Dir Ursache» solcher SeruxftaltHug» der Sohl» grvächse find »icht immer dieselbe»: häufig ist ei» Käftr, der Lohlgalleu-Rüßler Ceethorhynchus sub cicollis), die Veranlass»»«. Dieser Säfer legt seine Eier en den Wnrzelhalr, wodurch sich gallenartige Anschwellnngea bilden, in deren Innerem die kleine Larve deS Säfer» lebt.
Ein russischer Gelehrter (Woronin) hat jedoch vor einigen Jahren die Entdeckung gemacht, daß eine sehr ähnliche Erscheinung durch einen mikroskopisch kleinen Pilr Hervorgerufe» wird. Er benannte diesen Pitz Plasmadiophora brassicae.
Nicht nur in Rußland, sondern auch in ver» schieden«« Gegenden Deutschlands wurde dieser Pilz seither häufig beobachtet. Rau nennt die dadurch hervorgerufene Erscheinung Hernie des SohleS, während den durch den Säfer bezw. dessen Larven verursachten Kraukheitserscheinuugen der ältere Name „Kröpf' zukommt.
Zuweilen wird noch eine dritte Erscheinung beobachtet, die ebenfalls das Absterben der Pflanzen hervorruft. ES zeigen fich keine Anschwellungen, sondern »ur Maden an den Wurzeln. DaS find die Maden einer Blumenflicge: der Kohlfliege (Anthomya brassicae).
Am gefährlichsten von allen ist wohl die Hernie die wiederum in fruchtbarem Boden und unfruchtbaren Gegenden (Rheinprovinz, Westfalen, Heffen- Naffau) und dort, wo ohne Fruchtwechsel feit vielen Jahre» Anbau von Kohlgewächse» stattfand, am stärksten auftritt.
Auf die im „Praktisch» Rathgeber für Obst- und Gartenbau' erfolgte Anftage, welche Mittel zur Bekämpfung deS UebelS auzuweudeu seien, wurden u. A. nachfolgende Mittheilungen gemacht:
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L. Langer — Neuhof bei Rheinfelde.
Alle der Hernie unterworfenen KrenzMthler oder Schoteugewächse sollten auf humusarmem aber stickstoffreichem Boden aufgezogen werde», woselbst der Pilz nur dann zu wuchern pflegt, wenn er dorthin verschleppt wurde. Ist daS Bedürfniß vorhanden, und kann man e8 so haben, so brache man ein Stückchen Wiesen- oder sonstiges altes Grasland, dünge dasselbe im Frühjahr mit Jauche und erziehe dort die Pflanzen. Kalkarmem Boden werde im Herbste etwas Kalk zugeführt. Ferner werde vor der Pflanzung frischer Stalldünger, nicht feucht, sondern im trockenen Zustande erst dann in die Erde gebracht, »en» er circa eine Woche an der Lust ausgebreüet gewesen.
Entstand die Krankheit durch Insektenlarven, welche in den Wurzel» Hausen, so verpflanze mau nicht solche, deren Wurzelhals und Wurzeln in gellen- förmigen Anschwellungen die verwüstenden Larven beherbergen. DaS Absammel» der Larvenmutter von den Samenbeeten früh und Abends (verschiedene Arten der „vlumenfliegen' und der Kohlgallenrüßler), ist leichter empfohlen, al» ausgeführt.
Alle an Hernie und au Jnsekteugalleu krankenden, durch Anwelke» leicht kenntlichen Pflanze» sollen thun- lichst sofort verbrannt und durch gesunde Reservepflanzen ersetzt werden.
Schließlich sei regelmäßiger Bodenwechsel bei Anzucht und Aufzucht angelegeutlichst empfohlen.
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H. Röhse — Eutin.
Es genügt nicht, die Kohlstrünke im Herbste aus der Erde zu reißen und zu verbrennen. Besser iß er jedenfalls, dem Schaden vorzubeugen und die Bildung der Auswüchse zu hintertreib». Man findet in jene» Auswüchse», wen» man fie aufschneidet, ost ganze Colonien — bis zu 20 Stück — kleiner, kaum 2 mm langer Maden. Es sind dies die Larve» eturs kleinen Rüsselkäfers, des KohlgallrüßlerS. Dieselbe» fieffen mit fortschreitendem Wachsthmne diese Gallen aus und durchbohren schließlich die Wandungen, um fich in der Erde zu verpuppen, liebet die Lebensweise rc. wolle man nachlesen: Taschenberg, Entomologie für Gärtner und Gartenfteunde. Es ist dort auch ein Schutzmittel angegeben, daS mir aber nicht genügend erschien. — Bor alle» Dingen reiße man alle angegriffenen Pflanzen, die fich sehr bald durch kränkliches Aussehen, Zurückbleiben im Wachsthnme, von den benachbarten unliebsam auSzeichne» werde», aus der Erde und verbrenne fie. Um nun überhaupt z» verhüten, daß die Käfer die Wurzeln angreifen, laffe ich die Wurzeln vor dem Pflanzen in einem nicht zu dünne» Brei von Lehm und reinem (stroh- »der laubfreiem) Kuhdünger, dem mindestens zur Hälfte Buchenasche und Ruß beigemengt ist, eintauchen und s» lange nmrühreu, bis alle, auch die feinsten Wägelchen, fich gänzlich von der Masse eingehüllt finden. Die Arbeiter erlangen in dieser leichten Mani- pnlatton bald die nöthige Fertigkeit, so daß dadurch die Arbeit deS Pflanzens kaum aufgehalteu wird.— ES kommt, settdem ich daS Mittel anweuden laffe, also sett recht lange» Jahre», nie, oder nur sehr vereinzelt einmal eine angegriffene Pflanze in meinen Kulturen vor, und die kleine Mühe macht fich auf diese Weise reichlich bezahlt. — Wenigstens ist daS Mittel jedenfalls eine Probe werth.
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Hugo Riesing — Dresden.
Bei den Kohlkraukheiteu spielt die Bodenbeschaffen- heir eine große Rolle. In frischem, sandigem, noch »icht zur Gemüsekultur verweudete» Garte»- oder Ackerlande tteteu die Krankheiten fast gar »icht auf; häufig aber in festem, reich mit unverwesten Düuger- befiandthellen versehenen humusreichen Gartenboden.
Ein Mittel, dieser Krankheit vorzubeuge», ist daS tiefe Umrigolcn des Badens und die Anwendung von Asche bei der Pflanzung. Am beste» eignet sich! Holz- »der Torfasche dazu, dann Braunkohlmasche,
und hat man keine von diese» erstere», so ist auch Steinkohleuasche noch verwendbar; doch muß «an letztere beide Arten vor der Beuutznng eine Zeit lang im Freien liegen laffe», damtt fie sich auSlauqe». Holz- und Torfasche können sofort frisch verwendet werden.
Die Anwendung kau» auf verschiedme Arte» stattfinden; hat man viel Asche zur Verfügung, so betreut man daS ganze Beet 2 cm hoch und hackt dieselbe mittelst einer Hacke ein, oder man zieht 5 cm tiefe Furche», füllt diese mit Asche ans, bringt oben etwas Erde darauf und pflanzt da hinein die Pflanzen. Die einfachste ist aber, mit einem größeren Pflanzholze ein etwa» größeres Loch, als gewöhnlich, zu machen, mit Asche auSzusüllen und da hinein die Pflanzen zu setzm. Eine Hauptsache ist bann, die jungen Pflanzen stets tüchtig »aß zu halte», da fie sonst, besonders bei trockener, warmer Witterung leicht zu Grunde gehen. Man gieße aber nie bei großer Hitze, da dies Kraukhetten zu förderen scheint, sondern nur deS Abends oder zeitig am Morgm.
Volkswirthschastliches.
Der treue Colonial-Etat.
Der neue Colouial-Etat enthält eine Reihe von Mehrforderungen, die fammt und sonders im Jnterefle der günstigen Weiterentwicklung nuferer Colonien unbedingt geboten erscheinen. Nur eine ganz kleinliche und philiströse Auffaffung, die an der Gegmwart klebt und, jeglichen UnternehmnngSsinnS bar, keinen Schrttt gethan wissen will, der »icht alsbald klingende» Erfolg verspricht, vermag fich je»m Forderungen feindselig gegenüberzustellen. ES fei nnS gestaltet, einige dieser Forderungen im folgend» näher zu beleuchten.
Der Haupttheil der Mehrkosten entfallt auf Eisenbahn-Bauten. Zunächst soll die Usambara-Bahu über Muhesa nach Korogwe fortgeführt werd». ES ist dies ein dringendes Erforderniß, um zu verhüten, daß der Verkehr fich a«S Deutsch-Ostafrika dauernd auf das englische Nachbargebiet hinüberzieht, wo der Bahubau beretts eine» gewaltigen Vorsprung genommen hat.
Ebenso wird auch der größere Theil deS Reichs- Zuschusses von Eisenbahubculteu iu Anspruch genommm. Hier handelt es sich um die Fortführung der Eisenbahn und des Telegrapheu-Kabels von Swakopmund nach Windhoeck. Die auf der Hand liegenden wirth- schaftlichen Lortheile einer solchen Bahn sind Sicherstellung und Verbilligung des Frachten-TranSports, sowie Beschleunigung deS Post- und Personen-Ber- k-hrS. Nur durch den Ausbau der geplanten Bahn- linie kann die Rentablttät gewisser Erwerbszweige in Südwestafrika gesichert werden. Hierher gehört vor allem die Wollfchafzucht, die bisher infolge der hohen Frachtsätze bis zur Küste keinen rechten Aufschwung nehmen konnte. Aber auch für die Rinderzucht läßt sich erst uach Verbindung der Küste mit dem Innern mittelst Schienenweges Günstiger erhoffen; den» nichts wirft lähmender und niederhalteuder auf die Entwicklung dieses Erwerbszweiges ein, als der fortwährende Verbrauch von jungen und kräftigen Thiere», welchen das Transport-Mittel der bekannten Rinder- Karren auf der langen und beschwerliche» Fahrt durch die Wüste bis zur Küste für sich in Anspmch nimmt.
ES dürste interessant fein, in dieser Frage das Urtheil eines Ausländers zu vernehmen, dem Niemand reiche Kolonial-Erfahrung und praftischen, hier noch daS durch das englische Nalional-Jntereffe geschärfte» Blick absprecheu wird. Stanley fühlt sich in seinem vor wenigen Monaten erschienenen Buche über Südafrika „bei der Besichtigung der Karte von Afrika mit der außerordentlich glücklich gelegenen deutschen Besitzung" zu folgenden Gedanken angeregt: „Wenn die Deutschen eine Bahn von Swakopmund nach dem Oranje-Fluß bauten, so würden sie zu furchtbaren Wettbewerbe» für allen Handel im Betschuanaland und dem ganzen Norden der Kap-Kolonie werden; denn Swakop liegt drei volle Tage Europa näher als dir Tafelbai."
Schließlich fei noch ein anderer bemerkeuswerther Titel in dem neue» Kolonial-Etat erwähnt. Zu Beihülfen für die Nebers iedelung deutscher Frauen und Mädchen nach Deutsch-Südwestafrika werden 25 000 Mark verlangt. Selbst diese winzige Forderung ist der Opposiou ein Doru im Äuge, und Eugen Richter fühlt fich bereits bemüßigt, über „Reisen zur Brautschau und Hochzeits-Reisen auf Reichskosten" zu spotten. Mit solchen Witzeleien aber werden koloniale Fragen nicht gelöst. Deutsch - Südwcst- afrika ist das einzige Gebiet, das als Auswanderer- Kolonie größer« Stils für uns tit Frage kommt, und muß daher mit allen Mitteln zu einer solchen entwickelt werden. Das schreiende Mißverhältniß zwischen der Zahl der deutschen Männer und deutschen Mädchen in dem betteffend» Schutzgebiete aber bringt die Gefahr der Entstehung einer wenig wünschenswerthen Bastard - Bevölkerung ntti sich. Eben deßhalb ist die Ueberfiedelung deutscher Mädchen nach Kräften zu fördern.
Den neuen Kolonial-Etat ftnnzeichnet in allen seinen Ttteln weises Maßhalteu und Beschränkung auf das Nothwendigste. Es darf daher auch wohl erhofft werden, daß derselbe die Zustimmung der überwiegenden Mehrheit deS Reichstages finden wird.
stellungSpavillo» gesehen und erftirt fich entzückt über dieselbe». „ES wäre nur zu wünsche», daß alle Architekt» ebenf» inspirirt wär» wie die der deutsche» Sektion,' sühtt er aus. „Der Eindruck der Pläne ist wahrhaft bejauberub, der Architekt hat fich als Man» von Geschmack gezeigt, er hat seine Eingebung in der alten deutschen Architektur gesucht, aber fld wohl vor sklavischer Nachahmung gebötet und bebe gleichfalls sorgfältig vermieden, an Operndecoration, wie fie für „Faust' und „Die Melsterfinger' in nuferer Zett das Mittelalter etwas gar zu leichtferttg nachzuäffen suchen, zu erinnern. Mau erblickt seinen heitere» und ruhige» Beu unter dem Schatten alter Buchen; hohe rothe Ziegeldächer von ungleicher Höhe, eine sehr vielfältige und lebhafte Gliederung, über das Ganze hinweg ragend ein schlanker viereckiger Thurm, mit grünen Ziegel» ausgelegt, ans dem hier und da Goldftone» als Verzierungen hervorleuchten; schneeweiße Steinbalkons mit feiner Gliederung; das Alles bietet ein dem Auge erfreuliches und überaus gelungenes ®efammtbilb. An bet Front des Hauptgebäudes ist der deutsche Adler i» sehr feintönigen Ziegeln angebracht, während Emailziegel in der gleichen Nüauce wie die Verzierung des ThurmeS fich die Friese entlang unter den Balkons hinziehen und die verschiedenen Stockwerke in gefälliger Weise hervorheben. Welch einen reizende» Eindruck wird dieser zierliche Bau Hervorrufen, wenn er sich in der Seine spiegelt, nnd wir müssen nochmals wünsch», daß die Nachbarbant» seiner würdig werde».'
Der „Arizona-Kicker', der schon so lange nichts von sich hat höre» lasse», giebt jetzt wieder einmal ein köstliches Lebenszeichen. Unter der Spitzmarke „Eingesandt!' veröffentlicht er ans der ersten Sette des Blattes Folgexd-S: „AIS wir gestern Mittag in die Office kamen, tönte uns aus dem Papierkorb daS Quieken eines FerkelchenS entgegen Dieses Ferkelch» war ein strammes Baby von bre Jahren — männlichen Geschlechts, wen» wir der Versicherung einer aus bet Nachbarschaft herbeigerufenen Lady volles Vertrauen schenken dürfen! DaS Baby brüllte, wie ein Shopman, der für seine Schundwaare Kunden anlocke» will. Der Editor deS Blattes nahm den Bengel auf die Kniee, nm seine Thräne» zu trockne», aber — im Gegentheil! Der Redactions-Findling hat schon bei uns das größte Unheil angerichtet. Er trieft Tinte und spukt sie bann aufS Papier; er hat an ber Gummiflasche geleckt unb ist mit ber Zunge dran kleben geblieben! Der arme Junge war so hungrig, daß er unsere» halben Leitartikel für diese Nummer auf gef reff en hat, webhalb wir heute etwas lückenhaft erscheinen müssen. Wir fordern hierdurch in aller Höflichkeit den ehrlosen Schuft, der uns dieses Kukuksei ins Nest gelegt hat, auf, de» grunzende», nicht? nntzig» Gentleman zurückzuhol»! Anderenfalls ersuchen wir unsere Leser dringend um die Zusendung von trockenen Windel», Hemden und anderen LnruSarttkeln. Wir habe» das kleine Ungeheuer, das so nackt war, wie ein badender Hecht, vorläufig in ein» „New - Jork Herald' eingewickeltI!'
Glühlicht in Nordafrika. Während die hoch- cultivirten Engländer auf dem Fels von Gibraltar noch immer vergeblich nach den Segnungen des elektrischen Stromes schmachten, erstrahlt die Berberstadt Tanger an ber gegenüberliegenden afrikanischen Küste schon feit Jahren in elektrischem Lichte. Hier scheinen also die Mauren ihre alte Abneigung gegen alles, was der Fortschritt christlicher Nationen ihnen in$ Land bringt, abgelegt zu haben, denn die Zahl der Abonnenten auf das elekttische Licht nimmt von Tag zu Tag zu, und die Drähte näher» sich jetzt schon dem maurische» Viertel, d,mjenige» Stadt- theile, wo weder Europäer »och Juden wohnen dürfen. Sogar die Heinen maurischen Läden, die ein Europäer mehr mit einem Schranke als mit einem Geschäftsräume vergleichen würde, beginnen in eleftrischem Lichte zu glänzen. Der maurische Minister deS Answättigen hat elekttisches Licht in seinen Bureaus, und nur der Gouverneur-Pascha hält streng conservatio an seinem Widerwillen gegen die Elek- tricität fest. Reisende, die Tanger zum ersten Mole seh», find über den Anblick der alten Stadt in elektrischer Beleuchtung überrascht, und andere, die nach längerer Abwesenheit die Stadt wieder besuchen, finden, daß ihre Eigenart dadurch an Reiz verloren habe. Die zwei Dynamos, die d» Sttom liefern, stammen von der Allgemeinen Elettricitäts-Gesellschaft in Berlin. Hauptsächlich wttd Glühlicht verwandt, nur nn Theater giebt eS ein Paar Bogenlampen.
Aus Petersburg. Wen» die Schwalben heimwärts gezogen find, beginnt für den Petersburger die Wassergefahr. Fast ein jeder Herbst bringt eine Ueberschwemmung durch starken West- sturm. Das Waffer beS finnischen Meerbusens strömt dann in die Newa und ihre hüben Verzweigungen zurück; da gleichzeittg der Abfluß der Newa aus dem Ladogasee fortbauert, so tritt, manchmal mit ungeheuerer Heschwinbigkeit, das Wasser über die Ufer. Die brei Kanonenschüsse, bie von Kronstadt her die'droh»de Gefahr verkündet, find das Zeich», ans das die Bewohner der niedrigen Viertel und die Kellerwürmer von ganz Petersburg eifrig ihre Kreuze schlagen und ihre Habe zusammeupack». Strömt noch ein tüchtiger Regen herab, so ist daS Bild troftlofer Abscheulichkeit fertig. Binnen kurzem fahren die Rettungskähne durch die Straßen und lese» die Kellerwürmer auf, um fie nach den schon vorbereiteten Unterkunftsräumen zu fahren, wo die
Vermischtes.
Der deutsche AuSstellnngöpavillon für Paris. Ei» Mitarbeiter beS „Journal des Debüts" hat in
reiche russische Wohlthätigkeit ein reiches Feld für ihre Arbeit findet. Auf der Newa schäumen dann Meeres- wellen; Dutzende von Barke», mehrere Holzschiffe, Badeanstalte», kleine Dampfer gehen unter oder treiben herrenlos umher, auf den tief liegend» Friedhöfe»
dem Cabinet des Seaeralseftetärs der Ausstellung, wühl» bie Wellen Knochen unb Leichen hervor. Nach Henry Chardo», bie Pläne für b» deutschen Aus-> einigen Stunden fällt baS Wasser ebenso schnell wie
«8 gestiegen »er; bie Keller »Lerner kehre» « ihre durchnäßt» Ämter» zurück uib setz» ihr» Kampf ■m ein fteudloseS Dasein fort, Märtyrer unserer Zett. TagS darauf steht der Schweizer und die Schaar der Dwornift wieder ftmnblich unb still auf ihrem Post«, als ob Sorge und bas wenige Hab und Gut, um die Gesundheit von Frau und Kinde» »eben bet Dienstpflicht nicht bestehe» könne. So war eS auch am 9. December. Beseitigung ber UeberschwemmungS. gefahr ist nur mit ungeheurem Kostenaufwand möglich, den» der Gedanke ber Verlegung ber Hauptstadt nach dem Süden, wodurch die Wohnungen billig »erben unb bie Rothwenbigkeit beS Geschlechtes der KellerwLrmer beseitigt würde, besteht im Emst wohl nicht. Bedeuft man, daß Rußland sett Peter dem Groß» eine Macht geworden ist, die im hohe» Norde» keine bedeutend» Interessen besitzt, so muß man erstaunt sein, daß nicht längst eine bet schönen und zukunftsreichen Städte am Schwarz» Meer bevorzugte Hauptstadt beS russischen Kaiser- reiches geworden ist.
Wall wird aus den alten Avpferpfeanigea? Diese Frage hat man kürzlich in d» Bereinigt» Staaten aufgeworfen. Die Münzsorten find dort verschiedentlich gewechselt worden, und bei der jedesmalige» Herausgabe einer n-uen Münze wurde die alte zur allmähliche» Einziehung bestimmt. Nun find aber die Kupfermünzen zum groß» Theile nicht eingewechselt worbe» unb beut Anscheine nach überhaupt verschwunden. So »mß cs irgendwo in jenem Lande 199 900000 Stück alte Kupferpfennige geben, aber Niemand weiß, »aS auS ihnen geworden ist. Vor einigen Jahre» wurden 4'/, Millionen bronzene 2 Cent-Stücke in Umlauf gesetzt unb später wieder eingegog», aber 3 Millionen Stück sind bisher bei ber Münze nicht toieber eingeliefert worden und haben keine Spur ihrer Existenz hinterlassen. Ferner giebt es auch kleine silberne 3 Cent-Münzen in den Vereinigten Staaten, aber höchst selten bekommt man eines davon zu sehe». Bon den 100 000 V2 Cent- Stücken, die an Werth dem englischen Farthing gleichkamen, ist nicht ein einziges zur Münze zurückgelangt, noch im Staatsschatz befindlich. Während diese Geldstücke so viel Liebhaberei beim Publikum gefunden zu haben schein», daß sie gar nicht wieder herauszubekommen sind, kann der Staatsschatz der Vereinigten Staaten andere Geldstücke wiederum gar nicht in Umlauf setzen. So war unlängst ein Vorrat von 5 Millionen Dollars in halben Dollarstück» vorhanden, nach d»ev fich keine Nachfrage einstell» wollte. Um so mehr wird das übrige Geld abgenutzt, und die Münze in Washington hat auf je 1000 SilberdollarS jährlich 30 Dollars zuzusetzen, um bie abgegriffenen Stücke wieder auf den früher» Metallwerth zu bringen.
Vergmigungsauzeiger.
Königliches Theater zu Cassel.
Sonntag, den 18. Dec.: „Im weißen Röß'l" Montag, den 19. Dec.: „Der Pfarrer von Kirchseld.' Dienstag. den 20. Dec: .Die Braut von Cypern ' Mittwoch, den 21. Dec: „Aschenbrödel' Donnerstag, den 22. Dec.: „Der Barbier von Sevilla." Freitag, den 23. Dec.: „Maria Stuart.' Sonntag, den 26. Dec.: „Rieazi.'
Bom Büchermarkt.
*** Porrellavportrait? als Kriegsbeute dürften selbst im kriegerischen Jahrhundert richt allzuhäufig von den Siegern mitgeschleppt woiden sein Wenn es aber einmal geschah, dann waren er sicher bescheidene Deutsche, die kleine, aber schöne Kun» werke, dem gleißenden Gold« vorzogen. Zwei solcher Reliefportraits Napoleon» I. und seiner Gemahlin bringt, genau nach den Anno 1814, von Blücher- scheu Soldaten in Sövrr» erbeuteten Originalen das soeben erschienene 18. Heft de» Prachtwerkes .Da» 19. Jahrhundert in Wort und Bild', Politische und Culiur- geschichie von Han» Kiaemer (Deutscher Verlage hau» Bong u. Co, Beilin. 60 Heft« ä 60 Pf.)
*** Der vom Bunde der Lardwirthe hrrauSgezebine Bundes-Kalender liegt un» für das Jahr 1899 vor Einrichtung wie Inhalt des Kalenders find, wie auch in früheren Jahren, zweckentsprechend und den Bedüifnisien der Landwirthe wohl angepaßt. Da» Taschenbuch enthält außer einem UcberfichtSkalender reichlichen Raum für Taget- notizen, zahlreiche für die Wnthschafr brauchbare Tabellen, sowie eine Reihe zum Durchschreiben eingerichteter Noii, blätter. Angegeben ist dem Kalender das Bild deS 2. Lor- sitzenden des Bunde», des ReichrtagSabgeordnekn Dr. Roesicke-GörSdorf. - Der Preis beider Theile (Tagebnch und broschirter Kalender) beträgt je nach dem Einbande de« Tagebuch» 1,50 resp. 2 Mk. Für Mitglieder de» Bundes ermäßigen sich di« Preise — bei Bestellung bei der Centralstelle deS Bundes, Berlin SW., Teffauerstraß« 7 — auf 35 Pf„ 1,25 resp. 1,75 Mk.
*** Die Weihnachts-Nummer (Heft 7) der .Modernen Kunst' (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis für Abonnenten und solche, di« noch jetzt in da» Abonnement eintreten, 1 Mark; für Nichtabonnenten 3 Mark) ist soeben erschienen. Man weiß schon längst an» früheren Jahren, daß die Weihnachts-Nummern der .Modernen Kunst' ans- gezeichnete journaltechnische Leistungen find, die den Höhepunkt unter den Heften des trefflichen, iu der ganzen Wett um seiner Meifterbolzschnitte, Färbend: ucke, Illustrationen, Roman«, Novellen, Theater- und Sportberichte berühmten Blatte» bilden.
**♦ Gröberen Festen pflegen im Hanshatt« unruhvolle Wochen voraufzugehen ono viel Arbett nnd allerlei Sorgen und Besorgungen zu bedingen. Da wird in vielen Beziehungen guter Rath doppelt geschätzt DaS beliebt« Frauenblatt „Häuslicher Rathgeber' erwägt diesbezügliche Wünsch« seine« wetten AbonnenteufteiseS mit rühriger und rührender Umsicht stets zuvor, so auch in d-.r uns vorliegenden Nummer 50, au« welcher wir folgende« erwähnen: .Vor dem Feste', Gedicht, .Weihnachtsarbetteu', „Die Tafel zur Weihnachtszeii', .Christbaumschmuck', außerdem: Recepte zu Confect, Pfeffernüssen, Honigkuchen, Chrlstftollen rc. Abonnem.ntSpreis vierte jährlich 1,40 Mark. Pror,vumm«'U gratis und franco vom Verlag«: Robert Schneeweiß, Berlin W„ Elßholzstr. 19.
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