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Rtiotttnt: SRerft ». Letevh-n 68.

Der Minister Goschen brauchte sich einfach nur an den vorjährigen englischen Maschinenbauer-Streike zu erinnern, um sich schon zu sagen, daß es sehr unpolitisch sein würde, eine Anzahl socialdemokratischer Agitatoren zu empfangen. Aber als Lord der Admiralität hatte er, und als Colooialmacht die englische Regierung überhaupt denn doch zu dieser Empfangsverweigernng noch etliche höhere Gesichts­punkte. Die englische Flotte ist ja heute schon in einer alle Achtung gebietenden Stärke, und ihre jüngste Kriegsrüstung hat Frankreich besonders diese Achtung bis zum Nachgeben in der Faschoda-Frage beigebracht; diese Flotte würde aber Heuteschon, wie es die Regierung wünscht, um etliche große Schiffe stärker sein, hätte nicht der durch die Socialdemokraten verursachte vorjährige Maschinenbauer Streik dies auf'S Unerwünschteste verzögert.

ES unterliegt ferner auch gar keinem Zweifel, daß der Bau der Uganda - Eisenbahn eine weite Strecke mehr nach den Binnenseeen Afrikas zu vor­geschritten wäre, hätten nicht dieser vorjährige Streik es einfach unmöglich gemacht, die Lieferungsfristen für das Bahnmaterial einzuhalten. Dem Minister Goschen gehen natürlich, wie der englischen Regierung Marine und Uganda - Bahn weit vor gegenüber be­denklichen Elementen, die als Wortführer einer Be- wegung dienen, welche einfach die wichtigsten all­gemeinen Gesichtspunkte ihren Sonder - Interessen aufgeopfert zu sehen wünscht. UeberdieS bleibt es ja kaum zweifelhaft, daß die Mitglieder der nunmehr unverrichteter Sache zurückgekehrten Abordnung es sicher nicht unterlassen haben würden, ihren Empfang bei Mr. Goschen, auf den sie mit Bestimmtheit ge- rechnet zu haben scheinen, zu persönlicheu Reclame- zwccken für sich aufzubauschen und auszubeuten. Auch in England ist sich die öffentliche Meinung längst darüber klar geworden, daß das treibende Motto der socialdemokraiischen Arbeiterbewegung mit der Förderung der Arbeiterinteressen nicht das Mindeste zu thun hat, daß vielmehr die Arbeiteriutereffen von den Führern lediglich in den Dienst ihrer eigenen Selbstsucht und Herrschbegier, ihres persönlichen Ehr- geizes und Eigennutzes gestellt werden. Gerade der Maschinenbauarbeiterstteik hat vielen sonst sehr wohl­meinenden und arbeiterfreundlich gesinnten Leuten das Auge geöffnet für den Abgrund von korruption in den Kreil en der socialdemokrattschen Hetzer, die, solange sie nur im Genuffe fetter ttadeunionistischer Gehaltspftünden sind, sich keinen Deut darum kümmern, ob ihre Streikzettelungen die Sicherheit der LandeSvertheidignng oder sonstiger nationaler Lebensintereffen kowpromittiren. Diese Erkenntniß hat auch dazu geführt, daß die Weigerung der englischen Arbeitgeber, sich von den Tradennions tyrannisiren zu lassen, jetzt Seitens der öffentlichen

Graf Thun hat bei der Besprechung der Aus­weisung österreichischer Staatsangehöriger aus Preußen im Reichsrath gedroht, unter Umständen die gleiche Maßregel gegen in Oesterreich sich auf­haltende Reichsdeuffche anwenden zu wollen. ES

Meinung nur in der Ordnung gefunden wird. Unter diesen Umständen würde man es schlechterdings nicht begriffen haben, wenn ein Minister sich herbeigelassen hätte, durch den Empfang einer socialdemokratischen Abordnung sich selbst und die Staatsautorität znM bloßen Relief der berufsmäßigen Arbetterhetzer herab­zuwürdigen, und wir meinen, die englischen Re- gierungs - Männer werden auch künftighin solch' trade> »monistischen Vorstößen gegenüber das englisch- nationale Allgemein»Interesse und die Würde der Regierung in gleich erfreulicher Weise zu wahren wiffen.

Warkurg

Dienstag, 6. December 1898.

Eine Empfangs-Verweigerung.

* Der Lord der englischen Admiralttät hat unlängst einer trade-unionistischen Ab­ordnung, die von ihm empfangen sein wollte, diesen Empfang rundweg abgeschlagen. Minister Goschen hat, dies beweist die Auffassung der Londoner Presse zur Genüge, damit nur rechtgethan, er hat der englischen socialdemokratischen Arbeiter-Bewegung eine sehr deutliche Absage nicht nur seines RegierungS- Ressorts, sondern, wie man zu sagen wohl berechtigt , der englischen Regierung Überhaupt zu Thetl »erben lassen. In englischen staatserhaltenden Kreisen ist dies aber nur freudig zu begrüßen, und auch die deutschen socialdemokratischen Hetzer zu Streikes können sich an dem Vorgänge ein recht lehrreiches Bild machen.

Der Grund des versuchten Vorstoßes der eng­lischen socialdemokratischen Führer war ganz derselbe, »ie bei unS gegen die Arbeitgeber. Die Admiralität hatte auf der Werft zu Portsmouth einige Arbeiter entlassen, die Socialdemokraten verlangten deren Wieder-Einstellung. Die Admiralttät ließ sich aber absolut nicht einschüchtern, eS blieb bei der Entlassung. Da ersannen die Führer der Trade-Union sich den Schachzug, einen Empfang bei Minister Goschen nachzusuchen; dort wollten sie ihr Gesuch um Wieder- kinstellung jenen Arbeiter nochmals anbringen, und, wenn Minister Goschen darauf nicht einging, so wollten sie der Regierung in der nachgesuchten Audienz damit drohen, daß sie bann jedenfalls Sorge tragen würden, die Stimmen aller Arbeiter der eng­lischen Staatswerkstätten den Candidaten der Opposition zuzuführen.

IttHiyn nehm« entgegen: Ht Expedition diese» Blatte», die Annoncen-

Butteux von Haasenftetn 4 Bogl«, Frankfurt a M., Eaffel, Magde- qq CV/rfirrt htte, Wie»; Rudolf Mofie. Frankfnrt a. M., Berlin, München, Äöfa; oO. xlUlJig

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M» 6>Q X Qilartals-Abonnementr-Prei» bei der Expedition 2 M., bei allen

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Umschau.

Heute, am5.December, besteht die preußische Verfassung 50 Jahre, lieber sie sagt Fürst Bismarck in seinen soeben herausgegebenenGe­danken und Erinnerungen":

Die preußische Verfassung ist, wenn man von einigen aus der belgischen übersetzten Phrasen­artikeln absteht, in ihrem Hauptprincip vernünftig; sie hat drei Factoren, den König und zwei Kammern, deren jeder durch sein Votum willkürliche Aendernngen des gesetzlichen Status quo hindern kann. Darin liegt eine gerechte Vertheilung der gesetzgebenden Gewalt. Wenn man diese von der öffentlichen Kritik der Presse und der parlamentarischen Ver- Handlung emancipirt, so wird die Gefahr erhöht, daß sie auf Abwege geräth. Absolutismus der Krone ist ebensowenig haltbar wie Absolutismus der parlamentarischen Mehrheiten, das Erforderniß der Verständigung beider für jede Aenderung des gesetz­lichen Status quo ist gerecht, und wir haben nicht nöthig, an der preußischen Verfassung Erhebliches zu bessern. Es läßt sich mit ihr regieren, und die Bahn der deutschen Politik wäre verschüttet worden, wenn wir 1866 daran änderten".

Zu dieser Auffassung des Fürsten Bismarck hat sich auch Kaiser Wilhelm II. bekannt, als er am 27. Juni 1888 zum eisten Male als König den preußischen Landtag eröffnete und in der Tron- rebe erklärte:

Ich bin der Meinung, daß unsere Verfassung eine gerechte und nützliche Vertheilung der Mit­wirkung der verschiedenen Gewalten int Staatsleben enthält, und werde sie auch deshalb, und nicht nur meines Gelöbnisses wegen, halten und schützen".

könnte leicht möglich sein, daß Graf Thun mit einer derartigen, durch die Lage der Sache durchaus nicht begründenten Maßregel die in Deutschland sich auf» haltenden österreichischen Untertanen besonders schwer treffen würde. Wie groß die Zahl derselben ist, kann man daran ermessen, daß während, her längsten Zeit des Jahres sich allein in dem kleinen Sachsen mindestens 60000 Österreich issche Staats­angehörige des Erwerbes wegen aufhalten. Etwa 40000 dieser meist dem edlen Tschechen­stamm angehörigen Oesterreicher haben in Sachsen ihren festen Wohnsitz, die anderen, vorwiegend Bau- und Erdarbeiter, gehen während der leiten Jahres­zeit mit gefüllter Börse in ihre Heimath zurück, um im ersten Frühjahr sich bei uns wieder einzustellen. In Dresden giebt es etwa 10 000 Tschechen, die zum Theil Inhaber großer Geschäfte find und in einzelnen Berufen, so im Schneidergewerbe, die Deutschen geradezu zurückgedrängt haben. Gegen­über allen diesen dauernd und nicht dauernd dortselbst sich aufhaltenden Tschechen üben die sächsischen Be­hörden eine bemerkenswerthe Langmuth. Diese Fremden treten in Sachsen auf, wie es in tschechi­schen Gebieten kein Deutscher wagen dürfte, ohne Leben und Gesundheit auf'S Spiel zu setzen. Be­sonders zahlreich find die Rohheitsver­brechen der Tschechen dort, Belästigungen der Deutschen selbst mit dem Messer find nicht selten. Der Thäter sucht bann möglichst schnell nach dem nahen Böhmen zu entkommen, wo die Ermitt­lungen deutscher Behörden namentlich bei den tschechi­schen Behörden meistens wenig Entgegenkommen finden. Nicht nur in Dresden, sondern auch in anderen sächsischen Städten halten sich Tschechen in großer Zahl auf. Sie bilden Vereine zur Wege ihrer Nationalität, und viele von ihnen treten ganz zwanglos als Gegner des DeuffchthnmS auf. Tschechische Vereine giebt es in Dresden, Bautzen, Leipzig, Plauen, Meißen, Ehemuitz und selbst in kleineren Orten wie Potschappel u. s. w. Auch die Mitglieder vieler herumziehenderTyroler Musik­kapellen" sind Tschechen. Im Allgemeinen ist diese fremde, für Wohlthaten undankbare, gegen alles Deutsche feindliche Bevölkerung wenig beliebt. Sie wird mit Nachsicht ertragen, wie sie von den Be­hörden geduldet wird. Aber es unterliegt keinem Zweifel, daß ein schärferes Vorgehen der sächsischen Regierung gegen diese fremden Staatsangehörigen höchstens einige focialdemokratische Phantasten er­regen würde. Wir wiffen, daß die sächsische Re­gierung nicht daran denkt, ohne sehr triftige Gründe von ihrem Ausweisungsrecht Gebrauch zu machen. Aber Graf Thun soll nicht vergessen, daß bisher allein in Sachsen viele Tausend Tschechen anstands­los geduldet find, obgleich man weiß, welche

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(Nachdruck verboten.)

k Schule des Lebens.

Roman von Marie Bernhard.

(Fortfitzmlg.)

Das erste, was mich da in meiner behaglich eingerichteten Hänslichkett, eine Stiege tiefer als die meiner Tochter gelegen, traf, war die Erkenntniß, daß er dieser dieser Mensch mich schamlos belegen hatte, was feine pekuniäre Ver­hältnisse betraf. Eine Schuldenlast lag auf ihm, so groß, so drückend, so unabwendbar ihn dem foitergang überliefernd, wenn sie nicht alsbald ge­tilgt wurde, daß dieser Umstand, wäre er mir be­kannt gewesen, allein schon genügt hätte, ihm die Hand meiner Tochter zu verweigern, da ich eine solche Summe nur mit großen Opfern anfjubringen vermochte. Ihm waren die günstigen Berhättuiffe zu Hülfe gekommen. In der Fremde, in einem Bade­ort, fwo Niemand etwas Näheres von ihm wußte, hatten wir ihn kennen gelernt. Die Quellen, aus denen ich Einzelheiten über ihn und sein Vorleben hatte schöpfen «ollen, waren entweder nicht die richtigen gewesen, oder hatte er die Leute, an die ich mich wendete, rechtzeitig beeinflußen können, über un­liebsame Dinge zu schweigen, wahrscheinlich mtt dem Hinweis auf die bevorstehende reiche Heirath. Jetzt, da die Heirath geschloffen war . . .- was sollte ich thun? Mich konnte kein Gesetz zwingen, dieses Menschen Schulden zu bezahlen aber that ich das nicht, so mußte meine ahnungslose Tochter alles er» fahren, so fiel ein erster, sehr häßlicher Reif in ihr junges Liebesglück. Daß ich dies nicht wolte und mich lieber zu dem Opfer einer hohen Summe ent­schloß, schien ihn, den ich damit rettete, nicht sonder­lich zu erstaunen. Er »ar ein guter Menschenkenner,

er wußte nur zu bestimmt, was er von einer reichen, alleinstehenden Frau, die ihr einziges Kind abgöttisch liebte zu erwarten hatte. AIS ich ihm den Betrag einhändigte und dabei einige sehr ernste Worte zu ihm sprach, lüftete er bereits ein wenig die Maske, die er so lange getragen, und bemerkte mit einem eynischen Lächeln, das sein Gesicht abscheulich ent­stellte, e$ würden sich wahrscheinlich mit der Zeit noch einige solche unliebsame Ueberraschungeu für mich Herausstellen; besser sei es, wenn ich mich heute schon bar auf vorbereite. Es müsse ja uns beiden daran gelegen fein, hier Hand in Hand zu gehen, um vor allem Lorie zu schonen. Dies war in der That nothwendig, ihre Gesundheft war sehr, sehr zart geworden, unbedingte Schonung und GemüthSruhe waren ärztlich streng geforderte Vorschriften. Ich schob eS auf diesen Umstand, daß ich mein Kind all­mählich immer blasser und stiller fand. Ich redete ihr liebevoll zu, sich nicht vor dem Kommenden zu ängstigen, ich suchte sie auf alle Weise zu zerstreuen, zu erhettein, widmete ihr meine ganze Zeit, »ährend ihr Mann beschäftigt war, las ihr vor; kurz, ich that, was ich konnte, um sie von trüben Gedanken, denen sie offenbar verfalen war, abzulenken. Lorie schloß sich jetzt viel inniger an mich als früher ich hatte dies von einer fo überströmend glücklichen jungen Frau nicht erwartet, es rührte und freute mich aber sehr, und die stillen Stunden, die wir mit einander »erbrachten, waren mir lieb und schön und find eS mir heute noch, wenn ich wie tausend-, tausendmal! daran zurückdenke. Später erst ist es mir eingefallen, daß Serie damals, wenn ich sie dann und wann fragte: Bist Du glücklich, meine Kleine? keine direkte Antwort gab, sondern entweder sagte: ,Mein lieber süßes Mütterchen!' oder: ,Du bist viel zu gut zu mir!* Wie hätte ich ahnen sollen, daß das junge, zarte Geschöpf damals schon Erfahr­

ungen, Entdeckungen gemacht hatte, die eS unbeschreiblich kränken und quälen mußten, die es aber mir, ,ber gütigsten Mutter', wie sie mich in ihrem Abschieds­briefe genannt, um jeden Preis verheimlichen wollte? Wir hatten alles mit einander getheilt, mein Rath, meine Hilfe stand ihr in jeder Stunde ihres Lebens zu Gebot ... ich konnte nicht denken, daß sie die Stärke, die Reife besitzen würde, mir auf die Dauer Dinge, die ihr ans tiefste Leben griffen, zu verbergen."

Und eines, verehrte Frau," unterbrach hier Werder die Rede seiner Freundin,wie benahm sich dieser Mensch, dieser Lentz, gegen feine junge Sattln?"

In meiner Gegenwart stets aufmerksam und zärtlich zärtlicher, als Lorle ihm gegenüber war. Sie hatte in dieser Hinsicht aI8 Braut fast zu viel gelhan, so daß ich zuwellen eine sanfte Mahnung an sie ergehen ließ das hatte ich jetzt nicht mehr nöthig. Zuweilen traf ich sie mtt verweinten Augen an, bekam aber auf meine besorgten Fragen immer dieselbe Antwort:Ist daS jetzt nicht ganz natürlich, Mamachen?"

Inzwischen erschienen anonyme Briefe bei mtt, die zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß gaben. Mein Schwiegersohn, hieß es da, habe in London und später in den Kolonie das abenteuerlichste Dasein geführt, er sei als toller Spieler um nicht Schlimmeres von ihm zu sagen bekannt gewesen, er führe auch jetzt in Wien ein sehr zügelloses Leben ich möge wohl auf meiner Hut fein! Was sollte ich thun? Ihm folgen, wenn er aus ging, was übrigens des Abends selten genug ge­schah? DaS wäre für eine Dame nicht gut an­gegangen ! Ihm Späher nachschicken? Gesetzt auch, sie brachten es heraus, wohin er ging . . . was hätte es genützt, wenn ich eS ihm vorgehatten haben würde? Ich fand allerdings, der junge Haushalt

koste enorm viel Geld, und Lorle mußte dies auch finden, denn mit gesenkten Augen, und mit stockender Stimme, bald roth, bald blaß vor innerer Aufregung, bat fie zuweilen um eine Zulage, die ich ihr selbst­redend nie verweigerte aber zum Bedarf eines notorischen Roues xnb Spielers hätten doch diese Summen niemals ausgereicht!

Ein anderer anonymer Brief sprach deutlicher. Ob ich in der That des Glaubens sei, Herr E. Lentz sei bei Gebrüder Fahringer dies war daS Bank­geschäft, das er mir genannt hatte angestellt! Ich möge doch einmal zu den Herren hingehen und sie fragen, dann würde meinem .blinden Vertrauen' doch endlich der Staar gestochen werden!

Ich hatte kein blindes Znttauen gehabt, Gott weiß es, aber hieran hatte ich allerdings nicht ge­dacht. Ich nahm einen Wagen und fuhr zu dem am anderen Ende Wiens liegenden Bankgeschäft der Gebrüder Fahringer. Einer der Herren war für mich zu sprechen, ein liebenswürdiger, lebhafter Mann. Gleich die erste Minute unserer Unterredung brachte mit die Aufklärung: Herr Leopold Fahringer wußte von keinem Edgar Lentz in feinem Bankgeschäft. Als er die tiefe Betroffenheit in meinem Gesicht wahrnahm, suchte er in feinem Gedächtniß, sah in seinem Notizen nach und erzähtte mir nun, daß allerdings vor einiger Zeit, etwa vor sechs bis acht Monaten, mit einem Herrn dieses Namens ge» schäftliche Unterhandlungen angeknüpft, aber wieder fallen gelaffen feien, weil sich herausgestellt, daß dies brachte Herr Fahringer sehr vorsichtig und rücksichtsvoll heraus das Renommee des be­treffenden Herrn nicht daS Beste sei, wie auch seine bisherige Thätigkeit nicht für feine kaufmännische Begabung spreche, und die alte, renommierte Firma Fahringer versehe sich gern nur mit dem besten Personal.

(Fortsetzung folgt.)