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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

****AJamrJllnstrirtes Sonntagsblatt.

Jti 54.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen.Quartal-Abonnements-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 ML 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Rellamen >r.r die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 4. März 1893.

Anzeigen nimmt entgegen die Exproirion dieses Blattes, sowie die Anuoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Ä ,

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII. Mira Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. y

Daube il Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Internationale Schiedsgerichte.

Die Idee, allen Streit der Nationen unter ein­ander aus der Welt zu schaffen und damit den Kriegen ein Ende zu machen, ist nicht neu. Von jeher gab es sogar Leute, welche an ihre Verwirk­lichung glaubten. Realisiert ist sie nie worden oder mtr insoweit, als sie berechtigt ist. Die Idee i nämlich durchaus nicht in ihrem vollen Umfange zu billigen. Der alte Feldmarschall Moltke, dem man gewiß keine Lust am Kampfe nachsagen wird, hat einst den Ausspruch gethan, daß, wenn die Kriege aus der Welt geschafft würden, den Völkern damit ein Mo­ment verloren wäre, welches zur Stählung ihrer Kräfte beittägt, wie kein anderes. Und so ist es auch. Wären die Völker sicher, daß sie von Auswärts keinen An­griff jemals mehr zu erdulden hätten, so würde sich bald die Entwickelung ihrer körperlichen Kraft in ab­steigender Richtung bewege»; aus der Welt würde ein großes Capua werden. Die Natur selbst hat aber schon dafür gesorgt, daß das Menschengeschlecht von der Anspannung und Ausbildung auch der körper­lichen Kräfte nicht nachlassen darf, denn die Idee der Schlichtung von Völkerstreitigkeiten durch Schieds­gerichte ist stl ihrem ganzen Umfange gar nicht durchführbar. Selbst wenn sich heute sämtliche Nationen der Erde verpflichteten, vom Kriege Ab­stand zu nehmen. Wer kann eine Gewähr dafür übernehmen, daß die Volksstimmung morgen dieselbe ist? Und wenn sie umschlägt, wer wäre nachher im Stande, bei einer gerüsteten Nation dem Willen der anderen Nationen zur Anerkennung zu ver­helfen? Nein, die Phantasien vom ewigen Frieden werden niemals in Erfüllung gehen. Schon der Anfang ihrer Verwirklichung wäre ihr Ende. Damit ist aber nicht gesagt, daß nun internationale politische Verständigungen überhaupt abzulehnen wären. Wir haben ja schon öfters gesehen, daß dieselbm zu Stande gekommen sind und gute Früchte gezeitigt haben. Man denke nur an den Friedens­kongreß von 1878, au die Kongokonferenz, an die Samoakonferenz u. s. w. Daß alle die Veran­staltungen günstige Ergebnisse zeitigen konnten, lag daran, daß sie sich auf ein bestimmtes, im Voraus abgegrenztes Gebiet beschränkten, daß sie sich innerhalb der Grenzen des Möglichen bewegten und daß den dabei beteiligten Nattonen in ziemlich gleicher Weise au einer ftiedlichen Regelung der betreffenden Fragen lag. Wir möchten aber einmal sehen, ob sich die deutsche oder französische Nation von einem Schieds­gerichte irgend einen Spruch, der gegen ihre Ueber-

Aer Sieg -er Kirbe.

Roman von I. v. Böttcher.

(Nachdruck Oeiboten.] (Fortsetzung.)

Er stampfte zornig den trockenen Rasen mit dem Fuße.Es war die einzige Art, wie ich Aus­kunft von ihnen erhalten konnte," sagte er, und e» «ar bei alledem nicht leicht. Aber weshalb thatest Du es? Warum gingst Du von ihnen fort und hierher?"

Warum ich hierher gegangen bin? Weil die Herrin der Besitzung mich eingeladen. Hättest Du nicht das Gleiche gethan?"

Wenn ich es gethan hätte und ich an Deiner Stelle gewesen wäre, hätte ich wenigstens eine Zeile geschrieben, um e« Dich wissen zu lassen", entgegnete «,besonders, wenn Du Dich geplagt und gespart hättest, um meine Pension zu bezahlen, wie ich mich für Dich geplagt und geschunden habe."

Ich sage Dir ja, daß ich heute schreiben wollte. Wir sind bis jetzt in einer solchen Verwirrung ge­wesen, daß mir keine Minute übrig hatten."

Ach," meinte er mürrisch,immer dieselbe Ent- schuldigung. Keine Zeit! Keine Lust, willst Du sagen. Es ist hart, sehr hart. Bedenke doch, was ich für Dich gethan habe, Adelheid, oder hast Du « vergessen?"

Er rückte ihr näher und sah halb zornig, halb stehend, mit bebenden Lippen auf sie herab.Hast Du die allen Zeiten vergessen? Wir waren ein­ander alles in allem. Ich wollte, sie kämen wieder. Äch war damals vollkommen glücklich, doch Du warst nicht befriedigt. Du mußtet in die Pension, um zu einer Dame gemacht zu werden und ich nun, ich war Narr genug, Dir nachzugeben, Du wußtest, daß >ch Dir nicht« abschlagen konnte."

zeugung ginge, in der elsaß-lothringischen Frage ge­fallen ließe. In solchen Fragen würde also von vornherein das internationale Schiedsgericht Fiasko machen. Ja, selbst einem Teil der Befürworter des letzteren leuchtet gerade die Exemplifikation auf diesen Fall so ein, daß fie ihn einer schiedsrichterlichen Lösung entzogen wissen wollen. Wenn sie aber diesen Fall, so können andere einen anderen als unanrührbar be­zeichnen und so sieht man schon hieran, wie wenig ein internattonales Schiedsgericht nutzen würde. Es würde doch schließlich jede Nation machen, was ihr beliebte. Und so soll es auch sein. Ein Schiedsgericht würde dazu beitragen, den den Nattonen anhaftenden Charakter abzublassen. Die Nattonen würden unter einem Schiedsgericht ihren Willensäußerungen nicht die That folgen lassen können. Das wäre im Interesse der Entwickelung der Nattonen und demge­mäß auch der Kultur, die durch den Gegensatz der Nationen ihre stärkste Förderung erhält, zu beklagen. Gerade die letzte Zeit hat die Nationalitätsidee erstarken lassen. Es würde deshalb gegenwärtig auch weniger wie je die Idee der Errichtung internationaler Schieds­gerichte auf Verwirklichung rechnen dürfen.

Deutsches Reich.

W. Nerkür, 3. März. Unser Kaiser er­ledigte am Donnerstag Morgen Regierungsaugelegen­heiten und arbeitete alsdann mit dem Kriegsminister v. Kaltenborn und dem Chef des Militärkabinetts. Mittags nahm der Monarch aus den Händen der Kommandeure der Leibregimenter und Leibkompagnien die Monatsrapporte entgegen und empfing den Forst­assessor Schröder aus Theerbude. Am Abend fand bei den kaiserlichen Majestäten das sog. Botschafter­diner statt, an welchem die in Berlin beglaubigten Botschafter und deren Gemahlinnen, die bei diesen Botschaften beglaubigten Militärattachees, der Reichs­kanzler, der Staatssekretär v. Marschall und andere hochgestellte Persönlichkeiten teilnahmen. Ueber die Ausfichten der M i l i t ä r v or l a g e teilt man der Post" noch Folgendes mit:So wenig in der Militärkommission bis jetzt recht eigentlich das ge­fördert worden ist, was als mehr oder minder ein­schneidend für das Schicksal der Heeresvorlage ist, so bestimmt glaubt man in den maßgebenden Kreisen der Heeresverwaltung an dem Glauben festhalten zu sollen, der Entwurf werde zwischen Ostern und Pfingsten in seiner wesentlichen Gestaltung Gesetz werden. Man folgt bei diesem Glauben nicht einem vagen Opttmismüs, sondern stützt sich vielmehr auf

Du bist immer der liebste, beste Mensch ge­wesen, Josef," flüsterte sie zärtlich, ihre Hand au: einen Arm legend. Seine Hand legte sich auf die hre mit einer Art fieberhafter Unruhe, welche aus einem Zweifel an ihr entsprang.

Ich war ein Narr," brummte er,ich hätte Dich zwingen sollen, mich zu heiraten. Du warst alt genug achtzehn und ich wäre Deiner dann rcher gewesen. Ja, ich war ein Narr!"

Und Du bist meiner jetzt nicht sicher?" flüsterte ie, sich ängstlich umsehend. Eva, Waller, einer von der Dienerschaft konnte jeden Augenblick kommen und sie in ihrem tete»ä<tete mit dem jungen Mann überraschen.

Deiner sicher? Nein!" entgegnete er.Ich habe stets das Gefühl gehabt, als würdest Du mir doch schließlich entschlüpfen nach allem, was ich für Dich gethan habe. In der Schule warst Du ziem­lich sicher aufgehoben, aber hier in diesem Hause, unter einem Rudel großspuriger feiner Herrschaften scheinst Du mir weüer denn je entrückt."

Sie sah mit reizender, vorwurfsvoll schmollender Miene zu ihm auf.

Wie ungerecht bist Du gegen mich!" sagte sie. Du bist ärgerlich, daß ich hier bin und weil ich Dir nicht geschrieben habe, das ist natürlich, aber Du solltest mich nicht der Untreue anklagen das ist hart und ungerecht."

Ahl" atmete er tief auf.Wenn ich e» nur glauben könnte! Aber ich habe immer ap Dir ge- zweifelt, Adelheid, immer!"

Ich weiß er," murmelle fie vorwurfsvoll und mit feuchten Augen, während ihr Geist sich abmühte, einen Vorwand zu erfinden, um ihn zu entfernen »Du bist e», welcher die allen Zellen vergißt, nicht ich."

die feste Ueberzeugung, der Reichstag werde die Not­wendigkeit der Vorlage einsehen." Die Budget­kommission des Reichstags hat Donnerstag ihre Arbeiten zum Abschluß gebracht. In derselben wmde noch über eine Petttion verhandelt, welche für die Ritter des Eisernen Kreuzes eine Ehrenzulage erbat. Die Kommission lehnte aber dieselbe mit allen gegen 2 Stimmen ab, da im letzten Kriege alle Soldaten ihre Schuldigkeit gethan hätten. Die Petitions - kommission des Reichstags beriet am Donnerstag eine Petition bett, die SonntagSmhe. Die Kom­mission überwies dieselbe dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme. Eine nochmalige Petition des autt- semittschen Agitators Paasch wurde als ungeeignet zur Erörterung im Plenum erachtet. DerReichs- auzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Ver­ordnung betteffeud Aussührungsbestimmungen zur Generalalle der Brüsseler Antisklaverei-Konferenz. Zu den dentsch-russischen Handelsvertags- verhandlungen berichtet noch dieSchles. Ztg.": Die jetzt festgestellte Antwort auf die russischen Vor­schläge vom November v. I. ist zwar so eingettchtet, daß die russische Regierung zwar auf die diesseitigen Anerbietungen etngehen kann, indeß scheint die tzefttg- keit, mit der sich in Rußland die Gegner und die Freunde des Abschlusses eines Verttages mit Deutsch­land bekämpfen, bis auf Weiteres nicht die mindeste Bürgschaft dafür zu bieten, daß die jetzigen deutschen Vorschläge in Petersburg thatsächlich als Grundlage für wirkliche Vertragsverhandlungen betrachtet werden." Die Frage der Staffeltarife wurde in der gesttigeu Sitzung des Abgeordnetenhauses gestreift und auch vom Minister der öffentlichen Arbeiten be­merkt, daß dieselben erst bei den späteren Verhand­lungen zu eingehenden Erörterungen Veranlassung geben werde. Veranlaßt durch die aus dem Westen und Süden täglich sich mehrenden Notrufe der Land­wirtschaft und namentlich der Mühlenindustrie wird bereits in den Kreisen nationalliberaler Abgeordneten ein Antrag auf sofortige Aufhebung dieser Tarife vorbereitet. Bei der ersten Lesung des Kom­mun a l a b g a b e n g e s e tz e S ist von der Kom­mission zwar nicht die Beseitigung, wohl aber eine sehr erhebliche Einschränkung des sogenannten Steuer­privilegiums der Beamten beschlossen worden. Der Beschluß begegnet, wie dieBerl. Pol. Nachr." be­merken, seitens der Staatsregierung entschiedenem Widerspruche. Die Bedenken seien nicht grundsätz­licher Natur, fie hängen vielmehr unmittelbar mit der gegenwärtigen ungünstigen Finanzlage zusammen, welche die Fortführung der für nötig erkannten Auf­

Du nicht?" rief er mit leidenschaftlicher Hef­tigkeit.Sage mir das noch einmal, Adelheid! Sage mir, daß Du mich liebst!"

Sie schmiegte sich dichter an ihn und sah ihn mit dem offen vertrauenden Blick eines Kindes an. Natürlich liebe ich Dich, Du lieber, einfältiger Junge!" flüsterte fie.

Und das mußt Du auch!" erwiderte er, leiben» chastlich seinen Arm um sie schlingend und sie heiß an sich pressend.Du mußt es, Du mußt es, Adeheid, denn ich liebe Dich mehr, als je ein Mann ein Weib geliebt hat.

Und ich liebe auch immer nur Dich, Schatz," lästerte fie.Wenn Du mir nur ein wenig »er« rauen und nicht immer gleich aus dem Häuschen leroten wolltest. Warum konntest Du mir zum Beispiel nicht schreiben, anstatt in dieser lächerlichen Weise hierher zu kommen? Weißt Du, daß Du mich zu Tode erschreckst hast, als Du wie eine wilde Katze aus dem Gebüsch hervorsprangst? Denke nur, wenn jemand Dich gesehen hätte?"

Es hat mich jemand gesehen," erwiderte er mürrisch.

Wer?" fragte fie anscheinend ruhig.

Ich weiß es nicht. Ein junger Mann in einem i lonniewagen, einer von eueren vornehmen Herren ermutlich. Er bog um die Ecke eines der Wege, ürz bevor Du kamst. Ich hörte ihn nicht kommen, >is er dicht bei mir war und ich versuchte, ihm aus dem Wege zu gehen, allein ich glaube, daß er mich gesehen hat. Was liegt auch daran?"

Sie biß fich auf die Lippen.

Ja, was liegt daran!" meinte fie mit einem üßen Lächeln.Und doch würdm es die Leute änderbar von einem Manne einem Herrn' verbesserte fie fich schnell,finden, daß et hier in

besserung der Beamtengehälter zur Zeit nicht zulasse und auch für nahe Zukunft keine Aussicht auf die Weiterführung derselben eröffne. Es erscheine nicht angängig, den von dieser Sistierung in erster Linie bettoffenen mittleren Beamten, während ihnen eine als notwendig erkannte Gehaltserhöhung versagt werden müsse, eine Erhöhung der kommunalen Laste» auszuerlegen, während den Gemeinden, denen der Verzicht des Staates auf die Realabgaben eine so erhebliche Stärkung der Steuerttaft zuteil werden lasse, ohne Unbilligkeit die geringere Heranziehung der Staatsbe­amten zu den Gemeindeabgaben noch für einige Zeit angesonven werden könne. Man darf erwarten, daß diese Gründe auch auf die weiteren parlamentarischen Verhandlungen ihre Wirkung nicht verfehlen werden. lieber Emin Pascha schreibt Kompagnieführer Herrmann in einem Berichte aus Bukoba vom 1. Oktober v. I.:Ueber Emin Pascha habe ich nichts Neues gehört; die Waganda behaupten, daß der Araber ihn persönlich erschlug. Die Araber hier an den Kagerafähren sind in großer Angst, daß ich den Pascha an ihnen räche." Unter demAraber" ist jedenfalls der Führer der Manyema gemeint, die Emins Expedition am 12. März v. Js. angeblich am Jturi vernichteten. DerKreuzztg." wird bestätigt, daß Deutschland die Kreuzer-Korvette Kaiserin Augusta" und den KreuzerSeeadler" zur internationalen Flottenschau nach Amerika schickt. Zum Kommandanten derKaisettn Augusta" ist einem anderen Blatt zufolge Kapitän zur See Büchse! ernannt worden. DieKaiserin Augusta" mit ihren 12 OOO indizierten Pferdekräften ist nicht nur das schnellste Fahrzeug unserer Kriegs­marine, sondern zur Zeit wohl überhaupt das schnellste Schiff seiner Art. Jedenfalls ist also Deutschland bei dieser Gelegenheit gut vertteten.

(Was kosten neue Gesetze?) Die Krzztg." schreibt:Im Reichs-Justizetat, welcher am 27. Februar im Reichstage beraten wurde, sind die im Etatsjahr 1893/94 zu verwendenden Kosten der Ausarbeitung des bürgerlichen Gesetzbuches mit 250 000 Mk. in Anschlag gebracht. Bekanntlich wird an diesem Entwurf schon 2 Jahre gearbeitet und ist auf Fertigstellung in den nächsten Jahren noch nicht zu rechnen. Die Gesamtkosten werden also mit der Zeit eine recht ansehnliche, in die Millionen gehende Summe ausmachen. Der weitaus größte Teil dieser Kosten entfällt auf die Tagegelder und Reise­kosten der zur Bearbeitung des Entwurfs berufenen Kommission, welche aus 24 Mitgliedern besteht. Es »erteilt fich auf dieselben eine Summe von 196 000

dem geschlossenen Parke herumschleicht.Da haben wir es wieder," rief er aus,Du wünschtest mein Kommen nicht! Du schämst Dich meiner!"

Aber liebster Martini, wie albern bist Du Ich mich Deiner schämen! Der Gedanke ist in der That lächerlich. Ich wollte nur sagen, daß Du um Deiner selbst willen nicht auf diese Weise hättest kommen sollen. Aber es schadet nichts, wir werden das gleich besprechen. Jetzt erzähle mir von Dir. Wie geht es Dir und wie ist die Stimme? Setze Dich hier neben mich" und dabei klopfte sie ein» ladend auf den Rasen, indem fie überlegte, daß er, wenn jemand vorüberkommen sollte, fitzend weniger ichtbar sei, als stehend.

Er warf sich zu ihren Füßen nieder und begann in der ihm eigentümlichen rastlosen Weise die Farren- kräuter abzureißen, welche sich in seinem Bereiche iefanden.

Wie es mir geht? Nun so leidlich. Es ist ein schwerer Beruf, das kann ich Dir fugen, Adelheid."

Armer Junge!" sagte fie, sein pomadisiertes Haar streichelnd, welches eine klebrige Feuchtigkeit an ihren weißen Händen hinttrließ, die fie schaudern machte.

E» ist ein beständiger Kampf," murmelte er, »hart genug, um einen Mann dahin zu Dringen, die ganze Sache aufzugeben. Aber ich bin fest geblieben und glaube endlich eine Stellung errungen zu haben. Ich bin erster Tenor int Odeon," fügte er hinzu, selbstgefällig feinen Schnurrbart streichelnd.

Wirklich? Wie reizend!" rief fie aus.

»Ja," erwteberte er mit der Miene eines großen runstlers, dem man zu seinem letzten großen Er- olge gratuliert,ja ich glaube, ich werde mir bald etnen Namen machen, Adelheid. Ja, ich «erde be- rühmt werden - da» fühle ich!" Dabei schlug er