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unb und

33. Jahrg.

Ideale ihrer Classe daS höchste Gesetzt sei. Hierin sind wir ausnahmsweise in der Lage, dem social» demokratischen Parteimoniteur zuzustimmen. Ehe­malige Krieger, denen die Treue zumClaffenibeal* höher steht, als der von ihnen ihrem Könige geleistete Treueid, gehören allerdings nicht in die Krieger­vereine. Vielmehr müssen sich die letzteren von solchen Elementen mit rücksichtsloser Entschlosienheit befreien. Darum wird die im Erlasse ausgesprochene Zuversicht auf ein immer kraftvolleres Wachsthum der Krieger- vereine sich gleichwohl erfüllen. Denn die neue, um- fasiendere und straffere Organisation des Krieger- Vereinswesens wird an werbender Kraft gewinnen und in immer höherem Maße sich zu einer Schutzwehr gegen die subversiven Strömungen gestalten, welche mit wachsender Dreistigkeit die Fundamente der staat­lichen und gesellschaftlichen Ordnung zu unterwühlen bestrebt find.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Burea^von Hoasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdc- bürg, Wien; Rudolf Mosie, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M.. Berlin, Hannover, Pans x.

Reise der KaiseryachtHohcnzollern', der .Hertha' und .Heia' vom September bis Anfang December bei Gelegenheit der Fahrt Seiner und Ihrer Majestät nach Palästina. .Hertha' ist in Genua geblieben, woselbst einige Veränderungen an der Ventilation des neuen Schiffes vorgcnommen »erden. Dann geht der große Kreuzer nach Ostafien und löst den heim- befohlenen alten kleinen Kreuzer .Arcona' im Kreuzer, geschwader ab.

Von den d e n A u s l a n d S d i e n st leistenden Schiffen war in diesem Jahre die größte Zahl in Ostafien in Thätigkeit. Von dem Kreuzergeschwader dort unter Befehl des BiceadmiralS von DiederichS besteht die I. Divifion auS den Schiffen .Kaiser', .Irene',Prinzeß Wilhelm' und .Arcoua' (später tritt dafür .Hertha' ein). Die zweite unter Seiner Königlichen Hoheit Prinz Heinrich stehende Divifion wird vonDeutschland",Kaiserin Augusta' und Gefion' gebildet. Stationirt in Ostafien ist der kleine Kreuzer .Cormora«'.

Auf der australischen Station find .Falke', .Buffard' und das Vermessungsschiff .Möwe', in Ostafrika .Schwalbe' undCoudor', in Westafrika .Wolf' und .Habicht', in den amerikanischen Ge­wässernGeier' und in Konstantinopel das Fahrzeug Loreley' verbliebe».

Größere Inglücksfälle find in diesem Jahre nicht vorgekommen. Das während der Herbstmanöver in der Nacht zum 1. September in Folge von Leckwerden bei Fehmarn gesunkene Torpedoboot ist wieder ge­hoben worden. Sonst hat die Marine durch den am 6. November erfolgten Tod ihres Chefkonstrukteurs, des Wirklichen Geheimen AdmiralitätsratheS, Professor Dietrich einen schweren Verlust erlitte«. Bon den nicht «ehr aktiven Flaggoffizieren find in diesem Jahr die drei Vice. Admirale z. D. Klatt, Berger und Bätsch verstorben.

Zeitungen ist bie

Oberhessische Zeitung" mit dem KretSblatt für bie Kreise Marburg Kirchhain sowie JllustrirtcS Eonutagsblait

ES darf, so melden dieBerl. Pol. Nachr.", mit ziemlicher Sicherheit darauf gerechnet werden, daß dem Reichstage noch in der gegenwärttgen Tagung ein Gesetzentwurf vorgelegt werden wird, durch welchen daS Gewerbe der Ge- sindevermiether und Stellender- mittler coacessionSpflichtig gemacht wird. Bekanntlich hat der preußische Landwftthichafts- minister schon in der vorigen Landtagstagung während der Berathung über den Arbeitermangel auf dem Lande angekündigt, daß die preußische Staats- regierung beim Bundesrathe beantragen werde, dem nächsten Reichstage einen solchen Sesetzentwnrf vor- zulege». Der Entwurf ist denn auch schon seit längerer Zeit in Vorbereitung.

In einem Berliner Briefe derStraßb. Post' wird auf eine Erscheinung aufmerksam gewacht, die seit einigen Jahren beobachtet werde:Die Zahl derjenigen Franzosen, die Deutschland zu längerm oder kürzer» Aufenthalte besuchen, hat erheblich zu- genomme». Wir erinnern uns noch der gar nicht weit entlegenen Zeit, wo den meisten Franzosen eine Reise oder gar ein längerer Aufenthalt in Berlin als ein sehr bedenkliches Wagniß erschien. Man traute sich wohl nach Köln oder Frankfurt, aber darüber hinaus ging nur, werdreifaches Erz um die Brust' hatte. Was den Franzosen in der wilden Stadt Berlin widerfahren sollte, das wußte wohl keiner so recht anzugeben, aber man traute eben dem Frieden nicht und meinte, daß Vorsicht die Mutter der Weisheit sei. Wenn man nuu heute auf den belebtesten Verkehrsstraßen von Berlin spaziere» geht, o hört man ganz auffallend viel ftanzösisch sprechen, und einige CaföS haben eine sehr zahlreiche ftan- zösische Kundschaft, die fich zum Theil auS französischen Studenten zusammensetzt, die sich dort allem Anschein »ach ganz wohl fühlen. Bisher kamen ftanzöfische Studenten eigentlich nur dann nach Berlin, wenn es ich um ein Specialstudium handelte, um das Hören gewisser Borträge, die sie eben nur in Berlin haben konnten. Die Anwesenheit dieser Studenten war gewissermaßen eine erzwungene, während jetzt uuter »en hier anwesenden Franzosen fich auch viele be- inden, die ihre Studien ebenso gut in Paris oder

Umschau.

Durch die Ueberuahme des P r o t e c t o r a t s über den neugebildete» Landesverband der preußischen Kriegervereine Seitens unseres Kaisers ist ei» engeres persönliches Band zwischen dem Monarchen und den preußischen Krieger- vereiue» geknüpft worden, die es sich angelegen sein lassen werden, in jeder Aeußeruug ihres Vereins- lebens die Treue zu König und Vaterland als einzigen Inhalt ihres Sttebens hervortreten zu lassen. Dieses T r e u g e f ü h l kann aber nur Der empfinden und sich bewahre», dessen monarchische Gesinnung außer allem Zweifel steht, und daher gehöre» in die preußischen und deutschen Kriegervereine nur o l ch e M i t g l i e d e r, die in de» Feinden der Monarchie zugleich ihre eigenen Feinde sehen. Das empfindet die Socialdemokratte deutlich, und darum st ihr der Erlaß, betteffeud die Ueberuahme des kaiserlichen ProtectoratS über den Landesverband der preußischen Kriegervereine, offenbar außerordentlich unbequem. Das socialdemokratische Centtalorgau be­zweifelt, daß eS gelingen werde,alle ehemaligen Angehörigen' der Armee unter den Fahnen der Kriegervereine zn sammeln, nnb scheidet diejenigen dieser Angehörigen aus, denendie Treue gegen die

Ziehnnasliste» der König!. Preuß. Klaffeu-Lotterie die geltftnfte unb am weitesten verbreitete. Mt be« 1. Januar 1899 beginnt auf sie ein neuer Biertel- jahrS-Abonnement.

DirOberhessische Zeitung' hat eS sich in erster Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutteten für bie Macht «b daS Ansehen von Kaiser unb Reich, für Thron, Vater­land unb Altar I

DieOberhessische Zeitung' ist besttebt, überall, wo sie nur gelesen wird, bar vattonale Bewußtsein, Treue zur Monarchie, Liebe zum Vaterlande, Gottesfurcht und religiösen Sinn, wie Achtung vor unseren Gesetzen unb bewährten staatlichen Einrichtungen zu fördern!

Die .Oberhessische Zeitung' sucht dies Ziel durch gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene Lettarttkel zu erreichen. In ihrer Rubrik.Umschau' wird sie wie bisher eine Ueberficht über die wichtigsten Tages­ereignisse ans dem Gebiete der inneren und äntzeren Polittk und deren Besprechung bringen, nnb die Vorgänge in den Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht wie bisher zusammenstellen.

Durch ihre Verbindung mit der Continental - Tele­graphen- Compagnie in Berlin ist die .Oberhefsische Zeitung' in bei Lage, ihren Lesern in Original-Tele­grammen die neuesten Ereigniffe im In- unb Auslände unverzüglich zur Kenutniß zn bringen.

Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Theile wild die.Oberhessische Zeitung" ganz be­sondere Aufmerksamkeit toibmen, auch wird sie nicht nur durch ein gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammen­stellung unterhaltender verschiedener Nachrichten für chre Leser Sorge tragen, sondern, wie eineStheil» den Vorgängen ans dem Gebiete von Kunst unb Wissenschaft, so anderer­seits dem volkSwirthschaftlicheu unb landwirthschaft- lichen Interesse durch einschlägige Beröffenttichnngen thun- lichst entgegenzukommen allezeit bestrebt fein.

Inserate finden, bie sechrspaltige Zeile 10 Pfg. bei der großen Auflage der .Oberhessischen Zeitung' in derselben bie geeignetste unb weiteste Ver­breitung. Datmrch, daß alle Staats- nnb Sommunalbehorden be8 Bezirk« die .Oberhessische Zeitung' zu ihren Bekanntmachungen benutzen, ist da« Halten derselben von entsprechendem Nutzen für jeden Leser.

Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde unb Gönner, unter ihren Bekanntenknisen für bie Weiter­verbreitung der.Oberhessischen Zeitung" thnn- lichst Mitwirken und so auch ihrerseits Helfer unb Förderer einer nationalen nnb loyalen Politik sein zu wollen, einer Politik, bie fich aller umstürzlerischen Tendenz der heuttgen Zett gegenüber treu bleibt in der Devise: .Mt Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!"

Nm hin,»tretende Abonnenten erhallen die .Ober- hessische Zeitung" bis Ende diese» Quartals gratts,

Marburg, im December 1898.

Die Erved. derOberhesf. Zeitung.'

Abonnements - Einladung.

Unter den in Marburg täglich erscheinmden polittschen

Unsere Marine im Jahre 1898.

DaS jetzt zu Ende gehende Jahr 1898 ist für bie En twickeluug ber Deutschen See­macht unb dadurch auch für die Zukunft unseres Volkes von größter Bedeutung gewesen. Währen » seiner Dauer haben die bereits früher hervorge­tretenen Bestrebungen der von der Nothwendigke t einer mächtigeren Flotte für das starkbevölkette, handelSkräfttge Deutschland überzeugten Männer zum gute» Ziel geführt. Die Mehrheiten unseres Volkes und des Reichstages haben die Nothwendigkeit, daß Deutschland mehr als bisher zur See gelten müsse, eingesehe». Am 10. April konnte daS den Soll- bestand der Deutschen Flotte und die Maßnahmen zur Erreichung deffelben bis zum 1. April 1904 feststellende Flottengesetz verkündet werden. Der politische Gewinn dieser Errungenschaft wird fich später fühlbar machen; zur Zeit ist aber schon unserer Industrie und unserem Schiffbau ein schönes Feld sicherer Thätigkeit in dem stetigen Ausbau unserer Flotte eröffnet worden.

Die vor dem Inkrafttreten des Flottengesetz-s begonnenen B a u t e n sind in diesem Jahr theilS beendet, theils weitergesührt worden. Am weitesten von den größeren Schiffen ist ber große Kreuzer .Hertha' gefördert worben, ber nach Erledigung von Probefahrten bereits ins Ausland entsendet ist. Vom Stapel gelaufen find die Kanonenboote .Iltis' und Jaguar', ber große KreuzerHansa' unb ber kleine Kreuzer .Gazelle'. Zu Probefahrten bereit oder fast bereit find die großen KreuzerHansa'i Victoria Luise',Freya" und .Vioeta'. Probe­fahrten mache» jetzt am Ende des JahreS das Linien- schiffKaiser Friedrich III.",Gazelle" und 3W8*. Der Ausbau des bereits schwimmenden LmienschiffesKaiser Wilhelm II.' und des Panzer­kreuzersFürst BiSmarck', der Umbau der älteren Linienschiffe .Sachsen' und .Württemberg", sowie der Bau des noch auf Stapel stehenden Linienschiffes .Er,atz König Wilhelm', werden energisch fortge­führt. Außerdem find »och im Bau die beiden KanonenbooteErsatz Wolf' und .Ersatz Habicht' sowie Torpedofahrzeuge.

Von de» nach de» Festsetzungen des Flotten- gesetzes begonnene» N e u b a u t e n stehen auf Stapel das Linienschiff A bei Schichau in Danzig, B bei Blvhm «nb Voß in Hamburg, ber Panzerkreuzer A auf ber Kaiserlichen Werft zu Kiel, der kleine Kreuzer A aus der Germania-Werft Kiel, B bei der Actien-Gesellschaft Weser zu Bremen.

Der Dienst des I. Geschwaders und der Küstenpanzerschiffe verlies ähnlich wie in den Vor- ahren. An Aurlandshäftn haben diese Schiffe nur einige britische, dänische und skandinavische Häfen be­rührt. Ebenso verlief die Thätigkeit der Artillerie- Lorpedo-Mmeu- und ber Seekadetten- und Schiffs- ungen-Schulschiffe. Entsprechend ber größeren Zahl ber Kadetten unb Schiffsjungen ist in biesem Jahr em fünftes Schulschiff, die frühere Kreuzerkorvette .Sophie , hinzugetreten. Zur Zeit befinbeu fich die unf Kadetten- und Schiffsjungen - Schulschiffe im Auslaube in be« wärmeren Gegenden des »ord- uud udatlantischen Ozeans. Außergewöhnlich war die

__ Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- unb Feiertagen.

Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen XfrlCtTvllTCt

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge- ~ ö

Zeile oder deren Raum 10 Pfg Rettamen: die Zeile 25 Pfg. Fütllllg, 30. ^CCCHtbCT 1898.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für bie Kreise Marbnrg nnb Kirchkain.

Erpcdilion: BlarÄ !*"M Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für die Redattion: Redatteur M. Hartman» in Marburg.

---------------_________-2 ' r__«1 Redattion: Markt 21. Telephon 55.

Schule des Lebens.

Roman von Marie Bernhard.

(Fo-tsetzmig.)

Biele woll'n »jscht vonn Adel wisse», an bei 'n Socialdemokraten, da ir er erst recht unten durch . . . aber ick habe bei ville Militärs jebieit, un lauter Adel un blau Blut, um hab' jefunben, fe find ooch nicht schlimmer als Anbere oft tu 'S Jejentheil! Mau macht so seine Erfahiunge» wenn eiiex »ich mehr bie Blüthe bet Jahre drückt' seh» Se, kleeue» Ernicheu. Nn hübsch munter essen ur denn Helf ich bei 'n Koffer!'

.Dürfen Sie bei mir bleiben, Malwe?"

Wenn» Ihnen keeue Schmerze» macht I' .Schmerzen? Ach »ein, mich freut«, Sie Sie erinnern mich so au unsere Pauline l'

.Wer wird die Pauline find?'

.Unser Zimmermädchen zu Hause in Posen! Ber ftüh-r «eine Wärterin. Wissen Sie, Pauline sieht ganz anders an» wie Sie nnd spricht auch ander» aber sie ist auch immer fe nett und macht Spaß wen» wir allein find und hier hier ist mir Alle» so ftemd uud so sonderbar.' Erni «ahm hastig eine» Schluck Bier und behielt da» Glas lauge an den Lippen.

-Das will ick von Herze» gern jlooben! fiel die Dicke nachdrücklich ein. .In sehn Se, Eruicheu,

ick säße auch schon längst wo anders denn td kann jehen, wo ick will mit meine Zeugnisse Do" Ai»el wenn daS »ich nm me ne Schwester wär', die iS nämlich Garderobiere bet s Berlmer Theater in die Charlottenstraße, wo der Barnay Direktor bei iS wissen Sie was von dem?'

'Nem ich bin ja noch niemals in Berlin gewesen!'

.Noch nie in Berlin jewesen!' echote Malme tuttleidig. ,Ra, be» i» aber schade! Weil wir nu man bloß die beiden Schwestern find die dritte Schwester iS nämlich 'n Bruder un fitzt in Amsterdam

da will ick ihr nff die Nähe find, n» darum un weil ick in n janzen jnt bezahü werde, un mir auch >ei8 Kochen keiner so »ff die Fingern guckt ... na arum bleib ick schon hier, wo . . . sage» Se mal enC£«6?' 3hr richtiger Papa, ber

»3a,* erwiderte Erni beklommen.

Na, denn i» e» »ich anders. Aber manchmal »ielt die Natur wirklich komisch, und für manche» Menschen wär'» besser, er könnt' sich seine Ettern aussuchen. Na, meine find tobt, laß fe ruhen. Un »en» Se fich wollen von mir rathe» lassen wolle» Se der?'

Erni nickte lebhaft.

Denn klammern Se fich an mir, sonst setzen Se

fich leicht in be Tiute fon fieener Johanniskäfer, wieSe »och st»b. So viel wie ick kann, Helf ick, ba habe» Se man feenen Bammel 1"

Bammel was ist ba»?'

»So viel wie Jäufehant na, bes wem Se boch wissen."

Ja, Malwe, sagen Sie boch,' hob Erni stockenb cm, benn fie besann fich, baß Großmama e8 ihr ver- boten hatte, bienende Personen auSznforschen nun, fie wollte ja nur eine Frage thu», .hat hat daS Fräulein hier Allen Alle» zu befehlen im Hause, unb mir auch?'

.Wat denn für 'n Ftänl'n?'

.Die mit dem blonden Haar und dem Sammet- kleid, die mich hier hereingebracht hat!'

.«ch, die olle Jule*

.Sie heißt doch Beatrice'

.So, meinen Se? Na, für mich heißt se Jule, un wat so eine* Malwe wollte sehr geläufig fort­ähren, warf aber eine» Blick auf das unschuldige, aufhorchende Kindergesicht und verstummte plötzlich. Ick meine man,' setzte fie nach einer Pause hinzu, wenn se mir mit'S Kommandieren kommen will »en» pfels ich dadruf!"

Aber ich kann boch nicht auch brauf pfeifen?'

.Ne, Se finb jünger »v überhaupt auS'u andern Stoff zujeschnitten. Aber »en» Se mal ansne Sache son richtigen Mumm haben'

Was heißt: Mumm haben?'

.Na benn: Jnnm! Ooch nich? Ick will sagen, wenn Se fich wa« wünsche», nn er gibt» Ihnen nich unb fie gibt» Ihnen »och nich, denn wenben Se fich man dreiste an bie olle Malwe, die steht vor 'n Riß. Trinke» Se man den Rest weg so iS e» recht! Na, woll'n wir nu auspacken, nn benn bie Heene Erika ins Bett legen?*

»Danke ja wenn Sie meinen Sie wollen wohl auch ball» schlafen gehen?*

Ick nn balb schlafen jehen o, bn heil'ge ®ite! Na, wat weeß so 'n Lind? Nee Herzeken, des kampiert hier bis ann Hellen Morjen un schläft dafür bis an 'n Hellen Mittag, seh» Se . . .'

.Was kampiert so lauge?'

Die Dicke schüttelte unwillig de» Kopf.

,Jott in seinen Himmelsthrou et i» schwer zu sagen na, nu sehn Se schon die Heene» 33ren müssen ooch nich zu neugierig fei». Bat ick sagen kann, bet sag' ick ... un wat ick nich sage» kann, bet bleibt hier bejraben, sie schlug sich mit der geballten Faust vor die Brust, daß e» dröhnte

aber wen» Ihnen hier wat »ich jeheuer iS, denn wende» Se fich schon nie an die an die Fräul'n Beatrice schon lieber a» bie olle Malwe . . . Na, aber nu ooch ben Koffer ufjeschlossen!' (Fortsetzung folgt.)