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Wöchentliche Beilagen
SRer» Sl. - Xetoftmi 56.
33. Jahrg.
JH 271
e. M-, Berits, München, Rota;
Berits, Hamlover, Pari« x.
In seiner gestern bereits znm größten Theil hier wiedergegebenen Rede zu Manchester führte Chamberlain weiter auS, Großbritannien wünsche nur solche Erwerbungen in China, die uöthig seien, um
Unsere Regierung ist sich dieser drohenden, zugleich wirthschaftlichen und nationalen Gefahr wohl bewußt und auf Abhilfe eifrigst bedacht. Aber freilich steht ihr ein umfassendes Mittel nicht zur Verfügung, durch welches sich daS Uebel mit einem Schlage bt- festigen ließe. Dagegen gelangt eine wohlgeordnete Reihe kleiner, aber im Zusammenhänge dennoch wirksamer Mittel zu immer ausgiebigerer Verwendung. Hierhin gehören beispielsweise die Einrichtung von Arbeiter - Rentengütern, der fortgesetzte Ausbau des ländlichen Arbeits-Nachweises und verschiedene Maßnahmen der Heeres-Verwaltung, so die Benutzung der Jnstruktionsstunde zur Belehrung der Soldaten über Werth und Vorzüge ländlicher Arbeit. ES ist deshalb auch durchaus unangebracht, den Staatsbehörden mangelndes Verständntß für die wichtige Frage des ländlichen Arbeiter-Mangels vorzuwerfen. Die Regierung entzieht sich der Erörterung keines auf Minderung der Leutenolh hinzielenden Vorschlages, nur Maßnahmen, welche zur Slcvifierung von Gegenden des Staats führen müßten, kann und wird sie niemals zustimmcn.
Der Pariser „Malin" versichert, der Casiationshof habe am Montag noch eine zweite Verfügung getroffen, nämlich die, DreyfuS kommissarisch vernehmen zu lassen. — Labori erhielt gestern die Erlanbniß, mit Picquart zu konferiren. Er besuchte ihn bereits Nachmsttags im Gefängniß. Picquarts Geheimhaft, die fast zwei Monate dauerte, ist also aufgehoben. Die Stellung PicquartS vor ein Kriegsgericht ist fast sicher. Die Drcyfuspresfe kündigt deßhalb bereits eine neue RevifionSbewegung zur Befreiung PicquartS an. Der Gouverneur von Cayenne Roverdeau sandte dem Colonialminister Guillain einen ausführlichen telegraphischen Bericht über die Art, wie DreyfuS daS Revisionsverfahren mitgeiheilt worden ist. Der Präsident des Cassationshofes Loew wurde hiervon sofort benachrichtigt. Die Strafverfolgung Urbain G o h i e r s nimmt einen für die Regierung ungünstigen Verlauf. Gohier besitzt einen Brief Lockreys, worin dieser ihn früher wegen der Enthüllungen über die französische Marine beglückwünscht. Lockroy weigert sich deßhalb, sich der Strafverfolgung anzuschließen, so daß eine Ministerkrise droht. Der Abgeordnete Klotz brachte einen Antrag auf Besteuerung fremder Arbeiter auf 50—70 Frcs. ein. Die republikanische Senatsgruppe beschloß, die Aufhebung aller K l o st e r s ch u l e n zu beantragen.
Thereses Reise getroffen, zwei Monate später kam sie bei ihrem Onkel an und wurde mit Freude» in dessen traulichem Familienkreise ausgenommen.
Herr v. Hohendorf war in vieler Beziehung daS gerade Gegentheil seines militärisch strammen Bruders. Ihm galt er als das höchste Glück, zu sehen, daß jeder Einzelne sich wohl fühlte unter ftinem Dache und wenn es möglich war, berücksichtigte er gerne deffen Wünsche und Neigungen, stotzdem er mit sich selber strenge verfuhr und die Pflicht ihm über Alles ging. War er unter diesen Umstände» ein Wunder, daß Therese ihn sehr bald, gleich seiner übrigen Umgebung verehrte und liebte, mehr »och a!S den eigenen Vater, und daß nach kaum einem viertel Jahre der Onkel in die Geheimuiffe ihres jnngen Herzens ein- geweiht war?
Wie in allen Dingen milder, so beurtheilte er auch Therese's Verlobung bei weitem nicht so strenge, wie sei» Bruder, sonder» gab zu: „Wenn Franz ein Ehrenmann ist, wie Du ihn mir beschreibst, so schadet eS in meinen Auge» nicht, daß er statt adeligen nur bürgetlichen Standes und statt Offizier nur Säuger ist. Die Hauptsache scheint mir, daß Ihr Euch lieb habt, alles Andre ist in meinen Augen tont egal. Ich rathe Dir, halte Du nur fest an Deinem Franz und wenn der Vater aus dem Feldzüge heimgekehrt ist, so will ich meinen ganzen Einfluß gebrauchen, nm diese» für Eure Verlobung günstig zu stimmen, trotz aller Ahnen drunten im Schlosse unserer Väter."
Therese drückte ihrem Onkel dankbar die Haud, indem fie erwiderte: Wie gut, daß ich zu Euch gekommen bin. Die große Last, welche zu Hause unausgesprochen auf meiner Seele lastete, hätte mich mit der Zeit erdrückt, baut meiner Mutter durfte ich nicht zumuthen, mir darin irgend etwas trage» zu helfe». Sie ist körperlich fo schwach, daß ich eS nicht
über mich vermochte, ihr neben j-ner Last, welche der Krieg auch für fie gebracht hat, noch einen Theil meiner eigenen Sorge aufzubürden. Wie ich derselben endlich doch etwas von unserer Verlobung mittheilen mußte, war ihr einziger Gedanke dabei der: „Was wird Dein Vater dazu sagen?"
Herr v. Hohendorf nickte, als er erwiederte: „Ich kenne die Verhältnisse in Eurem Hause nur zu genau, um mir nicht denke» zu können, wie Du gerade i» dieser schweren Zeit ohne jedes Verständntß Deiner nächsten Familie unter den Verhältniffeu gelitten hast, besonders als nun noch die Sorge um Deine» in den Krieg ziehende» Bräutigam dazu kam, arme Kleine. Deßhalb bi« ich so besonders froh, daß wir Dich jetzt hier haben und was mir irgend möglich ist, verspreche ich für Dich und Deinen Franz zu thun.
Einen Augenblick trat tiefe» Stillschweigen ein »ach diese» Worten, dann begann Therese von neuem, „Wenn ich doch nur endlich bald einen einzigen Brief, ein kleines Lebenszeichen von ihm erhielte! Heute find es nun gerade acht Wochen, seit ich zum letzten Male Nachricht hatte von Franz. Der Brief war nach jenem letzte» großen Siege unserer Truppe» geschriebe», aber sestdem ist Alles still! Ob er gesund ist und ihm nur die Gelegenheit fehlt, einen Brief an mich hierher zu befördern, oder krank, vielleicht gar tobt?"
„Wir vermögen im Augenblicke »ichtS, gar nichts, als bat Lenker bei Schlachten für ihn zu bitten. Er bet sogar bie Haare auf unserm Haupte gezählt hat, er kann Dir auch Deinen Franz behüten vor Gefahr, Roth und auch dem vor Tode, erwiderte ernst Herr v. Hohendorf.
Es war ein kalter, stürmischer Herbstabend. Um das alte Landhaus tobte der Sturm und schlug ein Regenschauer nach dem anderen an die Fenster, und drinnen setzte man sich näher um das wärmende Kaminfeuer im Wohnzimmer zusammen, denn die Oefen int Hanse wurden noch nicht geheitzt, da bisher die Sonne immer wieder hervorgeblickt hatte zwischen einzelnen Regenwolke».
Herr v. Hohendorf hatte eben mit einer Zeitung in der Hand das trauliche Zimmer betteten, sich zu den ©einigen setzend, faltete er die neuesten, eben gekommene Nachrichten auseinander und studierte den Inhalt des wichtigen Blattes lange mit der größten Aufmerksamkeit, bis kein Wörtlein mehr in demselben stand, welches er nicht gelesen hatte, denn Alles, waS die Zeitung brachte, sprach anS der großen Zeit de» FreiheitettiegeS. Sie erzählten in knappen, kurzen Mittheilungen über die letzten Schlachten und Zn« sammenstöße, von denen einige sich sogar in nicht so großer Entfernung von Herrn v. Hoheudorf's Besitzung abgespielt hatte». „Gottlob," rief dieser erleichtert aufathwend, „daß die ftüheren Mahnrufe über verlorene Schlachte» ihr Ende erreicht und man jetzt durch des Herrn Gnade einen Sieg unseres Volkes nach dem andern melde» darf. Aber ttotz feinet jetzigen Wiedererhebung wird unser armes Volk noch lange zu leiden haben durch Wunden, welche die letzten, schweren Jahre» ihm geschlagen. Viele Besitzende werden alle irdischen Güter, welche sie einst ihr eigen nannte», verloren haben durch rauhe Feindes« Hand, manche alte Eltern «erden weinend an bat Gräber» ihrer geliebte», im Kriege burch de» Tob geraubte» Söhne stehen uub manche arme Wittwe wirb nm den Ernährer ihrer Kinber, manche Braut um das theure Leben ihres Bräutigams ttauern."
(Fortsetzung folgt.)
Ländlicher Arbeiter-Mangel.
Welchen Grab die Leute-Noth auf dem Lande erreicht hat, dafür liege» augenblicklich wieder die -eitlichsten Zeichen vor. LandwirthschaftS-Kammern „b landwirthschaftliche Central-Vereine haben in Ärgster Zeit mehrfach Gesuche an die Regierung .sichtet, schleunigste Maßnahmen zur Lösung der ländlichen Arbeiter-Frage zu treffen, yb diese Gesuche werden durch die beweglichen g(agen einzelner Landwirthe aus allen Theilen Deittsch- Wds wirksam unterstützt.
So heißt es in einem Klagerufe ouS dem Lieg- gjtzer Kreise, der vor kurzem durch bie landwirthschaftliche Presse ging, folgendermaßen: „Die Lage des Arbeitermarkts im Regierungs-Beziik Liegnitz ist mr Zett folgende: Stallmädchen find nicht mehr zu beschaffen; der Uebergang zur fast doppelt theuern Lesorgung des Viehs durch Stallschwettzer ist auf de» meisten Gütern bereits durchgeführt, auf de» andern m Vorbereitung. Tagelöhner werde» immer knapper md sind auf einige» Güter» überhaupt nicht mehr vorhanden, auf andern bis auf einen kleine» Stamm zusammengeschrumpft. Zur Sommer-Arbeit werden fast allgemein galizische und russische Arbeiter angenommen. Bei den Pferde- und Gespannknechten liegen die Verhältnisse so, daß ein jeder Besitzer den vorhandenen Bestand unter Bewilligung der ost sehr hohen Forderungen der Knechte sich auf alle Weise zu sichern sucht, da für fortgehende Knechte sehr feiten Äsatz gefunden wird. Mit Schrecken denkt man daran, waS werden soll, wenn dieser Mangel an brauchbaren Pferdeknechten noch größern Umfang an» nimmt. Den ungeschulten Polen und Galizier» können wir doch unfer theureS Pferde-Material un- »sglich anvertrau-n...... Die Arbeiterfrage
ist momentan die wichtigste und brennendste für die lmdwirthfchaftlichen Bettiebe des Ostens und in ihren Wirkungen bei ungünstiger Weiter-Entwicklung für ms ebenso schlimm, wie niedrige Getreide preise."
Solche Einzel-Schilderung aus der unmittelbaren Praxis heraus sagt mehr als langathmige theoretische Erörterungen. Wir ersehen hieraus, wie Leutenolh zugleich auch in stärkstem Maße nationale Gefahren heraufbeschwört. Bis jetzt haben die Landwirthe der von dem Slaventhum gefährdeten Grenzbezirke in anerkennenSwerther Einmüthigkeit noch den deutsch- mtionalen Standpunkt festgehalten und von diesem Standpunkte aus der Dauernden Niederlassung slavtscher Arbeiter widerstrebt. Aber wird dies, immer so bleiben, wenn die Zukunfts-Frage schließlich nur noch lautet: Untergang ober Slaventhum ? Noch bricht 6ifen, und der sich stetig steigernde wirthschastliche Druck bringt schließlich auch die festeste nationale Seftnnung ins Wanken.
(Nachdruck verboten)
Starke Liebesfäden.
Novelle von B. Altmann.
(Fortsetzung.)
Erstere ttauerte um ihren Gatten, indem sie in ihrer trauet aus einem gewissen Gleichmuthe nicht heraus km, während Therese ost mit verzehrendem Eifer sich um Franz sorgte und grämte. Von einer Loche zur anderen schien fie einfilbiget uub trauriger M werben, bis schließlich Frau von Hohenboif in der Roth um ihr bleiches Kind einen altbewährten Keund, ben langjährigen Hausarzt komme» liefe. Der kluge, alte Herr hatte es halb begriffen, daß Therese's Leiden kein körperliches war, zog bei sich den richtige» Schlnfe: „ES scheint eine LiebeS- , mgelegenheit dahinter zu stecken und schlug vor, ohne jedoch etwas über seine Vermuthuuge» laut werden zu lasten: Gnädigste Frau, Fräulein Therese mufe »othwendig Luftveränderung Haden. Wenn Sie sich von ihrem alten Arzte rathen lasten wollen, so schicken Sie fie auf das Land, am besten nach dem Snte ihres Herrn Schwagers, wo die Lust fo besonder» gut, die Menschen so überaus fteundlich find Ad es reichlich Milch zu trinken und Eier zu essen zieht. Sie selbst werden burch eine Trennung wenigstens körperlich nicht zu viel zu leiben haben, ba Ihre alte, treue Jungfer Sie unterbesten, ficherlich auf das beste versorge» wirb."
Berettwillig gab Frau v. Hohendorf ihre Zustimm- xng, denn traurige, trostbedürftige Menschen hatte fie nicht gerne um sich, ba fie eS von klein an gewohnt war, statt auSzugebe» immer nur einzunehmen.
Mit bet langsamen Gründlichkeit, welche nach dem Ende des vorigen nnd dem Anfänge unseres Jahr- hnnderteS eigen war, wurde» die Lorberettungen z»
feine maritime Stellung zu garantiren. @rofe* britannien halte eS nicht für uöthig, ben Bestrebungen anberer Mächte Hindernisse zu bereiten, vorausgesetzt, daß fie nicht gegen jenes große Princip verstofeen, daß die Märkte Chinas dem ehrliche» Wettbewerb offen gehalten werden. In der Frage der dem Auslände inChina gewährten Concessionen habe England bisher keinen Grund zur Klage; er gebe indessen zu, es bestehe einige Gefahr, daß Großbritannien von einigen offene» Märkten in Zukunft ausgeschlossen werde. Ein Ab« kommen mit Rufeland wäre, wenn möglich, wünschenswerth; aber er habe mit solchen Abkommen die Erfahrung gemacht, daß keines andauernd Geltung behalten könne, wenn eS nicht im Jntereffe beider Parteien liege, daran festzuhalten, ober wenn nicht eine Partei stark genug fei, das Festhalten an dem Abkommen zu erzwingen. Thstsächlich wünsche Großbritannien eine bessere Garantie, die Politik der offenen Thüre zu sicher», alS ein auf dem Papier stehendes Uebereinkommen. Eine solche Garantie könnne aber nur in einem allgemeinen Uber« einkommen der Nationen gefunden werden, i» China eine liberale Handelspolitik zu befolgen. Deutschland, Japan und die Bereinigten Staaten stände» dieser Politik günstig gegenüber. Japan habe in de» letzte» wenigen Jahren Vorbereitungen gettoffen, welche ihm bald eine Macht geben würden, die in keiner Combination im Orient vernachlässigt werden dürfe. Chamberlain äußerte seine Freude da; über, daß die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten enger und herzlicher geworden seien. Die Jntereste» diese» Landes wären dieselben wie diejenigen Großbritanniens. Jetzt Wiste das amerikanische Volk, daß bei ben jüngsten Kämpfen Amerikas bie englischen Herzen ihm entgegeogeschlagen hätten; diese fteundschaftlicheu Gefühle würde» von den Amerikanern erwidert. Aber es fei keine Rede von einem formellen Bündnißvertrage, d sten Großbritannien nicht bedürft. (Sicfeoiitnnnien ei fähig, für sich allein zu steden; ober wenn es eine All uiz eingehe, könne es ebensoviel n*. b n, ulr 1 ß e-hatte. Zugleich betonte Chamberlain neuerdings die freundlichen Beziehungen zu den Mächten, deren Interesse» mtt denen Großbritanniens übereinstimmten; er freue sich namentlich darüber, daß die B e zieh u » g en zu Deutschland solche Fortschritte gemacht hätten. Er könne keinen Platz in der Well sehen, wo die deutschen Jnteresten in ernstlichem Widerspruche mit denen Großbritanniens ständen, er halle es deshalb für möglich, auch ohne eine ständige Allianz zu einer allgemeinen Verständigung mit Deutschland zu gelangen.
Umschau.
Unter der Spitzmarke „Eine englische Taktlosigkeit" schreibt die „Post":
Ter Bischof von Gibraltar hat angetünbigt, er wolle bie Aufmerksamkeit be8 Großvenor House - Ausschusses auf benber Sache ber Philanthropie zugefügten Schaben lenken, ben Kaiser Wilhelm durch seinen Besuch bei bem Sultan verschuldet habe. Daraufhin richt te der Herzog von West minster ein Schreiben an den Sekretär teß obigen Ausschusses, in dem er mtt Bedauern kund that, daß er der betreffenden Sitzung, in welcher bei Bischof von Gibraltar sprechen werde, zwar nicht beiwohnen könne, daß er aber im Uebrigen schmerzlich beklage, daß nach Allem, was über die Miffethaten des Sultans und seine Mitschuld an der Ermordung von tnnderttansenb feiner Unterthemen ge'agt, geschrieben und in den Btanbüchcrn verreichnct sei, der Deutsche Kaiser die Gastfreundschaft eine» Monarchen, der sich durch beispiellose Verbrechen außerhalb des Bereich« der Zivilisation gestellt habe, angenommen habe.
Gelegentliche Taktlosigkeiten unserer „Vettern" jenseits des Kanals sind wir zwar gewohnt, zumal, wen» es sich um die Person des Deutschen Kaisers handelt; dafe aber die Palästinareife des Kaisers Veranlastung zu einer fo ungezogenen politischen Kundgebung Seitens gewisser Kreise bieten wüide, ließ sich wohl nicht erwarten. Wir möchten daher den britischen „Vettern" angelegentlichst empfehlen, zuerst mit sich selbst ins Gericht zu gehen; denn daß die armenische» Putsche nur daS Werk gewissenloser Agitatoren waren, die sich zu London in Sicherheit wiegten, ist zweifellos, und ebenso bedarf es keines Beweises, daß die ganze armenische Bewegung nur von gewisser Seite geschürt wird, damit man allezeit einen Grund hat, sich in die türkischen Angelegenheiten einzumischen.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach kann-und Feiertagen. «neigen nchrrnn entgehe«: die Expedition dieser Blatte«, die Annoncen-
Quartalr-Abormements-Preis bei ber Expedition 2 SH., bei allen «ureaux von Haaserchein 4 Bögler, Fremffurfta. M., Gaffel, Magde-
ÜS&'KXÄgjji Sonnabend, 19. November 1898.
Die „Nordd. Allgem. Zig." schreibt: Wir sind bereits vorgestern der Meldung der „Allgem. Fleischer- Zeitung" entgeaengetteten, wonach die nach Oesterreich-Ungar» entsandten Regierungskommissare außer dem Studium der dortigen Markt- und Viehhandelsverhällniffe auch die Ausgabe hätten, eine genaue Einsicht in die Gesund h e i 18 v er h Situ i ss e der österreichisch- ungarischen Viehbestände zu gewinnen. Da die Meldung von zahlreichen Blättern wiederholt wird, betonen wir nochmals, dafe die Kommission diese Aufgabe nicht hat und mit Untersuchungen veterinair-polizeilicher Art sich überhaupt nicht beschäftigt. Die Kommissare haben sich vorgestern (15.) Nachmittag von Wien nach Budapest begeben. Dort wurden sie von dem Bürgermeister empfangen, der seiner Freude über ihre Anwesenheit in Pest Ausdruck gab. Die Kommissare, denen von Seite» des Ackerbaurnttisteriurns und des Magistrates mehrere hohe Beamte gupetbeilt wurden, besichtigte» gestern Nachmittag die Schlachtbänke.
: Kreisblatt für tzie Kreise Marburg «nd Kirchhain. Jllustrirtes Sonntagsblatt.