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Den geehrten Herrschaften zur Nachricht, daß ich von heute ab getragene Schuhe und Stiefel sowie schwere Peleriue«. Mäntel kaufe (7280

Ed. Bamberger.

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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HhgMN»«: Mmckt »1. L«l«ph»u U. Mtbettte« Markt 81. - Telephon 56.

Jtl 264

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. t)(jY-*Y/*x Anzotgen nehmen «ügege« bi« Expediüo« di«i«r Blatte«, die Annoncen-

OuartalS-AvonntmentS-Prei» bei der Expedition 2 Mk., bei allen cy»**** y Bureaux von HaasenHein & Bögler. Frankfurt e. M. Eaff«l, Magd»

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: die ge- e rx 1 ono Wien- Rudolf Moste, Frankfurt e. M.. verliu. München Köln;

Palten« Zeil« ob« denn Raum 10 $fg Reklamen: dir Zeil« 25 Pfg. j)l)tlttCT|t(IQ, ll'. vlOuCinDCr lo9o. C S. Daube 4 Eo., Frankfurt a. M., B«rktn, Hannover. Parts x.

33. Jahrg.

kein Erschrecken, hundert Teufelchen sprühten ihm entgegen, kleine höhnende, lachende Spukteufelchen, während der Herr Oberstlieutenant ahnungslos, be­dächtig, jede Silbe schnarrend, vorstellte:Herr Lieutenant Kuno von Donnerwitz, Sohn meiner Freundes Harald von Donnerwitz meine Frau!"

Was noch gesprochen worden, wie Kuno fort­gekommen ! Darauf konnte er sich später nicht mehr besinnen; ihm war's gewesen, als legte der rothe Brocat, zur Schlange geworden, sich um seinen Hals und würgte ihn, daß ihm Hören und Sehen verging.

Bom Büchermarkt.

V Ein farbiges Modtnjournal. Di« Firma John Hinrh Schwerin, Be'lin W. 35, giebt künstlerisch vollendete, farbenprächtige Stahlstich « Modentableaux in wirklich vorzüglicher Ausführung als Beilage. Mau sinket sie in der in fünf Sprachen erscheinendenGroßen Moden weit', mit bunter Fächervignette. Auch sonst noch bietet diese» Modenblatt große Vorzüge. Rur 1 Mk. vierteljährlich.

*** Blüthenschnee im Winter! So etwa muthet uns di« reizende Kinderstudte an, welche der Künstler derKindergarderobe" ditsrm praktischen Spezial­blatt als empfehlendes Titelbild mitgegeben hat. Wir meinen die No. 11 der 5. Jahrgang«», welche wieder neben den zahlreichen, hübschen Einzelzeichnungen wir zählen 73 Modenbilder in dieser einen Nummer mehrere ent­zückende Modengenrebilder mit Kindergruppen bringt. GratiS- Probenummern durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35.

Zweites Blatt.

Das französische Arbeiterunfallversicherungsgesetz. DaS französische Arbeiterunfallversicheruvgsgesetz pom 9. April l. I. ist die Frucht einer langwierigen und mühevollen legislatorischen Arbeit; dennoch sind ihm in der kurzen, seit seinem Inkrafttreten verflossenen Zeit schon mancherlei Gegnerschaften erwachsen. Aus einem, allerdings begrenzten Kreise der Arbeitgeber wird an den A't. 3 des Gesetzes, welcher die Renten- hrzüge der Wittw.n und minderjährigen Kinder im SrbeitSbetriebe zu Tode gekommener Arbeiter regelt, die Besorgniß geknüpft, daß er den Anstoß zu d m Bestreben der Arbeitgeber bilden könnte, sich der Einstellung verheiratheter Arbeiter nach Möglichkeit zu erwehren, weil die in dem betr. Artikel formulirte Bemessung der Entschädigung auf den Todesfall den Arbeitgebern Lasten auferlege, die zu tragen über ihre Kräfte gehe. Der Vorsitzende deS Arbeitgeberverbandes in ReimS, Hr. Nouvion-Jacquot, nennt auS diesem Grunde die französische Arbeiterunfallverstcherung geradezu einePrämie auf das Cölibat" und erklärte, die Arbeitgeber (von Reims) hätten unter dem Druck ihrer finanziellen Haftbarkeit bereits Awetsungen zur AuSmerzung aller Familienväter und Familten- mütter aus den Werkstätten und Fabriken ergehen lassen/

Auf gouvcrnemeotaler Seite verwahrt man sich tistigst gegen die dem Art. 3 d-S in der Rede stehenden Gesetzes gemachten Vorwürfe deS Hrn. Nouvion- Jacquot und beruft sitz zu diesem Behufe auf das Zeugniß, welches der als konservativ bekannte französische Eocialpolitiker Cheyssov, der die deutsche Socialge- setzgebung einem gründlichen Studium unterzogen hat, den mit dem deutschen Abeiterunfalloeificherungsgesetz gemachten Erfahrungen ausstellt. Aus dem Zifftr- waterial der einschlägigen deutschen Statistik berechnet Hr. Cheysson die Ersparniß, welche der ftanzöfischen Industrie aus der Entlastung von den Renten erwachsen würde, welche Art. 3 den Hinterbliebenen in Aus­übung ihres Berufes zu Tode gekommener Arbeiter zubilligt, und findet, daß die Ersparniß nicht der Rede werth sei, da sie auf das Jahr und auf den Kopiu der Textilbranche nicht 50 Centimes über­schreiten und in den Grubenbetrieben, den am meisten gefährdeten, höchstens 3,30 FiS. erreichen werde. Ja Dmtschland habe die Inkraftsetzung deS Arbeiter- unfallv isicherungsgef tzcS weder einen verlangsamenden Einfluß auf daS WachSthum der Bevölkerungsziffer geübt, noch die v rheiratheten Arbeiter und Familien­väter zum gezwungenen Müßiggänge verurtheilt. Auch für Frankreich sei, bis zum strikten Beweise des GegentheilS, die Befürchtung abzuweifen, daß etwa Art. 3 des Gesetzes sich für die Arbeiterfamilien­

väter al» verhängnißvoll Herausstellen und damit dem weiteren Umsichgreifen der Ehelosigkeit mit ihren der französischen Nativität so abträglichen Konsequenzen Vorschub leisten könne.

Sowenig wie von einer Modifizirung des Art. 3 deS Arbeiterunfallgesetzes gemäß den Intentionen der Reimser Arbeitgeber will man aber auch in französischen Regierungskreisen von dem in daS entgegengesetzte Extrem verfallenden Vorschläge wissen, den unver- heiratheteu, Arbeitern die gleich hohen Renten zuzu­billigen wie den verheiratete», um dadurch die Arbeit­geber der Versuchung zu überheben, daß sie lieber unverheirathete als verheirathete Arbeiter einstellen. Denn das hieße soviel, als sich in die Scylla stürzen, um der Charybdis zu entgehen.

Wir nehmen von diesen um daS französische Arbeiteruufallversicherungsgesetz bereits so kurze Zeit nach seinem Inkrafttreten sich erhebenden Streitigkeiten Notiz, weil sie erkennen lassen, wie gering die Aus­sichten auf eine entschlosfene Fortführung der Sozial­reform in Frankreich sind und wieviel überhaupt noch daran fehlt, daß unsere ausländische Konkurrenz auch nur annähernd von den sozialen Lasten und Pflichten beschwert wäre, welche der deutschen Industrie obliegen. Umso mehr aber sollten im Hinblick auf die Rück- ständigkeit des Auslandes in Sachen der Arbeiterschutz- gesetzgebung unsere socialreformerischen Heißsporne es sich überlegen, eheste durch weitergehende Forderungen die Begeh,lichkeit der Massen anstacheln, während es doch in wohlverstandenem Interesse aller Betheiligten liegt, den bis jetzt geschaffenen socialpoliiischen Gesktzen vor allem die nöthige Frist zu ihrer Emlebung zu gönnen und über ihr Funktioniren praktische Erfahr­ungen zu sammeln!

Verseht.

Skizze von H. B.

(Schluß.)

Die Nacht brachte ihm einen verlockend schönen Traum, seine holde Unbekannte erschien ihm als Huldgestalt, faßte seine Hand und führte ihn geraden Wegs vor's Paradies, da» von einem Vorhang ver­deckt war, hier klopfte fle drei Mal an. Der Vor­hang wich und der Oberstlieutenant wurde sichtbar und hinter ihm ein Regiment von Geldsäcken.

Das ist mein Vater," sagte dann die Holde, er weiß, daß wir unS lieben." Und der Vater reichte ihm die Hand und sagte väterlich:Mein lieber, lieber Schwiegersohn, sieh': Eure Mitgift!" Gerührt küßte Kuno die Hand des Alten und erwachte und da's noch lange keine Visitenzeit war, so tläumte er wachend weiter, viel, noch viel schöner und kühner und träumte sich so nach und nach in eine glückselige Stimmung hinein, denn, waS man wünscht, daS glaubt man gern.

Siegesfroh, alS wäre der Traum nichts wie eitel Wahrheit, machte er sich auf den Weg zum officiellen

MeldungSbefuch beim Herrn Oberstlieutenant. Sonst ist solch ein Besuch gerade nicht zu den besonderen Annehmlichkeiteu des Lebens zu zählen. Kuno von Donnerwitz indcß zog ohne weitere Beklemmung die etwas schrille Hausglocke, denn erstens fühlte er sich ja so unsagbar ftoh und frei und zweitens waren der gestrenge Herr Oberstlieutenant und sein Vater Jugendfl runde gewesen.

Ein hübsches, zierliches Mädchen in Zofentracht öffnete und verschwendete in Anbetracht deS schneidigen Offizier» ihren allertiefsten Kn!x. Doch Kuno war heute blind für ihre Reize und bat kurz, dem Herrn Obeistlieutenant gemeldet zu werden. Etwas schnippisch öffnete die Schöne die Thür zu einem luxuriös ausgestatteten Salon und bat Kuno einzutreten, sie wisse nicht, ob der Herr Oberstlieutenant zu sprechen sei. Ein erneuter Versuch zur Attacke mittels schmachtenden Augenaufschlags, prallte wirkungslos an Kuno ab, dessen Augen wie gebannt au einem Abbild, einem Porträt in Lebensgröße, hingen. Das warsie", die schöne Unbekannte, die Heldin seiner Träume, sie konnte eS wenigstens sein und KunoS Herz trommelte wahrhaftig den Generalmarsch. Wenn sie's war, die Tochter des Alten, deS Jugendfreundes seines Alten--sein Traum?!

Der Herr Oberstlieutenant läßt bitten," meldete knixend die Zofe und Kuno trat in ein ganz in dunklem, glühendem Roth gehaltenes kleineres Zimmer und befand sich dem Vorgesetzten, einem stattlichen älkren Her.», den Anschein nach, von höchstens fünfzig Jahren, gegenüber. Mit wohlwollender Miene nahm derselbe seine Meldung entgegen und betrachtete ihn wohlgefällig. War's doch das getreue Abbild seines liebsten Jugendfreundes, was er da vor sich sah.

Mein lieber, junger Freund," hob er väterlich an, da ein Singen, ein Trällern, hastig wurde die Portiere auseinander geschlagen und umflossen von dem dunkelrothen Brocat erschien das lieblichste, das reizendste Weib, und kein Zweifel, dieser In­begriff aller Schönheit war Kuno's angebetete Un­bekannte.

Ah, Pardon!" rief sie, sich entschuldigend,

Du hast Besuch? Hatte keine Ahnung, Ver­zeihung! Da komme ich nachher wieder." Und mit einem langen Blick auf den vor Glück erröthenden Kuno zögerte sie, den schweren Brocat niedergleiten zu lassen.

Ei, so bleib' doch nur, Elsbeth, eS ist der avisirte Lieutenant, der Sohn meines alten Freundes Harald, er brennt darauf, ich wette, Dir vorgestellt zu werden." Und der alte Herr lachte belustigt in sich hinein.

Wenn ich nicht störe", sagte sie munter und die dunkle Farbenglurh schloß sich hinter ihr und gab eine prachtvolle Folie zu ihrem hellblonden Gelock. Groß und fragend hob sie die schönen Nixenaugen zu Kuno empor und fast angstvoll forschte dieser nach dem Aufblitzen des plötzlichen Erkennens! Nein,

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