produktiven Stände zu denken. In keinem Lande der Welt wird auch nur annähernd so für die Notfälle, in welche die Arbeiter geraten können, gesorgt, wie in Deutschland. Die produktiven Kreise Deutschlands tragen die Kosten dieser Fürsorge zu einem überwiegenden Teile. Sie sind deshalb im Wettbewerb mit den anderen Nationen auf dem Weltmärkte natürlich weit schlechter gestellt als diese. Sie haben mit größeren Herstellungskosten zu rechnen. Gegenüber der Gefahr, welche hieraus entstehen kann, ist es durchaus notwendig, bet allen weiteren Verficherungs- plänen vorsichtig zu sein und erst einmal eine geraume Zeit hindurch mit den drei vorhandenen Arbeiterversicherungszwetgen Erfahrungen zu machen.
Deutsches Reich.
W. Nerli«, 8. März. Der Kaiser gewährte am Sonntag Mittag im Schlöffe der Malerin Frau Parlaphi - Krüger eine Porträtfitzung. Am Montag Nachmittag nahm der Monarch einen Bericht des Generalarztes Dr. Leuthold über das Befinden des Generalfeldmarschalls Grafen v. Blumenthal entgegen und entsprach einer Gnladung des Offizierkorps des 2. Garde-Feld- Artillerieregiments zur Tafel. Abends wohnten die Majestäten der Vorstellung im Opemhause bei. Am Dienstag Vormittag arbeitete der Kaiser mit dem Chef des Mtlitärkabinetts und nahm militärische Meldungen entgegen. — In der Dienstagssitzung der Militär • Kommission wurden Ausgleichsmaßnahmen zur Einführung einer verkürzten Dienstzeit besprochen. (§ 2.) Der Abg. Hinze (stets.) erklärte sich im Ganzen für die Erhöhung gewisser Gats. Abg. Richter (stets.) aber legte dar, es sei eine Verwechselung von autoritativem Sachverständigen und Mitgliede der Kommission, wenn sich Jemand aus militärischen Gründen tm Prinzip für eine Sache ausspreche, ohne daß die Partei ihr Placet gegeben habe. Für alle Verstärkungen könnten glaubhafte Gründe beigebracht werden. Der Reichskanzler erwiderte darauf, wenn man sich nicht der Autorität der Regiemng unterwerfen wolle, werde man doch den militärischen Sachverständigen einen gewissen Wert beimessen müssen. Es wurde dann noch die Wichtigkeit der Stämme, die Frage der Winterfeldzüge und Anderes diskutiert. Insbesondere beteiligte sich auch der Abg. Hinze (steif.) noch an den militärischen Debatten, und zwar, wie er sagte, auf die Gefahr hin, von gewisser Seite der Eigenschaft als Kommissiousmitglied entkleidet und nackt als militärischer Sachverständiger hingestellt zu werden.
Adelheid zuckte die Achseln.
„Machen Sie auch nicht zu viel aus dieser geringfügigen Angelegenheit?" sagte sie süßlich. Die Angst, welche Sie ausstehen mußten, war ja aller, dings sehr fatal, aber vermutlich wären die Ponnies mit Adalbert Walter ebenso durchgegangen, wie sie mit Dürrenstein durchgingen.
Bei alledem müssen Sie bedenken, daß der arme Baron schwer heimgesucht wurde. Es ist beschämend genug, sich als schlechter Kutscher vor einer Dame bewährt zu haben, aber obendrein noch von einem Diener geschmäht zu werden — nein wirklich, Sie sollten ihm verzeihen.
„Verzeihen — verzeihen I Ich mag das Wort nicht hören!" rief Eva ungeduldig. „Sie sprechen, als sei Herr von Dürrenstein ein alter Freund von mir. Er ist kaum ein Bekannter zu nennen. Ihm kann es ganz gleichgiltig sein, ob ich ihm, wie Sie zu sagen belieben, verzeihen ober nicht."
„Er ist Ihr nächster Nachbar und sollte Ihnen besteundet sein," antwortete Adelheid begüttgend. „Um des Himmels Willen Überwerfen Sie sich nicht mit ihm, Eva."
„Gut, ich sehe, daß Sie diese Frage nicht weiter zu erörtern wünschen, aber jedenfalls habe ich meine Pflicht gethan! Ich versprach dem armen Menschen, für ihn zu sprechen und habe meine Zusage auch erfüllt."
„Mit bewunderungswürdiger Beredtsamkeit," warf Eva trocken ein. „Aber lassen wir die Sache ruhen, Adelheid "
„Wie Sie wollen, allein wenn ich Herrn von Dürrenstein sehe, darf ich ihm wohl sagen, daß et die Hoffnung, Ihre Verzeihung doch noch zu erlangen, nicht aufgeben soll?"
„Ja, ja," sagte Eva über die Schullern hinweg,
Schließlich wurde die Diskussion über die Frage der Etatsstärke der Regimenter für geschlossen erklärt. Eine Abstimmung findet vorläufig nicht statt. Die Beratung über § 2 wird heute, Mittwoch, fortgesetzt. — Allwälig kommt der Frühling ins Land und die Militärvorlage steht, im Grunde genommen, noch immer auf dem alten Fleck. Man kann nicht sagen, so schreibt der nationalliberale „Haun. Cour.", daß die bisherige Arbeit der Kommission nutzlos gewesen wäre. Der finanzielle Pessimismus, welcher an die Vorlage geknüpft wurde, ist mit Erfolg beschwichtigt, die Zweifel an der Durchführbarkell der Vorlage im vollen Umfange, soweit dabei die Zahl der zur Verfügung stehenden tauglichen Rekruten und des Ausbildungspersonals in Frage kommt, find zwar nicht vollständig beseitigt, aber immerhin etwas gemindert, das Wesen der vierten Bataillone ist in einer der Vorlage günstigen Weise aufgeklärt worden. Trotzdem ist das thatsächliche Ergebnis der Beratungen einst- weileen ein rein negatives. Die Annahme der Vorlage im vollen Umfange erscheint nach wie vor ausgeschlossen; der einzige positive Gegenvorschlag aber, derjenige des Herrn vr. v. Bennigsen, hat, zunächst wenigstens, ebenfalls keine Aussicht, eine Mehrheit auf sich zu vereinigen. — Im preußischen Abgeordnetenhause sind, wie in den beiden Vorjahren, auch in dieser Session zahlreiche Pefitionen von Gerichtsassistenten um Besserung ihrer Einkommenverhältnisse eingegangen. Die Justizkommisfion hat beschloßen, dem Hause anzuempfehlen, diese Petitionen der Regiemng zur Be- rückstchtigung zu überweisen und dabei die Erwartung auszusprechen, daß die Ausbeffemng der Gehälter der Gerichtsassisstenten noch in diesem Jahre in Angriff genommen wevde. — In der Gewerbekommission des Reichstages wurde die Beratung der vom Zentrum beantragten Novelle zur Gewerbeordnung fortgesetzt und die Bestimmung angenommen, der zufolge auch solche Personen der Pflicht, einen Wandergewerbeschein zu lösen, unterworfen werden, die auf öffentlichen Wegen und von Haus zu Haus ihr Gewerbe betreiben. Der vorn deutschen Buchhandel am meisten angefochtene Antrag, daß vom Feilbieten im Umherziehen auch Dmckschristen und Bildwerke ausgeschlossen sein sollte, wenn sie „in Liefemngen" vertrieben werden, wurde abgelehnt. Dagegen fand die Bestimmung Annahme, daß bei Lieferungswerken die Zahl der Lieferungen und der Gesamtpreis anzugeben ist. — Bei der Ersatzwahl eines Landtagsabgeordneten im Wahlkreise Essen, Mülheim, Duisburg, Ruhrort wurde au Stelle des Kommerzienrates Kygen der Landgerichtsrat Schneider
indem sie das Zimmer verließ. „Aber — aber er soll es zweimal bedenken, ehe er Walter Geld anbietet."
Der Kopfschmerz verließ Eva den ganzen Abend nicht und dazu gesellte sich das unbehagliche Gefühl, ihre Pflicht gegen den Mann nicht erfüllt zu haben, welcher sie vor einem großen Unglücksfall, vielleicht vor dem Tode bewahrt hatte. Frau Merlins alltägliche Reden und Adelheids leichtfertiges Lachen verstimmte sie und, wie es schon in der Pension ihre Gewohnheit gewesen, zog sie sich still aus dem Salon in das Gewächshaus zurück, welches der besondere Stolz des Hauptgärtners, eines Mannes von bedeutenden botanischen Kenntnissen war.
In träumerischer Bewunderung des herrlichen Blumenflors durchschritt sie das Glashaus, bis sie endlich, von einem plötzlichen Gedanken ergriffen, ein Messer ergriff, einige der schönsten Blumen abschnitt und sie zu einem Strauße wand. Als sie hiermit fertig war, rief sie einem vorübergehenden Diener und trug ihm auf, ihr Betty mit ihrem Hute und ihrem Ueberwurfe zu schicken.
In wenigen Minuten erschien Betty mit dem Verlangten.
„Ich will einen Spaziergang machen, Betty, und Sie sollen mich begleiten," sagte sie.
Betty war entzückt, lief davon, ihren Hut zu holen und kam bald atemlos zurück.
Ohne wieder durch den Salon zu gehen, verließen sie das Treibhaus durch eine Nebenthür und Eva schlug den Weg zum Parke ein.
„Welch' schöne Blumen, gnädiges Fräulein," sagte Betty. „Soll ich sie Ihnen nicht tragen?"
Zerstreut hielt Eva ihr den Strauß hin, zog ihn aber wieder zurück.
„Nein, Betty, ich will die Blumen selbst
(natlib.) gewählt. — Wie in Posen verlautet, ist dem Frhru. v. Uuruhe-Bomst bei seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst vom Kaiser der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Titel Exzellenz verliehen worden. — Zur Reichstagsstichwahl im Wahlkreise Lieguitz schreibt die „Post", das Organ der frei» konservativen Partei: „Die Stichwahl in Liegnitz- Goldberg-Haynau hat trotz der großen Bemühungen, welche von antisemitischer Seite zur Erzielung eines besseren Ergebnisses gemacht sind, nur noch mehr bestätigt, daß der Anfisemitismus in jenem Wahlkreise keine Zugkraft besitzt. Denn der antisemitische Kandidat hat in der Stichwahl noch nicht soviel Stimmen erhalten, wie im ersten Wahlgange, antisemitische und konservative Stimmen zusammen abgegeben wurden und nur um weniges mehr Stimmen, als 1890 der Kartellkandidat in der Stichwahl auf sich vereinigte. Es ist also das Ergebnis der in jenem Wahlkreise von den Antisemiten ungeteilten Kraftprobe zu registrieren, daß der Anttsemitismus keineswegs überall jene Zugkraft besitzt, welche man ihm zugeschrieben hat. Dieses Ergebnis der Liegnitzer Wahl schließt andererseits aber keineswegs aus, daß nicht unter anderen Verhältnissen und in anderen Wahlkreisen sich die Vorgänge in Arnswalde-Friedenerg wiederholen." — Die internationale Sanitätskonferenz, welche am Sonnabend in Dresden zusammentritt, hat im Wesentlichen den Zweck, Vereinbarungen zu treffen, durch welche verhütet wird, daß bei Ausbruch von Seuchen Handel und Verkehr aufs Neue in demselben Maße geschädigt werden, wie dies im vergangenen Jahre der Fall war. — Ein großer Teil der von der preüßischen Unterrichtsverwaltung in Chicago zu veranstaltenden Ausstellung von Gegenständen, welche den Stand und die Entwickelung des höheren und niederen Unterrichtswesens veranschaulichen sollen, ist am 25. Februar in 261 großen Seekisten abgesandt worden. Nächster Tage werden noch 200 Kisten Nachfolgen. — Nach Privatmeldungen aus Deutsch-Ostafrika plant man dort die Gründung der ersten deutschen Ansiedelung im Hochlande des Kilimandscharos. Ein unternehmungslustiger Deutscher, Names Hans Liebl, Inhaber des „Grand-Hotel" in Zanzibar, will fie auf eigene Rechnung mit einigen Genossen ins Werk setzen und zu dem Zwecke im Oktober d. I. mit einer Expedition von tüchtigen Landwirten und Hanb- toerfem nebst Trägem und Tragtieren von Zanzibar aufbrechen. Er hofft auf die Unterstützung desAus- wärfigen Amtes und des deutschen Antisklavcrei-
tragen," sagte sie. Wissen Sie, was ich damit vorhabe?"
„Nein, gnädiges Frälein."
„Sie werden es sehen."
Betty ging schweigend und von Neugier erfüllt neben ihr her. Plötzlich blieb Eva stehen.
„Ich habe den Weg verloren," sagte sie. „Wo ist das Häuschen?"
„Hier, gleich bei der nächsten Wendung," sagte Betty verwundert, dann aber klärten sich ihre Züge auf. „Ach, gnädiges Fräulein, ich weiß, was Sie wollen — Sie wollen Junker Adalbert die Blumen bringen. Wie er sich freuen wird und wie gütig von Ihnen!"
„Ja, ich will fie Junker Adalbert bringen," sagte Eva fast streng „und ich bin gar nicht gütig, sondern nur gerecht. Junker Adalbert leistete mir heute einen großen Dienst und ich habe ihm nicht einmal dafür gedankt. Das war nicht recht und um es wieder gut zu machen, schickte ich ihm die Trauben und das Eingemachte, aber er hat es fortgegeben."
„So hat er weder einen Dank noch sonst etwas empfangen," fuhr Eva fort, „und ich werde ihm barum bie Blumen geben, um ihm zu zeigen, daß ich nicht undankbar bin, wenn ein Die— wenn jemand mir einen so großen Dienst geleistet hat "
„Ja, gnädiges Fräulein," sagte Betty, „ich verstehe. Ach, wenn doch alle vomehmen Leute so wären wie Sie. Nicht, daß Junker Adalbert auf besonderen Dank zu rechnen hätte, weil er Ihnen den Dienst leistete; denn es giebt kein Mann auf dem Gute, der nicht für fie in's Waffer spränge."
„Besonders, wenn er schwimmen könnte," bemerkte Eva lächelnd. „Seien Sie doch nicht albem, Betty; ah, da find wir schon bei dem Häuschen."
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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Die Arbeiterversicherung im Jahre 1892.
Noch find es nicht zehn Jahre her, daß das erste der neuen Arbeiterverfichemngsgesetze in Kraft getreten ist — bas Krankenversichemngsgesetz erlangte mit dem 1. Dezember 1883 Geltung — und schon haben bie Ausgaben, welche auf Gmnd dieser Gesetze für die Arbeiter gemacht werden, eine Höhe erreicht, welche Staunen erregen muß. lieber die Krankenversicherung des Jahres 1892 liegen abschließende Zahlen seitens des Kaiserlichen Statistischen Amtes noch nicht vor. Es ist nur anderweit bekannt geworden, daß die bemflichen Krankenkaffeu int Jahre 1892 Ausgaben von insgesamt 108 Millionen zu verzeichnen gehabt haben. Dagegen sind sowohl über die Unfall- wie die Jnvaliditäts- und Altersversicherung vom Reichs-Versicherungsamte die Endzahlen für das Vorjahr veröffentlicht. Was die Unfallversicherung betrifft, so find allein an Entschädigungen für die Arbeiter bezw. deren Angehörige, also für diejenigen Ausgaben, welche den Arbeitern unmittelbar zu Gute kommen, 32,5 Millionen gezahlt worden. Im ersten Volljahre der berufsgenossenschaftlichen Thäfigkeit belief sich diese Ausgabe auf 1,9 Millionen. Ver- fiebzehnfacht hat sich demnach diese Ausgabe im Zeitraum von sieben Jahren. Die Gesamtausgabe der Be- mfsgenossenschafteu ist vom Reichs-Versichemngsamtc auf 54 Millionen berechnet. Es treten bekanntlich zu den Entschädigungen für die Arbeiter noch die Einzahlungen in die Reservefonds, die Kosten für die Un- falluntersuchuugen, die Rechtsprechung, die Verwaltung n. s. w. Für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung find 84,3 Millionen Mark durch den Verkauf von Ver- fichemngsmarken aufgebracht. Außerdem hat das Reich einen Zuschuß von etwa 9 Millionen zu leisten gehabt. Insgesamt werden deshalb für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung 93,3 Mill, im Jahre 1892 aufgebracht worden fein. Berechnen wir demnach die Summe der für die drei Arbeiterversicherungszweige aufgebrachten Ausgaben im Jahre 1892, so ergiebt sich ein Posten von 108 + 54 + 93 oder 255 Millionen Mk. Zweihundertfünfundsünfzig Millionen Mk. sind also im letztverfloffeueu Jahre für die Sicherstellung der Arbeiter gegen die Unglücksfälle, welche sich aus Krankheit, Unfall, Jnvalidüät ober Alter ergeben, aufgebracht bezw. verausgabt worden. Die staatliche Arbefterfürsorge, bereu Last zum großen Teile bie Arbeitgeber zu tragen haben, hat ben Arbeitern solche Vorteile gebracht. Die Höhe ber Summe giebt aber schließlich auch über bie Leistungsfähigkeit unserer
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ist: ihn mit Geld abfinden. Eva wurde purpurrot.
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Roman von I. v. Böttcher.
sNachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Die besonderen Einzelheiten sind mir natürlich unbekannt, sagte Adelheid. Ich weiß nur, daß der Baron untröstlich darüber, Sie beleidigt zu haben, nach Hause gegangen ist. Ich habe nie einen Menschen so außer sich gesehen. Er wendete sich sogar an mich mit der Bitte, ein gutes Wort für ihn einzulegen."
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„Was kann ihm daran liegen, ob ich ihm verzeihe oder nicht? Mag er zu dem Manne gehen, H47 den er beleidigt hat und ihn um Verzeihung bftten!" ' sagte fie kalt.
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..Sie sollen für ihn sprechen?" fragte Eva.
„Ja," lachte Adelheid. „Er sagte, er wisse recht Mt, daß er Sie unverzeihlich beleidigt habe, aber daß er alles zu thun bereit sei, um Ihre Verzeihung zu erlangen"
MV« Eva schwieg einen Augenblick.
„Aber, liebste Eva!" rief Adelheid lachend. „Ist ___ bas nicht zu viel verlangt? Denken Sie sich Herrn Ofr« von Dürrenstein auf allen Vieren vor Abalbert Walter kriechend. Das Beste, was er thun kann,
„Wenn ich ein Freund des Barons wäre, würde ich ihm dazu nicht raten," sagte fie mit Würde.
„Nicht? Meiner Ansicht nach ist für derartige ten tcA &ute Geld das beste Heilmittel. Sie können sich [121 - darauf verlassen, liebste Freundin; Adalbert hat die ganze Affaire bereits vergessen. Er wird an eine derartige Behandlung wohl gewöhnt sein "
„Ich glaube nicht, daß er dieselbe vergeben hat," sagte Eva leise.
Marburg,
Donnerstag, 9. März 1893.
Anzeigen nimmt entgegen die Expeviiion dieses Blattes, sowie die Annoncen-Äureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.