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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

DnNk Mtb »erleg: Joh^Sug. Koch, MiverMtS^Buchdnlckerei in Marburg. C^ff**«-^***^» Vercmtwortlicher Redakteur: Christoph RautenbauS in Marburg.

Redaktiou unb Expedition: Markt 2L Redaktion und Expedition: Markt 21.

Jti 68.

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Soun- und Feiertagen.Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exll. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltene Zeile oder bereit Raum 10 Pfg., Reklamen Mir die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 21. März 1893.

Anzeigen nimmt entgegen die Expeoirion dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein tu Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Men; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfmt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVIII. Jahrg.

Der letzte Kampf um die Heeres- organisation.

Seit der Wiedererrichtung des deutschen Reiches, die wir dem unter der Führung großer Männer ge­einten Volke in Waffen verdanken, hat es in regel­mäßigen Zwischenräumen zwischen der Reichsregierung und dem Reichstage so manchen lebhaften Kampf um die Verstärkung und Vervollkommnung unserer Wehr­kraft gegeben. Bald waren die Gegensätze schärfer, bald waren sie milder, zum Teil gelang eine Ver­ständigung nach langen fruchtlosen Erörterungen, zum Teil mußte eine Auflösung des Reichstages Klarheit in die Verhältnisse bringen. Viele Sorgen und viele Aufregung sind mit diesen militärischen Streitigkeiten verbunden gewesen; aus dem Reichstage ist stets und ständig auf den Kostenpunkt hingewiesen, die Reichsregierung hat die Notwendigkeit einer Er­höhung der Wehrkraft im Interesse der Sicherheit des deutschen Reiches, der deutschen Bürger und ihrer Arbeit in den Vordergrund gestellt. Es ist nicht zu leugnen, daß die Mlitärlasten schwer geworden find, bei uns nicht blos, sondern bei allen europäischen Nationen, es ist aber auch nicht zu leugne», daß diese Unkosten fich für uns insofern bewährt haben, als der Friede uns ohne Schwanken erhalten blieb. Seit geraumer Zeit find auch die Alarmgerüchte, die dem wirtschaftlichen Leben so viel schadeten, verstummt, und der ruhige und arbeitsame Bürger hat heute keinerlei Anlaß, sich wegen der hohen europäischen Politik irgend welche Gedanken zu machen. Inden langen Jahren, welche seit dem letzten großen Kriege vergangen find, haben fich anch die Anschauungen über Kriegstüchtigkeit, Ausrüstung und Ausbildung der Armee in Einzelheiten wesentlich geändert, und fie mußten fich ändern, als für einen künftigen Kriegs­fall Truppenmassen in Betracht kamen, wie man sie früher kaum für möglich gehalten hatte. Die deutsche Armee, die 1870/71 fich als die beste von Emopa erwies, ist auch heute noch die erste und würde das in einer ernsten Stunde gewiß von Neuem erweisen. Aber wir dürfen unsere Augen nicht vor der That- sache verschließen, daß auch andere Staaten, in erster Reihe unsere Nachbarn, ganz gewaltige Anstrengungen gemacht haben, welche einen schnellen Krieg und Sieg ausschließen. Insbesondere ist das, was Frankreich feit dem letzten Kriege geleistet hat, in Wahrheit be­wunderungswürdig, und der Abstand zwischen der Armee des napoleonffchen Kaisertums und der fran- zöfischen Republik ist ein ungeheurer. Die deutsche Mlitärverwaltung, welche mit schmfer Aufmerksamkeit

den Rüstungen in den Nachbarländern gefolgt ist, hat heute die Ueberzeugung, daß das deutsche Waffen­kleid nicht mehr die Stärke besitzt, welche erforderlich ist, um uns einen weiteren Frieden und erforderlichen Falls einen vollen Sieg in einem europäischen Kriege zu sichern. Hatte fie diese Ueberzeugung, so war es selbstverständlich, daß sie mit Abänderungsvorschlägen hervortrat, und eben diese sind in der neuen Militärvorlage ntedergelegt. Die neue Vorlage will die in der Umwandlung begriffene deutsche Heeresorganisation krönen und eine Grundlage schaffen, welche für die absehbare Zukunft maßgebend sein soll. Darum kann man mit Recht sagen, daß jetzt der letzte Kampf um unsere Heeresorganisation zwischen Reichsregierung und Reichstag geführt wird und weil dieser Kampf der letzte ist, weil sein Objeft die größeste Aenderung darstellt, welche bisher in der deutschen Armeeentwicklung stattgefunden hat, darum wird er auch der heißeste sein. Die Reichsregierung er­achtet eine sehr erhebliche Verstärkung der Armee für geboten; sie erkennt aber auch, daß diese Verstärkung unter Beibehaltung der dreijährigen Dienstzeit, wie sie bisher üblich war, so erhebliche Opfer fordern würde, daß das deutsche Reich dieselben nicht ohne schweren Schaden für seinen Nationalwohlstand längere Zeit würde tragen können. Darum ist als Gegen­leistung der Reichsregterung die Einführung der zwet- jähttgen Dienstzeit für die Infanterie angeboten worden. Aber auch so find die jährlichen Mehrkosten noch recht bedeutende und die Abneigung der Mehrheit des Reichstages gegen die wachsenden Militärlasten ver­schärft fich noch dadurch, daß wir eine schwere wirt­schaftliche Krifis, welche Handel und Wandel so großen Schaden zugefügt hat, bei Weitem nicht überwunden haben. Es find bereits Versuche gemacht worden, eine Verständigung zwischen Reichsregiment und Volks- vettretung herbeizuführen, es ist unternommen, den sich so weit trennenden Standpunkt zu versöhnen, da thatsächlich nirgendwo eine besonders große Neigung besteht, den letzten Kampf um unsere Heeresorganisatton in einem schweren Konflitt auSarten zu sehen, aber alle diese Besuche find ohne jeden Erfolg bis zur Stunde geblieben. Die Militärkommisfion des Reichstages hat ihre Arbeiten beendet, aber das Resultat der wochenlangen Erörterungen ist nichts, rein gar nichts. In etwa einem Monat werden die weiteren Ver­handlungen im Reichstage selbst folgen und diese werden die Entscheidung bringen. Nach Allem, was Reichs­kanzler Graf Caprivi in dm letzten Sitzungen der Militärkommission dargelegt hat, hält er es vom milttärischen Standpunkt aus für absolut unmöglich,

Der Sieg der Liebe.

Roman von & v, Böttcher;

I Nachdruck verboten^ (Fortsetzung;)

Ehe er dar freiwillig thäte," fuhr er fort, ließe er sich lieber die rechte Hand abhauen! Nein! Wollte Gott, es wäre so! Ich würde den ange­botenen Frieden angenommen haben, ja, ich würde es! Aber die Entschuldigung, die schönen Worte galten nicht mir, sondern Ihnen! Es geschah, um Ihre Gunst zu gewinnen, daß er sich vor mir in den Staub erniedrigte, vor mir Adalbert Walter."

Warum sollte er so erbittert gegen Sie sein?" fragte fie ernst und kalt.Herr von Dürrenstein ist ein Edelmann"

Und ich nur ein Dienender. Nein/ unter­brach er sich hastig,das nicht! Das meine ich nicht; denn ich will lieber Ihr Diener sein, als ein Fürst. Ach, lassen Sie uns nicht von ihm sprechen, gnädiges Fräulein. Sehen Sie, wie schön der Abmd ist, wie blau die Hügel geworden sind, und wenn wir an den Fluß kommen, wohin wir reiten, dar heißt, wenn Sie nicht anders befehlen/ schaltete er mit plötzlicher Demut ein,wird er wie Gold in der Sonne glänzm, und die Fische werden hin und wieder aus dem Wasser in die Höhe springen, und die Vögel zwttschern und fingen und die ganze Natur, fie wird uns so wonnig erscheinen, als wolle fie sagen: Gute Nacht, glücklicher Tag, sage deinem Bruder Morgen', daß er fich beeile, zu kommen."

Sein Geficht glänzte in dichterischem Feuer, seine Stagen leuchteten und Eva sah ihn mit verwunderten Blicken an, während seine Worte in ihrem Herzm ein Echo hervorriefen.

Verzeihung, gnädiges Fräulein," sagte er, ihren

Blick auffangend und errötend.Ich wollte nur sagen, daß es ein zu schöner Abend sei, um von den Streitigkeiten und Zwisten die Menschen zu sprechen. Ich denke, die Welt ist zu etwas Besserem geschaffen. Sitzen Sie bequem?" er beugte sich vor und zog die Zügel fester durch die Finger,so, das ist besser! Sehen Sie, hier sind wir auf dem Späher- Hügel/ sagte er, fein Pferd anhaltend.

Auch Eva hielt an und sah sich um. Sie hatten den Gipfel einer kleinen Anhöhe erreicht, von welcher man die Aussicht auf Bärenfelde und Dürrenstein hatte.

Wie schön!" rief sie. Warum bin ich nicht früher hierher gekommen?"

Vermutlich weil niemand daran gedacht hat, Sie hierher zu führen, gnädiges Fräulein."

Niemand, außer Ihnen," sagte sie zerstreut.

Eine helle Röte überzog sein Geficht, und er blickte fie an, allein sie schien fich der Bedeutung dessen, was sie gesagt hatte, nicht bewußt zu sein.

Ich nenne es dm Späher-Hügel," sagte er, weil ich oft hierher komme, wenn Landstreicher fich in der Gegend Herumtreiben. Die armen Burschen rauchen und zünden hin und wieder auch ein Feuer an, und das ist gefährlich. Von diesem Punkte aus kann ich fie beobachten. Ich habe mein Fernglas hier versteckt, damtt ich die Mühe spare, es zu tragen." Er lachte, stieg ab, hob einen Stein auf und zog aus der Höhlung unter demselben ein Teleskop hervor.

Neben ihrem Pferde stehend, war et bemüht, da« Glas für fie zu stellm als er einen Auf­ruf der Erstaunens ausstieß, das Glas absetzte und fie mit seltsamem Ausdruck ansah

Eva blickte voll Erstaunm auf ihn herab.

Was habm Sie?" fragte sie.

an der Militärvorlage, wie sie die Reichsregierung eingebracht hat, wesentliche Abstriche vorzunehmen. Die verbündeten Regierungm bettachten das Gesetz als ein geordnetes, unantastbares Ganzes, das seinen Zweck verfehlt, wenn an Einzelheiten gerüttelt wird. Der Reichskanzler ist Fachmann und es ist daher selbstverständlich, daß seine Darlegungen, wie seine Haltung in dieser Frage wirklich seiner festen Ueber­zeugung mtsprechen und es ihm nicht darum zu thnn ist, einen weitteichenden Verfassungskonflitt herbeizn- führen. Auf der anderen Seite steht die Ueberzeugung des Reichstages, daß die Forderungen der Vorlagen zu weit gehen. Wesentlich auf dem Standpuntte der Militärvorlage steht nur die konservative Partei, denn auch die von dem nattonal-lieberalen Patteiführer, dem Abg. von Bennigsen, angebotme hohe Armeever- stärkung ist von dem Reichskanzler Grafen Capttvi nicht für genügend unter den obwaltenden Umständen erklätt wordm. Es ist wahrscheinlich, das das Plenum des Reichstages zu keinen anderen Beschlüssen kommen wird, als heute die Kommission und dann wttd ent­weder der Reichstag aufgelöst oder die Frage unter strenger Durchführung der dreijährigen Dienstzeit ver­tagt. Einmal wttd man sich aber doch in irgend einer Weise verständigen müssen.

Deutsches Reich.

W. erlitt, 20. März. Unser Kaiser hielt Frtttag in Potsdam eine Trnppenbestchttgnng ab. Sonnabend besuchte der Monarch das Atelier des Professor Begas, empfing später den Professor Rasch­dorff und wohnte dann dm Offizier-Reitsttmden- Besichttgnngm beim Garde-Kürasfier-Regiment und bei den ersten beiden Gardedragoner-Regimentem bei. Am Sonntag besuchten beide Majestätm den Gottes­dienst in der Dom-Jntettmskttche und sahen zur Tafel eine Anzahl hochgestellter Personen bei sich. Am Nachmittage wurde eine Spazierfahtt unter­nommen. Die von uns sofort als unbegründet erklärte Meldung, Prinz Heinrich von Preußen werde nach Berlin überfiedeln, um seinen kaiserlichen Bruder bei den Repräsentatttnspflichten zu entlasten, wird jetzt auch offiziell für erfunden bezeichnet. Der Kaiser wird fich in den nächsten Tagen noch einmal von Berlin nach dem Jüterboger Schieß­platz begeben, um dort einem Versuchsschießen beizu­wohnen. Es soll nämlich an eisernen Panzerplatten von ungewöhnlicher Schwere, welche auf Marmor­blöcken und Eisenstäbm ruhen, die Durchschlagskraft der Geschosse erprobt werden. 300 Meter von dem

Er schwieg einen Augenblick, und ein finsterer Schatten des Unmutes unb der Bestürzung überflog seine Züge.

Erinnern Sie fich des Morgens, wo Sie mit den Ponnies ausfuhren?" fragte er.

Ja," sagte Eva.Wie sollte ich jenen Morgen vergessen haben?"

Ich meine, ob Sie sich dessen noch erinnern, daß ich sagte, eine junge Dame, hinter einer Urne versteckt, beobachte uns."

Fräulein Braun! Das war lächerlich," sagte fie

Er zog die Brauen zusammen und schüttelte den Kopf.

Vielleicht war es lächerlich," sagte er,aber es war wahr. Sie beobachtet uns auch jetzt," und mtt beftemdendem Ernst reichte er ihr das Fernglas.

Eva nahm das Glas mit ungläubigem Lächeln und wollte es zu ihren Augen erheben, als Adalbert rasch sagte:Halt!" und die Pferde hinter eine Baumgruppe führte-

Jetzt können Sie sehen, gnädiges Fräulein!" sagte er.

Warum thaten Sie das?" fragte Eva.

Weil Sie so sehen tonnen, ohne gesehen zu werden"

Es ist zu lächerlich!" rief Eva; aber fie sah durch das Glas, und wie e« dem schönen Geschlecht fast immer zu gehen pflegt, startte fie in die blaue Lust.

Ich kann nichts sehm!" klagte fie.Ich habe nie, weder durch Teleskope noch Mikroflope etwas sehen können ah!" unterbrach sie sich; benn bei bem Hin- und Herfahren mtt dem Glase hatte fie zufällig den Augenpuntt des Schlosse« gefunden, und dort auf der Terrasse stand, wie er gesagt hatte, Adelheid Braun, ein Teleskop in der Hand.

Ziele entfernt, wttd für den Kaiser, zwecks eigener Beobachtung, ein Sicherhtttsstand erttchtet. Der kommandierende General des preußischen Garbekorps, General der Infanterie, Frttherr vonMeerscheidt- Hüllessem, der gegenwärtig im 68. Lebensjahre steht, feiert in diesen Tagen sein 50jähriges Dienst- Jubiläum. Der kommandierende General von Albedyll in Münster, früher Chef des kaiserlichen Militärkabinetts in Berlin, soll sein Entlaffungsgesnch eingereicht haben. Die von derKöln. Ztg." unter wiederholten heftigen Angriffen auf den Finanz­minister Dr. Miquel gebrachte Behauptung, der Minister sei für die von ben Mittelparteien bekämpfte Gestaltung des neuen preußischen Wahlgesetzes ver­antwortlich, wttd von dem leitenden nationalliberalen Blatte in Berlin, sowie von der konservativenKrenzztg." entschieden bestritten. DieKöln. Ztg." hat wohl tüchtig znhanen wollm, scheint aber doch stark daneben gehauen zu habm. Die Begräbnisstätte der Märzkämpfer au8 dem Jahre 1848 im Berliner Fttedrichshain war auch Sonntag noch stark von Schaulustigen und Kranzspendern besucht. Einige wenige Schutzleute genügten aber, um die Ordnung tat vollsten Umfange aufrecht zu erhalten. Der Abg. von Bülow (WandSbeck) hat mit Unterstützung zahlreicher anderer Mitglieder zu der Denkschrift über die gegen die Cholera in Preußen 1892 getroffenen Maßregeln dm Anttag eingebracht, daS Hans der Abgeordneten wolle beschließen, die Königliche Staats- regiernng anfzufordem 1. Ermittelungen über die durch die Bekämpfung der Cholera im Jahre 1892 entstandenen Kosten anzustellen, und das Ergebnis dem Haufe der Abgeordneten ta einer Nachweisung vorzulegen, und 2. dabei mitzuteilm, welche dieser Kosten die Kgl. Staatsregiernng auf Landespolizei­fonds zu übernehmen geben#. Die Militär­kommission des Reichstags, die am Donnerstag die zwette Lesung der Vorlage begann, hat am Frtttag btt der Schlußabstimmung sowohl die ge­stellten Abänderungsanträge, wie die Regierungs­vorlage selbst und zwar letztere gegen 6 Stimmen verworfen. Hiermit ist die Arbeit der Kommisfion bis auf Fertigstellung des dem Abg. Gröber (Zentt.) übertragenen schriftlichen Bettchts beendigt. Die Verlesung soll nach Ostern, zwischen dem 14. und 17. April, erfolgen. In der Verhandlung war be­sonders bemerkenswett die Rede des Abg. v. Bennigsen, der einen Ausglttch mit dem Reichskanzler für un­möglich erklätte, wenn die Militärverwaltung auf ihrem Standpunkt beharrte, die Wahlaussichten ziemlich düster malte und feine alte Forderung, daß ein bet»

Das Glas brachte die Späherin ihrem Auge so nahe, baß Eva in ihrem Schreck basselbe fast hätte fallen lassen, sie saß regungslos, halb blaß, halb rot werbenb; bann aber erhellten sich ihre Züge unb sie lachte, als sie auf ihn herabsah, ber ernst unb nachbenklich an seinen Sattel gelehnt bafianb.

Das ist Fräulein Braun," sagte fie,unb fie sieht nach dieser Richtung hin; und woher wissen Sie, baß sie uns beobachtet?"

Er erwiderte kttn Wort, sondern sprang auf sein Pferd unb gab ihr ein Zeichen, weiter zu reiten. Sie umritten ein kleines Gebüsch unb waren eine Weile außer Sicht von ber Terrasse au«, bann bog er kurz nach rechts ein nnb fie traten auf eine zweite Lichtung heraus.

"Jetzt/ sagte er, ihr bas Glas wieber reichmb.

Eva's Augen suchten einen Augenblick, bann hatten fie ben Augenpunkt gefunben unb sahen fest hm.

Abelheib war noch auf ber Terrasse und schien nach etwas mit ihrem Glase zu suchen, bann war es, als habe sie sie entbedt; benn bas Glas blieb eine Sekunde ruhig, aber in ber nächsten, wie von einem Uhrwerk bewegt, so erschim es wenigstens aus ber Entfernung, setzte fie bas Glas ab unb zog sich hinter eine Säule zurück.

Eva war überrascht unb einigermaßen bestürzt.

Nun," fragte er lächelnd.

Ich weiß nicht, was ich bazu fagm soll. E» scheint Unfinn! Sie könnte eben so gut sagen, baß wir fie beobachten/ setzte fie hinzu.

Es lag eine solche Traurigkeit in ihrem Tone, solch' eine Bangigkeit plötzlich aufsteigenden Zwei­fels, baß er fich Vorwürfe machte, über die Sache gesprochen zu haben.

Da« könnte fie," stimmte er bei, indem er ihr