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Wöchentliche Beilagen

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univrrsitäts-Buchdruckerei in Marburg. Expedition: Markt 21. Telephon 55.

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: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» i» Rerdurg.

Redaktion: Markt 21. - Telephon 55.

M. 296

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (cxkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge- lvaltenr Zeile oder deren Raum 10 Psg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Warburg

Sonntag, 18. December 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstcin & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M Berlin, München, Köln; 6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M. Berlin, Hamuver, Paris x.

33. Jahrg.

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt sechzehn Seiten

Staatssecretär von Bülow über die auswärtige Politik.

(ReichStagrsttzung vom 12 December.) (Schluß.)

Wir find weit entfernt, eine Schutzherrschast über alle Christen im Orient in Anspruch nehmen zu wolle»; aber das Schutzrecht über deutsche Staats, angehörige mit vollem Recht hat es soeben der geehrte Herr Abg. Fritzen hervorgehobe» steht mir dem Deutschen Kaiser zu. (Lebhafter Beifall.) ES ist auch die hier und da in der ausländischen Presse aufgetauchte Annahme nicht zutreffend, als ob ein solches Protettorat erst durch die Orientreise des Kaisers begründet gewesen wäre. Dieses Protektorat bestand schon früher; cs besteht seit dem 18. Januar 1871, wir haben das­selbe seitdem dauernd ausgeübt und bei ver­schiedenen Gelegenheiten, so 1875 bei der Ersetzung der egypttschen Konsulargerichte durch inter­nationale Gerichte, 1878 während deS Berliner Kon­greffes und 1892 bei dem Kompetenz-Konflikte wegen der Jerusalemer Anstalten deS deutschen katholischen Palästina-Vereins, es ausdrücklich gewahrt. Wie jeder souveräne Staat besitzt das Deutsche Reich Kraft seiner Souveränität daS Recht und die Pflicht, seine Angehörigen «nd deren Anstalten in fernen Landen zu schützen und allein zu schützen. Wir üben dieses Recht auS auf Grund unserer Reichsverfassung. Die in Art. 11 unserer Verfassung dem Deutschen Kaiser zugesprochene völkerrechtliche Vertretung des Reiches involvirt den Schutz aller Deutschen im Auslande, mögen dieselben Katholiken oder Protestanten sein. Wir werden unS der religiösen Interesse» unserer katholischen Mitbürger im Orient auch fernerhin gewissenhaft und treu annehmen. (Beifall im Gentrum.) 68 sind auch die Ausweisungen fremder Untetthanen auS dem preußischen Staatsgebiete znr Sprache ge­bracht worden. Auf diese Materie einzugehen, hätte ich an und für sich keine Veranlaflung, da dieselbe »or da» Forum deS preußischen Landtages gehört. (Sehr richttg! rechts.) Wenn aber die Befürchtung ausgesprochen worden ist, daß durch diese Aus­weisungen unsere Beziehungen zu andere» Staaten getrübt werden könnten, so kann ich Sie in dieser

Beziehung vollständig beruhigen. Unsere internationalen Beziehungen können durch diese Ausweisungen nicht alterirt werde», weil letztere ein Akt unserer Souveräni­tät sind, welche wir von keiner Seite antasten laffen. (Beifall.) lieber einzelne Spezialfälle schweben zwischen den deutschen und de« österreichisch uugarische» diplomatische« Organen vertrauliche Besprechungen, welche jenen steundschastlichen Charakter tragen, der unsere allgemeine» Beziehungen zu dem österreichisch- ungarischen Reiche kennzeichnet. Mehr möchte ich nicht sagen, denn ich glaube, daß ein Minister besser thut, kleinere Divergenzen mehr geschäftlicher Natur zwischen besteundeteu und verbündete» Staaten öffent­lich nur in versöhnlichem Geiste, nach reiflicher lleber- legung und mit genauer Bemessung der Tragweite seiner Worte zu erörtern. (Lebhafter Beifall.) Es ist a«ch die Besorgniß unbegründet, als ob der Drei­bund irgendwie erschüttert wäre in seiner inneren Kohäsion oder in äußerem Ansehen. Die Weltlage bringt er mit sich, daß etwa tu der Welt vorhandene bedrohliche Symptome sich nicht gegen den Drei­bund richten. Der Dreibund gleicht einer Festung in Frirdenszeiten, auf deren Glacis die Bäume mit jedem Jahre höher wachsen, was aber nicht aus- schließt, daß im Falle der Roth, den ich übrigens weder herbeiwünsche, noch in diesem Augenblick vorauSsehe, die Festung in kürzester Frist sturmfrei gemacht werden könnte. Der Dreibund ruht auf sicherer Basis. Er ist das Ergebniß des geschicht­lichen Werdeganges dreier großer Staatswesen, die seit dem Beginne der europäischen Staaten­bildung immer in lebhaften Beziehungen zu ein­ander gestanden haben und stets in irgend einer Art und Weise verbunden waren, jetzt aber die glückliche Form gefunden habe», bei voller innerer Autonomie und absoluter Selbstständigkeit nach Außen fest zusammenzustehen. Der Dreibund ruht auf klaren und einfachen Jntereffen. Jeder seiner Tbeil- nehmer hat ein gleiches Interesse au seinem Fort­bestehen, jeder würde durch das Aufhören des Drei­bundes in gleichem Maße verlieren. Und da der Dreibund, weit entfernt, aggressive Zwecke zu ver­folge», nichts weiter anstrebt, als die Wahrung des Status quo und die Erhaltung der bestehende» Ord­nung der Dinge, so kommt derselbe im letzten Ende allen Völker» und der großen Sache des europäischen Friedens zu Gute. (Lebhafter Beifall.) Ich kann aber bei dieser Gelegenheit nicht ganz die Bemerkung unterdrücke», daß eS sich im Allgemeinen empfiehlt, bestehende, erprobte und zur Beftiedigung aller Participanteu functionirende Bündnisse nicht zu oft zu discuttren. Es geht mit den Allianc » ähnlich wie mit den Damen: die besten find schließlich doch diejenigen, von denen men am wenigsten redet. (Heiterkeit.) Was unser Verhältniß zu England an­

geht, so möchte ich heute darüber nur dies sagen damit glaube ich aber eine ganze Menge z« sagen, daß es allerlei Fragen und mancherlei Punkte giebt, wo wtt mit England zusammengehen könne» »nd gern mit England zusammengehe», ohne Schädigung und unter vollster Wahrung anderweitiger werthvoller Beziehungen. Zu meiner Beftiedigung ist unsere Haltung bei dem spanisch-amerikanischen Conflicte heute von verschiedene» Seiten gebilligt worden. Gegenüber dem spanisch-amerikanischen Kriege hatten wir eine doppelte Aufgabe; wir hatten einmal die Pflicht, dafür zu sorgen, daß durch diesen Ku-; unsere Beziehungen weder zu Spanien »och zu den Vereinigten Staate» Amerika» getrübt wurden. An uud für sich würden wir e» im Jntcreffe der Menschlichkeit und vom Stand- puucte des internationale» Handels lieber gesehen haben, wenn dem AuSbrnch eines Krieges vorgebeugt worden wäre, der auf beide» Seite» schmerzliche Wunden geschlagen hat. Nachdem jedoch die dies­bezüglichen Bemühungen erfolglos geblieben waren, blieb uns nichts anderes übrig, als den Dingen ihren Lauf zu laffen. Ein eigenes deutsches Jntcreffe an der kubanischen Angelegenheit bestand nicht. Noch weniger waren wir zu Richtern über die Frage ein­gesetzt, wer in dem wegen Kuba entstandenen Streit Recht und wer Unrecht hätte. Wir hatte» lediglich die Aufgabe, noch beiden Seite» hin loyale Neutra­lität zu beobachten. Dieser unserer Pflicht find wir während deS ganzen Verlaufs des Krieges mit größter Gewiffenhaftigkeit nachgekommen. Niemals und in keinem Stadium des Krieges haben wir irgendwelche Tendenz zu unbefugter Einmischung gezeigt oder auch nur empfunden. Wir hatten ferner die Aufgabe, dahin zu wirken, daß die deutsche Schifffahtt und der deutsche Handel während deS spanisch-amerikanischen Krieges thunlichst vor Schaden bewahrt blieben. Ich sage thunlichst, denn jeder Seekrieg bringt es mit sich, daß die neuttale Maare und daS nenttale Schiff bis zu einem gewissen Grade in Mitleidenschaft ge­zogen werden. Ich glaube aber sagen zu können, daß wir unserer Pflicht, die deutschen See-Interessen zu schützen, in de» Grenzen strikter Neutralität und ohne Schädigung unserer Beziehungen zu den beiden kriegführenden Mächten redlich nachgekoa.men sind. (Bravo!) Wen» jeder Krieg, der zwei edle und uns gleichmäßig befreundete Nationen entzweit, an und für sich ein beklagenswerihes Ereigniß ist, so können wir uv» doch der Hoffnung hingeben, daß unsere ge­wissenhafte und korrekte Haltung während des Stiege» mit dem Glauben an unsere Friedfertigkeit auch das Vertiaue» in die Ehrlichkeit unserer Polittk gekräftigt habe. Was unsere Handelsbeziehungen zu Amerika angeht, so hat mit dem Cabinet von Washington ein Gedankenaustausch stattgefunde», welcher ver­

schiedene principielle Divergenzen ergeben hat. Die Verhandlungen find durch den spanisch-amerikanische» Krieg bis zu einem gewiffe» Grade ins Stocken ge­langt, werde» aber wieder ausgenommen werde», wie dies noch kürzlich von amerikanischer Seste er­klärt worden ist. Wir glauben in der Annahme nicht fehlzugehen, daß ans beiden Setten der gute Wille bestehl, die ftenndschaftliche» Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigte» Staate» auch auf commerciellem Gebiet festzohalten. Meine Herren, wohin wir ht Europa, wohin wir in der Welt blicken, sehen wir die Regierungen von dem Sueben erfüllt, de» Frieden zu erhalle». Die Er­haltung de» Friedens hängt nicht von der einzelne» Macht ab. Wir geben uns aber gern der Hoffnung hin, es möge noch lange gelingen, zu verhindern, daß der unvermeidliche Kampf ums Dasein anSarte in Conflictt, welche zn vermeiden alle ei» gleiches Jntereffe habe». Wie die einander scheinbar ent­gegengesetzten Kräfte der Centtifngal- und der Centripedalbewegung die Harmonie der Sphäre be­wirken, wie daS öffentliche Leben aufgebant ist auf der Versöhnung zwischen dem individuellen Eigennutz und dem Gemeinstnn, so ruht der Weltfriede auf der Ausgleichung zwischen dem berechtigte» nationale» Egoismus jedes Volke» und den der ganzen Mensch­heit gemeinsame» Kultur aufgaben. Getreu den Traditionen seiner Geschichte, gären seinen innersten Instinkten und gehen den großen Zielen seiner Kaisers wird dar deutsche Volk, bei aller Wahrung unserer Rechte und Interessen, uud deffen wohl ein­gedenk, daß unsere Zukunft aus unserer Macht ruht, unsere Macht aber auf der Schärfe unserer Schwertes, doch niemals fehlen, wo cs sich um universelle Ziele und um die Aufrechterhaltung des Weltftiedcns handell. (Lebhaftes Bravo.)

Umschau.

Aus Karlsruhe meldet dieSüdd. Reichs- correspondez*: Se. Majestät der Kaiser sandte auf die Nachricht von der Begründung des badische» LandescomiteS des deutsche» Flottenverei; s folgendes Telegramm an de» Prinzen Karl von Baden:

Eurer großherzoglichen Hoheit spreche Ich Meine» verbindlichste» Dank für die telegraphische Meldung von der heute erfolgte» Bildung eines badische» LandeScomitös des deutsche» Flottenvereins freudigen Herzen» auS. ES gewährt Mir eine hohe Befriedigung, zu sehen, wie gerade im badische» Lande der nationale Gedanke von der Nothwevdigkeit einer Stärkung der deutschen Flotte zur Vertheidigung der Größe des Reiches und zur Erhaltung seines wirthschastlichen Wohlstandes immer tiefere» Lerständniß und ttene Unterstützung findet. Insonderheit hat es Mich mit

(Nachdruck verboten.)

Schute des Lebens.

Roman von Marie Bernhard.

(Fortschnns.)

ES find Ihre Augen, es ist Ihre Art, z« sprechen, zu blicken, den Kopf zu heben, Ihre rasche Energie, fich mit Dinge», die unab­änderlich find, abznfinde», Ihr warmes, reiches Gcmüth da bin ich schon bei den Charaktereigen­schaften angelangt! Wäre sie ein halber Dutzend Jahre älter, ich ließe sie ohne Besorgnis ziehen, selbst in die unbestimmten, wahrscheinlich sehr schwierigen Lerhältniffe hinein, die fie erwarten . . . frettich . . . mit zwölf Jahren*

Ich fürchte, Sie find mir gegenüber Partei, mein lieber Werder! Und dann, wie Sie richtig sagen: mit zwölf Jahren! Was alles kann in diesem zarten Aller aus einem lebhaften und begabten Kinde gemacht werden?*

Richt zu muthlos! Ra» kann nicht wissen «u», Erni, laß' doch die berühmte Photographie ein- mal ansehe»!*

Da, bitte! Mtt war e» ziemlich egal, wie ich aussehen würde, ich wollte bloß, daß Minz gut gehofft» werde» möchte.*

Der Justizrath sah fich das niedliche Bild auf­merksam an, Erni hatte einen erwartungsvollen, lachenden Ausdruck auf der Photographie, der ihr sehr reizvoll ließ.

Nun gut! Also dieses Bildchen schicke ich mit, werde noch ein paar weitere Erkennungszeichen ver­abrede». Sie gestatten, verehrte Fra«!*

Damit ging der alte Herr zum Schreibtisch, «nd gleich darauf flog seine Feder in rasche» Züge« über das Papier. Er war noch nicht mit seinem Vries

fertig, als es leise klopfte und das ällliche Stuben­mädchen eintrat.

Bitte um Verzeihung, gnädige Frau aber Herr Latour ist vor zwei Stunde» angekommen und läßt anftageu, ob es genehm wäre, wenn er mit Nanon auf ein Stündchen heraufkäme.*

Ich laffe bitten!*

Das Mädchen ging. Erni zog ein langes Ge- flchi und sagte in vorwurfsvollem Ton:

Aber GroßchenI*

Nun, Kind, sollte ich ihn etwa abweisen lassen?*

Wa8 er hier bei «ns will! Immer ist er so schrecklich höflich und kommt gleich herauf. Nanon wird da» auch nicht so sehr lieb fein. Herrgott, waS soll aber Nanon anfangen, wenn ich fort bin ?*

Sage ihr nichts davon, sie erfährt eS am beste» durch mich oder Onkel Werder!*

So, das wäre fertig!* Der Justizrath adrcffirte seinen Brief mit der Raschhett deS routinierten Be­amten.Wollen Sie dafür sorgen. Verehrte, daß daS Schriftstück baldmöglichst befördert wttd?*

Klingle Erni! Pauline, düsen Brief sogleich zur Post!*

Da» Mädchen liefe die Thür offen, denn Herr Latour und feine Tochter ttaten soeben ei».

6. Kapitel.

Justizrath Werder hatte einige Mähe, in dem tadellos nach der neuesten Mode gekleideten Herrn mit de» spitze» Schnabelschuhe», dem lockig frifiette» Kopf »nd dem wiegende», tänzel»de» Schritt den hübschen, unternehmende» Jüngling wieder zu er­kenne», den er vor langen Jahren als Gaston Latour gekannt hatte.

Zwar hübsch war dieser Herr hier auch, dar ließ fich nicht leugne», und unternehmend genug sah et ebenfalls aus, aber für einen Mann am Ausgang

der vierziger Jahre so alt mußte er reichlich sein hatte sein Aeufeeres wie fein Auftreten doch merk­würdig viel gesuchte Jugendlichkeit.

Erika suchte mit ihren ausdrucksvollen Augen Werders Gesicht, gleichsam fragenb:Was hab ich Dir gesagt? Sie hatte recht: eine Wolke durch­dringenden Parfüm» ging vor Herrn Latour gleichsam her und durch strömte alsbald das ganze Zimmer mit betäubendem Odem.

Neben dem koketten Herrn ging ein zierlich ge­wachsenes Mädchen in Erni» Größe einher, sehr hell­blond, sehr weiß im Gesicht und, gleich dem Papa, mit ausgesuchter Eleganz gekleidet. Sie trug ein dunkelblaues Sammetkleid, nm das eine weißseidene Schärpe gebunden war, »nd reizend feine Pariser Sttefelche». Erni in ihrem schlichte», rothe» Woll­kleid sah unglaublich einfach gegen die kleine Gefährtin au8 und doch war sie weitaus die vornehmere Er­scheinung von den Beide».

Ergebenster Diener, meine hochverehrte Gnädigste,* begann Herr Latour mit einem tiefen Kompliment, Frau Wallis' Hand mit umständlicher Galanterie zu seinen Lippen führend,ich preise mein Geschick, das es mtt gestattet, Ihnen noch auf der Schwelle des alten Jahres meine Ehrfurcht zu Füßen zu legen .... Sie haben Besuch, wie ich sehe. Darf ich bitten, mich güttgst vorstellen zu wollen?*

Ich nehme da» Recht aller Bekanntschaft für mich in Anspruch, Herr Latour,' sagte Werder lächelnd »nd postierte fich in den hellsten Lampenschein.Wollen doch mal vd"». ob der Zahn der Zett mich unbarm-' herzig aj.ga-.ijt ok» ib er eS möglichst gnädig mit mir gemacht hat.*

Herr Latour setzte blitzgeschwind ein Monocle ein. Ich bi» ganz Spannung, ganz Ermattung* er hatte die Mauttr, ein Wott au» jedem Satz, den er

sprach, besonder» zu betonen, es gleichsam heraus- zuhebe«.ES wäre mir jedenfalls eine ausnehmende Freude . . . darf ich meine» Ange» hauen?* Er prallte um ein paar Schritte zurück «nd warf mittelst eine» Stirnrunzelns das Monocle herunter. Justizrath Werder! Freund und Schützer meiner Jngendjahre theurer Gefährte meiner in Gott ruhenden Eltern Sie sehen mich total über­rascht geradezu entzückt! Vcrehttester, Vcr- ehttester, welcher günstige Wind bläst Sie mit einem- mal daher?*

Nennen Sie ihn Verlangen nach einem endlichen Wiedersehen mit meiner allen, thenern Freundin!* versetzte Werder, LatonrS dargebotene beide Hände kräftig schüttelnd es war ihm zwar neu, daß er der Freund und Schützer der Jngendjahre diese» Manne», der ttene Freund seiner in Gott rvhende» Eltern gewesen sein sollte immerhin interessierte ihn dies Wiedersehen und er machte fich auf allerlei kuttose Dinge gefaßt.

Gott Gott Gott!* sagte Latour und warf de« Kopf zurück.Wo find die Zeiten hin, die seligen Zeiten, da wtt int Hause dieser Frau, unserer geehtte« Freundin, selbander verkehtten! Damals! Sie ein »geizig strebender Geist, ehr ernster Jünger d« Wiffenschast ich ein planlos «nd feurig ins Leben Stürmender planlos, gleich dem jungen Steppenroß, überschäumend von DaseinS- lnst «nd Thatendrang! Heute, Sir eine Leuchte der Jurisprudenz kein abwehrendes Händewinken, Hochverehrt», Sie find daS, und diese liebenswürdige Bescheidenheit ist fast zu viel deS Guten für einen Mann Ihrer Schlages! Ich einHütten- befitzer,* um mit «nfuem verehrten Ohnet z« reden, d» Herr eines ausgedehnten, vielverzweigten StabliffementS, dem Taufende dienen . . . immerhin etwas, wolle» Sie sagen .... nun, ich sage