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Erstes Blatt
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Auf dem Geldmarkt ist ein Ereigniß ersten
getrieben worden sind.
In volkswirthschaftlichen
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sonne" anSgefühlt. Von diesem Schiff waren be
kanntlich die Reisenden sehr wenig erbant. In den
(Nachdruck verboten.)
23.
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Freude, die sie nicht zusammen getragen und genoffen
. ob sie ihn dennoch dnrch-
Wn, warum er ging
bares Zusammentreffen, rasches Verstehen in diesen
l«nje Leben und niemals die Verbindung, die fie
Prediger Lic. Weber auf einer wohl von fast 800 Personen besuchten Gustav Adolf - Versammlung in den Berlin r .Königssälen". Er war früher Geistlicher in Jerusalem und hat als solcher im Jahre
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tosen.
1000.- längere»
benutzen, zu wehren. Wenn wir ein deutsches Frel- zügigkcitsgesetz haben, so ist doch dies nicht anzuwenden mit seinem R chie für Leute, die nichts weiter thuu, al» den Umsturz aller Ordnung und aller Gesetze zu predigen. Die Reichs Verfassung ist auch in dieser Hinsicht zur Schützerin der Einzel- siaaten geworden, eS war dies bezweckt, und niemals wird fie der Bundesrath dahin ausl gen lasten, daß sie den Rechten der Einzelstaaten irgendwie gefährlich werde. Sunm cuiquel
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Allerlei von der Orientreife erzählte
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nie erreichte Höhe erlangt. Seitdem ist die Ueber- schreitung der steuerfteien Summe stehend geworden
Ende October betrug der steuerpflichtige lleberschuß 155 Millionen, am 7. November 130 Millionen, und nach dem Ausweis vom 15. November ergiebt sich zwar eine Verringerung der steuerpflichtigen Noten-Ausgabe um etwa 56 Millionen, gleichwohl ist die Bank noch immer mit 741/, Millionen in der Steuerpflicht, währen fie in derselben Zeit de» vorigen Jahres über eine steuerfreie Noten- Reverse von über 39 Millionen verfügte. Mit den übrigen Konten liegt das Verhältniß ähnlich. Der Grund für diese auffallende Erscheinung find die groben Ansprüche aus Handel, Industrie und Emissions-Wesen. Schon vor Monaten hatte die Reichsbank zu erkennen gegeben, daß die an fie gestellten Anforderungen zu einer weiteren Steigerung des Diskonts führen müßten. Diese Mahnung hat keinen Erfolg gehabt. Fast alle Großbanken haben ihre Actien-Capitalien erhöht, und die Emissionen von neuen P Pieren wollen kein Ende nehmen. Eine bis zum Jahre 1891 zmückgreifeude Statistik sagt, daß seitdem etwa 7 Milliarden Mark an Emissionen an den deutschen Geldmarkt gekommen find. Da darf er Einen nicht wundern, daß auf dem Capital» markte die fluffigen Mittel allmählich festgelegt find und der kredit der Reichsbank in so ungewöhnlicher Weise in Anspruch genommen wird. Manche sehen in diesen Erscheinungen auf dem Geldmärkte einen Beweis für den Aufschwung, den unsere Industrie auf fast allen Gebieten genommen hat. Bis zu einem gewissen Grade ist das richtig. Anderseits darf aber nicht vergessen werden, daß der Optimismus auch zu groß fein kann. Es läßt fich in der That nicht bestreiten, daß manche Werthe infolge der Speculation weit über ihren Ertragswerth hinaus-
Lombard-Zinsfuß auf 7 Procent erhövt. Die Erhöhung des DircontS ist ein Mittel, um die zu hohen Anforderungen an die Retchsbank avzu- wehren, das richtige Verhältniß zwischen Notea-Urnlauf und Baar-Bestand Heizustellen und vor zu hohen Spekulationen zu warnen. Je mehr Geld von der Bank verlangt wird, desto höher wird der D skont, desto theurer wird das Geld. Wenn man b> denkt, daß der Satz von 6 Procent seit dem Bestehen der Reichsbank erst zweimal dagewesen ist, so wird noch der Laie begreifen, daß ungewöhnliche Ve'hättnisft auf dem Geldmärkte herrschen. D>n unmittelbaren Anlaß zum Anziehen der Disconto Schraube bot der Reichsbank deren letzter Wochen Ausweis. Die
Roman von Marie Bernhard.
(Fortsetzung.)
Aber je häufiger in feiner Gegenwart gerade dieser schöne Springqmll zum Durchbruch kam, je- Bhlrelcher die Gelegenheiten wurden, da ihrer beiden Ansicht n fich fanden, ihre Blicke in ftendtgem Ein- bttständniß fich trafen, desto beklommener wurde eS km Rechtsanwalt zu Sinn, desto deutlicher sagte die stimme in seinem Inneren: .Es ist unrecht, was Du thust — an ihr, an Dir selbst, an ihrem Manul" lab wenn et hundertmal dagegen trotzte: .ES fällt ja nicht der leiseste Schatten auf fie und «ich, wir
,®ertt aber der bekannte hiesige Bürger, der fick als freisinnig gLrlrt, fich nicht reharrlich von jeder Tvältgke-t ta btt freisinnigen Partei fern hielt', so würde er Äffen, daß gerade die dermalige Gießener
zu körnen, doch folgte die Hochzeit der Verlobung sehr rasch, und die Mutter fiedelte mit dem jungen Paar nach Wien über. Don da au trugen Frau Magdalenens seltene Briefe ein beinahe ganz un- p rsönlrches G-präge: fie berichtete von SBien, sprach über Theater und Kunst, über Politik und neue Bücher, fie schrieb von fich: „Ich bin gesund, "oder ich fühle mich leidlich wohl," aber nie erwähnte fie des jungen Eheglücke» ihrer Kinder, nie entwarf fie ein wenn noch so flüchtiges Bild ihres Schwiegersohnes, so oft Werder fi« auch darum ersucht hat. Als er dies wieder einmal in dringenden Worten geihan, erfolgte nach langer Pause die Antwort: .ES ist bester, darüber nicht zu schreiben, weil eS Dinge giebt, die man mit dem vertrautesten Freunde — daß Sie mir dies find und bleiben, wisten Sie! — wohl unter vier Augen besprechen, nicht aber schriftlich abhandeln kann, weil immer doch ein ungelöster Rest übrig bliebe. Mein Herz ist voll, übervoll! Ach, daß ich Sie hier hätte!"
Der Justizrath hatte diesem sehnsüchtigen Ruf nicht folgen können, er hatte fich überarbeitet, mußte auf ärztlichen strengen Befehl einen mehrmonatlichen Urlaub nehmen und in ein Nordseebad gehen, sodann längere Zeit im schottischen Hochgebirge verweilen. Jede Aufregung, jede GemüthSbevegung wurde ihm ernstlich untersagt.
Er hörte Monate hindurch nichts von Magdalene, — da traf ihn, der, gestärkt an Leib und Seele, heimgekehrt und sofort in einen wichtigen, Aufsehen erregenden Proceß eingesponueu war, die Nachricht von Lorles plötzlichem To:e wie ein Donnerschlag. ES kam nur die gedruckte Anzeige, nichts weiter; eS war keine Srankhett als Todesursache angegeben, und
gewiesen worden. B< merkens Werth ist ein Arttkel des .Deutschen Oekonomisten", der darlegt, daß die industrielle Leistungsfähigkeit Deutschlands einen Aufschwung genommen hat, der der dauernden Verbrauchs» säh gleit bedeutend voraus eilt und die Merkmale einer Krisis in fich schließt. So^ar Blätter, die sonst das Int-reffe der Börse vertreten, halten es allmähl!ch für angezeigt, ihre warnende Stimme zu erbeben.
Wir empfehlen dies Geständniß allen Denen, welche noch der Ableugnung des Frcifinns und der Demokratie Glauben schenken, daß fie die .Vorfrucht der Socialdemokratie" seien.
Weiter aber ist die radikale Dcmokratte gleich dem Freisinn in ihrer Preffe soeben stark damit beschäftigt, sich der socialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung anzunehmen. Sie äußert fich ganz empört über die Thatsache, daß im Königreich Sachsen, nämlich in Spechttitz bei Rabenau der überwachende Beamte Minderjährige von einer Geweikschafrssttzung abgehalten und die Amtshauptmannschaft Dresden-Land dies mit der Motivirung gut geheißen hat, .daß die gewerkschaftliche Organisation in das Fahrwasser der Socialdemokratie gerathcn sei und die gewerkschaftlichen Verhandlungen einen ausgesprochenen politischen und agitatorischen Charakter trügen, mithin unter das neue Vereins- und Versammlungsgesitz fielen." Die Dresdener Amtshauptmannschaft hat nur zu sehr Recht mit ihrer Auffassung. Nicht nur in die Hände der Soeialdemokratie ist die Gewerkschaftsbewegung gerathen, nein, cs streiten sich sogar Social- demokraten und Anarchisten um die Vorherrschaft in derselben. Man ersieht den unumstößlichen Beweis hierfür sofort, wenn man einen Blick in eine dem Berliner Anarchistenblatt .Neues Leben" aus Reichenbach in Schles. zugegangene Zuschrift thut. Diese Zuschrift führt heftige Klage darüber, daß im Deutschen Textilarbeiterverband, obwohl eine große Anzahl Auarchiften die Gewerkschaftsbewegung principiell und finanziell förderte», doch .alles zu Gunsten der Socialdemokratie ausgebeutet werde" TaS Fachblatt werd» auch von anarchistischem Gclde bezahlt und vertrete doch auss lieblich socialdrwokrvtische Tendenzen; in Langenbilau habe ein .tüchtiger Socialdemokrat und Anarchiftenfrefler" die Kaffe um 115 Mark erleichtert rc."
Dies ist für obige freisinnig - demokratischen Ableugnungen sehr fatal. Und zum Ueberfluß spielt noch dazu jetzt die Richter-Sonnemannsche Preffe den Advokaten für soeialdemokratische Agitatoren, deren einem, weil noch dazu vorbestraft, man die Aufnahme in den preußischen Staats- nnterthanen - Verband verweigert, und deren anderen man als vorbestraft aus Preußen ausgewiesen hat. Mtt solcher Advokatur find die radicale Demokratie und ebenso der liebe Freisinn in ihrer Presse sicher ein wesentlicher Förderer der Socialdemokratie, fie find ihre Vorfrucht, denn fie führen eben so Manchen ihr näher schon damit, daß fie ohne das Gesetz zu beachten der Socialdemokratie einfach Recht geben. So hat man's auch mit der Ausweisung der beiden polnischen Juden aus dem Königreich Sachsen gemacht. DaS fehlte aber noch, daß mit Schaffung unseres großen deMschen Reiches das Hausrecht der deutschen Einzelstaaten geschwunden sein sollte, fich gegen lästige und staatsgefährliche Elemente, die die Staats» gastfreundschast zu Untergrabung der Staatsautorität
beiden Naturen, fie konnten oft heftig mit einander disputieren, ober der Grundton klang rein und ungetrübt in ihnen nach, seitdem fie fich zur Freundschaft durchgerungeu. Magdalenens Gatte schätzte den Justizrath sehr und nahm besten Freundschaft für seine Frau mit gelassenem Wohlgefallen entgegen, aber er wurde nicht im Bunde der dritte, er ging gewissermaßen von außen um das Verhältniß der beiden hemm, ohne den Schlüffe!, der ihm den Eingang vermittelt hätte, zu finden oder auch nur finden zu wollen.
Es verging eine längere Zeit, ohne ein Wiedersehen herb'izuführen, und als eS endlich geschah, da war der Anlaß dazu ein trauriger: Direktor Wallis war nach langer, schwerer Krankheit gestorben, und Konrad Werder war zur Beerdigung gefahren und hatte die geschäftlichen Angelegenheilen feiner Freundin ordnen helfen, eine leichte Mühe übrigens, da der Setftorbene trefflich vorgesorgt hatte. Die Witwe beschloß nach einigem Schwanken, d-m W llen ihres Mannes zu folgen und in Pof n zu bleiben, um nach Ablauf des Trauerjahres mit dem soeben erwachsenen Töchterchen eine größere Reise zu unternehmt! und alsdann das Lor le in die Gesellschaft einzuführen.
Den Justizrath hiett seine immer ar wachsende Thätlgkelt völlig in Frankfurt fest. Ganz uner wartet traf ihn bann die Anzeige der Verlobung Lorles mit einem Kaufmann Edgar Lentz, — eS war dies ein Name, der bisher in kein m Brief seiner Freundin Erwähnung gefunden hatte. Sie schrieb ihm kurz und ziemlich verstimmt barflier — war eS, daß fie das einzige Kind überhaupt so jung noch nicht hatte hergeben wollen oder sagte ihr die Persönlichkeit des Schwiegersohns nicht zu? Sie schien fich nur schwer in die Thatsache finden
Die Vorfrucht der Socialdemokratie.
♦ Der Freisinn sowohl unter Eugen Richter, vit fein ihm so ähnlicher Gesinnungsgenosse, die tebieal e Demokratie, lieben eS, jederzeit btt Behauptung, daß fie die .Borftucht der Social- bäuofratie" seien, ihre Begründung abzusprechen. 6ie erzielen damit bei so manchem ihrer Anhänger glauben; sie find an’8 Verneinen gewöhnt und verstehen eS seit Langem daher auch ganz gut. Nur schade für sie, daß hin und wieder sich Tinge ereignen, welche das Unberechtigte ihrer Ableugnung so klar an den Tag bringen, daß die letztere unmöglich ist. So liegt nnS j tzt ein nettes freisinniges Geständniß vor, daS wir in einem benachbarten glitte, dem .Gießener Anzeiger" fanden. In Gießen haben jungst Stadtverordneten - Ersatzwahlen stattge- fmben und das Partei-Wesen spielt dort bei solchen Kahlen eine schon größere Rolle, wie in Marburg, v» man die Bedeutung der Stadtverorbneten-Ber-
efämpfte ist? Ob fie nicht h-lmlich leidet wie Du? Drum mach' ein Ende, da Du der Stärkere von tidj beiden bist! Du willst und kannst fie dem Staun, dem sie fich freiwillig gab, d m Mann, der $ir in feinem Hause vertrauensvoll Freundesrechte ‘»geräumt hat, nicht nehmen . . . also raffe Dich *af und geh, ehe eS zu spät ist!"
Und in der That, er hatte das schwere Opfer gebracht, er war gegangen, hatte von ihr Abschied Kuommen und mit keinem Wort, keinem Blick Der»
rein. )br.: lügen n) -A ebode?
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schaut? Lange hatte er die schmale, kalte Hand in hätten. Ihr Briefwechsel, nicht sehr häufig, barem seiner behalten, als er zum letztenmal kam, lange aber nm fo ausführlicher und eingehender, war beiden vtb tief in diese wunderbaren Ange» gesehen, und fie ’o sehr zum Bedürfniß geworden, daß er einen Lrcht- hatten einander versprochen, Freunde zu bleiben sürS punkt in ihrem Dasein bildete. ES war ein wnnder-
Umschau.
Der Petition der Berliner Kommunalbehörden an den Reichstag bezüglich der Hebung der .Fleisch- noth" ist eine Denkschrift beigegeben, in welcher .statistische Nachweise" enthalten sind, die das Verlangen nach unbeschränkter Viehausfubr unterstützen sollen. Die .amtliche" Berliner Statistik ist aber nur mit großer Vorsicht zu genießen, es ist darum zu wünschen, daß man den neuesten ,ziff rn- mäßigen" Nachweis im Reichetage scharf unter die Lupe nimmt. Geschieht dies, bann dürfte möglicher Weise ein ähnliches Ergebniß herauskommen, wie es vor einigen Jahren bezüglich einer anderen .amtlichen" Berliner Statistik durch das Köni lick Preußische statistische Bureau ermittelt worden ist Nach näherer Prüfung der damaligen .zifferemäßigen Nachweise" ünr Brot« und Getreidepreise warnte nämlich die genannte preußische Behörde davor, die Schlüsse der Berliner amtlichen Statistik zu verallgemeinern.
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Reichsbank ist berechtigt, einen steuerfreien Noten.
Umlauf von 293,4 Millionen zu halten. Giebt fie, 1872 die Muristancap lle eingeweiht, in der bisher über diesen Betrag Noten aus, so muß sie den Ueber-1 die evangelischen deuffchen Gottesdienste abgehalten schuß versteuere. Am 30. September bettug dieser' Word n find. Die diesjährige große Reise nach dem Uvetschuß 276 Millionen Mark; er hatte damit eine■ heiligen Lande hat er an Bord der „Mitternachts
geschloffen, zu lockere. DaS hatten fie tteulich gehalten. — Dann und wann war ihnen ein Wiedersehen beschieden.
AIS der jungen Frau nach sechsjähriger kinderloser Ehe ein Töchterchen geschenkt wurde, da kam Konrad Werder von Frankfurt am Main, wo er ein gesuchter RechSanwalt geworden war, nach Posen herüber und übernahm ein Pathenamt bei der Kleine». Er fand Magdalene frisch und blühend, strahlend glücklich in ihrer Mutterfreude, den Gatten wohlwollend und ge» messen neben ihr, etwas gönnerhaft auf dies Glück herabsetzend, das ihm ziemlich mäßig büntte, da er einen Sohn erwartet und gewünscht hatte.
Wieder nach einigen Jahren nahm da» Ehepaar Wallis mtt dem lieblich emporblühenden Töchterchen Leonore — .das Serie* genannt — für mehrere Wochen in Wiesbaden Aufenthalt, und Werder war fast täglich in ihrer Gesellschaft. Sein begehrliches Herz war viel stiller geworden, es tauchte wohl oft beim Anblick Magdalenens der Gedanke in ihm auf: .Wie schön hätte es fein können, wen« fie Dir gehören dürfen!" Aber e8 mischte sich kein heiße» Verlangen mehr in dieses Empfinden, es war nur wie das wehmüthlge Verklingen einer schönen Melodie. Stark und rein aber hob fich mit den Jahren die Freundschaft dieser beiden Menschen au» dem Widerstreit persönlichen Empfinden» empor. Kein wichttgeS Ereignis, perfönlich oder allgemein, das fie nicht mit einander tfjeilten, kein Kummer, keine
■ fammlung, der die städtische Initiative zusteht, in dieser Hinsicht noch nicht „parteilich" würdigt, Was ja kein Fehl-r ist, aber mit der Zeit auch kommt! lad) den Gießener besagten Ersatzwahlen polemifirt m im erwähnten Gießener Blatte ein Gießener Freisinniger gegen ein dort auch erscheinendes Blatt kr radicale« Demokratie, dem er vorwirft, daß es veil mehr die Socialdemokratie fördere, als den Freisinn. Ueber die erstere Hälfte des Vorwurfs hat fern Mensch mehr gezweifelt. Spaßig aber ist hierbei ; das nachstehende Gistär dniß des polemisirenden Frei- tzvigen aus Gießen über eigene Förderung der Socialdemokratie. Er sagt gegen den Verfasser M Dox ihm zu bekämpfenden .Gießener fteifinnigen Bürgers", der den Artikel in das auch in Gießen erscheinende Blatt geschrieben Hai, u. A. Folgendes:
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für Hie Kreise Marbnrg und Kirchhain. Zllnftrirtes Sonntagsblatt.
Ranges etngeheteu: die Reichsbank bat den getrieben worben finb. I» vun.»u»in)imuinnyc« Wechsel-Diskont auf 6 Procent urb ben Z itfchnften ist schon large auf diese Thatsache Hirn
htmil- ufcn« *18 socialdemokratische Candidaten irgend zu txrück- ' tätigen.
mittags Mehren rein freundschaftlich zusammen!" so sprach sein Gewiffen dagegen: .Aber Du liebst fie anders, kau als Freund — und kannst Du wiffen, ob ihre fäeinbare Unbefangenheit nicht gleichfalls eine schwer
ff. unter detzhald die Ausstellung von Candidaten dieser Partei Bl. siiterließ, weil die Soctaldemokraten von vornherein stlbstnändig vorgegangen waren und ihrerseits nur eigene tanbibaten ausgestellt hatten, und zwar in einer Weise, bi« »wz deutlich erkennen ließ, daß sie die Ueberzeugnng haben, «s eigener Kraft Candidaten dnrchbringen zu können, daß fc ihrerseits di« Wahl als Prob« für di« Stärke der eigenen Partei ansahen und nickt daran dackttn, ihrerseits
Rasse, Parteileitung von jeher darauf gedrängt und es kaufen, ach dnrchgesetzt hat, daß auf den eigenen Parteizettel Kandidaten welche nicht zur Partei gehöiten, kamen. Er mürb» weiter wissen, daß auck bei der di-» maligen Stabt» . »deroidnetenwahl im Vorstand der Partei die Be- IllUn rücksichtignng socialdemokratischer Can - lu,,v didaten erörtert wurde, und daß man lediglich
Erscheint täglich «ußrr «t Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. “TMT/WRi Anzeigen nehmen «Htgtgt*: btt Exvedttion dieser Blattes, die Annoncen»
HfX Q7C Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen y Bureau; von Haafenstün 4 Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magd«» qq
wlX* “*O Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnserttonsgebühr: biege- Orr t ono b«4, Wien; Rudolf Most«. Frankfurt«. M., Berlin, München, Köln; vO. ^UyTy,
walten« Zeil« ober der*« Rau« 10 Psg.. Reklamen die Zeile M- Pfg. iDÜlllllllg, — •. yiDDCnWCt lo9ö. E. 8. Daube 4 He., Fremkfutt a. M., Berti», Hannover, Pari» x.