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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhai«.
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Marburg,
Sonnabend, 18. März 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Amioncen-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.
Die Militärkommission des Reichstags beriet am Donnerstag die Vorlage in zweiter Lesung. Abg. v. Bennigsen (natl.) beantragte, die Friedensstärke der Armee an Mannschaften auf 462 000 Mann festzusetzen, während die Regierungsvorlage 492 068 Mann will. Abg. Lieber (Ztr.) beantragte, die Friedensstärke der Armee an Mannschaften auf nur 420031 Mann festzusetzen. Zu diesen Anträgen gab Reichskanzler Graf Caprivi eine Erklärung ab, aus der hervorgeht, daß dieselben der Heeresverwaltung nicht genügen. Die Erklärung lautet: „Indem der Antrag Lieber auf dem Boden der jetzigen Friedeuspräsenzstärke bleibe, negiere er die in den Motiven zur Vorlage von den verbündeten Regierungen als Zweck hingestellte, volle Ausnutzung der nationalen Wehrkraft". Der Antrag v. Bennigsen acceptiert dieses Ziel. Ueber diejenigen Bestimmungen, in welchen er für die angefochtenen Worte des § 1 der Regierungsvorlage „im Allgemeinen" und „liegt die Voraussetzung zu Gnmde", eine andere bestimmtere Fassung suche, würden die Regierungen fich erst schlüssig machen können, wenn sich übersehen lasse, ob und welche Form das Gesetz tat Ganzen bekäme. An der ver- fassungsmäßigcn Grundlage unserer Dienstpflicht dürfe nicht gerüttelt werden. Der militärische Teil des Antrags Bennigsen sei dagegen zn einer Verständigung nicht geeignet. Die Militärverwaltung habe die von innen heraus aufgebauten Forderungen in drei Gruppen geteilt: I. Ausgleichsmaßregeln für die zweijährige Dienstzeit, II. Neuformationen, HL sonstige Verstärkungen. Die verbündeten Regierungen hätten eine fertige Organisation vorgelegt und man biete ihnen eine Zahl, noch dazu eine völlig ungenügende. Nicht ohne Bedenken hätten die verbündeten Regierungen sich entschlossen, auf die zweijährige Dienstzeit einzugehen. Sie thaten das nur unter der Voraussetzung, daß ihnen die Mittel gegeben werden, die Nachteile dieser verkürzten Dienstzeit unschädlich zu machen. Jetzt biete Abg. v. Bennigsen weniger, als dazu nötig, und wolle der Militärverwaltung überlassen, damit ausznkommen. Das sei unmöglich, ohne jede Konzessionen keine zweijährige Dienstzeit. Abg. v. Bennigsen empfehle Haushalten und Sparsamkeit, das sei schön nnd gewiß oft zu beherzigen; hier handele es sich aber um ganz bestimmte Bedürfnisse, deren Maß nicht herabgesetzt werden könne, wenn die zweijährige Dienstzeit überhaupt ermöglicht werden solle. Man möge die übrigen, mit der zweijährigen Dienstzeit nicht zusammenhängenden Forderungen bemängeln, die Militärverwaltung habe fie so motiviert »nd werde
Der Sieg -er Liebe.
Roman von 3^ w BSttcheii
iNachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Adalbert zog den Hut und ritt weiter.
Evas Geftcht war eine Studie, aber fie sagte kein Wort.
„Ich muß gestehen, das war wirklich großmütig," rief Adelheid lachend. „Das war die Handlungsweise eines wahren Edelmannes; ich bin überzeugt, Sie fühlen sich jetzt erleichtert, Herr Baron."
„Weit bester," erwiderte er. „Es ist ein unbehagliches Gefühl, jemand beleidigt zu haben und nicht imstande zu fein, Abbitte zu thun. Ueberdies ist er von Herzen kein schlechter Mensch."
„ES ist die Pflicht der Höheren, ihren Untergebenen ein Beispiel christlicher Langmut und Vergebung zu geben," sagte Frau Merlin salbungsvoll.
„Sehr wahr, verehrte Frau," veisicherte Dürrenstein achtungsvoll. „Wenn etwas zu meiner Befriedigung beitragen konnte, so ist es Ihre Billigung meines Betragens."
Sie betraten jetzt den Park und Dürrensteins Benehmen wurde womöglich noch achtungsvoller und einnehmender, als er fie auf die verschiedenen an- ziehenden Punkte aufmerksam machte.
„ES ist eine ärmliche Besitzung im Vergleich zu Bärenfelde," sagte er mit einem Lächeln zu Eva, „eine ärmliche Besitzung, aber mein Eigentum."
Die Auffahrt führte in einem Halbkreise zum Hause, einem modernen Gebäude in gefälligem Stile, aber, wie er auch schon inbezug auf den Park bemerkt hatte, ärmlich im Vergleich mit dem Schlöffe. Die Treibhäuser waren inbeffen sehr ausgedehnt und bewunderungswürdig gepflegt, io daß Eva, froh, etwa« besser finden zu können, als zu Haufe, die-
>arin fortfahren, man möge doch zeigen, wo Spar- amkeit geübt werden könne, bisher sei das nicht genügen. Es sei willkürlich, wenn die Eisenbahn- ormattonen gewährt werden sollten, Fußartillerie und Pioniere aber nicht. Die immer wiederholte Ermahnung an die Regierung, fie möge die Kosten und Lasten bedenken, sei nahezu verletzend. Eine Regierung, die das nicht thne, würde ihre Pflicht erabsäumen. Es sei im vorliegenden Falle die inauzielle Frage von Seiten der verbündeten Regierungen aufs Eingehendste erwogen. Billige man deren, übrigens noch gar nicht ernstlich geprüfte inauzielle Vorschläge nicht, so wären die Regierungen auch anderen nicht unzugänglich. Ueber die preußischen Finanzen habe er (der Reichskanzler) nicht zu urteilen, aber fie wären sicherlich kein Hindemis für die Dmch- ührnng der Militärvorlage. In bezug auf die vom Abg. v. Bennigsen erwähnte wirtschaftliche Depression müsse er sagen, daß ihm von sehr verschiedenen Seiten der Wunsch ausgesprochen sei: wenn nur die Militärvorlage erst durchgegangen wäre; Handel und Wandel zeigten zahlreiche Spuren beginnenden Aufschwungs, die unter der Unficherhest über das Schicksal der Vorlage litten.
Die Weiterberatung wurde alsdann bis Freitag vertagt. Nach den heutigen Erklärungen des Reichskanzlers gilt es als zweifellos, daß die zweiteBeratung der Militärvorlage ebenfalls mit einem völlig negativen Resultat abschließen und sich eine Reichstagsauflösnng schließlich nicht vermeiden lassen wird.
Deutsches Reich.
W. Werkin, 17. März. Am Mittwoch Abend entsprach der Kaiser einer Einladung des kommandierenden Generals Frhrn. v. Meerscheidt-HMeffem, anläßlich dessen 50jährigen Dienstjubiläums, zur Tafel, zu der auch Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der Erbgroßherzog von Baden und der Erb- irinz von Meiningen geladen waren. Am Donnerstag Vormittag unternahmen die kaiserlichen Majestäten eine gemeinsame Spazierfahrt nach dem Tiergarten. Im Schlosse arbeitete der Kaiser sodann mit dem Kriegsminister von Kaltenborn und dem Chef des Militärkabinetts. — Der Bundesrat des deutschen Reiches hielt am Donnerstag in Berlin eine Plenarsitzung ab. Die Vorlagen betr. die Verlängerung der provisorischen Handelsvertragsvereinbarungen mit Spanien und Rumänien bis Ende d.J. wurden ge-
selben ungemein lobte. Den Gärtner, welcher kam, um die Herrschaften umher zu führen, schickte Dürrenstein wieder fort.
„Ich kann es nicht zugeben, daß jemand an dem Vergnügen teilhabe, welches mir Ihr Besuch bereitet," sagte er leise zu Eva, indem er fie durch die Häuser führte und die schönsten und seltenstm Blumen zu einem Bouquet für fie pflückte.
Adelheid erging sich in den überschwänglichsten Lobeserhebungen und hielt geschickt Frau Merlin außer Hörweite von den beiden anbem.
Plötzlich kamen fie zu ber Thür, welche in bas Haus führte, unb natürlich mußte Abelheib einen Blick hineinwerfen. Es war ein kleines Bibliothekoder Speisezimmer, was von beiden, war schwer zu bestimmen; denn obgleich Bücherschränke an den Wänden standen, befand fich darin auch ein Buffet, beladen mit Silbergeschirr unb zierlichen, kostbaren antiken Gegenstänben. Das Zimmer war im Rokokostil eingerichtet unb bildete eine passende Aussicht von dem Orchideenhause aus.
„Welch entzückendes Zimmer!" rief sie aus.
„Aber, liebstes Fräulein Braun!" murmelte Frau Merlin vorwurfsvoll.
„Wie, ist es unschicklich, Herrn von Dürrensteins Zimmer ebenso wie seine Blumen zu bewundern?" entgegnete fie munter.
Dürrenstein sah sich lächelnd um.
„Ich denke nicht, Fräulein Braun," sagte er. „Wollen Sie mir die Ehre erweisen, einzutreten? Es ist das kleine Speisezimmer, allein ich fürchte, e» ifi zu einer Art Silberkammer ausgeartet "
Er öffnete dabei die Thür weit für fie und Eva überschritt nach einem momentanen Zaudern die Schwelle. Die Wände «arm mit Gemälden behängt, die meisten derselben Porttäts längst ver-
nehmigt und werden sofort dem Reichstage zugeheu. Außerdem wurden mehrere kleine Sachen erledigt. — Der „Reichsanzeiger" publiziert das Gesetz bett. Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung. Die gesetzliche Zeit in Deutschland ist die mittlere Sonnenzelt des 15. Längengrades östlich von Greenwich. Das Gesetz tritt mit dem Zeitpunkt in Kraft, in welchem nach der im vorhergehenden Absatz festgesetzten Zeitbestimmung der 1. April 1893 beginnt. — Zum russischen Handelsvertrag wird olgende offizielle Mitteilung verbreitet: „Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß die deutsch-russischen Handelsverttagsverhandlungen als gescheitert zu be- ttachten seien, steht mit der thatsächlichen Lage der Dinge ta vollstem Widerspruch. Augenblicklich unterliegen die deutschen Forderungen im Finanzministerium einer sorgfältigen Prüfung. Alsdann hat die zur Prüfung des Verttages eingesetzte Kommission über die russtscherseits zu erteilenbe Antwort Beschluß zu assen, worauf bie letztere dem Zaren zur Genehmigung unterbreitet wttd. Die Antwort Rußlands kann daher erst nach Ostern erfolgen. Jedenfalls find alle jetzt auftauchenden Nachrichten bezüglich der russischen Antwort jeder Begründung entbehrende und mindestens verfrühte Vermutungen. — Reichskanzler Graf Caprivi hat am Donnerstag den Kaufmann Goldberger empfangen, welcher ihm im Namen des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller eine Eingabe überreichte, in der die Nützlichkeit einer „Fortsetzung und Erweiterung der Handelsvertragspolitik, insonderheit nach der Seite Rußlands hin" hervorgehoben wird. Der Reichskanzler erwiderte dem Ueberbringer der Eingabe, daß sämtliche wirtschaftlichen Interessen der verschiedenen deutschen Erwerbsstände stets auf gleichmäßige Förderung seitens der Regierung zu rechnen haben, bereit Aufgabe es sei, zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln. — Eine große landwirtschaftliche Debatte steht auch im preußischen Herrenhause bevor. Die Kommission für Agrarverhältnisse beanttagt, die Petition des Direktoriums des landwirtschaftlichen Zentralvereins der Provinz Sachsm mit dem Anträge: „Das Herrenhaus wolle seinen Einfluß dahin geltend mache», daß die preußische Regierung im Bundesrat unter allen Umständen gegen dm Abschluß eines Handels- verttages mit Rußland Stellung nimmt", der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. — Nach dem Vorgänge der preußischen Regierung find auch von der bayerischen und sächflschen Regierung Cholerakurse für praktische Aerzte eingerichtet wordm. Dieselbm finden in München und Leipzig
ftorbener Dürrensteins. Er blickte zuerst nach'diesen, während Adelheid sogleich auf bas Buffet zuging.
„Welch prachtvolles Silber! Ich habe nie etwas Aehnliches gesehen!"
„Auch nicht im Schlosse?" fragte Dürrenstein mit bescheibenem Lächeln.
„Nein, auch ba nicht!" erwiberte Abelheib. „Es ist zwar eine unbescheibme Frage, ich weiß es, aber — ist alles wirkliches, echtes Silber? Jener ungeheure Krug zum Beispiel, mit ber Figur auf bem Deckel, auch?"
Er lachte verbindlich.
„Ja, es ist alles wirkliches, massives Silber, Fräulein Braun. Wie finden Sie diese Vase?"
Er stellte dieselbe nebst noch mehreren anderen Gefäßen auf ben Tisch, bannt fie unb Eva bie Sachen näher betrachten könnten.
„O, fie ist himmlisch!" sagte Abelheib mit Entzücken.
„Auffallenb schön unb von großem Werte," bemerkte grau Merlin, bie Gegenstände durch ihre Brille betrachtend. „Antike» Silber ist heutzutag selten. Mein Vater sagte ost, daß altes Silber und alte Sitten allmählich in dem Schmelzofen ber Demokratie zusammenschmelzen"
„Leiber ist bas nicht in Abrebe zu stellm, geehrte Frau," sagte Dürrenstein mit einer leichten Verbeugung „Unb ich bebaute, sagen zu müssen, daß auch bas Dürrenstein'sche Silber etwas zu- sammengeschmolzen ist, aber es ist immer noch einiges übrig geblieben."
Er trat, so sprechend, an eins ber Felber ber Holzbekleidung, und einen eigentümlich aussehenden Schlüssel aus ber Tasche ziehend, steckte er ihn in eine Stelle bei Schnitzwerkes, wo dasselbe eine Rose barstellte.
tatt. — Aus Salaga int westlichen Sudan hat der mische Aftikareismde Krause an die „Kreuzztg."
ein längeres Schreiben gerichtet, nach welchem dort ein blutiger Bürgerkrieg ausgebrochen ist. Herr Krause plant die Gründung eines großen deutschen Handels- ilatzes. — Aus Kairo kommt die erfreuliche Nachricht, daß Dr. Peters von dem am 13. Februar erlittenen Beinbruch wiederhergestellt ist; die Heilung »es Beines ist glatt und normal verlaufen. — Dem Auswärtigen Amte ist aus Dar-eS-Salaam am 15. März eine Depesche über ein Gefecht der Schutztruppe bei Mandera zugegaugm, wonach ein Sieg mit geringe» Verlusten errungen sei. Das ist fett Anfang dieses Monats die dritte Meldung von I kämpfen auf dem deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiet. Mandera liegt in der Landschaft Udoe, etwa 60 km 1 andeinwärts von Bagamoyo und etwa 50 km von Saadani, nahe dem Flusse Mukondokwa. Die Station st 1880 gegründet und eine Abzweigung der älteren Niederlassung in Bagamoyo.
— Einen ungemein scharfen, Ansehen erregenden Artikel gegen dm Finanzminister Dr. Miquel, der bekanntlich selbst Ms der nationalliberalen Partei hervorgegangen ist, bringt >ie nationalliberale „Kölnische Ztg." Das genannte Blatt wirft dem Minister vor, daß er daS Som« »rorniß der Konservativen und Zentturnspartei über das neue preußische Wahlgesetz, dem die National- liberalen nicht zustimmm, veranlaßt habe und bemerkt dazu: „Hält der Finanzminister Dr. Miquel an diesem Standpnnft fest, setzt er seinen Einfluß durch, um diese Beschlüsse zum Gesetz zu erheben, so würde es ein einfaches Gebot der Selbstachtung sein, daß die Mittelparteim dieses Vorgehen mit dem Rufe beantworten: „Hinweg mit ihm!" Die Nationalliberalen müßten ihre Stellung zur preußischen Regierung einer Revifion unterziehen, wenn die preußische Regierung zu dieser rohen Vergewaltigung ihre Zustimmung gäbe. ES wird Sache der Abgeordneten sein, dmch eine scharfe Tonart dies der Regierung znm Bewußtsein zu bringen. Zwischen der Reichspolitik und der Regierungspolitik würde dadurch ein Gegensatz geschaffm, der geradezu unhaltbar ist. Man kann nicht in Prmßen aus Liebe zur ulttamontanen Modefarbe die Mittelparteien mit ausgesuchtem Raffinement vor den Kopf ftoßm, während man tat Reich die Mittelparteien unb die Konservativen znm Kampf für die Militärvvrlage und gegen das Zenttnm anruft. Hier zeigt sich, daß die höheren Jnteressm, welche der Reichskanzler Graf Caprivi z» verrieten hat, in einem unversöhnlichen Wider«
Die Damen, welche ihm mit gespanntem Interesse zugesehen hatten, sahen zu ihrem Erstaunen, wie bie anscheinend fest eingefügte Füllung sich langsam zurückschvb.
„Hier ist noch einiges," sagte Dürrenstein, und bie Damen erblickten jetzt einen Wandschrank, ber mit fammetbebedten Brettern ausgeschlägen war, auf benen Silberzeug van allen Sorten unb Größen bicht gebrängt aufgestellt war.
„Gütiger Himmel!" rief Adelheid, während selbst Eva einen Ausruf ber Ueberraschung nicht unterdrücken konnte.
„Das ist ja wie in Tausend unb eine Nacht! Welch ein Schatz unb welch ein versteckter Ort, ihn zu bewahren."
Dürrenstein sah mit nachbenklichem Lächeln bas Silber an. Er hielt es nicht für nötig, ben Damen zu sagen, baß jedes Lot desselben Herrn Samuel Scharf verpfändet war, und daß dieser es ihm nur unter besonderen Bedingungen gelassen hatte und häufig erschien, um dasselbe zu inspizierm.
„Einige Stücke sind selten und interessant," sagte er- „Ja, das Versteck ist nicht übel gewählt. Es wurde von meinem Vater ersonnen. Er war stolz auf diese Sammlung, weit stolzer, als ich daraus bin."
Er nahm einige seltene Stücke heraus und erzählte Eva deren Geschichte, die ihm mit größter Aufmerksamkeit zuhörte. Adelheid hörte auch zu, aber schließlich kam ein zerstreuter, in die Ferne schweifender Ausdruck in ihre Augen, obgleich ihre Lippen unbefangen lächelten.
„Das muß Taufende wert fein!"
Dürrenstein nickte mit liebenswürdigem Lächeln. Er wußte, daß fie irgend etwas im Sinne hatte, wußte aber vorläufig nicht, wo fie hinaus wollte.
„Mir thut nur eins dabei leid," fuhr fie fort.