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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.

Dnick und «erlag: Joh. Aug. Koch, Univrrsitäts-Buchdruckerei in Marbnrg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. Telephon 55. 1 444W VVWIUUJ|¥VI»III, Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

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Staatssecretär von Bülow über die auswärtige Politik.

(Reichstagssitzung vom 12. December.)

Der Herr Abg. Richter hat den Wunsch ausge­sprochen, Nähere« zu erfahren hinsichtlich meiner Stellung zu einige» Angelegenheiten meiues Ressorts. Ich möchte diesem Wunsche trotz der vorgerückten Zeit ohne Zögern nachkommen und hoffe, hierbei Gelegen­heit zu finden, in Kürze die Gesichtspunkte darzu- lege», welche zur Zeit maßgebend find für den Sang der auswärtigen Geschäfte deS Landes. Und da ich auS dem Morgenlande zurückkehre, so wende ich mich zunächst zur orientalischen Frage. Die orientalische Frage befindet sich zur Zeit im Großen und Ganzen in einer friedliche» Phase. Damit will ich nicht etwa sagen, daß daS orientalische Problem schon endgiltig gelöst sei. Die orientalische Frage gleicht einigermaßen der Sceschlange, von der ein Stück nach dem anderen zum Vorschein kommt. Die end- giltige Lösung der orientalischen Frage wird wohl keiner von uns erlebe». Es ist ja aber auch nicht nothweudig, daß alle großen Probleme, deren heute hier so viele erörtert worden sind, von heute auf morgen gelöst werden. Wir müssen auch unseren Kindern und Kindeskinder» einige Nüffe zu knack-n übrig laffen. (Große Heiterkeit.) Aber die orien­talische Frage erscheint gegenwärtig für den Welt- ftieden weniger bedrohlich, als in frühere» Epochen. An und für sich ist die orientalische Frage vielleicht komplicirter geworden, als sie vor zwanzig und vor vierzig Jahren war. Die Gegensätze nicht so­wohl zwischen Christen und Mohammedanern, als zwischen den einzelnen Balkauvölkern haben sich seitdem zugespitzt; mit dem Selbstständigkeitstrieb dieser Völker ist auch ihr Expansionsbedürfniß ge­stiegen. Dazu kommt, daß es auf der Balkanhalb­insel Punkte gicbt, die unter Umständen zu Eris- äpfelu in des Wortes verwegenster Bedeutung werde» Hunten. Wer mir beispielsweise zu sagen wüßte, wie ßch in Makedonien die Ansprüche der verschiede­nen Nationalitäten und Confesfione» befriedigen laffen, den erkläre ich für einen sehr feinen Kopf. (Heiterkeit!) Das käme gleich hinter der Quadratur des Cirkels und der Auffindung des Steins der Weise». Auf andere Schwierigkeiten, deren Sitz mehr iu der Nähe von Coastantinopel und Klein­asien ist, und gar auf die armenische Frage will ich lieber nicht eingchen. Und doch brauchen wir nicht zu befürchte», daß alle diese Gegensätze, Probleme und Fragen den europäischen Friede» ernstlich stören werden. Soweit menschliche Berechnungen reichen, dürfen wir vielmehr hoffen, daß die Ruhe im Orient in der nächsten Zeit nicht getrübt werde» wird. Das

(Nachdruck verboten.)

Schule des Lebens.

Roman von Marie Bernhard.

eAortfetzung.)

,68 wird wohl nicht anders sei», Erni, wir werde» de» Termin eiohaste» muffen!'

Die frischen Lippen zuckten, in den kaum ge­trockneten Augen begann des von neuem, feucht zu glänzen.

Ich will aber nicht! Das ist doch auch zu grausam. Mitte» in den Feiertagen! Ja, dann muß Herr Latour erlauben, daß wir daS Stück am ersten Festtag spiele» er thut es, wenn ich ihn bitte! Er thut immer alles, waS ich will!'

Hast Du Herrn Latour gern?' fragte Werder.

Ach na ich weiß nicht!' crwiverte Erni gedehnt.Er spricht gar nicht zu mir wie zu einem Kinde immer schon so, als habe er eine Dame vor sich und doch will er mich immer küffen na, paßt sich das für einen, der doch Nanous Papa ist? Dan» sagt er mir iu einem fort Schmeicheleien, und Eroßchen meint, das ist »»sei». Und wie er immer parfümirt ist! Wen» er mal zu uuS kommt, riecht das ganze Zimmer noch tagelang nach ihm; Nanon sagt, cs sei immer das neueste Pariser Parfüm, und einmal habe» wir ihm welches weg­genommen und UNS aufs Taschentuch gegoffeu aber dafür bekam ich vo» Großmama eins an die Ohren. Weißt Du noch Großchen? Gott ich war noch klein damals, jetzt thu ich das nicht mehr, er kann all' seine ParfümS für sich behalten, kr wollte mich ein paarmal ganz groß beschenke», aber das verbat ßch Großchen und ich will auch lieber »ichtS von ihm haben. Ich nenn ihn auch nicht Onkel, sondern immer ganz steif Herr Latour; ich glaube, darüber ärgert er sich schlagrührend!'

kommt einmal daher, daß mit dem wachsenden und fördernden und nähernden Verkehr unter den Völkern das allgemeine FriedenSbedürfniß zugcnommcn hat und mit dem Umfange der Rüstungen die Scheu, Kriege zu entfeffeln, die Volkskriege im furchtbarsten Sinne des Wortes werden würden, wächst. Dazu kommt wir können dies ohne Ueberhebung, aber mit berechtigter Genugthuung sage«, daß mehr und mehr die Einsicht sich verbreitet hat, wie Deuffchland, eben weil es im Orient keine direkten politischen Interessen hat, und wegen unserer unbezweifelten und unzweifelhaften Friedensliebe, eine gewisse Garantie für die schließliche Ausgleichung der Gegensätze bietet. WaS unser Ver- hältniß zum türkischen Reiche angeht, so streben wir in Konstantinopel gar keinen besonderen Einfluß an. Mit dem Einfluß auf ftemde Staaten ist es so eine Sache. Es geht damit, wenn Sie mir den Ver­gleich gestatten wollen, ähnlich wie mit den Rennen um die goldene Peitsche; diese einmal zu gewinne», ist gar nicht so schwer; nachher soll sie aber immer und immer wieder vertheidigt und behauptet werde». Durch geschickte Benutzung der Verhältnisse läßt sich unter Umständen Einfluß auf ein anderes Staats­wesen unschwer erlangen. Diesen Einfluß aber dauernd zu behaupten, kann recht mühsam weiden und zu allerlei Unzuttäglichkeiteu führen. Schon der Einfluß, den wir auf andere Menschen ausüben, schwächt sich durch den Gebrauch ab; der Einfluß eines Staates gegenüber einem andere» Staate läßt sich jedenfalls nur behaupten, wenn derselbe in be­sonnener und vorsichtiger Weise ausgeübt wird. Darum habe» wir in Konstantinopel niemals einen Einfluß angestrebt, wie ihn dort in früheren Zeiten wohl diese oder jene fremde Macht ausgeübt hat. In dieser unserer Enthaltsamkeit liegt die Eigenart, aber auch die Sicherheit unserer Stellung am Goldene» Horn. Die Sympathien, die wir in der Türkei genießen, und für die wir dankbar sind, gründen sich darauf, daß die Türken wissen, wie Deutschland, eben weil eS den Flieden will, auch für die Erhaltung des türkischen Reiches eintritt, daß wir meinen, Völkerrecht bleibe Völkerrecht auch gegen­über den Türken, daß wir im Orient keinen Schein­frieden wolle», sondern wirklichen Frieden, und daß unsere wiithschaftlichen Unternehmungen in der Levante nicht der Ausbeutung, sondern der Wohlfahrt des osmanischen Reiches gelten. Und da alle anderen Mächte, die im Orient gleichfalls und zum Theil politisch direkter interesfirt sind als wir, wohl wissen, daß wir nicht daran denken, ihnen Hindernisse in den Weg zu legen oder ihnen Erfolge zu mißgönnen oder in ihre Aktionssphäre einzugreifen oder ihre Aspirationen zu durchkreuzen, so brauche» wir nicht zu befürchten, daß wir irgendwo berechtigte Eifersucht erwecken könnten. Den verschiedenen Balkanvölkern

Erni! Pfui! WaS ist das für eine häßliche AnkdruckSweise!'

Entschuldige, Großchen! Häßlich, aber zu- tteffend. Ach Gott, waS mir eben einfällt' Erni sprang vom Sos« auf, und schlug die Hönde zusammenam Ende soll mich Herr Latour nach Berlin bringen, der fährt ja so oft dorthin aber mit dem möcht' ich nicht fahren! Richt wahr, Großmama, liebe, einzige, Du bringst mich nach Beilin? Ja? Bitte, bitte ach, bitte!'

Es lag ein bestrickender Reiz im Ton dieser Kinderstimme, wenn sie bat überhaupt übte deS Mädchens ganze Erscheinung, ihre Art sich zu gebe», einen eigenen Zauber aus, das fühlte der Justizrath, er sagte sich, aus diesem jungen, knospende» Menschen- kiude muffe sich mit der Zeit eine starke Individualität entwickeln, es muffe interessant, aber zugleich nicht leicht sein, die Erziehung Ernis zu leiten. Nicht nur Frau Magdalene» zu Liebe, auch nm de» Kinder selbst willen war er entschlöffeu, es nicht aus den Auge» z» verlieren und Alles für das junge Wesen zu thu», was irgend in feinen Kräften stand.

Komm, kleine Freundin!' begann er liebevoll. Du darfst der armen Großmama wirklich nicht die Sache noch mehr erschweren! Wie kann sie Dich nach Berlin begleiten und Deinem Vater begegnen, von dem sie in offenem Unfrieden, unter so ttaurigen Verhältnissen geschieden? Wir wollen doch danach streben, ihr jeden neuen Schmerz zu ersparen, nicht wahr? Sie hat genug zu leiden. Deine liebe Großmutter wird mir erlauben, Dich in Berlin sicher abzulieferu. Sie haben doch nichts dagegen, beste Fre»udiv?'

Sie reichte ihm gerührt die Hand entgegen.

stehen wir fteundlich und ohne parti pris gegenüber. Wir verfolgen mit Wohlwollen ihre Entwickelung, wünsche» nur, daß sie nicht den Frieden stören mögen, und suchen zum beiderseittgen Besten die zwischen ihnen und uns best-henden Handelsbeziehungen weiter auszubauen. Mit Befriedigung konstatire ich, daß unter der weisen Leitung eines erleuchteten Fürsten das Königreich Rumänien sich mehr und mehr zu einem bedeutsamen Faktor der Ordnung, des Fortschritts und der Kultur auf der Balkanhalbinsel ausbildet. Gegenüber den Rivalitäten zwischen den Balkannationalitäten verhalten wir uns ebenso reservirt, wie gegenüber dem Mitbewerb um Einfluß auf dieselben. Wir wünschen nur, daß möglichste Ordnung im Orient herrsche, schvn weil das Gegeutheil seine Rückwirkung auf den Occident nicht verfehlen würde, Orient und Occident find nicht mehr zu trennen, hat schon vor 80 Jahren unser alter Goethe gesagt und um in Ruhe unseren legitimen Erwerbs- und Haudels- interessen nachgehen zu können. WaS die kretische Angelegenheit angeht, so freue ich mich, daß unsere Haltung in dieser Beziehung von dem Herrn Abg. Richter gebilligt worden ist. Wir haben seinerzeit dieOldenburg' aus Kreta weggenommen, weil unser Interesse an der künftige» Gestaltung der kretische» Verhältniffe eben nicht erheblich genug war, um dort die dauernde Anwesenheit eines deutschen Kriegsschiffes zu rechtfertigen. Dazu kam die seitdem durch die Ereigniffe bestätigte Vermuthung, daß die Neuregelung der kretischen Verhältniffe voraussichtlich mit erheblichen Kosten verbunden sein würde. Ich glaube aber nicht, daß eS den Intentionen dieses hohen Hauses entsprochen haben würde, wenn wir gerade diese Kosten auf deutsche Schultern übernommen hätten. Und endlich konnten wir uns bei der bis­herigen Behandlung des kretischen Problems nicht ganz der Einsicht verschließen, daß viele Köche nicht immer den Brei verbeffern. (Heiterkeit.) Vielleicht gelingt drei oder vier Mächten, waS der Gesammtheit der Mächte bei gutem Willen von allen Seiten nicht gelungen war. Unsere besten Wünsche folgen jeden­falls den Staaten, welche sich der mühsamen Aufgabe unterzogen haben, dauernde Ordnung auf Kreta zu stiften. Der Oiienireise Sr. Majestät des Kaisers sind vor Beginn derselben Motive und Ziele unter­geschoben worden, mit welchen dieselbe nicht das mindeste zu thun hatte. Verlauf und Erfolg der Reise haben bewiesen, wie völlig unbegründet diese Ausstreuungen waren. Man hat sich vergeblich be­müht, uns anläßlich dieser Reise abenteuerliche Pläne anzudichten oder einen künstlichen Antagonismus zu konstrniren zwischen nnS und dem türkischen Reich oder der katholischen Kirche, oder dieser oder jener ftemden Macht. Voces praetereaqe nihil I Daß auch die evangelischen Deutschen das Recht habe»,

Lieber, guter Werder, wie kann ich Ihnen daS je­mals danken?'

Dadmch, daß Sie möglichst stark und auftecht bleibe», in dieser schweren Zeit und sich von dem Schicksal nicht widerstandslos nieder­drücken laffen! I» meinen eigenen Augen und hoffentlich in den Ihrigen ebenso bin ich zu dem Amt eines ReisebegletterS entschieden die tauglichste Person, schon allein in meiner Eigenschaft als Jurist, und ei« gute» Stückchen von einem Menschen­kenner steckt obenein in mir, theils Naturanlage, theils Verdienst meines Berufes. Finde ich auf Ihrem Schreibtisch dort alles Erforderliche? Ich möchte sofort an meinen Berliner College» einige Worte richten und mich wie meine kleine Freundin zum gewünschten Termin anmelden. Lossen Sie mich, bitte, noch einmal den Brief des Rechtsanwaltes ein­sehen er muß doch irgend ein Erkennungszeichen namhaft machen. Aha, hier haben wirs: Photographie von Erika Lentz erwünscht. Sie haben diesem Wunsch noch nicht entsprochen?'

Nein! Ich habe nur mit wenigen Zeile» ge­antwortet, ich würde zunächst mit meinem Rechts­beistand Rücksprache nehmen und danach meine Maß­regel» treffen!'

Gut! Es existiert doch ei» Bild von Erni, eine gute Photographie?'

Zuletzt bin ich vor einem halbe» Jahr photo­graphiert worden, mit Minz auf dem Arm! Aber, Onkel Werder, eins sage ich: Minz muß mit nach Berlin. Ohne Mirz reise ich nicht.'

Wttd sich Alles finden, liebes Kind! Minz ist Dein Hund, nicht wahr?'

Ja, aber was für einer! Gar kein gewöhnlicher Hund. Klug wie ein Mensch und ein Fellchen wie von Seide. 6r kann auch Kunststücke machen, tanzt aus de» Hinterbeinchen, springt über den Stock und apportiert

ein Gotteshaus an der heiligen'Stelle zu besitzen, wo sich seit langem die Kirchen ^anderer Konfessionen erheben, wird kein billig Denkender leugnen. Jeden­falls laffen sie sich dieses Recht von niemand bestreiten. Der durchaus berechtigte Wunsch der protestanttschen Deutschen, an der Stelle, wo alle Konfessionen ihren Ursttz haben, eine Kirche zu erbauen, dattrt übrigens nicht von gestern, und die Beziehungen deS evangelischen Deutschland zum gelobten Lande reichen weiter zu­rück. Schon König Friedrich Wilhelm IV. war vo» dem Wunsch erfüllt, der protestantischen Kttche im gelobten Lande eine äußerlich würdigere Stellung zu geben, und eS war Kaiser Friedrich, dem 1869 als Kronprinzen der damalige Sultan daS Terrain schenkte für die Erbauung der Erlöserkirche. Wen» der Sohn Kaiser Friedrichs 30 Jahre später als Deutscher Kaiser den Wunsch empfunden hat, diese Kirche selbst einzuweihen, so lag darin ein Akt der Pietät gegen­über seinen Vorfahren, der überall gewürdigt, worden ist, und ein Akt religiöse» Empfindens, der frei war von jeder Feindseligkeit gegen andere Konfesstone». (Bravo!) Wenn eS noch des Beweises bedurft hätte, daß sich der Fahrt des Kaisers »ach dem gelobte» Lande alle diejenigen freue» können, die auf christ­lichem Bode» stehen, so wurde dieser Beweis geliefert, als der Deutsche Kaiser, der ein Kaiser aller Deutschen ist, das durch ihn vom Sultan erworbene Heiligthum der Dormitto» mit besonderer Genugthuung de» religiöse» Zwecke» seiner katholischen Uuterthanen weihte. (Bravo!) Es haben sich auch diejenigen in ihre» Voraussetzungen geirrt, die glaubten, die Ge­legenheit benutzen zu können, um de» Sultan gegen uns mißtrauisch zu machen. Seine Majestät der Sultan ist ein viel zu klar blickender Souverän, als daß er auch nur einen Augenblick hätte annehme» können, Kaiser Wilhelm II. wolle im Morgenlande den Spuren von Bohemund und Tankred folgen und der Türkei Syrien, Palästina oder Gott weiß was entreißen. (Heiterkeit.) Das Mittelalter ist vorüber. Weit entfernt, die Beziehungen zwischen uns und der Türkei zu schädigen, hat die Reise Sr. Majestät de» Kaisers nur dazu beigetragen, dieselben noch ftenrid- licher zu gestalten. Von unserer Seite ist selbst­verständlich alles vermieden worden, was die Em­pfindlichkeit der mohammedanischen Welt hätte ver­letzen oder der Würde ihres Oberhauptes zu nahe treten können. Auf der anderen Seite zeigte sich während der Orientreise auf Schritt und Tritt, welcher hohen Achtung sich der Deutsche Kaiser und das Deutsche Reich in der gesummten mohammedanischen Welt erfreuen. Endlich hat die Orientreise auch den anderen Regierungen, welche sich über die Zwecke der- selben niemals im Unklaren waren, und die wohl wußten, wie fern es uns liegt, wohlbegründete ftemde Interesse» verletzen zu wollen, keinerlei Anlaß zur

Zucker hab' ihm alles beigebracht. Soll ich ihn mal holen?'

Einstweilen bring' nur Deine Photographie.'

Das Kind nickte und war wie der Blitz aus dem Zimmer. Frau Wallis blickte dem Juftizrath er­wartungsvoll nach den Auge».

WaS sagen Sie, mein Freund?'

Ein vielversprechendes, eigenartiges Geschöpfchen!»

Finden Sie sie schön?'

Er lächelte.Echt Frauenmanier! Also auch Sie, Frau Magdalene! Die erste Frage muß dem Aeußereu gelten!'

Weil es hier gewaltig in die Wagschale fallen wird. Glaube» Sic, wenn ich das Kind bei mir behalten dürfte, ich würde diese Frage an Sie ge­stellt haben? Ich bitte Sie! Kenne» Sie mich nicht bester?'

Er küßte lächelnd ihre Hand.

Verzeihen Sie mir, Sie habe» recht. Und was die Kleine betrifft: Ja den», sie ist ein schönes Kind, ihr Aeußeres kann ihr den Lebenspfad gewaltig erleichtern oder gewattig uneben machen, je nachdem. Unbeachtet wird sie nicht durch die Welt kommen, das steht fest. Wenn sie aber zu der äußern Aehn- lichkeit mit Ihnen, Frau Magdalene, auch noch Ihre sonstigen Charaktereigenschaften und Anlagen geerbt hat, dann können wir ihrer Zukunft schon nm ein gutes Theil gefaßter entgegensehen!'

Sie finden wirklich, daß Erni'

Ich finde eine erstaunliche Sehnlichkeit zwischen Ihnen, wie Sie als ganz junges Mädchen waren, und zwischen diesem Kinde. Auf den ersten Blick hätte ich es als Ihre Enkelin erkannt unter so und so »iel Alter sgenosfinnen.

(Fortsetzung^»!»!.)