Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Druck und »erlag: Joh. Ang. Koch, Uuiverfitäts-Buchdmckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» t» 3R«r6»rg.
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Warburg
Freitag. 23. December 1898.
Anzeigen nchmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris x.
33. Jahrg.
Erstes Blatt.
Verschiedene von den Abgeordnete», welche wir unter den .Wilden" verzeichnet finden, haben fich ihre, aus verschiedenen Lagern stammenden Wählern gegenüber dazu verpflichten müsse», keiner Partei beizntreten. Im Herzen find jene Herren wohl also
sinnungsgenossen angeregte Bildung von Communal- vereinen die Wirkung, daß bei den künftigen Stadt- verordueteuwablen nicht die Parteipolitik, sondern die Stellung der Candidaten zu den communalen Tagesfragen den Ausschlag gebe, so würde die von ihm gegebene Anregung als ein beträchtlicher Fortschritt zu begrüßen, und von allen, welche die Berliner Communalverwaltuvg zum Besten der Stadt und der Bürgerschaft von dem Einflüsse einseitiger Partei- lendenzen frei machen wollen, nachdrücklich zu unterstützen sein. Vorläufig aber erscheint e8 zweifelhaft, ob eS sich nicht vielmehr nur um eine kleine Rivalität zwischen den verschiedenen Richtungen des radicalerrn Liberalismus handelt. Wäre letzteres der Fall, so verlöre natürlich die ganze Angelegenheit jedes öffentliche Interesse, denn für das Gemeinwohl ist -S völlig gleichgültig, ob die eine oder die andere frei» sinnige Schattirung in der Stadtverordneten - Versammlung den größeren Einfluß ausübt: für das Gemeinwohl ist cs allein von Bedeutung, daß die Politik möglichst von der Stadtverord- neten-Versammlung fern gehalten und ihre Ergänzung nach rein sachlichen communalen Rückfichten herbeigeführt wird.
nicht so „parteilos" wie sie in der Fraktionsliste scheinen. Auch der Präsident des Reichstages, Graf v. Ballestrem, ist nach parlamentarischem Brauche gezwungen gewesen, unter die „Wilden" zu gehen, gleichwohl wird man ihn nach wie vor als Mitglied dem Centrum zuzuzählen haben. Die übrigen Abgeordneten aber, soweit sie nicht eine winzige neue „Partei" vertteteu, die, je weniger Anhang ste hat, desto stärkeres Selbstgefühl und desto höhere Ansprüche zeigt, find „fich selbst genug" und haben die Genugthuinp, über wichtige Fragen ganz auf eigene Verantwortung „von Fall zu Fall" entscheiden zu könne».
Dieses Wachsthum der Zahl fractionSloser Abgeordneter und winziger, im Volke nur künstlich propagierter „Parteien" ist sehr bedauerlich. Wie leicht wäre es möglich gewesen, daß durch die Wahl eines NatioUlllsSkialen, des Herrn v. Egidy oder gar eine! Canditateu der Jmpfgegner, die Liste der parlamentarischen Parteien und Gruppen die Zahl von zwanzig erlangt hätte! DaS muß doch unserer Bevölkerung zu denken geben. Zwar haben stch.t unterstützt durch die Indolenz weiter Kreise N.tjenigen Zeitungen vermehrt, die auS Geschäftsinteressen oder Bcfferwifferei dem Publikum allerhand Schreckliche- von Fractionszwang vorerzählen oder die Legende von den „überlebtes Parteien" kolportieren. Allein die Ueberzeugung, daß eS mit der Parteizersplitterung nicht so «eiter gehen könne und daß die „alten" Parteien immer noch ganz erheblich mehr Lebenskraft besitzen als die „zukunftsreichen" neuen Partei-
einem großen Theil der Prcffe auf lebhaften i Wid-rtpruch gestoßen. Die meisten Blätter i timmeu darin ein, diese Maßnahme zu mißbilligen. < Die Regierung wird sich durch diesen Widerspruch nm 1 o weniger beirren lassen, als derselbe im wesentlichen auf einer Verkennung der Sach- und Rechtslage beruht. Das eingeleitete Disziplinarverfahren hat durchaus nicht den Zweck, einer sachlich gehaltenen, wenn auch noch so unrichtigen BeurtheUung von Regierungsverfügungen entgegenzutteteu. Es handelt fich vielmehr um die Frage, ob ein Königlicher Staatsbeamter, und noch dazu ein höherer B e» amtet, der den andern mit gutem Beispiele voran- gehe« müßte, nicht mit den Pflichten seiner Stellung (§ 2 Nr. des Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852) in Widerspruch geräth, wenn er über Re- gierungsverfügungeu in so maßloser, ja unerhörter Weise fich ausläßt, wie dies in den Preußischen Jahrbüchern geschehen ist. Die Frage vor den ge- s-tzlich geordneten Instanzen zum Austrage zu bringen, erscheint um so mehr geboten, als eS in den weitesten Kreisen unseres bewährten Beamlenrhums Befremde» erregen «ü'de nnd zu einer Schädigung der Staatsautorität führen könnte, wenn die Regierung über eineu solchen Vorgang schweigend binweggehen nnd vielmehr nicht auf disziplinarische Ahndung hinwirken wollte."
In der freisinnigen Berliner Presse beschäftigt man sich viel mit dem von dem Berliner Stadtverordnete» Dr. Preuß angeregten Plaue, zunächst im
Westen, und dann anch in den übrigen Theilen der Stadt, Cornrnnnalvereine auf der Grundlage eines festen Programms für die Behandlung communaler Fragen zu errichten. Die „Freis. Ztg." erblickt ix diesem Borgeheu den Versuch, die Alleinherrschaft der von der fteifinnigen Volkspartei unterminirten Be- zirksvereiue und damit den überwiegenden Einfluß der freisinnigen Volkspartei auf die Stadtoerordneten- versammlung zu brechen. Sie befürchtet von einem solchen Vorgehen offenbar, daß der Einfluß der städtischen Verwaltung nicht mehr, wie bisher, ausschließlich und nachdrücklich bei den politischen Wahlen für die freisinnige Volkspartei eingesetzt werde, »ud plaidirt deßhalb eifrig für de» engen Zusammenhang polittscher nnd communaler Angelegenheiten. Wir find, so sagt die „Post", völlig entgegengesetzter Meinung. Nach unserer Auffassung ist das Hinein« tragen der Politik in die Communalverwaltung ein schwerer Mißbrauch, der die gedeihliche Entwickelung der Gemeindeverhältnisse nur schädigen kann. Die communale Selbstverwaltung soll ihrer Natur nach den neutralen Boden abgeben, auf dem sich Männer aller polittscher Richtungen zu gemeinsamer, gemeinnütziger Thättgkeit vereinigen können. Hätte die von Dr. Preuß und seinen Ge-
Die „Wilden".
Man hat früher bei uns in Deutschland gern über die Parteizerspttttenrnge« im österreichischen Parlament gespottet und sich über die dadurch zum Ausdruck gebrachte politische Zerfahrenheit erhaben gefühlt. Blicken wir in das neue Frakttons verzeichniß fiir den Reichstag, so müssen wir gestehen, daß wir keinen Anlaß mehr haben, die österreichischen Partei- verhiftniffe als für uns Dentsche unerreichbar hin- zustellcn.
Der Reichstag zählt allerdings „nur" zehn Frakttonen; allein außerdem besitzt unser Parlament eine „Fraktion" und zwar die fünftstärkste, welche NSw verschiedene Achtungen " schließt, nämlich di» aus vierzig Mitgliedern bestehende "„Fraktion" der „Wilden". Unter diesen sondern fich folgende Richtungen durch eigene Programme oder durch bestimmte Interessen ab: Die Elsaß-Lothringer, Welfe«, der Bund der Laudwirthe, der Bauernbund und die ans je einer Person bestehende palamentarische Vertretung der Dänen, Litthauer und der Ehristlich- Sozialen.
Die parteipolitische Musterkatie unseres Reichstage» ist also recht reichhaltig, sie zählt nicht weniger als 17 Arten, Außerdem aber giebt es noch über ein
Umschau.
Der Durchführung des PfarrbesoldungS- GesetzeS wird von manchen Geistlichen und Gemeinde» hinsichtlich des StaatSzuschuffeS eine gewisse Besorgniß insofern entgegengebracht, als die Meinung fich beunruhigend bemerkbar macht, daß der beregte Staats- zuschuß an die Gemeinden fich als nicht ausreichend für daS Bedürfniß erweisen dürfte. Allerdings läßt sich nicht in Abrede stelle», daß manche Gemeinden in Folge mangelnder Leistungsfähigkeit fich zu einer Steigerung der bezüglichen Abgaben außer Stande sehen würden. Hierzu theilt die „Kreuzztg." auf Grund eingezogener Erkundigungen mit, daß vorerst eine greifbare Grnndlage für solche Besorgnisse noch aussteht. Die von den Konsistorien eingeforderte« Nachweise werden in ihrer Gesammtheit erst etwa Anfang Februar der Centtal- stelle vorliegen, nud dann erst läßt fich prüfen, ob hie Staatszuschüffe den Ansprüchen genügen werden. I Die amtliche „Verl. Corresp." schreibt: „Die von der Regierung verfügte Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen den ordentlichen Professor au der Universität Berlin L>r. HanS Delbrück ist in
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Decbr. Se. Majestät der Kaiser hörte im Stadtschlosse zu Potsdam heute Vormittag >en Vortrag des Polizeipräfidenten von Berlin und des Branddirektors von Berlin, welche einen Offizier und einige Mannschaften der Berliner Feuerwehr in
Dutzend Parlamentarier, die nicht einmal für eine dieser 17 Richtungen sich zu entschließen vermögen, sondern die „unabhängig" auf ihrem stolzen Ernzel- standpunkt verharren und je eine Partei für sich bilden. Diese Erscheinung mag der deutschen „Eigenart" entsprechen; allein ersprießlich für die Führung der parlamentarischen Geschäfte ist ste nicht.
In früheren Zeiten waren die „Wilden" im Reichstage bei Weite» nicht so zahlreich wie heute vertreten. Noch 1890 gab es außer den Elsaß- Lolhringern nur neun „Wilde" und auch in der «bgelaufenc» Legislaturperiode des Reichstages betrug der Bestand der Fraktionslosen Anfangs nur 28 später 31 Abgeordnete, einschließlich der elsaß- lothringischen Protestler. Die Vermehrung der Wilden" um fast die Hälfte ist ein ttaurigeS Zeichen der heutigen, leibet noch immer fortschreitenden Parteizersplitterung, und es muß namentlich den beftrnttieen Elementen im Reiche das Herz vor Freuben lachen, wenn fie sehen, wie wir den öfter- reichischcn Parlaments.Zustänbeu immer näher kommen.
giündnngen, muß endlich zu einem Wandel führen; bettn heute ist Zusammenschluß, nicht Zersplüterung nöthig.
Woher ist es denn gekommen, daß daS Centtum jetzt eine fast unbeftiittene ausschlaggebende Stellung im Parlament einnimmt? Doch nur daher, baß es bie Parteizersplitterungen ausgenutzt und gefördert und nach dem alten Rezept divide et impera seine Taktit eingerichtet hat. Warum hat bie Socialdemokratie die Stärke der zweitgrößten Fraction int Reichstage erreicht? Weil bie nationalen Wähler nicht unter einen Hut zu bringen waren; weil nicht nur Demokraten und Liberale den Kampf „gegen bie Junker" für wichtiger hielten, als gegen die Social- demokratie, sonbern weil »och allerhand kleine Parteien und Gruppen bie Kräfte des nationalen Wahlkörpers schwächten. Die heutige Zersplitterung der Parteien, die in der starken Zahl der „Wilden" ihren Ausdruck findet, kann also ohne Widerspruch als ein Krebsschaden bezeichnet werde», den abzuwendeu jeder Baterlandsfteund besorgt sein müßte. Und die Mittel, diesen Krebsschaden auSzurotten? Kräftigung her Partei-Organisation und der Partei-Zeitungen; unerbittlicher Kamp gegen die „parteilose" oder „unpolitische" Presse!"
(Nachdruck verboten.)
Schule des Lebens.
Roman t»n Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
„Adi'u, Ernichen, ich hoffe, Dich noch in Berlin zu sehe». Empfehle mich, Herr Justizrath!"
Die zwei Kameraden schüttelten einander die Hände, Erni rief noch ein dringendes: „Besuch' müh bald!" Dann wurde das Fenster geschloffen und bald darauf sanfte der Zug weiter.
Je näher man dem Ziel kam, um so erregter wurde da» Kind. Es sprach nicht viel, aber e» ichmiegte fich eng an den Justizrath und ließ seine Hand nicht mehr lo«. Einmal sagte Erni leise: „Sie werde» Dich doch einladen, mit mir zu kommen, Öukel, damit ich gleich den ersten Abend nicht so ganz allein bin? Werder meinte, da» könne immer- hin möglich sein, und er sei jedenfalls bereit, auf ein einziges derartiges Wort seiner kleinen Freundm den henttgen Abend zu widme», worauf Erni befriedigt nickte. Nach einer Pause begann sie von neuem im Flüsterton: „Onkel Konrad, Du meinst doch »uch, sie werden mich in Berlin noch sehr viel lernen lassen? DaS brauch icb doch noch; Wenn ich denke, was ich noch Alles in Posen lernen sollte! Literatur und Kunstgeschichte, und Naturwiffenschaft und ordentlich Zeichnen, vor Allem aber Musik! Großchen, die versteht keinen Spaß, bei der muß Alles aus dem Fundament gehen, und können muß man wie Waffer, wen» sie einen überhört, sonst bekommt man gleich das Buch zurück und hat sich zu schämen."
„Das ist gewiß richttg von Großmama, Erni!
„Ja, wag sei« — angenehm war eS aber nicht Run sag' mir aber, Onkel, Du meinst doch bestimmt ich werde noch in Berlin sehr viele Stunden bekommen?"
„Ich hoffe, mein Rmb.“
„Ja, lernen muß ich noch, da ist kein Zweifel. Großchen sagt, heutzutage muß jeder tüchttg was lernen, Rnaben wie Mädchen, sonst hat er nichts hn Leben zu bedeute». Ran soll immer strebe«, fich über bie Allgemeinheit zu erheben, sagt Großchen — damit meint fie: mehr können, als dar, was so Jeder kann!"
„Und daS möchtest Du?"
„Ja, das möchte ich, und daS kann ich auch!" Der selbstbewußte Zug in Ernis Gesicht kam zum Vorschein.
Längst waren die Lampen an gezündet, mit vermehrter Geschwindigkeit flog der Zug dahin. Ernis große Augen starrten ttäumerisch in daS blau verschleierte Licht, ihr Athem ging gepreßt, fie stieß einen halblauten Seufzer anS.
„Nun, Erni, was bekümmert Dich?"
„Ach, ich dacht« bloß! Jetzt hat Pauline gewiß die Lampe für Großchen gebracht und das Nähzeug für de« Verein. Wenn fie bloß meinen Minz nicht vergeffen. Mituehmen hab' ich ihn nicht dürfen, aber ch denk' immer, ich werd' ihn mir Nachkommen laffen — er wird fich sehr nach mir bangen, er ist so an mich gewöhnt! Großchen wird ihn gewiß nie auf den Hinterbeinchen tanzen und über den Stock springen lassen, und er wird Alles verlerne« und ganz faul und dick werden. Ach und mein Vögelchen —*
Ernis lieblicher Mund zuckte, die Augen füllten sich rasch mit Thronen. Einen Augenblick kämpfte
fie gegen daS aufsteigende Weinen, dann legte fie ihren kleinen Kopf an des Justizraths Brust und schluchzte bitterlich.
Er hiett die bebende Kindergestalt liebevoll und fest im Arm und ließ Erni weinen, während er nur dann und wann ein tröstendes Wort sprach. Draußen ertönten Signale, die erste» Vororte Berlins waren in Sicht.
„Sind wir so bald da?" fragte das Kind erschreckt und richtete fich auf.
„Sehr bald, Töchterchen. Wir wollen Deine Sachen herunternehmeu — so."
„Wie werden aber die ftemden Leute dort mich kenne», Onkel? Großchen sagte, ich sollte das nur ruhig Dir überlaffen, und das thu' ich ja auch — aber ich möchte doch wiffen, »sie Du eS machst!"
„ES ist sehr einfach. Der Rechtsanwatt Deines PapaS, der an Großmama Deinetwegen geschrieben hat, ist mir zwar unbekannt, aber ich habe einen jungen College«, der in Berlin am Tribunal arbeitet, gebeten, heute mit dem Rechtsanwalt zusammen an bie Bahn zu komme», um Dich abzuholen. Diesen jungen Kollegen kenne ich persönlich, s, wie er mich kennt — da werden wir einander leicht finden."
„Da» hast Du Dtt sehr gut auSgedacht." Ernt hauchte in ihr Taschentuch, um die Thränenspuren zu verwischen. Noch eins, Onkel Werder —* fie nahm eine sehr gesetzte Miene an. „Du bist auch dafür, daß ich mich in Berlin von Jedermann mit Sie an» reden lasse?"
Er unterdrückte ein Lächeln. „Wenn Du daS für richtig hälft."
Ja, in Posen war ich immer halb ein Kind und halb wieder nicht. That ich was DnmmeS, dann sagte Großmama: „Schäm Dich, solch ein großes Mädchen wie Du schon bist!" Und wollte ich mal sein wie eine Erwachsene, gleich hieß eS: „Dank doch Gott, daß Du noch ein rechtes Kind bist!" — Aber nun in Berlin wird es doch anders fein. Großchen hat gestern Abend an meinem Bett über eine Stunde mit mir geredet, ganz ernst, wie mit einem großen Menschen. Sie meint, ich werde in Berlin in vielen Dingen auf mich selbst gestellt sein, während ich zu Hause »och immer Rath und Hülfe hatte. Sie hat gesagt, ich soll immer mein Gewissen prüfen und viel an fie denken, was fie wohl in diesem oder jenem Fall sagen würde. Da» werde ich natürlich thun. Aber mich vo« allen ftemden Menschen wie em kleines Kind behandeln laffen — nein, das möcht ich nicht — und daher, wenn mich einer mit Sie anredet, dann laß' ich ihn dabei!"
Der Zug fuhr in eine von bläulichem Licht durch- ftrömte, stolz gewölbte Halle ein, er rollte langsamer und langsamer, endlich hiett er still. Die Thür wurde aufgerisie».
„Schlesischer Bahnhof!"
„Steigen wir hier aus?"
„Nein, Kind, noch eine Station."
Die alte Dame stieg aus, ungezählte Schachtel« und Packete mußten ihr nachgereicht werden. Die jungen Mädchen hatten vollauf mit ihrem Handgepäck zu thun/ sie schwatzten und lachten ununterbrochen.
(Fortsetzung folgt.)