Nh*.
utz er.
- Fr»„ Pianos, ach ans r das i, tu es.j
(5 | Mets । crn L„ oh Ab«,
mt. EH ,
(6
»n.
1.
la«
lN
(I »d.
'M h iumf
es anua
4 Uhr Ihr. -1 -
LIA Pfg- « Btw [e) in d btt d U«k u - ! rg. höh tt.
I.
[4
Spannung zuerst in sie einfach drehte sich
. C. Kausch . Ottweiler (Trier) . Tuchversand, gegründet 1858. Tuch, Buckskia, Kammgarn, Lyeoiot, Anzug-, Paletar-, Laven-, Zagdstoffe tc. Vollständige Muster auSwahl, über 400 Proben, steht portofrei zu Diensten.
eine enorme Gasmenge unter höchster entwickeln. Als die kleine Maschine Thätigkett gesetzt worden war, könnt nicht gestoppt werden; das Schwungrad
Vermischtes.
— (Die Cholera.) In der Irrenanstalt zu Metleben bet Halle a. S. find von Donnerstag bis Freitag Mitternacht zwei neue Choleraerkrankungen konftattert. Die Epidemie scheint im Abnehmen begriffen. — Die „Saale-Ztg." veröffentlicht eine Er- ! lärung des Kreisphyfikus Sanitätsrats Riesel, in welcher ttotz gegenteiliger Meldungen einiger Blätter mitgeteilt wird, daß bis jetzt in der Stadt Halle 'ein Fall von asiattscher Cholera bekannt geworden st. — In Altona find vom 26. bis 27. d. Mts. 2 Erkrankungen und 2 Todesfälle in Folge von Cholera vorgekommen, in der Umgegend von Halle einige Fälle.
— Ueber eine neu entdeckte Triebkraft bringt die „Münchener Allg. Zig." mit allem Vorbehalt folgendes: In einem Mnkel einer englischen Kolonie wttd jetzt eine überaus wichttge Erfindung vervolllommnet. Es handelt sich um eine neue Triebkraft. Eine ans Zylinder, Piston, Schwungrad und einigen anderen Teilen bestehende Maschine, die sich ht einen nicht außergewöhnlich großen Reisesack stecken läßt, entwickelt zwei Pferdekräfte und verbraucht dabei in zwölf Stunden für kaum 20 Pfg. Material. Die Kraft wird von zwei Substanzen erzeugt, welche, mit einander verbunden,
er bei uns bleiben will und Wetterhelfen . . ."
„So? Meinst?" Und mit nickendem Kopfe stieg der Alte weiter. Verstohlen küßte Sephi das hölzerne Bild in ihren Armen und folgte mit murmelnden Lippen ihrem Manne . . .
Als die beiden Heimatlosen im Thal die Land- sttaße erreichten, beladen mit dem armseligen Kram, den sie aus dem Waffer geleseu, begegneten sie einer gedeckten Kutsche, deren Weg durch den tobenden Wildbach versperrt war. Die Insassen des Wagens fluchten über die „elende Gebirgsstraße" und jammerten über die verpfuschte Reise und den verregneten Urlaub.
„Ja, ja", murmelte der Alte, „heut thnt er chon sakrisch teilt)!"
Nun traten sie unter den Bäumen hervor in ein schmales Thal, das zwischen steile Waldgehänge ge- agtrt war. Jeder Pfad vor ihnen war verschwunden — die ganze Breite des Thales füllte das tosende, von sprühendem Gischt überdeckte Wasser des Wildbaches. Weiß leuchteten die springenden Wellen aus der Dämmerung, und zwischen ihnen, gleich fliegenden Schatten, schossen die Klötze und gebrochenen Stämme der Tiefe zu.
Mühsam suchten sich die Beiden einen Weg zwischen Wasser und Wald. Da schimmette ihnen aus der Höhe ein mattes Licht entgegen.
„Aber, Sephi... in der Stuben brennt ja a Licht! Geh . . . für was denn?"
„Ah na, kein Licht net . . es is g'rad 's Lamperl im Herrgottswinkel... ich hab's halt an'zünd't . . . weißt . . . wann der nimmer Hilst, so hab' ich mir dmkt, nachher . . . nachher . . ." Sie brachte es nicht über die Lippen, was sie noch weiter sagen wollte.
Wieder stiegen sie bergan, und nun erreichten sie das kleine Blockhaus, das auf einem vorspringenden Hügel hinausgebaut war bis hatt an das Gerinne des Wildbaches. Den Weg zur Thür hielt das Wasser schon versperrt; von der Waldseite her mußten sie die hölzerne Galerie besteigen, welche das Haus umzog. Der Boden schwankte und zitterte unter ihren Füßen, und springende Wellen schlugen über das Geländer. Wenn sie sprachen, konnte eines das andere nicht verstehen, so lärmte und tobte der Bach.
Es war eine armselige Stube, die sie bettaten, aber zwischen diesen kahlen, rauchgeschwärzten Wänden hatten sie treu zusammengehalten, durch vierzig lange Jahre, hier hatten sie all das viele Leid und all die wenige Freude ihres stillen Lebens geteilt, hier hatten sie die Kinder geherzt, die Gott ihnen geschenkt und wieder genommen ... eine armselige Stube, aber eine Stube des Hauses, das ihr einziges Eigen war, der ganze Reichtum ihrer Armut, jeder Splitter dieser morschen Balken verwachsen mit ihrem Dasein, mit all ihrem Fühlen und Sinnen.
Schweigend hatte Steffel die Schwelle überschritten und das schwere Bündel niedergelegt. Das Lichtlein, das im Herrgottswinkel unter dem großen, plump geschnitzten Kruzifix brannte, warf nur einen matten Schimmer. Sephi entzündete eine Kerze, und als ste beim Schein derselben das verstörte, kalkweiße Gesicht ihres Mannes sah, überkam sie ein Schreck, daß ihr
halten!"
Eine neue Fackel wurde ht Brand gesteckt, und dann verließen sie dnrch die Hintetthüre das Haus; nur wenige Schritte hatten sie bis zur Höhe des Hügels, welche mit alten Fichten bestanden war; die Bäume ttaien bis dicht an die Böschung heran, welche teil zum Bette des Wildbaches niederfiel. Auf diese Säume, welche im zuckenden Licht der lodernden Fackel sich tanzend zu bewegen schienen, deutete Steffel: „Von denen da könnt' einer noch helfen . . . wann er möcht'." Nun stand er auch schon neben dem mächtigsten der Stämme, und während sich Sephi mit hocherhobener Fackel an seiner Seite hielt, fühtte der Alte mit allem Aufgebot seiner Kräfte Schlag um Schlag, aber es währte länger als eine Stunde, bis der Stamm sich zu neigen begann; und als er krachend stürzte, riß Steffel die Fackel aus Sephis Händm, sprang an die Böschung vor und verfolgte mit brennenden Augen den sinkenden Koloß. Mit Klatschen und Krachen schlug der Baum querüber in das Bett des Wildbaches, aber nur eine Minute lag er regungslos, dann begann er sich zu drehen, begann zu rollen, mit gesteigerter Macht faßten ihn die gestauteu Wellen, schoben ihn zur Seite, man hötte, wie er mit dumpfem Stoß wider die ausgewaschene Narbe des Hügels rannte, und dann verschwand er in Wasser und Nacht.
Steffel und Sephi sprachen kein Wort; mit verzweifeltem Blick nur schaute eines in das Auge des anderen ... und von neuem begannen sie die Arbeit. Wieder stürzte ein Baum, und wieder ttssen ihn die Wellen mit sich fort. Der Morgen begann zu dämmern, als der dritte Baumstamm krachend niederschlug, um den gleichen Weg zu suchen, den die anderen gefunden. Da ließ der alte Mann die Axt aus den Händen sinken. „Jetzt kann ich nimmer, Sephi ... mit meiner Kraft is 's gar!"
„Jesus Matta!" schrie Sephi auf, „um tausend- gotteswillen thu' ich dich bitten, Steffel, laß net aus . . . laß net aus! Grad' noch ein etnzigsmal probier's!"
Keuchend ttchtete sich Steffel auf, wischte mit dem Aermel den Schweiß von der bleichen Stirn und griff zur Axt. Noch aber hatte er sie nicht zum Schlag erhoben, da klang aus der Tiefe ein Aechzen und Knirschen, ein dumpfes Krachen und donnerndes Gepolter ... sie wandten die erblaßten Gesichter... und da sahen sie den Hügel verschwunden, sahen ihr Haus inmitten des Wassers, überstürzt und übersprudelt von den schäumenden Wellen, unter deren Druck und Gewalt alle Balken sich lösten, alle Blöcke aus ihren Fugen sprangen. Der Schrei, der sich von den Lippen der beiden Menschen löste, ging unter ht dem wilden Lärmen und Toben des Baches, der in wirrem Wust die Trümmer des zerstörten Hauses mit sich forttiß in die Tiefe. Sephi hielt das Gesicht mit den Händen bedeckt und schluchzte, Steffel stand wortlos, noch die Axt in der Hand, und hing mit starren, toten Augen an der Stelle, die fein Haus getragen. Wie lange sie standen, sie wußten es nicht. Daun nahm der Alte sein Weib bei der Hand. „Komm, Alte!" sagte er, und nun rannen auch ihm die Zähren über die Backen.
Mit wankenden Schtttten stiegen sie zum Waldsaum nieder, und dem Gettnne deS Waldbaches folgend, suchten sie zwischen den Trümmern, die er ausgespült, nach den Resten ihrer Habe. Das erste, was sie fanden, war das Kruzifix aus dem Herrgottswinkel; unversehrt lag es zwischen Schutt und Geröll . . . auch die geweihten Palmzweige fehlten nicht, mit denen das Kreuz durchflochten war. Schluchzend hob Sephi das Schnitzwerk von der Erde; Steffel aber lachte zornig auf: „Schau, schau, ... der hat sich 'tummelt, daß er aufft kommt! An ihm selber hat er den», daß ihm nur ja nix : g'schicht ... auf uns aber hat er vergessen!"
„Um Gotteswillen," stammelte Sephi, „thu Dich : net versündigen, Mann! Schau, das is ja wie a ■ Wunder ... tote wann er hält' sagen mögen, daß
die Knie zu brechen drohten. .....
„Steffel... gelt..." stammelte sie, „thttst dich selber schon sorgen?"
Er schüttelte wortlos den Kopf. Mit zitternder Hand schob sie den Leuchter auf das Fensterbrett, ging zum Ofen, nahm aus der Röhre die Schüssel mit der kalt gewordenen Suppe und trug sie zum Tisch. Wieder schüttelte Steffel den Kopf. „Später, Sephi, später. . . z'erst muß ich schauen, was er macht... der da draußen!"
Er brachte aus dem Bündel mehrere Kienschette hervor, die in lange Spähne zerschlissen und mit Harz getränkt waren.
„Gelt, Steffel, hast dir schon 'denkt, daß du a Leuchten brauchst heut in der Nacht", stotterte Sephi, während ihr die Zähren über die furchigen Backen kolletteu.
Er nickte nur und steckte an der Kerzenflamme eine der Fackeln in Brand. Als er die. Stube verließ, wollte sie ihm folgen. Er aber sagte: „Geh', Alte, bleib' hettn, helfen kannst mir ja nix ... und.. . und g'schehen könnt' dir auch 'was".
So blieb sie. Vor dem Tisch warf ste sich auf die Knie, krampfte die Hände in einander, und unter Schluchzen fing sie zu beten an. Während sie unablässig die Namen des dreisalttgen Gottes und aller Heiligen stammelte, gitterte und schwankte der Boden, auf dem sie kniete, es rauschte und tobte der Bach, und zuwttlen durchfuhr ein dumpf krachender Ruck das ganze Haus und den Hügel, von dem es getragen wurde.
Wohl eine Stunde verging, ehe Steffel zurückkehrte. Und als er kam, mh dem verkohlten Fackel- stumpf in der geschwärzten, blutigen Hand, mit zerrissenem Kittel und triefenden Haaren, da brauchte er seinem Weibe nicht zu sagen, daß es in dieser Stunde um sein Leben hergegangen war ... . sie las es von feinem fahlen, starren Gesicht. Er brauchte ihr nicht zu berichten, wie schlimm es da draußen stand: daß der Pfahlrost, der den Hügel, gegen die Gewalt des Baches schützen sollte, von den im Wasser ttttbenden Felsblöcken schon zerschnitten und zerschmettert wäre, und daß an dem schutzlosen Erdreich schon das Waffer nage, jede Welle ein scharfer Biß . . . das alles las sie, und noch Schlimmeres, aus feinen verzwttfelten Augen.
„Steffel!", nur diesen einen kreischenden Laut, mehr brachte sie nicht über ihre Lippen.
Er nickte und ließ sich keuchend auf die Holzbank finken. Und als er den Atem wieder fand, sagte er: „Wann noch 'was z'helfen iS, muß g'holfen werden bi der nächsten Stund'."
Da irrten ihre Blicke über die Wände hiu, und sie streckte die beiden Hände, als könnte sie all den
«Steffel ... so net!"
„No schau, geh', thu' dich net sorgen", tröstete der Alte mit schwankender Stimme, „er is halt einer von die Wilden, gleich in der Höh', voller Hitz' und -Zorn! Aber ihn' dich net sorgen . . . es legt sich schon wieder! Ich weiß ja, wie er is! Wie oft schon is er g'wesen, daß ich g'meint hab', jetzt und jetzt is' aus . . . und allwell wieder hat er mit ihm reden laffen und hat nach'geben als der G'scheitere! Ah na, wir Zwei, wtt kennen uns, ich fürcht' ihn net . . . drum thu' dich net sorgen, Sephi, geh', und komm' jetzt, komm' 1" Er zog dem schluchzenden Wttb die Hände vom Gesicht und versuchte ein sorgloses Lächeln, das ihm freilich nicht ganz gelingen wollte. Dann schtttt er voran auf einem schmalen, peilen Waldpfad, über dessen Stufen das gesammelte Regenwasser in weiße« Wellen niederplätscherte. ES tovrde dunkler und dunkler, während die beiden den Wald durchschritten ... und je mehr sie zur Höhe kamen, desto näher klang das ftürmenbe Rauschen, daS Beben und Tosen eines Wildbaches, vermischt mtt dem Rollen und Krachen der Steinklötze, die er vor sich herttteb in feinem uferlosen Bette.
„Hörst ihn, Steffel" schluchzte das Weib, „hörs ihn, wie er thutl"
*) Der Verein der Bücherfreunde (Vorstand: Fontane, «reif, Httberg, v. Leixner, v. Roberts, v. Wolzogen; Ge- schäftsleituna: Verlagsbuchhandlung Fttedrich Pfetlstücker in Berlin W., Bayreutherstraße 1, die auf Wunsch gerne Satzungen und ausführliche Prospekte mitteilt) hat vor Kurzem ein köstliches Buch von Ludwig Gmighofcr herauS- gegeben, betitelt „Fliegender Sommer'. Wir drucken mit Verauüaen, vom Verein dazu ermächtigt, die er- grttfende i^züWng: Der Wildbach, ab. Mr hoffen, daß mancher unserer Leser sich veranlaßt lehen wird, diese Bekanntschaft des liebenswürdigen Buches, die wir im hierdurch ermitteln, durch Anschaffung deS Bandes Wetter.auS- zudehnen. Der Inhalt ist so überreich und das GaM dabei durchweg poetisch fein und wertvoll, daß wir das Buch nm von Herzen empfehlen können; gerade zum Vorlesen im Famllienkreise, wenu diese alte Sitte noch nicht ganz außer Mode gekommen ist, eignet eS sich wie kein ,Westes. Der Preis ist für Nichtmitglieder g-h-stet Mark 5.50; schön gebunden Ml. 6.25. Mttglreder des Verems der Bücherfreunde dagegen erhatten viettelMrnch zwei Bände geheftet für $IL 3,75; schön gebunden für Mft 4.50.
I einen armseligen Kram mit diesem einzigen Gttff noch fassen und halten. Dann wieder schluchzte sic: „Jesus Matta, Steffel, laß' mich fort, ich lauf' ins Ort 'nunter um Leut'! ..."
Er schüttelte de«. Kops. „Da helfen keine Leut' nimmer, wann ich selber net helfen kann." Mit diesen Worten erhob er sich und griff nach seiner Holzaxt. „Komm, Sephi, du mußt mtt d'Leuchten
n rasender Geschwindigkeit ununterbrochen 60 ©tun» >en lang. Jetzt ist die Maschine „unter Kommando", d. h. sie geht und stoppt, wie es der Ingenieur will. Im Frühjahr wird sie ht London und dann in Chicago ausgestellt werden. Durch die n Rede stehende Erfindung wird dem Kohlenver- >rauch ht der Dampferzeugung ein Ziel gefetzt. Wir betonen ganz ausdrücklich, daß es sich hier nicht um einen albernen Scherz handelt, sondern um eine Thatsache, und geben nur deshalb noch keine Einzelheiten, weil bis zur ^Patentierung der Erfindung ht den verschiedenen Staaten Geheimhaltung dringend geboten ist.
Litterarisches.
— Jugend-Gartenlaube. Heft 2 von 1893 (Verlag der Kinder-Gartenlaube in Nürnberg. Vierteljährlich 1 Mark) bringt das Gedicht „Winterlust" mtt zwei ganz außerordentlich prächtigen Farbendruckbildern; dann die schöne Erzählung. „Je größere Not, je näher Gott' von B. Buchwald; den gehaltvollen Attikel „Treue' von A. Stein; — Schluß des dramatischen Märchens „Die verlorene Krone' mit farbigem BUd; — die Mahnung „Schau um dich" an die Jugend. — Ferner den wirklich anziehend geschriebenen Artikel „Gang durch die Papierfabrik" von Fr. Bücker; die klangvollen Gedichte „Schneetreiben" von H. Zeise und „Fink und Finklei»' von B. Schlegel; — endlich „Bismarck choleraverdächtig"; — Rätsel, Sprüche, Briefkasten. Die Verlagshandlung liefert dies alles — gediegen, interessant — mit vier prachtvollen farbigen Bildern für 15 Pfg. Man sollte er kaum für möglich haltern
— (Jugendfreund.) JllusttterteWochenschrift für die Jugend von 10 bis 16 Jahren. Herausgegeben von Max Hübner. In Wochennummern. Preis vierteljährlich 77 Pfg, — 45 9n — 1 Fr., — in Monatsheften 4 80 Pfg. — 18 Sh. = 40 Ctins. — Verlag von Franz Goer- lich in Breslau. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. — Von dieser bereits ftüher von unS empfohlenen Jugendzeitschrift liegen unS nunmehr daS zwette dlitte Monatsheft vor. Aus dem Jnhatt dieser wiederum reich auSgestatteten Uustriertcn Hefte heben wir hervor: Nacht und Morgen. Zett- und Sittenbild aus dem Anfänge des fünfzehnten Jahrhunderts. Von M. Hübner. — Die Burg Hohenzollcrm Von R. Lehmann — Schillers Geburtshaus. — Eine Erinnerung an Stockholm. Von Mi Eitner. — Sinnsprüche aus Salons Dichtungen- — Ein Besuch auf dem Vesuv. — Der Enkel des Keinen Däumlings. Ein Märchen aus der Neuzeit. Von M, Berger. — Gerhard Leberecht von Blücher. Von Dr. Walter. — Etwas aus der Volkswirtschaftslehre. Von G. Igel. — Wie Gespenstergeschichte« entstehen. Von Herman« Bauch. - Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam. Von Karl W. Gawalowski. — Zur Stellung „Lebender Bilder." Von C. Schott. — Weihnachten im Walde. Ein Weihnachtsspiel für Kinder. Bon Franz Dittmar. — Die drei ältesten Kaiserlichen Söhnei — Künstliche Edelsteine. — Grover Cleveland. — Wortscherze, Spiele, Rätsel 2C.
- Nach langen sorgfältigen Vorarbeiten beginnt gegenwärtig in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart eine reich illustrierte, wahrhaft monumentale Ausgabe der Kinder- und HauSmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm zu erscheinen, von welcher unS die erste Lieferung vorliegt. Von all unseren reichen vaterläudffchen Litteraturschätzen ist keiner, der sich größerer Bekanntichatt und herzlicherer Zuneigung erfreut wie diese Märchen, die aus der Men Arbett deS deutschen Volkes hervorgegangen und auch wieder für das ganze Volk bestimmt finit, ohne Unterschied der Stellung und Lebenkauffaffung, der Bttdung und des Alters. Mehrfach haben sich schon Künstler au der bildlichen Darstellung der Märchengestalten versucht, nie aber ist dies so einhettlich und in so genialer Weise geschehen, wie durch P. Grot Johann, der mtt der schönsten Begabung eine der poetischen Leistung sich eng anschmiegende Nachempfindung verbunden hat. Hinsichtlich Druck, Papier:c. hat die Verlagihaudluug alles gethan, um der Ausgabe ein ihrem Gehalt würdiges Aeußere zu geben. Der Umfang derselben ist auf 20 Lieferungen ä Mk. 1. — bemessen. Möge nun der alte Schatz des Volkes durch diese Ausgabe für Viele neu gehoben werden.
Zweites Blatt.
Der Wildbach.')
Von Ludwig Ganghofer.
Uttobläfftg strömte der Regen aus den grauen Kolken, welche drückend niederhingen über daS Bergthal und alle Höhen verschlossen hielten. Kttn Laut des Lebens ließ sich in weiter Runde vernehmen, man hötte nur das grollende Rauschen des hach an» gestiegenen Thalbaches und das dumpfe Toben der Regenstürze und Wildbäche, welche von den Berg- gchängen thalwättS stürmten, Felsbrocken und Banm- strünke vor sich herwälzend in weißschäumender Flut. Unablässig strömte der Stegen, ununterbrochen schon in die dritte Woche, und wieder ging mit Strömen nnd Gießen ein Tag zu Ende, ohne daß sich ein Wechsel zum Beflere« erhoffen ließ. Auf allen Wiesen ging daS Heu zugmnde. Die Feldftucht jaulte auf den Halmen, und in de« Wäldern stürzte Baum um Baum, da in dem ausgeschwemmten Erdreich die Wurzeln ihren Hall verloren.
Unablässig sttömte der Regen und immer lauter tönte von überall das tobende Rauschen, während die langsam ziehenden Wolken sich dunkler und dunkler färbten im finkenden Abend. Das alte Weiblttn, welches absests von der Sttaße unter den tttefenden Aesten ttner mächtigen Fichte kanette, die zitternden Hände in die blaue Schürze gewickelt, hatte schon Mühe, mit den Blicken die Dämmerung und den Regenschleier zu durchdringen. In brennender Sehnsucht irrten die alten Augen über die öde Landsttaße dahin, bereit Grund sich in einen fließenden Bach verwandelt hatte.
Endlich kam der Erwartete, eht alter Mann, tn tttefenden Zwilch gekleidet; unter dem mürben Filzhut quollen ein paar wttße Sttähne hervor und klebten an den furchigen Wangen des fteingrauen Gesichtes. Der Stegen schien den Alten nicht zu kümmern; mit gesenktem Kopfe zur Erde starrend, kam er in gleichmäßigem Schtttt die Sttaße einhergewatet; an einem Stttcklein trug er die Holzaxt, deren Schnttde mit einem hölzernen Klötzchen versichert war, und über den Schultern schleppte er ein großes Bündel, dessen Inhalt eine dicke Lodenkotze vor dem sttömenden Stegen zu schützen suchte.
Als die alte Frau den Näherkommenden gewahrt hatte, war sie anfgesprungm. Nun eilte und watete sie ihm entgegen. „Steffel! Grüß' dich Gott, Steffel: Schier hab' ich nimmer g’meint, daß ich dich heut noch derwartm kann!"
„Aber Sephi, geh', was tteibst denn!" schmollte der Alte; doch als er die angstvollen, thränennassen Augen seines WeibeS sah, verstummte er, und ein Zucken und Zittern ging über seine fteinernen Züge. Und dann, scheu und leife, als hätte er Furcht, zu fragen, kam es über seine welken Lippen: „Was macht er denn?" „ t ,
„O mein Gott, Steffel, o mein . . ." und Sephi chrach in Heller Schluchzen aus, „heut treibt er’8 arg ,: So hab' ich ihn noch nie net g'seh'n! So net,