkeit des Hauses anzweifelte und der dadurch die Abstimmung verhinderte, da nur 171 Abgeordnete anwesend waren. An der Dienstag- Sitzung aber nahmen 210 Mitglieder des Reichs­tags teil, unter diesen befanden sich nur 57 Gegner der Vorlage (Freisinnige, Volksparteiler und Sozial­demokraten) ; das Haus war demgemäß beschlußfähig. Als aber die namentliche Abstimmung vorgenommen werden sollte, entfernten sich unter Führung der Herren Richter und Rickert so viele Freunde des Wuchertums, daß nur noch 167 Abgeordnete int Hause blieben. Die Beschlußunfähigkeit des Reichs­tages wurde also durch die ohnehin spärlich anwe­senden Gegner der Wuchervorlage absichtlich herbei­geführt. Dieses neue Heldenstück der Demokratie ist bezeichnend. Vermag sie auf loyale Weise ihren Willen nicht durchsetzm, so schreckt sie vor Manipu-

Frau von Raabe war überrascht und besorgt und suchte abzuraten, allein Eva gab nicht nach. Wenige Wochen vorher war es so leicht gewesen, sie gutem Rate zugänglich zu machen, aber es war eine Veränderung eingetreten. Ihre Stimme klang ungeduldig und herrisch. Sie, die Betty hatte thun lassen, was ihr beliebte und nie eine Bemerkung gemacht hatte, wenn man sie warten ließ, war jetzt gebieterisch gegen ihre Leute und forderte augenblick­lichen Gehorsam.

Sie schien niemals Ruhe zu finden und kaum eine halbe Stunde lang derselben Meinung zu sein Sie befahl, daß der Wagen vorfahre, und wenn er vor der Thür hielt, erklärte sie, es sei zu heiß zum Ausfahren. Zuweilen schloß sie sich stundenlang in ihr Zimmer ein und kam selbst zum Diner nicht herunter. Zu anderen Zeiten ging sie in den Salon und befahl Adelheid, ihr etwas vorzuspielen, wäh­rend sie rastlos wie eine Tigerin in ihrem Käfig, im Zimmer auf und ab schritt, was Frau Merlin fast das Blut in den Adern erstarren machte. Aber in welcher Stimmung fie auch fein mochte, fie duldete keinen Widerspruch. Trotz allen Abratens wurden die Einladungen entsendet und da die Jagd von Bärenfelde als vorzüglich bekannt war und die Schloßherrin die reichste Erbin der Provinz, so war es selbstredend, daß die Einladungen auf das Bereit­willigste angenommen wurden.

„Das Haus wird vom Keller bis zum Boden gefüllt werden!" bemerkte Adelheid, ein wenig erschreckt von der Wandlung, welche in. Eva vorge­gangen war.

„Dann quartieren Sie einige auf dem Heuboden ein!" erwiderte diese.

„Und die Dienstboten?" murmelte Frau Mer­lin. „Die gegenwärtige Zahl, obgleich für unsere

lationen, die den Charakter der Lauterkeit wirklich nicht an sich tragen, keineswegs zurück. Noch die Dienstag-Abendblätter der freisinnigen Zeittmgen ver­wahrten sich gegen die „Unterstellung", die freisinnige Partei treibe gegenüber dem Wuchergesetzentwurf Ob­struktionspolitik, recht entrüstet; sie beriefen sich wieder einmal auf die Würde des Reichstages, der die An­nahme eines so weüttagenden Gesetzentwurfs durch ein beschlußunfähiges Haus zuwider sei. Was aber die Freisinnigen thatsächlich unter der Würde des Parlamentes verstehen, hat ihr letzter „Witz" aller Welt gezeigt. Die Wucherer und Gauner, die das neue Wuchergesetz treffen soll, werden sich fteilich ob des Verhaltens ihrer Freunde Glück wünschen; aber die Zuverlässigkeit der fteifinnigeu Partei, die nicht müde wird, sich der Regierung als „Stütze" anzu- preisen, hat durch das illoyale Manöver am Dienstag ein neues unreparierbares Loch bekommen. Im übrigen hat dieser Vorfall vielleicht das Gute, daß die Mehrheüsparteten im Reichstage dadurch zu einer Abänderung der Geschäftsordnung, die derartige un­würdige Erscheinungen verhindert, veranlaßt werden.

Deutsches Reich.

W. Ntrtin, 21. April. Unser Kaiser und unsere Kaiserin sind nach glücklicher Steife am Donnerstag Mittag wohlbehalten in Rom angekommen und vom Könige Humbert und der Königin Margarethe auf das Herzlichste empfangen worden. Beim Ein­züge zum Quirinalpalaste durch die festlich geschmückte Via Nazionale begrüßte eine nach Tausenden zählende Volksmenge die Majestäten mit lauten Hochrufen; auch vor dem Quirinalpalaste fanden stürmische Volks­kundgebungen statt. Militär bildete Spalier. Eine offizielle Kundgebung im „Deutschen Reichsanzeiger", zur Kaiscrreise, welche die Glückwünsche der deutschen Nation zur Silberhochzeit des Königspaares über­mittelt und die zwischen beiden Staaten bestehenden freundschaftlichen Beziehungen betont, ist in Rom mit lautem Beifall ausgenommen. — Die Militär - kommission des Reichstages tritt heute, Freitag, wieder zusammen, um den Bericht des Abg. Grveber, wie bekannt, eutgegenzunehmen. Es ist das selbstredend nur eine Formalität zum offiziellen Ab­schluß der Kommissionsarbeit, die nur eine kurze Zeit in Anspruch nehmen wird. Was die verttaulichen Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und dem Zenttumsführer Freiherrn v. Huene bettifft, so sollen dieselben gescheitert sein, ttotzdem Herr v. Huene sich zu weiteren Konzessionen bereit erklärte, als s. Z.

Bedürfnisse ausreichend, würde kaum groß genug sein —"

„Dann mieten Sie Andere!" befahl Eva.

So wurde denn ein Koch und ein Dutzend an­derer Bediente und Hausmädchen aus der Residenz verschrieben.

Frau von Raabe, welche die Wahl der Gäste übernommen hatte, entledigte sich ihrer Aufgabe mit großer Sorgfalt und Umsicht. Alle Leute von Aus­zeichnung waren geladen, und auch mehrere andere Personen, welche zwar nicht besonders bemerkens­wert waren, die aber, wie Frau von Raabe sagte, unter keinen Umständen übergangen werden durften.

Herr von Dürrenstein, obgleich ein so naher Nachbar, war trotzdem unter den Logiergästen mit inbegriffen; denn seltsamerweise traf es sich gerade so, daß um diese Zeit große, bauliche Veränderungen in seinem Hause vorgenommen werden mußten, und da er auf diese Weise obdachlos geworden, wie Adel­heid sagte, so war es nur ein Akt allgemeiner Menschenliebe, ihm ein Obdach im Schlosse an- zubieten.

Eva lachte gleichgilttg, als fein Name genannt wurde. „Laden Sie ein, wen Sie wollen," sagte sie. „Je mehr, je besser."

Am ersten Abend waren zweiunddreißig Gäste zum Diner versammelt und man erwartete noch mehr. Alle waren überrascht von Eva's blendender Schönheit. Sie hatte nje eine besondere Vorliebe für Putz und Schmuck gehabt, und die Einfachheit ihrer Kleidung war oftmals der Gegenstand ver­schiedener Bemerkungen gewesen. Aber heute, am ersten Abend, erschien fie in einer äußerst pracht­vollen Toilette, welche noch durch den BärenfeÜ>'sche» Familienschmuck, den fie angelegt hatte, gehoben wurde. Tie funkelnden Steine blitzten an dem kost-

Herr v. Bennigsen. In irgend einem Punkte wird es wohl mit der Richtigkeit dieser Meldung hapern, denn wenn der Abg. v. Huene wirklich so viel, wie behauptet, geboten, würde Graf Caprivi kaum rund­weg „Nein" gesagt haben. — Der „W. N. Fr. Pr." zufolge ist bte Antwort der russischen Regierung auf die deutschen Vorschläge dieser Tage in Berlin eingetroffen. Sie soll ziemlich un- beftimmt lauten und die deutschen Forderungen nicht in allen Punkten erschöpfen. Die schriftlich geführten Verhandlungen dürsten noch einen längeren Zeitraum beanspruchen. Der Abschluß des Handels-Verttages ist kaum vor Beginn des Herbstes zu erwarten. — Ein großes wissenschaftliches Unter­nehmen ist, wie verlautet, in Berliner wissen­schaftlichen Kreisen in der Bildung begriffen, das sich die Aufgabe stellt, die Ergebnisse der bisherigen Einzelerforschungen in Deutsch-Ostaftika und den au- grenzenden Ländern zu einem Gesamtbilde zu ver­einigen. Wissenschaftliche Größen ersten Ranges find Mitarbeiter an dem Unternehmen. — Nach dem „MM. Wochenbl." haben bei einem Regiment sämt­liche Stabsoffiziere den Abschied er­halten. Es ist dies das rhein. Fuß - Art. - Reg. Nr. 8 in Metz, bei welchem sowohl den beiden Bataillonskommandeuren Majors v. Falkowski und v. Kronhelm, wie auch dem etatsmäßigen Stabs­offizier Major Schwartzkopff unter dem 18. d. M. der Abschied bewilligt worden ist. — Heber den Ge­sundheitszustand des Fürsten Bismarck waren am Donnerstag im Reichstage ungünstige Nachrichten verbreitet. Wie indessen aus Friedrichsruh gemeldet wirb, hatte der Fürst nur unter der in den letzten Tagenso rauhen Witterung etwaszuleiden. DerZustand ist nicht besorgniserregend. — Die deutsche Gesandt­schaft in W ash in gto n ist zu einer Botschaft erhoben. — Wie die „Post" mitteilt, hat die sozialdemokratische Partei die Unterstützung desAhlwardt-Antrages abgelehnt. Danach ist es zweifelhaft, ob der An­trag überhaupt eingebracht werden tarnt. — Nach der „Freis. Ztg." hat der Präsident v. Levetzow dem heute während der Sitzung an ihn herantretende» Abg. Ahlwardt folgendes erklärt: Da Sie bisher stets Alles, was ich mst Ihnen besprochen, falsch wiedergegebeu haben, so lehne ich es ab, noch anders mit Ihnen zu sprechen, als in Gegenwart von zwei Schriftführern als Ohrenzeugen. Unter dem Beisein von zwei Schriftführern fand dann eine kurze Be­sprechung des Präsidenten mit Ahlwardt statt. — Gegen den Genossen Ahlwardts, Schwennhagen, ist wegen verleumderischer Beleidigung von Staats­

baren Kleid von indischem Musselin und chinesischer Seide und in den reichen Flechten ihres schönen Haares Aber so hell die Brillanten auch leudbteten und glänzten, wurden sie doch von dem Glanze ihrer wunderbar schönen Augen überstrahlt.

Mit hoheitsvoller Anmut und dennoch mädchen­hafter Lieblichkeit begrüßte sie ihre Gäste und zuletzt auch Dürrenstein. Sie hatte ihn nicht wiederge­sehen seit jenem Tage, wo sie ihn fast auf den Knieen um Gnade für Adalbert Walter gebeten. In diesem Augenblick aber stand die Scene wie ein gespenstisches Traumbild wiederum vor ihren Augen.

Aber Türrenstein, dessen dunkles Gesicht sich in ein ehrerbietiges Lächeln gezwungen hatte, beugte sich über ihre Hand, als wenn nie etwas derartiges geschehen wäre. Er war mit der äußersten Sorg» falt gekleidet und auch er trug Brillanten.

Als er ihre Hand hielt, erinnerte sich Eva jener kleinen Gesellschaft bei Frau von Raabe, und wie seine Diamantknöpfe sie wie ebenso viele Augen gebannt hatten, und sie schaudette leicht, aber seine sanfte, einschmeichelnde Stimme rief sie wieder zu sich selbst zurück.

„Wie freue ich mich, Sie wieder fo völlig her- gestellt zu sehen, gnädiges Fräulein," sagte Dürren- stein.

Sie lachte und senkte die Lider.

„Ja, ich bin wieder ganz gesund," erwidette sie, und ihm ihre Hand entziehend, wendete fie fich anderen Gästen zu.

Das Diner verlief, wie alle dergleichen Zere- monien zu verlausen pflegen. Dürrenstein saß am' unteren Ende der Tafel, Eva fast gerade gegenüber, aber fo lange die Tafel auch währte, feine Augen und die diamantenen Hemdenknöpfe schienen die Wirtin des Hauses unter einem drückenden Banne zu halten.