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Ouartall-Abonnementr-PreiS bei tat Expedition 2 37tt, bet allen Buttett »on Haaieichä« * Bogter, Frankfurt a. M., EasiÄ, Magta-
Mittwoch, 16. November 1898. <"L
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für Hie Kreise Marb«rg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. *"* »ebaktt«: RatS N. - Lelerchon M.
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Der Tag, welchen die Kirche vor alle» andern Lagen im Jahre, als den Landes-Buß- und Bettag bezeichnet, soll nicht den Einzelne», sondern daS ganze 8»lk vor Gottes Angesicht stellen, die vorhandenen Mchen Schäden zu erkennen, die Sünden zu bereuen und Einkehr zu halten, damit mit der heilsamen Ansicht eine Frucht der Umkehr zum Besieren und des Fortschrittes auf dem rechten Wege und zum rechten Ziele erreicht werde. Was helfen alle Reich- Lhümer und aller Wohlstand, den ei» Volk erringt, »ernt die moralischen Mächte, welche das Volksleben erhalten, Einbuße erleiden, und wie können die moralischen Mächte anders gestärkt werden, als durch daS ernste Besinnen auf den sittlichen LebenSgrund, auf die Gerechtigkeit, die ein Volk erhöht, auf die Folgen des Abfalls von Sott und auf die Frucht der Sünde, die der Leute Verderben ist.
Wir wollen unsere Zeit nicht anklage», daß sie schlechter sei, als frühere Zeiten; wir wollen von »oruherei» annehmen, daß es immer so gewesen ist, daß der Abstand zwischen beit höchsten Idealen, die das Christenthum einem Volke vor Auge» stellt, und der nackte» Wirklichkeit der Dinge ein großer und ost Peinlich empfundener ist; dennoch aber wird jeder, der die Verhältnisse kennt, uns recht geben, daß mehr nie zu andern Zeiten heute bewußter Unglaube und ilbfall vom Glauben ein Kennzeichen der Gegenwart -morden sind. Von den Höhen der Gesellschaft ist S heruntergesickert nach den Tiefe». Eine weltliche Biffenschaft, welche Gott beseitigt und das Diesseits in den Himmel erhebt, hat die schlimme Saat gesäet mb diese Saat ist mit unheimlicher Macht und Lchueüigkeit aufgegangen. Der Klassenkampf hat die große» Masse» zunächst mit einer Feindseligkeit gegen dir christlichen Kirchen und deren Verkündigung «Wt und dann daS Ohr der Tausende für die Predigt der Gottesleugnung in den Volks-Versammlungen und in der Prefle gewonnen, so daß heute gotteslästerliche Reden angehört werden, als Bären sie nicht die Ausgeburt der Frechheit und Zügellosigkeit, sondern als handle eS sich um eine reue Eingebung.
Alles dies ist die Ausstrahlung der Grundsünde der Menschen in diesem rastlos angespannten Geschlechte. Der Sinn ist ans daS Irdische und Belilidj« gerichtet, und man trägt die Strafe solcher ierabsäumung dessen, was wahrhaften und dauernden Berth hat, in dem unbefriedigten Herzen mit sich. Beltschmerz, Verachtung und Lebensüberdruß» die auS der Ansicht entspringen, daß alle »nsere Fortschritte d-e sehnende Herz nicht stille machen und keinen Stieben bringen, ist eine weitverbreitete Stimmung. Die GlaubenSloflgkeit der großen Masten, die auf- tihrerischen Gesinnungen, die Auflehnung gegen die
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(Nachdruck verboten.)
Starke Liebesfäden.
Novelle von B. Altmann.
(Fortsetzung.)
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Wenn nut die Herzen der in Betracht kommenden bkenschen immer ebenso dächten wie die ihrer Estern tob Ahnen!
Rittmeister von Hohendorf stand in jener Zeit
Thereses Sesangnnterricht begann, vor sehr ernsten, poßen Aufgabe», deu» die Auflehnung Deutschlands
schien er jetzt da zu sein. Deßhalb interesfirte eS
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ichönen Gesang? Weiter doch nichts, als daß er die schwärmerische FrauenweÜ für seine im Grunde recht brotlose Kunst begeistert."
»tnig Interesse für ihn; er dachte vielmehr einzig nb allein au seine tapferen, preußischen Jungen, delche er taS Schlachtengetümmel, in Noih, vielleicht
Therese, welche ihren Vater sehr genau kannte, Helt es für daS Klügste, ihm auf seine Bemerkung
tarch häufige Enttäuschungen heimkehrte, von den herrliche» Stunde» erzählen wollte, welche ihr durch Herr» Antta zu theil wurde». .Wenn er u»S die Äanzose» an» Deutschland heranSznfinge» vermöchte, : bann würde ich zugeben müsten, daß er wirklich etwas
Segen seinen Unterdrücker, den großen Napoleon, hatten ihren Anfang genommen und mit seinem Regimente mußte auch er sich bereit halten, dem Feinde entgegen zu gehen. Darum hatte der preußische Ritt- »elfter in dieser bewegten Zett weder Sinn für feine Emilie noch seine Güter, ja selbst die alten Familien- hilder, im Ahnensaale, in Schmerzow hatte» damals
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Ersieht, aber wär haben wir hier in Berlin von seinem kl___m.r____n »le V»£. — kl«
bestehende Ordimng ist nicht allein der revolutionären Agitation zuzuschreiben, ei» g«t Theil Schuld daran tragen auch die höheren Schichten der Gesellschaft, die bald lieblos find, bald in der Verfolgung ihrer eigenen Interessen versunken, bald vor den Augen der Armen und Entbehrenden einen prahlerischen und sinnlosen Aufwand tteiben und in dem Gelbe ihren Gott sehen.
Sollte» bies nicht vorübergehenbe Störungen fein ? Sollen wir auf dieser Bah» immer weiter ohne Halt unb Besinnen hineilen, der bösen Zukunft entgegen ? Ober soll nicht bei allen itiefer angelegten Naturen in unferm Volke ein heilsamer Schrecken Iber biefe Zustänbe die Einsicht in das Heilmittel wecken, welches immer wieder das alte ist, nämlich Umkehr zu Gott, herzliche und auftichtige Buße. Das find die Fragen, die der Bußtag jedem von uns zu ernster Selbst- prüfung ins Herz schreibt. Diese Fragen sollen uns vor Gott in's Gebet treiben, indem wir zugleich für unser deutsches Volk und Vaterland bitten, daß der rechte Geist der Buße in Allen erwache und die Er- kenntniß der Sunde dem Glauben an den gnädigen Gott den Weg bahne. Das sei die Frucht des Landes-Buß- und Bettages in unfeim christlichen Volke, so wird eS in vielen Dingen besser mit uns werden, nachdem eS in uns besser geworden ist.
Umschau.
Die „31. Pr. Zig." schließt einen, der national- sozialen Agitationsweise deS Reg.-Asseflors a. D. von Gerlach gewidmeten Arttkel mit nachstehender, völlig zutteffender Aenßernng: „Unseres Erachtens haben die Erlebnisse der Nationalsocialen während der drei Jahre ihres Partei - Spielens reichlich Gelegenheit zu der Beobachtung gegeben, daß für diese neue Partei ein Bedürsniß nicht vorhanden ist. Die Illusion, als ob die „sozial gerichtete" Bevölkerung nur warte, bis Herr Naumann mit seinem „Verein" und seinem Programm erscheinen werde, um ihm in Massen »achzulaufen, ist zerronnen. Kaum haben die Herren dies Jahr noch einen repräfentationSfähigen „Vertretertag" zusammenbekommen, und wären nicht nach Men Seiten Son« cesfiouen gemacht worden, hätte man nicht durch allerlei Beschwichtigungsmittel noch einmal die heterogenen Bestandthetle des nattonal-sociale» „Vereins" zusammenzuhalten verstanden, so würde daS Fiasco jener Politiker noch augenscheinlicher gewesen fein. Wozu also dieses „grausame Spiel" weitertteiben? Der kleine „Verein", der auS sich heraus nichts vermag, ober doch in einzelnen Bezirken Verwirrungen anzurichten im Stande ist, die nur den auf Zersetzung spekulirende» Elementen zu Gute kommen, leistet unzweifelhaft daS nicht, was manche feiner Anhänger von ihm erwartet haben."
keine Antwort weiter zu gebe», aber heimlich zerdrückte sie doch eine Thräne, welche sich zwischen ihre langen, seidigen Wimpern gestohlen hatte, hervorgelockt durch ihres Vaters derbe Antwort.
Die Mutter, welche durch ihre Kränklichkeit viel der Ruhe bedurfte, war dadurch auch oft nicht int Stande, den Gesangstunden ihrer Tochter große Aufmerksamkeit zu schenke». Sie lag fast immer auf einem Diva» in der weit geöffneten Stube, welche an das Mufikzirnmer stieß, mit gleichgiltig dreiu- schauenden Augen und müdem Geiste. Nur manchmal, wenn ihr Stab ein ganz besonders schönes Lied anstimmte, sich ein wenig in die Höhe richtend, gleichsam nm ihren Geist zu größerer Aufmerksamkeit zu ermuntern. Und Therese und Franz? Je öfter der Unterricht fie zusammen führte, je klarer wurde eS ihnen, daß fie Beide für einander bestimmt waren und darum nicht wieder von einander lassen konnten ttotz Sünftlerblnt und Ur- Urahnen. Der junge Sänger hatte sich bereits während des ersten SonzerteS, welches er in Berlin gegeben, von jener liebreizenden Mädcheugestalt gefangen nehmen lasse», die sich ihm später als Therese von Hohendorf entpuppte, ttotzdem er sich an bim ersten Abende sehr darüber geärgert hatte, daß fie ihm gefiel, und Therese hatte e« zuerst nicht der Besitzer jener herrlichen Tenorstimme, sondern diese selber angttha», ober von einer Gesangsstunde zur anderen fühlte fie e» immer deutlicher, daß nicht mehr die Sttmme allein, sondern auch ihr Eigenthümer selber e» werth war, von ihr nicht nur geachtet, sonder» auch geliebt zu werde». I« dem Augenblicke, wie ihr dar klar wurde, wappnete sich auch ihr jugendliches Herz mit aller vom Vater ererbten Willenskraft, und von der Zett an schien jener energische Zug um ihre» schöne» Mund »och fester zu werden als bisher. AlS aber ein halbes Jahr
Me nun veröffentlichte Denkschrift deS Graf-Regenten von Lippe an die deutschen Bundesfürsten ist ohne alle» Zweifel, wen» auch vielleicht nicht direct, so doch jedenfalls inbirect, von lippe-betmoldischer Seite in bie Oeffenllichkeit gebracht worben. Schon die Wahl deS ausländischen Blattes (NeneS Wiener Tgbl.) und die Thatfache», daß von den lippischen Sachwaltern in der Presse alsbald bei der erste» Nachricht von bet Veröffentlichung versichert würbe, daß Lippe-Detmolb dieser fernst ehe, dürfte nach der Regel qui s’excuse s’accuse das Gegentheil erweisen. Der Graf-Regent hat, ohne dazu bie Befugniß zu besitzen, an die im Fürsten- thum Lippe stehenden Truppen und an die Officiere der Garnison aus eigener Machtvollkommenheit einen Befehl über die den Mitglieder» seines Hauses zu erweisenden Ehrungen geridjtd, auf welche diese Mitglieder keinerlei Anspruch hatten. Hätte der Graf- Regent beffeie politische Berather, als fie ihm zur Seite stehen, so würde er rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht worden sei», daß, wenn er größere militärische Ehrenrechte für feine Staber durchsetzen wollte, als fie ihm nach der Militärconvention zustande», er dazu nicht den Weg des einseitigen Befehls, sonder» den Weg der Verständigung mit dem Allerhöchsten Kriegsherrn hätte wählen müsse». Daß er diesen nächstliegenden und einfachsten Weg nicht ergriffen hat, daß er durch seinen einseitigen Befehl in die Machtsphäre des obersten Kriegsherrn eingegriffen unb diesen daher genöthigt hat, diesen Eingriff nachträglich wieder ungeschehen zu machen, da» ist der Grund, warum stch bie Dinge jetzt dermaßen zugespitzt habe». Wie verworren die Rechtsbegriffe find, welche zur Zeit am lippischen Hofe herrschen, geht aus dem Satze des Schreibens des Graf-Regenten an den Kaiser vom 15. Juni d. I. hervor, der wörtlich dahin lautet, daß der Graf-Regent „im Interesse der DiSciplta Anstand nehme, seinerseits Gegenbefehle zu geben, zu welchen er als Con- tingentS- und Landesherr dem auf ihn vereideten und verpflichteten Truppevtheile gegenüber voll berechtigt zu sein glaube." Diese indirekte Drohung greift in der schlimmsten Weise in das dem Kaiser durch Arttkel 64 der Reicksverfassung gewährleistete für den Bestand des deutschen Reiches uuent -ehrliche Recht ein, wonach alle deutschen Truppen verpflichtet find, den Beschien des Kaisers unbedingte Folge zu leisten. Die Ausführung deS Graf Regenten, daß ihm als Kontingents« und Landesherrn die Möglichkeit gewährt sei, seinen LandeSkiudern, die des Königs Rock fragen, das Gegentheil von dem zu befehlen, waS der commandirende General auf B-fehl des allerhöchsten Kriegsherrn ihnen vorgeschrieben hat, diese Ausführung ist eine solche staatsrechtliche und militärische Ungeheuerlichkeit, daß sehr wohl zu begreifen ist, daß der Kaiser über diese Drohung aufs
vergangen war, da hatte« Therese von Hohendorf, das Mädchen auS altabelfgem Geschlechte, unb Franz Antta, ber hochbegabte, junge Künstler, sich Treue gelobt für alle Zeit, bie Verschiedenheiten, welche Rang unb Staub vorgeschrieben zu haben schienen nicht beachtend, ttotzdem bie Verhältnisse eine solche Verlobung ganz unmöglich erscheine» ließen.
„Bebenkst D» auch, Therese," fragte eines Tages zagenb Franz seine junge Braut, „WaS Du aufgiebft, wen» Du meta wirst, beim leider gehört der Sünftler» stand ta unserer Zeit immer noch nicht zu den ersten der Welt, welche demselben mir darum huldigt, weil er im Stande ist, ihr einen Ohrenschmaus zu bereiten."
Therese fing herzlich an zu lachen. „Was geht mich die Welt mit ihrem Serede an," entgegnete fie fest, ich habe WillenSttoft genug, um meine Au- gelegeuheiteu selber zu vertteten, und daS werde ich auch thun Jedermann gegenüber, sogar meinem Vater."
„Ihm gegenüber wirst Du keinen leichten Stand bekommen," sagte Franz seufzend, „wenn Du an alle Ur- Urahnen denkst, welche Du durch Deine Verlobung mit einem in ihren Auge» hergelaufenen Künstler auf dar schwerste kränkst und beleidigst. Ihne» wie Deinem Vater wäre der semmelblonde, einfältige Landjmrker, welcher nun schon seit länger als einem Jahre nach einem freundlichen Blick au» Deinen rehbraune» Auge» schmachtet, entschieden tausend Mal lieber, alS ich."
„DaS kann schon fein," gab Therese zu, „aber trotzdem bist Du jetzt meta, da lasse die alten Ahnen und de» semmelblonde» Junker nur immer zornige Gesichter machen, die Hauptsache bleibt für u»S ja doch, daß wtt einander lieb haben, unb da» habe» wir doch, meta Franz!" fügte die Sprecherin glücklich hinzu.
Der «gefragte drückte einen leisen, dankbaren Kuß
höchste ungehalten gewesen ist. Der Kaiser telegraphirt deshalb auf des Graf-Regenten Bries:
Berlin, Schloß, 17. Juni 1898.
Ihren Brief erhalten, Anordnungen deS commandirende» Generals geschehen mit meinem Einverständnisse nach vorheriger Anfrage. Dem Regenten, was dem Regenten zukommt, weiter nicht». Im übrigen will ich mir den Ton, ta welchem Sie an mich zu schreiben für gut befunden haben, ein für alle Mal »erbeten haben. W. R.
In der französischen Deputirtenkammer genehmigte man gestern die Artikel au8 de» Amnestieanträgen, die für Preß-, Vereins, Versammlungsund Streikvergehe» Amnestie gewähren. Die Wetter- beratijnng der Amnestieanträge wurde sodann ans nächsten Montag vertagt. Der Sozialist Breton brachte eine» Antrag ans Aufhebung der Gesetze gege« bie Anarchisten ein unb verlangte für biefen Antrag bie Dringlichkeit, bie aber vom Ministerpräsidenten bekämpft unb auch vom Hause mit 359 gegen 98 Stimmen abgelehnt würbe. Fourniöre (Socialbemo- krat) fragt, wegen der Verfolgung des Buchs von llrbain Gohi er „Die Armee gegen die Nation". Ministerpräsident Dupuy erwiedette und begründete die Maßregel mit dem Beschluß der Regierung, alle kollettiven Beleidigungen der Armee zu verfolge». 6r verlieft Stellen dazwischen und eS giebt furchtbar stürmische Scene» zwischen Baron Reille und den Socialiste». Fourniere verliest darauf Stellen eines Artikels von Drumout, die ebenfalls ungünstig für bie Armee ftnb. Es folgen wüthende Scene» zwischen Socialiste» unb Antisemiten. Cassagnac verwandelte schließlich bie Anfrage Fouruiöres in eine Interpellation. Minsterpräsident Dupuy verlangte Aufschub für einen Monat.
Wie der „New-Dark Heralb" aus Washington meldet, hat ber Martne-Secretär Lang ben Befehl gegeben, daß, bis die spanische Regierung eine Entscheidung in der Philippinen - Frage g-n offen habe, die wetteren Reparaturarbeiten an den Kriegsschiffe» auf ber Werst zu Brooklyn einzustellen, bie Kriegsschiffe „New-Dor!", „Brooklyn", „TexaS" und „Jnbiana" in Hampton RoadS zu mobttistren unb die .Oregon" sowie die „Iowa" in Rio be Janeiro zurückzuhalten seien.
Deutsches Reich.
Serlin, 14. November, liebet de» Verlauf der Rückreise Ihrer Kaiserliche» Majestäten find folgende Telegramme etagegange»:
Rhodos, 13. November. Ihre Kaiserliche» Majestäten traten ta bestem Wohlsein gestern früh
auf die ihm dargereichte Hand. „Aber," sagte er Plötzlich ernst werdend, „fürchtest Du den» wirklich nicht den Zorn Deines Vaters?"
Therese blickte einen Augenblick sinnend vor sich nieder, dann erwiedette fie: „Ich weiß wohl, daß ich manchem Sturm entgegen gehen werde, denn das alte Wort „Zuletzt find Leiden ber Loh» der Liebe," bleibt nun einmal wahr, aber ttotzdem fürchte ich mich nicht, Du weißt daß ich meinet Ahne» festen Charakter besitze, und was ich für da» Richtige halte, setze ich auch durch. Aber ttotzdem möchte ich meiner Mutter »och nichts von unserer Verlobung rnittheilen, da fie krank und leidend ist, und ich ihr dadurch wohl alle Ruhe nehmen würde, den» der (gebaute: „Was wird meta Mann zu dieser Sache sagen?" möchte sie am (Stabe unaufhörlich verfolgen. Aber meinem Vater will ich sobald wie möglich davon Mitthettung machen. Wir wissen im Augenblicke ja noch nicht, wohin er hat marschieren müssen mit feinen Soldaten, aber sobald bie erste Nachricht kommt, werde ich ihm schreibe», denn selbstverständlich muß er eS sobald wie möglich toiffen.":
„Hub Du fürchtest Dich nicht, Therese?" fragte voll Bewnubemng ber junge Künstler noch einmal.
Da richtete die also Gefragte fich hoch auf, stellte fich fast einer KriegSgöttin gleich vor Franz hin und ertoieberte fest, ohne auch nut eine» Augenblick zu zöger»: „Nein, ich fürchtt mich nicht, selbst vor meinem stolze» Vater nicht!"
AIS vierzehn Tage später der erste Brief vom Rittmeister etatraf mit Angabe seiner augenblicklichen abreffe, ba besann Therese fich nicht lange, fonbetn theilte ihm umgehenb das Neueste mit, die herzliche Bitte um feine Zustimmung und feinen Segen daranknüpfend.
(Fortsetzung folgt.)