Geschicklichkeit aneignet, Anspruch auf höhern Lohn erwerben. Und wenn in einer Werkstatt, auf einem Arbeitsplatz auch alle streiken, will er sich seine persönliche und freie Entscheidung darüber Vorbehalten, ob er mitmachen will oder nicht. Namentlich fällt es ihm gar nicht ein, seine Familie darben zu lassen, weil eine Reihe von unverheiratheten College«, die zufällig die Mehrheit haben, nicht arbeiten mögen, er will vielmehr seinen Verpflichtungen als Familienvater nachkommen können.
Nun könnte man ja sagen: Alle diese Rechte hat der Arbeiter schon, und es bedarf keines Gesetzes, um sie ihm zu sichern. Wer weiß, wie eS da hergeht , wo viele Arbeiter zusammen sind, und wie wenig da der einzelne, namentlich der ruhige Arbeiter zur Geltung kommt, wie da ein paar Klugschwätzer die ganze Arbeiterschaft terrorisiren, und wer da weiß, daß diese wenigen nicht die treuen und tüchtigen sind, der wird auch einsehen, daß ein Gesetz gegen solche, die den Arbeiter am Arbeiten hindern, den Arbeitern selber sehr gelegen kommt, und daß es nicht der Socialdemokratie neue Anhänger zuführen, sondern die Arbeiter von der Socialdeuiokratie erlösen helfen wird.
Umschau.
Wie wir erfahren, hat der Herr Reichskanzler sich außer Stande erklärt, dem Reichs- gerichtSrath Dr. Spahn den nach der Wahl in Aachen erbetenen Urlaub für die nächste Laudtagssession zu ertheilen, und hat Herrn Lr. Spahn hiervon — im klebrigen unter bereitwilliger Anerkennung seiner verdienstvollen parlamentarisch u Wirksamkeit Kenntniß gegeben. An den Präsidenten des Reichsgerichts, Herrn Lr.von Oehlschläger, der sich im Interesse des Reichsgerichts gegen die Beurlaubung ausgesprochen hatte, ist gleichzeitig ein allgemeiner Erlaß ergangen, den wir in Nachstehendem wiedergeben:
Berlin, den 9. November 1898.
Seit der Errichtung des Reichsgericht» ist, wie Euere Exctllenz wisien, auSnatmelos, und stets in Ueberetn- srimmung mit dem P:äsid«rt>n des Gerichtbofs, daran fest- gehalten worden, daß Rücksichten auf die nngestörle Thätig- keit des Reichsgerichts eine Betheiliguna seiner Mitglieder an den Arbeiten der einzelstaatlichen Landtage verbieten. In Anerkennurg dieses Grundsatzes baden bisher nicht nur diejenigen Richler, die bei ihrer Berufung in den Gerichtshof ein Landtagswavdat besaßen, auf dar Mandat verzichtet, sondern auch Mitglieder, denen nach ihrem Eintritt in den Gerichtshof ein Mandat angetragen wurde, besten Uebernahme abgelehnt.
Ich gedenke an der seitherigen Nusfassung auch für die Zukunft festzuhallen Ich kann uicht in einzelnen Fällen eine Ausnahme machen; denn ich würde damit die Reichs- Verwaltung dem Vorwurf der Willkür, vielleicht sogar dem Anschein auss tzen, als begünstige sie bestimmte politisch« Interessen. Ich kann umgekehrt den bisherigen Grundsatz
So wanderte er noch eine Weile feit in süßem Müssiggänge, bann warf er sich kurz entschlossen in dar schwellende Moos am Fuße einer alten Buche, um während der knrzeu Rast sein letztes Stück Brot zu verzehren, denn ein Gang durch die frische Morgenluft hat bekanntlich Hunger int Gefolge.
* * * *
Auf einem einsamen Wege im Böhmerwalde kam langsam ein schwerfälliger Reisewagen daher. Der Kutscher, welcher während der Fahrt ab und zu einen prüfenden Blick auf sein Fuhrwerk warf, schien eS nicht recht zu wagen, ein schnellere8>Te«po einzuschlagen. Als bald darauf das Fuhrwerk eine scharfe Biegung machen wußte, gab es plötzlich einen Krach und der Wagen blieb stehen, trotzdem die Pferde große Anstrengung machten, denselben weiter zu befördern. Der Kutscher stieg gemächlich vom Bocke herunter, öffnete den Wagenschlag und.erklärte mit gleichmüthigem Gesichte: „Unser Wagen ist entzwei gegangen und muß eS sich gefallen lasten, daß ich ihn wieder zurechtflicke, — eS wird wohl eine gute, halbe Stunde vergehen bis ich damit fertig bin. Ich rathe daher dem Henn Kapellmeister, derweilen auszusteigen und die schöne Natur hier in den Bergen zu genießen. Ich bin überzeugt, daß dem Herrn Kapellmeister ein kleiner Spaziergang gut thun wird, denn wenn er erst wieder in Wien ist bekommt er keine solch Bäume zu sehen wie eS hier zu Lande giebt, aber desto mehr hohe Häuser, und ähnliche langweilige Dinge."
Der Angeredete mußte lächeln, während er den Wogen verließ, indem er meinte: „Recht habt Ihr Kutscher, solche Bäume wie Ihr hier besitzt, haben wir in Wien nicht, darum will ich eurem Rathe folgen und mich auf diesem schönen Stücklein Erde ein wenig umsehen, indes, Ihr tuten alten Reisewagen wieder zurechthämmert."
auch nicht fallen lasten; denn, da Angehö'ige aller größeren und vieler kleineren Bundesstaaten im Reicht gerickt sich be finden, wäre eS nicht aukgeschiosten, daß mebrere Mitglieder gleichzeitig für die Arbeiten ihrer heimathlichen Landtag« in Anspruch genommen werden, und damit müßt« die Tbät gleit der Gerichtshofes eire schwere Störung erleiden. Ich muß zur Zeit auf dem gedachten Standvuntt um so mehr verbleiben, als das Reichsgericht bekanntermaßen aller deiner Kräfte dringend bedarf und als bk bevorstehende Umgestaltung unseres Bürgerlichen Rechts den Gerichtshof mit einer großen Aufgabe neu belastet.
Um Mißverständnissen vorzubeugen, ersuche ich Euere Txcellenz ergeb'nst, die gegenwärtigen Mitglieder dis Gerichtshofs aus dem vorliegenden Anlaß und die später eintretenden Richter alsbald bei ihrer Einführung davon verständigen zu wollen, daß ich richt in der Lage sein würd', zu der Abwrsenheit einzelner Richter behufs ihrer Betheiltgung an landstäudischen Arbeiten meine Zustimmung zu ertheilen.
Der Reichskanzler: gez. Fürst zu Hohenlohe.
„Zuverlässig" verlautet auS „couservativen Kreisen" — so berichtet eine Berliner Korrespondenz — daß dir conservative Partei in der kommenden Landtagssession eine umfassende parlamentarische Aktion behufs Erlasses eines allgemeinen Volksschulgesetzes einleiten und nötigenfalls einen Gesetzentwurf als Initiativantrag anbringen werde. Wir sind nicht in der Sage, die Möglichkeit eines solchen Vorgehens zu bestätigen oder in Abi ede zu stellen; allein gleichwohl warnen wir davor, solchrn „zuverlässigen" Meldungen Glauben beizumessen. Diejenigen covservativen Kreise, die uuS nahe stehen, wissen von einer derartigen Initiative nichts, die conservative Fraktion des Abgeordnetenhauses ist noch nicht gebildet, die Mitglieder des früheren FraktionsvorstandeS befinden sich nicht in Berlin. Aus welchen „couservativen Kreisen" also die „zuverlässigen" Verlautbarungen der betreffenden Korrespondenz stammen, ist für uns nicht zu ermitteln. Man möge sich also doch nicht vor der Zeit den Kopf der „konservativen Kreise" zerbrechen, sondern abwarten, bis wirklich „zuverlässige" Nachrichten über deren Absichten vorli gen.
Die intransigente Centrumsprefse bemüht sich, den versöhnenden Eindruck, den das hochherzige Geschenk unseres Kaisers an die Karholikeu und der friedfertige und wohlwollende Depesch-nwechsel mit dem Papste auf die Katholiken Deutschlands hervorvorgebracht hat, zu verwischen. Die „Köln. Vksztg." warnt vor „Vertrauensseligkeit" und deutet allen Ernstes darauf hin, daß der Kulturkampf augenblicklich nicht begonnen werden könne, weil „bei Knüppel Beim Hunde liege", baß «der barauf zu rechnen sei, daß bei Kulturkampf „wieberkomme". Eine frivolere Aufreizung bet Katholiken ist noch nicht unternommen worbe». Die beutschen Katholiken werden auS den Machenschaften deS demokratischen Centrumsblattes ersehe», von welcher Seite die steten Bedrohungen des konfessionellen Friedens ausgehen.
So sprechend betrat der Reisende einen schmalen Fußpfad welcher tiefer in den Wald hineinzuführen schien und begann denselben traumverloren zu verfolgen, als er plötzlich horchend stehen blieb, während seine großen schönen Augen fr endig aufblitzre». WaS wat das, drang nicht eine Helle, melodische Knabenstimme an fein musikalisch fein geschärftes Künstler- ohr? Der Komponist stand einen Augenblick horchend stille und als er bemerkte, daß er sich nicht getäuscht hatte, ging er leise dem Gesänge nach. Lange brauchte er nicht nach jener ftischeu Stimme zu suchen, denn als er das ihn umgebende Dickicht durchbrochen hatte, erblickte er eine alte Buche, unter welcher behaglich im dichten Moose ein junger, wohl etwas bleich, aber dennoch fröhlich, ja strahlend ausseheuder Mensch saß und ein lustiges Lieblein fang. Alles bisher erduldete Leid schien vergessen von Franz, welcher jener Sänger war, und ebenso die Sorgen um daS, was von heute an mit ihm werde» sollte und das ganze Glück welches ihn beseelte schien feinen Ausdruck zu finden in jenem Liede, das er soeben angestimmt hatte.
Der Kapellmeister hörte seinem Gesänge mit großer Freude zu und «18 Franz geendet hatte und das letzte Stückchen Brot welches er noch besaß verzehrt war, trat er zu diesem Hera», ergriff die Hand des erschrockenen Jünglings und sagte freundlich: „Wer Du bist, weiß ich nicht »nd noch weniger woher Du kommst, aber eins habe ich mit meinen eigenen Ohren gehört, nämlich, daß Da eine vorzügliche, bildungsfähige Stimme besitzest und da ich Musikliebhaber von Profesfion bin, so schlage ich Dir vor, setze Dich zu mir in meinen Reisewagen, wen» derselbe erst wieder ganz und heil gemacht ist und fahre mit mir nach Wien. Meine liebe Frau wird sicherlich gut für Dich sorgen und ich will vei-
Bei dem aus Anlaß des Lordmahors - Tages zu London in der Guild-Hall am 9. d. M. abgehaltenen Banket hat der Premierminister Lord Salisbury, dem Herkommen gemäß, eine Rede gehalten, die diesmal, Angefichts der letzten Ereignisse, mit besonderer Spannung erwartet wurde. Wil theileu aus ihr hier Folgendes mit: Auf Egypten kommend, bemerke Lord Salisbury: „Man sagt, daß wir unS Kretas und Syriens bemächtigen oder daS Protektorat über Egypten proklamiren wollen. Wir find mit der gegenwärtigen Lage in Egypten ganz zufrieden und glauben nicht, daß jetzt ein Grund vorhanden ist, dieselbe abzuändern." Er (Salisbury) wolle nicht sage», daß die Ercigniffe der letzten drei Monate keine Einwirkung hatten auf die britische Stellung in Egypten, die ja nach dem Siege bei Omdurman nicht die gleiche war, wie vor demselben; aber er hoffe aufrichtig, daß keine Umstände eintreten, die es nothwendig mache», die britische Position in Egypten zu modifizire»; denn er sei überzeugt, daß es dann in ter Welt nicht so ftiedlich weitergehen werde. Wenn man nun frage: Warum diese Vorbereitungen, wenn eS sich nicht um Kreta, Egypten oder Syrien handelt, so müsse er bitten, doch die allgemeine Weltlage zu betrauten. Salisbury preist den Abrüstungsvorschlag deS Kaisers von Rußland warm, welcher der Sympathie und der Unterstützung Englands sicher sei. Aber bis der Wunsch der russischen Kaisers von Erfolg gekrönt ist, müssen wir auf dteGesahre» nm uns achten und Vorsichtsmaßregeln treffe». Dann spricht Salisbury von der gewaltigen Macht Amerika. Von den europäischen Nationen könne nicht eine leugnen, daß das Eescheinen der Amerikaner nuter den Faktoren der europäischen Diplomatie ein schwerwiegendes, ernstes Er eign iß bildet, welches vielleicht nicht den Interessen des Friedens dienlich sein mag, aber gleichwohl die Interessen Großbritanniens wahrscheinlich fördert. Darauf d-sp icht Salisbury den Grund des Konfliktes, welcher sich erheben könne über die Frage, wer die Besitzungen gewisser Nationen erben solle. Heut zu Tage könne ein Krieg mit schrecklicher Schnelligkeit ausbrechcn: Wir sind eine große koloniale und Seen acht, wir haben keine Landgrenzen, aber wenn wir jemals erlauben, daß unsere Vertheidigungskräste zur See in einen Zu stand der Unwirksamkeit verfallen, so wird unser Reich mit einem Krach zu Grunde gehen. Deshalb kann England seine militärischen und Marinevorkehruugen nicht ausfetzen, welche durchaus nicht gefährliche Unternehmungen oder Eroberungen zum Ziel Haden. Wir verabscheuen den Krieg, aber es ist unsere Pflicht, unser Reich in unversehrter Gestalt unseren Nachkommen zu übergeben."
suchen, wenn Du mir versprichst, flißig fein zu wollen, Dich zn einem Sänger anSzubilden. Ob man wirklich einen Künstler aus Dir machen kann, muß natürlich die Zukunft erst lehren."
Franz fiel dem gütigen Kapellmeister zu Füßen und küßte ihm ein- über da» andere Mal die Hände. Hatte doch feit Jahren all' fein Sehnen darin gegipfelt, fingen zn dürfen »ach Herzenslust, nicht etwa die eintönigen, düsteren Melodien welche man im Kloster übte, sondern frische, fröhliche Lieder und nun sollten diese seine höchsten Wünsche, welche er kaum je auszudenken gewagt hatte, erfüllt werden durch das Zusammentteffen mit diesem wunderbaren Mannet
Verjagt wurden in diesem Augenblicke auch die letzten Zweifel daran, ob er euch recht gethan, das Kloster heimlich zu verlassen, und deutlicher als je fühlte er es jetzt, er war nicht zu einem Klosterbruder geboren. Ja, in dieser Stunde begann fich ihm eine Laufbahn zu öffnen.
*
Jahre waren vergangen feit dieser für Franz so bedentnngSvollen Begegnung. Es war ein sternklarer, kalter Winterabend, der rauhe, kalte Wind fuhr unsanft durch die Ettaßen Berlins, während in feinen Flocken der Schnee eine weiße Decke über Alles ringsumher zu breiten suchte.
In der mufikattsch gebildete» Wett der preußischen Haqrtstadt schien man heute ix einer gewissen, freudigen Aufregung zu sein und wer nicht durch dringende Sachen abgehalten wurde, rüstete fich das Konzert zu besuchen, welches in einem der größten hierzu bestimmten Säle stattfinde» sollte, in dem man die bedeutendste Parthie einem jungen Sänger aus Wim, Franz Antta, zuertheilt hatte.
(Fortsetzung folgt)
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Zum Ausftandsgesetz.
Wenn die Socialdemokraten glauben, mit ihrer Agitation gegen den vom Kaiser in Oeynhausen an» gekündigten Gesetzentwurf zum Schutze der Arbeitswilligen Erfolg zu haben, so find fie im Jrrthum. Acht nut die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeiter ß»d mit der Art und Weise, wie heute Streiks ge- «acht und durchgeführt werden, nicht einverstanden.
Unter dem Einfluß der Socialdemokratie ist der Handsatz unter den Arbeitern ausgestellt worden: ßiner für Alle und Alle für Einen! So berechtigt er in gewissen Fällen sein mag, so uv berechtigt ist seine Durchführung in der Praxis. Da ist in einer Bettstatt ein Arbeiter, der seine» Beruf nicht ge- rigenb erlernt hat, der also nicht leistet, was sein Arbeitgeber von ihm erwartet und erwarten kann. Da ist ein anderer, der sich durch allerlei mißliebige Handlungen, Aufwiegelungen und dergleichen unmöglich nacht. Die beiden Arbeiter sollen entlassen werden, »der aber der Arbeitgeber will den elftem nur für einen nichtigem Lohn beschäftige», wozu er doch das Acht hat. Sofort ober erklärt sich die gefammie Arbeiterschaft mit den beiden solidarisch und stellt die Arbeit ein. Ohne Zweifel kann hier doch von einem Recht nur die Rede sei», wenn alle Arbeiter damit einverstanden sind. Dies aber dürfte sehr selten vorkommen.
Die eigentliche», man kann wohl sagen, gewerbs- «ißigen Streiket sind fast immer in den Reihen her jungen, unverheiratheten Arbeiter zu suchen. Der v e r h e i r a t h e t e Arbeiter raifonnlrt wohl i» stillen über die Tyrannei der grünen Jungen, die als zielbewußte Socialdemokraten ihm eine Arbeits- Üelegenheit nahmen, mit bet er zufrieden gewesen feäre, aber gegen die Gewaltherrschaft kommt er nicht «s; denn in der Socialdemokratie gilt das Recht der Majorität, und Sccialdemokrat muß in größer» Bettstätten bet Arbeitet sein, wenn er vor seinen Arbeits-Genossen Ruhe haben will.
Verwundert hat nun schon manch ein Arbeiter teftagt, ob nicht der sonst doch allmächtige Staat Kittel in Händen habe, bett Arbeiter vor Vergewaltigung burch die Genossen zu schützen, wenn et arbeiten will. Et will natürlich nicht zur Arbeit zezwungen werden können, wenn der Lohn zu klein [ Md die Arbeits-Bedingungen zu ungünstig sind, und Bin sich das Recht wahren, über solche Dinge mit seinen College» Rücksprache zu nehm n und nöthigen- ftlls mit ihnen die Arbeit nieberzulegen. Aber er M nicht gezwungen werden können, den Mehiheits- Veschlüssen seiner College» blindlings zu folgen. 6r will nicht seine faulen und ungeschickten College« ®it durchschleppen, will vielmehr dadurch, daß er üsonderu Fleiß an den Tag legt und fich besondere
verlangsamte der Wanderer seine Schritte, km er war müde geworden und als er an einer alten, einsamen Scheune vorbei kam, be» fei» er fich nicht lange, sondern kroch hinein, ver- dckte fich zwischen dem Stroh, welches man dort «sbewahrte, nicht lange währte eS, da fiele» ihm töt Augen zu, und er schlief bett tiefen Schlaf bet 3ugcnb.
Machdruck verboten.)
Starke Liebesfäden.
Novelle von B. Altmann.
(Fortsetzung.)
Als et wieder erwachte, stand die Sonne bereits ) hoch am Himmel und selbst in dieser tiefen Gin» . fvnkeit sprach Alles von Lebenslnst und neuer Kraft. Die Vöglein sangen ihre vielstimmigen Lieder, die kvfigen Bienen suchten summend nach Honig in den iMen Blumenkelche» ringsumher, Eichkätzchen hüpften Skschäftig von einem Baume zum andern, und aus kr Ferne ertönte der nie endenwollexde Ruf deS Enckucks. Nach kurzem Befinuen trat Franz vor die Thür des alten StrohschuppenS und fast ehrfurchtsvoll kam es laut von feinen Lippe»: „Ja, wie bist du bd) so schön, o du weite, weite Well," den» die : Sauze Natur rings umher schien ihn auzulacheu und handlich zu begrüßen. Dan» Begann er seine «ouderung durch die weiten Waldungen fortzusetzen, «ohin ihn feine Weg führen würbe, wußte er nicht, *6et das war ihm im Augenblicke auch gleichgültig, Hauptsache schien ihm, daß er jetzt völlige Frei- Ai hatte zu wandern, wohin er wollte, denn kein Werbruber stand nun mehr hinter ihm mit ftrafenbem •tafle zu mahnen; „Bruber Franziskus, das ist |ege»
Regeln des Klosters."
Erscheint täglich außer et Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Anzeigen nehmen «ntgey*: die Expedition dieser Matte«, die Annoncen-
M-s QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expeditton 2 Mb, bei allen Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt «. M., Tassel, Magde-
»/IX favU Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnserttonSgebühr: di« ge- 1 ono tzna. Wie»- Rudolf Moss«, Franffnita. M., Berkin, München. Köln;
Palten« Zeil« od«r d«rrn Rau» 10 Pfg., Reklamen: di« Zeil« 26 Pfg. öDItltQuCttv, 12. vlODClTlDCr 1898. C S. Daube * Lo„ Frankfurt e. M.. Berkin, Hannover, Pari» x.
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für Ne Kreise Marburg und Kirchhain.
•—*** " *""" Jllustrirtes Somttagsblatt. u