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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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Marburg, ÄfiÄtWSK YTmn

wO» Postämtern 2 Mk. 25 Psg. (exN. A* Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien: Rudolf XXVIII.

toe Sonnabend, 11. Februar 1893. Mosie in Frankfurt a.M., Berlin, München u. Köln; G. L. 1 ü

__ °°er ooren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.___________________________________________________________Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Zur Lage der Landwirtschaft betonte im Klub der Landwirte in Berlin Landes­ökonomierat Robbe die Notwendigkeit, daß Deutschland tat Interesse seiner Selbsterhaltung der Landwirt­schaft seine schützende Hand nicht entziehe. Preußen" führte der Redner aus,wäre gewiß nicht das, was eS ist, wenn es nicht auf seinem so kargen Boden «ine so fleißige landwirtschaftliche Bevölkerung gehabt hätte. Klein- und Großgrundbesitz haben redlich zu der Größe Preußens beigetragen. Ich betone aus­drücklich auch den Großgrundbesitz, denn ich kann mir Preußen mit dieser Fülle von Kräften im höheren Verwaltungsdienst und im Offizierkorps gar nicht denken ohne die verjüngende Quelle des Großgmnd- befitzes, der zugleich auch auf wirtschaftlichem Gebiet vielfach ein Vorbild ist für den Kleingrundbesitzer." Aber auch die Bauernschaft, deren geschichtliche Ent­wicklung der Redner in einigen trefflich gezeichneten Kulturbildern schilderte, bedürfte im Jntereffe der Staatserhaltung des Schutzes. Der deutsche Bauer sei ja vielfach hartherzig und erfüllt vom Mißtrauen und Geiz und verkenne die Notwendigkeit der Mit­arbeit an der sozialen Frage, aber im deutschen Bauernstand seien andererseits auch ein unersetzlicher Schatz an Arbeitskraft, Pflichtgefühl und Treue. Die Separation der Feldmarken, die Ablösung der Grund­lasten und Frohnde und die Aufhebung der Leibeigen­schaft habe den Stand wesentlich gehoben, aber eine schwerere Knechtschaft drohe ihm jetzt, die Knechtschaft der Verschuldung, die Kapitalknechtschaft. Die Hebung des Personalkredits durch Förderung der Raiffcisenschen Darlehnskassen und ein ordentliches Wuchergese} müssen Hilfe bringen.

Der Kampf gegen den Patriotismus wird in derNation" mit ungeschwächten Kräften fortgesetzt. Der genannten fteifinnigen Wochenschri : ist der Geschichtsunterricht, wie er gegenwärtig aif den besonderen Wunsch des Kaisers betrieben wird, ein Dorn im Auge; man höre, wie in den Augen des genannten Blattes fich dieverderblichen" Folgen des Geschichtsunterrichts ausnehmen.Ein Kind" so schreibt eswelches die Vorstellung gewinnt, daß vor der Gründung des Deutschen Reiches das Chaos herrschte, wird zu einer Ueberschätzung dieses historischen Ereigniffes kommen, die es zugleich mit Verachtung gegen alles Außerdeutsche erfüllt". Das wäre natürlich derNation", der Vorkämpferin für eine parlamentarische Internationale, recht unangenehm.

Nttter der Körrigstavrre.

Preisgekrönter Romen von M. Th. May.

(Nachdruck verboten.)

(Sortfttzmq.)

Sie find sehr schön, Baronesse, sagte Siegfried, und Licht, Freude und Glanz werden voraussichtlich, wohin Sie auch kommen mögen, Ihr Teil sein Möchten Sie daran denken, daß Licht, Glanz und Freude noch nicht das Glück find, und daß wir nur leben, um das Glück zu suchen. Ich wünsche, daß Sie jenes Glück finden mögen, das in dem Frieden mit uns selbst liegt."

Siegfried hielt inne. Sein Blick hing an dem blaffen Gesichte Yellas. In schmerzlicher Zärtlich- kest, in heißer Wehmut ruhte Rolf Siegfrieds Auge auf dem blonden Haupte, als er weiter sprach:

»Ich bin zu Ende, Baronesse, aber nicht wahr, Sie gestatten mir, Ihnen schon heute, in diesem AugenblickeLebewohl" sagen zu dürfen. Ich ver­möchte das nicht vor einem ftemden Auge und ich «erde Sie kaum noch einmal vor meiner Abreise allein sprechen können.

Ich bitte Sie, Baronesse, reichen Sie mir Ihre Hand und sagen Sie mir, daß kein bitterer Ge- banke an den Fremden in Ihrer Seele zurückbleibt, der so oft gezwungen war, Ihnen wehe zu rhun

Sagen Sie dem Scheidenden, den Sie vielleicht niemals Wiedersehen, daß Sie zuweilen freundlich seiner gedenken wollen!"

Langsam streckte Kella ihre Rechte Rolf Sieg- Med entgegen, der sie fest mit der seinen umfaßte, doch kein Laut kam über ihre Lippen. Siegftied »artete vergeblich auf da« Wort, um da« er ge- detm hatte.

Al« Kella aber immer noch stumm blieb, ließ er ihre Hand finken.

Wenn es nach der deutschen Demokratie ginge, so müßten in den Schulen die Vorzüge des Auslandes gepriesen und die Zustände unseres Vaterlandes als bedauernswürdig hingestellt werden. Das gäbe dann eine Jugend so recht nach dem Geschmacke der Deutsch- fteifinnigen! Weiter äußert das Bartsche Organ: Aus dem Sextaner, der mit solchen Vorstellungen erfüllt ist, wftd ein Student werde», der mit den Manieren einer miles gloriosus in der Welt herum­läuft und mit Verachtung auf alles herabsieht, was nicht teutonisch ist". Als ob es nicht gerade Aufgabe ber Schule wäre, das nationale Bewußtsein in den Seelen der Jugend zu begründen; als ob nicht aif dem nationalen Bewußtsein der Bestand unserer Reichs­einheit beruhte; als ob nicht diejenige Nation, deren Jugend zu vaterlandslosen Bewunderern des Aus­lands erzogen würde, vor dem Ende ihrer Existenz stände! Die Demokratie, die weder in Republiken noch in parlamenttsch regierten Staaten den nationalen Geschichtsunterricht bekämpft, verfolgt natürlich be uns in Deutschland mit derTötung der patriottschen Phrase" einen besonderen Zweck. Sie will dadurch verhindern, daß im Geschichtsunterricht den Kindern die Liebe zum Monarchen eingeimpft werde; also nicht dienationale Phrase", sondern die monarchische Gesinnung will der Deutschfreisinn töten.

Deutsches Reich.

W. 38erlitt, 10. Febr. Unser Kaiser und die Kaiserin begaben fich am Donnerstag Vor­mittag gemeinsam nach dem Rathause und nahmen daselbst die Entwürfe zu einem Denkmal für d e Kaiserin Augusta in Augenschein. Im Schlosse arbeitete der Kaiser alsdann mit dem Kriegsminister v. Kaltenborn, dem Major v. Gersdorff vom Kriegs- Ministerium und dem Chef des Militärkabinetts. Am Nachmittag begab fich der Monarch zu mehrstündigem Aufenthalt nach Potsdam und entsprach daselbst einer Einladung des Offizierkorps des 1. Garderegiments zur Tafel. Der Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat fich eine leichte Erkältung zuge­zogen und muß das Zimmer hüten. Der Prinz konnte deshalb auch an dem Subskriptionsballe im Opernhause am Mittwoch nicht teilnehmen. Am Donnerstag war der Gedenktag des Einnittes unseres Kaisers in das Erste Garderegiment zu Fuß in Potsdam. Der Kaiser wohnte aus diesem Anlaß der Einweihung des neu erbauten Hauses des ge­nannten Regiments in Potsdam bei. Offiziell wird mitgeteilt, daß an maßgebender Stelle von

Leben Sie wohl, Della!" wiederholte Siegftied und wandte fich zum Gehen. Da fühlte er seine Hand von neuem erfaßt und festgehalten.

Gehen Sie nicht o gehen Sie nicht fort," rief schluchzend in herzzerreißend bangem Flehen ein 'lasser Mädchenmund und die dunklen Augen sahen thränenüberströmt zu Siegfried auf.

Wissen Sie denn nicht schon längst, daß ich terbe. wenn Sie fortgehen!"

Kella!" Der Name klang wie ein Ruf qual­vollen Entsetzens aus tiefster Seele heraus.

Das junge Mädchen hörte es nicht. Sein Arm satte sie umschlungen und an seine Brust gezogen, und hier lag sie nun bebend, in heißem, leidenschaft­lichem Weinen.

Siegftied streichelte ihr Haar, das schöne, dunkel- goldene Haar, Kella fühlte nicht, wie seine Hand dabei zitterte, er schaute mit schmerzlicher Innigkeit auf sie nieder, die so hingebend in seinen Armen lag, aber Della sah nicht, wie feucht auch dieses große, glänzende Auge schimmerte, er sprach zu chr in sanften, beruhigenden Tönen, sie hörte nicht, wie seine Stimme dabei vergeblich nach Ruhe rang.

Endlich endlich milderte sich die Heftigkest ihrer Thränen, mit einer müden Bewegung hob sie das schöne Haupt und lehnte es nun fester an seine Brust, die Hände sanken herab und verschränkten ich leicht, leise atmend, mit halb geschlossenen Augen lag sie so in seinem Arme, wie ein müde ge­weintes Kind. Sachte suchte er sie zu der Bank zurückzuführen. Sie schüttelte den Kopf.

Ich bitte Dich, lasse mich nur, <8 ist gleich alles gut," bat sie und öffnete nach einer kurzen Weile groß die Augen.

»Richt wahr, Siegfried, jetzt gehst Du nicht mehr fort?"

einer neuen Begegnung zwischen dem deutschen und russischen Kaiser nicht das Mindeste bekannt ist. Es handelte fich hier um Klatsch. Der Bundes­rat des Deutschen Reiches hielt am Donnerstag eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung standen der Ge­setzentwurf zum Schutz der Waarenbezeichnungen, so­wie eine Novelle zum Viehseuchengesetz. Die Budgetkommission des Reichstags setzte am Donnerstag die Beratung des Mlitäretats fort. Die Forderung von 366 513 Mark als letzte Rate für den Neubau einer Trainkaserne in Posen wurde vorläufig aus formalen Gründen abgesetzt; ebenso für Düsseldorf 100000 Mk. für Grunderwerb zu einem Dienstgebäude für das Beztrkskommando al gelehnt. Für Wesel wurde die erste Baurate eine Kaserne (600 000 Mk.) abgelehnt. Auch ft Köln wurden geforderte 300 000 Mk. als erste Bau rate für eine zweite Kaserne abgelehnt und ebenso für Köln zum Neubau eines Dienstgebäudes für das Bezirkskommando und die erste Baurate statt der ge­forderten 100000 Mk. nur in Höhe von 70 000 Mk. bewilligt. DieNordd. Allg. Ztg." registriert in ihrem heutigen Leitartikel mit großer Genugthuung die Thatsache, daß die Subkommisfion der M i l i t ä r kommission die Befürchtungen des Abg. Richter, als ob die Kosten der Militärvorlage den von der Heeresverwaltung gemachten Voranschlag um ein Be- ttächtliches übersteigen würde, nicht geteilt habe. Dieselbe sei zu dem Ergebnis gelangt, daß eine Vermehrung des Bedarfs an fortdauernden Ausgaben im Etat der Heeresverwaltung über den in denBerechnungen" eingestellten Ansatz von 56 674085 Mk., zu welchem noch die Quote für Bayern mit rot. 7 250 000 Mk. tritt, auch bei der defiiritiven Ausgestaltung der Heeres­verwaltung nicht zu erwarten sein dürfte. DieNordd." behauptet, daß die Herrn Richter nahestehende Presse über diese Thaffache möglichst schonend hinweggegangen sei. Dieselbe würde sicher großen Lärm geschlagen haben, wenn es der Subkommisfion hätte gelingen können, der Heeresverwaltung auch nur den geringsten Irrtum, geschweige denn einen größeren Rechnenfehler nachzuweisen. Aus den weiteren Ausführungen ver­dient hervorgehoben zu werden, daß dieNordd." immer nur spricht von einer Opposition des Freisinns und eines Teils des Zenttums. Daraus ist zu schließen, daß in Regierungskreisen an der Hoffnung fest­gehalten wird, daß es doch noch gelingen werde, den zur Annahme der Vorlage notwendigen bettächtlichen Stim­menzuwachs aus den Reihen des Zentrums zu erhalten. Betreffs der Wahl eines Lehrers in den Schulvorstand ist, nach derN.A.Z." folgende

Der Direktor antwortete nicht gleich, wie klang fiese Bitte so süß und verlockend, ein Wort und ein waren die zärtlichen Augen, sein die Goldflut >er Locken, sein das ganze stolze, herrliche Mädchen, >as so sicher, so hingebend an seiner Brust lag. Ind doch er durste dieses Wort nicht sprechen, er durfte nicht, und wenn es ihm in diesem Augen- flicke auch schien, daß es Himmelsseligkeit sein müsse, nur ein einzigesmal seine Lippen an den stolzen und >och so lieblichen Mädchenmund zu pressen in süßem, langem Kusse!

Einen Augenblick lang legte sich die schlanke, kräftige Hand Siegftieds über seine Augen, es war ein kurzer, aber ein verzweifelter, ein unsagbar bit­terer Kampf, den in dieser Sekunde der starke, stolze Mann kämpfte.

Als die Hand herabglitt, da war das Gesicht weiß geworden bis in die Lippen, aber sanft und klar wie immer klang seine Stimme.

Ich bitte Sie, Baronesse Della, beruhigen Sie ch, Sie sprachen, beherrscht von einer furchtbaren Aufregung."

Bei seinen ersten Worten schrak das junge Mädchen empor.

Baronesse Kella," wiederholte sie tonlos.Mein Gott, wie grausam Sie find!"

Kella, hören Sie mir recht ruhig zu, ich be- chwöre Sie," bat Siegfried, und nun geleitete er ie nach dem Sitze und ließ fich neben der Baro­nesse nieder.

So ungewöhnlich unsere Situation ist, sagte Siegfried, so soll fie nicht durch Verschweigen, durch jalbed Reden schlimmer werden. Wir wollen gegen« eilig recht klar und offen fein."

Als ich nach Schloß Rotheim kam, erwachte beim ersten Erblicken der stolzen, schönen Baronesse

Entscheidung von allgemeinem Interesse seitens des Kultusministers Dr. Bosse ergangen:Auf den Be­richt vom 27. Dezember v. I. betr. die Wahl des Lehrers N. ht N. zum Schulvorsteher erwidere ich der kgl. Regierung, daß ich im Allgemeinen nicht gegen die Wahl eines Lehrers in den Schul­vorstand nichts zu erwidern habe, sondern vielmehr die Teilnahme der Lehrer in demselben für erwünscht halte, sofern nicht, wie im vorliegenden Falle, be- sondere Gründe dagegen sprechen." Aus verschie­denen Städten kommen Meldungen, daß sich Ver­sammlungen von Landwirten für den An­schluß an den neu zu bildenden Bund der deutschen Landwirte erklärt haben. Die GeschäftsordnnngS- kommission des Reichstages hat den Antrag auf Einleitung des Strafverfahrens gegen den Reichstags­abgeordneten North wegen betrügerischer Hand­lungen beraten und einstimmig beschlossen, von der Jmmunitätsbestimmung in diesem Falle keinen Ge­brauch zu machen und dem Hause die Genehmigung des Anttages zu empfehlen. Ueberraschende, aber nicht erfteuliche Nachrichten von der Wißmann- expedition liegen in der in Riga erscheinenden Dünazeitung vor, welche zu dem Führer der Expe- dtiion, Herrn v. Eltz, landsmannschaftliche Be­ziehungen unterhält. Nach diesen Nachrichten ist der endgiltige Entschluß gefaßt worden, den Dampfer Hermann v. Wißmann" nicht nach dem Tanganyka- See zu schaffen, sondern ihn schon am Nyaffa zu bauen. Der Chef der Expedition, Herr v. Eltz, hat dem Major v. Wißmann die Erklärung abgegeben, daß das ganze technische Personal und auch er selbst die Ueberzeugung gewonnen habe, daß der Dampfer einen längeren Landtransport auszuhalten nicht mehr imstande sein werde. So schwer es Herrn Wißmann auch geworden ist, auf seinen Lieblingsplan zu ver- züchten, so hat er doch seine Zustimmung damit er­klärt, daß der Dampfer auf dem Nyaffa bleibt.

-Leipzig, 9. Febr. Eine entsetzliche Brand- katasttophe hat fich heut in der ersten Morgenstunde im Restaurant von Schaefer, Neumartt Nr. 7, zuge­tragen. In den hiesigen Lokalen werden jetzt sog. Karnevalsfestlichketten abgehalten, zu welchen die Lokale mit allerhand Flttterkram entsprechend dekoriert sind. Der Besitzer einer hiesigen Weinstube machte fich nun gegen Mitternacht denScherz", im Restamant Schaefer einen Feuerwerkskörper abzubrennen. Kaum war die Explosion erfolgt, als auch schon ein Teil der Wanddekoration in Flammen stand, die fich im nächsten Augenblick über das mit Gästen dicht ge­füllte Lokal verbreiteten. Es entftanb eine furchtbare

von Rotheim die Erinnerung in mir an das holde Kind, das ich einst den Wellen des Rotheimbache« entrissen hatte.

Dieses Kind stand mir, zu reizvollster Jung- räulichkeit erblüht, fteilich aber auch in hochmütiger Innahbarkeit gegenüber. Das schöne Mädchen, dem ich so oft herb zu begegnen genötigt war, erbitterte mich manchmal, aber fie blieb mir nicht gleichgültig und am Weihnachtsabend, als ich an Kellas Seite unter dem flammenden Christbaume stand, da er­kannte ich bestürzt und beseligt zugleich, daß daß ich Kella von Rotheim namenlos liebte!"

lieber Dellas Gesicht glitt ein strahlendes Lächeln. Das das hatte fie wohl geahnt, aber jetzt sprach er es aus und wie süß war es, diese Ahnung aus seinem Munde bestätigt zu hören.

Nun war alle« gut, es mochte kommen, was da wollte.

Aber auch manches Wort," fuhr Siegfried fort, manches Zeichen verriet mir, daß die Baronesse von Rotheim ihren Adelsstolz oft nur noch als Baffe gebrauchte, um eine mächtig aufkeimende Neigung für dmBürgerlichen" zu besiegen. Ich wußte es lange schon, daß Ihr Herz mir gehörte, Zella!

Und nun begann ein Leben voll Qual und Auf­regung für mich. Ich durfte das Mädchm, das mich liebte, an dem meine ganze Seele hing, nicht in meine Arme ziehen, ich durfte es nicht fragen:

Willst Du mein Weib werden, Della?"

Aber warum denn nicht?" fragte bie Saroneffe ieinahe herb.

»Weil die Baronesse von Rotheim fich niemals in ein schlichtes bürgerliches Leben fügen würde, weil fie niemals auMren würde, fich ihrer adeligm Geburt zu erinnern, wenn fie einen bürgerlichen