Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für Hie Kreise Marbnrg «nb Kirchhai«.
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Freitag, 2. December 1898.
«tyatgm nehm« entgegen: Ht Expedition dieser Blatte«, di« Slmumeen- ®uteeu$ von Haasentzein & Bögler, Frankfurt e. M., Caffel, Magd»» b»rg. Wir«: Rudolf Mofi«, Frankfurt e. R., Berftn, MSuchen, KAu; C. L. Daube * le„ Frankfurt -. St.. Berti», Haunover, Parit n.
33. Jahrg.
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,KreiSblatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain, „Illustriertes Sonntags blatt" und „Verloolungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" «erden von allen Postanstalten, Landbriesträgern, in der Expedition (Markt 21) sowie, ,sn unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Reustadt und Wetter entgegengenommen.
Kaiser Franz Josef.
* Oesterreichs Kaiser begeht morgen, am 2. December, in Wie» in aller Stille sein fünfzigjähriges Regierungs-Jubiläum. Eine Reihe großartiger Festlichkeiten war geplant; die Ermordung der Kaiserin Elisabeth verhindert sie. Unser dem Jubilar befteundeter und mit ihm verbündeter Kaiser läßt in Berlin aus diesem Anlaß morgen einen Festgottesdienst abhalten; daS Gotteshaus ist auch in Wien nach dem Genfer Berbrechen eine bessere Feierstätte dieses TageS, als die Straßen mit Festzügen und der Platz vor der Kaiserlichen Burg in Wien.
Wehmuthsvoll gedenken auch wir Reichsdeutschen heute an des verbündeten österreichsschev Herrschers Geschick. Der Allmächtige, der ihn für seine Völker an hohe Stelle gesetzt, er hat ihm an menschlichem Leid unendlich viel geschickt. Fast erdrückend ist über ihn im Laufe des halben Jahrhunderts seiner Regierung ein Herzensschmerz über den anderen herein- gebrochen. Viele Menschen wären da erlegen, au Geist und Herz gebrochen hätte sie solch' Unglück. Der kaiserliche Herr aber, der jetzt in Wien sein Jubiläum still begeht, er hat, getragen von der Liebe seiner Völker mit den ihm von Gott noch belassenen Seinen den Schmerz in der Brust zu meistern gewußt durch das Pflichtgefühl. Seinem Gotte ergeben findet er die Kraft zum Weiteileben in der Ausfüllung des Platzes, an den Gott ihn gestellt. Auch wir Reichsdeutschen hegen de» aufrichtigen Herzenswunsch, daß er noch lange regiere und daß dem so schwer Geprüften ein freudvollerer Lebens-Abend be- schieden sein möge!
Während des JubiläumStageS beräth in Rom infolge der Genfer Mordthat die internationale
lNachdruck verboten.)
Schule des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
„Zürn Theil — und ich danke Ihnen für ihr feines Verständniß, Ihr festes Zutrauen, Ihre schöne Freundschaft — Dinge freilich, auf die ich bei Ihnen ohne weiteres gerechnet hatte! Aber er kam noch «was Anderes dazu, und dies mag leicht das Hauptmotiv meines gänzlichen Schweigens getoefen fein — »eine tiefe und unabweisbare Anttpathie gegen Hefen Mann, die mich, trotz feines bestechenden Arabern . .. habe ich Ihnen nie geschrieben wie schön er war?"
; „Doch, angedeutet haben Sie es! „Ein Man» don ungewöhnlich anziehender Erscheinung" — oder etwas Derartiges schriebe» Sie mir."
„Ich kann nicht „anziehend" geschriebm haben, den» auf mich bewirkte seine Erscheinung gerade das Gegenthetl ... sie stieß mich ab, obgleich ich ohne Heiteres zugebe» mußte und es auch heute noch thue, daß der Man» schön war. Aber die hohe, elegante Gestalt, daS reichgelockte Haar, der regelmäßige Schnitt der Züge thut es nicht Alle» — eben auch bei mir »icht! In feinem Blick, in seinem Lächeln kg ein Etwas . . . »ein, ich muß eS aufgebe», es Ihnen beschreiben zu wollen! Sie müßten den Gian» sehen können, um eS mir nachzufühle» war ® war, was mich zmnckstieß, was mich kein Zu- stauen fassen ließ, trotz aller redlichen Mühe, die ich •tr gab, trotzdem ich auch nichts entdecke» konnte, Has gegen ihn sprach. Run habe ich «ich nie für eine unfehlbare Menschenkennerin gehalten, habe so-
Anti-Anarchisten Eonferenz die Anarchistenfrage. Es wäre ein greifbarer Erfolg dieser Berathungen auch für Kaiser Franz Josef eine gewiß willkommene Jubiläumsgabe. ES ist hierzu heute von ganz besonderem Interesse eine Aussprache, die über die Anarchistenbekämpfung nach der Kölnischen Wochenschrift „Das neue Jahrhundert" Fürst Bismarck einmal mit Lothar Bucher gehabt hat. Da hat Bismarck n. A. Folgendes erklärt: „Die Aufgaben der Polizei ist den Anarchisten gegenüber besonder» schwierig, feil sie statt einer allgemeinen Organisation die fluc tuirende Gruppentheilung haben. Wird wirklich mit vieler Mühe etwas ermittelt, so betrifft eS immer nur eine Handvoll Leute, noch dazu meist solche, an denen einem wenig gelegen ist, Hände ohne Kopf, geistig unreife Menschen, und je unreifer, desto fanatischer. Natürlich, wer geistig durchgearbeüet ist, kann kein Fanattker sein, dazu gehört immer nur eine gewisse Beschränktheit. Wenn man den
Anarchismus bekämpfen will, so muß es auf dem Wege einer Vereinbarung aller Eulturnatiouen geschehen. Ich habe schon einmal, Ende der 7Oer Jahre, bei den Staaten Europas deswegen vertraulich herumhorchen lassen. Aber ich fand wenig Gegenliebe. Oesterreich behielt sich seine definitive» Entschließungen vor, wäre aber wenn mau Ernst gemacht hätte, wie gewöhnlich zu haben gewesen. Italien stimmte bei, hatte aber auch am meisten Grund dazu. Rußland erklärt seine principielle Zustimmung, wollte uns aber gleich noch überttumpfen und hätte es am liebsten gesehen, wenn jeder, der wegen politischer Berbrechen und Vergehen verfolgt wurde, per Schub »ach seinem Heimatsstaate verbracht worden wäre. Als ich darauf »icht eingehen wollte — eine solche Forderung wäre natüilich niemals durchzubriogen gewesen —, zog es sich in den Schmollwinkel zurück. 3n Paris wurde mein Beauftragter mit einem solchen Schwall Humanitätsphrasen überschüttet, daß er noch bei seiner Heimkehr förmlich danach roch. In England war man kühl bis ins Herz hinan, wie immer, wenn eS sich nicht um specifisch englische Interessen handelt. Wenn das dann einmal der Fall ist, wundern sich die Leute an der Themse, daß man nicht gleich mit Vergnüge» bereit ist, für John Bull die Castanien auS dem Feuer zu holen. In der Schweiz hätte man wohl mehr Entgegenkommen gezeigt, wenn die Sache von Frankreich ausgegangen wäre, statt von uns. Es find zu kurzsichtige Leute, diese Schweizer! Auf uns schimpfen sie, obwohl sie von uns nie etwas UebelS erfahren haben, und hinter de» Franzosen laufen sie her, obwohl diese längst die Westschweiz eingesackt hätten, wenn wir nicht das Gleichgewicht in Europa aufrecht erhielten. Es ist noch nicht so lange her, da wurde mir — inofficiell natürlich! — wieder einmal der Vorschlag einer Theilung der Schweiz unter Deutschland, Frankreich
genannte» Ahnungen und warnende» innere» Stimmen nie viel Werth beigclegt, weil ich gefunden habe, daß die Mensche» sich damit vielfach selbst schmeicheln oder belügen, daß derartige Vorgänge auch unendlich oft von unserer körperlichen Disposition, unserer augenblicklichen Stimmung abhängen . . . also mißtraute ich mir selbst und sagte mir: „Du darfst aus dieser bis jetzt ganz unbegründeten Voreingenommenheit heraus kein Kapital schlagen, du darfst darüber weder svrechen noch schreiben, eS könnte Dich später reuen." Und wie diese Abneigung in mir wuchs und wuchs, da hab' ich mich sorgsam geprüft: Es giebt ja viele Mütter, die überhaupt gegen jeden Mann, der als Freier anftrttt für ihre Tochter, zumal wenn diese ein einziges Kind ist, Mißtrauen und Antipathie haben. War die» mein Fall? Ich mußte mit „Rein" antworten! Daß meine Tochter sich, so jung sie noch war, bald verloben, verheirathen würde, hatte ich schon lange vorausgesehen. Ich hatte sie sehr verwöhnt, ihr das Leben auf alle Weise schön und genußreich gestaltet, ihr blieb eigentlich nie ein Wunsch versagt, meine zärtliche Mutterliebe hielt sie weich umhüllt, trug sie sicher durchs Lebe». Trotz alledem ... Lorle gehörte zu jenen schmiegsame», äußerlich sanften, innerlich heißen Nature», die schon in ganz jungen Jahren für die Ehe taugen, die ihr Glück darin sehen, in der Liebe zum Mann aufzugehen. DaS hatte ich durchschaut, mich ttaf das frühe Berlöbniß an sich daher nicht unvorbereitet. Auch hatte meine Tochter einige andere junge Männer nm sich, die sie sehr auszeichneten — sie fand vielen Beifall! — unter ihnen einen, der nm ihre Hand warb. Hätte sie diese» oder einen von den übrigen erhört, keiner von ihnen hätte mit diese ausgesprochene Abneigung erweckt, nur weil er mir Lorle nehmen
und Italien gemacht. Auch Oesterreich sollte ein Stückchen bekommen, den Eanton Graubünden und einen Theil von St. Gallen, glaube ich. Der Franzose war sehr erstaunt, als ich von vornherein die Sache für iudiscntabel erklärte, und versicherte mir noch extra, daß Rußland nichts dagegen habe, wenn man es an der unteren Donau entschädige» wolle. Er ging sogar soweit, daß man die West- chweiz als Compensatio» für Elsaß-Lothringe» betrachten werde. Aber ei» solcher Pufferstaat ist sehr nützlich; wenn er »icht existirte, müßte er geschaffen werden, und dann — wir haben so schon genug Kohlköpfe im Reichstag! — die Schwierigkeiten würden nur noch größer werde», besonders bei einem Anarchistengesetz."
Heute ist nun zum Glück die Bekämpfung des Anarchismus mit den von Fürst Bismark empfohlenen Vereinbarungen aller Culturnationen im Wcge. Den Weg aber bahnte die furchtbare That von Genf. Dem Kaiser Franz Josef mögen morgen und immer mehr mit der Zeit die Ruhe in Gott und das lichtere Sein der hingemordete» thenren Lebens- gefährtia Trost bringen, wenn er, wie alle theil- nehmenden Menschen, mit seinen Töchtern an diesem Tage ihrer besonders gedenkt!
Umschau.
Die unsere» Leser» bekannte, in Bezug auf die Ausweisungen ans Preuße» beliebte Beantwortung der I n t e r p e l l a t i o n im österreichischen Abgeordnetenhause durch Graf Thun gilt cinestheils als ein Zeichen von Thuns Schwäche gegenüber den slawischen Anmaßungen, andemtheils als ein Zeichen seiner mangelnden Kenntniß internationaler diplomatischer Höflichkeitsgebräuche. Sachlich ist bekannt und von Thun selbst anerkannt, daß die preußische Regierung der österreichischen über die Einzelfälle der Ausweisungen, die Übrigens von slawische» Blättern febr übertrieben werden, stets Auskunft gab und ausgesprochenen Einzklwünsche» bereitwillig entsprach. Die allgemeinen Grundsätze dabei konnte die österreichische Regierung nicht bestreiten, so wenig wie Deutschland gegen die Ausweisung deutscher Staatsbürger, die sich der österreichischen Regierung unbequem machen, irgendwie Einspruch erheben wird. Aber daß Thun dergleichen von vornherein als Repressalien in drohendem Tone ankündigt, gilt als eine Ungeschicklichkeit, die ganz auf der Höhe seiner Leistungen in der inner« Politik steht. Die „Neue Freie Presse" allerdings geht zu weit und faßt die Sache zu tragisch auf, indem sie fragt: „ob das Bündniß noch bestehe. Graf Thun habe anerkannt, daß die preußischen Ausweisungen bisher die völkerrechtlichen Grundsätze nicht verletzt hätten, ttotzdem aber einen Ton angeschlagen, der nur verständlich erscheine als Vorbereitung auf das Ende
wollte. Dieser Grund fiel mithin fort. Was also konnte es sein? — Ich sah einen schönen jungen Mann, nicht sonderlich geistreich oder begabt, wa8 ich mir für meine Tochter auch nicht wünschen durfte, — sie hätte, reizend und lieblich, wie sie war, einem solchen Mann schwerlich genügt — aber von allgemeiner Bildung, wie man das so nennt — einen Mann von guten Manieren, anscheinend ganz hingerissen von der jugendlichen Anmuth Lories — einen Mann, auf den die gnädigsten Blicke vieler Mütter, die verlockendsten unzähliger Töchter gerichtet waren. Er spielte eine große Rolle in Wildbad — Sie wissen, daß wir ihn dort kenne» lernte»! — Wie eS nm meine Tochter stand, daS sah ich bald, es bedurfte dazu nicht einmal meines durch die Mutterliebe doppelt geschärften Blicks. Wohl hatte ich sie für eine versteckt leidenschaftliche Natur gehalten; waS ich an ihr erlebte, ging aber weit Über alle meine Voraussetzungen hinaus. ES mag Ihne» übertrieben Hingen, aber ich weiß wirHich nicht, waS geworden wäre, hätte dikser Edgar Lentz sich nicht erklärt. Grenzenlos verwöhnt, wie Lorle war, von dem Gedanke» ausgehend, Alles, wonach sie ihre Heinen, begehrlichen Hände nur ansstreckte, müsse ihr unweigerlich gehören . . . warum sehe» Sie mich so sonderbar an?"
„Sie verzeihen, Frau Magdalene! Schon einmal betonten Sie eS, wie sehr Sie Lorle verwöhnt batten, eS war mir freilich bei unseren seltenen Zusammenkünsten auch aufgefallen — jetzt wiederholen Sie dies, Sie, die Sie der einzigen Enkeltochter gegenüber so viel vernünftige Strenge walten lassen — einem Kinde, das Sie doch sicher auch lieben —"
Da» bleiche Gesicht der eiten Dame hatte sich mit einer leise» Röthe bedeckt, die bis an das weiße Haar
des Bündnisses. Die Beantwortung der Interpellation hinterlasse de» Eindruck, daß diese in nichts als im Deutschenhaß geeinigte Mehrheit ihre dem Bündniß gegenüber bisher nur theoretisch geäußerte Feindseligkeit nun auch praktisch erproben und damit das Fundament der auswärtigen Politik untergrabe» wolle. Die preußische» Ausweisungen feien sicherlich nicht erfolgt wegen der österreichischen Staatsangehörigkeit der Bettoffenen, sondern zur Abwehr der Agitation für einen tschechischen Zukunftsstaat und ein großpolnisches Reich. Daß ganz Oesterreich und Ungarn für die slawische Propaganda in Preußen einzutreten habe, sei eine Errungenschaft der allerneuesten Zeit. ES sei recht wünschenswerth, zu wissen, ob Thun auch diesbezüglich mit der gemeinsamen Regierung im Einvernehmen stände." — Auch an amtlicher Stelle scheint man von der rednerischen Leistung des Grafen Thun wenig erbaut zu sein. Die osficiöse „N. A. Z." beschränkt sich jedoch einstweilen auf folgende wenige Worte: „®n Theil der deutschen Presse drückt sein Beftemden über diese Rede, besonders über den Schluß derselben au»."
Lord Balfour hiell in Bristol eine Rede, worin er die Sudan-Frage und das kretische Abkommen besprach. In Bezug auf das Letztere sagte er, dasselbe eröffne gute Aussichten auf eine friedliche Zukunft Europas. Weiter führte Balfour aus, daß, wenn irgend ein fremder Staatsmann des Glaubens sei, Englands Geduld sei unerschöpflich, derselbe einen Fehlschluß mache, von dem er, Balfour, hoffen wolle, daß dieser Staatsmann nicht durch schmerzliche Erfahrungen zum Bewußtsein gebracht werde. Das Jntereffe aller civilifirten Staaten erheische die Ausbreitung eines guten Regiments der staatlichen Ordnung in allen, noch nicht civilisirten Theilen der Erde. In Gottes Namen möge man Frankreich auf diesem Gebiete in seiner Sphäre vorwärts schreiten und diese große Aufgabe er Wen lassen mit Frankreich in seiner Sphäre, mit Deutschland in der seinigen oder mit dem Könige der Belgier in dessen Sphäre. — Lord Chamberlain veröffentlicht in „ScriberS magacine" einen Weihnachtsortikel, worin er sagt, es möge als Thaisache ar gesehen werden, daß die Engländer jede Näherung zur angelsächstschen Alliance willkommen heißen, daß sie fast jeden Schritt thun werden in Erwiderung amerikanischen Entgegenkommens und daß sie selbst nicht vor einer Alliance contra mundum (gegen die Well) zurückschrecken in der Vertherdignng der Ideale der angelsächsischen Rasse, nämlich der Humanität, Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit. _____________
Die Notifikation der Ernennung des PrinzenGcorg von Griechenland zum Ober-Commissar von Kreta an die Pforte ist noch nicht erfolgt, da einige Botschafter die Zu
emporstieg, ihre sprechenden Augen forschte» in den Züge» des Freundes.
„Es ist wahr, ich habe meine Tochter verwöhnt, systematisch verwöhnt, möchte ich sagen; kam Ihnen nie der Gedanke, warum ich dies that?"
Der Justizrath zögerte: „Ich — ich weiß nicht — ob —*
„Sie haben recht, es sagt sich schwer für Sie, ich darf eS eher anSsprechen. Sehen Sie, meine Jugend war keine sehr fteundliche gewesen; meine Mutter hatte ich kaum gekannt, der Vater hatte mich wohl lieb, aber eben auf seine Art, und die war von der meinen grundverschieden. In meinem Innern baute sich eine Welt auf, eine Welt der Idealen, der Poesie, die mit meiner Umgebung nicht das mindeste zu schaffen hatte, aber, jung und feurig empfindend, wie ich war, hoffte ich doch, diese schönen, verlockenden Bilder einmal in meinem Leben verwirklicht zu feien. Nun wünschte aber mein Vater, mich auf seine Weise glücklich zu machen, er war schwerkrank und machte sich große Sorge» um mich und meine Zukunft. Sie wissen, wie Alles kam."
„Mein Gatte," so fuhr Fran Magdalene in ihrer Erzählung fort, „war ein Ehrenmann und sehr gütig gegen mich, aber meine schönen, poetischen Träume, die mußte ich beiseite thun, ich wäre eine unglückliche Frau geworden und hätte meinen Mann unglücklich gemacht, wenn ich meine ideale Welt in mein Eheleben hätte hineintragen wollen. Einer von uns Beiden hatte sich absolut zu fügen, sich dem Anderen anzupassen, es wmde für selbstverständlich gehalten, daß ich dies sei.
(Fortsetzung folgt.)